Naruto Blood Prison – Die Rückkehr des Helden

Name: Naruto Blood Prison – Die Rückkehr des Helden
Englischer Name:
Originaltitel: Naruto Blood Prison
Herausgebracht: Japan: Shueisha 2011
Deutschland: Carlsen 2015
Autor: Akira Higashiyama
Illustrator: Masashi Kishimoto
Bände: Einzelband
Preis pro Band: 7,95 €

naruto-blood-prison-die-rueckkehr-des-heldenStory:
Die wunderschönen orangefarbenen Lampionblumen (auf Japanisch „Hozuki“) blühen, Iruka lädt ihn auf eine Schüssel Ramen ein und er kann Shikamaru im Shogi schlagen: Naruto könnte kaum zufriedener sein. Doch plötzlich wird er bezichtigt, ein Attentat auf den Raikage verübt und einige Jo-Nin aus anderen Ninja-Dörfern umgebracht zu haben! Niemand scheint ihm zu glauben, dass er unschuldig ist und so wird er in die Gefängnisfestung „Hozukijo“ in Kusagakure gebracht, die auch als „Blood Prison“ bekannt ist. Mui, der Gefängnisleiter, verpasst Naruto dort prompt das „Himmlische Gefängnis“, eine Technik, die es ihm unmöglich macht, Chakra zu schmieden. Denn sobald er es versucht, beginnt sein Körper zu glühen und er bekommt höllische Schmerzen. Wer es zu weit treibt, geht sogar in Flammen auf und stirbt! Jeder Häftling in Hozukijo wird mit dieser Technik belegt.

In der ersten Nacht taucht Muis Gehilfe Maroi in Narutos Zelle auf und nimmt ihn mit, nichtsahnend, dass es sich lediglich um einen Schattendoppelgänger handelt. Das ist die Chance: Naruto unternimmt einen Versuch, auszubrechen, doch es ist ohne Ninjutsu schlichtweg unmöglich, sodass er erwischt und zur Strafe in Sonderhaft genommen wird. Währenddessen offenbart Mui Maroi seine finsteren Pläne: Tief in Hozukijo liegt die Box des Paradieses versteckt, der größte Schatz Kusagakures, der die Macht in sich tragen soll, einem jeden Wunsch zu erfüllen. Kusagakure ist ein sehr armes, vom Krieg gezeichnetes Ninja-Dorf, dessen Anwohner zwei verschiedenen Fraktionen angehören: Da wären zum einen die Kusanomi zu denen Mui gehört, die mittels der Box des Paradieses einen Ninja-Weltkrieg in Gang bringen und die Macht über die anderen Dörfer an sich reißen wollen und die Kusanohana, die diesen Plan vereiteln wollen, da sie an einen friedlichen Weg glauben. Um die Box zu öffnen ist eine enorme Menge Chakra nötig. Da kommt Naruto ins Spiel, der als Jinchuriki genau darüber verfügt. Mui braucht ihn, um die Box zu öffnen, da alle bisherigen Versuchskaninchen – darunter sein eigener Sohn Muku – bei dem Versuch gescheitert sind und von der Box verschlungen wurden.

Als Naruto aus der Sonderhaft entlassen wird, weiht die Inhaftierte Ryuzetsu ihn in Muis Pläne ein. Sie gehört nämlich zu den Kusanohana und will ihn aufhalten. Außerdem will sie Muku rächen, der ihr bester Freund gewesen ist. Doch Naruto will nicht, dass sie Mui dafür ermordet. Können die beiden, ohne einen Mord zu begehen, verhindern, dass die unheilvolle Box geöffnet wird? Und kann Naruto seine Unschuld beweisen und je wieder nach Konohagakure zurückkehren?

Eigene Meinung:
Obwohl jeder „Naruto“-Film auch als Light Novel adaptiert wurde, ist „Blood Prison“ bisher der Einzige davon, der es nach Deutschland geschafft hat. Das liegt vermutlich daran, dass in dem Fall der Novel zuerst da war und der Film auf der Romanvorlage basiert. „Blood Prison“ ist der dritte in Deutschland erschienene „Naruto“-Novel und stellt seine beiden Vorgänger weit in den Schatten. Während die Story von „Unschuldiges Herz, blutroter Dämon“ lediglich eine Nacherzählung des Mangas war und man sich durch „Die Geschichte eines unbeugsamen Ninja“ eher durchquälen musste, weiß „Blood Prison“ von Anfang bis Ende zu unterhalten. Zugegebenermaßen hat die Geschichte schon fast lächerlich viele Plotholes, die Higashiyama an einer Stelle sogar selbst auf die Schippe nimmt, aber wenn man darüber hinwegsehen kann, bietet sich einem eine spannende und ungewöhnlich düstere Nebengeschichte fernab des Manga-Kanons.

Naruto kann einem in diesem Buch schon echt Leid tun: Von seinen eigenen Freunden verstoßen, wird er schon auf dem Weg nach Kusagakure mit Steinen beworfen und findet sich in einem knallharten Knast-Alltag wieder. In Hozukijo ziehen ihn die sadistischen Wärter erst Mal gewaltsam nackt aus, um seinen Körper nach Waffen abzusuchen und auch sonst knüppeln sie den armen Kerl regelmäßig nieder. Außerdem bekommt er nur das Nötigste zu Essen und verbringt einen ganzen Monat in Einzelhaft. Da fragt man sich echt, wie Tsunade und die anderen sowas übers Herz bringen konnten. Ihr Verhalten wirkt total off-character.

Wegen der enthaltenen extremen physischen und psychischen Gewalt ist dieser Band eher etwas für ältere Leser, die damit schon umgehen können. Ich hab mich deswegen stellenweise echt gefragt, ob ich gerade wirklich „Naruto“ lese. Der darauf basierende Anime-Film „Blood Prison“ wird sicher bald von KSM in Deutschland auf DVD und Bluray veröffentlicht, wobei ich mich absolut nicht wundern würde, wenn er eine FSK 16 bekäme. Es handelt sich um den fünften „Naruto Shippuden“- und 8. „Naruto“-Film insgesamt. Nachdem ich den Novel gelesen habe, freue ich mich schon sehr darauf. Das Character-Design stammt von Masashi Kishimoto höchstpersönlich, der für diesen Novel Farbillustrationen aller Hauptcharaktere beigesteuert hat. Dabei wundert mich allerdings, dass es so aussieht, als hätte Ryuzetsu Rin’negan, obwohl im ganzen Roman keine Rede davon ist. Dieses Mal ist auch die deutsche Übersetzung sehr gelungen, wobei die Attackennamen – anders als im Manga – direkt ins Deutsche übersetzt wurden. Ältere „Naruto“-Fans können getrost zugreifen!

Naruto Blood Prison – Die Rückkehr des Helden: © 2011 Masashi Kishimoto, Akira Higashiyama, Shueisha / Carlsen

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