Dr. STONE

Name: Dr. STONE
Englischer Name: Dr. STONE
Originaltitel: Dr. STONE
Herausgebracht: Japan: Shueisha 2017
Deutschland: Carlsen 2019
Mangaka: Story: Riichiro Inagaki
Zeichnungen: Boichi
Bände: 12 Bände, wird fortgesetzt
Preis pro Band: 7,00 €

Story:
Seit 5 Jahren ist der Highschool-Schüler Taiju nun schon heimlich in Yuzuriha verliebt. Ausgerechnet an dem Tag, an dem er ihr endlich seine Liebe gestehen will, verwandelt eine mysteriöse Naturkatastrophe alle Lebewesen zu Stein. Während die meisten Menschen in einen tiefen Schlaf fallen, verhindert der Gedanke an Yuzuriha das Taiju das Bewusstsein verliert. Auch sein bester Freund, der Wissenschafts-Nerd Senku, bleibt bei vollem Bewusstsein und zählt bis zur Entsteinerung unaufhörlich die Sekunden. Dadurch wissen die beiden, dass ungefähr 3700 Jahre vergangen sind, als eines Tages endlich die Steinschicht von ihren Körpern abbröckelt – bei Senku sogar schon ein halbes Jahr früher als bei Taiju. Viele Steinstatuen, die einmal Menschen waren, sind leider inzwischen zerbrochen und wohl nicht mehr zu retten. Doch zum Glück ist Yuzuriha noch völlig intakt. Aus den Fledermausexkrementen in einer Höhle können sie Salpetersäure gewinnen und aus wilden Trauben stellen sie Alkohol her, den sie wiederum destillieren. Die Salpetersäure und das Ethanol vermischt Senku schließlich zu Nital, einem Ätzmittel. Und tatsächlich gelingt es ihm mit dem Nital einen Vogel zu entsteinern! Damit ist der erste große Schritt getan, die Zivilisation wiederherzustellen und für seine Mithilfe darf Taiju entscheiden, welcher Mensch zuerst wiederbelebt werden soll. Natürlich fällt seine Wahl auf Yuzuriha, doch bevor sie das Nital anwenden können, werden sie von Löwen angefallen! Kurzerhand erwecken sie also stattdessen Tsukasa Shishio, den stärksten Highschool-Schüler Japans, der sie daraufhin vor den Löwen rettet und sogar einen davon mit bloßen Händen erlegen kann!

Mit Tsukasa, der es selbst mit Löwen und Haien spielend aufnehmen kann, haben die beiden zwar nun einen mächtigen Beschützer an ihrer Seite, allerdings ergibt sich daraus ein noch viel größeres Problem: Der versierte Kämpfer fängt an, Steinstatuen von Erwachsenen zu zerstören, da die neue Welt seiner Meinung nach nur den jungen Leuten gehören soll. Er träumt von einer Utopie, in der die Menschen im Einklang mit der Natur leben, statt diese zu zerstören und für sich selbst zu beanspruchen. Allerdings hat sich Senku zum Ziel gesetzt, die gesamte Menschheit zu retten und sieht in Tsukasa einen Mörder, der gestoppt werden muss. Dazu baut er eine Armbrust, doch Tsukasa kann den Pfeil auffangen, obwohl er 200 km/h schnell auf ihn zugeflogen kommt! Senku und Taiju machen die Petrifikation Yuzurihas heimlich rückgängig, damit Tsukasa nicht hinter das Geheimnis des Nitals kommt. Als sich Taiju Tsukasa in den Weg stellt, droht dieser sogar damit, die frisch reanimierte Yuzuriha zu töten! Senku, Taiju und Yuzuriha bleibt nun nichts anderes mehr übrig, als sich auf die Suche nach Schießpulver zu begeben, um eine Schusswaffe herstellen zu können. Doch die Zeit rennt, denn Tsukasa ist ihnen dicht auf den Fersen…

Eigene Meinung:
„Death Note“, „The Promised Neverland“ und nun auch „Dr. STONE“ läuten eine ganz neue Ära für das weltweit bekannteste aller Manga-Magazine ein: Legte „Shonen Jump“ den Fokus bislang auf Battle-Mangas mit physischen Kämpfen, so ist nun die Stunde der Mind-Games angebrochen. In den drei oben genannten Titeln müssen sich die Protagonisten nämlich auf intellektueller Ebene mit ihren Widersachern messen und die bloße Körperkraft spielt für den Ausgang eines Duells längst keine tragende Rolle mehr. Der enorme Erfolg aller drei Titel beweist, dass das Konzept funktioniert und sogar genau das ist, was sich Manga-Fans schon lange herbeisehnen. In „Dr. STONE“ liegt der Themen-Schwerpunkt hierbei auf der Chemie und schon im ersten Band fließen ethische Konflikte mit ein, woraus eine chemische Reaktion entsteht, die beste Unterhaltung verspricht. Hinzu kommen Boichis überragende Zeichnungen, die an den Stil von Mangaka-Urgestein Masakazu Katsura angelehnt sind.

Nichtsdestotrotz bleibt dieser Manga dem „Shonen Jump“ treu und enthält typische Shonen-Elemente wie Freundschaft, Rivalität, Catch Phrases und nutzlose weibliche Protagonisten, die lediglich für etwas Fanservice zuständig sind. Wem das nicht allzu sauer aufstößt, der sollte unbedingt einen Blick riskieren. Chemie-Nerds und -Interessenten sowieso!

Dr. STONE: © 2017 Riichiro Inagaki, Boichi, Shueisha / Carlsen

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„One Piece“-Spin off von Boichi angekündigt

Anlässlich des 22. Geburtstags des Piraten-Manga-Hit „One Piece“ am 22. Juli veröffentlicht der Shueisha-Verlag im „Weekly Shonen Jump“-Magazin ein Spin-off-Kapitel zum Charakter Zorro. Das Kapitel aus der Feder des auch hierzulande bekannten Mangaka Boichi (u.a. „Sun-Ken Rock„, „Origin„) wird den Titel „Roronoa Zoro: Umi ni Chiru“ (dt. „Lorenor Zorro: Ins Wasser fallen“) tragen und sich um einen Kampf zwischen dem Titelcharakter und seinem alten Rivalen „Falkenauge“ Mihawk drehen.

„One Piece“ ist auch im deutschsprachigen Raum eine der erfolgreichsten Manga-Serien aller Zeiten. Sie erscheint seit 2001 bei Carlsen. Bisher wurden 90 von 93 Bänden in deutscher Sprache veröffentlicht, dazu diverse Zusatzbände, Artbooks und Romane. Der Stoff inspirierte eine Anime-Serie, Anime-Kinofilme, OVAs und weitere Adaptionen. Zudem wurde eine amerikanische Live-Action-Serie angekündigt.

Quelle: ANN

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Origin

Name: Origin
Englischer Name: Origin
Originaltitel: Origin
Herausgebracht: Japan: Kodansha 2017
Deutschland: EMA 2018
Mangaka: Boichi
Bände: 10 Bände
Preis pro Band: 7,50 €

Story
Mitte des 21. Jahrhunderts hat sich vieles gewandelt in Japan. Seit der Inbetriebnahme der „Eurasia Railway“ hat sich deren Endstation Tokyo zu einer Hochburg krimineller Machenschaften entwickelt. Zahlreiche Schmuggler, Gangs und selbsternannte Yakuza kämpfen um die Vorherrschaft. Meist geht es bei den illegalen Geschäften um technische Errungenschaften. Denn Tokyo ist außerdem der Sitz der Robotikabteilung der AEE Group und damit Speerspitze und Keimzelle der Entwicklungen auf diesem Gebiet. Nahezu jeder Jugend-Wissenschaftler sehnt sich daher nach einem Job bei AEE.

Jin Tanaka hat es geschafft. Er fängt neu im Entwicklungsteam der AEE an. Doch er hat ein Geheimnis. In Wahrheit heißt Tanaka Origin und ist eigentlich gar kein Mensch, sondern selbst ein Roboter. Obgleich ein Prototyp, ist er äußerlich fast nicht von einem Menschen zu unterscheiden. Sein Schöpfer, ein Wissenschaftler aus Hokkaido, trug ihm vor seinem Tod auf, ein anständiges Leben zu führen. Diesem Versprechen fühlt sich Origin verpflichtet. Er will als „Mensch“ unter Menschen leben und diese vor Gefahren durch andere Roboter beschützen. Potenzielle Gefährder warten jedoch schon, in Gestalt von Origins acht Roboter-„Geschwistern“ vom selben Schöpfer. Die sind nicht nur mit modernster Waffentechnik ausgestattet, sondern auch noch völlig uninteressiert an Menschenleben. Und sie haben die Jagdsaison auf Origin eröffnet!

Eigene Meinung
Nach diversen Veröffentlichungen bei Tokyopop kommt erstmals eine Serie von Boichi bei EMA in deutscher Sprache auf den Markt – und eine bemerkenswerte noch dazu. „Origin“ ist Boichis bisher ernsthaftestes, sein reifstes Werk. Zwar greift er darin stellenweise auf altbewährte Muster und Motive aus früheren Serien zurück (Mafia, Sweeper etc.), doch der Fokus liegt diesmal auf dem hochaktuellen und vielschichtigen Gebiet der Robotik, bzw. auf technischen Möglichkeiten und ethischen Fragestellungen in diesem Zusammenhang. Das erscheint erstmal naturgemäß ein trockenes Thema, aber wer Boichi kennt, kann sich vorstellen, dass actionreiche Kämpfe mit kreativen Choreografien nicht lange auf sich warten lassen. Angereichert wird der Reigen mit köstlichem ernstem Humor und Situationskomik, die vor allen aus Origins fortwährenden Bemühungen menschlich sein zu wollen, entspringt. Der Roboter analysiert aufgrund von Beobachtungen genau, wertet Statistiken aus und entscheidet sich für eine ihm passend erscheinende Reaktion. Was fehlt, ist – o Wunder – der menschliche Instinkt. Trotz allem bleibt der Hauptcharakter letztlich stets Maschine. Gerade dieser Umstand, bzw. die Konsequenz dessen wurde in der Vergangenheit in diversen Filmen und Serien über künstliche Intelligenzen gerne vernachlässigt.

Auch sehr positiv: Fanservice dient hier dezent als gelegentliches schmückendes Beiwerk, nicht zum Selbstzweck.

© Rockita

Origin: © 2017  Boichi  Kodansha / EMA

 

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„Origin“ endet in Japan

Die 10. Ausgabe des Weekly Young Magazine von Kodansha kündigte am Montag an, dass „Origin“ von Boichi in der nächsten Ausgabe am Samstag enden wird.

Im September 2016 startete Boichi den Manga im Young Magazine. Bei Kodansha wird den neunten Band am Mittwoch veröffentlicht. Seit November 2018 erscheint die Serie hierzulande bei EMA.

Quelle: ANN

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Carlsen Sommerprogramm 2019

Carlsen haben heute ihr Programm für Sommer 2019 angekündigt:

Action

  • Edens Zero von Hiro Mashima – 2+ Bände, Band 1 für 5,00 €, ab Band 2 7,00 € ab 26.03.19
  • Fairy Tail S von Hiro Mashima – 2 Bände für je 6,99 € ab 28.05.19
  • My Hero Academia Smash von Kohei Horikoshi / Hirofumi Neda – 5 Bände für je 5,00 € ab 02.07.19
  • Dr. Stone von Boichi & Riichiro Inagaki – 8+ Bände für je 7,00 € ab 30.07.19

Mystery

  • Monster Perfect Edition von Naoki Urasawa – 9 Bände als Doppelbände im Großformat für je 19,99 € ab 02.07.19
  • H.P. Lovecrafts Der Hund und andere Geschichten von Gou Tanabe – Einzelband für 12,00 € ab 30.07.19
  • Uzumaki Deluxe von Junji Ito – Hardcover-Gesamtausgabe im Großformat für 28,00 € ab 30.04.19
  • Wer bist du zur blauen Stunde? (OT: „Shimanami Tasogare“) von Yuhki Kamatami – 4 Bände für je 10,00 € ab 02.07.19

Fantasy / Science-Fiction

  • Final Fantasy − Lost Stranger von Hajime Isayama – 2+ Bände im Großformat für je 12,99 € ab 02.07.19
  • Final Fantasy – Memorial Ultimania Book I bis VI von Square Enix – das zweite Artbook für 39,99 € ab 28.05.19

Comedy

  • Haru x Kiyo von Akira Ozaki – 9 Bände für je 5,00 € ab 26.03.19

Romance

  • Please Love Me (OT: „Dame na watashi ni koishite kudasai“) von Aya Nakahara – 10 Bände, Band 1 für 5,00 €, ab Band 2 für je 7,00 € ab 28.05.19
  • Mermaid Prince (OT: „Ningyo Ouji“) von Kaori Ozaki – Einzelband für 8,00 € ab 02.07.19
  • Maid-sama: Marriage von Hiro Fujiwara – Einzelband für 5,95 € ab 30.07.19
  • Hitotsubana von Minami – 7 Bände für je 7,99 € ab 27.08.19

Specials / Graphic Novel

  • Meine lesbische Erfahrung mit Einsamkeit (OT: „Sabishisugite lesbian fuzoku ni ikimashita report“) von Kabi Nagata – Einzelband für 15,00 € ab 26.03.19
  • Folge den Wolken nach Nord-Nordwest (OT: „Hokuhokusei ni Kumo to Ike“) von Aki Irie – 2 Bände für je 12,00 € ab 02.07.19
  • Unruhige Geister und stille Gefährten von Jiro Taniguchi – Einzelband für 22,00 € ab 27.08.19

Zeichenkurse:

  • How to draw Manga: Kolorieren mit Wasserpinseln von Kon Kojima – Einzelband für 24,90 € ab 28.05.19

Quelle: Carlsen

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EMA Winterprogramm 2018/2019 angekündigt

EMA haben ihr Winterprogramm 2018/2019 angekündigt:

Action:
Origin von Boichi – 5+ Bände ab

Romance:
Color of Happiness (OT: „Sachiiro no One Room“) von HAKURI – 4+ Bände
Nenene von Daisuke Hagiwara & Shizuku Totono – Einzelband
Tell me your Secrets! (OT: „Aoba-Kun ni Kikitai Koto“) von Ema Toyama – 7+ Bände
True Kisses (OT: „Sekirara ni Kiss“) von Fumie Akuta – 7+ Bände

Mystery:
Detektiv Conan – Aufgewacht, Kogoro! von Gosho Aoyama – Einzelband
The Huntress (OT: „Tantei no Tantei“) von Hiro Kiyohara – 2 Bände

Fantasy/Sci-Fi:
Atelier of Witch Hat – Das Geheimnis der Hexen (OT: „Tongari Boushi no Atelier“) von Kamome Shirahama – 3 Bände
Ballad Opera von Akaza Samamiya – 2+ Bände
Biomega – Luxury Edition von Tsutomu Nihei
Graineliers von Rihito Takarai – 2+ Bände
K – Countdown von Yui Kuroe, GoHands & GoRA – 2 Bände
Napping Princess – Ancien und das magische Königreich (OT: „Hirune Hime: Shiranai Watashi no Monogatari“) von Hana Ichika & Kenji Kamiyama – 2 Bände

Boys Love:
Faint Hearts (OT: „Okubyou Mono no Koi“) von Asami Takahashi – Einzelband
Fair Blue von Asami Takahashi – Einzelband
Give me this Man! (OT: „Kono Otoko wo Ore ni Kudasai“) von Saeko Kamon – Einzelband
Kuroneko – Auf heißen Pfoten! (OT: „Kuroneko Kareshi no Arukikata“) von Aya Sakyo – 1+ Band
Let’s Destroy the Idol Dream (OT: „Oretachi Majiko Destroy“) von Marumero Tanaka – 2+ Bände
Secret XXX von Meguru Hinohara – Einzelband
Süße Erinnerung (OT: „Kowagaranaide Soba ni Ite“) von Long – Einzelband
Taste of Desire (OT: „Shitasaki ni Yoake no Aji“) von Aki Ueda – Einzelband
Teezimmerspiele (Original: Chashitsu Yuugi) von Dite – Einzelband

Quelle: egmont-manga.de

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The Art of Sun-Ken Rock

Name: The Art of Sun-Ken Rock
Englischer Name:
Originaltitel: The Art of Sun-Ken Rock
Herausgebracht: Japan: Shonengahosha 2015
Deutschland: Tokyopop 2016
Mangaka: Boichi
Bände: Einzelband
Preis pro Band: 19,95 €

the-art-of-sun-ken-rockInhalt & Eigene Meinung
„The Art of Sun-Ken Rock“ ist ein Softcover-Artbook mit buntem Schutzumschlag. Entfernt man diesen, sind darunter das Cover- und Backcover-Motiv in schwarz-weiß. Auf den Innenseiten des Umschlags befinden sich Informationen zu Boichi und eine Danksagung von ihm an seine Fans, dazu gibt es sogar eine schicke kleine Grußkarte an die deutschen Leser, die nur der Erstauflage beiliegen wird. Boichi ist der sympathische Zeichner von „Sun-Ken Rock„, der unter ärmlichen Verhältnissen in Korea aufgewachsen ist. Er kommt in dem Artbook sehr humorvoll, intelligent, trotz seines großen Talents bescheiden, nachdenklich, etwas rebellisch und vor allem Fan-orientiert rüber. Besonders auffällig ist seine enorme Wissbegierde (man könnte ihn auch getrost einen Nerd nennen) und sein Perfektionismus, der sich besonders in seinen Bildern widerspiegelt. Diese sind nämlich sehr realistisch und detailreich.

Doch kommen wir erst Mal zum Inhalt: Nach einem Vorwort des Mangakas erwartet uns eine umfangreiche Sammlung von Farbillustrationen zu „Sun-Ken Rock“, die nicht weiter kommentiert werden. Ab der Mitte des Artbooks geht es dann seltsamerweise mit einigen Schwarz-Weiß-Bildern weiter, obwohl der Sinn eines Manga-Artbooks doch eigentlich ist, zur Abwechslung Motive in Farbe zu präsentieren. „The Art of Sun-Ken Rock“ ist bisher das einzige Artbook, das ich kenne, in dem es einen Abschnitt nur mit Schwarz-Weiß-Artwork gibt. Wie dem auch sei. Es folgen Skizzen und Entwürfe, bei denen teilweise sogar die einzelnen Entwicklungsschritte von der Bleistiftzeichnung bis zur Farbillustration gezeigt werden. Auf den letzten Seiten findet ihr ein sehr ausführliches und lesenswertes „Boichi Special Interview“ über seine Vorbilder, Arbeitsabläufe und sogar seine Vergangenheit und sein Privatleben. Fotos von realen Orten und Bilder von den davon inspirierten Schauplätzen im Manga begleiten den Text. Boichi lässt außerdem gerne seine Assistenten Szenen nachstellen, die er dann fotografiert, um sich beim Zeichnen an den Fotos zu orientieren. Auch diese Fotos und die darauf basierenden Bilder aus dem Manga sind hier zu finden, so wie Fotos von Boichi und seinem Arbeitsplatz. Für seine Fans hat er sich etwas ganz Besonderes einfallen lassen und im Anschluss an das Interview den kompletten Entstehungsprozess des Artbook-Cover-Motivs in allen Arbeitsschritten genau dokumentiert. Zum krönenden Abschluss folgen noch eine Schwarz-Weiß- und eine Farb-Illustration, eine Bleistiftzeichnung sowie eine Übersicht aller „Young King“-Magazincover mit „Sun-Ken Rock“-Motiv („Young King“ ist das Magazin, in dem „Sun-Ken Rock“ in Japan erscheint).

cci17092016 Boichi zeichnet alles mit Bleistift vor, mit Tusche nach, scannt die Bilder ein und koloriert sie dann via Computer. Ein darin immer wiederkehrendes Motiv sind explodierende Kleidungsstücke (insbesondere Kens Hemden), deren Fetzen das Bild wie lodernde Flammen umrahmen, durch die Luft fliegende Steine und Funken, Blutspritzer, Regen, Schnee und auf einem Bild sieht es sogar so aus, als würde sich Ken in umherspritzendes Wasser auflösen. Das verleiht Boichis Werken viel Action und Dynamik. Hin und wieder geht er eher sparsam mit Farben um und lässt dafür lediglich Kens Augen in kräftigem Goldbraun oder Rot erstrahlen. Negativ fällt auf, dass sämtliche Bilder äußerst sexistisch sind: muskelbepackte Machomänner und leicht bekleidete Frauen, die ihr – manchmal sogar zerrissenes – Höschen zur Schau stellen, wenn sie denn überhaupt eins tragen, auf jeder Seite. Kaum vorstellbar, dass Boichi einst mit Manwha für kleine Mädchen angefangen hat. Ich finde es übrigens schade, dass keine Bilder aus jenen frühen Werken im Artbook abgedruckt wurden, da ich mir so gar nicht vorstellen kann, wie seine Mädchen-Manwhas ausgesehen haben könnten und ich es immer spannend finde, zu sehen, wie sehr sich der Zeichenstil eines Künstlers über die Jahre verändert hat. Wenn man bedenkt, wie perfektionistisch Boichi ist und wie akribisch er Staubkörner aus seinen gescannten Bildern entfernt, wäre er sicher verärgert darüber, dass an manchen Seitenrändern die gegenüberliegende Seite abgefärbt hat. Sowas sollte eigentlich nicht sein und ich hoffe Tokyopop lässt sich künftig etwas einfallen, um so etwas zu verhindern.

Obwohl die Bilder sehr ausdrucksstark sind, kann ich mir gut vorstellen, dass nicht jeder etwas mit Boichis realistischem Stil anfangen kann, der eher an westliche Comics als an Mangas erinnert. Mich persönlich stören zum Beispiel die Manga-typisch übertrieben großen Augen der Frauen, da sie einfach nicht zum ansonsten realistisch gehaltenen Zeichenstil passen. Außerdem bedeutet „realistisch“ natürlich nicht unbedingt „hübsch“ bzw. ästhetisch ansprechend. Aber wenn euch Boichis Stil gefällt, könnt ihr bedenkenlos zugreifen. Auf den 122 Seiten wird schließlich eine Menge geboten und der Preis ist absolut in Ordnung. Für „Sun-Ken Rock“-Fans ein absolutes Must-Have!

The Art of Sun-Ken Rock: © 2015 Boichi, Shonengahosha / Tokyopop

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Connichi 2016 – Teil 1

Freitag, 09.September 2016

Staubedingt haben wir leider den kompletten Freitag inkl. Eröffungsfeier verpasst, von daher hier die wichtigsten Programmpunkte aus dem offiziellen Connichi-Programm:

Als Ehrengäste waren in diesem Jahr eingeladen:

  • Fubito Endo & Kurumi Fujioka (Musiker)
  • U-Ya Asaoka (Sänger)
  • Boichi (Zeichner)
  • Akio Watanabe (Zeichner)
  • Takeshi Miyagawa (Figurenkünstler)
  • Hiroyuki Yamaga (Chef Studio GAINAX)
  • Yoshiyuki Sadamoto (Charakter-Designer)
  • Rooster Teeth (Synchronsprecher)
  • Lea Kalbhenn (Synchronsprecherin)
  • Tim Schwarzmeier (Synchronsprecher)
  • Franciska Friede (Synchronsprecherin)
  • Utsumi Ikko & Yuta Toshihiro (Taiko-Trommler)
  • Anna Backhausen & Sophie Schönhammer (Mangaka)
  • Nana Yaa (Zeichnerin)
  • Lenneth (Cosplayerin)
  • Enji Night (Cosplayerin)
  • TaeYeon (Cosplayerin)
  • Norihiro Hayashida (Produzent)
  • Kampfgruppe Kalas (Showact)
  • Kaneta Rena (Showact)
  • Samurai (Showact)

Wir haben versucht, die Ehrengäste noch einmal exklusiv für unseren Bericht zu fotografieren, jedoch haben sich nur die wenigsten darauf eingelassen bzw. einige waren aus unbekannten Gründen generell für die Connichi nicht verfügbar. Aber wir haben dafür als kleines Trostpflaster Fotos von Auftritten etc., auf denen sie zu sehen sind.

Ab 14.15 Uhr gab es in der Stadthalle Kassel schon volles Programm:

Showacts wie Sayuri (Newcomer mit Gesang auf Anime/Gaming/Disney) oder den beiden Taiko-Trommlern Utsumi Ikko & Yuota Toshihiro boten im Blauen Saal bzw. dem Festsaal die ersten Highlights, während parallel Workshops zum Anfertigen leckerer Bentos, eleganten japanischen Haarschmucks oder Cosplayfotografie stattfanden. Auch einige Panels mit u.a. dem Cosplayer Lenneth waren schon am Laufen.

Gegen 16.15 Uhr fand laut Plan die Eröffungsfeier statt, bei der die Orga neben der offiziellen Begrüßung allgemeine Informationen zur Con, zum Programm uvm. an die Besucher weitergab.

Ein weiteres Highlight des Abends war auch der deutsche Vorentscheid der European Cosplay Gathering, dessen Gewinner/innen stellvertretend für Deutschland zum Hauptentscheid nach Paris fahren dürfen.

Die Gewinner waren:

  • Gruppencosplay 3.Platz: Kassel 4nia Girls,  2.Platz: Imparty Club, 1.Platz: Dragon Age
  • Solocosplay: 3. Platz: Kaiti H., 2. Platz: Final Fantasy 14 Arsla, 1. Rumpelstilzchen

Das Abendprogramm gestaltete sich neben zahlreichen Contests zu Cosplay Videos, AMVs, Nudelschlürfen und Anime-/Mangawissen auch aus einem Lichterfest auf dem Matsurimarkt im Innenhof der Stadthalle, dass bei trockenem Wetter mit einem Feuerwerk abschloss.

Danach gab es für alle Nachtaktiven eine Connichi-Party in der Weinkirche, die laut einigen Besuchern bis in die frühen Morgenstunden ging.

Samstag, 10.09.2016

Der Con-Samstag begann schonmal 100 % besser als der Freitag: die Anfahrt mit Bus und Tram lief problemlos, sodass man pünktlich am Einlass der Stadthalle ankam.

Draußen staute sich eine große Besucherschlange vor den Tageskassen, was eigentlich ja kein Problem ist…nur ausgerechnet heute sollte der liebe Wettergott nicht mitspielen und den ganzen Tag mit einem ekligen Nieselregen nerven.

Kurz zum Aufbau der Connichi:

Im Außenbereich vor dem Haupteingang waren vereinzelte Ess- und Händlerstände aufgestellt.

Im Erdgeschoss waren direkt nach dem Einlass die Verlags- und Publisherstände, eine Gaming Zone mit zahlreichen Leihgaben von Nintendo, ein Bereich für Zeichner/Aussteller und der große Händlerbereich mit Zugang zum Innenhof.  Auf beiden Seite konnte man per Treppe in den ersten Stock gehen, wo die beiden großen Veranstaltungsräume „Blauer Saal“ und „Festsaal“ neben dem Gesellschaftsraum, dem GO-Spielzimmer und zahlreichen Workshop-/Panelräumen und weiteren Ständen von Händlern und Publishern zu finden waren. Auch hier gab es einen Zugang zum Innenhof, über den man das Matsurizelt mit traditionell asiatischen Ess- und Spielständen, ein Eventzelt mit Karaoke und den Zugang zum Stadtgarten findet.

Bereits jetzt tummelten sich zahlreiche Besucher und Cosplayer in den Gängen und Sälen, was die Suche nach einem freien Sitzplatz zu einem Spiel auf Zeit machte: wer zu spät kommt, muss leider draußen bleiben.

Den Blauen Saal eröffnete die Showgruppe Vapid Superior mit Ihrem Programm „Black Butler – Bizarre Bedtime Story“, dass sie hier zum letzten Mal aufgeführt haben.

Die Geschichte war durchsetzt mit zahlreichen humoristischen Einlagen, Drama und Tanzdarbietungen, was Vapid Superior über die letzten Jahre eine große Anhängerschaft beschert hatte, die sich hier nun tummelte.

Im Festsaal fand parallel der Connichi-Cosplay-Wettbewerb statt, der sehr gut besucht war. Zu gewinnen gab es neben Connichi-Tickets für 2017 auch Pakete mit Goodies der Sponsoren. Hauptpreis war eine Nähmaschine. Hier eine Übersicht der Gewinner:

Gruppencosplay: 3. Platz: Star Trek Beyond, 2. Platz: Game of Thrones, 1. Platz: Kingdom Hearts
Solocosplay:  3. Platz: Sindbad, 2. Platz: Small Lady Sailor Moon, 1. Platz: Link

Das Nachmittagsprogramm in den beiden großen Sälen war geprägt z.B. von Kabarett (Shinji Schneider), traditionell asiatischem Kulturprogramm (Taiko-Trommler, Action-Theater-Gruppe Kaneta Rena, Kabuki-Theatergruppe Samurai) oder Kleinkunst (Poetry Slam).

Im Blauen Saal trat die Band Ongaku no Kara auf, die trotz einer erkrankten Sängerin und einigen technischen Startschwierigkeiten ein ordentliches Programm ablieferten:

Die Setlist bestand aus bekannten Songs von Animes, Disney, Games uvm. Jeweils mit einem Video auf der Leinwand unterlegt wurde so der voll besetzte Saal ordentlich eingeheizt. Eine große Stärke der Band (neben dem Musizieren) ist die Kommunikation mit dem Publikum: Es wurden lustige und interessante Anekdoten aus dem Bandleben zum Besten gegeben, bei denen jeder zumindest mal kurz schmunzeln musste. Ongaku no Kara hatten sichtlich Spaß an ihrem Auftritt und sind für jeden Conbesucher einen Blick wert.

Gerade bei diesen Publikumsmagneten offenbarte sich eine große Schwäche der Connichi: Platzmangel.

Insgesamt waren am Wochenende 27.000 Besucher auf der Connichi unterwegs, was man (auch gerade wegen des durchwachsenen Wetters) vor allem in den schmalen Gängen und viel zu schnell gefüllten Veranstaltungs- und Workshopräumen merkte. Wer sich nicht bereits 40-60 Minuten vor Veranstaltungsbeginn vor einem der großen Säle einfand, hatte im Endeffekt kaum noch eine Chance auf einen Sitzplatz (Einzelpersonen noch eher als Kleingruppen ab 2 Personen). So konnte es vorkommen, dass man schon 15 Minuten vor Showbeginn vor verschlossenen Türen und sichtlich bemühten Orga-Menschen stand, die noch den ein oder anderen in den Saal zu stopfen versuchten.

Da der Besuchertrend der Connichi in den letzten Jahren stetig steigend war (2016 nochmal 1.000 Besucher mehr als 2015), sollte auf lange Sicht über einen Locationwechsel oder eine Umorganisation bzw. Entzerrung der Programmpunkte nachgedacht werden.

Auch die Orga war teilweise sichtlich überfordert: so wurden vor dem Abendprogramm alle Besucher aus dem Festsaal für einen ominösen Umbau des Konzertes von Fubito Endo gebeten, um dann draußen bis um 18:15 Uhr (18:00 Uhr war eigentlich Konzertbeginn) in einer ständig wechselnden Warteschlangenkonstellation und unter stetig steigendem Hitze- und Schweißpegel zu warten.

Doch das Warten hatte sich gelohnt:

Sänger Fubito Endo, bekannt aus Soundtracks zu Spielen wie bspw. „Final Fantasy“, gab sich die Ehre und bescherte den zahlreichen Besuchern ein wahres Feuerwerk an Gesangskunst. Begleitet wurde er hierbei von Kurumi Fujioka, Mitglied der Metal-Band Fate Gear, auf dem Piano.

Fubito Endo hatte sichtlich richtig Lust auf das Konzert und bot neben seinen erstklassigen Gesangseinlagen auch die ein oder andere interessante Anekdote aus seinem Leben.

Zu guter Letzt gab es mit „One Winged Angel“, dem Theme des Antagonisten Sephiroth aus „Final Fantasy 7“, noch einmal einen richtigen Gänsehautkracher.

Das Abendprogramm klang aus mit einem nicht immer jugendfreien AMV-Wettbewerb, einem FSK 18 Synchron-Workshop und einem Matsuri-Lichterfest im Innenhof (das Feuerwerk musste wahrscheinlich wegen des anhaltenden Regens ausfallen).

So ging ein ereignisreicher Con-Samstag zu Ende.

Weiter geht es in Teil 2 unseres Berichtes über die Connichi 2016.

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Connichi 2016 – Teil 2

Sonntag, 11. September 2016

Das Wetter am Sonntag hatte sich zwar gegenüber Samstag zum Positiven geändert (es war trocken und teilweise sonnig), aber dafür kam ein viel nervigeres Problem auf:

Parallel zur Connichi fand am Sonntag der E.ON-Stadtmarathon in der Innenstadt Kassel statt, der den Öffentlichen Nahverkehr den halben Tag absolut verkomplizierte und teilweise zum Erliegen brachte. Viele Bus- und Tramlinien fuhren gar nicht, manche mit geändertem Zeit- und Halteplan. Auch die Straßensperrungen stellten ein großes Problem für alle Autofahrer dar, die sich über Schleichwege zur Stadthalle vorkämpfen mussten. Durch den zusätzlichen Ansturm von Besuchern in Kassel waren die Bahnen ständig überfüllt und die Fahrten zogen sich massiv in die Länge wie Kaugummi. Hier sollte die Orga der Connichi (die sicherlich nichts gegen diese „Großveranstaltung“ ausrichten konnte außer Abnicken) auf jeden Fall nochmal resümierend mit dem Marathonveranstalter sprechen, damit so eine absolut destruktive Veranstaltungskollision nicht mehr vorkommt.

Wenn man dann aber mal an der Stadthalle angekommen war, ging alles zum Glück seinen üblichen Lauf. Den Auftakt am Sonntag machte die Verleihung des Pochi-Award bei dem Preise an Verläge, Publisher und Autoren vergeben wurden, über die das Publikum per Online-Voting abstimmen konnte.

Hier die Gewinner der einzelnen Kategorien:

  • Animefilm: „Dragon Ball Z: Kampf der Götter“ (Universum Anime)
  • Animeserie: „No Game No Life“ (KSM)
  • Manga National: „Sternensammler“ von Anna Backhausen & Sophie Schönhammer (Tokyopop)
  • Manga International: „Hiyokoi“ von Moe Yukimaru (Tokyopop)
  • Videospiel: „Deponia Doomsday“ (Daedalic)
  • Ehrenpreis: Lars Erbstößer & Steffi Hölzer für Ihr Wirken in der Manga-/Animeszene

Die beiden Moderatoren waren sichtlich gut aufgelegt und brachten alles kurz, aber interessant auf den Punkt. Trotzdem wirkten sie sehr gehetzt wegen des anschließenden World Cosplay Summit Vorentscheides, was etwas schade für die motivierten Moderatoren war.

In einer kleinen Mittagspause haben wir auch das Speisen-/Getränkeangebot getestet. Leider sind es sehr wenige gastronomische Anlaufstellen, weshalb egal zu welcher Uhrzeit mit langen Warteschlangen zu rechnen ist. Das Angebot ist nicht sehr originell (meist Bratwurst + Pommes), hier wäre etwas mehr Abwechslung ganz passend, bspw. durch Foodtrucks mit asiatischen Speisen. Dafür könnte man bspw. an den Bubbletea-Ständen sparen. Auch die Preisleistung passt nicht immer für kleine Schülergeldbeutel (eine Schüssel Ramen im Matsuri schlägt mit 6,50 € zu Buche). Aber alles im allem war es durchweg sehr lecker und für den großen Hunger/Durst gab es auch einen kleinen Edeka um die Ecke. 😉

Doch ein weiteres Tageshighlight ließ nicht lange auf sich warten:

Der WCS 2017 Vorentscheid wurde eingeleitet durch einen fulminanten Trailer mit Zusammenschnitten der WCS-Endrunde 2016 in Japan. Danach kamen die beiden Vertreter des Vorjahres Team CupCat (Shiroku und Chiko), die einen tollen 4. Platz im Finale belegt hatten, auf die Bühne und führten Ihr Finalprogramm auf (Gänsehautmoment: Shirooooooo).

Danach übernahmen die beiden die Moderation des Vorentscheides und füllten die Umbaupausen mit kleinen Anekdoten zu ihrem WCS-Trip (unterlegt mit ansehnlichen Bildern).

Die teilnehmenden Teams wurden von einer Fachjury, die zum Großteil aus ehemaligen WCS-Teilnehmern bestand, beurteilt.

Das Gewinnerteam darf 2017 zum Finalentscheid nach Japan reisen, um sich dort gegen ca. 30 konkurriende Teams zu beweisen.

Hier die Gewinner des WCS Vorentscheides:

  • Team Germany: Kassel 4nia Girls
  • Runner-Up: Demonic Innocence
  • Kostümpreis: DogCookie
  • Sonderpreis: Daiphonia

Nach dem WCS-Vorentscheid gab es für viele ein sehr emotionales Wiedersehen:

Die Showgruppe Yume, bekannt für ihre aufwendig inszenierten Sailor Moon-Shows, hat sich bereit erklärt, eine allerletzte Show mit dem Titel „Chaos no Tan Pure“ auf der Connichi 2016 zu spielen. Hier wird Usagi kurz vor ihrem 20. Geburtstag mit einem mächtigen Gegenspieler, dem „Chaos“, konfrontiert und muss um ihre Freunde und ihre große Liebe Mamoru bangen.

Der Auftritt war absolut sensationell gespielt und gesungen, immer eine gesunde Mischung aus Humor, Drama und Action. Gerade Sängerin Yaten als Chaos und Desi als Usagi/Sailor Moon lieferten eine absolut überzeugende Vorstellung, die in einem finalen Zweikampf mündet, der seinesgleichen sucht. Man merkt Yume sichtlich an, dass sie auf jeden Fall richtig Lust auf diesen Auftritt hatten und nochmal alles an Herzblut rausholen wollten, was nicht schon vorher auf der Abschiedstour abgerufen worden war. Zum Abschluss gab es noch einige warme Worte und Danksagungen an die eigenen Mitglieder, wobei kein Auge trocken blieb. Der letzte Auftritt war definitiv gelungen und alle Besucher, die ihn noch erleben konnten, haben so eine tolle Erinnerung für schlechte Tage mit nach Hause genommen.

Der Sonntag neigte sich dem Ende zu und die Abschlussveranstaltung kam näher.

Hier kam leider noch ein negativer Aspekt ans Licht: die Einlasskontrollen auf dem Gelände.

Es ist ganz klar, dass bei 27.000 Besuchern die Zugänge zu Sälen, Workshop-Räumen und auch zwischen Stadthalle und Stadtgarten streng überwacht werden müssen, damit niemand ohne Ticket oder mit irgendwelchen gefährlichen Gegenständen o.ä. einfach so in die Stadthalle spaziert. Das wurde auch meistens sehr souverän vom Security-Service bzw. den Orga-Helfern umgesetzt.

Grenzwertig wird es jedoch, wenn Besucher, die noch zur Abschlussveranstaltung wollen, während diese schon 5 Minuten läuft, nicht mehr in die Stadthalle gelassen werden. Wenn der Saal voll ist, ist es klar, dass man aus logistischen Gründen nicht mehr in den Saal kommt, aber wenn man, ob wegen eines Toilettenbesuchs oder sonstigen Gründen nicht mehr auf das Gelände der Stadthalle gelassen wird, ist das etwas übereifrig. Peinlicher Höhepunkt der geschilderten Situation: Die Gewinner des ECG wurden von den Orga-Helfern vom Stadtgarten nicht mehr in die Stadthalle gelassen und konnten erst nach einer sehr umständlichen Kommunikationskette in den Festsaal, um ihren Preis entgegenzunehmen.
Hier einfach in Zukunft nicht mit 110% Übereifer an die Sache rangehen, 100% reichen auch aus. 😉

Zur Abschlussveranstaltung:

Eingeleitet wurde sie durch das Abspielen der AMV-Gewinner und Showeinlagen der Kabuki-Gruppe Samurai und Kampfshowgruppe Kaneta Rena.

Moderiert wurde der Abschluss durch die Connichi-Orga, die neben den Gewinnern der Cosplay-Wettbewerbe auch einige Personaländerungen im Orga-Team mitteilte.

Abschließend wurde noch eine Danksagung an alle Ehrengäste und natürlich die Helfer und Unterstützer der Connichi ausgesprochen, bevor die Connichi 2016 offiziell für beendet erklärt wurde.

Natürlich waren auch wieder zahlreiche Cosplayer auf der Connichi 2016 unterwegs.
Hier ein kleiner Auszug:

Fazit:

Die Connichi wird ihrem Ruf als eine der langlebigsten und größten Anime-/Manga-Conventions im deutschsprachigen Raum mehr als gerecht: tolle Orga, tolles Programm, tolle Location.

In Sachen Zukunftsplanung, was die Kapazität der Location, die Absprache mit anderen Veranstaltungen und andere kleine organisatorische Feinheiten wie Preis-Leistungsverhältnis bzw. Angebot bei Speisen/Getränken oder Einlasskontrollen angeht, sollte man jedoch etwas langfristiger denken, um allen Besuchern ein möglichst stressfreies und umso angenehmeres Con-Erlebnis bieten zu können.

Wir kommen auf jeden Fall gerne wieder, denn die Connichi ist wirklich eines der Con-Highlights des Jahres 🙂

Infos zur Connichi 2016:

Wann: 09.-11. September 2016
Wo: Stadthalle Kassel
Wer: Animexx e.V.
Eintritt: 3-Tages-Karte 61 €, Tageskarte zwischen 29 € und 47 €

Bericht: Beckman
Fotos: Noyomiko

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