Detektiv Conan – Karate und Orchideen

Name: Detektiv Conan – Karate und Orchideen
Englischer Name:
Originaltitel: Detektiv Conan – Karate und Orchideen
Herausgebracht: Deutschland: EMA 2018
Mangaka: Gosho Aoyama
Bände: Einzelband
Preis pro Band: 6,00 €

Inhalt & Eigene Meinung
Die Special Editions als „Best of“-Bände zur Serie „Detektiv Conan“ haben beim EMA-Verlag schon Tradition. Während es anfangs vor allem die japanischen Sampler-Bände waren, die in Übersetzung hierzulande veröffentlicht wurden, sind es inzwischen hauptsächlich eigene Zusammenstellungen des deutschen Verlags. Die Vorteile liegen auf der Hand: Es ist mehr Arbeit für den Verlag, die Bände und ihren teils speziellen Anhang zu übersetzen, als bereits vorhandene deutsche Kapitel zu kombinieren und eigene Info-Boxen selbst zu schreiben. Zum anderen bietet sich dadurch die Möglichkeit, die Special Editions an Personen festzumachen.

Wiederum gab es eine Leserumfrage, durch den diesmal Ran Mori als Charakter für den nächsten Sonderband ausgewählt wurde. In einer vorigen Abstimmung musste sie sich noch Heiji Hattori geschlagen geben. Seien wir ehrlich: Es war nur eine Frage der Zeit, bis auch der weibliche Hauptcharakter der Serie zum Zuge kommen würde. Zumal Ran ein Charakter der Gegensätze ist: eine starke (Karate-)Kämpferin, aber auch abergläubisch und bisweilen ängstlich; einfühlsam und liebenswürdig, aber auch manchmal sehr energisch.

Ein ums andere Mal kommt sie Shinichi auf die Spur, um sich dann aber mit diversen Tricks wieder von der Erkenntnis abbringen zu lassen. Eben diese Fälle sind es, die den Großteil dieser Special Edition ausmachen: „Späte Rache“ (Ep. 7, Fall 8, Band 3), „Mord ist keine Hexerei“ (Ep. 99/100, Fall 37, Band 14), sowie der Fall, in dem Ran versucht, Conans Handy zu knacken, um ihn zu überführen (Fall 138, Band 46/47). Die anderen Fälle bieten Beispiele, in denen Ran zeigt, wie (innerlich) stark sie eigentlich wirklich ist, wenn es um Menschen geht, die ihr etwas bedeuten oder wenn sie persönlich gefordert ist: „Die erste Liebe vergisst man nie“ (Ep. 106/107, Fall 50, Band 18), der Fall mit dem Diebstahl im Lebensmittelladen, bei dem eine Schulfreundin fälschlich verdächtigt wird (Fall 124, Band 42) sowie der Papierflieger-Entführungsfall (Fall 185, Band 61). Nicht fehlen darf ein Fall aus früheren Zeiten, der bis dahin wohl der emotionalste der Serie war und insbesondere Ran vor eine Herausforderung stellte, nämlich „Mord auf der Skihütte (Fall 39, Band 14/15). Denn die Person, die den Mord beging, war eine, die der Oberschülerin viel bedeutete.

Dazu gibt es wieder ein paar Infoboxen zwischen den Kapiteln mit Hintergrundinfos oder einfach Erinnerungen an frühere Sachverhalte. Eine der Info-Seiten enthält allerdings einen Fehler: Das Ohrring-Handy, eines der kreativsten, aber auch kurzlebigsten Gadgets im Conan-Universum, kam nicht nur in dem Skihütten-Fall zum Einsatz, sondern hatte auch noch später einen Auftritt in der Doppelfolge „Gefährliche Töne“, ehe es (wie in der Infobox geschildert) dem technischen Fortschritt weichen musste.

Die älteren Fälle bringen zutage, wie gut insgesamt die früheren Übersetzungen doch waren. Beispielsweise wurden Ran und Sonoko damals noch – wie im Original – von ihren Lehrerinnen mit Nachnamen angeredet. Inzwischen hat sich eingebürgert, dass für weibliche Charaktere grundsätzlich Vornamen verwendet werden (aktuell z.B. bei Masumi Sera oder Naeko Miike).

Auch dieser Band kann wieder als gelungen bewertet werden. Die Zusammenstellung der Fälle ist schlüssig und passend, um die verschiedenen Facetten des Charakters darzustellen. Fans von Conans großer Liebe werden ihren Spaß daran haben. Nur der Titel gibt Rätsel auf: Zwar bedeutet Ran auf Deutsch „Orchidee“, aber warum dann „Orchideen“ im Titel?

Für den EMA-Verlag sind die Eigenproduktionen an „Best of“-Bänden kommod. Die Fokussierung auf einen Charakter erleichtert die Werbung. Ob sich das Mittel der Fan-Abstimmung bewährt hat, sei aber mal dahingestellt. Zumal ja offenbar alle Vorschläge sowieso von EMA in die Tat umgesetzt werden. Letztlich entschied das Votum nur über die Reihenfolge, denn auch die nächste Special Edition zum „unterlegenen“ Kogoro wurde bereits angekündigt.

Es wäre doch wünschenswert, wenn EMA sich auch noch einmal die japanischen „Best of“-Bände ansehen würde. Denn die jüngeren Veröffentlichungen dort, z.B. Dead or Alive Edition, Double Face Edition oder die zweite FBI-Selection, wären auch für die hiesigen Fans interessant(er).

© Rockita

Detektiv Conan – Karate und Orchideen: © 2018  Gosho Aoyama  EMA

 

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Naruto Sasuke Shinden – Buch des Sonnenaufgangs

Name: Naruto Sasuke Shinden – Buch des Sonnenaufgangs
Englischer Name: Naruto: Sasuke’s Story [Sunrise]
Originaltitel: Naruto Sasuke-Shinden Raikohen
Herausgebracht: Japan: Shueisha 2015
Deutschland: Carlsen 2018
Autor: Shin Towada
Illustrator: Masashi Kishimoto
Bände: Einzelband
Preis pro Band: 7,99 €

Story:
Nach den Ereignissen des vierten Ninja-Weltkrieges befindet sich Sasuke, sehr zum Leidwesen von Sakura, auf einer Reise, um für all seine Verbrechen Buße zu tun. Außerdem verfügt er nun sowohl über ein Mangekyo-Sharingan als auch ein Rin’negan, weshalb es sicherlich viele Ninja auf ihn abgesehen haben und er die Einwohner Konohas mit seiner Anwesenheit nur unnötig in Gefahr bringen würde. Als mehrere Shinobi aus Konoha-, Kumo- und Kirigakure spurlos verschwinden und plötzlich wie hypnotisiert in ihre eigenen Ninja-Dörfer einfallen, ist schnell klar, dass eine Augenkunst dahinterstecken muss. Zu allem Überfluss explodieren die ferngesteuerten Shinobi auch noch, sobald man ihnen Wunden zufügt. Naruto und seine Freunde ziehen daher alle Register um das Dorf zu beschützen und die Ninja zu stoppen, ohne sie zu verletzen.

Auf seiner Reise durch Yu-no-Kuni lernt Sasuke währenddessen die drei ehemaligen Shinobi und Wanderartisten Chino, Nowaki und Io kennen, die sich an der Bande des dunklen Donners rächen wollen, denen Ios Tochter zum Opfer gefallen ist. Offenbar zieht jene Bande plündernd und mordend umher und löscht ganze Dörfer aus. Ihr Anführer Karyu verehrt Sasukes früheres Ich, insbesondere wegen seines Attentats auf die 5-Kage-Konferenz damals, weshalb sich Sasuke für all das verantwortlich fühlt und sich ihm und seinen Leuten in den Weg stellt. Es gelingt Sasuke zwar, Karyu und seine Bande in Gewahrsam zu nehmen, doch von Rachsucht getrieben, legt Io ein Feuer, bei dem sie alle umkommen. Zwischen Karyus Bande und den explodierenden Ninja scheint es jedoch eine Verbindung zu geben, weshalb Sasuke sich an Orochimaru wendet, um Nachforschungen anzustellen. Ihre Spurensuche führt die beiden auf eine Insel, auf der reiche Leute Shinobi wie Sklaven halten und in einer Arena gegeneinander kämpfen lassen. Der Sieger erhält den Shinobi des Verlierers. Wird Sasuke alle Sklaven befreien und die Drahtzieher hinter den Angriffen auf die Ninja-Dörfer ausfindig machen können?

Eigene Meinung:
„Sasuke Shinden“ ist der erste von einer Reihe von Romanen, die die Ereignisse während des Zeitsprungs zwischen dem vorletzten und letzten Kapitel des „Naruto“-Mangas aus der Sicht verschiedener Charaktere beleuchten. Der Schreibstil ist zwar äußerst minimalistisch und detailarm, aber ich hatte trotzdem sehr viel Freude beim Lesen, weil die Geschichte tiefe Einblicke in Sasukes Gedanken- und Gefühlswelt gewährt, insbesondere im Hinblick darauf, wie Naruto ihn beeinflusst hat und wie Sasuke dadurch nun auch selbst die Fähigkeit erlangt, wiederum andere aus der Dunkelheit zu befreien, was einen sehr schönen Kontrast zum ewigen Kreislauf von Hass und Rache darstellt, der seit jeher wie ein Fluch auf der Ninja-Welt lastet und natürlich in diesem Roman ebenfalls eine wichtige Rolle spielt. Sämtliche Ninjutsu werden sowohl mit den aus dem Manga bekannten japanischen Namen als auch den wortwörtlichen Übersetzungen ins Deutsche aufgeführt, was eine erhebliche Verbesserung zu bisherigen „Naruto“-Novels darstellt. Selbst die Beschreibung von Masashi Kishimoto im Anhang wurde korrigiert, womit Carlsen seine Lernfähigkeit unter Beweis stellt.

Der Roman richtet sich ausschließlich an all jene, die entweder den Manga komplett gelesen oder den Anime bis zur letzten Staffel gesehen haben (die Handlung des Romans findet sich in „Naruto Shippuden“ Folge 484 bis 488 wieder). Erfüllt ihr eines dieser beiden Kriterien, solltet ihr unbedingt zuschlagen! Sasuke-Fans sowieso! Bleibt nur zu hoffen, dass Carlsen auch noch alle weiteren Romane veröffentlicht, die sich dem Zeitsprung widmen.

Naruto: Sasuke Shinden – Buch des Sonnenaufgangs: © 2015 Masashi Kishimoto, Shin Towada, Shueisha / Carlsen

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Durarara!!

Name: Durarara!!
Englischer Name: DRRR!!
Originaltitel: Durarara!!
Herausgebracht: Japan: Square Enix 2009
Deutschland: EMA 2017
Mangaka: Character-Design: Suzuhito Yasuda
Original-Story: Ryohgo Narita
Zeichnungen: Akiyo Satorigi
Bände: 4 Bände
Preis pro Band: 7,50 €

Story:
Ikebukuro, der Stadtteil der unbegrenzten Möglichkeiten, wo Legenden wahr werden und ganz alltäglich sind. Hier treiben sich diverse Gangs, allen voran die mysteriösen „Dollars“ herum, sowie Shizuo Heiwajima und Izaya Orihara, vor denen man sich lieber in Acht nehmen sollte und „das schwarze Motorrad“ Selty Sturluson, die wie ein „Dullahan“ – ein kopfloser Reiter aus der irischen Mythologie – auf der Suche nach ihrem Kopf die Straßen durchquert. Um seinem langweiligen Leben als Normalo zu entkommen, folgt Mikado Ryugamine der Einladung seines alten Freundes Masaomi Kida, nach Ikebukuro zu ziehen und dort gemeinsam mit diesem eine private Oberschule zu besuchen. Schon gleich an seinem ersten Tag an diesem geheimnisvollen Ort sieht er Selty auf ihrem Motorrad vorbeifahren und sein Herz schlägt vor Faszination wie wild. Er kommt zwar leider nicht in dieselbe Klasse wie Masaomi, doch Anri Sonohara, ein Mädchen mit Brille und zarter Stimme hat es ihm sofort angetan. Schon bald lernt Mikado Masaomis Freunde kennen, die totale Anime-Nerds sind, sowie den Russen Simon, der trotz seiner Herkunft einen dunklen Teint hat und einen Sushi-Laden betreibt… und Izaya, der offensichtlich reges Interesse an Neuzugang Mikado hat!

Während Mikado sich erst noch an die neue Umgebung gewöhnen muss, wird sein Klassenkamerad Seiji Yagiri von einer Stalkerin verfolgt, die ebenfalls in dieselbe Klasse geht. Als sie durch Seijis Fenster steigt, sieht sie etwas, das sie offenbar nicht hätte sehen dürfen und Seiji bringt sie mit einem Baseballschläger zum Schweigen, woraufhin sich seine große Schwester um die Leichenbeseitigung kümmert… Selty befreit in der Nacht einige Menschen, die von Ganoven entführt wurden und macht mit Hilfe ihrer Sense, die sie aus dem schwarzen Dunst formt, der auch aus ihrem Hals aufsteigt, kurzen Prozess mit den Entführern. Sie arbeitet als Kurier und lebt mit einem jungen Arzt namens Shinra zusammen, der sie sehr zu lieben scheint. Indessen trifft sich der undurchsichtige Izaya mit zwei Mädchen aus dem Suicide-off-Forum, in dem man sich dazu verabredet, gemeinsam Selbstmord zu begehen. In einer Karaoke-Bar offenbart er ihnen jedoch, dass er gar kein Interesse daran hat, sich umzubringen und macht sich über sie lustig, woraufhin sie dem Schlafmittel erliegen, das ihnen Izaya in die Drinks gemischt hat. Selty darf die beiden anschließend abholen und im Park aussetzen. Kurzum: eine ganz normale Nacht in Ikebukuro…

Eigene Meinung:
„Durarara!!“ basiert auf der gleichnamigen Light-Novel-Reihe aus der Feder von Ryohgo Narita. Die Anime-Serie hat 2010 einen wahren Hype ausgelöst und kann mittlerweile mit deutscher Synchronisation auf Netflix gestreamt werden. Da ist es schon etwas verwunderlich, dass es der Manga jetzt erst nach Deutschland geschafft hat, aber besser spät als nie. Die Ereignisse und Charaktere stimmen zwar größtenteils mit dem Anime überein, allerdings sieht man manche Szenen im Manga schon deutlich früher und einige Details sind etwas anders. Nachdem ich den ersten Band gelesen hatte, war ich, wegen des fragmentarischen Erzählstils, ehrlich gesagt etwas ratlos. Da werden einem ohne Ende Charaktere und einige ihrer Erlebnisse vorgesetzt, aber ein roter Faden oder größere Zusammenhänge sind zu Beginn noch überhaupt nicht erkennbar. Selbst als ich danach die Anime-Serie gesehen habe, bin ich aus den ersten 8 Folgen nicht wirklich schlau geworden, doch danach nahm die Geschichte Fahrt auf und zog mich in ihren Bann.

In der Welt von „Durarara!!“ gibt es unzählige Mysterien zu erkunden und jeder Charakter hat irgendein Geheimnis. Selbst wenn euch Band 1 noch nicht überzeugen konnte, solltet ihr unbedingt am Ball bleiben, denn mit der Zeit ergibt alles einen Sinn und es wird klar, wie all diese skurrilen Charaktere miteinander verflochten sind. Was hat es mit den Dollars auf sich? Wo ist Seltys Kopf und wird sie ihn jemals finden? Und wer sind Setton und Kanra, mit denen Mikado immer chattet? Wer clevere Mystery-Mangas mag, kommt um „Durarara!!“ nicht herum. Bleibt nur zu hoffen, dass es auch bald die Light-Novels nach Deutschland schaffen, mit denen alles angefangen hat. Übrigens enthält der erste Band eine ausklappbare Farbseite mit einem Motiv, an dem Yana Toboso mitgewirkt hat, die Mangaka von „Black Butler“.

Durarara!!: © 2009 Ryohgo Narita, Suzuhito Yasuda, Akiyo Satorigi, Square Enix / EMA

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Inspector Akane Tsunemori

Name: Inspector Akane Tsunemori
Englischer Name: Inspector Akane Tsunemori
Originaltitel: Kanshikan Tsunemori Akane
Herausgebracht: Japan: Shueisha 2012
Deutschland: Kazé 2017
Mangaka: Hikaru Miyoshi
Characterdesign: Akira Amano
Original-Story: Psycho-Pass Committee
Storyboard: Gen Urobuchi
Bände: 6 Bände
Preis pro Band: 6,95 €

Story
Im Japan der Zukunft bestimmt das nahezu allwissende Sibyl-System das Leben der Menschen. Das System nimmt den Bewohnern die Berufswahl ab und reduziert die Anzahl der begangenen Straftaten. Denn jeder Einwohner trägt einen sogenannten „Psycho-Pass“, der Fähigkeiten und den Seelenzustand des Besitzers abbildet. Verdunkelt sich der Psycho-Pass eines Menschen, ist er ein potenzieller Krimineller und kann daher von der Polizei bereits verhaftet werden, bevor er überhaupt ein Verbrechen begehen konnte.

In der Kriminalpolizei arbeiten zwei Typen Polizisten – die Inspectors in leitender Funktion sowie die „Vollstrecker“, die bei Verhaftungen für die grobe Arbeit zuständig sind. Letztere sind latente Verbrecher, denen Sibyl eine Gefährdung für die Menschheit bescheinigt. Über einen Deal mit dem Staat dürfen sie die Polizeiarbeit unterstützen – mit sehr eingeschränkten Rechten. Denn die Inspectors sind für sie verantwortlich und bestimmen ihr Handeln.

Akane Tsunemori ist eine frischgebackene Polizeiinspektorin, die gerade die Akademie mit Auszeichnung abgeschlossen hat. Gleich ihr erster Einsatz stellt sie vor große innere Konflikte. Während der Verhaftung entscheidet das Sibyl-System aus heiterem Himmel, dass der Geiselnehmer, den ihre Einheit gejagt hat, nicht mehr rehabilitiert werden kann. Daraufhin wird der Mann von einem „Vollstrecker“ aus Akanes Team erschossen. Dann aber bescheinigt Sibyl auch noch der vom Täter entführten Frau einen derart hohen Kriminalkoeffizienten, dass auch das eigentliche Opfer nun als latente Verbrecherin kategorisiert wird.

In dieser verfahrenen Situation entscheidet sich Akane dazu, ihrem Instinkt und nicht der Einschätzung des Systems zu folgen. Damit bringt sie sich in direkten Konflikt zu ihren Kollegen. Sollte Sibyl nicht stets die optimale Antwort repräsentieren? Und Akane beginnt auch an sich selbst zu zweifeln. War es wirklich die richtige Entscheidung, zur Amt für öffentliche Sicherheit zu gehen? Ihr Berufseignungstest war so positiv ausgefallen, dass sie sich ihren zukünftigen Beruf aussuchen konnte. Wäre es nicht besser gewesen, wenn Sibyl ihr die Entscheidung abgenommen hätte?

Eigene Meinung
„Inspector Akana Tsunemori“ ist die Manga-Adaption der Anime-Serie „Psycho-Pass“, die hierzulande bereits auf DVD erschienen ist und im TV lief. Ungeachtet dessen entschied man sich für den deutschen Manga den japanischen Titel der Adaption beizubehalten. Die actionreiche Future-Crime-Serie ist eine Mischung aus „Minority Report“, George Orwells „1984“ und Aldous Huxleys „Brave new World“, bietet aber noch viel mehr als das. Im Mittelpunkt stehen die Aufklärung und Prävention von Kriminalfällen, eigentlich geht es aber um die Frage bzw. Hinterfragung nach der Rolle des Sibyl-Systems in dieser „schönen neuen Welt“. Das geschieht zielgruppengerecht durch die Augen der jungen Polizeibeamtin Akane, die Unsicherheit schöpft aus dem Luxus, sich eine ihr gewünschte Arbeit ausgesucht haben zu können. Neben dieser persönlichen Frage gerät sie aber auch im Berufsleben immer wieder in Situationen, die sie an der Einschätzung des omnipräsenten Computersystems zweifeln lassen. Was macht Menschen zu potenziellen Verbrechern? Akane ist anfangs die einzige Person, die diese Frage wirklich stellt und versucht, sich in Täter und Opfer hineinzuversetzen. Das führt zwangsläufig zur Konfrontation mit ihrem überkorrekten Partner Ginoza. Aber auch die anderen Teammitglieder sind irritiert von Akanes unkonventioneller Herangehensweise.

Hikaru Miyoshi bringt den Anime-Stoff gekonnt zu Papier. Er verzichtet bewusst auf die Farb- und Lichtspielereien im TV und investiert gleichzeitig viel Mühe in eine realistische Darstellung, die die Action ungefiltert transportiert. Der Manga ist für Fans des Anime geeignet, noch mehr aber für Neueinsteigende!

© Rockita

Inspector Akane Tsunemori: © 2012  Hikaru Miyoshi / Psycho-Pass Committee Shueisha / Kazé

 

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Detektiv Conan – Best in the West

Name: Detektiv Conan – Best in the West
Englischer Name:
Originaltitel: Detektiv Conan – Best in the West
Herausgebracht: Deutschland: EMA 2017
Mangaka: Gosho Aoyama
Bände: Einzelband
Preis pro Band: 6,00 €

Detektiv Conan Shinichi EditionInhalt & Eigene Meinung
Die Special Editions als Beiwerk zur Serie „Detektiv Conan“ haben sich für den EMA-Verlag bewährt. Bereits bei Erscheinung des letzten Bandes war klar, dass es weitergehen wird. Erneut gab es eine Abstimmung unter den Fans, um welchen Charakter es sich diesmal drehen sollte. Heraus kam Shinichis Dauerrivale und bester Freund aus Osaka – Schülerdetektiv Heiji Hattori. Kurioserweise wurde in Japan, unabhängig davon und fast parallel, eine „Heiji & Kazuha Edition“ angekündigt. Letzterer Band, in Japan im April 2017 erschienen, überschneidet sich daher inhaltlich etwas mit dem deutschen Eigengewächs.

Während die Auswahl der Fälle noch bei der „Sherry Edition“ nur bedingt nachvollziehbar war, kann sie diesmal als sehr gelungen und durchdacht bewertet werden. Konkret handelt es um den ersten Fall, in dem Heiji auftaucht „Der Giftmord“ (Ep. 49/50, Fall 25, Band 10), den Fall „Rache für Sherlock Holmes“, in dem er die Identität von Conan aka Shinichi aufdeckt (Ep. 59/60, Fall 33, Band 12/13 ) und den Fall „Späte Sühne“, in dem die beiden erstmals als Team ermitteln (Ep. 80/81, Fall 42, Band 15/16). Darüber hinaus besuchen Conan und Co. in einem weiteren Fall Osaka: „Der Serienmörder von Osaka“ (Ep. 124/125, Fall 54, Band 19), bevor es zum Abschluss nochmal dramatisch wird und Heiji in eine sehr gefährliche Situation gerät, nämlich im Fall „Rache verjährt nicht“ (Ep. 185-188, Fall 65, Band 23).

Das kann sich wirklich sehen lassen. Die Auswahl ist nicht nur schlüssig, sondern sie ist sowohl für Fans der ersten Stunde wie für spätere Einsteiger geeignet. In Ersteren wecken die Fälle nostalgische Gefühle, zumal in ihnen auch andere Charaktere aus Heijis Umfeld erstmals auftauchen, wie sein Vater Heizo oder seine Freundin Kazuha. Letzteren wiederum macht die Auswahl den Rückblick auf einen wichtigen Charakter leicht. Nicht nur die Entwicklung der Freundschaft zu Conan wird dokumentiert, sondern auch Auszüge aus Heijis Kindheit. Der Fall in Osaka ist darüber hinaus sehr persönlich, nicht nur wegen des letztlichen Täters. Und nicht zuletzt: Die ausgewählten Fälle zählen mit zu den Highlights der ersten 25 Bände.

Angereichert wird der Band wie inzwischen üblich mit Infoseiten. Die sind allerdings diesmal ziemlich einfach gehalten: Textseiten mit maximal einem kleinen Bild dabei. Inhaltlich bieten sie keinen allzu großen Mehrwert. Fragwürdig ist auch der Titel „Best in the West“. „Heiji Hattori Edition“ wäre dem Anliegen sicher angemessener gewesen. Zumal die Auswahl mit Fällen aus frühen Bänden den Schluss zulässt, dass weitere kommen könnten.

Positiv zu bemerken ist, dass frühere Fehler verbessert wurden. In den ersten Auflagen war Hattori noch fälschlicherweise als „Hatsutori“ transkribiert worden, um nur das offensichtlichste Beispiel zu nennen.

Die Sonderbände haben sich zur kostengünstigen Ergänzung der Hauptserie entwickelt. Gerade einmal sechs Euro kostet dieser Band, weniger als die Bände der regulären Serie, deren Umfang nur ein Drittel umfasst.

Weitere Special Editions werden folgen. Unter dem Titel „Karate und Orchideen“ ist beispielsweise ein Band zu Ran Mori bereits angekündigt. Und auch in Japan gibt es wieder einige spannende Sonderbände (z.B. Dead or Alive Edition), deren Veröffentlichung in Deutschland wünschenswert wären.

© Rockita

Detektiv Conan – Best in the West: © 2017  Gosho Aoyama  EMA

 

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Sherlock

Name: Sherlock
Englischer Name: Sherlock
Originaltitel: Sherlock
Herausgebracht: Japan: Kadokawa Shoten 2013
Deutschland: Carlsen 2017
Mangaka: Drehbuch: Steven Moffat / Mark Gatiss
Manga: Jay.
Bände: 3 Bände, wird fortgesetzt
Preis pro Band: 12,99 €

Story
Dr. John Watson ist gerade aus dem Kriegseinsatz in Afghanistan zurück, wo er als Militärarzt gedient hatte. Verwundet und von Alpträumen geplagt tut er sich schwer, sich im neuen zivilen Leben zurechtzufinden. Zu allem Überfluss sieht es auch noch so aus, als müsse er sein geliebtes London verlassen, da seine magere Army-Rente nicht für die Miete reicht.

Zufällig trifft er einen alten Studienkollegen wieder, der ihn einem Freund vorstellt, der einen Mitbewohner sucht – Sherlock Holmes. Der scheint zwar auf den ersten Blick genial und von einer unglaublichen Auffassungsgabe zu sein, allerdings ist er auch exzentrisch und seine Sozialkompetenz lässt zu wünschen übrig.

Nichtsdestotrotz fasziniert Sherlock Dr. Watson – umso mehr, als der ihn unvermittelt zum Tatort eines Mordes mitnimmt. Diese Faszination steigert sich noch, als er erfährt, was sein zukünftiger Mitbewohner beruflich macht: Wenn die Polizei nicht weiterkommt, ziehen die Beamten Sherlock als „Consulting Detective“ hinzu. Durch seine Kombinationsgabe entlarvt Sherlock jeden Verbrecher.

In diesem Fall geht es um eine Reihe Selbstmorde. Aber kann es Serienselbstmorde geben? Sherlock ist sich sicher, dass die Toten miteinander in Zusammenhang stehen. Zusammen mit John Watson taucht er tief ein in die Hintergründe dieses Verbrechens. Dadurch gerät er selbst ins Fadenkreuz des Mörders…

Eigene Meinung
Sherlock Holmes ist zurück! Als vor wenigen Jahren die BBC eine Mini-Serie zum bekanntesten Meisterdetektiv produzieren ließ, entwickelte diese in kürzester Zeit Kult-Status. Zu Recht! Denn die Serie schaffte es auf unnachahmliche Weise nicht nur die Handlungen um Sherlock Holmes und seinen Freund Dr. Watson nahtlos in die Gegenwart zu übertragen, sondern gleichzeitig auch noch dem Original Rechnung zu tragen. Den Rest besorgte die Topbesetzung der Protagonisten mit Frauenschwarm Benedict Cumberbatch, der mit schwarzen Haaren und langem Mantel unverschämt gut aussieht bzw. Martin Freeman, der den Spagat schafft, Watson in Anlehnung an die Bücher, aber auch als eigene, selbstbewusste Persönlichkeit zu spielen.

Die logische Folge blieb nicht aus: Weitere Staffeln und ein TV-Special wurden in Auftrag gegeben, Merchandise und Franchise-Produkte wurden in umfangreichem Maße produziert. In Japan verarbeitete man den Stoff zum Manga. Der ist eine 1:1-Adaption der TV-Serie, jeder Band stellt eine der spielfilmlangen Episoden dar. Leider kann die Adaption mit dem original nicht mithalten. Das liegt allein schon am Format und der handwerklichen Umsetzung. Die Spannung TV-Serie lebt von häufigen Wechseln des Erzähltempos, von Licht- und Schattenspielen und nicht zuletzt der Leistung der Schauspieler. Der Zeichner gibt sich ehrliche Mühe, doch durch die Übertragung auf Papier geht davon einiges verloren.
Das Charakterdesign mag angelehnt sein an die Schauspieler und ihnen ähnlich sehen, aber die Zeichnung der Münder ist nicht immer geglückt.
Die Dialog-Texte wurden leider weder aus dem Original übersetzt, noch aus dem Dialogbuch der deutschen Synchronisation entnommen. Stattdessen übersetzte man die bereits ins Japanische übertragenen Texte auf Deutsch, sodass es einige kleinere Diskrepanzen gibt.

So bleibt der Manga hinter seinen Möglichkeiten zurück und bietet nur eine analoge Ergänzung für eingefleischte Fans.

© Rockita

Sherlock: © 2013  Steven Moffat & Mark Gatiss / Jay.  Kadokawa Corp. / Carlsen


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Detektiv Conan – Sherry Edition

Name: Detektiv Conan – Sherry Edition
Englischer Name:
Originaltitel: Detektiv Conan – Sherry Edition
Herausgebracht: Deutschland: EMA 2016
Mangaka: Gosho Aoyama
Bände: Einzelband
Preis pro Band: 6,00 €

Detektiv Conan Shinichi EditionInhalt & Eigene Meinung
Nach Shinichi Kudo widmet sich EMA nun zum zweiten Mal in einer Sonderedition einem besonders beliebten Charakter aus der Serie. Die Fans durften aus einer Vorauswahl abstimmen und heraus kam eine der vielschichtigsten Figuren aus „Detektiv Conan“: Ai Haibara, vormals Shiho Miyano, die bis zu ihrem Ausstieg unter dem Codenamen „Sherry“ selbst Mitglied der „Schwarzen Organisation“ war, hinter der Conan schon so lange her ist.

Mit dabei ist diesmal wenig überraschend der erste Fall mit Ai „Den Männern in Schwarz auf der Spur“ (Ep. 136-139, Fall 51, Band 18). Darüber sind die Fälle um den Mord im Kino („Schattenspiele“, Ep. 148/149, Fall 64, Band 23), „Der Weg des Drachen“ (Ep. 203/204, Fall 71, Band 25) inklusive des Prologs des Folgefalls „Mord in der ersten Reihe“ (Ep. 205, Fall 72, Band 26), „Arthur Conan und Doyle“ (Ep. 252/253, Fall 83, Band 29), „Die verschwundene Uhr“ (Ep. 291/292, Fall 97, Band 33), „Wo ist Mitsuhiko?“ (Ep. 311/312, Fall 104, Band 35), der Fall um die Puppen zum Mädchentag (Fall 111, Band 38) sowie „Freundschaft kann man nicht kaufen“ (Fall 115, Band 39) enthalten.

Ganz überzeugen kann diese Auswahl der Fälle leider nicht, denn ohne den Titel „Sherry Edition“ käme man nur anhand der ausgewählten Fälle nicht unbedingt auf Anhieb darauf, wer im Mittelpunkt steht. Denn „Detective Boys Edition“ wurde den Band treffender beschreiben. Zwar kommen in den meisten Fällen Details aus Ais Vergangenheit ans Licht, doch nur am Rande. Im Fall um den Drachenweg taucht sie nur als Randfigur auf, fehlt gar beim eigentlichen Kriminalfall. Bei der Suche nach Mitsuhiko hat sie keinen wirklich besonderen Beitrag. Dabei hätte es zahlreiche Fälle gegeben, in denen Ai im Mittelpunkt gestanden hätte oder eine wichtige Entwicklung durchlebt. Das ist schon schade und dürfte die Fanbase der taffen Jung-Wissenschaftlerin wohl kaum zufriedenstellen. Dass zudem die aufgenommenen Fälle lediglich aus den ersten 40 Bänden stammen und damit eine potenzielle Fortsetzung einkalkuliert wurde, macht das Gesamtbild nicht besser. Hier hätte man sich mehr redaktionelles Feingefühl statt ökonomische Gedankenspiele gewünscht.

Zudem ist der Titel auch ein wenig irreführend, denn der Band dreht sich wenn, dann um Ai Haibara. Ihr früheres Leben als Sherry spielt im Grunde keine Rolle, man erfährt eher Infos aus ihrer Kindheit als Shiho. Den ursprünglich angekündigten Titel auf „Ai Haibara Edition“ zu kürzen hätte vollkommen genügt.

Alles in Allem lässt sich sagen, dass die „Sherry Edition“ inhaltlich leider nicht hält, was sie verspricht. Dessen ungeachtet wird EMA mit dem System fortfahren, eigene Sonderbände zu einzelnen Charakteren zu produzieren, auch ohne Vorlage aus Japan. Eine erneute Fan-Befragung läuft bereits. Die weiteren in Japan erschienenen Sonderbände (etwa weitere „Special Black Editions“) stehen dagegen (bisher) leider nicht zu Debatte.

© Rockita

Detektiv Conan – Sherry Edition: © 2016  Gosho Aoyama  Shogakukan / EMA

 

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No Guns Life

Name: No Guns Life
Englischer Name:
Originaltitel: No Guns Life
Herausgebracht: Japan: Shueisha 2014
Deutschland: Tokyopop 2016
Mangaka: Tasuku Karasuma
Bände: 5 Bände, wird fortgesetzt
Preis pro Band: 9,95 €

No Guns Life Band 1Story:
Die Firma „Berühren“ erschafft sogenannte Extender, technologisch erweiterte Menschen, die als Waffen im Weltkrieg vor zehn Jahren eingesetzt wurden. Juzo Inui ist einer davon. Sein Kopf ist eine Pistole mit dem Abzug am Hinterkopf, sodass dieser nur von anderen betätigt werden kann. Er hat keinerlei Erinnerungen an die Zeit, bevor er zum Extender gemacht wurde. Als „Beseitiger“ hat er es sich zur Aufgabe gemacht, Fälle zu lösen, in die Extender involviert sind. Dabei kann er immer auf die Unterstützung der Technikerin Mary zählen, die sowas wie eine Ärztin für Extender ist und im Untergrund lebt. Da dort eine Art Mafia, die „Neun Sterne“, ihr Unwesen treibt, trauen sich nicht Mal die Leute von Berühren ohne Weiteres dorthin.

Eines Tages bittet ihn ein fremder Extender darum, einen kleinen Jungen zu retten, den dieser anscheinend entführt hat und hinter dem der Sicherheitsdienst her ist. Wie sich herausstellt, handelt es sich nicht um irgendein Waisenkind: Der Junge heißt Tetsuro Arahabaki und ist der älteste Sohn des CEOs von Berühren! Man hat ihm den „Harmony“-Apparat eingebaut, der es ihm ermöglicht, andere Extender zu steuern, so auch den, der Juzo den Auftrag gegeben hat. Dieser Apparat ist für Berühren sehr wichtig, sodass sich Juzo einige Kämpfe mit den Leuten der zwielichtigen Firma liefern muss, um Tetsuro zu beschützen. Sie schrecken nicht einmal davor zurück, alle Schachteln Tanegashima, Juzos Lieblings-Zigaretten, der Stadt aufzukaufen, nur um ihn damit zu erpressen. Doch Juzo lässt sich davon natürlich nicht beeindrucken und hält Tetsuro bei Mary versteckt. Als Berühren schließlich Ende, ein Mädchen, das sich in eine Mutantenspinne verwandeln kann, darauf ansetzt, den Kindern im Untergrund ihre Extensionen abzureißen, um Tetsuro unter Druck zu setzen, bittet dieser Juzo darum, sie zu stoppen. Doch Juzo weigert sich, woraufhin Tetsuro kurzerhand Juzos Körper übernimmt und sich Ende mutig entgegenstellt. Allerdings hat er gegen sie keine Chance und muss in seinen eigenen Körper zurückkehren, um zu versuchen, Ende zu steuern. Ohne Erfolg. Ende verliert vollkommen die Kontrolle über sich und als Juzo wieder zu sich kommt, gibt es nur noch eine Möglichkeit, sie zu besiegen: Tetsuro muss Juzos Abzug betätigen.

Eigene Meinung:
Ich war sehr skeptisch, als ich Tokyopops Storybeschreibung gelesen habe und hatte mit einer eher episodenhaften und zähen Geschichte gerechnet, in der sich Juzo von einem Fall zum nächsten hangelt. Doch der komplette erste Band erzählt eine zusammenhängende Geschichte und wie das Ende vermuten lässt, ist der Fall Tetsuro noch längst nicht abgeschlossen! Es gibt immer wieder überraschende Wendungen, sodass man noch überhaupt nicht sagen kann, in welche Richtung sich die Geschichte entwickeln wird. Außerdem liest sich der Manga ganz und gar nicht zäh! Obwohl man vollkommen unvermittelt ins Geschehen geworfen wird, behält man mühelos den Überblick und bekommt auch so manchen Gag geliefert. Da Juzo Kinder nicht leiden kann, wird es zwischen ihm und Tetsuro bestimmt noch oft genug scheppern.

Die Bände sind ungewöhnlich dick und der Preis von daher gerechtfertigt. Wobei ich die Klappenbroschur in dem Fall eher überflüssig finde. Die Zeichnungen wirken manchmal etwas unsauber. Deswegen musste ich bei einigen Panels genauer hinsehen, um zu verstehen, was dort geschieht. Der Manga eignet sich für Leser ab 16 Jahren, die für ungewöhnliche Action-Mangas mit SciFi-Elementen offen sind.

No Guns Life: © 2014 Tasuku Karasuma, Shueisha / Tokyopop

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The Art of Sun-Ken Rock

Name: The Art of Sun-Ken Rock
Englischer Name:
Originaltitel: The Art of Sun-Ken Rock
Herausgebracht: Japan: Shonengahosha 2015
Deutschland: Tokyopop 2016
Mangaka: Boichi
Bände: Einzelband
Preis pro Band: 19,95 €

the-art-of-sun-ken-rockInhalt & Eigene Meinung
„The Art of Sun-Ken Rock“ ist ein Softcover-Artbook mit buntem Schutzumschlag. Entfernt man diesen, sind darunter das Cover- und Backcover-Motiv in schwarz-weiß. Auf den Innenseiten des Umschlags befinden sich Informationen zu Boichi und eine Danksagung von ihm an seine Fans, dazu gibt es sogar eine schicke kleine Grußkarte an die deutschen Leser, die nur der Erstauflage beiliegen wird. Boichi ist der sympathische Zeichner von „Sun-Ken Rock„, der unter ärmlichen Verhältnissen in Korea aufgewachsen ist. Er kommt in dem Artbook sehr humorvoll, intelligent, trotz seines großen Talents bescheiden, nachdenklich, etwas rebellisch und vor allem Fan-orientiert rüber. Besonders auffällig ist seine enorme Wissbegierde (man könnte ihn auch getrost einen Nerd nennen) und sein Perfektionismus, der sich besonders in seinen Bildern widerspiegelt. Diese sind nämlich sehr realistisch und detailreich.

Doch kommen wir erst Mal zum Inhalt: Nach einem Vorwort des Mangakas erwartet uns eine umfangreiche Sammlung von Farbillustrationen zu „Sun-Ken Rock“, die nicht weiter kommentiert werden. Ab der Mitte des Artbooks geht es dann seltsamerweise mit einigen Schwarz-Weiß-Bildern weiter, obwohl der Sinn eines Manga-Artbooks doch eigentlich ist, zur Abwechslung Motive in Farbe zu präsentieren. „The Art of Sun-Ken Rock“ ist bisher das einzige Artbook, das ich kenne, in dem es einen Abschnitt nur mit Schwarz-Weiß-Artwork gibt. Wie dem auch sei. Es folgen Skizzen und Entwürfe, bei denen teilweise sogar die einzelnen Entwicklungsschritte von der Bleistiftzeichnung bis zur Farbillustration gezeigt werden. Auf den letzten Seiten findet ihr ein sehr ausführliches und lesenswertes „Boichi Special Interview“ über seine Vorbilder, Arbeitsabläufe und sogar seine Vergangenheit und sein Privatleben. Fotos von realen Orten und Bilder von den davon inspirierten Schauplätzen im Manga begleiten den Text. Boichi lässt außerdem gerne seine Assistenten Szenen nachstellen, die er dann fotografiert, um sich beim Zeichnen an den Fotos zu orientieren. Auch diese Fotos und die darauf basierenden Bilder aus dem Manga sind hier zu finden, so wie Fotos von Boichi und seinem Arbeitsplatz. Für seine Fans hat er sich etwas ganz Besonderes einfallen lassen und im Anschluss an das Interview den kompletten Entstehungsprozess des Artbook-Cover-Motivs in allen Arbeitsschritten genau dokumentiert. Zum krönenden Abschluss folgen noch eine Schwarz-Weiß- und eine Farb-Illustration, eine Bleistiftzeichnung sowie eine Übersicht aller „Young King“-Magazincover mit „Sun-Ken Rock“-Motiv („Young King“ ist das Magazin, in dem „Sun-Ken Rock“ in Japan erscheint).

cci17092016 Boichi zeichnet alles mit Bleistift vor, mit Tusche nach, scannt die Bilder ein und koloriert sie dann via Computer. Ein darin immer wiederkehrendes Motiv sind explodierende Kleidungsstücke (insbesondere Kens Hemden), deren Fetzen das Bild wie lodernde Flammen umrahmen, durch die Luft fliegende Steine und Funken, Blutspritzer, Regen, Schnee und auf einem Bild sieht es sogar so aus, als würde sich Ken in umherspritzendes Wasser auflösen. Das verleiht Boichis Werken viel Action und Dynamik. Hin und wieder geht er eher sparsam mit Farben um und lässt dafür lediglich Kens Augen in kräftigem Goldbraun oder Rot erstrahlen. Negativ fällt auf, dass sämtliche Bilder äußerst sexistisch sind: muskelbepackte Machomänner und leicht bekleidete Frauen, die ihr – manchmal sogar zerrissenes – Höschen zur Schau stellen, wenn sie denn überhaupt eins tragen, auf jeder Seite. Kaum vorstellbar, dass Boichi einst mit Manwha für kleine Mädchen angefangen hat. Ich finde es übrigens schade, dass keine Bilder aus jenen frühen Werken im Artbook abgedruckt wurden, da ich mir so gar nicht vorstellen kann, wie seine Mädchen-Manwhas ausgesehen haben könnten und ich es immer spannend finde, zu sehen, wie sehr sich der Zeichenstil eines Künstlers über die Jahre verändert hat. Wenn man bedenkt, wie perfektionistisch Boichi ist und wie akribisch er Staubkörner aus seinen gescannten Bildern entfernt, wäre er sicher verärgert darüber, dass an manchen Seitenrändern die gegenüberliegende Seite abgefärbt hat. Sowas sollte eigentlich nicht sein und ich hoffe Tokyopop lässt sich künftig etwas einfallen, um so etwas zu verhindern.

Obwohl die Bilder sehr ausdrucksstark sind, kann ich mir gut vorstellen, dass nicht jeder etwas mit Boichis realistischem Stil anfangen kann, der eher an westliche Comics als an Mangas erinnert. Mich persönlich stören zum Beispiel die Manga-typisch übertrieben großen Augen der Frauen, da sie einfach nicht zum ansonsten realistisch gehaltenen Zeichenstil passen. Außerdem bedeutet „realistisch“ natürlich nicht unbedingt „hübsch“ bzw. ästhetisch ansprechend. Aber wenn euch Boichis Stil gefällt, könnt ihr bedenkenlos zugreifen. Auf den 122 Seiten wird schließlich eine Menge geboten und der Preis ist absolut in Ordnung. Für „Sun-Ken Rock“-Fans ein absolutes Must-Have!

The Art of Sun-Ken Rock: © 2015 Boichi, Shonengahosha / Tokyopop

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Kagamigami – Meister der Geister

Name: Kagamigami – Meister der Geister
Englischer Name:
Originaltitel: Kagamigami
Herausgebracht: Japan: Shueisha 2015
Deutschland: Tokyopop 2016
Mangaka: Toshiaki Iwashiro
Bände: 5 Bände
Preis pro Band: 4,95 €, ab 15.08.2017 6,50 € (Band 1)
6,50 € (ab Band 2)

kagamigami-band-1Story:
Die 20-jährige Detektivin Mako Miyoshi hat seit ihrer Kindheit eine besondere Gabe: Wenn sie einen Gegenstand berührt, kann sie einen Lichtstrahl sehen, der sie zu dessen Besitzer führt. Doch in letzter Zeit funktioniert es aus irgendeinem Grund nur noch selten, weshalb ihrer Detektei Miyoshi die Klienten ausbleiben. Als im Sakuragamori-Park vier Jugendliche zerstückelt aufgefunden werden, stellt sie auf eigene Faust Ermittlungen an. Am Tatort lernt sie den 15-jährigen Kyosuke Kagami kennen, der ein Shikigami-Meister ist. Shikigami sind Geister, Yokais oder Götter, die für ihre Erscheinung andere Wesen oder Objekte – sogenannte „Yorishiro“ – als Medium benutzen und ihrem Beschwörer dienen. Um ein Shikigami-Meister zu werden, ist hartes Training und eine Jahre lange Ausbildung notwendig, doch in letzter Zeit verteilt der gruselige Riesen-Stoffhase „Hollow Rabbit“ in Tokyo Magatsuhi-Eier an gewöhnliche Menschen. Wenn jemand ein solches Ei herunterschluckt, verleiht der darin enthaltene Parasit seinem Wirt auf einen Schlag die Macht eines Shikigami-Meisters.

Um den Mordfall aufzuklären, beschwört Kyosuke mit Hilfe von Papiermännchen unzählige Kodamas: vielseitige Shikigamis, die Minions ähneln, verschiedene Größen annehmen und sogar miteinander fusionieren können. Sie eignen sich ideal als Suchtrupp und zum Erspähen von Beweisstücken. So findet er mit ihrer Hilfe heraus, dass ein Rasierklingen-Shikigami hinter den Morden steckt. Um ihn zu vernichten, beschwört Kyosuke mit einem selbst genähten Stofftier als Yorishiro den schlagkräftigen Shikigami Rashomaru. Indessen spürt Mako mit Hilfe ihrer besonderen Fähigkeit den wahren Übeltäter auf: einen von Hollow Rabbit erschaffenen Shikigami-Meister. Als Mako in Gefahr gerät, stellt Kyosuke seinen eigenen Körper als Yorishiro für seinen vorlauten Partner, den Himmelsfuchs Hakutenmaru, zur Verfügung und die beiden fusionieren zum ultimativen Kämpfer, der sie rettet. Mako kann den Täter daraufhin überwältigen und das Shikigami-Komitee, die Regierungsorganisation für die Kyosuke arbeitet, nimmt sich seiner an. Als Kyosuke beschließt, in Tokyo auf weitere Aufträge des Komitees zu warten, lässt Mako ihn bei sich einziehen.

Da Shikigami-Meister in Zweier-Teams arbeiten, teilt das Shikigami-Komitee Kyosuke Keiichi Shido als Partner zu, der eine Art gespaltene Persönlichkeit hat und auf eigene Faust loszieht, um gegen Hollow Rabbit zu kämpfen. Der Hase entpuppt sich jedoch als übermächtiger Gegner, sodass Kyosuke und seine Shikigamis einschreiten müssen. Sie können Hollow Rabbit zwar vernichten, doch der eigentliche Drahtzieher ist noch irgendwo da draußen… Aber unsere Helden müssen sich natürlich auch mit ganz alltäglichen Problemen herumschlagen, wie Makos Vermieterin, die droht, sie rauszuwerfen, weil Mako mit der Mietzahlung in Verzug ist und Kyosuke ist schließlich noch im schulpflichtigen Alter. So kommt er gezwungenermaßen als neuer Schüler an die private Oberschule Yunagi und versucht Mako zuliebe vor seinen Mitschülern geheimzuhalten, dass er ein Shikigami-Meister ist. Sie befürchtet nämlich, dass er sonst von ihnen gemobbt werden könnte. Allerdings kommt ihm gleich am ersten Schultag seine mürrische Klassenkameradin Saya auf die Schliche und sie werden von einem Oni-Dämon attackiert…

kagamigami-band-2Eigene Meinung:
Nach der deutschen Eigenproduktion „Goldfisch“ geht es bei Tokyopop unter dem Slogan SHONEN ATTACK! mit 2 Titeln weiter, die erst kürzlich im berühmtesten aller Manga-Magazine – „Weekly Shonen Jump“ – erschienen sind: „Kagamigami“ und „Black Clover“! Dem ersten Band von „Kagamigami“ liegt als Extra eine hübsche Postkarte mit dem Titelbild des ersten Kapitels bei und er erscheint zum Kennenlern-Preis von nur 4,95 €. Toshiaki Iwashiro dürfte hierzulande schon dem ein oder anderen bekannt sein, da sein vorheriges Werk „Psyren“ bei EMA erschienen ist. Bei der Arbeit an besagtem Manga stand ihm übrigens der „Black Clover“-Zeichner Yūki Tabata als Assistent zur Seite, weshalb die beiden gute Freunde sind. Darum haben beide einen kurzen Crossover-Manga gezeichnet, der am Ende des ersten Bandes des jeweils anderen zu finden ist. D. h. Tabata hat einen Bonus-Manga für den ersten Band von „Kagamigami“ beigesteuert, in dem sich Asta, der Held von „Black Clover“, in der Welt der Shikigami wiederfindet und im ersten Band von „Black Clover“ befindet sich der Crossover-Manga, den Iwashiro gezeichnet hat. Es lohnt sich also in beide Bände reinzuschauen 😉

Man merkt deutlich, dass Iwashiro ein erfahrener Mangaka ist, denn bei seinem neuen Titel stimmt einfach alles! Er hat einen wunderschönen, sauberen Zeichenstil, der an typische Shonen-Anime wie die neuste Staffel „Digimon“ („Digimon Universe Appli Monsters“) erinnert, die Charaktere sind total liebenswert, die Monster sind megacool und süß, die Story ist sehr abwechslungsreich und der Humor ist genial. Insbesondere Mako weiß die Leser mit ihrer positiv durchgeknallten Art zu begeistern. Es gefällt mir sehr gut, dass Kyosuke nicht der typische Mit-dem-Kopf-durch-die-Wand-„Jump“-Protagonist ist, sondern ein ruhiger, bescheidener und lieber Junge, hinter dessen süßem Erscheinungsbild dafür ein wahrer Shikigami-Meister steckt, der es mit jedem aufnehmen kann. Draufgängerisch ist er nur, wenn er mit dem süßen frechen Fuchs Hakutenmaru fusioniert. Erfrischend ist auch die Partner-Dynamik zwischen Kyosuke und Mako, die auf Anhieb super miteinander harmonieren und einander unterstützen, obwohl sie so verschieden sind. Mako übernimmt sozusagen die Rolle der großen Schwester für ihn.

Klare Kaufempfehlung an alle Fans von Monster-Anime wie „Pokémon“, „Digimon“ und „Yo-kai Watch“, da Kyosuke Kagami in seiner Funktion als Shikigami-Meister sehr an einen Digimon Tamer erinnert: Er kann mit seinen Shikigami verschmelzen, sie miteinander fusionieren lassen und sie selbst erschaffen, wie Takato das mit Guilmon getan hat. Außerdem hat Rashomaru eine gewisse Ähnlichkeit mit Justimon. Da die Geschichte in gerade Mal 5 Bänden abgeschlossen ist, eignet sie sich auch ideal für alle, die Shonen-Manga zwar mögen, aber keine Lust auf Endlos-Serien haben, die es in besagtem Genre ja zuhauf gibt. Schlagt zu, ihr werdet es nicht bereuen!

Kagamigami – Meister der Geister: © 2015 Toshiaki Iwashiro, Shueisha / Tokyopop

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