Comic Con Germany 2016 – Bericht Teil 2

Ablauf Sonntag, 26. Juni 2016

Der zweite Con-Tag begann wieder mit demselben Bild wie am Tag vorher: lange Warteschlangen. Im Foyer gab es dieses Mal nur eine sehr kurze Begrüßung, danach begann man direkt mit den ersten Star-Panels.

Heute ist das Bühnenprogramm am Cosplay Kingdom dran: Hier werden zahlreiche Vorträge, Gespräche und Tutorials rund um Cosplay angeboten. So bot bspw. der Hersteller Cosplayflex einen Vortrag inkl. Diashow, wie man Schritt für Schritt mit ihrem Build-Material eine Rüstung bauen kann. Auch auf Zuschauerfragen wird ausgiebig eingegangen.

Danach gab es einen anschaulichen Vortrag der vonPuch-Crew selbst zum Thema „Waffenposing“ im Cosplay- und LARP-Bereich. Schwerter und Schusswaffen waren hier im Zentrum und die Posen wurden mit ausführlicher Erklärung demonstriert. Von einem professionellen Fotografen wurden zudem einige Tipps zu Kameraausrichtung etc. bei Cosplay-Shootings gezeigt, mit denen man den Cosplayer besonders gut in Szene setzen kann.

Nach einer kurzen Umbaupause kamen die beiden Profi-Cosplayerinnen Riki „Riddle“ Lecotey und Jessica Nigri als Sailor Merkur und Link aus Zelda auf die Bühne und stellten sich in einem kurzweiligen Frage-/Antwortspiel den Fragen der Zuschauer. Da kaum Zuschauerfragen aufkamen, interviewten sich die beiden Cosplayerinnen einfach gegenseitig und brachten so einige amüsante Gespräche zu Stande.

Anschließend kam Svetlana Quindt, eher bekannt als Kamui Cosplay, auf die Bühne und hielt einen Vortrag zum Thema „Geld verdienen mit Cosplay – Berufliche Zukunft“. Der Vortrag war aufgrund der langjährigen Erfahrung von Kamui inhaltlich interessant und auch einige amüsante Anekdoten aus den Anfangszeiten waren dabei, aber auf Dauer (1 Stunde!) war der Vortragsstil von Kamui sehr langatmig und anstrengend, wenn man ihre persönliche Art, Dinge zu erzählen, nicht bereits kennt oder von Natur aus mag.

Nach so vielen Vorträgen kam endlich mal ein musikalischer Beitrag: Shiroku, ihres Zeichens bekannte Sängerin japanischer Anime- und J-Pop-Lieder, kam in ihrem neuen, bunten Kostüm auf die Bühne und brachte das Publikum mit ihrer tollen Singstimme und den Tanzeinlagen gut in Stimmung. Als Abschluss der leider etwas kurz geratenen Konzertes (leider nur knapp 30 Minuten) durften auch alle Besucher nochmal die deutsche Version des Digimon-Intros „Leb deinen Traum“ mitgröhlen, was große Begeisterung auslöste.

Parallel fanden auf den Foyer-Bühne Star-Panels und auf der Comiczone-Bühne nochmal dasselbe Programm vom Vortag (bestehend aus Live-Gesprächen und Live-Zeichnen bestimmter Comic-Zeichner und DODOKAY im Wechsel) statt. Einen Programmpunkt als Con-Abschluss gab es in diesem Sinne nicht, von daher war am späten Nachmittag die Comic Con für uns vorbei.

Die Zeit konnte man aber gut nutzen, die vielen Cosplayer, die auf der Comic-Con unterwegs waren, für ihre harte und kreative Arbeit zu bewundern:

Fazit zur Comic Con Germany:

Die Comic Con Stuttgart, die sich ganz klar am amerikanischen Vorbild orientiert, bietet genau das, was man bereits von anderen Comic Cons im Ausland oder Deutschland kennt: große Aufmachung für TV-Stars und Comic-Merchandise, breites Angebot an Comic- und Cosplayvertretern durch Stände, Bühnenshows etc.

Dass das bei der breiten Masse gut ankommt, belegt die ausverkaufte Messe mit insgesamt über 50.000 Besuchern an beiden Tagen.

Das Messegelände ist bestens geeignet für eine Con in dieser Größenordnung, es sollte jedoch in Zukunft ein größerer Teil des Messegeländes genutzt werden (nur 45.000 m² von 100.000 m² wurden genutzt), um das Angebot und die Besuchermassen etwas zu entzerren und somit entspannter zugänglich zu machen (gerade Familien mit Kindern, Kinderwagen oder Schwerbehinderte mit Rollstühlen hatten es oft doch sehr schwer, durch die engen Gänge zu kommen).

Außerdem sollte die Beschilderung der Con-Bereiche und Stände nochmal überholt werden, damit diese weiter verbreitet, besser sichtbar und vor allem besser auffindbar (Lageplan besser gestalten!) sind.

Das Gesamtprogramm war sehr durchwachsen: Die Panels fanden wir unnötig teuer und störend (ganze Gänge wurden wegen den Warteschlangen verstopft). Das Bühnenprogramm am Cosplay Kingdom war optimal für Cosplayer, darf aber gerne mehr Showgruppen zur Abwechslung anbieten. Die Comiczonen-Bühne sollte ihr Programm nochmal komplett neu gestalten: mehr Abwechslung, mehr Unterhaltung durch Showgruppen oder ansprechende Tutorials.

Für Anime und Manga-Fans wird derzeit nicht allzu viel Programm geboten (nur Verkaufsstände und Cosplay-Programm). Für Cosplayer gibt es hier viele Möglichkeiten, schöne Shootings (Geheimtipp: Rothauspark im Messezentrum), Treffen mit anderen Cosplayern oder hilfreiche Infos zum Herstellen von Cosplays zu erhalten.

Alles in allem war die Comic Con 2016 in Stuttgart eine durchaus gelungene Erstlings-Con und man darf auf die nächste Comic Con 2017 gespannt sein.

Kurzinfo zur Con:

Was? Comic Con Stuttgart
Wo? Neue Messe Stuttgart (am Flughafen)
Wann? 25.-26. Juni 2016
Kosten? Wochenendticket: 30 €, Tagesticket: 17 €, VIP-Ticket: 199 €

Bericht: Beckman
Fotos: Noyomiko (Gast-Fotografin)

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