Folge den Wolken nach Nord-Nordwest

Name: Folge den Wolken nach Nord-Nordwest
Englischer Name: Go with the Clouds, North-by-Northwest
Originaltitel: Hokuhokusei ni kumo to ike
Herausgebracht: Japan: Kadokawa 2017
Deutschland: Carlsen 2019
Mangaka: Aki Irie
Bände: 3 Bände, wird fortgesetzt
Preis pro Band: 12,00 €

Story:
Der 17-jährige Japaner Kei Miyama lebt nach dem Tod seiner Eltern bei seinem Großvater Jacques in Island und arbeitet dort als Detektiv, wobei sich seine Aufträge eher darauf beschränken, Habseligkeiten und Haustiere wiederzufinden. Jacques ist Franzose und ein ziemlicher Aufreißer, der selbst junge, bildhübsche Frauen herumkriegt. So auch Katla, die sich in ihn verliebt, als er ihr ihr verlorenes Bikini-Oberteil zurückbringt. Ausgerechnet Kei beauftragt sie damit, jenen geheimnisvollen Mann ausfindig zu machen, was diesem natürlich äußerst leicht fällt. Beide verfügen über besondere Fähigkeiten: Kei kann mit Elektrogeräten reden und Jacques mit Vögeln. Die intensivsten Gespräche führt Kei mit dem Auto, das ihm sein Opa geschenkt hat, wobei Kei allerdings kein besonders guter Fahrer ist, was dazu führt, dass er die Nacht mitten im Nirgendwo in seinem Wagen verbringen muss, nachdem dieser umgekippt ist. Eine mysteriöse Frau steigt zu allem Überfluss auch noch nachts bei ihm ein und klaut seine Wolldecke, während er schläft.

Keis 15-jähriger kleiner Bruder Michitaka lebt in Japan bei seinem Onkel und seiner Tante. Als Kei ihn nicht mehr erreichen kann, fliegen er und Jacques kurzerhand nach Japan, wo sie mit Entsetzen erfahren müssen, dass seine Tante bei einem Autounfall gestorben ist, woraufhin sein Onkel an einer Krankheit verstorben ist. Von Michitaka fehlt seit zwei Monaten jede Spur. Ohne einen Anhaltspunkt reisen die beiden nach Island zurück, wo Kei die geheimnisvolle Diebin beim Nacktbaden erwischt. Wie sich herausstellt, ist sie Katlas Nichte und eine Musikerin. Ihr Name ist Lilja und da sie in der Nähe Konzerte gibt, wohnt sie vorübergehend bei Katla. Um sich bei Kei fürs Spannen zu revanchieren, zieht sie ihm prompt die Unterhose aus. Eines Nachts wird Kei von einem Polizisten aus Japan verfolgt und zusammengeschlagen, der behauptet, ein Freund seines verstorbenen Onkels zu sein und auf eigene Faust gegen Michitaka zu ermitteln. Dieser soll seinen Onkel und seine Tante nämlich angeblich ermordet haben! Kei glaubt dem Mann natürlich kein Wort, doch als er daraufhin von Michitaka aufgelesen wird und mit ihm über alles redet, offenbart ihm Lilja, dass sie am Klang seiner Stimme erkennen konnte, dass Michitaka gelogen hat. Sie versteht zwar kein Japanisch, allerdings klängen die Töne, die er beim Reden erzeugt, schmutzig. So stolpert Kei geradewegs in seinen bisher größten Fall, dessen Auflösung ihm womöglich das Herz brechen wird…

Eigene Meinung:
Der Preis von 12 Euro schreckt sicherlich den ein oder anderen ab, allerdings muss man beachten, dass dieser Manga im Hochformat mit Aquarelleinband und Farbseiten erscheint und mit knapp 250 Seiten deutlich dicker ist als herkömmliche Mangas. Wobei man auch dazu sagen muss, dass, hätte der erste Band nur 180 Seiten oder weniger gehabt, wohl niemand auch nur in Erwägung gezogen hätte, sich Band 2 zuzulegen und weiterzulesen, da die Geschichte unfassbar lange braucht, um Fahrt aufzunehmen (pun intended). Erst in den letzten beiden Kapiteln erschließt sich dem Leser, wohin die Reise geht, sowohl storytechnisch als auch wortwörtlich, da in der Geschichte ja ständig zwischen Island und Japan hin- und hergependelt wird. An vielen Stellen finden sich sogar isländische Vokabeln. Warum Carlsen dieser Reihe die neue Genre-Bezeichnung „Special“ verpasst hat, ist mir allerdings ein Rätsel, wo es sich doch ganz eindeutig um einen Mystery-Manga handelt. Um nahezu jeden Charakter ranken sich Geheimnisse und Mysterien, die es zu ergründen gilt, weshalb dieser erste Band trotz des zähen Leseerlebnisses Lust auf mehr macht. War es wirklich Mord? Und hat Michitaka wirklich etwas damit zu tun? Und warum tut Lilja nach außenhin so, als wäre ihr Ehrlichkeit und Anstand sehr wichtig, wo sie doch Kei zuvor bestohlen hat? Alles hat zwei Seiten – Diese Lektion hat Kei bereits als Kind gelernt und verinnerlicht. Das gilt im Übrigen auch für den Zeichenstil, der einerseits sehr detailliert ist, aber andererseits auch wiederum sehr unsauber wirkt, insbesondere Hände und Füße scheinen Aki Irie leider gar nicht zu liegen. Auch wenn er die Charaktere in den Panels von weiter weg darstellt, sieht das leider alles andere als schön aus.

Der vorliegende Manga ist weder zeichnerisch noch storytechnisch so ganz ausgereift, allerdings unterstreicht gerade das auf wundersame Weise die Botschaft, die sich hinter diesem Island-Krimi verbirgt und man darf gespannt sein, welche Geheimnisse Kei noch aufdecken wird. Ich empfehle den Manga Fans von Serien wie „Get Backers“ und „Kemono Jihen“, die das Mystery-Genre mit Hauptcharakteren kombinieren, die mit übernatürlichen Kräften ausgestattet sind.

Folge den Wolken nach Nord-Nordwest: © 2017 Aki Irie, Kadokawa / Carlsen

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Kemono Jihen – Gefährlichen Phänomenen auf der Spur

Name: Kemono Jihen – Gefährlichen Phänomenen auf der Spur
Englischer Name:
Originaltitel: Kemono Jihen
Herausgebracht: Japan: Shueisha 2016
Deutschland: Altraverse 2019
Mangaka: Sho Aimoto
Bände: 8 Bände, wird fortgesetzt
Preis pro Band: 7,00 €

Story:
Mysteriöse Viehmorde im abgelegenen Hirschkalbdorf rufen den Detektiv Kohachi Inugami von der Kemono-Agentur auf den Plan, die Beratung bei paranormalen Vorfällen anbietet. Seiner Auftraggeberin gehört die „Herberge zum Hirschkalb“, in der ihr leiblicher Sohn Yataro Herrn Inugami fürsorglich bewirtet. Schließlich kommt der geheimnisvolle Fremde aus Tokio, wo Yataro gerne hinmöchte. Doch sein Traum platzt, als Herrn Inugami lieber von Kabane Kusaka, dem Neffen der Wirtin, der von allen aufgrund seines strengen Körpergeruchs wie ein Aussätziger behandelt wird, bedient werden möchte. Da die Wirtin nämlich Kabane mit der Beseitigung der Leichen beauftragt hat, weiß er als einziges Kind von den Vorfällen und kann dem Ermittler wertvolle Hinweise geben. Im Gegenzug erzählt Inugami dem 13-jährigen, dass es sich bei dem Anhänger, den ihm seine verschollenen Eltern hinterlassen haben, um einen wertvollen Lebensstein handeln soll. Als der neidzerfressene Yataro Kabane den Lebensstein eines Nachts wegnimmt, verwandelt sich dieser in einen Halbghul, woraufhin Yataro panisch das Weite sucht. Herr Inugami offenbart Kabane, dass sie beide Kemono sind: Herr Inugami ist ein Bakedanuki und Kabane halb Mensch, halb Ghul. Der Lebensstein hält Kabanes Ghul-Seite unter Verschluss, also kann der Junge die Tiere nicht getötet haben. Das bedeutet allerdings auch, dass der Täter noch auf freiem Fuß ist und Yataro in großer Gefahr schwebt. Kabane kann seinen Cousin zwar vor der wahren Bestie retten und sie töten, doch nun da Yataro die wahre Gestalt seines Cousins kennt, kann dieser nicht mehr im Dorf bleiben. Da Inugami von der Wirtin ohnehin den Auftrag erhalten hat, Kabane zu ermorden, erschießt er ihn kurzerhand.

Als Kabane wieder zu sich kommt – schließlich verfügen Ghule über enorme Heilkräfte und können nur durch Enthauptung getötet werden – sitzt er in Inugamis Wagen und wird von diesem nach Tokio mitgenommen. Der Halbghul soll künftig für die Kemono-Agentur arbeiten und erhält dadurch die Chance, seine Eltern zu suchen. Ihr erster Auftrag lässt auch nicht lange auf sich warten: Sanshi-Käfer haben einen Jungen und seine Mutter befallen und drohen sie und jeden aufzufressen, der sich ihnen nähert. Kabane erweist sich sogleich als nützlich, indem er die gestohlenen Schuhe entfernt, die die Kemono-Käfer, die sich von Schuldgefühlen ernähren, angezogen haben. In der Kemono-Detektei angekommen, lernt Kabane bald darauf seine neuen Mitbewohner kennen: den feindseligen Shiki, der halb Mensch, halb Arachne ist und den äußerst femininen Akira. Beide sind ungefähr in Kabanes Alter. Als der Konflikt zwischen Kabane und Shiki eskaliert, schickt Inugami die beiden als Bestrafung zu Inari, der Göttin der Ernte. Diese hegt im Hinblick auf Kabane bereits finstere Absichten…

Eigene Meinung:
„Kemono Jihen“ ist ein Manga, den man nur sehr schwer anhand des ersten Bandes beurteilen kann. Sho Aimoto nimmt sich nämlich sehr viel Zeit dafür, die Charaktere einzuführen und es ist kaum abzuschätzen, wie sich die Geschichte im weiteren Verlauf noch entwickelt. Nichtsdestotrotz kommt beim Lesen zu keiner Zeit Langeweile auf und ich fühle mich gut unterhalten. Ich kann zwar nur spekulieren, aber ich gehe davon aus, dass Kabane und die anderen in den Folgebänden einen mysteriösen Fall nach dem anderen auflösen werden und stets die titelgebenden Kemono involviert sind. Den roten Faden bildet dabei wohl Kabanes Suche nach seinen leiblichen Eltern und wie für das Mystery-Genre üblich werden wahrscheinlich erst nach und nach einige Hinweise auf deren Verbleib ausfindig gemacht. Ob dabei letztlich die Krimi-Aspekte überwiegen oder das Ganze früher oder später in einen Battle-Manga ausartet, in dem sich die unterschiedlichsten Kemono bekämpfen, ist nach Band 1 noch nicht abzusehen.

Zeichnerisch weiß der vorliegende Manga jedenfalls zu überzeugen. Insbesondere Kabane gibt einen ungewöhnlichen aber niedlichen Protagonisten ab, der mit seiner Weltfremdheit und seiner unterwürfigen Art viel Raum für Charakterentwicklung bietet. Nur wenn es um seine Eltern geht, kann er seinen bedingungslosen Gehorsam hin und wieder überwinden. Aufgrund der zu Beginn noch eher undurchsichtigen Story ist es nicht leicht, eine Empfehlung auszusprechen, aber ich denke, Fans von Mystery-Titeln mit Fantasy-Elementen, wie z. B. „xxxHOLiC“, werden hier voll auf ihre Kosten kommen.

Kemono Jihen – Gefährlichen Phänomenen auf der Spur: © 2016 Sho Aimoto, Shueisha / Altraverse

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Desperate Zombie

Name: Desperate Zombie
Englischer Name:
Originaltitel: Shokuryou kyoushitsu
Herausgebracht: Japan: Futabasha 2017
Deutschland: Tokyopop 2019
Mangaka: Story: Welzard
Zeichnungen: Renji Kuriyama
Bände: 3 Bände, wird fortgesetzt
Preis pro Band: 6,95 €

Story:
Eines Nachts sieht der Highschool-Schüler Sho Uraya im Vorbeigehen ein vermeintliches Pärchen beim Liebesakt. Doch als er noch einmal genauer hinsieht, wird ihm klar, dass es sich um zwei Jungs in der Uniform seiner Schule handelt und dass einer davon dem anderen das Gehirn aussaugt! Er sieht auch gar nicht menschlich aus, sondern wie etwas aus einem Horrorfilm! Kaum hat der monströse Menschenfresser sein Opfer in einem Stück heruntergeschluckt, widmet er sich als nächstes dem Augenzeugen des blutigen Spektakels! Doch als das Ungetüm auf Sho zukommt, verliert dieser vor lauter Angst das Bewusstsein und findet sich in seinem Bett wieder! Offenbar hat seine Schulfreundin Yoko ihn ohnmächtig vorgefunden und nach Hause gebracht. Noch unsicher, ob diese nächtliche Begegnung nicht vielleicht bloß ein Alptraum war, muss Sho beim Betreten des Klassenraums feststellen, dass jemand einen Zettel mit der Aufschrift: „In dieser Klasse gibt es einen Menschenfresser!“ an der Tafel befestigt hat! Als der Lehrer dann die Anwesenheit kontrolliert, gibt ihm Eri Tamaki einfach keine Antwort. Ermahnend gibt er ihr mit dem Klassenbuch einen leichten Klaps auf den Kopf, der daraufhin einfach abfällt und zu Boden kullert! Sofort bricht Panik aus und die Hälfte der Schüler rennt weg. Die 19 Schüler, die in der Schule geblieben sind, sollen von der Polizei befragt werden, doch da entdeckt Sho noch eine Leiche: Kaito, ein weiterer Klassenkamerad, wurde auf dem Dach aufgespießt! Sho nimmt daraufhin seinen ganzen Mut zusammen und erzählt den anwesenden Mitschülern von seiner Begegnung mit dem Menschenfresser. Sie kommen zu dem Schluss, dass der Mörder einer der geflohenen Klassenkameraden sein muss, da nur diese kein Alibi für die Gräueltaten haben.  

Daheim angekommen, werden sie alle von Klassensprecher Kota in eine Messenger-Gruppe eingeladen. Selbst die beiden ermordeten Mitschüler haben Einladungen erhalten, was die Mädchen ziemlich makaber finden. Plötzlich tritt Kaito zum Entsetzen aller auch noch tatsächlich der Gruppe bei und fügt Z hinzu! Dieser kündigt an, dass er von jetzt an jeden Tag einen von ihnen fressen wird, woraufhin viele die Gruppe im Affekt wieder verlassen. Z löscht seinen Account und nur noch eine Hand voll Schüler bleibt ratlos und verängstigt in der Gruppe zurück. Darunter Jueru, die Sho anruft und sich fragt, warum er von dem Monster verschont wurde. Außerdem möchte sie von ihm am Bahnhof abgeholt werden, da sie sich Zuhause bei ihren alkoholabhängigen Eltern nicht wohl fühlt. Auf dem Weg zu Shos Wohnung lauert den beiden ein Klassenkamerad mit einer Papiertüte auf dem Kopf auf und erklärt ihnen, dass er zwar ein Zombie ist, jedoch niemanden aus der Klasse töten würde, weil er alle gut leiden kann. Er will sich mit den beiden zusammentun, doch sie sollen niemandem etwas von dieser Begegnung erzählen. Von einem Moment auf den anderen löst er sich schließlich vor ihren Augen in Luft auf. Entgegen seiner Anweisung erstattet Sho den anderen in der Messenger-Gruppe Bericht über diesen Vorfall. Jueru offenbart ihm, dass sie bei ihm übernachten will und mitten in der Nacht fällt sie mit dämonisch verzerrtem Gesicht über ihn her. Auch andernorts lauert ein Menschenfresser jemandem aus Shos Klasse auf…

Eigene Meinung:
Welzard ist auch der Storywriter von „re:member“, einem Grusel-Manga, bei dem in erster Linie die abgedroschenen Asia-Horror-Klischees und die Dummheit der Charaktere zum Fürchten waren. Dementsprechend stand ich „Desperate Zombie“ eher skeptisch gegenüber und habe Welzard lediglich wegen der vielversprechenden Story-Beschreibung eine zweite Chance gegeben – Gott sei Dank! Zwischen beiden Mangas liegen sowohl von den Zeichnungen als auch von der Story her Welten! Kuriyama hat es wirklich drauf, schauderhafte Ungeheuer und grauenhaft verstümmelte Leichen zu Papier zu bringen. Ein wahrer Augenschmaus für jeden Horror- und Splatter-Fan! Welzard hat offensichtlich aus seinen vergangenen Fehlern gelernt und liefert eine komplexe Geschichte mit sympathischen Charakteren ab, die sogar allesamt dazu in der Lage sind, nachzudenken und logisch zu schlussfolgern. Insbesondere, dass Sho offen mit den anderen über seine Zombie-Begegnungen spricht, hat mich positiv überrascht, da man aus anderen Werken ja schon regelrecht gewohnt ist, dass die Protagonisten immer aus allem ein ziemliches Geheimnis machen, unabhängig davon, wie sinnvoll diese Heimlichtuerei überhaupt ist.

Fans von Mystery-Thrillern wie „Doubt“, „Judge“ und „Secret“ kommen hier voll auf ihre Kosten, da es sicherlich noch sehr spannend und interessant wird, mitanzusehen, wie die Charaktere versuchen, diese Mordserie aufzuklären, ohne dabei selbst getötet zu werden. Band 1 wirft so viele Fragen auf: Wer ist der Täter? Ist der Mörder überhaupt ein Zombie? Und wer ist der freundliche Zombie aus der Nachbarschaft, der sein Gesicht unter einer Papiertüte versteckt? Gute Horror-Mangas sind in Deutschland leider nach wie vor eine absolute Rarität, daher sollte hier wirklich jeder zugreifen, der das Horror-Genre und speziell Titel, in denen Menschen gefressen werden, wie z. B. „Attack on Titan“, „Tokyo Ghoul“ und „GANTZ“, mag. Für Leser unter 16 Jahren ist dieser Manga allerdings natürlich nicht geeignet.  

Desperate Zombie: © 2017 Welzard, Renji Kuriyama, Futabasha / Tokyopop

 

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Detektiv Conan – Double Face Edition

Name: Detektiv Conan – Double Face Edition
Englischer Name:
Originaltitel: Meitantei Conan: Double Face Selection
Herausgebracht: Japan: Shogakukan 2015
Deutschland: EMA 2019
Mangaka: Gosho Aoyama
Bände: Einzelband (Sonderband)
Preis pro Band: 6,00 €

Detektiv Conan FBI SelectionInhalt & Eigene Meinung
Und schon ist er da, die neueste Edition zum „Detektiv Conan“-Universum. Dabei ist er eigentlich gar nicht neu, denn in Japan erschien die „Double Face Edition“ bereits 2015. Neben der ohnehin anfallenden Wartezeit zwischen japanischer und deutscher Veröffentlichung entschied sich aber EMA dazu zwischenzeitlich noch zwei eigene Editionen herauszugeben, wodurch die deutschen Fans immerhin vier Jahre warten mussten.

Hinter dem verheißungsvollen Titel verbergen, grob gesagt, ausgewählte Fälle von Charakteren, die etwas zu verbergen haben. Diese finden sich im Inhaltsverzeichnis aufgelistet: Conan Edogawa, Kaito KID, Ai Haibara, Vermouth, Shuichi Akai, Rena Mizunashi und Toru Amuro. Schon die Übersicht ist allerdings nicht stringent geordnet, denn bei manchen Charakteren wurden deren Decknamen angegeben, bei anderen die Codenamen, bei manchen fehlen die (obwohl bekannten) Klarnamen. Das hätte wirklich sortiert werden können. Zumal in der deutschen Ausgabe ein Tippfehler unterlaufen ist („Shio Miyano“).

Dass eine klare Linie fehlt, wird auch inhaltlich deutlich. Denn es findet sich alles: (Arbeits-)Tarnidentität, Alter Ego oder auch einfach die mitschwingende Frage, auf welcher Seite ein bestimmter Charakter eigentlich wirklich steht.  

Etwas lieblos sind daher auch die Fälle ausgewählt: Beliebte Fälle, aber nicht unbedingt immer passende. Konkret handelt sich es sich um den „Mord in der ersten Reihe“, den Shinichi Kudo als maskierter Ritter löst (Ep. 205/206, hier nur Kap. 256/257, Band 26), den sich anschließenden Fall „Die letzte Fahrt des Chefs“ (Ep. 207/208, Kap. 258-260, Band 26), den Shinichi noch lösen kann, bevor er sich in Conan zurückverwandelt, den ersten Auftritt von Kaito KID in „Meisterdieb 1412“ (Ep. 78/79, Kap. 156-159, Bd. 16), und ein weiterer, bei dem der Phantomdieb mit den Detective Boys auftritt (Ep. 699/700 JZ, Kap. 815-817, Bd. 77). Es folgen der Rückblenden-Fall „Mord in New York“ (Ep. 308-310, Kap. 350-354, Bd. 34/35), das einzelne Kapitel 599 „Akais Vergangenheit“ (Bd. 58), der Fall um die Klingelstreiche bei Rena Mizunashi (Kap. 499/500, Bd. 48) sowie ein Fall, in dem Bourbon und Vermouth undercover agieren (Kap. 850-852, Bd. 80/81).

Was bei der Auswahl erschwerend auffällt: Es stehen wirklich nur die getarnten Personen im Vordergrund, nicht die eigentlichen Kriminalfälle. Anders ist es nicht zu erklären, dass mehrere Fälle nur teilweise abgedruckt wurden, also z.B. erst nach der eigentlichen Mordhandlung einsetzen. Oder der Klingelstreich-Fall, der nur aufgenommen wurde, weil Rena Mizunahsi auf den letzten beiden Seiten als Kir bekannt wird. Im Gegensatz zu früheren Editionen wird hier also mehr oder minder vorausgesetzt, dass der Lesende die Fälle kennt. Die Fans dagegen kommen mit immerhin beliebten Fällen auf ihre Kosten.

Dazwischen gibt es wieder Info-Seiten, diesmal mit echtem Mehrwert, da die wesentlichsten Informationen zu den betreffenden Charakteren kompakt zusammengefasst werden und das bis zum (damaligen) Stand der Serie, als etwa Band 80.

„Detektiv Conan“ ist ein echter Erfolgsgarant. Da wundert es nicht, dass die nächsten Sonderbände schon angekündigt sind.

© Rockita

Detektiv Conan – Double Face Edition: © 2015  Gosho Aoyama  Shogakukan/EMA

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Sword Art Online – Phantom Bullet

Name: Sword Art Online – Phantom Bullet
Englischer Name: Sword Art Online – Phantom Bullet
Originaltitel: Sword Art Online – Phantom Bullet
Herausgebracht: Japan: Kadokawa 2014
Deutschland: Tokyopop 2019
Mangaka: Charakterdesign: abec
Original-Story: Reki Kawahara
Zeichnungen: Koutarou Yamada
Bände: 3 Bände, wird fortgesetzt
Preis pro Band: 6,95 €

Story:
Seit Kazutos und Asunas Rückkehr in die reale Welt ist nun schon ein Jahr vergangen. In dem VRMMO „Gun Gale Online“, kurz GGO, macht ein mysteriöser Spieler namens „Death Gun“ von sich reden, indem er einen der Top-Spieler durch einen Monitor hindurch erschießt und dabei scheinbar auch dessen Tod im realen Leben herbeiführt. Die Todesursache ist ein Herzinfarkt. Der Leiter der einstigen SAO-Sondereinheit Seijirou Kikuoka setzt Kazuto auf den Fall an. Obwohl dieser das Ganze zunächst als einen Zufall abtut, willigt er ein, als Seijirou ihn darauf hinweist, dass es noch ein weiteres Opfer gab und dass das Schicksal des Virtual-Reality-Gamings auf dem Spiel steht! Insbesondere letzteres trifft Kazuto besonders hart, da er doch davon träumt, durch Augmented-Reality eines Tages auch im realen Leben mit Yui interagieren zu können, die für ihn und Asuna wie eine Tochter ist. Nach einem Date mit Asuna in der Nähe des Kaiserpalasts im Zentrum von Tokyo eröffnet er ihr, dass er vorhat, seinen Charakter Kirito von ALO in ein anderes Game zu konvertieren.

Indessen macht sich die kühle PvP-Spielerin Sinon in GGO als beste Scharfschützin einen Namen und vernichtet jeden Gegner, der ihr in die Quere kommt, ganz gleich wie aussichtslos ein Kampf auch erscheinen mag. Durch das Erlegen eines unbekannten Boss-Monsters konnte sie drei Monate zuvor das überaus seltene Riesengewehr Ultima Ratio Hécate II erlangen. Seither strebt sie danach genauso gefühlskalt, unerschütterlich und tödlich zu werden wie ihre Waffe. Als Kirito die unbarmherzige Western-Welt von GGO betritt, in der der Geruch von Schießpulver in der Luft liegt und ein Avatar furchteinflößender aussieht als der andere, muss er mit Entsetzen feststellen, dass sein zufällig generierter Avatar ausgerechnet das Erscheinungsbild einer süßen jungen Frau hat! Wie soll er in dieser Gestalt bloß Death Gun auf sich aufmerksam machen und den Fall lösen?

Eigene Meinung:
Nach „Aincrad“ und „Fairy Dance“ erhält nun auch endlich der dritte Handlungsbogen der „Sword Art Online“-Romanreihe seine eigene Manga-Adaption. Als SHONEN ATTACK-Titel wartet die Erstauflage mit einem einseitig bedruckten Poster auf. Doch selbst wer nur noch eine spätere Auflage ergattern kann, muss nicht auf das schöne Motiv verzichten, da es auch auf der ersten Seite des Buchs in Farbe zu sehen ist. Leider ist es nun bereits fast 3 Jahre her, dass in Japan ein neues Kapitel erschienen ist, sodass die Ungeduldigen unter euch mit dem Anime oder den entsprechenden Light-Novel-Bänden besser bedient sein dürften. Da der komplette Aincrad-Arc auf den ersten knapp 40 Seiten noch einmal zusammengefasst wird, erfordert dieser Manga streng genommen keine Vorkenntnisse, ich würde euch aber dennoch empfehlen, euch zunächst einmal die erste Staffel des Animes anzusehen oder die ersten beiden Arcs in welcher Form auch immer durchzulesen. Solltet ihr dies tun, wird euch ein unschöner Kontinuitätsfehler auffallen: Obwohl Kirito die schwebende Festung Aincrad am Ende des „Fairy Dance“-Arcs wiederhergestellt hat, reden Kazuto und Asuna in diesem Manga so, als wäre die Festung nach wie vor zerstört.

Die alten Hasen werden sich sicherlich darüber ärgern, dass der Rückblick auf den ersten Arc gleich ein Viertel des kompletten ersten Bands ausmacht. Für folglich gerade mal 120 Seiten von brauchbarem Inhalt erscheinen 6,95 € schon etwas happig. Allerdings liefert Koutarou Yamada eindrucksvolle Zeichnungen ab und Reki Kawaharas Story besticht auch weiterhin durch eine Mischung aus Action, Romance, Science-Fiction und einer Prise Humor – dieses Mal sogar gepaart mit Crime, was auch für die Mystery-Fans interessant sein dürfte. Das Setting ist auf jeden Fall vielversprechend und macht Lust auf mehr. Bleibt nur zu hoffen, dass dieser Manga auch noch eines Tages zu seinem wohlverdienten Abschluss gebracht wird.

Sword Art Online – Phantom Bullet: © 2014 abec, Reki Kawahara, Koutarou Yamada, Kadokawa / Tokyopop

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Detektiv Conan – Aufgewacht, Kogoro!

Name: Detektiv Conan – Aufgewacht, Kogoro!
Englischer Name:
Originaltitel: Detektiv Conan – Aufgewacht, Kogoro!
Herausgebracht: Deutschland: EMA 2018
Mangaka: Gosho Aoyama
Bände: Einzelband
Preis pro Band: 6,00 €

Inhalt & Eigene Meinung
Darauf haben viele Fans sehnsüchtig gewartet: Nachdem bereits die anderen Hauptcharaktere im engeren Sinne aus „Detektiv Conan“ mit einer eigenen Auswahl-Selection bedacht wurden, kommt nun der Detektiv der Herzen, der „schlafende“ Kogoro Mori zum Zuge. Zuvor hatte er mehrmals in Fan-Abstimmungen den Kürzeren gezogen. Die Fälle, in denen der meist trottelige Privatdetektiv zu Höchstformen aufläuft, zählen aber zu den unterhaltsamsten der Serie, von daher ist es dem deutschen Label EMA hoch anzurechnen, dass sie ihm, auch ohne japanische Vorlage, einen eigenen Band widmen.

Die Auswahl der Fälle übernahmen wieder zwei Mitarbeiter der Online-Plattform „ConanNews.org“ gemeinsam mit dem zuständigen EMA-Redakteur. Die Zusammenarbeit hatte sich bereits in der Vergangenheit bewährt. Und wieder beweist das Trio im vorliegenden Fall ein glückliches Händchen mit der Wahl, denn es werden wirklich die verschiedenen Facetten eines nur auf den ersten Blick eindimensionalen Charakters abgebildet. Und natürlich kommt seine nicht verflossene Liebe zu seiner getrennt lebenden Ehefrau Eri Kisaki vor. Denn der „Detektiv, der seine Fälle im Schlaf löst“ wird immer dann zum Meisterdetektiv, wenn es um seine Freunde und Familie geht.

Das zeigt sich in den Fällen. Diese beginnen in der Frühphase von Kogoros Wirken mit seiner ersten Begegnung mit dem Idol Yoko Okino in „Die Doppelgängerin“ (Ep. 3, Kap. 6-8, Band 1) und dem Fall „Die Strafe des Himmels“ (Ep. 8, Kap. 30-32, Band 4), der den Beginn seiner Popularität in der Serie darstellt. Die weiteren Kapitel haben vor allem zwei Schwerpunkte: Fälle, in denen Kogoro zur Hochform aufläuft und eigenständig (oder fast eigenständig) Fälle löst, wie dem ganz persönlichen Fall „Mord unter Freunden“ (Ep. 28/29, Kap. 84-86, Band 9), dem Fall „‘Unbemerkt verdächtig“, in dem eine alte Schulfreundin unter Verdacht (Ep. 323/324, Kap. 374-376, Band 37), dem Fall um einen Baseballspieler „Die stille Route“ (Ep. 402/403, Kap. 438-440, Band 43) und dem Auftrag eines Klienten, den Kogoro (auch) mit tierischer Unterstützung knackt (Kap. 528/529, Band 51). Zum anderen sind es Kapitel, in denen die wechselvolle Beziehung zwischen Kogoro und seiner Frau Eri Kisaki thematisiert werden, nämlich „Der Biss der Seeschlange“ (Ep. 120/121, Kap. 163-165, Band 17) mit ihrem unverhofften Ausgang, dem Treffen am Hochzeitstag „Kogoro unter Verdacht“ (Ep. 214/215, Kap. 264-266, Band 27) sowie umgekehrt ein Fall an Eris Geburtstag, in dem diese in Nöte gerät (Kap. 709-711, Band 68). Das Ganze wird komplettiert durch Kogoros und Conas Suche nach dem Besitzer einer scheinbar verloren Handys in „Das vergessene Handy“ (Ep. 380/381, Kap. 438-440, Band 43), der mit der restlichen Systematik eher weniger zu tun hat, aber dennoch spannend zu lesen ist.

Wieder werden die ausgewählten Fälle begleitet von Infoboxen zwischen den Kapiteln mit – zwangsläufig – mal mehr, mal weniger interessanten und informativen Fakten zum titelgebenden Charakter. Auf einer dieser Seiten wird etwa darauf hingewiesen, dass der Mangaka Gosho Aoyama die Leser bis vor wenigen Jahren im Unklaren über Kogors Alter gelassen hätte. Tatsächlich mag sein Alter vor 2012 nicht explizit in einer Info-Box aufgetaucht sein, aber das Alter seiner Freunde aus dem Fall „Mord unter Freunden“ (allesamt 37 oder 38) und das Alter seiner Frau Eri (37), mit der er in einer Klasse war, machten das Alter früh bestimmbar.

Der Titel dieses Sonderbandes, „Aufgewacht, Kogoro!“ ist zudem nicht so gelungen. Ja, man versteht die Zweideutigkeit, aber sie wirkt doch arg gezwungen. Den Fans dürfte es außerdem egal sein. Von daher hätte es auch eine neutrale „Kogoro Mori Edition“ getan…

Für die nächste Zeit hat EMA bereits weitere Sonderbände angekündigt, darunter auch mit der „Dead or Alive Selection“ und der „Toru Amuro Selection“ wieder zwei aus Japan übernommene Bände. Man darf gespannt sein.

© Rockita

Detektiv Conan – Aufgewacht Kogoro: © 2018  Gosho Aoyama  EMA

 

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The Huntress

Name: The Huntress
Englischer Name:
Originaltitel: Tantei no Tantei
Herausgebracht: Japan: Kodansha 2017
Deutschland: EMA 2018
Mangaka: Story: Keisuke Matsuoka
Zeichnungen: Hiro Kiyohara
Bände: Japan: 2 Bände
Deutschland: 1 Doppelband
Preis pro Band: 20,00 €

Story
Kotoha Minemori ist jung, hübsch und eine Spätzünderin. Nach langem Suchen hat sie endlich eine Arbeitsstelle gefunden und dann auch noch eine in einer Detektivagentur. Die Ernüchterung folgt auf dem Fuß, als sie erfährt, dass sie eigentlich nicht als Detektivin, sondern als attraktiver Blickfang im Vorzimmer eingestellt wurde. Erst als es sich zufällig ergibt, dass Minemori kurzfristig einen Platz im Firmenwohnheim braucht, ändert sich die Sachlage schlagartig und ihr Chef bringt sie kurzerhand in Wohnung und Abteilung der internen Ermittlerin Rena Sasaki unter.

Nicht ganz ohne Hintergedanken. Denn Sasaki mag eine berühmt-berüchtigte Erfolgsquote haben, aber sie ist auch bekannt für ihre brachialen Methoden – und dafür, absolut nicht teamfähig zu sein. Die umgängliche Minemori soll zu der einsamen Wölfin vordringen und sie positiv beeinflussen. Zunächst aber ist das Gegenteil der Fall: Eingeschüchtert durch die resolute Sasaki zweifelt Minemori vom ersten Tag an daran, dass die Agentur wirklich der richtige Ort für sie ist.

Doch auch für Sasaki ist der Umgang mit ihrer neuen Kollegin nicht einfach, denn Minemori ähnelt einer Person aus ihrer Vergangenheit und das reißt alte Wunden neu auf…

Eigene Meinung
Nach mehreren Jahren Abstinenz kommt endlich wieder ein Manga aus der Feder des hierzulande inzwischen wohlbekannten Zeichners Hiro Kiyohara (u.a. „Can you hear me?“, „Kizu“) in den deutschsprachigen Raum. Es ist hocherfreulich zu sehen, dass auch „The Huntress“ mit naturalistischen, qualitativ hochwertigen Zeichnungen daher kommt. Mehr noch: Kiyohara scheint diesmal auch fähige Assistenten im Boot zu haben: Die Hintergründe sprühen vor Detailfreude und bieten eine fast dokumentarische Kulisse für die wie üblich eher schlicht belassenen Charaktere. All das passt hervorragend zum seriösen Grundton des Manga und überzeugt.

Leider kann man das nicht unbedingt von der Story behaupten, die diesmal von dem Romanautor Keisuke Matsuoka stammt. Das liegt in geringerem Maße an der recht vorhersehbaren Handlung, sondern vor allem an der fragwürdigen Charakterentwicklung. Die titelgebende Protagonistin Sasaki, die in der ersten Hälfte noch als eine Art weiblicher Sherlock Holmes dargestellt wird, geht in späteren Kapitel arg naiv zu Werke.

Ihre neue Kollegin Minemori bleibt dagegen farblos und auf die Rolle des hübschen Sidekicks beschränkt. Ihr wird jegliche Entwicklung – in welche Richtung auch immer – verwehrt. Schade ist außerdem, dass anderen, eigentlich interessanten Charakteren kaum Raum gegeben wird, etwa dem taktierenden Chef, Herrn Suma, dem pragmatischen Kollege Kirishima oder dem Polizei-Inspektor Kubozuka, dem in der TV-Serie zum selben Stoff eine größere Rolle zukommt. In diesem Manga aber bleiben sie auf der Strecke. So wird die Handlung zunehmend zur One-Woman-Show, die in einem Showdown gegen den Erzfeind gipfelt…

Die deutsche Ausgabe kommt als Komplettedition im großformatigen Hardcover daher, hat aber keine Farbseiten oder Anhang, nur ein Nachwort der deutschen Redaktion. Während das Format nachvollziehbar ist, macht das Hardover vor allem am Preis von 20 Euro bemerkbar.

Noch ein Wort zur deutschen Ausgabe: Zwar mag es nachvollziehbar sein, dass der (auch nicht wirklich zündende) Originaltitel „Tantei no Tantei“ (dt. „Detektiv(in) der Detektive“) nicht einfach in Übersetzung genutzt wurde. Die Wahl des „deutschen“ Titels „The Huntress“ vermag aber auch nicht ganz zu überzeugen. Es gibt im amerikanischen DC-Universum eine Superheldin mit dem Namen. Zusammen mit dem eher martialischen Cover und dem nur spärlichen Covertext auf der Rückseite wird der geneigte Zufallskäufer im Laden auf eine falsche Fährte gelockt.

© Rockita

The Huntress: © 2017  Keisuke Matsuoka / Hiro Kiyohara  Kodansha / EMA

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Death Note Hörspiel: 02 Kollateralschaden

Name: Death Note: 02 Kollateralschaden
Englischer Name:
Originaltitel: Death Note: 02 Kollateralschaden
Herausgebracht: Deutschland: Bastei Lübbe 2018
Autor: Charakterdesign: Takeshi Obata
Original-Story: Tsugumi Ohba
Story: Jonathan Clements
Volumes: 12
UVP: 7,90 €
Synchronstudio: Studio STIL, Berlin
Laufzeit: 58 Minuten (10 Tracks)

Charaktere

Light Yagami – David Turba (Edward Elric in „Fullmetal Alchemist“, Chazz Princeton in „Yu-Gi-Oh! GX“)


Light Yagami ist ein Musterschüler wie er im Buche steht und doch hat er ein finsteres Geheimnis: Mit dem Death Note tötet er Verbrecher, um die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Doch nicht einmal vor Menschen, die sich einfach nur daneben benehmen oder gar vor Unschuldigen, die gegen „Kira“ ermitteln, macht er Halt…

 

 

 


Ryuk
– Marlin Wick (Whamon in „Digimon“, C19 und Kibito in „Dragon Ball Z Kai“)


Ein Todesgott, der sein Death Note aus Langeweile auf die Erde fallen ließ. Nur diejenigen, die es berühren, können ihn sehen und hören. Er hält Lights Ambitionen für eher fragwürdig und macht ziemlich schnell klar, dass er Lights Namen ins Death Note schreiben wird, sollte dieser irgendwann im Begriff sein, zu sterben. Hat eine Vorliebe für Äpfel.

 

 

 


L Lawliet
– Fabian Hollwitz (Mitsuhiko Tsuburaya in „Detektiv Conan“, Daisuke ‚Davis‘ Motomiya in „Digimon“)


Der mysteriöse Ermittler, dessen wahren Namen niemand kennt, sieht sich inzwischen gezwungen, direkten Kontakt zu Soichiro Yagamis Polizei-Einheit aufzunehmen und dieser sein Gesicht zu zeigen. Er will Kira stellen und kann die Gruppe der Verdächtigen mit erschreckender Geschwindigkeit immer stärker eingrenzen.

 

 

 

Weitere Charaktere

Soichiro Yagami – Thomas Schmuckert
Tota Matsuda – Mario Hassert
Watari – Lutz Mackensy
Yuri – Caroline Walch
Raye Penber – Andi Krösing
Naomi Misora – Vera Teltz
Sasaki – Reinhard Kuhnert
Kiichiro Osoreda – Felix Isenbügel

Story:
Light wird von jemandem observiert und muss sich etwas einfallen lassen, um sich des lästigen Verfolgers zu entledigen. Da er mit Hilfe des Death Notes in der Lage ist, Menschen vor ihrem Tod zu manipulieren, kreiert er ein Szenario, in dem sich sein Beschatter zwangsläufig selbst entlarvt: Light schreibt den Namen eines drogensüchtigen Verbrechers ins Death Note und bringt diesen so dazu, einen Bus zu überfallen und alle Passagiere, zu denen natürlich Light, ein Mädchen, welches er alibimäßig auf ein Date einlädt und Lights Verfolger gehören, als Geiseln zu nehmen. Light tut so, als plane er irgendeine waghalsige Aktion, um den Mann, der auf ihn angesetzt wurde, aus der Reserve zu locken. Dieser gibt sich Light als FBI-Agent Raye Penber zu erkennen, um ihn davon abzuhalten, sich in Gefahr zu begeben, woraufhin sich der Junkie ihnen wegen des Getuschels nähert. Dabei lässt Light eine Seite aus dem Death Note fallen, der Geiselnehmer hebt sie auf und wird somit dazu befähigt, Ryuk zu sehen. Panisch verballert er daraufhin sinnlos seine gesamte Munition, um den erschreckenden Todesgott zu erschießen, springt schließlich aus dem Bus und wird von einem Auto überfahren. Für die Außenwelt erweckt das seltsame Verhalten des Busentführers den Anschein, als habe er unter Drogeneinfluss halluziniert. Nun da Light Rayes Namen kennt, kann er ihn mühelos dazu bringen, ihm die Namen seiner 11 Kollegen zu beschaffen und durch das Death Note werden alle 12 FBI-Agenten auf einen Schlag ausgelöscht.

Rayes abruptes Ableben ruft seine Verlobte Naomi Misora auf den Plan, die selbst schon als FBI-Fahnderin mit L zusammengearbeitet hat (siehe „Another Note“) und der festen Überzeugung ist, dass Raye Kira zum Opfer gefallen sein muss. Wie es das Schicksal so will, läuft Naomi nichtsahnend genau diesem in die Arme: Bevor sie Kontakt zu L und der im Fall Kira ermittelnden Polizei-Einheit aufnehmen kann, wird sie von Light abgepasst und in ein Gespräch verwickelt. Bei der nächstbesten Gelegenheit schreibt er den Namen, mit dem sie sich ihm vorstellt, in sein Death Note, doch nichts geschieht! Als Ryuk dem verdutzten Light erklärt, dass es sich dabei lediglich um einen Decknamen handelt, muss sich der Musterschüler angesichts von Naomis überragendem Intellekt und ihren brillianten Schlussfolgerungen schnell etwas einfallen lassen, um ihren tatsächlichen Namen in Erfahrung zu bringen. Wird er es schaffen, bevor sie ihm auf die Schliche kommt? In der Zwischenzeit veranlasst L die vollständige Überwachung der Häuser einiger Polizisten – darunter Lights Zuhause…

Eigene Meinung:
Ich bin verliebt. Vera Teltz gibt eine richtig taffe Naomi Misora ab und es ist ein Genuss ihrer Stimme zuzuhören. Zum Glück tritt L im Laufe dieses Teils nun auch endlich persönlich in Erscheinung, sodass man seine elektronisch verzerrte Stimme nicht mehr lange ertragen muss, bei der es leider sehr schwer fällt, jedes einzelne Wort zu verstehen. Ansonsten wirkt L in den Hörspielen um einiges bissiger als im Original, da er Soichiros Polizei-Einheit gleich bei der ersten Begegnung beleidigt, Ryuk hingegen kommt wesentlich hilfsbereiter rüber. Obwohl er auch in den Hörspielen oft genug klarmacht, dass er Light nicht helfen wird, verrät er ihm hier nur allzu bereitwillig, dass Naomi Misora einen Decknamen benutzt, während Light im Original durch Ryuks höhnisches Gelächter von selbst darauf kommt. Im Großen und Ganzen unterscheidet sich die Handlung jedoch nicht sonderlich von der des Animes. Die Hörspiele haben zwar einen ganz eigenen Soundtrack, der nicht ganz an den der TV-Serie heranreicht, aber dennoch sehr gut zur Atmosphäre von „Death Note“ passt.

Das 2. Hörspiel umfasst ungefähr die Anime-Folgen 3-7. Dieses Mal ist das Booklet Ryuk und seiner Hörspiel-Stimme Marlin Wick gewidmet. Wer die Geschichte um Light Yagami gerne noch einmal miterleben möchte oder aus irgendeinem Grund noch nie mit „Death Note“ in Berührung gekommen ist, sollte unbedingt zugreifen! Angesichts der riesigen Masse an Anime- und Manga-Hörspielen in Japan, die teilweise völlig neue Geschichten zu den jeweiligen Serien erzählen, ist es immens wichtig, dass die „Death Note“-Hörspiele in Deutschland ein großer Erfolg werden, damit sich Bastei Lübbe künftig vielleicht sogar mal an eine Übersetzung japanischer Anime-Hörspiele herantraut. Dies wäre eine enorme Bereicherung für den deutschen Anime- und Manga-Markt und würde eine klaffende Marktlücke schließen.

Death Note Hörspiel: 02 Kollateralschaden: © 2018 Jonathan Clements, Tsugumi Ohba, Takeshi Obata, Bastei Lübbe

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Death Note Hörspiel: 01 Mustererkennung

Name: Death Note: 01 Mustererkennung
Englischer Name:
Originaltitel: Death Note: 01 Mustererkennung
Herausgebracht: Deutschland: Bastei Lübbe 2018
Autor: Charakterdesign: Takeshi Obata
Original-Story: Tsugumi Ohba
Story: Jonathan Clements
Volumes: 12
UVP: 7,90 €
Synchronstudio: Studio STIL, Berlin
Laufzeit: 53 Minuten (9 Tracks)

Charaktere

Light Yagami – David Turba (Edward Elric in „Fullmetal Alchemist“, Chazz Princeton in „Yu-Gi-Oh! GX“)


Light Yagami ist ein Musterschüler wie er im Buche steht und doch hat er ein finsteres Geheimnis: Mit dem Death Note tötet er Verbrecher, um die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Doch nicht einmal vor Menschen, die sich einfach nur daneben benehmen oder gar vor Unschuldigen, die gegen „Kira“ ermitteln, macht er Halt…

 

 

 


Ryuk
– Marlin Wick (Whamon in „Digimon“, C19 und Kibito in „Dragon Ball Z Kai“)


Ein Todesgott, der sein Death Note aus Langeweile auf die Erde fallen ließ. Nur diejenigen, die es berühren, können ihn sehen und hören. Er hält Lights Ambitionen für eher fragwürdig und macht ziemlich schnell klar, dass er Lights Namen ins Death Note schreiben wird, sollte dieser irgendwann im Begriff sein, zu sterben. Hat eine Vorliebe für Äpfel.

 

 

 


L Lawliet
– Fabian Hollwitz (Mitsuhiko Tsuburaya in „Detektiv Conan“, Daisuke ‚Davis‘ Motomiya in „Digimon“)


Der mysteriöse Ermittler, dessen Gesicht und wahren Namen niemand kennt. Er stellt Kira eine Falle und kann die Gruppe der Verdächtigen mit erschreckender Geschwindigkeit immer stärker eingrenzen.

 

 

 

 

 

Weitere Charaktere

Soichiro Yagami – Thomas Schmuckert
Sachiko Yagami – Arianne Borbach
Tota Matsuda – Mario Hassert
Paula Virilio – Liane Rudolph
Yui – Sascha Nathan
Clemenceau – Urs Remond

Story:
Eine Geiselnahme. Die Polizei schleicht sich in das Gebäude, doch der Täter ist bereits tot! Immer mehr Verbrecher sterben urplötzlich an einem Herzinfarkt. Manche glauben an die Strafe Gottes, im Internet wird der Verantwortliche hingegen schon bald „Kira“ genannt, „Killer“. Niemand ahnt, dass hinter alledem in Wirklichkeit ausgerechnet der Polizeisohn und Musterschüler Light Yagami steckt. Dieser hat nämlich ein sogenanntes Death Note gefunden, das Notizbuch eines Todesgottes. Um damit jemanden umzubringen, muss man nur seinen Namen hineinschreiben, während man sein Gesicht vor Augen hat und kann sogar den Todeszeitpunkt und die Todesart bestimmen. Tut man dies nicht, stirbt die Person einfach an Herzversagen. Zunächst hat sich Light im Rotlichtviertel nach seinem ersten Opfer umgesehen. Als dort ein Mann eine Frau sexuell belästigt hat, hat Light dessen Namen aufgeschrieben und zugesehen, wie dieser kurz darauf überfahren worden ist. Somit wurde Light klar, dass das Death Note wirklich funktioniert und er machte sich daran, mit dieser Wunderwaffe Unmengen an Verbrechern zu töten.

Ryuk, der unheimliche Todesgott, dem das Death Note gehört hat, taucht eines Tages bei Light auf. Light darf das Notizbuch zwar behalten, aber sollte er es weggeben, wird er alles vergessen, was mit Ryuk und dem Death Note zu tun hat. Schon bald beginnt L, ein weltberühmter Ermittler, sich für den Fall Kira zu interessieren. Er erkennt, dass zwischen all den Herzinfarkten ein Muster besteht und ist überzeugt davon, dass irgendjemand dafür verantwortlich ist. Als er in einer Live-Übertragung Kira höchstpersönlich den Kampf ansagt und dabei sowohl seinen Namen als auch sein Gesicht offenbart, tötet Light ihn natürlich ohne zu zögern. Blöd nur, dass L noch lebt und Kira lediglich eine Falle gestellt hat. Denn der Mann, der sich im Fernsehen als L ausgegeben hat, war in Wirklichkeit bloß ein zum Tode verurteilter Verbrecher. Zu allem Überfluss erklärt der wahre L nun auch noch, dass diese TV-Sendung nur in Tokyo und Umgebung ausgestrahlt wird und somit klar ist, dass sich Kira dort aufhalten muss. Da sich die Morde anfangs alle am späten Nachmittag und in den Schulferien ereignet haben, glaubt L zudem bereits, dass es sich bei Kira um einen Schüler handeln muss und da, seitdem er der Polizei von diesem Verdacht berichtet hat, die Morde urplötzlich auch vormittags stattgefunden haben, vermutet L, dass Kira ein Freund oder Angehöriger von einem der Polizisten sein muss, die im Fall Kira ermitteln. Die Spur führt also von Lights Vater geradewegs zu ihm…

Eigene Meinung:
Für diese 12-teilige Hörspielreihe hat man nicht bloß den Ton aus der deutschen Fassung des Animes genommen und Erklärungen einer Erzählstimme hinzugefügt, wie man es sonst von Anime-Hörspielen gewohnt ist. Stattdessen hat Jonathan Clements basierend auf den Ereignissen der ersten beiden Anime-Folgen ein eigenes Drehbuch in englischer Sprache verfasst, welches Bastei Lübbe ins Deutsche übersetzen und von einem ganz neuen Cast aus Synchronsprechern einsprechen ließ. Dementsprechend muss man sich als Fan der ersten Stunde aber auch erst einmal daran gewöhnen, dass Light und L hier andere Stimmen haben als im Anime und in den Live-Action-Filmen. Allerdings sind hier durchweg sehr bekannte Synchronsprecher am Werk, die diese Umgewöhnungsphase mit ihren sympathischen Stimmen ziemlich kurz ausfallen lassen. Auch die Aufmachung der CD weiß zu überzeugen. So ist das Logo auf dem Booklet mit Konturenlack versehen und darin werden Light und seine Hörspiel-Stimme David Turba vorgestellt. Außerdem bekommt man einen Überblick aller 12 Cover-Motive und darüber, welche „Death Note“-Anime- und Live Action-DVDs und -Blurays es bei Kazé zu kaufen gibt. Wenn man fleißig alle 12 Hörspiele sammelt, ergibt sich sogar ein Rückenbild!

Negativ aufgefallen ist mir eigentlich nur, dass gelegentlich die britischen Einflüsse Jonathan Clements‘ durchscheinen, der ansonsten ein charmantes Drehbuch mit Sinn für Humor vorlegt. So ist nicht etwa die Rede davon, dass Light auf die Universität gehen wird, sondern trotz des japanischen Settings spricht seine Mutter vom „College“. Außerdem erzählt ein Komödiant im Fernsehen, dass Kira ihn auch bestrafen müsse, da er als Student Gras geraucht habe. Sowas mag in westlichen Ländern vielleicht relativ normal sein, aber wer sich mit der japanischen Kultur etwas auskennt, weiß, dass kein Japaner jemals so non-chalant im Fernsehen zugeben würde, gekifft zu haben, da Japaner mit Drogen überhaupt keinen Spaß verstehen. Wer sich dort des Drogenmissbrauchs schuldig macht, braucht sich weder im Fernsehen noch in der Öffentlichkeit je wieder blicken zu lassen. Davon abgesehen, liefert Bastei Lübbe ein hochprofessionelles Produkt ab und macht „Death Note“ einem ganz neuen Publikum zugänglich, den Hörbuchhörern. Es wäre natürlich genial, wenn Leute, die zuvor nie mit Anime in Berührung gekommen sind, durch diese Hörspielreihe auf den Geschmack kommen und vielleicht auch bald Interesse am „Death Note“-Anime oder eben an Animes und Mangas generell entwickeln würden. Die alteingesessenen Fans können sich hingegen über diese neue Adaption des Stoffs freuen. Bleibt zu hoffen, dass die „Death Note“-Hörspiele ein Erfolg werden und Bastei Lübbe künftig weitere Anime-Projekte in Angriff nehmen wird.

Death Note Hörspiel: 01 Mustererkennung: © 2018 Jonathan Clements, Tsugumi Ohba, Takeshi Obata, Bastei Lübbe

 

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