Kasane

Name: Kasane
Englischer Name:
Originaltitel: Kasane
Herausgebracht: Japan: Kodansha 2013
Deutschland: Tokyopop 2016
Mangaka: Daruma Matsuura
Bände: 13 Bände, wird fortgesetzt
Preis pro Band: 9,95 €

Story:
„Kasane“ bedeutet übersetzt „Schererei, Verwicklung, Unannehmlichkeit“ – der perfekte Name also für jenes unsagbar hässliche Mädchen, von dem diese Geschichte handelt. Dabei war Kasanes verstorbene Mutter, Sukeyo Fuchi, eine bildhübsche Schauspielerin, was Kasanes Klassenkameradinnen ihr natürlich nicht glauben. Sie schikanieren das arme Ding bis aufs Blut. Als eine Schulaufführung von „Aschenputtel“ ansteht, schlägt die bildhübsche Ichika Kasane für die Hauptrolle vor, um diese vorzuführen. Als die Lehrerin Verdacht schöpft, versichert Ichika ihr glaubhaft, sie wolle damit nur Kasanes Selbstbewusstsein stärken, da sie ja vielleicht das schauspielerische Talent ihrer Mutter geerbt hat. Kasane weiß natürlich, dass das ganze bloß Schikane ist, aber dennoch hat sie ihren Stolz und willigt ein, das Aschenputtel zu spielen. In ihrer Verzweiflung erinnert sie sich daran, was ihre Mutter ihr einst gesagt hat:

„Solltest du eines Tages ganz allein sein und wirklich keinen Ausweg mehr wissen, dann nimm den Lippenstift aus der Schublade unter meinem Spiegel und benutz ihn. Näher dich dem, was du begehrst und küsse es!“

Am Tag der Aufführung trägt Kasane den Lippenstift auf und überrascht alle mit ihrer grandiosen Bühnen-Performance. Natürlich wird Ichika neidisch und will an Kasanes Stelle weiterspielen. In dem Moment küsst Kasane Ichika und das Unglaubliche geschieht: Die beiden tauschen ihre Gesichter!! Kasane bedroht die vollkommen aufgelöste Ichika mit einem Messer und bringt sie so zum Schweigen. Für den Rest der Aufführung tut Kasane so, als sei sie Ichika und spielt das Aschenputtel bis zum Schluss. Danach lockt sie Ichika aufs Dach der Schule und redet mit ihr über alles. Als sie Ichika gerade fragen will, ob die beiden Freundinnen werden können, entreißt diese ihr das Messer und fordert ihr Gesicht zurück. Kasane weiß nicht, wie sie den Tausch rückgängig machen kann, also blufft sie, nimmt das Messer in den Mund und behauptet, wenn Ichika ihr die Mundwinkel aufschlitzen würde, hätte sie nach dem erneuten Gesichtertausch auch die Wunde. In dem Moment verliert Ichika das Gleichgewicht und stürzt vom Dach, wobei sie Kasanes Mundwinkel tatsächlich aus Versehen aufschneidet.

Einige Zeit nach Ichikas Tod verwandelt sich Kasane wieder zurück, die Verletzung bleibt allerdings, sodass sie von nun an sogar noch schauerlicher aussieht als je zuvor. Schon bald wird ihr klar, dass wahrscheinlich auch ihre Mutter nur durch den Lippenstift so hübsch geworden ist. Doch wie hat sie es angestellt, permanent eine neue Identität anzunehmen, ohne aufzufliegen? Auf einer Trauerfeier anlässlich des 13. Todestages ihrer Mutter lernt Kasane den Regisseur Kingo Habuta kennen, was sie diesbezüglich auf eine heiße Spur bringt. Denn Habuta erzählt ihr, er hätte Sukeyo das hübsche Gesicht beschafft und ihr geholfen, das Geheimnis des Lippenstifts zu hüten. Um Sukeyos letzten Willen zu erfüllen, will er nun auch Kasane helfen, zu einem schönen Star zu werden. Doch kann sie ihm wirklich trauen?

Eigene Meinung:
Für das Cover hat sich Tokyopop mal wieder etwas ganz Besonderes einfallen lassen: Lediglich die Schrift und die von dem magischen Lippenstift rot gefärbten Lippen glänzen, alles andere ist matt. Zusätzlich zur Klappenbroschur findet ihr gleich zu Beginn des ersten Bandes auch einige Farbseiten, darunter eine ausklappbare. Die Zeichnungen sind sehr gelungen und Kasane sieht wirklich derartig monströs aus, dass es einem selbst als Leser schwerfällt, mit ihr zu sympathisieren. Hinzu kommen noch ihre zweifelhaften Aktionen. Dass sie der niederträchtigen Ichika das Gesicht stiehlt, kann man ihr ja noch nachsehen, aber im weiteren Verlauf der Geschichte stiehlt sie kurzzeitig sogar das Gesicht von Iku Igarashi aus dem Theaterklub der Schule, obwohl diese als Einzige immer nett zu Kasane gewesen ist und mit ihr befreundet sein wollte.

Es hat mich außerdem sehr verwundert, dass Ichikas Tod offenbar keinerlei Konsequenzen für den weiteren Verlauf der Handlung hat. Dabei könnte man doch erwarten, dass der vermeintliche Selbstmord des beliebtesten Mädchens der Klasse ihren Freunden und ihrer Familie sehr suspekt vorkommen dürfte. Aber niemand stellt auch nur in irgendeiner Weise Nachforschungen an. Kasanes Mitschüler reden nicht einmal über das, was Ichika zugestoßen ist und man erfährt auch gar nicht, wie sie ihren Tod überhaupt aufgenommen haben.

Es ist schwer abzusehen, in welche Richtung sich die Geschichte noch entwickeln wird. Der Auftakt ist zwar sehr spannend und vielversprechend, allerdings findet nach dem 2. Kapitel eine Art Bruch statt und es geht plötzlich mit einem ganz anderen Handlungsstrang weiter, der weit weniger interessant ist. Nach dem 6. Kapitel erfolgt dann noch ein gewaltiger Zeitsprung und Kasane ist plötzlich schon 17. Mit dem Erscheinen von Habuta am Ende des ersten Bandes kommt etwas Licht in das Mysterium und man darf gespannt sein, welche Enthüllungen über Sukeyos Leben Kasane noch aufdecken können wird.

Kasane: © 2013 Daruma Matsuura, Kodansha / Tokyopop

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