Kamo – Pakt mit der Geisterwelt

Name: Kamo – Pakt mit der Geisterwelt
Englischer Name: Kamo – Pact with the spirit world
Originaltitel: Kamo – Pakt mit der Geisterwelt
Herausgebracht: Deutschland: Tokyopop 2017
Mangaka: Ban Zarbo
Bände: 3 Bände (geplant)
Preis pro Band: 4,95 €, ab 16.11.2017 6,95 € (Band 1)
6,95 € (ab Band 2)

Story:
Der 16-jährige Schweizer Kamo Mitchell ist schon seit jeher herzkrank. Nun neigt sich sein Leben dem Ende zu und seine Eltern sind vollkommen aufgelöst. Da taucht ein Geist namens Crimson vor ihm auf und bietet ihm ein neues Herz an. Dafür muss Kamo ihm allerdings helfen, 12 Geister einzufangen, denn nur ein Mensch kann Geister in sich aufnehmen. Crimson behauptet, er könne dadurch wieder zum Menschen werden und gibt Kamo etwas von seiner Energie. Damit ist der Pakt besiegelt und die beiden flüchten aus dem Krankenhaus, wobei Crimson – sehr zu Kamos Missfallen – einen Arzt tötet. Obwohl Crimsons Energie Kamo nur drei Tage lang am Leben erhalten kann und somit die Zeit drängt, genießt dieser zunächst einmal ausgiebig die vorübergehend erlangte Gesundheit. Endlich Sport treiben und essen zu können, was man will, ist für Kamo ein wahr gewordener Traum. Doch die Tage vergehen und statt aktiv nach den Geistern zu suchen, stößt er eher zufällig auf den ersten: Thunderbolt ernährt sich von elektrischem Strom und kann mit Blitzen um sich schleudern. Der Geist ist zunächst noch klein und süß, doch als Kamo sich mit ihm anlegt, verwandelt er sich in ein furchterregendes Monster. Als Waffe leiht sich Kamo Crimsons Flöte, die sich in jeden beliebigen Gegenstand verwandeln kann, wie z. B. in ein Schwert und schlitzt Thunderbolt damit auf. Thunderbolt flieht durch einen Strommast, wobei der Elektriker Enno einen Schlag bekommt und von der Leiter fällt. Auf Kamos Befehl hin rettet Crimson Enno, woraufhin dieser Kamo für seinen Retter hält und ihn zum Dank bei sich und seiner Tochter Marie wohnen lässt.

Als die hitzige Latina Shokola Marie besucht, spürt sie gleich, dass Kamo einen Geist bei sich hat und dessen Energie in sich trägt. Sie stellt ihn zur Rede und erfährt die ganze Wahrheit, woraufhin sie ihm ihre Hilfe anbietet. Mit ihrem umfangreichen Wissen über Geister ist Shokola für Kamo und Crimson eine wertvolle Gefährtin, denn Thunderbolt sinnt auf Rache. Um Kamo aus der Reserve zu locken, bringt er überall in der Stadt Menschen um und hinterlässt eine Spur der Verwüstung. Schließlich locken Kamo und Shokola den mächtigen Gegner in das Gemeinschaftshaus „Exento“, welches außerhalb der Stadt steht. Doch die Zeit ist um und Kamo liegt im Sterben. Nun bleibt ihm und Crimson nur noch eine Möglichkeit, um gegen Thunderbolt zu bestehen: Sie müssen miteinander fusionieren! Mit vereinten Kräften können sie Thunderbolt zwar spielend besiegen, doch dass er sich offenbar durch Kamo vom süßen kleinen Stromfresser zum eiskalten Massenmörder gewandelt hat, nagt schwer an Kamos Gewissen…

Eigene Meinung:
Mit „Kamo – Pakt mit der Geisterwelt“ feiert meine Namensvetterin, die Schweizer Mangaka Ban Zarbo, ihr Manga-Debüt. „Ban“ ist nämlich nur ein Künstlername und stammt – genau wie mein Nickname – von Ban Mido aus „Get Backers“. Als wäre das nicht schon cool genug, hat Ban Zarbo auch noch eine Schwester mit Künstlernamen „Gin“, was auf Ginji Amano, den zweiten Protagonisten aus „Get Backers“, anspielt, die zudem ebenfalls gerade einen Manga bei Tokyopop gestartet hat („Undead Messiah“). Als SHONEN ATTACK!-Titel ist „Kamo“ Band 1 noch bis Mitte November zum Kennenlern-Preis von 4,95 € erhältlich und jeder Band enthält als Extra 4 Sammelkarten, sodass man am Ende eine Karte mit Background-Informationen von jedem der 12 Geister hat. Da „Thunderbolt“ der Star des ersten Bandes ist, ist seine Karte, im Gegensatz zu den anderen, mit einem Metallic-Effekt versehen. Nichtsdestotrotz bin ich von den Karten etwas enttäuscht, da sie leider total winzig sind. Übrigens hat Tokyopop einen Zeichenwettbewerb veranstaltet, bei dem man sich den 12. Geist selbst ausdenken und zu Papier bringen konnte. Der Gewinner-Geist wird im dritten Band seinen großen Auftritt haben. Da der komplette erste Band vom Kampf gegen Thunderbolt handelt, frage ich mich jedoch, wie alle 12 Geister in gerade mal 3 Bänden abgehandelt werden sollen. Entweder von jetzt an kommt in jedem Kapitel ein neuer Geist vor oder es werden einige Geister übersprungen, was natürlich schade wäre.

Was die zeichnerische Umsetzung anbelangt, steht dieser Manga den japanischen Vorbildern in nichts nach. Von daher finde ich es sehr bedauerlich, dass die Kapitel-Titelbilder nicht in Farbe abgedruckt wurden, obwohl Ban Zarbo sie doch extra koloriert hat. Storytechnisch ist allerdings noch viel Luft nach oben. So fand ich es z. B. schade, dass Kamo sich zu keinem Zeitpunkt etwas Pfiffiges überlegt hat, wie er Thunderbolt, also quasi die Elektrizität selbst, am besten einfangen könnte. Als Leser habe ich mir die Frage nämlich die ganze Zeit gestellt (in einem faradayschen Käfig vielleicht?) und war dann enttäuscht, dass das Problem letztlich durch eine Fusion gelöst wird (auch wenn die „Dragon Ball Z“-Anspielung urkomisch ist) und der Kampf ab da leider sehr schnell entschieden ist. Ich hoffe jedenfalls sehr, dass die Kämpfe in den nächsten zwei Bänden spannender werden und die Geschichte noch schauriger wird. Zumindest kam beim Lesen zu keiner Zeit Langeweile auf. Wer sich unschlüssig ist, sollte schnell zugreifen, solange Band 1 noch günstiger ist.

Kamo – Pakt mit der Geisterwelt: © 2017 Ban Zarbo, Tokyopop

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