Shikigami

Name: Shikigami
Englischer Name:
Originaltitel: Shikigami
Herausgebracht: Japan: Graphic-sha 2018
Deutschland: Carlsen 2020
Mangaka: Yasaiko Midorihana
Bände: Einzelband
Preis pro Band: 10,00 €

Story:
Ayakashi (übernatürliche Geschöpfe wie Tengu) und Menschen leben in friedlicher Koexistenz, wobei es eine Art ungeschriebenes Gesetz ist, dass sich Ayakashi nicht mit Menschen abgeben dürfen. Generell sind die Ayakashi ekelerregend engstirnig und behandeln den jungen Kureha wie Abschaum, nur weil er von unbekannter Herkunft ist und es für Tengu höchst ungewöhnlich ist, keine Eltern zu haben bzw. diese nicht zu kennen. Niemand versteht, warum der amtierende Akigami (Herbstgott) Kurenai ausgerechnet Kureha unter seine Fittiche genommen hat und ihn trainiert. Die Ayakashi erhalten ihre magischen Kräfte von Funken, den sogenannten Sai, die Fluch und Segen zugleich sein können. Nimmt ein Ayakashi nämlich zu viel davon in sich auf, schaden die Funken seinem Körper. Und wie sich herausstellt, kann ausgerechnet Kureha das gesamte Sai in sich aufnehmen, ohne dadurch Schaden zu nehmen. Sein Sai-Fassungsvermögen übersteigt somit sogar das von Kurenai, der darauf angewiesen ist, dass sein Gefolge ein Teil des Sais mitträgt. Als Kurenai Hochverrat am Kakugami begeht, endet dies für ihn tödlich und er bestimmt mit letzter Kraft Kureha als seinen Nachfolger.

Alle Ayakashi auf dem Akiyama (Herbstberg) sind mit Kureha als neuem Akigami unzufrieden und hassen und verachten ihn noch immer genauso wie vor seinem Amtsantritt. Denn er trinkt doch allen Ernstes mit den Menschen Sake und sein Gefolge besteht lediglich aus Hitokado und Futakado, Kurenais Kindern. Während Futakado die Entscheidung ihres Vaters respektiert und Kureha als Akigami anerkennt, tut sich Hitokado sehr schwer damit, zu begreifen, was Kureha alles leistet und dass sein Vater ihn in der Hoffnung zum Akigami gemacht hat, er könne eine Brücke zwischen Menschen und Ayakashi schlagen. Zumindest von den anderen Shikigami (Götter der vier Jahreszeiten) wird der neue Akigami für seine Güte geschätzt und respektiert. Ob Hitokado wohl jemals dahinterkommt, was einen wahren Akigami ausmacht? Begleitet Kureha, Hitokado und Futakado dabei, wie sie ihren Pflichten nachkommen und sich um das Wetter und die Ernte kümmern.

Eigene Meinung:
„Shikigami“ ist ein Doujinshi, an dem Yasaiko Midorihana schon seit 2011 gearbeitet hat und umfasst stolze 288 Seiten. Dennoch schafft die durch ihre Mitarbeit an den „How to draw Manga“-Bänden bekannte Zeichnerin es leider nicht, darin Spannung zu erzeugen und schneidet sehr viele Mysterien an, von denen leider kein einziges gelöst wird: Warum hat Kurenai den Kakugami verraten? Ausgerechnet Kurenai, der im gesamten Buch so wirkt, als könne er keiner Fliege etwas zuleide tun! Und was hat Kureha vor, dass er bereits so früh einen Nachfolger auserwählt? Wer waren Kurehas Eltern und wieso kann er so viel Sai in sich aufnehmen? Und was ist im Kangenmori passiert, dass der Aigami sich hilfesuchend sogar an die Harugami wendet? Durch all diese offenen Fragen wirkt das Werk leider sehr unfertig und nicht in sich abgeschlossen. Auf das Kapitel „Der Fächer mit den sieben Blättern“ folgen zwei weitere, die eher wie kurze Bonuskapitel wirken, gefolgt von einem noch kürzeren Epilog, der sich auch nicht mehr die Mühe macht, noch irgendetwas aufzuklären. Äußerst bedauerlich, angesichts der Tatsache, dass die Mangaka den kompletten Band hindurch World-Building betreibt und Unmengen an Charakteren einführt. Der Fuyugami taucht außerhalb der skizzenhaften Archiv-Seiten im Anhang noch nicht einmal auf! Aus all diesen kreativen Ideen hätte man noch so viel mehr machen können…

Obwohl es dem Manga an Action, Drama und Spannung fehlt, habe ich mich seltsamerweise nicht durchgequält. Es passiert praktisch nichts und doch halten einen die interessanten Charaktere und die Fantasy-Welt, in der sie leben, bis zur letzten Seite bei der Stange. Eins der beiden Bonuskapitel ist sogar äußerst amüsant. 10 Euro sind jedoch für einen derartig unvollständig anmutenden Einzelband trotz seiner Dicke meiner Meinung nach zu viel des Guten, zumal er nicht im Hochformat vorliegt. Solange er sich nicht eines Tages noch als Pilotprojekt für eine längere Serie entpuppen sollte, rate ich von einem Kauf ab!

© Ban_Mido

Shikigami: © 2018 Yasaiko Midorihana, Graphic-sha / Carlsen

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