Folge den Wolken nach Nord-Nordwest

Name: Folge den Wolken nach Nord-Nordwest
Englischer Name: Go with the Clouds, North-by-Northwest
Originaltitel: Hokuhokusei ni kumo to ike
Herausgebracht: Japan: Kadokawa 2017
Deutschland: Carlsen 2019
Mangaka: Aki Irie
Bände: 3 Bände, wird fortgesetzt
Preis pro Band: 12,00 €

Story:
Der 17-jährige Japaner Kei Miyama lebt nach dem Tod seiner Eltern bei seinem Großvater Jacques in Island und arbeitet dort als Detektiv, wobei sich seine Aufträge eher darauf beschränken, Habseligkeiten und Haustiere wiederzufinden. Jacques ist Franzose und ein ziemlicher Aufreißer, der selbst junge, bildhübsche Frauen herumkriegt. So auch Katla, die sich in ihn verliebt, als er ihr ihr verlorenes Bikini-Oberteil zurückbringt. Ausgerechnet Kei beauftragt sie damit, jenen geheimnisvollen Mann ausfindig zu machen, was diesem natürlich äußerst leicht fällt. Beide verfügen über besondere Fähigkeiten: Kei kann mit Elektrogeräten reden und Jacques mit Vögeln. Die intensivsten Gespräche führt Kei mit dem Auto, das ihm sein Opa geschenkt hat, wobei Kei allerdings kein besonders guter Fahrer ist, was dazu führt, dass er die Nacht mitten im Nirgendwo in seinem Wagen verbringen muss, nachdem dieser umgekippt ist. Eine mysteriöse Frau steigt zu allem Überfluss auch noch nachts bei ihm ein und klaut seine Wolldecke, während er schläft.

Keis 15-jähriger kleiner Bruder Michitaka lebt in Japan bei seinem Onkel und seiner Tante. Als Kei ihn nicht mehr erreichen kann, fliegen er und Jacques kurzerhand nach Japan, wo sie mit Entsetzen erfahren müssen, dass seine Tante bei einem Autounfall gestorben ist, woraufhin sein Onkel an einer Krankheit verstorben ist. Von Michitaka fehlt seit zwei Monaten jede Spur. Ohne einen Anhaltspunkt reisen die beiden nach Island zurück, wo Kei die geheimnisvolle Diebin beim Nacktbaden erwischt. Wie sich herausstellt, ist sie Katlas Nichte und eine Musikerin. Ihr Name ist Lilja und da sie in der Nähe Konzerte gibt, wohnt sie vorübergehend bei Katla. Um sich bei Kei fürs Spannen zu revanchieren, zieht sie ihm prompt die Unterhose aus. Eines Nachts wird Kei von einem Polizisten aus Japan verfolgt und zusammengeschlagen, der behauptet, ein Freund seines verstorbenen Onkels zu sein und auf eigene Faust gegen Michitaka zu ermitteln. Dieser soll seinen Onkel und seine Tante nämlich angeblich ermordet haben! Kei glaubt dem Mann natürlich kein Wort, doch als er daraufhin von Michitaka aufgelesen wird und mit ihm über alles redet, offenbart ihm Lilja, dass sie am Klang seiner Stimme erkennen konnte, dass Michitaka gelogen hat. Sie versteht zwar kein Japanisch, allerdings klängen die Töne, die er beim Reden erzeugt, schmutzig. So stolpert Kei geradewegs in seinen bisher größten Fall, dessen Auflösung ihm womöglich das Herz brechen wird…

Eigene Meinung:
Der Preis von 12 Euro schreckt sicherlich den ein oder anderen ab, allerdings muss man beachten, dass dieser Manga im Hochformat mit Aquarelleinband und Farbseiten erscheint und mit knapp 250 Seiten deutlich dicker ist als herkömmliche Mangas. Wobei man auch dazu sagen muss, dass, hätte der erste Band nur 180 Seiten oder weniger gehabt, wohl niemand auch nur in Erwägung gezogen hätte, sich Band 2 zuzulegen und weiterzulesen, da die Geschichte unfassbar lange braucht, um Fahrt aufzunehmen (pun intended). Erst in den letzten beiden Kapiteln erschließt sich dem Leser, wohin die Reise geht, sowohl storytechnisch als auch wortwörtlich, da in der Geschichte ja ständig zwischen Island und Japan hin- und hergependelt wird. An vielen Stellen finden sich sogar isländische Vokabeln. Warum Carlsen dieser Reihe die neue Genre-Bezeichnung „Special“ verpasst hat, ist mir allerdings ein Rätsel, wo es sich doch ganz eindeutig um einen Mystery-Manga handelt. Um nahezu jeden Charakter ranken sich Geheimnisse und Mysterien, die es zu ergründen gilt, weshalb dieser erste Band trotz des zähen Leseerlebnisses Lust auf mehr macht. War es wirklich Mord? Und hat Michitaka wirklich etwas damit zu tun? Und warum tut Lilja nach außenhin so, als wäre ihr Ehrlichkeit und Anstand sehr wichtig, wo sie doch Kei zuvor bestohlen hat? Alles hat zwei Seiten – Diese Lektion hat Kei bereits als Kind gelernt und verinnerlicht. Das gilt im Übrigen auch für den Zeichenstil, der einerseits sehr detailliert ist, aber andererseits auch wiederum sehr unsauber wirkt, insbesondere Hände und Füße scheinen Aki Irie leider gar nicht zu liegen. Auch wenn er die Charaktere in den Panels von weiter weg darstellt, sieht das leider alles andere als schön aus.

Der vorliegende Manga ist weder zeichnerisch noch storytechnisch so ganz ausgereift, allerdings unterstreicht gerade das auf wundersame Weise die Botschaft, die sich hinter diesem Island-Krimi verbirgt und man darf gespannt sein, welche Geheimnisse Kei noch aufdecken wird. Ich empfehle den Manga Fans von Serien wie „Get Backers“ und „Kemono Jihen“, die das Mystery-Genre mit Hauptcharakteren kombinieren, die mit übernatürlichen Kräften ausgestattet sind.

Folge den Wolken nach Nord-Nordwest: © 2017 Aki Irie, Kadokawa / Carlsen

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Mirai – Das Mädchen aus der Zukunft

Name: Mirai – Das Mädchen aus der Zukunft
Englischer Name: Mirai
Originaltitel: Mirai no Mirai
Herausgebracht: Japan: Kadokawa 2018
Deutschland: KAZÉ 2019
Autor: Mamoru Hosoda
Illustrator: Studio Chizu
Bände: Einzelband
Preis pro Band: Softcover: 9,90 €
Hardcover: 15,00 €

Story:
Die Stadt Isogo in Japan. Ein frisch verheiratetes Paar kauft ein kleines Haus mit einem kleinen Garten, in dem ein kleiner Baum wächst. Eines Tages beschließt die Frau aus heiterem Himmel, dass sie sich einen kleinen Hund zulegen. Sie nennen ihn Yukko und verwöhnen ihn wie ein eigenes Kind. Jahre später kommt ihr erstes Kind auf die Welt: ein Junge, den sie auf den Namen Kun taufen. Als Kun 4 Jahre alt ist, gebärt seine Mutter Yumi schließlich ein kleines Mädchen namens Mirai, was eine Menge Veränderungen nach sich zieht, die Kun überhaupt nicht in den Kram passen. Da nur der Vater von Zuhause aus arbeiten kann, muss er sich von nun an um die Kinder und den Haushalt kümmern, während die Mutter oft auf Geschäftsreisen ist, wodurch Kun sie viel weniger zu Gesicht bekommt. Und wenn sie dann mal Zuhause ist, kümmert sich die böse Hexe nur noch um Mirai, als ob sie Kun gar nicht mehr lieben würde. Er will nicht ihr Bruder sein, denn er kann diesen Säugling einfach nicht leiden! Kurzerhand ärgert er das Baby, das natürlich prompt zu weinen anfängt, woraufhin er gehörigen Ärger von Yumi bekommt. Wütend und traurig läuft der Junge in den Garten, doch plötzlich sieht alles ganz anders aus und vor ihm steht ein Mann, der ihm Eifersucht unterstellt. Bald wird Kun klar, dass es sich bei ihm um seinen Dackel Yukko handelt, der ihm erzählt, dass auch ihm einst die Liebe entzogen wurde – nämlich als Kun geboren wurde! Seither gibt es für das arme Tier nur noch Sonderangebote zu fressen und die ihm entgegengebrachte Zuwendung hat auch schwer nachgelassen. Daraufhin erzählt Kun seinem Vater, dass Yukko leckereres Futter möchte und der Dackel bekommt endlich mal wieder sein Leibgericht.

Das Puppenfest steht an und einer Legende zufolge verzögert sich die Hochzeit der Töchter für jeden Tag, den die Puppen nach dem Feiertag länger stehen bleiben, um ein ganzes Jahr nach hinten. Als der völlig überarbeitete Vater tatsächlich vergisst, die Puppen wieder wegzuräumen, taucht vor Kun augenblicklich eine Mittelschülerin auf, die vorgibt seine kleine Schwester Mirai aus der Zukunft zu sein! Auch Yukko sieht auf einmal wieder wie ein Mensch aus und zu dritt beschließen sie, die Puppen wegzuräumen, ohne vom Vater ertappt zu werden. Dafür muss Kun ihn ablenken, während Yukko und Mirai sich die Puppen schnappen, was natürlich einiges an Überzeugungsarbeit erfordert. Mirai spielt also so lange mit ihm das „Achtung, Biene“-Spiel, bis er doch noch einwilligt, den beiden zu helfen. Nach erfolgreich durchgeführter Mission fragt Mirai Kun, ob er sie wenigstens jetzt ein bisschen leiden kann, doch er schüttelt den Kopf, woraufhin Mirai beleidigt in ihre Zeit zurückkehrt. Schon bald schafft es auch Kun, in die Vergangenheit zu reisen und so Yumi als Kind kennenzulernen, die, zu seinem Erstaunen, noch viel rebellischer und frecher war als er jetzt. Als sich Kun schwer damit tut, Fahrrad fahren zu lernen, bringt ihm das frühere Ich seines Uropas das Reiten bei und macht mit ihm eine Spritztour auf dem Motorrad. Immer wieder verschlägt es Kun in andere Zeiten und an seltsame Orte und jedes Mal lernt er eine wichtige Lektion über Familie, den Wandel der Zeit und sogar über sich selbst.

Eigene Meinung:
„Mirai – Das Mädchen aus der Zukunft“ ist der Roman zum gleichnamigen Anime-Film und wurde von dessen Regisseur und Drehbuchautor Mamoru Hosoda verfasst. Er verarbeitet darin seine eigenen Erfahrungen damit, wie es für seinen Sohn gewesen sein muss, als dieser eine kleine Schwester bekam und plötzlich mit ihr um die Liebe der Eltern konkurrieren musste. Die Softcover-Variante ist leider sehr trist gehalten und beinhaltet keinerlei Schauwerte, weshalb ich euch bei Interesse eher zur Hardcover-Version raten würde, die Farbseiten mit Motiven aus dem Film beinhaltet. Der deutsche Titel ist ziemlich irreführend, da die Mirai aus der Zukunft in der gesamten Geschichte nur zwei kurze Auftritte hat und Kun viel stärker im Fokus der Handlung steht. Dementsprechend hatte ich von dieser Lektüre anhand des Titels und der Storybeschreibung des Verlags etwas ganz anderes erwartet. „Mirai no Mirai“ lässt sich auch mit „Die Zukunft der Zukunft“ übersetzen, was in meinen Augen ein passenderer Titel gewesen wäre, da Zukunft hier einmal metaphorisch für Kinder steht und somit auf die Zukunft der Kinder im Allgemeinen anspielt. So hat jede Generation der im Buch beschriebenen Familie ganz eigene Probleme, Sorgen und Wünsche – vom Uropa bis zur Urenkelin. Dabei werden selbst schlimme Kriegsszenarien aus dem 2. Weltkrieg beschrieben, weshalb dieses Buch für Kinder eher ungeeignet ist. Erschwerend hinzu kommt, dass Hosoda ganz gerne mal in den Nerd-Modus verfällt und über mehrere Seiten hinweg lang und breit verschiedene Züge beschreibt und welche Linie wohin fährt, was selbst für Erwachsene sehr ermüdend sein kann. Sicher, Kun kann sich für dieses Thema begeistern, aber das hätte man als Leser auch begriffen, wenn es einem in niedrigerer Frequenz unter die Nase gerieben worden wäre.

Der Aufbau der Story ist ziemlich wirr und man fragt sich bis zum letzten Kapitel, worauf der werte Herr Hosoda nun eigentlich hinauswill. Allerdings ist mir die Botschaft hinter dem Ganzen, die dann deutlich wird, doch sehr nahe gegangen und das rührende Ende macht einiges wieder wett, was der stellenweise belanglos wirkende Hauptteil in den Sand gesetzt hat. Übrigens hat Hosoda seinerzeit bei den ersten beiden „Digimon Adventure“-Filmen Regie geführt und an einigen Stellen im Buch hat er sogar möglicherweise Inspiration daraus gezogen. So haben mich Kuns Versuche, Fahrrad fahren zu lernen, daran erinnert, wie Tai es in der ersten Staffel seinem jüngeren Ich beibringt und der schwarze Zug in die Einsamkeit erinnert stark an das Trailmon, das Takuya kurzzeitig in die reale Welt zurückbringt. Wer sich den Film ansieht und danach das dringende Bedürfnis verspürt, mehr über jeden einzelnen darin gezeigten Shinkansen zu erfahren, ist hier goldrichtig. Generell rate ich euch, zuerst den Film anzusehen und den Roman nur zu kaufen, wenn euch der Anime begeistern konnte und ihr tiefer in die Materie eintauchen möchtet. 

Mirai – Das Mädchen aus der Zukunft: © 2018 Mamoru Hosoda, Studio Chizu, Kadokawa / KAZÉ

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Meine Wiedergeburt als Schleim in einer anderen Welt! Light Novel

Name: Meine Wiedergeburt als Schleim in einer anderen Welt! Light Novel
Englischer Name: That Time I Got Reincarnated as a Slime
Originaltitel: Tensei shitara slime datta ken
Herausgebracht: Japan: Micro Magazine 2014
Deutschland: Altraverse 2019
Autor: Fuse
Illustrator: Mitz Vah
Bände: 14 Bände, wird fortgesetzt
Preis pro Band: 12,00 €

Story:
Als sein bester Freund Tamura auf offener Straße attackiert wird, geht Mikami dazwischen und opfert sich für ihn. Er wird abgestochen und während er stirbt, hört er plötzlich eine Stimme, die mit ihm redet, nichtsahnend, dass seine Antworten darüber bestimmen, mit welchen Skills er wiedergeboren wird und vor allem als was: Denn Mikamis Reinkarnation ist ausgerechnet ein Schleim in einer Fantasy-Welt! Die Stimme stellt sich ihm als Unique-Skill „Großer Weiser“ vor und nur er kann sie hören. Der kleine Schleim schließt mit dem mächtigen Sturmdrachen Veldora Freundschaft, der einst von einer Heldin mit dem Skill „Ewiger Kerker“ in der Höhle eingesperrt wurde, in der sich die beiden befinden. Als Zeichen der Freundschaft gibt Mikami Veldora den Beinamen Tempest und Veldora tauft Mikami auf den neuen Namen „Rimuru Tempest“. Da der Große Weise keine Möglichkeit kennt, den Skill Ewiger Kerker aufzuheben, benutzt Rimuru kurzerhand seinen Unique-Skill „Raubtier“, um Veldora zu verschlingen und so mit ihm aus der Höhle zu entkommen. Doch das plötzliche Verschwinden des Drachens bleibt nicht unbemerkt! Es sorgt auf der ganzen Welt für Aufsehen und große Besorgnis.

Schon bald wird Rimuru klar, dass er als Schleim über ganz außergewöhnliche und nützliche Fähigkeiten verfügt: Er kann sowohl die Gestalt als auch die Skills sämtlicher Wesen übernehmen, die er verschluckt. Des Weiteren ist er dazu in der Lage, in seinem Inneren äußerst wirksame Heiltränke und originalgetreue Kopien von zuvor aufgesaugten Gegenständen herzustellen. Mit den Skills, die er auf diese Weise mit der Zeit ansammeln kann, beendet er die Fehde zwischen den Goblins und den Wölfen und wird ihr neues Oberhaupt. Wie sich herausstellt, schenkt man anderen Wesen etwas von seiner eigenen Magie, wenn man ihnen einen Namen gibt, denn sobald Rimuru sämtliche Goblins und den neuen Rudelführer der Wölfe getauft hat, verliert er vor Erschöpfung das Bewusstsein. Als er wieder zu sich kommt, haben sie sich alle weiterentwickelt! Doch da niemand von ihnen über handwerkliches Know-How verfügt, ist es ihnen unmöglich ein Dorf aufzubauen, in dem sie alle gemeinsam leben können. Also zieht Rimuru erfolgreich los, um für diese Aufgabe einige Zwerge zu rekrutieren. Bei seiner Rückkehr schließen sich ihm auch noch weitere Goblin-Stämme an und sogar einige menschliche Abenteurer statten ihm einen Besuch ab, darunter Shizu, die vom Dämonenkönig Leon Cromwell in diese Welt beschworen wurde, der ihr den Elementargeist Ifrit eingepflanzt und ihr übel mitgespielt hat. Ifrit ergreift vollständig von ihr Besitz und läuft Amok, doch Rimuru kann ihn stoppen und der dahinscheidenden Shizu ihren letzten Wunsch erfüllen, sie zu verspeisen, wodurch Rimuru ihren Willen erbt, sich an Leon zu rächen. Außerdem ist er nun in der Lage, menschliche Gestalt anzunehmen!

Eigene Meinung:
Nachdem mich bereits der Manga schon nicht wirklich überzeugen konnte, hielt sich meine Begeisterung darüber, nun auch noch die Romanvorlage lesen und reviewen zu müssen, offen gestanden doch sehr in Grenzen. Zu allem Überfluss waren bei meinem Exemplar auch noch einige Seiten an den Rändern fest zusammen, sodass ich sie erst mal auseinanderschneiden musste, was natürlich nicht passieren darf, insbesondere in Anbetracht des mit 12€ doch recht hoch angesetzten Preises. Dafür besticht Band 1 mit einem sehr schönen Lesezeichen, einer Rimuru-Sammelkarte und Farbseiten, wobei mir Mitz Vahs Zeichenstil bei Weitem nicht so gut gefällt wie der von Taiki Kawakami, der den Manga zeichnet. Band 1 der Light-Novel-Reihe geht handlungstechnisch sogar noch weit über den ersten Manga-Band hinaus und beinhaltet eine lustige Bonusgeschichte darüber, wie Gobuta einst ganz allein das Zwergenreich erreicht hat.

Tatsächlich lohnt es sich in diesem Fall absolut sowohl den Manga als auch die Romane zur Hand zu nehmen, da man z. B. nur im Manga erfährt, wie Veldora die Geschehnisse aus dem Inneren von Rimuru wahrnimmt, während der Roman auf einiges eingeht, was mich am Manga gestört hat: So gibt Rimuru den Wölfen und Goblins hier vor seiner Ohnmacht explizit den Befehl, sich in Zweierteams zusammenzufinden und fragt Ranga, ob er sich nicht an dem Schleim rächen will, wo er doch dessen Vater auf dem Gewissen hat. Nichtsdestotrotz bleibt für mich das große Manko an dieser Reihe, dass Rimuru von Anfang an völlig overpowered ist, wodurch kaum Spannung aufkommt. Zwischen den Kapiteln wird nach und nach Shizus tragische Geschichte erzählt, die mich ehrlich gesagt deutlich mehr angesprochen hat als die Hauptstory. Denn während Rimuru immer alles in den Schoß fällt, hatte Shizu es alles andere als leicht und konnte sich trotzdem viele Jahrzehnte lang tapfer in dieser fremden Welt behaupten. Im Roman werden sämtliche Skills viel ausführlicher erklärt als im Manga und man bekommt tiefere Einblicke in das politische System und den geografischen Aufbau der Fantasy-Welt, weshalb Fans des Animes und Mangas unbedingt zugreifen sollten!

Meine Wiedergeburt als Schleim in einer anderen Welt! Light Novel: © 2014 Fuse, Mitz Vah, Micro Magazine / Altraverse

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Sword Art Online – Mother’s Rosario

Name: Sword Art Online – Mother’s Rosario
Englischer Name: Sword Art Online – Mother’s Rosary
Originaltitel: Sword Art Online – Mother’s Rosario
Herausgebracht: Japan: Kadokawa 2014
Deutschland: Tokyopop 2019
Mangaka: Charakterdesign: abec
Original-Story: Reki Kawahara
Zeichnungen: Tsubasa Haduki
Bände: 3 Bände
Preis pro Band: 7,99 €

Story:
Nachdem Neu-Aincrad in Alfheim Online implementiert wurde, hat Asuna nur ein Ziel: Vor allen anderen die 22. Ebene zu erreichen und dort das tief im Wald versteckte Blockhaus zu kaufen, in dem sie und Kirito einst ihre virtuellen Flitterwochen verbracht haben. Dieser Feuereifer bringt ihr zwar den unschönen Spitznamen „Berserker-Heilerin“ ein, da sie als Undine eigentlich auf Heilung spezialisiert ist, jedoch immer an vorderster Front mitkämpft, aber das Resultat zählt. In der Waldhütte findet sie mit Kirito, Yui und ihren Freunden endlich die Geborgenheit und Wärme, nach der sie sich so sehr gesehnt hat. Dort machen sie in den Winterferien gemeinsam Hausaufgaben, als Silica Asuna aus heiterem Himmel von Zekken erzählt, einem unfassbar starken Schwertkämpfer, der selbst Kirito besiegen konnte. Er wartet jeden Tag an derselben Stelle auf Herausforderer und wer ihn besiegt, erhält einen Original Sword Skill, mit dem man sogar eine 11-Hit-Kombo landen können soll.

Im realen Leben verlangt Asunas Mutter von ihr, die Aufnahmeprüfung für eine Oberschule mit einem Punktesystem zu bestehen, welches ihr ermöglicht, in nur einem Trimester den Schulabschluss zu erlangen und somit früher an der Universität studieren zu können. So könnte sie die 2 Jahre wieder aufholen, die sie durch ihre Gefangenschaft in diversen VRMMORPGs verloren hat und zu ihren einstigen Klassenkameradinnen aufschließen. Allerdings möchte die sonst so pflichtbewusste 18-jährige lieber an der Schule für Opfer des SAO-Vorfalls bleiben und auch von den von ihren Eltern arrangierten Dates hat sie die Schnauze gestrichen voll, da sie nur mit Kazuto zusammen sein möchte, der für ihre Mutter jedoch als Schwiegersohn überhaupt nicht in Frage kommt. In ihrer Verzweiflung wirft Asuna ihrer Mutter an den Kopf, dass sie sich wohl für ihre Eltern schäme, die bloß einfache Bauern waren und flüchtet in die virtuelle Welt. Dort muss sie mit Verblüffen feststellen, dass Zekken ein Mädchen mit dem Nickname „Yuuki“ ist und auch Asuna kann sie nicht besiegen, obgleich sie bei Yuuki zumindest genug Eindruck schindet, um von dieser kurzerhand verschleppt zu werden. Yuuki stellt Asuna die anderen Mitglieder ihrer Gilde „Sleeping Knights“ vor und lädt sie dazu ein, bei ihrem wahnwitzigen Vorhaben mitzumachen, mit nur 7 Mann den nächsten Bossgegner zu erlegen…

Eigene Meinung:
Der Manga zu „Phantom Bullet“ ist zwar noch nicht abgeschlossen und „Mother’s Rosario“ spielt zeitlich danach, aber dennoch reicht es vollkommen, wenn man den Aincrad- und den Fairy Dance-Arc gelesen oder gesehen hat, um der Handlung dieses 3-teiligen Mangas problemlos folgen zu können. Vorkenntnisse aus „Progressive“ sind zwar nicht zwingend erforderlich, aber schon hilfreich, um Asunas familiären Hintergrund besser zu verstehen. Die Zeichnungen stammen wie auch schon beim „Fairy Dance“-Manga aus der Feder von Tsubasa Haduki, weshalb man überhaupt keine Probleme hat, sich an den Zeichenstil zu gewöhnen.

Es ist ganz erfrischend, dass in „Mother’s Rosario“ endlich mal wieder Asuna im Vordergrund steht und man erfährt, wie sie nach ihren Erfahrungen in SAO mit ihrem strengen Elternhaus umgeht. Wird sie es schaffen, den Mut zu finden, sich gegen ihre kontrollsüchtige Mutter durchzusetzen und auch in der Realität ein selbstbestimmtes Leben führen zu können? Und warum will Yuuki den Boss unbedingt mit nur 7 Mann besiegen? Es wird sicher noch interessant, all das in den Folgebänden herauszufinden und Asuna auf diesem Selbstfindungstrip der etwas anderen Art zu begleiten.

Sword Art Online – Mother’s Rosario: © 2014 abec, Reki Kawahara, Tsubasa Haduki, Kadokawa / Tokyopop

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Kemono Jihen – Gefährlichen Phänomenen auf der Spur

Name: Kemono Jihen – Gefährlichen Phänomenen auf der Spur
Englischer Name:
Originaltitel: Kemono Jihen
Herausgebracht: Japan: Shueisha 2016
Deutschland: Altraverse 2019
Mangaka: Sho Aimoto
Bände: 8 Bände, wird fortgesetzt
Preis pro Band: 7,00 €

Story:
Mysteriöse Viehmorde im abgelegenen Hirschkalbdorf rufen den Detektiv Kohachi Inugami von der Kemono-Agentur auf den Plan, die Beratung bei paranormalen Vorfällen anbietet. Seiner Auftraggeberin gehört die „Herberge zum Hirschkalb“, in der ihr leiblicher Sohn Yataro Herrn Inugami fürsorglich bewirtet. Schließlich kommt der geheimnisvolle Fremde aus Tokio, wo Yataro gerne hinmöchte. Doch sein Traum platzt, als Herrn Inugami lieber von Kabane Kusaka, dem Neffen der Wirtin, der von allen aufgrund seines strengen Körpergeruchs wie ein Aussätziger behandelt wird, bedient werden möchte. Da die Wirtin nämlich Kabane mit der Beseitigung der Leichen beauftragt hat, weiß er als einziges Kind von den Vorfällen und kann dem Ermittler wertvolle Hinweise geben. Im Gegenzug erzählt Inugami dem 13-jährigen, dass es sich bei dem Anhänger, den ihm seine verschollenen Eltern hinterlassen haben, um einen wertvollen Lebensstein handeln soll. Als der neidzerfressene Yataro Kabane den Lebensstein eines Nachts wegnimmt, verwandelt sich dieser in einen Halbghul, woraufhin Yataro panisch das Weite sucht. Herr Inugami offenbart Kabane, dass sie beide Kemono sind: Herr Inugami ist ein Bakedanuki und Kabane halb Mensch, halb Ghul. Der Lebensstein hält Kabanes Ghul-Seite unter Verschluss, also kann der Junge die Tiere nicht getötet haben. Das bedeutet allerdings auch, dass der Täter noch auf freiem Fuß ist und Yataro in großer Gefahr schwebt. Kabane kann seinen Cousin zwar vor der wahren Bestie retten und sie töten, doch nun da Yataro die wahre Gestalt seines Cousins kennt, kann dieser nicht mehr im Dorf bleiben. Da Inugami von der Wirtin ohnehin den Auftrag erhalten hat, Kabane zu ermorden, erschießt er ihn kurzerhand.

Als Kabane wieder zu sich kommt – schließlich verfügen Ghule über enorme Heilkräfte und können nur durch Enthauptung getötet werden – sitzt er in Inugamis Wagen und wird von diesem nach Tokio mitgenommen. Der Halbghul soll künftig für die Kemono-Agentur arbeiten und erhält dadurch die Chance, seine Eltern zu suchen. Ihr erster Auftrag lässt auch nicht lange auf sich warten: Sanshi-Käfer haben einen Jungen und seine Mutter befallen und drohen sie und jeden aufzufressen, der sich ihnen nähert. Kabane erweist sich sogleich als nützlich, indem er die gestohlenen Schuhe entfernt, die die Kemono-Käfer, die sich von Schuldgefühlen ernähren, angezogen haben. In der Kemono-Detektei angekommen, lernt Kabane bald darauf seine neuen Mitbewohner kennen: den feindseligen Shiki, der halb Mensch, halb Arachne ist und den äußerst femininen Akira. Beide sind ungefähr in Kabanes Alter. Als der Konflikt zwischen Kabane und Shiki eskaliert, schickt Inugami die beiden als Bestrafung zu Inari, der Göttin der Ernte. Diese hegt im Hinblick auf Kabane bereits finstere Absichten…

Eigene Meinung:
„Kemono Jihen“ ist ein Manga, den man nur sehr schwer anhand des ersten Bandes beurteilen kann. Sho Aimoto nimmt sich nämlich sehr viel Zeit dafür, die Charaktere einzuführen und es ist kaum abzuschätzen, wie sich die Geschichte im weiteren Verlauf noch entwickelt. Nichtsdestotrotz kommt beim Lesen zu keiner Zeit Langeweile auf und ich fühle mich gut unterhalten. Ich kann zwar nur spekulieren, aber ich gehe davon aus, dass Kabane und die anderen in den Folgebänden einen mysteriösen Fall nach dem anderen auflösen werden und stets die titelgebenden Kemono involviert sind. Den roten Faden bildet dabei wohl Kabanes Suche nach seinen leiblichen Eltern und wie für das Mystery-Genre üblich werden wahrscheinlich erst nach und nach einige Hinweise auf deren Verbleib ausfindig gemacht. Ob dabei letztlich die Krimi-Aspekte überwiegen oder das Ganze früher oder später in einen Battle-Manga ausartet, in dem sich die unterschiedlichsten Kemono bekämpfen, ist nach Band 1 noch nicht abzusehen.

Zeichnerisch weiß der vorliegende Manga jedenfalls zu überzeugen. Insbesondere Kabane gibt einen ungewöhnlichen aber niedlichen Protagonisten ab, der mit seiner Weltfremdheit und seiner unterwürfigen Art viel Raum für Charakterentwicklung bietet. Nur wenn es um seine Eltern geht, kann er seinen bedingungslosen Gehorsam hin und wieder überwinden. Aufgrund der zu Beginn noch eher undurchsichtigen Story ist es nicht leicht, eine Empfehlung auszusprechen, aber ich denke, Fans von Mystery-Titeln mit Fantasy-Elementen, wie z. B. „xxxHOLiC“, werden hier voll auf ihre Kosten kommen.

Kemono Jihen – Gefährlichen Phänomenen auf der Spur: © 2016 Sho Aimoto, Shueisha / Altraverse

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Black Torch

Name: Black Torch
Englischer Name: Black Torch
Originaltitel: Black Torch
Herausgebracht: Japan: Shueisha 2016
Deutschland: KAZÉ 2019
Mangaka: Tsuyoshi Takaki
Bände: 5 Bände
Preis pro Band: 7,50 €

Story:
Der schroffe aber extrem hilfsbereite Teenager Jiro Azuma verfügt als Nachfahre einer Erblinie von Shinobis über die Gabe, mit Tieren zu sprechen und nutzt diese, um bei jeder Gelegenheit Tiere zu retten und zu beschützen. Eines Tages führt ihn eine Krähe in den Wald, wo er eine schwer verletzte Katze findet und gesund pflegt. Doch bei dem trotzigen schwarzen Kater Rago handelt es sich eigentlich um einen Mononoke, einen menschenfressenden Geist! Zu allem Überfluss scheint er auch noch ein ganz besonders mächtiges Exemplar seiner Spezies zu sein, weshalb es jeder auf seine Kraft abgesehen hat. Die aus Shinobis bestehende Behörde für Spionage hat Rago daher lange Zeit unter Verschluss gehalten, bis er von einer Horde Mononoke aus seinem erzwungenen Tiefschlaf geweckt und von dort befreit worden ist. Doch als Rago sich nicht mit den Mononoke hat verbünden wollen, haben sie ihn niedergeschlagen, woraufhin Jiro ihn aufgelesen hat. Genau diese Mononoke sind allerdings nach wie vor hinter Rago her und als sie ihn bei Jiro aufspüren, wird dieser beim Versuch, Rago zu verteidigen, lebensbedrohlich verletzt. Gerührt von dieser selbstlosen Tat verschmilzt der sonst so kühle Kater mit Jiro, wodurch seine Wunden heilen und er die Macht erlangt, mühelos Mononoke auszulöschen.

Die Behörde für Spionage nimmt Jiro, dessen Verschmelzung mit Rago wohl nicht wieder rückgängig gemacht werden kann, zunächst in Gewahrsam. Mit Hilfe einiger Krähen gelingt dem Jungen jedoch die Flucht und er kann zu seinem Großvater zurückkehren. Doch an Stelle von Wiedersehensfreude erwartet ihn dort ein Kampf auf Leben und Tod: Opa Toshimasa befürchtet nämlich, dass die Behörde seinen Enkel für den Kampf gegen Mononoke missbrauchen wird und will ihm dieses Schicksal, welches er einst selbst hat durchleben müssen, ersparen, indem er ihn umbringt. Als Jiro über seinen Schatten springt und Rago um Hilfe bittet, gibt sein Großvater schließlich auf. Allerdings bestätigt sich der Verdacht des Alten: Der Chef der Behörde für Spionage, Ryosuke Shiba, richtet zum Kampf gegen Mononoke eine neue Spezialeinheit mit dem Namen „Black Torch“ ein und Jiro soll ihr beitreten.

Eigene Meinung:
An „Black Torch“ scheiden sich die Geister. Einerseits gefällt mir die Grundidee unheimlich gut, dass der Protagonist mit Tieren reden kann und ihnen hilft, andererseits missfällt mir, welche Richtung die Geschichte einschlägt. Menschenfressende Monster kommen einfach in viel zu vielen Manga-Reihen vor und dass sich eine Einheit formiert, die besagte Kreaturen bekämpft, ist auch ein alter Hut. Während man das Paar wider Willen Jiro und Rago sehr schnell ins Herz schließt, fällt es umso schwerer mit den anderen Charakteren warmzuwerden. Da wäre Toshimasa, der seinem Enkel die Entscheidung kurzerhand abnehmen will, indem er ihn und sich selbst „aus Liebe“ hinrichten will und die unzumutbare arrogante Oberzicke Ichika, die pauschal alle Mononoke hasst, Jiro nach dessen unfreiwilliger Fusion dementsprechend wie Dreck behandelt und eine Aversion gegenüber Männern hat, die auf Frauen herabsehen. Man würde ihr am liebsten sagen, dass vielleicht gerade derartiges Zicken-Gehabe, wie sie es an den Tag legt, beim Gegenüber Frauenfeindlichkeit fördert und schürt. 

Der Einband ist sehr schön gestaltet: Der rote Hintergrund glänzt, während die schwarzen Flächen und die Charaktere matt gehalten sind und Band 1 hat auch noch eine ausklappbare Farbseite. Der Zeichenstil ist sehr ansprechend, insbesondere Rago ist mit seinem stets motzigen Gesicht einfach zuckersüß. Aber gleichzeitig wirken vor allem die Hintergründe meistens eher unsauber. Jiro erinnert sowohl optisch als auch charakterlich stark an Ichigo Kurosaki aus „BLEACH“, sogar ihr erster Auftritt im jeweiligen Manga ist 1:1 identisch, mit dem Unterschied, dass Ichigo Geister beschützt und Jiro eben Tiere. Von daher empfehle ich diesen Manga in erster Linie Fans von „BLEACH“, die zur Entlastung ihres Geldbeutels mal eine kurze Shonen-Serie suchen. Da wohl geplant war, dass diese Reihe um einiges länger wird, muss man jedoch damit rechnen, dass nicht alle Handlungsstränge befriedigend aufgelöst werden und das Ende einiges offen lässt.   

Black Torch: © 2016 Tsuyoshi Takaki, Shueisha / KAZÉ

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The Isolator – Realization of Absolute Solitude

Name: The Isolator – Realization of Absolute Solitude
Englischer Name: The Isolator – Realization of Absolute Solitude
Originaltitel: Zettainaru kodokusha
Herausgebracht: Japan: Kadokawa 2016
Deutschland: Tokyopop 2019
Mangaka: Charakterdesign: Shimeji
Original-Story: Reki Kawahara
Zeichnungen: Naoki Koshimizu
Bände: 4 Bände
Preis pro Band: 6,99 €

Story:
Highschool-Schüler Minoru Utsugi will einfach nur von allen ignoriert werden und ein einsames Dasein fristen, um keine weiteren schmerzhaften Erfahrungen mehr machen zu müssen. Denn seine Eltern und seine große Schwester wurden vor acht Jahren von einem Unbekannten umgebracht, der nie gefasst werden konnte. Vor drei Monaten ist schließlich, auf seinen Wunsch nach absoluter Einsamkeit hin, eine schwarze Sphäre in seine Brust gefahren, die seine Sinne schärft und seine körperlichen Fähigkeiten steigert. Außerdem kann er sich seither mit einer Schutzschicht umgeben, die jeglichen Schaden von ihm abwendet. Um seinen qualvollen Erinnerungen zu entkommen, joggt er jeden Morgen vor der Schule eine Strecke von 10 km. Nicht einmal Tomomi Minowa aus dem Leichtathletikclub kann ihn einholen. Als sie ihn fragt, ob er nicht künftig zusammen mit ihr zur Schule joggen will, werden die Jungs aus der Leichtathletik-AG eifersüchtig und versuchen, Minoru zu vermöbeln. Dank der schützenden Membran, mit der Minoru seinen gesamten Körper umhüllen kann, geht dieses Vorhaben jedoch natürlich gründlich in die Hose. Schockiert vom Verhalten ihrer Clubmitglieder entschuldigt sich Tomomi vielmals bei Minoru, dessen eisernes Schweigen dazu führt, dass sie weinend davonrennt. Im Wald läuft sie dem sogenannten „Beißer“ in die Arme und wird von ihm gefesselt und verschleppt. Auch er hat vor drei Monaten eine Kugel in sich aufgenommen, nur dass seine rot war und er seither alles durchbeißen kann – bevorzugt lebendige Menschen!

Minoru folgt dem seltsamen Geruch, den der Beißer verströmt und wird dabei selbst von ihm angegriffen. Allerdings schafft es die Werwolf-artige Bestie nicht Minorus Schutzmembran zu durchbeißen. Plötzlich mischt sich auch noch Yumiko in den Kampf ein, ein Mädchen mit einem riesigen Elektroschocker, das sich teleportieren kann. Der Beißer entkommt und Minoru erfährt, dass es offensichtlich zwei verschiedene Arten von Sphären gibt: rote und schwarze. Menschen, die durch eine rote Kugel besondere Fähigkeiten erlangt haben, nennt man Rubine und die, die wie Minoru mit einer schwarzen Kugel verschmolzen sind, werden Raben genannt. Die Rubine sind äußerst aggressiv und bösartig, weshalb es sich Yumiko und einige andere Raben zur Aufgabe gemacht haben, die Rubine auszurotten. Die Raben sind also Kämpfer für das Gute und nehmen die schlafende Tomomi in ihre Obhut. Schließlich ist es gut möglich, dass der Beißer sie wieder angreift. Yumiko würde Minoru gerne rekrutieren, doch der will von der ganzen Sache nichts wissen, nichtsahnend dass der Beißer es in erster Linie auf ihn abgesehen hat…

Eigene Meinung:
„The Isolator“ ist die Manga-Adaption der mittlerweile dritten Light-Novel-Reihe des Schriftstellers Reki Kawahara, der sich mit „Accel World“ und „Sword Art Online“ bereits weltweit einen Namen gemacht hat. Band 1 beinhaltet in der ersten Auflage einen Minoru-Pappaufsteller als Extra. Ziemlich schade finde ich allerdings, dass nur die allererste Seite in Vollfarbe ist. Da hätte man doch auch gleich noch die ersten 4 Seiten des ersten Kapitels in Farbe abdrucken können, da insbesondere das eigentlich großartige Kapitel-Titelbild in schwarz-weiß nicht zur Geltung kommt. Manga-Adaptionen von Romanen stehen unter den Fans immer in der Kritik, nicht die komplette Romanreihe umzusetzen, sondern einfach mitten in der Geschichte aufzuhören, oft sogar mit einem total offenen Ende. Da dieser Manga in 4 Bänden abgeschlossen ist, obwohl die Light-Novel-Reihe immer noch fortgesetzt wird, ist dieser Vorwurf im Fall von „The Isolator“ durchaus berechtigt.

Naoki Koshimizus Zeichnungen sind sehr schön anzusehen, doch storytechnisch weiß Kawaharas neustes Werk nicht zu überzeugen. Irgendwie kommt die Handlung nur sehr schleppend voran und bisher hat dieser Manga absolut nichts, was ihn von der breiten Masse abhebt. Wie es scheint, läuft alles auf einen klassischen Kampf zwischen Gut und Böse hinaus, wobei die Raben die Guten und die Rubine die Bösen sind und auch die Charaktere kommen einem doch sehr bekannt vor. So ist Minoru, genau wie Shinji Ikari aus „Neon Genesis Evangelion“ und Shu Ouma aus „Guilty Crown“, der typische passive Held, der sich der Realität entziehen möchte und Yumiko die mysteriöse Kämpferin für Gerechtigkeit, die selbst vor Mord nicht zurückschreckt, wobei sie Charakteren wie Akame aus „Akame ga KILL!“ sogar optisch ähnelt. Wer auf Originalität eher nicht so viel Wert legt und einfach nur Lust auf einen typischen Shonen-Manga hat, der in wenigen Bänden abgeschlossen ist, kann hier ruhig zugreifen, sofern er sich darauf gefasst macht, dass Band 4 möglicherweise keinen befriedigenden Abschluss der Geschichte bietet.   

The Isolator – Realization of Absolute Solitude: © 2016 Shimeji, Reki Kawahara, Naoki Koshimizu, Kadokawa / Tokyopop

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Akashic Records of the Bastard Magic Instructor

Name: Akashic Records of the Bastard Magic Instructor
Englischer Name: Akashic Records of Bastard Magic Instructor
Originaltitel: Roku de nashi majutsu koushi to kinki kyouten
Herausgebracht: Japan: Kadokawa 2015
Deutschland: Tokyopop 2019
Mangaka: Charakterdesign: Kurone Mishima
Original-Story: Taro Hitsuji
Zeichnungen: Aosa Tsunemi
Bände: 10 Bände, wird fortgesetzt
Preis pro Band: 6,99 €

Story:
Glenn Radars lässt sich bereits seit einem Jahr von Celica Alphonia, der besten Magierin der kaiserlichen Magieakademie Alzanos, aushalten. Als Herr Huey, einer der Lehrer, urplötzlich spurlos verschwindet, zwingt sie den faulen Glenn dazu, für einen Monat als Aushilfslehrer einzuspringen, wovon dieser natürlich alles andere als begeistert ist. Seinen Schülern gegenüber macht er keinen Hehl daraus, dass er absolut keine Lust hat, sie zu unterrichten: Er kommt viel zu spät, schreibt bloß „Stillarbeit“ an die Tafel und legt sich dann schlafen. Außerdem beantwortet er keine Fragen und sieht den Mädchen beim Umziehen zu. Kein Wunder also, dass Sistine Fibel, eine seiner Schülerinnen, die als Lehrerschreck berüchtigt ist, die Nerven verliert und ihn zu einem Magierduell herausfordert. Es darf nur der Grundlagen-Zauber „Shock Bolt“ eingesetzt werden und sollte Glenn gewinnen, darf Sistine ihm keine Moralpredigten mehr halten. Sollte jedoch Sistine gewinnen, verpflichtet sich Glenn, seinen Job endlich ernstzunehmen und seinen Unterricht künftig ansprechend zu gestalten. Da nur Sistine die Kurzform des vereinbarten Zaubers beherrscht, gewinnt sie haushoch, doch Glenn macht trotzdem einfach weiter wie bisher. Schließlich streiten die beiden sogar darüber, welchen Stellenwert die Zauberei überhaupt hat. Während Sistine in der Magie die Möglichkeit sieht, den Dingen auf den Grund zu gehen, wie z. B. dem Fliegenden Schloss Melgarius, verabscheut Glenn sie als Kriegswaffe zum effizienten Töten von Menschen. Mit dieser Einstellung bringt er Sistine zum Weinen, die ihrem Großvater nacheifert, der ein berühmter Magier war.

Nach diesem Vorfall steht Glenn kurz davor, die Kündigung einzureichen, doch da beobachtet er seine Schülerin Lumia, die von Sistines Eltern adoptiert wurde, beim Zaubern üben und gibt ihr Hilfestellung. Sie erzählt ihm, dass sie einst von Magiern entführt und beinahe umgebracht wurde, woraufhin Glenn sich daran erinnert, dass er Lumia vor den Zauberern gerettet hat. Dabei ist ihr aufgefallen, dass er jedes Mal ein schmerzverzerrtes Gesicht gemacht hat, als er einen der Entführer töten musste. Ihr Ziel ist es daher zu verhindern, dass Magie missbraucht wird, damit ihr einstiger Retter nie mehr so ein trauriges Gesicht machen muss. Darüber hinaus will sie sich auch bei ihm bedanken, weil sie dazu damals gar keine Gelegenheit mehr gehabt hat. Lumias Worte motivieren Glenn dazu, sich bei Sistine zu entschuldigen und doch als Lehrer weiterzumachen. Auf anschauliche Weise lehrt er seine Schüler, warum es nicht unbedingt von Vorteil ist, seine Zaubersprüche abzukürzen und schnell spricht sich in der Schule herum, wie hervorragend sein Unterricht neuerdings ist, weshalb ihm sogar Schüler aus der Parallelklasse heimlich beiwohnen. Als alle Lehrer auf die Magiekonferenz in der Kaiserstadt fahren, soll nur Glenn ganz normal unterrichten, da seine Klasse durch Hueys Verschwinden mit dem Stoff hinterherhinkt. Diesen Umstand nutzen Terroristen für sich, um die Akademie zu infiltrieren und Lumia zu entführen. Doch da haben sie die Rechnung ohne Glenn gemacht! Wird er Lumia retten können? Und welches Geheimnis trägt sie in sich, dass alle hinter ihr her sind?

Eigene Meinung:
Was lange währt, wird endlich gut! „Akashic Records of the Bastard Magic Instructor“ sollte eigentlich schon letztes Jahr im Oktober erscheinen, Band 1 ließ dann aber doch noch fünf Monate auf sich warten. Als kleine Entschädigung liegen der Erstauflage der ersten beiden Bände ein Lesezeichen und ein Poster bei. Das Lesezeichen in Band 1 ist übrigens beidseitig bedruckt und zeigt auf der einen Seite Faulpelz Glenn und auf der anderen Sistine. Man kann sich mit beiden sehr gut identifizieren. Einerseits habe ich vollstes Verständnis für Glenns Drang zum Faulenzen, andererseits kann ich ein Lied davon singen, wie enttäuschend es ist, wenn man ein Fach gern hat, aber der Lehrer null Motivation mitbringt und lieber Klassenfahrten plant oder Wett-Armdrücken veranstaltet, statt endlich mal das zu tun, wofür er eigentlich bezahlt wird: unterrichten! Dementsprechend kann ich Sistines Unmut absolut nachempfinden und frage mich im Nachhinein, ob ich in meiner Schulzeit nicht auch mehr hätte auf den Putz hauen sollen, wie sie es in diesem Manga tut. Trotz des Fantasy-Settings haben wir also eine sehr realistische Ausgangssituation, die so bestimmt jeder kennt.

Der Manga basiert übrigens auf der gleichnamigen Light-Novel-Reihe von Taro Hitsuji und ich hoffe sehr, dass sie es auch bald nach Deutschland schafft. Denn die Story bietet einen ausgewogenen Mix aus Fantasy, Comedy, Mystery und einem Hauch Erotik. Wenn es um Glenns und Lumias Vergangenheit geht, kommt auch noch etwas Drama ins Spiel, was sicher in künftigen Bänden noch für sehr viel Spannung sorgen wird. Wobei ich persönlich hoffe, dass die Serie auch in den Folgebänden ihrer Linie treu bleibt und die Leser in erster Linie kurzweilig unterhält, denn die Reibereien zwischen Glenn und Sistine sind einfach urkomisch und auch sonst sorgt Glenn mit seiner wechselhaften Art für sehr viele Lacher. Absolute Empfehlung also für Fantasy-Fans, die gerne lachen, aber auch eine anspruchsvolle und tiefgründige Story brauchen, um glücklich zu sein. 

Akashic Records of the Bastard Magic Instructor: © 2015 Kurone Mishima, Taro Hitsuji, Aosa Tsunemi, Kadokawa / Tokyopop

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Desperate Zombie

Name: Desperate Zombie
Englischer Name:
Originaltitel: Shokuryou kyoushitsu
Herausgebracht: Japan: Futabasha 2017
Deutschland: Tokyopop 2019
Mangaka: Story: Welzard
Zeichnungen: Renji Kuriyama
Bände: 3 Bände, wird fortgesetzt
Preis pro Band: 6,95 €

Story:
Eines Nachts sieht der Highschool-Schüler Sho Uraya im Vorbeigehen ein vermeintliches Pärchen beim Liebesakt. Doch als er noch einmal genauer hinsieht, wird ihm klar, dass es sich um zwei Jungs in der Uniform seiner Schule handelt und dass einer davon dem anderen das Gehirn aussaugt! Er sieht auch gar nicht menschlich aus, sondern wie etwas aus einem Horrorfilm! Kaum hat der monströse Menschenfresser sein Opfer in einem Stück heruntergeschluckt, widmet er sich als nächstes dem Augenzeugen des blutigen Spektakels! Doch als das Ungetüm auf Sho zukommt, verliert dieser vor lauter Angst das Bewusstsein und findet sich in seinem Bett wieder! Offenbar hat seine Schulfreundin Yoko ihn ohnmächtig vorgefunden und nach Hause gebracht. Noch unsicher, ob diese nächtliche Begegnung nicht vielleicht bloß ein Alptraum war, muss Sho beim Betreten des Klassenraums feststellen, dass jemand einen Zettel mit der Aufschrift: „In dieser Klasse gibt es einen Menschenfresser!“ an der Tafel befestigt hat! Als der Lehrer dann die Anwesenheit kontrolliert, gibt ihm Eri Tamaki einfach keine Antwort. Ermahnend gibt er ihr mit dem Klassenbuch einen leichten Klaps auf den Kopf, der daraufhin einfach abfällt und zu Boden kullert! Sofort bricht Panik aus und die Hälfte der Schüler rennt weg. Die 19 Schüler, die in der Schule geblieben sind, sollen von der Polizei befragt werden, doch da entdeckt Sho noch eine Leiche: Kaito, ein weiterer Klassenkamerad, wurde auf dem Dach aufgespießt! Sho nimmt daraufhin seinen ganzen Mut zusammen und erzählt den anwesenden Mitschülern von seiner Begegnung mit dem Menschenfresser. Sie kommen zu dem Schluss, dass der Mörder einer der geflohenen Klassenkameraden sein muss, da nur diese kein Alibi für die Gräueltaten haben.  

Daheim angekommen, werden sie alle von Klassensprecher Kota in eine Messenger-Gruppe eingeladen. Selbst die beiden ermordeten Mitschüler haben Einladungen erhalten, was die Mädchen ziemlich makaber finden. Plötzlich tritt Kaito zum Entsetzen aller auch noch tatsächlich der Gruppe bei und fügt Z hinzu! Dieser kündigt an, dass er von jetzt an jeden Tag einen von ihnen fressen wird, woraufhin viele die Gruppe im Affekt wieder verlassen. Z löscht seinen Account und nur noch eine Hand voll Schüler bleibt ratlos und verängstigt in der Gruppe zurück. Darunter Jueru, die Sho anruft und sich fragt, warum er von dem Monster verschont wurde. Außerdem möchte sie von ihm am Bahnhof abgeholt werden, da sie sich Zuhause bei ihren alkoholabhängigen Eltern nicht wohl fühlt. Auf dem Weg zu Shos Wohnung lauert den beiden ein Klassenkamerad mit einer Papiertüte auf dem Kopf auf und erklärt ihnen, dass er zwar ein Zombie ist, jedoch niemanden aus der Klasse töten würde, weil er alle gut leiden kann. Er will sich mit den beiden zusammentun, doch sie sollen niemandem etwas von dieser Begegnung erzählen. Von einem Moment auf den anderen löst er sich schließlich vor ihren Augen in Luft auf. Entgegen seiner Anweisung erstattet Sho den anderen in der Messenger-Gruppe Bericht über diesen Vorfall. Jueru offenbart ihm, dass sie bei ihm übernachten will und mitten in der Nacht fällt sie mit dämonisch verzerrtem Gesicht über ihn her. Auch andernorts lauert ein Menschenfresser jemandem aus Shos Klasse auf…

Eigene Meinung:
Welzard ist auch der Storywriter von „re:member“, einem Grusel-Manga, bei dem in erster Linie die abgedroschenen Asia-Horror-Klischees und die Dummheit der Charaktere zum Fürchten waren. Dementsprechend stand ich „Desperate Zombie“ eher skeptisch gegenüber und habe Welzard lediglich wegen der vielversprechenden Story-Beschreibung eine zweite Chance gegeben – Gott sei Dank! Zwischen beiden Mangas liegen sowohl von den Zeichnungen als auch von der Story her Welten! Kuriyama hat es wirklich drauf, schauderhafte Ungeheuer und grauenhaft verstümmelte Leichen zu Papier zu bringen. Ein wahrer Augenschmaus für jeden Horror- und Splatter-Fan! Welzard hat offensichtlich aus seinen vergangenen Fehlern gelernt und liefert eine komplexe Geschichte mit sympathischen Charakteren ab, die sogar allesamt dazu in der Lage sind, nachzudenken und logisch zu schlussfolgern. Insbesondere, dass Sho offen mit den anderen über seine Zombie-Begegnungen spricht, hat mich positiv überrascht, da man aus anderen Werken ja schon regelrecht gewohnt ist, dass die Protagonisten immer aus allem ein ziemliches Geheimnis machen, unabhängig davon, wie sinnvoll diese Heimlichtuerei überhaupt ist.

Fans von Mystery-Thrillern wie „Doubt“, „Judge“ und „Secret“ kommen hier voll auf ihre Kosten, da es sicherlich noch sehr spannend und interessant wird, mitanzusehen, wie die Charaktere versuchen, diese Mordserie aufzuklären, ohne dabei selbst getötet zu werden. Band 1 wirft so viele Fragen auf: Wer ist der Täter? Ist der Mörder überhaupt ein Zombie? Und wer ist der freundliche Zombie aus der Nachbarschaft, der sein Gesicht unter einer Papiertüte versteckt? Gute Horror-Mangas sind in Deutschland leider nach wie vor eine absolute Rarität, daher sollte hier wirklich jeder zugreifen, der das Horror-Genre und speziell Titel, in denen Menschen gefressen werden, wie z. B. „Attack on Titan“, „Tokyo Ghoul“ und „GANTZ“, mag. Für Leser unter 16 Jahren ist dieser Manga allerdings natürlich nicht geeignet.  

Desperate Zombie: © 2017 Welzard, Renji Kuriyama, Futabasha / Tokyopop

 

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Sword Art Online – Phantom Bullet

Name: Sword Art Online – Phantom Bullet
Englischer Name: Sword Art Online – Phantom Bullet
Originaltitel: Sword Art Online – Phantom Bullet
Herausgebracht: Japan: Kadokawa 2014
Deutschland: Tokyopop 2019
Mangaka: Charakterdesign: abec
Original-Story: Reki Kawahara
Zeichnungen: Koutarou Yamada
Bände: 3 Bände, wird fortgesetzt
Preis pro Band: 6,95 €

Story:
Seit Kazutos und Asunas Rückkehr in die reale Welt ist nun schon ein Jahr vergangen. In dem VRMMO „Gun Gale Online“, kurz GGO, macht ein mysteriöser Spieler namens „Death Gun“ von sich reden, indem er einen der Top-Spieler durch einen Monitor hindurch erschießt und dabei scheinbar auch dessen Tod im realen Leben herbeiführt. Die Todesursache ist ein Herzinfarkt. Der Leiter der einstigen SAO-Sondereinheit Seijirou Kikuoka setzt Kazuto auf den Fall an. Obwohl dieser das Ganze zunächst als einen Zufall abtut, willigt er ein, als Seijirou ihn darauf hinweist, dass es noch ein weiteres Opfer gab und dass das Schicksal des Virtual-Reality-Gamings auf dem Spiel steht! Insbesondere letzteres trifft Kazuto besonders hart, da er doch davon träumt, durch Augmented-Reality eines Tages auch im realen Leben mit Yui interagieren zu können, die für ihn und Asuna wie eine Tochter ist. Nach einem Date mit Asuna in der Nähe des Kaiserpalasts im Zentrum von Tokyo eröffnet er ihr, dass er vorhat, seinen Charakter Kirito von ALO in ein anderes Game zu konvertieren.

Indessen macht sich die kühle PvP-Spielerin Sinon in GGO als beste Scharfschützin einen Namen und vernichtet jeden Gegner, der ihr in die Quere kommt, ganz gleich wie aussichtslos ein Kampf auch erscheinen mag. Durch das Erlegen eines unbekannten Boss-Monsters konnte sie drei Monate zuvor das überaus seltene Riesengewehr Ultima Ratio Hécate II erlangen. Seither strebt sie danach genauso gefühlskalt, unerschütterlich und tödlich zu werden wie ihre Waffe. Als Kirito die unbarmherzige Western-Welt von GGO betritt, in der der Geruch von Schießpulver in der Luft liegt und ein Avatar furchteinflößender aussieht als der andere, muss er mit Entsetzen feststellen, dass sein zufällig generierter Avatar ausgerechnet das Erscheinungsbild einer süßen jungen Frau hat! Wie soll er in dieser Gestalt bloß Death Gun auf sich aufmerksam machen und den Fall lösen?

Eigene Meinung:
Nach „Aincrad“ und „Fairy Dance“ erhält nun auch endlich der dritte Handlungsbogen der „Sword Art Online“-Romanreihe seine eigene Manga-Adaption. Als SHONEN ATTACK-Titel wartet die Erstauflage mit einem einseitig bedruckten Poster auf. Doch selbst wer nur noch eine spätere Auflage ergattern kann, muss nicht auf das schöne Motiv verzichten, da es auch auf der ersten Seite des Buchs in Farbe zu sehen ist. Leider ist es nun bereits fast 3 Jahre her, dass in Japan ein neues Kapitel erschienen ist, sodass die Ungeduldigen unter euch mit dem Anime oder den entsprechenden Light-Novel-Bänden besser bedient sein dürften. Da der komplette Aincrad-Arc auf den ersten knapp 40 Seiten noch einmal zusammengefasst wird, erfordert dieser Manga streng genommen keine Vorkenntnisse, ich würde euch aber dennoch empfehlen, euch zunächst einmal die erste Staffel des Animes anzusehen oder die ersten beiden Arcs in welcher Form auch immer durchzulesen. Solltet ihr dies tun, wird euch ein unschöner Kontinuitätsfehler auffallen: Obwohl Kirito die schwebende Festung Aincrad am Ende des „Fairy Dance“-Arcs wiederhergestellt hat, reden Kazuto und Asuna in diesem Manga so, als wäre die Festung nach wie vor zerstört.

Die alten Hasen werden sich sicherlich darüber ärgern, dass der Rückblick auf den ersten Arc gleich ein Viertel des kompletten ersten Bands ausmacht. Für folglich gerade mal 120 Seiten von brauchbarem Inhalt erscheinen 6,95 € schon etwas happig. Allerdings liefert Koutarou Yamada eindrucksvolle Zeichnungen ab und Reki Kawaharas Story besticht auch weiterhin durch eine Mischung aus Action, Romance, Science-Fiction und einer Prise Humor – dieses Mal sogar gepaart mit Crime, was auch für die Mystery-Fans interessant sein dürfte. Das Setting ist auf jeden Fall vielversprechend und macht Lust auf mehr. Bleibt nur zu hoffen, dass dieser Manga auch noch eines Tages zu seinem wohlverdienten Abschluss gebracht wird.

Sword Art Online – Phantom Bullet: © 2014 abec, Reki Kawahara, Koutarou Yamada, Kadokawa / Tokyopop

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