Arinas Sammelsurium – Ihr süßes Leben

Name: Arinas Sammelsurium – Ihr süßes Leben
Englischer Name:
Originaltitel: Arina no tane -mattari nichijohen-
Herausgebracht: Japan: Shueisha 2016
Deutschland: Tokyopop 2018
Mangaka: Arina Tanemura
Bände: Einzelband
Preis pro Band: 6,50 €

Inhalt & Eigene Meinung:

Arina Tanemura ist eine japanische Bridget Jones: schusselig, stets im Kampf gegen die Pfunde und mit über 30 Jahren immer noch Single. Dabei ist sie doch eine weltberühmte Mangaka und somit eigentlich eine gute Partie! Obwohl „Ihr süßes Leben“ bereits Arinas zweiter autobiografischer Manga ist, muss man den ersten „Arinas Sammelsurium“-Band nicht unbedingt gelesen haben, um alles zu verstehen, da keinerlei Vorkenntnisse erforderlich sind. Die Episoden aus ihrem Leben werden nämlich nicht in chronologischer Reihenfolge geschildert, sondern wild durcheinander. So werden immer mal wieder Geschichten aus ihrer Jugend eingestreut und wechseln sich mit Berichten über aktuelle Vorkommnisse ab.

Dabei gewährt die Zeichnerin tiefe Einblicke in ihre Arbeit und vor allem wird deutlich, wieviel Stress sie tagtäglich ausgesetzt ist und dass es auch so seine Schattenseiten hat, eine erfolgreiche Mangaka zu sein. Aber wir erfahren auch viel über ihre Urlaube und Besuche auf Conventions im Ausland – darunter sogar einige übernatürliche Erlebnisse! Sicher, nicht jede der Kurzgeschichten ist außergewöhnlich und interessant. Mich persönlich haben z. B. die ausschweifenden Abnehm-Ernährungs-Tipps, Arinas Fitnessprogramm und Aufzählungen aller verschiedenen Brote, die sie bisher hobbymäßig gebacken hat, ziemlich gelangweilt, aber ich kann mir vorstellen, dass sich manch einer dafür begeistern kann. Außerdem finde ich es sehr schade, dass man sich bei all den im Buch genannten Yen-Preisen nicht einmal die Mühe gemacht hat, einen der Beträge in Euro umzurechnen und als Fußnote anzugeben, wie man es von anderen Mangas gewohnt ist.

Wir erfahren, wie Arina zu ihren beiden Katzen Riku und Kai gekommen ist und wie sich diese bei ihr eingelebt haben. Neben lustigen und rührenden Begebenheiten mit ihren Assistentinnen erzählt sie auch davon, wie ihr Werdegang als Mangaka mit einigen Fehlschlägen und Niederlagen eher holprig begonnen hat. Dabei kann man auch einiges über die japanische Kultur und ihre Bräuche lernen. Ansonsten wären da noch Geschäftsessen, Live-Events, Ausflüge mit Freunden und ein Erfahrungsbericht über Arinas Augenoperation.

Herzhaft gelacht habe ich, als sich die Künstlerin mit einem Löwen ablichten lassen will, nichtsahnend, dass es sich dabei um ein ausgewachsenes Exemplar handelt. Zu allem Überfluss beißt die Raubkatze ihr auch noch in den Arm und kaut darauf herum, während das Foto geschossen wird, ohne dass die Fotografen etwas davon mitbekommen. Das reale Foto würde ich nur zu gern sehen! Stilistisch erinnert der Manga an „Schneeballen – Verliebt in Japan“. Die Zeichnungen sind meistens sehr simpel gehalten. Wer Arinas Mangas mag, sich für Japan und den Mangaka-Beruf interessiert und gerne lustige Alltagsgeschichten liest, ist hier goldrichtig.

Arinas Sammelsurium – Ihr süßes Leben: © 2016 Arina Tanemura, Shueisha / Tokyopop

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Barrage

Name: Barrage
Englischer Name: Barrage
Originaltitel: Sensei no Barrge
Herausgebracht: Japan: Shueisha 2012
Deutschland: Carlsen 2018
Mangaka: Kohei Horikoshi
Bände: 2 Bände
Preis pro Band: 6,99 €

Story:
Dem 15-jährigen Astro ist nichts wichtiger als seine Familie. Da er ganz alleine in den Slums aufgewachsen ist, hat er irgendwann angefangen andere Straßenkinder unter seine Fittiche zu nehmen und arbeiten zu gehen, um seine so entstandene Familie aus jüngeren Kindern zu ernähren. Doch gleich zu Beginn der Geschichte wird er entlassen, weil er sich mit bösen Aliens von anderen Planeten anlegt, um seinen undankbaren Chef zu schützen. Kurz darauf taucht Barrage, der Prinz des Planeten Industria, auf und möchte mit Astro die Rollen tauschen. Schließlich sehnt er sich nichts mehr herbei, als frei zu sein und Astro könnte das Geld des Königs sehr gut gebrauchen, um seinen Kindern ein besseres Leben zu ermöglichen. Bevor sie dieses Vorhaben konkretisieren können, wird Barrage erschossen und seine Diener halten Astro für den Prinzen! Astro sieht Barrage nämlich zum Verwechseln ähnlich. Ehe er sich versieht, findet sich Astro im Königspalast wieder. Barrage konnte offensichtlich nicht mit der Verantwortung umgehen, die das Amt des Prinzen mit sich bringt und ist deshalb geflohen. Als das böse Alien wieder auftaucht, das Astro den Job gekostet hat und sich abfällig über den (insgeheim verstorbenen) Prinzen äußert, der für seine Familie ja bloß Ballast sei, verliert Astro die Fassung. Er geht auf das Alien los und aktiviert dabei das Org, eine übermächtige Waffe, die ihre wahre Gestalt nur in den Händen derjenigen annimmt, die zum König geeignet sind.

Nach Astros Sieg über die Aliens eröffnet er dem König, der darüber begeistert ist, dass „sein Sohn“ endlich die königliche Waffe aktivieren konnte, dass der echte Barrage erschossen wurde und Astro nur irrtümlich von den Wachen des Königs aufgelesen wurde. Nichtsdestotrotz hat Astro bereits unter Beweis gestellt, dass er als Thronfolger geeignet ist, weshalb er der Prinz bleiben soll. Unter der Bedingung, dass seine Familie ebenfalls im Palast leben darf, willigt Astro ein. Doch er und Tiamat, der stärkste Ritter des Königs, werden sogleich auf eine Reise geschickt, um das Volk vor Banditen zu retten und im Königreich nach und nach für Frieden zu sorgen, weshalb sich Astro fürs Erste von seinen Kindern verabschieden muss. Tiamat soll ihn im Kampf mit dem Org ausbilden und tatsächlich gelingt es den beiden einigen Außerirdischen das Handwerk zu legen, die allesamt hinter dem Org her sind. Aber ist das nicht seltsam? Der Prinz wird ohne vorherige Kampfausbildung mit nur einem einzigen Ritter und dem Org, auf das es jeder abgesehen hat, losgeschickt? Was geht nur in dem König vor? Und warum hat er den beiden nicht mehr darüber erzählt, wie man den Org benutzt? Schließlich war der König in jungen Jahren selbst dazu in der Lage, die Wunderwaffe zu gebrauchen!

Eigene Meinung:
„Barrage“ ist der zweite Manga von Kohei Horikoshi, der im „Shonen Jump“-Magazin veröffentlicht wurde, bevor ihm mit seinem dritten Manga „My Hero Academia“ weltweit der Durchbruch gelungen ist. „Barrage“ hingegen kam nicht so gut an und wurde bereits nach 2 Bänden beendet. Nachdem ich den ersten Band gelesen habe, ist mir auch klar warum. Astro wirkt als Protagonist ziemlich eindimensional. Er wird nahezu vollständig darauf reduziert, dass ihm Familie sehr wichtig ist. Die Handlung ist leider auch kein bisschen originell. Dass eine arme Person aus den Slums zufällig genauso aussieht wie ein reicher Prinz oder eine Prinzessin und die beiden die Rollen tauschen, ist ein alter Hut. Die Kämpfe sind ebenfalls recht eintönig und unspektakulär. Da fehlt einfach die Raffinesse, die man aus Kämpfen anderer Battle-Mangas wie „Naruto“ und „Hunter x Hunter“ gewohnt ist. Außerdem ist der Manga unnötig textlastig für sein Genre, was für einen eher zähen Lesefluss sorgt.

Versteht mich bitte nicht falsch. „Barrage“ ist nicht schlecht! Die Monster und Aliens sehen interessant aus, man findet Astro trotz (oder gerade wegen?) seiner simplen Persönlichkeit sympathisch und man wird definitiv unterhalten. Aber es fehlt irgendein herausstechendes Merkmal. Dieser Manga hat einfach absolut nichts, was ihn von durchschnittlichen Mainstream-Shonen-Mangas abhebt und ist daher nur einer jüngeren Leserschaft zu empfehlen sowie Hardcore-Fans von „My Hero Academia“, die neugierig auf Horikoshis andere Werke sind. Im Endeffekt kann man bei gerade mal 2 Bänden ohnehin nicht viel falsch machen.

Barrage: © 2012 Kohei Horikoshi, Shueisha / Carlsen

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Sacrifice to the King of Beasts

Name: Sacrifice to the King of Beasts
Englischer Name: Sacrificial Princess and the King of Beasts
Originaltitel: Niehime to Kemono no Oh
Herausgebracht: Japan: Hakusensha 2016
Deutschland: Carlsen 2018
Mangaka: Yu Tomofuji
Bände: 8 Bände, wird fortgesetzt
Preis pro Band: 6,99 €

Story:
Einst herrschte Krieg zwischen den Menschen und den tierähnlichen Dämonen. Es besteht zwar schon seit 100 Jahren Waffenstillstand, doch die Bedingung dafür ist, dass dem Dämonenkönig jedes Jahr ein Mensch geopfert werden muss. Dieses Jahr ist das junge Mädchen Saliphie an der Reihe. Sehr zum Erstaunen aller zeigt sie jedoch keinerlei Anzeichen von Angst vor dem namenlosen Dämonenkönig, da sie scheinbar über die Gabe verfügt, die Wahrheit hinter jeder Fassade zu sehen und aufzudecken. Sie erzählt dem König, dass es für sie keinen Ort mehr gibt, an den sie zurückkehren kann, da ihre Eltern sie nur adoptiert haben, um nicht ihre leibliche Tochter opfern zu müssen. Die kalten Augen ihrer Stiefeltern fürchtet Saliphie viel mehr als die Augen des Königs, in denen sie eher eine verborgene Herzenswärme sieht. In der Nacht, in der sie geopfert werden soll, findet sie heraus, dass der König in Wirklichkeit zur Hälfte Mensch ist und sich in jeder sogenannten „Nacht der Offenbarung“ in einen Menschen verwandelt! Natürlich weiß kein einziger seiner Untertanen davon und er hat bisher jedes einzelne Menschenopfer heimlich laufen lassen. Damit trotzdem alle glauben, dass er sie gefressen hat, fügt er sich selbst Verletzungen zu, bis alles in Blut getränkt ist. Doch Saliphie möchte lieber von ihm gefressen werden, als zu fliehen…

Am nächsten Tag eröffnet der König seinen Untertanen, dass ausgerechnet das Menschenopfer Saliphie seine Braut und somit die Königin werden soll! Natürlich machen sich die beiden damit im gesamten Königreich, welches ohnehin voller Revolutionäre und Rebellen ist, jede Menge Feinde. Liebevoll tauft Saliphie ihren neuen Verlobten daraufhin auf den Namen „Leonheart“, was „mutiges Herz“ bedeutet. Um eine würdige Königin zu werden, muss sie natürlich viel über das Dämonenreich lernen und bittet Leonheart deshalb darum, mit ihr gemeinsam einen Ausflug in die Hauptstadt zu machen. Dafür verkleidet sich Saliphie als Dämonin und Leonheart verschleiert sich mit einer Art Burka, um nicht erkannt zu werden. Tatsächlich haben die beiden anfangs auch eine Menge Spaß, bis Saliphie auffliegt und erkennen muss, dass die Dämonen genauso viel Angst vor den Menschen haben, wie umgekehrt. Die beiden können zwar entkommen, stehen allerdings schon bald der nächsten Herausforderung gegenüber: Saliphie wird durch den giftigen Dunst, der das Dämonenreich umhüllt, schwer krank und muss zurück zu den Menschen, um sich behandeln zu lassen. Als sie bereits glaubt, dass Leonheart sie zurückgelassen hat, holt er sie doch noch ab und steckt ihr einen Ring aus Ambrosia an, der den Dunst neutralisiert und ihr so ermöglicht, weiterhin an seiner Seite zu bleiben. Um den Dämonenadel zu beschwichtigen, lädt Premierminister Anubis die Prinzessinnen des Reichs dazu ein, dem König einen Besuch abzustatten. Wenn er schon keine von ihnen zur Frau nimmt, soll er doch zumindest die eine oder andere zu seiner Mätresse machen. Selbst Saliphie ist im ersten Moment dafür, was Leonheart stinkwütend macht. Als Saliphie jedoch mitbekommt, wie eine der Prinzessinnen versucht, Leonheart zu verführen, geht sie dazwischen und rennt mit gebrochenem Herzen davon…

Eigene Meinung:
Die Grundprämisse dieses Shojo-Mangas erinnert natürlich sehr stark an „Die Schöne und das Biest“. Nichtsdestotrotz handelt es sich um eine eigenständige Geschichte, die weit mehr ist als eine bloße Nacherzählung des Märchens. Saliphie und Leonheart verlieben sich zwar rasant schnell ineinander, aber Yu Tomofuji versteht es meisterhaft dieser jungen Liebe Steine in den Weg zu legen, was für gute Unterhaltung sorgt. Dabei ist ihr Zeichenstil lobend hervorzuheben. Man kann einfach sehen, dass es ihr sehr viel Freude bereitet hat, die tierartigen Dämonen zu zeichnen. Bei all diesen Fantasy-Elementen wundert es mich, dass der Manga von Carlsen als Mystery-Titel vermarktet wird. Dabei ist er definitiv eher den Genres Romance und Fantasy zuzuordnen. Seltsamerweise ist Carlsen somit nicht der erste deutsche Verlag, der Fantasy mit Mystery verwechselt. Ob es sich dabei womöglich sogar um Kalkül handelt, um auch Leser anzusprechen, die normalerweise mit Romance und Fantasy nichts anfangen können? Riskant, aber bei mir hat es in dem Fall funktioniert.

Yu Tomofuji hat eine glaubhafte Welt kreiert voller interessanter Charaktere und Konflikte. Saliphie wirkt zwar manchmal etwas dumm, aber das ist sie ganz und gar nicht, da sie alles und jeden durchschauen kann. Auch Leonheart ist in Wirklichkeit ganz anders als er sich nach außen hin gibt. Der schroffe ewig wütende König ist nur eine Tarnung, um dem Volk Angst einzuflößen und somit einem Putsch vorzubeugen. Dabei ist er doch eigentlich ganz lieb und kuschlig. Ein großes Mysterium wirft der erste Band doch auf: Der vorherige König und seine Gemahlin waren beide Dämonen. Wie kommt es dann also, dass es sich bei Leonheart um einen Halbdämon handelt, der zur anderen Hälfte Mensch ist? Und warum haben ihm seine Eltern keinen Namen gegeben? Es bleibt also spannend. Denn vor den beiden Liebenden liegen zwei zutiefst verfeindete Völker, die es zu einen gilt – Menschen und Dämonen – und selbst unter den Dämonen hat der König natürlich viele Gegner und Feinde, deren Zahl immens in die Höhe geschossen sein dürfte, nachdem er seine Verlobung mit dem Menschenopfer bekanntgegeben hat.

Sacrifice to the King of Beasts: © 2016 Yu Tomofuji, Hakusensha / Carlsen

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Death Note: Another Note – Die BB-Mordserie von Los Angeles

Name: Death Note: Another Note – Die BB-Mordserie von Los Angeles
Englischer Name: Death Note: Another Note – The Los Angeles BB Murder Cases
Originaltitel: Death Note: Another Note – Los Angeles BB Renzoku Satsujin Jiken
Herausgebracht: Japan: Shueisha 2006
Deutschland: Tokyopop 2008, 2015
Autor: Original-Story: Tsugumi Ohba
Story: Nisio Isin
Illustrator: Takeshi Obata
Bände: Einzelband
Preis pro Band: 16,00 € (Hardcover)
9,95 € (Softcover)

Story:
Die hübsche FBI-Fahnderin Naomi Misora ist nach einem schwerwiegenden Fehler beurlaubt und spielt sogar mit dem Gedanken, ihren Job zu kündigen. Völlig überraschend holt sie ausgerechnet die Computerstimme des weltberühmten Meisterdetektivs L aus ihrem Tief und beauftragt sie mit geheimen Ermittlungen in einer Mordserie in Los Angeles, die bereits drei Opfer hervorgebracht hat. Eigentlich viel zu wenig, um ein Genie wie L auf den Plan zu rufen. Was steckt also wirklich hinter diesem Fall? Inwiefern ist er für L von persönlichem Belang? Naomi bleibt keine Zeit darüber nachzudenken, denn die Zeit drängt: Da an jedem Tatort Strohpuppen platziert wurden, deren Anzahl mit jedem Mord um eins abgenommen hat (4 am ersten Tatort, 3 am zweiten und 2 am dritten), ist es sehr wahrscheinlich, dass es noch einen vierten und letzten Mord geben wird, den Naomi mit allen Mitteln verhindern soll. Dabei tritt sie immer nur telefonisch mit L in Kontakt. Glaubt sie zumindest…

Denn gleich als sie den ersten Tatort inspiziert, kommt unter dem Bett eine merkwürdige Gestalt namens Luee Ryuzaki hervor, die dunkle Augenringe und eine Vorliebe für extrem süße Speisen und Getränke hat. Der Mann stellt sich ihr als Detektiv vor, der von den Angehörigen der Mordopfer angeheuert wurde und zu Naomis Entsetzen ist er im Besitz des Kreuzworträtsels, das der Täter 9 Tage vor seinem ersten Mord ans Polizeihauptquartier geschickt hat und welches sich eigentlich in Ls Besitz befinden soll! Außerdem hat er jenes Rätsel trotz seines hohen Schwierigkeitsgrades ebenso wie L komplett gelöst und herausgefunden, dass das Ergebnis die Adresse des ersten Opfers ist. Obwohl Naomi Ryuzaki einfach nur widerlich und gruselig findet, rät L ihr, mit ihm gemeinsam zu ermitteln und tatsächlich liefert er ihr am laufenden Band entscheidende Hinweise, um die geheimen Botschaften des Mörders zu entschlüsseln. So finden sie an jedem Tatort Hinweise auf den jeweils nächsten Mord, bis sie schließlich den dritten Tatort erreichen. Können sie herausfinden, wo sich der vierte Mord ereignen wird und wer das Opfer sein wird? Und wird es ihnen gelingen, die Tat zu verhindern?

Eigene Meinung:
„Death Note: Another Note – Die BB-Mordserie von Los Angeles“ ist 2008 von Tokyopop als noble Hardcover-Ausgabe mit schwarzem Leineneinband, weißer Banderole und Metallaufdruck veröffentlicht worden. Sogar ein schwarzes Lesebändchen ist an dem Buch befestigt, sodass man kein Lesezeichen benötigt. Mittlerweile ist dieser erste „Death Note“-Roman allerdings auch als günstigere Softcover-Variante erhältlich. Inhaltlich braucht sich „Another Note“ absolut nicht hinter dem Manga zu verstecken. Es gelingt Nisio Isin meisterhaft die Raffinesse und den gelegentlich durchschimmernden Humor des Originals in diesen Roman einfließen zu lassen, der übrigens aus der Sicht von Mello geschrieben ist. Wie L z. B. Naomi aus heiterem Himmel fragt, ob Ryuzaki gut aussieht und diese völlig unverblümt antwortet, dass er in ihren Augen eine erbärmliche Missgeburt ist, die sich umbringen sollte, woraufhin zunächst betretenes Schweigen herrscht, ist einfach urkomisch. Auch sonst sind Naomi und Ryuzaki einfach ein herrlich ungleiches Paar.

In gewisser Weise stellt „Another Note“ ein Prequel des Mangas dar, da hier der Fall geschildert wird, an dem Naomi und L einst zusammen gearbeitet haben und der im Manga nur beiläufig von ihr erwähnt wird. Dennoch solltet ihr den Roman nur lesen, wenn ihr bereits mit der Originalgeschichte bestens vertraut seid, da doch einiges an Vorkenntnissen erforderlich ist, um mitzukommen und ihr sonst Gefahr lauft, euch im Hinblick auf die Hauptreihe zu spoilern.

„Another Note“ kann als Kanon betrachtet werden und der Fall hat weit mehr mit dem Death Note oder viel mehr den Shinigamis zu tun, als man zu Beginn vermuten könnte, obwohl darin kein Death Note vorkommt. Störend sind lediglich die doch sehr befremdlichen Namen der Opfer („Backyard Bottomslash“ und „Bluesharp Babysplit“ u. a.) und dass Takeshi Obata keine Illustrationen von den Tatorten beigesteuert hat. Bis zum Schluss bleibt das Rätsel hinter der Mordserie undurchsichtig, um dann meisterhaft und überraschend aufgelöst zu werden. Auf dem Weg zur Aufklärung des Falls erwarten den Leser viele kleinere Rätsel, die zum Mitdenken und Knobeln einladen, was das Buch zu einem Leckerbissen für alle Krimi-Fans macht. Für „Death Note“-Fans sowieso ein Muss!

Death Note: Another Note – Die BB-Mordserie von Los Angeles: © 2006 Nisio Isin, Tsugumi Ohba, Takeshi Obata, Shueisha / Tokyopop

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Super Mario Adventures

Name: Super Mario Adventures
Englischer Name: Super Mario Adventures
Originaltitel: Super Mario Adventures Mario no Daiboken
Herausgebracht: Japan: Shogakukan 1993
Deutschland: KAZÉ 2018
Mangaka: Story: Kentaro Takekuma
Zeichnungen: Charlie Nozawa
Bände: Einzelband
Preis pro Band: 12,00 €

Story:
Prinzessin Peach gibt am Abend eine Feier im Pilz-Königreich, weshalb Mario und Luigi bis dahin die Palastrohre reparieren sollen. Plötzlich sprießen überall weitere Rohre aus dem Boden empor und die Koopas fallen ein, allen voran natürlich ihr König Bowser, der Peach dazu erpresst, ihn zu heiraten, indem er androht, all ihre Untertanen in Stein zu verwandeln. Als er an Mario und einigen Toads ein Exempel statuiert, nimmt Peach wutentbrannt die Verfolgung auf. In der Zwischenzeit wird der zu Stein gewordene Mario eine Woche lang vom Massage-Minister des Pilz-Königreichs durchgeknetet, bis er wieder der Alte ist. Mario und Luigi entdecken kurz darauf ein seltsames Ei, aus dem der grüne Dino Yoshi schlüpft, vor dem sie zunächst Angst haben. Doch schnell erweist er sich als verlässlicher Kampfgefährte und das Trio macht sich auf zum Yoshi-Dorf. Dort lernen sie den freundlichen Floyd kennen, der scheinbar als Einziger die Yoshis versteht und den Brüdern erklärt, dass die Koopas Yoshi mit einem Zauber in dem Ei eingesperrt haben. Da überbringt Toad ihnen eine Hiobsbotschaft: Bowser hat Peach gefangengenommen!

Peach zieht alle Register, um Bowser und den Koopalingen zu entkommen, doch gerade als sie der Freiheit entgegensegelt, schießt sich Mario versehentlich in Bowsers Turm und wird seine Geisel. Um den Koopa-König zu überlisten, tauschen Luigi und Peach ihre Klamotten und Luigi gibt sich für sie aus. Er gibt vor, den Koopalingen eine Pizza zu bestellen, doch in Wirklichkeit ruft er Toad an und Yoshi macht sich, als Pizza-Lieferant getarnt, auf den Weg. Seine Fracht ist jedoch keine Pizza sondern eine bis unter die Zähne mit Bomben bewaffnete Peach! Was als Bluff gedacht war, endet allerdings damit, dass der ganze Turm explodiert und Mario und die anderen durch die Wucht der Explosion hinauskatapultiert werden. Zum Glück sind alle unversehrt und müssen nur noch darauf warten, dass Toad ihnen ein Rettungs-Team schickt. Als es endlich eintrifft, sammelt es aber nur Peach ein, da es sich um eine Falle von Bowser handelt! So nehmen Mario, Luigi und Yoshi abermals die Verfolgung auf, um Prinzessin Peach aus den heiratswilligen Klauen Bowsers zu befreien.

Eigene Meinung:
Nachdem die Manga-Adaptionen der Nintendo-Hits „Pokémon“, „The Legend of Zelda“ und „Splatoon“ bereits Deutschland erobert haben, gönnt Kazé nun endlich auch dem zweifellos bekanntesten aller Nintendo-Charaktere sein wohl verdientes Comic-Debüt: „It’s-a me, Mario!“ Bunt, niedlich und mit viel Humor versetzt der vorliegende Einzelband jeden Fan, der alt genug ist, in die 90er zurück. Mein persönliches Highlight ist das Bonuskapitel „Mario vs. Wario“, welches auf einem meiner Lieblings-Gameboy-Spiele aus der Kindheit basiert: „Super Mario Land 2“. Die Hauptgeschichte hingegen basiert auf keinem bestimmten Videospiel. Wer eine tiefgründige und gehaltvolle Geschichte erwartet, wird hier enttäuscht. Man bekommt eben das Übliche geboten: Peach wird entführt und Mario muss sie retten. Außerdem passen die Dialoge nicht immer zu den Bildern. Vielleicht wäre es doch besser gewesen, Kazé hätte den Band nicht aus dem Englischen sondern Japanischen übersetzen lassen. Aber kommen wir zu den positiven Aspekten, denn wer wollte nicht schon immer mal sehen, wie Dr. Mario Buu Huus Angst vor Menschen therapiert?

Euch war Peach in den Games immer schon viel zu passiv? Ihr fandet Bowser und Wario einfach nur fies? Ihr wüsstet gerne, was zuerst da war: das Ei oder Yoshi? Dann ist „Super Mario Adventures“ genau das Richtige für euch! In dem Comic ist Peach nämlich erfrischend off-character. Geradezu wild und ungestüm, wie man es eigentlich eher von Daisy erwarten würde, gelingt ihr im Alleingang die Flucht vor Bowser und sie droht sogar damit, alles in die Luft zu sprengen, sollte das tyrannische Reptil Mario nicht freilassen. Doch Kentaro Takekuma schafft es, dass man selbst für die Antagonisten Mitleid empfindet. So ist Bowser unglücklich in die Prinzessin verliebt und sucht doch bloß eine Mutter für seine Kinder und Wario ist zwar der nachtragendste Mensch des Universums, aber dennoch stellt man sich die Frage, wer hier wirklich der Böse ist – Wario oder Mario. Wer sich nach all den Jahrzehnten immer noch gerne „Die Super Mario Bros. Super Show!“ ansieht (die übrigens kürzlich von Pidax komplett auf DVD veröffentlicht wurde) und sich an seichter Unterhaltung erfreuen kann, ist hier goldrichtig! Nostalgie pur!

Super Mario Adventures: © 1993 Kentaro Takekuma, Charlie Nozawa, Shogakukan / KAZÉ

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Fire Punch

Name: Fire Punch
Englischer Name: Fire Punch
Originaltitel: Fire Punch
Herausgebracht: Japan: Shueisha 2016
Deutschland: KAZÉ 2018
Mangaka: Tatsuki Fujimoto
Bände: 8 Bände
Preis pro Band: 7,50 €

Story:
„Gesegnete“ sind Menschen mit besonderen Kräften. Eine besonders starke Gesegnete, die sogenannte „Eishexe“ soll die ganze Welt mit Schnee und Eis überzogen haben, was Hunger und Wahnsinn über die Menschheit gebracht hat. Agni und seine kleine Schwester Luna sind ebenfalls Gesegnete, allerdings mit regenerativen Fähigkeiten, die bei Agni sogar außergewöhnlich stark ausgeprägt sind. Nachdem böse Menschen ihre Eltern ermordet und sich ihr Haus unter den Nagel gerissen haben, können die Geschwister mit Hilfe ihrer Segen entkommen und in einem Dorf Unterschlupf finden, dass ausschließlich von alten Menschen bewohnt wird. Jeden Tag lässt sich Agni fortan von Luna mehrmals den Arm abhacken, der ja sofort nachwächst, damit die Dorfleute seine abgetrennten Arme essen können. Trotz dieser Widrigkeiten geht es den beiden dort einigermaßen gut, bis die Leute von Behemdorg auf der Bildfläche erscheinen! Als einer von ihnen, der Gesegnete Doma, herausbekommt, dass die Dorfleute Kannibalen sind, brennt er kurzerhand alles nieder. Sein Segen ermöglicht es ihm nämlich ein Feuer entstehen zu lassen, das niemals erlischt. Alle Dorfbewohner verbrennen, selbst Lunas Regenerationskräfte reichen nicht aus, um sie vor dem Flammentod zu bewahren. Agni hingegen ist von nun an dazu verdammt unter Höllenqualen zu brennen, ohne sterben zu können, da er sich unaufhörlich regeneriert. Das Einzige, was ihn noch am Leben hält, ist sein unbändiger Wille, sich an Doma zu rächen und so lernt er in den nächsten 8 Jahren trotz der Schmerzen und Flammen atmen und laufen zu können.

Auf seinem Rachefeldzug rettet Agni den gesegneten Jungen Sun vor Behemdorg, der zwar ziemlich dumm und naiv ist, aber Elektrizität erzeugen kann, wenn auch nicht besonders gut. Für den Kleinen ist Agni ein Gott und er weicht diesem nicht mehr von der Seite, bis sie Judah begegnen, die wie Luna aussieht und ebenfalls über Regenerationsfähigkeiten verfügt, jedoch zu Behemdorg gehört. Judah hackt Agni den Kopf ab und hält ihn konstant unter Beschuss, damit sich Agni nicht regenerieren kann. Sun fällt somit abermals in die perversen Hände von Behemdorg und verliert bei einem Fluchtversuch beide Beine. Indem Agni eine feurige Gewehrkugel auf eine der Wachen spuckt, kann er sie in Brand stecken und seinen Körper zurückerlangen. Plötzlich steht ihm ausgerechnet sein von Reue geplagter Erzfeind Doma gegenüber, der Wiedergutmachung leisten möchte, aber nicht dazu bereit ist, dafür zu sterben. Unbeeindruckt geht Agni auf Doma los, unterliegt jedoch haushoch. Rettung naht allerdings ausgerechnet in Form der filmverrückten Togata, die einen Film über Agni drehen möchte…

Eigene Meinung:
Die Mangaka von „Tokyo Ghoul“ und „One-Punch Man“ empfehlen diesen Manga weiter und Kazé hat sich etwas ganz Besonderes für die Erstauflagen einfallen lassen: Jeder Band hat eine Klappbroschur, die von hinten um den gesamten Buchblock reicht und sich somit sehr gut als Lesezeichen eignet. Außerdem ist der Titel in die Covers eingeprägt und wer Band 2 im Müller kauft, erhält sogar noch eine epische Effektpostkarte dazu, die nur den in Müller-Filialen erhältlichen Exemplaren beiliegen wird. Also allein von der Optik und Ausstattung her macht der Manga schon ordentlich was her. Da das Werk vom Verlag erst ab 18 Jahren empfohlen wird, erscheinen alle Bände eingeschweißt. Dies auch völlig zurecht, denn ich habe zwar schon viele grenzwertige Mangas gelesen, doch „Fire Punch“ toppt sie alle! Gleich im ersten Band kommt die geballte Perversion Behemdorgs zum Vorschein. Sie vergewaltigen Frauen und Kinder, töten Menschen, für die sie keine Verwendung haben, bringen Kinder dazu Sex mit Tieren zu haben und ein Junge soll sogar den Urin eines Soldaten trinken, um nicht zu verdursten. Das Ganze wird noch garniert mit einer Prise Inzest, abgetrennten Gliedmaßen und einer vulgären Ausdrucksweise. Absolute Trigger-Warnung! Psychisch labile Menschen sollten einen hohen Bogen um diesen Manga machen!

Die meisten der oben genannten sexuellen Handlungen werden zwar nur angedeutet und frühzeitig verhindert, aber nichtsdestotrotz ist „Fire Punch“ harter Tobak. Dabei machen ein hoher Gewaltanteil und sexuelle Andeutungen allein natürlich noch keinen guten Manga aus. Eine gute Story und nachvollziehbare Charaktere sind viel wichtiger und mit beidem kann „Fire Punch“ leider bislang nicht dienen. Ganz im Gegenteil. Ich finde sogar, dass Sun und Togata dieses düstere Rache-Epos völlig ins Lächerliche ziehen und bisweilen unfassbar nervig sein können. Aber Agni und Togata haben auch ihre coolen Momente. Wer es richtig derb mag und wem „GANTZ“ viel zu harmlos war, der kann ruhig einen Blick riskieren.

Fire Punch: © 2016 Tatsuki Fujimoto, Shueisha / KAZÉ

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Naruto Sasuke Shinden – Buch des Sonnenaufgangs

Name: Naruto Sasuke Shinden – Buch des Sonnenaufgangs
Englischer Name: Naruto: Sasuke’s Story [Sunrise]
Originaltitel: Naruto Sasuke-Shinden Raikohen
Herausgebracht: Japan: Shueisha 2015
Deutschland: Carlsen 2018
Autor: Shin Towada
Illustrator: Masashi Kishimoto
Bände: Einzelband
Preis pro Band: 7,99 €

Story:
Nach den Ereignissen des vierten Ninja-Weltkrieges befindet sich Sasuke, sehr zum Leidwesen von Sakura, auf einer Reise, um für all seine Verbrechen Buße zu tun. Außerdem verfügt er nun sowohl über ein Mangekyo-Sharingan als auch ein Rin’negan, weshalb es sicherlich viele Ninja auf ihn abgesehen haben und er die Einwohner Konohas mit seiner Anwesenheit nur unnötig in Gefahr bringen würde. Als mehrere Shinobi aus Konoha-, Kumo- und Kirigakure spurlos verschwinden und plötzlich wie hypnotisiert in ihre eigenen Ninja-Dörfer einfallen, ist schnell klar, dass eine Augenkunst dahinterstecken muss. Zu allem Überfluss explodieren die ferngesteuerten Shinobi auch noch, sobald man ihnen Wunden zufügt. Naruto und seine Freunde ziehen daher alle Register um das Dorf zu beschützen und die Ninja zu stoppen, ohne sie zu verletzen.

Auf seiner Reise durch Yu-no-Kuni lernt Sasuke währenddessen die drei ehemaligen Shinobi und Wanderartisten Chino, Nowaki und Io kennen, die sich an der Bande des dunklen Donners rächen wollen, denen Ios Tochter zum Opfer gefallen ist. Offenbar zieht jene Bande plündernd und mordend umher und löscht ganze Dörfer aus. Ihr Anführer Karyu verehrt Sasukes früheres Ich, insbesondere wegen seines Attentats auf die 5-Kage-Konferenz damals, weshalb sich Sasuke für all das verantwortlich fühlt und sich ihm und seinen Leuten in den Weg stellt. Es gelingt Sasuke zwar, Karyu und seine Bande in Gewahrsam zu nehmen, doch von Rachsucht getrieben, legt Io ein Feuer, bei dem sie alle umkommen. Zwischen Karyus Bande und den explodierenden Ninja scheint es jedoch eine Verbindung zu geben, weshalb Sasuke sich an Orochimaru wendet, um Nachforschungen anzustellen. Ihre Spurensuche führt die beiden auf eine Insel, auf der reiche Leute Shinobi wie Sklaven halten und in einer Arena gegeneinander kämpfen lassen. Der Sieger erhält den Shinobi des Verlierers. Wird Sasuke alle Sklaven befreien und die Drahtzieher hinter den Angriffen auf die Ninja-Dörfer ausfindig machen können?

Eigene Meinung:
„Sasuke Shinden“ ist der erste von einer Reihe von Romanen, die die Ereignisse während des Zeitsprungs zwischen dem vorletzten und letzten Kapitel des „Naruto“-Mangas aus der Sicht verschiedener Charaktere beleuchten. Der Schreibstil ist zwar äußerst minimalistisch und detailarm, aber ich hatte trotzdem sehr viel Freude beim Lesen, weil die Geschichte tiefe Einblicke in Sasukes Gedanken- und Gefühlswelt gewährt, insbesondere im Hinblick darauf, wie Naruto ihn beeinflusst hat und wie Sasuke dadurch nun auch selbst die Fähigkeit erlangt, wiederum andere aus der Dunkelheit zu befreien, was einen sehr schönen Kontrast zum ewigen Kreislauf von Hass und Rache darstellt, der seit jeher wie ein Fluch auf der Ninja-Welt lastet und natürlich in diesem Roman ebenfalls eine wichtige Rolle spielt. Sämtliche Ninjutsu werden sowohl mit den aus dem Manga bekannten japanischen Namen als auch den wortwörtlichen Übersetzungen ins Deutsche aufgeführt, was eine erhebliche Verbesserung zu bisherigen „Naruto“-Novels darstellt. Selbst die Beschreibung von Masashi Kishimoto im Anhang wurde korrigiert, womit Carlsen seine Lernfähigkeit unter Beweis stellt.

Der Roman richtet sich ausschließlich an all jene, die entweder den Manga komplett gelesen oder den Anime bis zur letzten Staffel gesehen haben (die Handlung des Romans findet sich in „Naruto Shippuden“ Folge 484 bis 488 wieder). Erfüllt ihr eines dieser beiden Kriterien, solltet ihr unbedingt zuschlagen! Sasuke-Fans sowieso! Bleibt nur zu hoffen, dass Carlsen auch noch alle weiteren Romane veröffentlicht, die sich dem Zeitsprung widmen.

Naruto: Sasuke Shinden – Buch des Sonnenaufgangs: © 2015 Masashi Kishimoto, Shin Towada, Shueisha / Carlsen

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Girls und Panzer – Little Army

Name: Girls und Panzer – Little Army
Englischer Name: Girls & Panzer – Little Army
Originaltitel: Girls und Panzer – Little Army
Herausgebracht: Japan: Kadokawa Shoten 2012
Deutschland: EMA 2018
Mangaka: Story: Girls und Panzer Projekt
Zeichnungen: Tsuchii
Bände: 2 Bände
Preis pro Band: 7,50 €

Story:
Die 16-jährige Miho Nishizumi hat dem Panzerfahren abgeschworen, doch 6 Jahre zuvor brennt sie noch voller Leidenschaft dafür, da sie zu ihrer großen Schwester Maho aufsieht, die kürzlich bei einem Panzer-Turnier gegen eine deutsche Schule gewonnen hat. Daraufhin zeigen zum ersten Mal in Mihos Leben einige ihrer Klassenkameradinnen ebenfalls Interesse am Panzerfahren: die tollpatschige Hitomi Yuzumoto und die sportliche Chihiro Yusa. Die beiden sind seit jeher beste Freundinnen und wollen nun auch mit Miho befreundet sein. Doch als die drei das Panzerfahren üben, verstaucht sich Chihiro das Fußgelenk und kann nicht mehr fahren. Hilfe naht ausgerechnet in Form der zickigen Halbjapanerin Emi Nakasuga, die aus Deutschland kommt und Japan hasst, weil sich kaum eine Gleichaltrige für Panzer interessiert. Es ist Emi also genauso ergangen wie Miho, weshalb die beiden sich gut verstehen. Nach anfänglichen Streitigkeiten zwischen Chihiro und Emi werden die vier ungleichen Mädchen ein Team und fahren immer wieder gemeinsam Panzer.

Chihiro befürchtet allerdings, dass Hitomis Begeisterung für Panzer schon bald wieder verfliegen könnte, weil sie nicht sonderlich gut darin ist und sich schon immer schnell für Dinge begeistern konnte, die sie genauso schnell wieder aufgegeben hat. Wie sich jedoch herausstellt, ist diese Angst völlig unbegründet, da Hitomi insgeheim fleißig alles über Panzer gelernt hat, um mit den anderen mithalten zu können. Die Lage eskaliert, als Maho zurückkehrt und Emi gesteht, dass sie einen ziemlichen Hass auf Mihos große Schwester hat, da Emis große Schwester im Finale des Turniers gegen Maho verloren hat. Das Ganze macht Miho sehr zu schaffen, weshalb sie beschließt, ein Panzerduell gegen Mahos Team zu arrangieren. Auf die Weise sollen sich Emi und Maho besser kennenlernen. Als Miho jedoch erfährt, dass Emi in nur einem Monat nach Deutschland zurückkehren wird, zeigt sich, dass hinter Emis Hass auf Maho sehr viel mehr steckt als gekränkte Eitelkeit…

Eigene Meinung:
„Girls und Panzer – Little Army“ behandelt Mihos Grundschulzeit und obwohl es in dem Manga um Panzer geht und er in einem Seinen-Magazin publiziert wurde, würde ich ihn eher als Shojo-Titel einordnen. Denn im Grunde genommen ist er vom Stil her wie „Card Captor Sakura“, nur mit Panzern statt Clow Cards. Als ich „Girls und Panzer“ gelesen habe, ist mir negativ aufgefallen, dass die Mädchen sich gleich auf Anhieb gut verstehen und perfekt miteinander harmonieren. Darum gefällt es mir sehr gut, dass im Gegensatz dazu die vier Mädchen in „Little Army“ erst viele Reibereien überstehen müssen, um ein Team zu werden. Die Hauptthemen sind also Streit und Versöhnung, was auch an „DoReMi“ erinnert.

„Girls und Panzer – Little Army“ gehört zu den Mangas, die man absolut nicht nach dem ersten Band beurteilen sollte, da sich die ganze Action erst im zweiten Band abspielt. Der Zeichenstil ist total niedlich und Mihos Grundschulzeit wird mit viel Liebe zu den Charakteren erzählt, weshalb „Little Army“ ein absolutes Must-Have für „Girls und Panzer“-Fans ist. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich, da die Mini-Serie ja sozusagen ein Prequel der Hauptreihe ist. Lediglich zu Beginn jedes Bandes gibt es kurze Szenen mit der 16-jährigen Miho aus der Gegenwart. Auch für Mädchen lesenswert!

Girls und Panzer – Little Army: © 2012 Girls und Panzer Projekt, Tsuchii, Kadokawa / EMA

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Keine Cheats für die Liebe

Name: Keine Cheats für die Liebe
Englischer Name: Wotakoi: Love is Hard for Otaku
Originaltitel: Wotaku ni Koi wa Muzukashii
Herausgebracht: Japan: Ichijinsha 2015
Deutschland: Altraverse 2018
Mangaka: Fujita
Bände: 6 Bände, wird fortgesetzt
Preis pro Band: 10 €

Story:
Narumi Momose ist ein totaler Otaku, ein Manga-Nerd, was dazu geführt hat, dass sich ihr Freund zurückgezogen und bald darauf Schluss gemacht hat, nachdem er ihr düsteres Geheimnis entdeckt hat. Selbst auf der Arbeit hält sie ihr Hobby streng geheim, bis sich herausstellt, dass ihr Kindheitsfreund Hirotaka Nifuji, ein Videogame-Junkie, in derselben Firma arbeitet. Er outet sie gleich bei der ersten Gelegenheit vor Kollegen, was Narumi natürlich überhaupt nicht passt. Doch alles halb so wild, da die kühle Hanako Koyanagi und der aggressive Taro Kabakura nämlich ebenfalls Manga-Fans sind und dazu noch ein Liebespaar. Nachdem Narumi und Hirotaka ein paar mal nach der Arbeit gemeinsam trinken gehen, schlägt er ihr schließlich vor, doch ihn zum Freund zu nehmen. Vor ihm muss sie nichts geheim halten, da er ihre Leidenschaft teilt und sie daher logischerweise nicht dafür verurteilen würde. Als er auch noch anbietet, sie beim Verkauf ihres Boys Love-Dojinshis auf der nächsten Comiket, einer Convention für Hobbyzeichner, zu unterstützen, willigt sie sofort ein.

Doch zunächst ist Narumi mit der neuen Situation völlig überfordert und geht Hirotaka aus dem Weg, bis dieser ihr offenbart, dass er sein Liebesgeständnis (welches er eigentlich nie gemacht hat) wegen ihres distanzierten Verhaltens bereut. Mit der Zeit lernen die beiden, damit umzugehen und schnell zeigt sich, dass Narumi sich voll und ganz auf Hirotaka verlassen kann: Er hilft ihr last minute bei der Fertigstellung des Dojinshis und übernimmt sogar kurzzeitig ihren Verkaufsstand, obwohl die Leute ihn deshalb für einen Fudanshi halten, einen männlichen Boys Love-Fan. Konflikte entstehen, weil Hirotaka eigentlich große Brüste bevorzugt, womit Narumi leider nicht dienen kann und Hirotaka gar nicht ihr Typ ist, sondern Kabakura. Umgekehrt bevorzugt Kabakura niedliche Mädchen wie Narumi und Hanako steht total auf Hirotaka. Missverständnisse en masse und Liebeschaos de luxe vorprogrammiert!

Eigene Meinung:
Der Anime zu „Keine Cheats für die Liebe“ dürfte einigen bereits durch Amazon Prime bekannt sein. Mir gefällt vor allem der geniale Insider-Humor, der sich hauptsächlich an Manga-Fans meiner Generation (d. h. die aktuell ca. 26-jährigen, genau in dem Alter sind auch die beiden Protagonisten) richtet. Egal ob „Sailor Moon“, „Dragon Ball“ oder „Neon Genesis Evangelion“, alles, was Rang und Namen hat, wird in die Gags miteingeflochten. Die Bände sind im Hochformat und mit Konturenlack verziert, was sehr viel hermacht. Außerdem ist die acht Seiten umfassende Episode 0 komplett in Farbe. Leider schlägt sich all das sehr massiv im Preis nieder. 10 Euro ist schon ziemlich happig, zumal die Bände mit weniger als 130 Seiten recht dünn sind. Erschwerend hinzu kommt, dass der Manga kaum Handlung hat und der Band durch das Format äußerst unhandlich ist. Mit dieser Preispolitik tut sich Altraverse in meinen Augen absolut keinen Gefallen, auch wenn sie es nur gut gemeint haben und den Manga möglichst originalgetreu herausbringen wollen. Normales Taschenbuchformat hätte es auch getan oder – angesichts der geringen Seitenzahl – hochformatige 2in1-Bände für 14 €, wie man sie von Tokyopop kennt. Umgerechnet wären das 3 € weniger pro Band, eine deutliche Kostenersparnis für die Leser.

Thematisch erinnert der Manga sehr stark an „Küss ihn, nicht mich!“, wobei „Keine Cheats für die Liebe“ zwar mit wesentlich höherer Frequenz auf bekannte Animes und Videogames anspielt, jedoch insgesamt weniger gut unterhalten kann. Ich würde euch daher empfehlen, zuerst in den Anime reinzuschnuppern. Otakus in den Mittzwanzigern werden sich auf jeden Fall in den Charakteren wiedererkennen und viel zu lachen haben.

Keine Cheats für die Liebe: © 2015 Fujita, Ichijinsha / Altraverse

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Naruto – Unschuldiges Herz, blutroter Dämon

Name: Naruto – Unschuldiges Herz, blutroter Dämon
Englischer Name: Naruto – Innocent Heart, Demonic Blood
Originaltitel: Naruto – Shiro no Douji, Keppu no Kijin –
Herausgebracht: Japan: Shueisha 2002
Deutschland: Carlsen 2008
Autor: Original-Story: Masashi Kishimoto
Story: Masatoshi Kusakabe
Illustrator: Masashi Kishimoto
Bände: Einzelband
Preis pro Band: 6,95 €

Story:
Als in Konohagakure ein grausames neunschwänziges Fuchsungeheuer wütet und viele Menschenleben kostet, wird es vom vierten Hokage unter Einsatz seines Lebens in einem Säugling versiegelt. Dieser Säugling heißt Naruto Uzumaki und wird seine ganze Kindheit hindurch von allen Dorfbewohnern gemieden, da sie in ihm nur das Ungeheuer sehen, das ihre Freunde und Familienmitglieder umgebracht hat. Naruto selbst weiß davon allerdings nichts und spielt immer wieder Streiche, um Aufmerksamkeit zu erregen. Damit geht er vor allem seinem Lehrer Iruka, der ja für ihn die Verantwortung trägt, gehörig auf die Nerven. Bei der Abschlussprüfung der Ninja-Akademie muss jeder einen Bunshin, einen Doppelgänger von sich, erschaffen, ausgerechnet die eine Technik, die Naruto so gar nicht beherrscht! Also kommt es, wie es kommen muss und Iruka lässt Naruto als Einzigen durchfallen.

Mizuki, ein anderer Lehrer an der Akademie, nennt Naruto einen Weg, um Iruka doch noch zu beeindrucken: Er soll eine geheime Schriftrolle mit verbotenen Künsten vom dritten Hokage stehlen. Gesagt, getan. Eifrig übt der naive Junge daraufhin eine der Techniken auf der Schriftrolle ein, bis Iruka ihn schließlich findet und herauskommt, dass Mizuki ihn nur benutzt hat, um an die Schriftrolle zu kommen. Als Mizuki Naruto umbringen will, wird dieser von Iruka beschützt und auf Mizukis schockierende Enthüllung, dass Naruto das Fuchsungeheuer sei, erwidert Iruka, dass Naruto für ihn kein Ungeheuer sondern sein Schüler ist, den er sehr achtet. Von Irukas Worten gerührt, demonstriert Naruto seine neue Kunst: Er erschafft tausend Kagebunshin, sogenannte Schattendoppelgänger, die anders als normale Bunshin real sind und sogar selbständig agieren können. Mit dieser Technik überwältigt Naruto Mizuki und besteht doch noch die Abschlussprüfung. Allerdings soll er künftig ein Team mit dem kühlen Sasuke bilden, den er so gar nicht leiden kann. Aber auch Sakura, für die Naruto schwärmt, wird seine Kameradin und gemeinsam mit ihrem neuen Meister, dem Jo-Nin Kakashi, bilden sie von nun an das Team 7. Einer ihrer Aufträge konfrontiert die drei frisch gebackenen Ninjas schon viel früher mit der harten Realität der Ninja-Welt, als ihnen lieb ist und bringt sie ernsthaft in Lebensgefahr…

Eigene Meinung:
„Unschuldiges Herz, blutroter Dämon“ ist der erste von einer ganzen Reihe von „Naruto“-Romanen. Ehrlich gesagt, habe ich bisher immer einen großen Bogen um das Buch gemacht, weil es sich dabei lediglich um eine Nacherzählung des ersten Story-Arcs der Manga-Reihe bzw. der ersten Staffel des Animes handelt. Konträr zum Klappentext wird die Chu-Nin-Prüfung hier nicht mehr behandelt. Tatsächlich musste ich mich beim Lesen stellenweise etwas durchquälen, da ich ja immer schon genau wusste, was passieren wird, allerdings hat es auch Spaß gemacht, nach all der Zeit noch einmal einen Blick auf die Anfänge des Epos zu werfen, nun wo die Manga-Reihe schon eine Weile abgeschlossen ist. Der Mehrwert gegenüber Manga und Anime besteht darin, dass man tiefere Einblicke in die Gedanken- und Gefühlswelt von Naruto und Iruka bekommt. Außerdem bietet der Roman einige Szenen, die im Manga nicht vorkommen, wie z. B. Narutos Begegnung mit Hinata nach Verkündung der Team-Zusammenstellungen und die Versiegelung des Fuchsungeheuers. Letztere ist jedoch mit Vorsicht zu genießen, da sich die Beschreibung der Ereignisse nicht wirklich mit dem deckt, was man in späteren Manga-Bänden über die Umstände jener Versiegelung erfährt.

Der Novel taugt nicht als Ersatz für die ersten paar Manga-Bände, da einiges weggelassen wird, wie z. B. Narutos erste Begegnung mit Konohamaru und einige anfängliche Querelen des Teams 7, darunter Narutos und Sasukes unfreiwilliger Kuss. Mit über 280 Seiten ist dieser Roman bisher mit Abstand der dickste und anders als die anderen Light-Novels wartet er mit deutlich mehr Illustrationen von Masashi Kishimoto auf, wobei mich die Auswahl der Artworks aus dem Original-Manga teilweise verwundert hat, da man bedeutsamere Bilder hätte nehmen können. „Unschuldiges Herz, blutroter Dämon“ bietet nicht viel Neues und ist daher alles andere als ein Must-Have. Ich kann diesen Light-Novel eigentlich nur all denen empfehlen, die Lust auf einen Nostalgie-Trip haben. Der allererste Story-Arc von „Naruto“ ist außerordentlich gut, also lohnt es sich, ihn noch einmal zu lesen.

Naruto – Unschuldiges Herz, blutroter Dämon: © 2002 Masashi Kishimoto, Masatoshi Kusakabe, Shueisha / Carlsen

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