Kemono Jihen – Gefährlichen Phänomenen auf der Spur

Name: Kemono Jihen – Gefährlichen Phänomenen auf der Spur
Englischer Name:
Originaltitel: Kemono Jihen
Herausgebracht: Japan: Shueisha 2016
Deutschland: Altraverse 2019
Mangaka: Sho Aimoto
Bände: 8 Bände, wird fortgesetzt
Preis pro Band: 7,00 €

Story:
Mysteriöse Viehmorde im abgelegenen Hirschkalbdorf rufen den Detektiv Kohachi Inugami von der Kemono-Agentur auf den Plan, die Beratung bei paranormalen Vorfällen anbietet. Seiner Auftraggeberin gehört die „Herberge zum Hirschkalb“, in der ihr leiblicher Sohn Yataro Herrn Inugami fürsorglich bewirtet. Schließlich kommt der geheimnisvolle Fremde aus Tokio, wo Yataro gerne hinmöchte. Doch sein Traum platzt, als Herrn Inugami lieber von Kabane Kusaka, dem Neffen der Wirtin, der von allen aufgrund seines strengen Körpergeruchs wie ein Aussätziger behandelt wird, bedient werden möchte. Da die Wirtin nämlich Kabane mit der Beseitigung der Leichen beauftragt hat, weiß er als einziges Kind von den Vorfällen und kann dem Ermittler wertvolle Hinweise geben. Im Gegenzug erzählt Inugami dem 13-jährigen, dass es sich bei dem Anhänger, den ihm seine verschollenen Eltern hinterlassen haben, um einen wertvollen Lebensstein handeln soll. Als der neidzerfressene Yataro Kabane den Lebensstein eines Nachts wegnimmt, verwandelt sich dieser in einen Halbghul, woraufhin Yataro panisch das Weite sucht. Herr Inugami offenbart Kabane, dass sie beide Kemono sind: Herr Inugami ist ein Bakedanuki und Kabane halb Mensch, halb Ghul. Der Lebensstein hält Kabanes Ghul-Seite unter Verschluss, also kann der Junge die Tiere nicht getötet haben. Das bedeutet allerdings auch, dass der Täter noch auf freiem Fuß ist und Yataro in großer Gefahr schwebt. Kabane kann seinen Cousin zwar vor der wahren Bestie retten und sie töten, doch nun da Yataro die wahre Gestalt seines Cousins kennt, kann dieser nicht mehr im Dorf bleiben. Da Inugami von der Wirtin ohnehin den Auftrag erhalten hat, Kabane zu ermorden, erschießt er ihn kurzerhand.

Als Kabane wieder zu sich kommt – schließlich verfügen Ghule über enorme Heilkräfte und können nur durch Enthauptung getötet werden – sitzt er in Inugamis Wagen und wird von diesem nach Tokio mitgenommen. Der Halbghul soll künftig für die Kemono-Agentur arbeiten und erhält dadurch die Chance, seine Eltern zu suchen. Ihr erster Auftrag lässt auch nicht lange auf sich warten: Sanshi-Käfer haben einen Jungen und seine Mutter befallen und drohen sie und jeden aufzufressen, der sich ihnen nähert. Kabane erweist sich sogleich als nützlich, indem er die gestohlenen Schuhe entfernt, die die Kemono-Käfer, die sich von Schuldgefühlen ernähren, angezogen haben. In der Kemono-Detektei angekommen, lernt Kabane bald darauf seine neuen Mitbewohner kennen: den feindseligen Shiki, der halb Mensch, halb Arachne ist und den äußerst femininen Akira. Beide sind ungefähr in Kabanes Alter. Als der Konflikt zwischen Kabane und Shiki eskaliert, schickt Inugami die beiden als Bestrafung zu Inari, der Göttin der Ernte. Diese hegt im Hinblick auf Kabane bereits finstere Absichten…

Eigene Meinung:
„Kemono Jihen“ ist ein Manga, den man nur sehr schwer anhand des ersten Bandes beurteilen kann. Sho Aimoto nimmt sich nämlich sehr viel Zeit dafür, die Charaktere einzuführen und es ist kaum abzuschätzen, wie sich die Geschichte im weiteren Verlauf noch entwickelt. Nichtsdestotrotz kommt beim Lesen zu keiner Zeit Langeweile auf und ich fühle mich gut unterhalten. Ich kann zwar nur spekulieren, aber ich gehe davon aus, dass Kabane und die anderen in den Folgebänden einen mysteriösen Fall nach dem anderen auflösen werden und stets die titelgebenden Kemono involviert sind. Den roten Faden bildet dabei wohl Kabanes Suche nach seinen leiblichen Eltern und wie für das Mystery-Genre üblich werden wahrscheinlich erst nach und nach einige Hinweise auf deren Verbleib ausfindig gemacht. Ob dabei letztlich die Krimi-Aspekte überwiegen oder das Ganze früher oder später in einen Battle-Manga ausartet, in dem sich die unterschiedlichsten Kemono bekämpfen, ist nach Band 1 noch nicht abzusehen.

Zeichnerisch weiß der vorliegende Manga jedenfalls zu überzeugen. Insbesondere Kabane gibt einen ungewöhnlichen aber niedlichen Protagonisten ab, der mit seiner Weltfremdheit und seiner unterwürfigen Art viel Raum für Charakterentwicklung bietet. Nur wenn es um seine Eltern geht, kann er seinen bedingungslosen Gehorsam hin und wieder überwinden. Aufgrund der zu Beginn noch eher undurchsichtigen Story ist es nicht leicht, eine Empfehlung auszusprechen, aber ich denke, Fans von Mystery-Titeln mit Fantasy-Elementen, wie z. B. „xxxHOLiC“, werden hier voll auf ihre Kosten kommen.

Kemono Jihen – Gefährlichen Phänomenen auf der Spur: © 2016 Sho Aimoto, Shueisha / Altraverse

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