AniMUC 2014 – Seite 1

Zum nunmehr sechsten Mal tauchte am vergangenen Wochenende die Animuc das Veranstaltungsforum in Fürstenfeldbruck bei München in ein exotisches Farbenmeer und leitete die Con-Saison ein. Wie schon im letzten Jahr ging es dabei gleich drei Tage lang rund, also vom Freitag den 25. bis Sonntag den 27. April. Aus persönlichen Gründen konnten wir diesmal nur am Samstag und Sonntag mit einem reduzierten „Ein-Mann-Team“ vor Ort sein, doch wir hoffen euch trotzdem einen kleinen Eindruck vom bunten Treiben auf der größten süddeutschen Con geben zu können.

Als Motto hatte man sich diesmal Orient auf die Fahnen geschrieben, was man in erster Linie den Organisatoren und Helfern der Con ansah. Das Programmheft, das das Thema sicher auch gelungen aufgegriffen hätte, war leider wegen Problemen hinter den Kulissen nicht rechtzeitig eingetroffen, sodass die Besucher sich mit improvisierten Programmübersichten auf DIN-A4-Zetteln begnügen mussten. Die Enttäuschung darüber war aber schnell vergessen, denn: Endlich war der Animuc einmal der Wettergott gewogen! Trotz anders lautender Prognosen konnten die Fans am Freitag und Samstag bei strahlendem Sonnenschein ihre Cosplays zur Schau tragen und das wunderschöne Veranstaltungsgelände mit Klosterkirche und Parkanlage erkunden.

Erst am Sonntag trieben kalter Wind und Regenwolken die Besucher verstärkt ins Innere des Veranstaltungsforums. Dort gab es wie immer mehrere Areale zu erkunden, nämlich den überaus beliebten Händlerbereich mit allen möglichen Neuwaren aus dem Reich der Anime & Manga, den von Zockern besetzten Gamesroom, das an einen Flohmarkt erinnernde Bring & Buy, die Seminarräume für allerhand kurzweilige Workshops und den Säulensaal für größere Programmpunkte wie das Anime Quiz, die traditionelle Versteigerung oder Videovorführungen aktueller Anime-Filme und -Serien. Das Prunkstück jedoch war wie immer der Stadtsaal für das ganz große Bühnenprogramm – hierzu später mehr! Zunächst einmal ein paar kleine optische Eindrücke vom Gelände und dem Besucherandrang:

In den drei Seminarräumen war für jeden etwas dabei: Freunde schöner Klänge frönten der AMV Happy Hour oder – bis spät in die Nacht – dem Musikquiz, kreative Köpfe informierten sich beim Fotoworkshop, schwangen den Pinsel bei Aquarell von A bis Z, Zeichne einen einzigartigen Charakter oder Digitales Zeichnen für Anfänger und konnten sich in die Kunst der zunehmend beliebten KakaoKarten einführen lassen. Außerdem konnte man Näheres zum Schreiben von Fanfiction erfahren oder im Fansub Workshop die mühsame Entstehungsgeschichte einer deutschsprachigen Anime-Untertitelung von Fans für Fans kennenlernen. Für kulturell interessierte Fans gab es außerdem einen Workshop mit kurzer Einführung in die japanische Sprache sowie den schon aus den Vorjahren bekannten Kyudo-Workshop zum Thema Japanisches Bogenschießen. Dazu gesellten sich am Rande Events des für die Veranstaltung zuständigen Animexx, bei denen Neuerungen der Website vorgestellt wurden und sich die Mitglieder treffen konnten. Als Freund des gedruckten Wortes hatte man bei der Lesung und Signierstunde zu „Greifbar“ von Melanie Stoll Gelegenheit mit der bayerischen Jung-Autorin in Kontakt zu treten. Andächtig lauschen konnte man außerdem den Vorträgen „Japanische Farbanimation vom ‚ältesten Anime‘ bis zum Ende der 1930er Jahre“ oder dem Panel „Forschen über Fans und Cosplay“.

Kostümbegeisterte kamen natürlich ganz besonders auf ihre Kosten, denn sie konnten entweder bei Cosplay für Anfänger reinschnuppern oder im Look like a Princess-Workshop alles Wichtige erfahren, um selbst zu einer Prinzessin zu werden. Fortgeschrittene Cosplayer konnten sich zudem wertvolle Tipps zum Thema Petticoat, Performance on Stage, Cosplay-Perücken, Waffen und Rüstungen, Formenbau und Gießverfahren, Plüschtiere, Make-Up, Schuhe überziehen, Fake Boobs oder Lolita abholen. Auch ein ECG-Panel zum „European Cosplay Gathering“ stand auf dem Programmplan, genauso wie das WCS Panel, bei dem die letztjährigen deutschen Repräsentanten von ihren Erlebnissen bei der Cosplay-Weltmeisterschaft in Nagoya, Japan berichteten.

Bei so viel Theorie, Tipps und Tricks zum Thema Cosplay wird man natürlich neugierig, wie das Ganze dann eigentlich in vollendeter Form aussieht. Gelegenheit zum Vergleich gab es reichlich, schließlich machten unzählige engagierte Cosplayer das Veranstaltungsgelände und den Animuc-eigenen Cosplaywettbewerb unsicher, bei dem der Saal am Samstag Nachmittag wirklich gerammelt voll war. Von den Teams, die sich mit Schauspiel, Tanz und Showeinlagen dem Urteil der Jury stellten, konnten sich drei durchsetzen: Catwoman aus „The Dark Knight Rises“ & Tigress aus „Kung Fu Panda“ mit ihrer Show ‚Animuc’s Next Catmodel‘, Phoenix Wright, Miles Edgeworth & Inspektor Gumshoe aus der Videospielreihe „Ace Attorney“ mit einer Parodie auf die homoerotischen Fantasien der weiblichen Fangemeinde und schließlich eine 3er-Damen-Kombi aus dem Anime „DeadLine Circus“. Manchmal wünschte man sich, die Moderation hätte sich zugunsten der Cosplayer etwas mehr zurückgehalten, doch zu lachen gab es dank der meist komödiantischen Auftritte der Teilnehmer so oder so eine ganze Menge.

Hier ein paar Eindrücke von Kostümen, die es bei dem schönen Wetter auf dem Klostergelände zu bewundern gab, sowie Bilder der Wettbewerbsteilnehmer:

Viele Cosplayer nutzten auch die Gelegenheit, beim Cosplay Ball bzw. der Hanabi J-Disco, die unweit vom Veranstaltungsgelände in einem Club in Fürstenfeldbruck ausgerichtet wurde, das Tanzbein zu schwingen. Auch der samstägliche Cosplay Dance Off im Säulensaal war mit seinen spontanen Darbietungen unter Wettkampfbedingungen sehr beliebt, genau wie der vorabendliche Cosplay Catwalk-Solowettbewerb an gleicher Stelle. Wer sich in Sachen Bewegungen und Choreografie noch nicht ganz fit fühlte, kam derweil bei einem von mehreren Tanzworkshops unter (u.a. orientalisch oder zu ‚Tell your world‘ aus Vocaloid). Hut ab vor so viel Ausdauer, Einsatz und Freude am Kostüm bei allen Teilnehmern dieser Veranstaltungen! Kein Wunder, dass sich auch der kräftezehrende Animuc Triathlon wieder großer Beliebtheit erfreute – ein Teamwettbewerb aus Quiz, kniffligen Geschicklichkeitsübungen und sportlichem Wettkampf, der zudem mit kleinen Preisen lockte.

Natürlich ist keine Con komplett ohne den ein oder anderen Ehrengast aus dem Mutterland der Anime & Manga. Dass japanische Künstler sich ihren Fans auch gerne zum Greifen nah präsentieren, zeigte u.a. die spätabendliche Autogrammstunde mit Sana, einem japanischen Rockgitarristen aus dem „Visuel Kei“-Bereich, der im Rahmen seiner Europatournee auf der Animuc vorbeischaute. Schon am Freitag Abend hatte er mit einem Auszug seines Könnens allen tüchtig eingeheizt, die den Weg in den Stadtsaal fanden. Ein weiteres besonderes Highlight war der Zeichenworkshop mit Nao Yazawa, der Mangaka, die hierzulande vor allem für ihr romantisches Magical-Girl-Werk Wedding Peach bekannt ist. Zu dieser Veranstaltung erhielten nur erfahrene Hobby-Zeichner nach gesonderter Anmeldung Zutritt. Für alle künstlerisch weniger Begabten stellte sich der zweite japanische Ehrengast aber auch noch bei anderen Gelegenheiten dem breiten Publikum vor. Eine davon war die Autogrammstunde am Samstag Abend in einem der Seminarräume; zu den anderen Programmpunkten berichten wir später noch ausführlicher.

Mit dem Bühnenprogramm vom Samstag geht’s auf Seite 2 weiter – hier entlang!

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