PIL

Name: PIL
Englischer Name:
Originaltitel: PIL
Herausgebracht: Japan: Shueisha 2011
Deutschland: Carlsen 2014
Mangaka: Mari Yamazaki
Bände: Einzelband
Preis pro Band: 16,90 €

PILStory
Das Leben der jungen Nanami ist nicht leicht – während ihre Mutter im Ausland arbeitet, lebt sie mit ihrem Großvater zusammen, der leider immer wieder das Haushaltsgeld verwettet oder es für unnötige Dinge ausgibt. Dabei bleibt Nanamis Traum einmal London zu besuchen und die britischen Punkbands live zu sehen unerreichbar du sie muss immer wieder die Verantwortung für die Taten ihres Großvaters übernehmen. Dennoch beschließt sie, ihr Leben radikal zu ändern und gegen die üblichen Konventionen zu rebellieren, als sie sich die Haare abrasiert und ihren Kleidungsstil ihren Vorbildern anpasst. Für ihren Großvater ist dies zunächst ein Schock, doch er erweist sich als überraschend verständnisvoll, auch wenn er hin und wieder Probleme mit Nanamis Entscheidungen hat. Mit der Zeit nähern sich die beiden wieder einander an und erkennen, dass sie gar nicht so verschieden sind …

Eigene Meinung
Der japanische Comic „PIL“ tammt von Mari Yamazaki, erschien beim Carlsen Verlag unter dem Label „Graphic Novel“ und kommt in einem größeren Format, mit hochwertiger Klappenbroschur und in westlicher Leserichtung daher. Neben zwei Farbseiten, die die originalen, japanische Cover zeigen, enthält „PIL“ noch ein sehr eindringliches Vorwort von Jiro Taneguchi, der sich für Graphic Novels wie „Der Gourmet: Von der Kunst allein zu genießen“, „Vertraute Fremde“ und „Der spazierende Mann“ verantwortlich zeigt, sowie ein gelungenes Nachwort der Autorin, die auf einige autobiografische Züge mit Nanami hinweist.

Die Geschichte ist sehr ruhig, gefühlvoll und realistisch – es ist eine typische Alltagsgeschichte, in der er zum einen um die Träume eines jungen Mädchens geht, die von der Punk-Kultur der 80er Jahre begeistert ist und am liebsten nach London möchte, zum anderen um den Generationskonflikt zwischen Nanami und ihrem Großvater. Letzteres birgt nur bedingt Konfliktpotenzial, da der alte Mann selbst in London lebte und ebenfalls eine rebellische Ader hat, die sich in seiner Vorliebe für Wetten zeigt. So fehlen der Geschichte zwar die Höhepunkte und Spannungskurve, doch Mari Yamazaki legt auch keinen Wert auf eine actionhaltige Geschichte oder große Geheimnisse. Stattdessen konzentriert sie sich darauf authentische Charaktere zu erschaffen, ebenso auf eine realistische und sensible Aufarbeitung des Themas. Wirkliche Längen gibt es nicht, da die Beziehung zwischen Nanami und ihrem Großvater und die Probleme, gegen dich sie Nanami in jungen Jahren stellen muss, sehr eindringlich erzählt werden. Man taucht problemlos in die beginnenden 80er Jahre ein, kann sich sowohl mit Nanami, als auch mit dem alten Mann identifizieren und begleitet die beiden Charaktere gerne ein Stück in ihrem Leben.

Passend zum Inhalt von „PIL“ verzichtet Mari Yamazaki auf übertriebene, mangahafte Bilder und präsentiert eher einen schlichten, realistisch anmutenden Stil. Zwar sind ihre Zeichnungen nicht so detailverliebt und eindringlich wie man es von Jiro Taneguchi kennt, dennoch hat die Zeichnerin eine sehr schönen, interessanten Stil, der perfekt zu den Figuren und ihren Problemen passt.

Alles in allem ist „PIL“ ein gelungenes Werk, das vor allem durch eine sensible Geschichte, authentische Charaktere und einen sehr feinen, schlichten Stil besticht. Mari Yamazaki lässt die 80er Jahre aufleben, greift mit der englischen Punk-Kultur ein ungewöhnliches Thema auf und verpackt das Ganze glaubwürdig und tiefgründig. Wer ungewöhnliche Geschichten und greifbare Charaktere mag, sollte sich „PIL“ nicht entgehen lassen – die Graphic Novel lohnt sich.

PIL: © 2011 Mari Yamazaki, Carlsen / Shueisha

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