Adekan

Name: Adekan
Englischer Name:
Originaltitel: Adekan
Herausgebracht: Japan: SHINSHOKAN 2008
Deutschland: EMA 2011
Mangaka: Tsukiji Nao
Bände: 12 Bände, wird fortgesetzt
Preis pro Band: 7,50 € (Band 1-6)
8,50 (ab Band 7)

Adekan Band 1Story:
Der junge Polizeiinspektor Kojiro hat alle Hände voll zu tun. Die berüchtigte Hanabuki- Bande, eine stehlende und mordende Meute, wurde in der Nähe seiner Stadt gesehen und zudem häufen sich die Funde von Frauenleichen. Zudem geht das Gerücht herum, dass immer wieder eine blutverschmierten Braut auf der Hochzeitsbrücke gesehen wird.

Als Kojiro damit beauftragt wird, sich bei den Bewohnern ein wenig umzuhören, stößt er auf den jungen Schirmmacher Shiro, der in einem seltsamen Haus wohnt und zumeist faul, lasziv und ungeschickt daher kommt. Shiro schert sich wenig um dem allgemeinen Anstand (weswegen er am liebsten nackt herum laufen würde) und welche Meinung andere über ihn haben. Kojiro freundet schließlich mit dem ungewöhnlichen Mann an und startet den Versuch ihn zumindest ein wenig zu erziehen und ihm die Grundregeln des Anstands beizubringen.

Als Shiro nach und nach dahinter kommt, wer für die Morde verantwortlich ist und was es mit der Braut auf der Hochzeitsbrücke auf sich hat, ist es für ihn bereits zu spät. Er stolpert direkt in die Arme der Bande. Kojiro, der zufällig in der Nähe ist, will ihm helfen und gemeinsam müssen sie sich gegen die Männer zu Wehr setzen. Dabei zeigt sich, dass Shiro alles andere als ungeschickt im Kampf ist und ein Meister der Anki, der Geheimwaffen, ist. Binnen weniger Sekunden bezwingt er einen Großteil der Männer und Kojiro ist zwar ziemlich verblüfft, vertraut ihm aber dahingehend, dass Shiro kein böser Mensch ist.

Nach diesem gemeinsamen Abenteuer werden Kojiro und Shiro richtige Freunde und geraten sie immer wieder gemeinsam in seltsame Vorkommnisse. Seien es nun seltsame Mordfälle, ein Menschenhandelring oder das Auftauchen eines mysteriösen Tieres, das Nachts die Straßen unsicher macht – Kojiro erhält immer wieder von Shiro Unterstützung, wenn es darum geht diese Fälle aufzuklären, und Shiro hat erstmals einen wahren Freund an seiner Seite. Doch allzu lange währt die Ruhe in der Stadt nicht, denn ein weiterer Meister der Geheimwaffen taucht unvermittelt auf – Anri, der Bruder Shiros. Er arbeitet im zwielichtigen Gewerbe und hat überhaupt keine Probleme damit auf Auftrag Menschen zu töten. Shiro und ihn verbindet eine gemeinsame, düstere Vergangenheit, die schon bald einen Schatten auf Kojiros und Shiros Freundschaft wirft…

Adekan Band 2Eigene Meinung:
Mit „Adekan“ legt EMA den ersten Manga der Künstlerin Tsukiji Nao in Deutschland vor. Die Geschichte spielt in einer surreal wirkenden, traditionell japanischen Stadt im 19. Jahrhundert, ohne dass die Künstlerin explizit einen Namen nennt. Das ist auch nicht notwendig, da die Handlung selbst eher fantastisch angehaucht ist und auf sehr geschickte Art und Weise Historik und Fantastik miteinander verbindet und mit einer Brise Steampunk garniert, was besonders in de Waffen und ungewöhnlichen mechanischen Elementen zu sehen ist. Die Geschichte selbst ist spannend, interessant und andersartig, weiß jedoch durch verschiedene mystische Elemente zu fesseln. Sicherlich ist Band 1 erst der Beginn der Serie, so dass dem Leser noch der rote Faden fehlt, doch zum Ende hin gelingt es Tsukiji Nao mit dem Einbringen von Anri ein wenig Spannung in die Handlung einzubauen.

Die Zeichnungen sind ohne jeden Zweifel von extrem hoher Qualität. Wer die Künstlerin bereits von ihren atemberaubenden, detailreichen Illustrationen aus ihrem Artbook „Nostalgia“ oder von diversen Briefpapieren kennt, wird erkennen, dass sie in „Adekan“ nichts von ihrer Detailverliebtheit verloren hat. Sie hat einen unvergleichlichen, sehr dynamischen Tuschestil, liebt hübsche Mädchen und Jungen, aufwendige Hintergründe und Kleidungsstücke, egal ob es sich dabei um Kimonos, Kleider oder Masken handelt. Tsukiji Nao versucht in jedes Panel so viele Details einzubringen, dass es dem Leser fast zu viel wird und man öfters im Storyfluss innehält, um sich die Panele genauer anzuschauen und hier und da Dinge zu entdecken, die einem leicht entfallen. Trotz ihrer Schönheit sind ihre Zeichnungen anatomisch nicht immer gänzlich korrekt. Die Männer haben oftmals einen zu langen Oberkörper und manchmal wirken Arme und Beine seltsam verbogen. Nichtsdestotrotz ist „Adekan“ allein aufgrund der wundervollen Zeichnungen jedem Shojo- Fan zu empfehlen, auch wenn sich hier und da ganz leichte Boys Love Andeutungen und Elemente einschleichen. Wirklich gänzlich in diese Richtung geht „Adekan“ jedoch nicht, es ist und bleibt eine recht actiongeladene Shojo- Serie.

Insgesamt ist „Adekan“ jedem Fan der Künstlerin zu empfehlen. Wer detaillierte Zeichnungen mag und dem Mix aus Historie, Fantastik und Steampunk gegenüber nicht abgeneigt ist, sollte „Adekan“ auf jeden Fall lesen. Doch auch alle anderen sollten einen Blick riskieren, und sich von Tsukiji Naos Zeichnungen gefangen nehmen lassen. Der Manga und die Künstlerin verdienen auf jeden Fall Aufmerksamkeit – sehr zu empfehlen.

© Koriko

Adekan: © 2008 Tsukiji Nao, SHINSHOKAN / EMA

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Abara

Name: Abara
Englischer Name: ABARA
Originaltitel: ABARA
Herausgebracht: Japan: Shueisha 2005
Deutschland: EMA 2010
Mangaka: Tsutomu Nihei
Bände: 2 Bände
Preis pro Band: 7,50 €

U_7390_EMA_ABARA_01.IND6Story
In einer anderen Welt leben die Menschen in Städten mit riesigen Mausoleen. Doch niemand kann sich mehr daran erinnern, wie sie einst entstanden sind…

Eines Tages tauchen merkwürdige menschenfressende Monster auf, die aufgrund ihrer Farbe „Weiße Gauna“ genannt werden. Wie eine Seuche breiten sie sich unter der Bevölkerung auf und befallen immer mehr Menschen.

Denji Kudo arbeitet unter dem Decknamen Denji Ito als kleiner Angestellter in den sogenannten „Zuchtfarmen“. An dem Tag, an dem es zum Ausbruch der weißen Gauna kommt, holt den jungen Mann die Vergangenheit ein, die er eigentlich für immer hinter sich lassen wollte. Tadohomi, eine Agentin der streng geheimen Kegen-Abteilung, ausgestattet mit Sonder-Befugnissen, hat Denji in seinem kleinen Exil entdeckt. Sie konfrontiert ihn mit den neuesten Vorkommnissen und der Gefahr, die durch die weißen Gauna ausgeht.

Da er eigentlich nicht mehr für „Kegen“ arbeiten wollte, äußert sich Denji zunächst widerwillig und nicht zur Kooperation bereit. Schließlich lässt er sich aber doch überzeugen und zieht gegen die menschenfressenden Bestien zu Felde. Um ihnen im Kampf überlegen zu sein, verwandelt sich Denji in seine andere Gestalt – in die eines schwarzen Gauna mit übermenschlicher Kampfkraft und gewaltigem Potenzial. In einer beeindruckenden Geschwindigkeit räumt er mit dem weißen Haupt-Gauna auf. Dann aber verlassen ihn seine Kräfte und er bleibt – halb zurückverwandelt – neben der Leiche seines Gegners liegen.

U_7391_EMA_ABARA_02.IND6Denji hat die Stadt vor einer Katastrophe bewahrt, sicher. Er hat aber damit auch auf sich aufmerksam gemacht. Gruppierungen aus seiner Vergangenheit konnten erkennen, wer für die Vernichtung der weißen Gauna verantwortlich ist und somit, dass Ito alias Kudo noch am Leben sein muss. Auf dessen außergewöhnliche Fähigkeiten will die Kegen-Abteilung nicht verzichten, also schicken sie jemanden, um Kudo „abzuholen“.
Doch wem kann der junge Mann überhaupt trauen? Denn auch seine „Freundin“ Tadohomi scheint mehr als ein Gesicht zu haben…

Eigene Meinung
„Abara“ ist eine zweibändige Mini-Serie des bekannten Mangaka Tsutomu Nihei, der damit einen weiteren Science-Fiction-Manga aus seiner Feder präsentiert. Ein weiteres Mal müssen sich Menschen gegen „Gauna“-Aliens zur Wehr setzen. Aber Nihei wäre nicht er selbst, wenn er nicht auch noch eine verzwickte Verschwörungsgeschichte vor einer teils prä-apokalyptischen Atmosphäre mit ins Spiel bringen würde. Wie meistens wird der Leser gleich in das Geschehen hinein geworfen, die Hintergründe und überhaupt das wer-was-wann-warum sickern erst tröpfchenweise im Laufe des Bands durch.

Die Zeichnungen sind wieder im üblichen Stil des Autors: mit viel schwarzer Tusche, sehr detaillierten Aliens und einer Mischungen aus sehr einfachen (fast plastischen) und sehr detaillierten Gesichtszügen. Damit trifft Nihei sicherlich nicht jeden Geschmack, er bietet allerdings eine Alternative zu den immer gleichen Stilen anderer Autoren, wie sie in manchen Genre vorherrschen. An Dynamik und Gewalt fehlt es den Zeichnungen sicherlich nicht. Nihei schafft es, die Tusche gerade bei diesen Darstellen als Stilmittel einzusetzen.
Dieser Manga ist dem Seinen-Bereich zuzuordnen und damit auf jeden Fall etwas für ältere Leser, nicht nur wegen der Gewalt, auch wegen der Handlung als solche. Auch erwachsene Leser sollten sich auf ein anspruchsvolles und tiefgründiges Werk einstellen, wenn sie hier zugreifen.

© Rockita

Abara: © 2005 Tsutomu Nihei Shueisha / EMA

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Egoistic Blue

Name: Egoistic Blue
Englischer Name:
Originaltitel: Egoistic Blue
Herausgebracht: Japan: Libre 2012
Deutschland: EMA 2014
Mangaka: Mio Tennohji
Bände: Einzelband
Preis pro Band: 7,50 €

StoryEgoistic Blue
Was tut man nicht alles für einen wohlhabenden Langzeitgast? Als der Rezeptionist Chiaki gebeten wird als persönlicher Concierge für den griechischen Multimillionär Harry Christophoros zu arbeiten, kann dieser diese Bitte unmöglich abschlagen. So steht er dem ausländischen Gast immer wieder für kleinere und größere Gefälligkeiten zur Verfügung, ohne zu wissen, dass er selbst der Grund für Harrys Japanaufenthalt ist. Erst als sich die beiden näher kommen, findet Chiaki heraus, dass seine Großmutter eine Zeit lang eng mit der Familie Christophoros verbunden war.

Neben der Hauptgeschichte bekommt auch Harrys persönlicher Sekretär Carl zwei Kapitel, in dem er nach sieben Jahren seinem Freund Morris wiederbegegnet. Die Gründe für Morris plötzliches Verschwinden enthüllen sich Carl jedoch erst nach und nach …

Eigene Meinung
„Egoistic Blue“ stammt von Mio Tennohji, die in Japan bereits durch etliche Boys Love Mangas bekannt geworden ist. Auch in den USA erschienen einige ihrer Werke, „Egoistic Blue“ ist der erste Manga von ihr, der auf dem deutschen Markt erscheint.

Inhaltlich wartet „Egoistic Blue“ mit einer netten Liebesgeschichte auf, die jedoch Boys Love Lesern wenig Neues bietet. Dabei ist der Hintergrund durchaus nicht uninteressant, insbesondere was Chiakis Großmutter betrifft, doch leider geht die Mangaka nicht weiter auf diesen Aspekt ein. Stattdessen konzentriert sie sich ganz auf die Beziehung zwischen Chiaki und Harry, die kleineren Probleme, die sich den beiden in den Weg stellen, weil sie aus vollkommen unterschiedlichen Welten kommen. Dennoch kommen die beiden recht schnell zusammen, wenn man bedenkt, wie wenig Zeit im Grunde vergeht.

Auch bei Carl und Morris wirkt einiges ein wenig überstürzt, da nur bedingt auf die Jahre eingegangen wird, in denen Morris weg war. Für einen reinen Selbstfindungstrip ist diese Zeit nämlich echt ein bisschen lang. Auch vergibt Carl ihm wirklich schnell, wenn man bedenkt, dass er all die Jahre nichts von seinem Freund gehört hat.

Auch die Charaktere bieten wenig Platz für Neues, da sie in den üblichen Bahnen bleiben. Chiaki ist eher schüchtern, zurückhaltend und wächst erst über sich hinaus, als er sich gegen Carl zur Wehr setzen muss; Harry ist der reiche, gutaussehende Kerl, der der Damenwelt den Kopf verdreht und zumeist über den Digen steht. Man kann sich durchaus mit ihnen identifizieren, doch sie handeln immer ein wenig aufgesetzt. Das trifft leider auch auf Carl zu, den man erst später richtig begreifen kann, wenn er auf Morris trifft.
Es ist schade, dass hier so wenig Varianz in den Figuren ist – Vielleser, die sich hin und wieder neue, interessante Charaktere wünschen, werden bei „Egoistic Blue“ leider nicht fündig werden.

Einzig die sehr schönen, detailreichen Zeichnungen sind ein positiver Aspekt an „Egoistic Blue“. Mio Tennohji hat eine sehr sicheren, gelungen Stil, der vorwiegend aus hübschen Männern besteht. Gerade Harry ist der typische Bishonen, während Chiaki neben seinem Partner fast ein wenig verblasst. Dies passt jedoch gut zum Charakter, so dass es nicht weiter störend ins Gewicht fällt. Auch die Hintergrundzeichnungen, die kleineren Details und die Anatomie sind stimmig, so das „Egoistic Blue“ optisch einiges zu bieten hat. Wer auf schöne Illustrationen und hübsche Männer wert legt, wird bei diesem Manga vollkommen auf seine Kosten kommen.

„Egoistic Blue“ ist ein netter Boys Love Manga für Zwischendurch, dessen größter Pluspunkt die schönen Zeichnungen von Mio Tennohji sind. Inhaltlich bietet der Manga dem versierten Boys Love Fan nichts Neues – eine typische Liebesgeschichte mit recht stereotypen Charakteren. Wer gerne BL Einzelbände liest, hübsch gezeichnete Männer und eine gesunde Portion schwule Erotik mag, kann einen Blick riskieren. „Egoistic Blue“ unterhält, mehr aber auch nicht.

© Koriko

Egoistic Blue: ©2012 Mio Tennohji, Libre Publishing Co., Ltd./ EMA

 

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Fashion Affairs

Name: Fashion Affairs
Englischer Name:
Originaltitel: Hitomi no Dokusenyoku
Herausgebracht: Japan: Libre 2011
Deutschland: EMA 2014
Mangaka: Rin Narusaka
Bände: Einzelband
Preis pro Band: 7,50 €

Storyfashion affairs
Der Frischling Shinpei ist noch recht neu im Modelbusiness, versucht jedoch sein Bestes um irgendwann einmal so gut zu werden wie der Shootingstar Ryo Kanahashi. Just zu diesem soll er auf Anraten seines Agenten ziehen, um von dem Wissen des Profis zu profitieren. Doch Ryo ist eher rüpelhaft, mitunter sehr brüsk und alles andere als gewillt, Shinpei mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Nahezu permanent ecken die beiden aneinander und Ryo nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn es darum geht Shinpeis Qualitäten als Model zu kommentieren. Doch Shinpei denkt gar nicht daran, alles schweigend hinzunehmen und nimmt sich vor, Ryo zu beweisen, dass auch es modeln kann …

In der Side-Story „Unreife Fashion Affairs” geht es um die Schulfreunde Yuma und Takanobu, die zusammen mit Shinpei und Ryo in einer WG leben und ebenfalls als Models arbeiten. Yuma, der nur wegen seinem Freund mit dem modeln angefangen hat, ist bereits seit Jahren in seinen Takanobu verliebt, doch dieser akzeptiert Yumas Liebesgeständnis nicht, unterbindet sogar dessen Worte. Erst als der Designer Takayanagi Interesse an Yuma zeigt und die Gerüchteküche brodelt, beginnt Takanobu sich Gedanken zu machen …

Eigene Meinung
Der Einzelband „Fashion Affairs“ stammt aus der Feder der bekannten Yaoi Mangaka Rin Narusaka, die mit diesem Band ihr deutsches Debüt feiert.

Inhaltlich bietet „Fashion Affairs“ solide Boys Love Kost – allerdings sollte man keine ausgeklügelte Storyline mit interessanten Wendungen erwarten. Die Geschichte läuft in den üblichen Bahnen ab, und lässt sich prima mit „Junge trifft Junge, Ergebnis: Liebe/Sex“ umschreiben. Das mag jetzt bei einem Yaoi Manga nichts ungewöhnliches sein, sprich man erwartet im Grunde nichts anderes, doch manchmal wünscht man sich ein wenig mehr. Dafür bietet der Manga einen kurzen Einblick in das Modelbusiness, auch wenn sich Rin Narusaka eher auf die Beziehung der Charaktere untereinander konzentriert, als auf die Probleme, die dieser Job mit sich bringt.

Auf jeden Fall kommen Fans erotischer Liebesgeschichten vollkommen auf ihre Kosten – „Fashion Affairs“ kann durchaus gefallen, wenn man keine hohen Ansprüche stellt.
Auch die Charaktere sind vorwiegend stereotyp, weshalb ihre Handlungen und Aktionen zumeist recht vorhersehbar sind. Ryo ist hierbei nicht sonderlich sympathisch. Man weiß im Grunde nicht so genau, was Shinpei überhaupt an ihm findet, da er recht grob, brüsk und zumeist ein wenig sadistisch ist, was sein Partner öfters zu spüren bekommt. Shinpei selbst ist ein sympathischer, manchmal ein wenig naiver Charakter, in den man sich aber gut hineinversetzen kann.

Yuma und Takanobu sind interessante Nebenfiguren, die jedoch ebenfalls nicht aus den gewohnten Bahnen ausbrechen. Das ist schade, da man gerade bei ihrer gemeinsamen Vergangenheit mehr aus den beiden Figuren hätte herausholen können.
Rin Narusakas Zeichnungen sind ein großer Pluspunkt bei „Fashion Affairs“. Sie hat einen sehr schönen, sicheren und detailverliebten Stil. Gerade die Figuren sind sehr schön in Szene gesetzt, Shinpei, Ryo und Co die typischen Bishonen. Auch die Hintergründe sind gut gelungen, so dass „Fashion Affairs“ auf jeden Fall optisch einiges zu bieten hat.

Fashion „Affairs“ ist ein netter Boys Love Manga für zwischendurch, der vor allem durch Rin Narusakas gute Zeichnungen und die teils interessanten Charaktere besticht. Inhaltlich bietet der Einzelband leider wenig Neues, doch die Beziehungskisten von Shinpei und Ryo, sowie Yuma und Takanobu können durchaus unterhalten. Wer witzige, romantische Boys Love Mangas mag und kein Problem mit erotischeren Szenen hat, sollte einen Blick riskieren, alle anderen werden sich bei der einfach gestrickten Story leicht langweilen.

© Koriko

Fashion Affairs: ©2011 Rin Narusaka, Libre Publishing Co., Ltd./ EMA

 

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A.I. Love You

Name: A.I. Love You
Englischer Name: A.I. Love You
Originaltitel: A.I ga Tomoranai!
Herausgebracht: Japan: Kodansha 1994
Deutschland: EMA 2004
Mangaka: Ken Akamatsu
Bände: 8 Bände
Preis pro Band: 5,00 €

A.I. Love You Band 1Story
Hitoshi Kobe ist in der Oberstufe und glänzt dort nicht sonderlich durch seine Leistung. Er wird daher von keinem für voll genommen. Außerdem ist er noch in das hübscheste Mädchen der Klasse verliebt. Als er eines Morgens einen Liebesbrief von ihr bekommt, kann er sein Glück kaum fassen. Doch es war eine Falle und das Mädchen hat durch seine Naivität ihre Wette gewonnen.

Am Abend, auf dem Nachhauseweg, wird er auch noch von einem Gewitter überrascht und wird nass. Sehr gefrustet setzt er sich an seinen PC. Er hat ein sehr großes Talent, was ihm wohl in die Wiege gelegt wurde, er kann sehr gut programmieren. Dadurch arbeitet er an dem AI-Programm. Dieses Programm entspricht seinem Idealbild eines Mädchens. Sein momentanes und bisher bestes Programm ist Nummer 30. Nr. 30 macht ihm immer Mut und heitert ihn wieder auf, wenn er am Boden ist. Deshalb gibt er ihr auch einen „Namen“: Thirty. Plötzlich sind die Datenträger voll und er muss neue Disketten kaufen und lässt dadurch den Computer an.

Auf dem Rückweg vom Geschäft bricht plötzlich ein Gewitter los und entlädt sich über dem Dach seines Hauses. Durch einen Blitz materialisiert sich Thirty und erwacht zum Leben. Als Hitoshi nach Hause kommt erkennt er sie nicht sofort und ist sehr überrascht, ein nacktes Mädchen in seinem Zimmer zu sehen. Erst als sie ihn an ihr Versprechen erinnert, seine Freundin zu werden, realisiert er, was in den letzten Minuten geschehen ist. Am nächsten Morgen glaubt er das alles nur ein Traum war. Doch als er in die Küche kommt sieht er Thirty beim Frühstück machen. Als er ihr Essen sieht ist er positiv überrascht, doch schon nach dem ersten Bissen bemerkt er, dass dies kein Essen ist. Thirty hat die Nahrung mit Waschpulver und Farbe nachgemacht. Als er sich dann für die Schule umzieht kommt sie auf die Idee mitgehen zu wollen. In der Schule angekommen knackt sie erst einmal einen Getränkeautomaten. Langsam ziehen die beiden die Aufmerksamkeit und den Neid der Mitschüler auf sich.

Als der Lehrer ins Klassenzimmer kommt wird im gleich von der „Nummer 1“ der Klasse über Thirty berichtet. Daraufhin schaut der Lehrer in seinen Laptop und kann ihren Namen dort nicht finden. Doch Thirty wäre kein Programm, wenn sie nicht mit Elektronen zusammenarbeiten kann. Dadurch schafft sie es, dass der Lehrer in der Liste ihren Namen sieht und keinen Verdacht schöpft. Zu allem Pech soll auch noch Hitoshi an die Tafel und er hat natürlich keine Ahnung von Mathe. Als Thirty ihn verteidigen will wird sie sofort von einer der Mädchen zurecht gewiesen und geschubst. Sie fällt hin und kann ihr Bewusstsein in den Laptop des Lehrers übertragen, der natürlich sich erst mal um ihren Körper kümmern muss. Dadurch kann sie Hitoshi helfen und kehrt rechtzeitig in ihren Körper zurück.

A.I. Love You Band 2In der nächsten Stunde haben sie Sport. Hitoshi ist eine Niete im Sport und besonders im Fußball. Doch als Thirty kommt kann es nur noch besser werden. Thirty rechnet aus wohin er gehen muss um den Ball zu bekommen und ihn ins Tor zu schießen. Er schafft es wirklich und wird natürlich von seinen Teamkollegen gefeiert. Am späten Nachmittag, als langsam die Sonne untergeht, belauscht sie die „Nr. 1“ der Klasse und zeichnet ihr Gespräch auf, in dem Hitoshi unter anderem sagt, dass sie nur ein Programm ist und ihm das trotzdem egal ist. Die „Nr.1“ versucht die beiden lächerlich zu machen in dem sie das Band am nächsten Tag über das Schulradio veröffentlichen will. Was wird geschehen? Wird sie es wirklich schaffen Hitoshis und Thirtys Geheimnis zu lüften? Wird Thirty wirklich für immer bei Hitoshi bleiben?

Eigene Meinung
„A.I. Love You“ ist das Erstlingswerk von Ken Akamasu. Der Anfang erinnert sehr an „Video Girl Ai“ und gehört in die Sparte „armer/dummer Junge findet wunderhübsches Mädchen und wird glücklich“. Die Story ist sehr spannend und sehr lustig. Der Humor kommt besonders durch Thirtys Unwissenheit und die Tollpatschigkeit beider zum Tragen. Der Zeichenstil ist auch sehr gut gelungen. Der Manga ist mit 5€ und einem kleinen Poster und Farbseiten sehr preiswert, was einer der Gründe war, warum ich ihn mir zugelegt hab. Der Manga wird von mir an Leser ab 14 Jahren empfohlen und ein Muss für Fans von Comedy.

A.I. Love You: ©1994-1997 Kodansha/EMA

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A Lollypop or A Bullet

Name: A Lollypop or A Bullet
Englischer Name: A Lollypop or A Bullet
Originaltitel: Satougashi no Dangan wa Uchinukenai
Herausgebracht: Japan: Kadokawa Shoten 2008
Deutschland: EMA 2010
Mangaka: Text: Kazuki Sakuraba
Zeichnungen: Iqura Sugimoto
Bände: 2 Bände
Preis pro Band: 7,50 €

U_7170_EMA_LOLLYPOP_BULLET_1.Q8_PPPStory
Die 13-jährige Nagisa Yamada führt kein einfaches Leben. Ihr Vater, ein Fischer, kam vor zehn Jahren durch einen schweren Sturm nicht mehr von einer Ausfahrt zurück. Das Geld aus seiner Lebensversicherung ist mittlerweile aufgebraucht, sodass sie Familie von dem kargen Kassiererinnen-Gehalt der Mutter und der Sozialhilfe leben muss. Zu allem Überfluss leidet Nagisas älterer Bruder Tomohiko an der Krankheit Hikikomori, dem krankhaften Rückzug aus der Umgebung anderer Menschen, und hat seit Jahren die Wohnung nicht mehr verlassen.

Nagisas Plan für die Zukunft steht fest: Sie will raus aus dem Elend und möglichst auch weg vom Land. Aus diesem Grund hat sie vor, nach der Mittelschule nicht mehr auf die Oberschule zu gehen. Stattdessen möchte sie den JSDF, den japanischen Selbstverteidigungsstreitkräften, beitreten. Dort wird man sofort bezahlt und als mündig angesehen. Für Nagisa ist klar, dass sie hauptsächlich schnell Geld verdienen möchte. Alles andere ordnet sie diesem Wunsch unter.

Eines Tages kommt die seltsame Mokozu Umino in Nagisas Klasse. Sie ist ein hübsches Mädchen aus Tokyo, das zudem einen solch ausgefallenen Namen trägt („Mokozu“ bedeutet „Seetang“ auf japanisch). Dadurch allein erregt sie schon Aufsehen, bevor sie die Klasse betritt. Zudem soll ihr Vater der bekannte Sänger Masachiko Umino sein. Als wäre das nicht schon Trubel genug, schockt sie die ganze Klasse mit ihrer Vorstellung. Ohne Vorwarnung kippt sie eine halbe Flasche Wasser in sich hinein, als wäre sie am Verdursten. Darauf verkündet sie der Klasse, dass sie in Wirklichkeit eine Nixe, also eine Meerjungfrau, sei und eigentlich aus dem Ozean stamme.

Die meisten Schüler tun Mokozus Gehabe als das typische Verhalten einer Prominententochter aus der Großstadt ab. Auch Nagisa hat eigentlich überhaupt keine Ambitionen, mit der offensichtlich verwöhnten Tochter aus gutem Hause etwas zu tun haben zu wollen. Dies beruht nicht auf Gegenseitigkeit. Aus unbekanntem Anlass ist Mokozus im Gegenteil sogar ganz wild darauf, Nagisas Freundin zu werden – komme, was da wolle.

A Lollypop or A Bullet Band 2Neben einigem anderen fallen Nagisa die ständigen Lügen ihrer neuen Klassenkameradin auf die Nerven. Nicht nur, dass sie leugnet, die Tochter des Sängers Umino zu sein, sie behauptet auch nach wie vor, eine Nixe zu sein und erzählt allerhand wundersame Geschichten aus dem Meer. Eher widerwillig stimmt Nagisa einem gemeinsamen Kinobesuch zu.
Dieser Tag soll einige Erkenntnisse mit sich bringen, die das Verhältnis der beiden Mädchen verändern…

Eigene Meinung
„A Lollypop or a Bullet“ ist die Manga-Adaption des Romans „Satougashi no Dangan wa Uchinukenai“ der „Gosick“-Autorin Kazuki Sakuraba mit den Zeichnungen von Iqura Sugimoto.
Auf den ersten Blick wirkt die Story wie eine Mystery-Geschichte, doch mit der Zeit kann man deutlich mehr dramatische und auch sozialkritische Elemente darin festmachen. Der Leser kann den Weg zweier Mädchen verfolgen, die mit der Zeit Freundinnen werden. Es zeigt sich, dass sich die beiden Mädchen trotz der unterschiedlichen Welten, aus denen sie stammen, eigentlich sehr ähnlich sind. Abgesehen von den finanziellen Problemen Nagisas, stammen beide aus problematischen familiären Verhältnissen. Aus Liebe zu ihrem Bruder erstickt Nagisa ihre eigenen Träume für die Zukunft und zwingt sich zu einer realistischen Denkweise. Auf der anderen Seite versucht Mokozu, die Probleme mit ihrem Vater zu vergessen, indem sie sich ein imaginäres zweites Leben ausmalt – als Nixe im Ozean, die frei und ungezwungen leben kann. „Liebe heißt auch Verzweiflung“ ist ein Zitat aus dem ersten Band, das die Problematik der Handlung verdeutlicht.
„A Lollypop or a Bullet“ ist eine ernsthafte zweibändige Serie, die Grusel-Elemente mit einer realistischen Story verknüpft. Durchaus empfehlenswert!

© Rockita

A Lollypop or a Bullet: © 2008 Kazuki Sakuraba & Iqura Sugimoto, Kadokawa Shoten / EMA

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Alexandra Völker

AlexandraAlexandra Völker ist eine von Deutschlands bekanntesten Mangazeichnerinnen. 2006 erschien ihr Manga „Catwalk“ bei EMA und erfreut sich größter Beliebtheit. Auf der Leipziger Buchmesse 2007 hatten wir die Ehre Alexandra etwas näher kennenlernen zu dürfen.


PummelDex: Fangen wir langsam an: Wie bist du zum Zeichnen gekommen?

Alexandra Völker: Meine Mama konnte ganz gut malen und hat mir ihr Talent wohl weitervererbt. Eigentlich habe ich schon immer ganz viel gemalt und bekam in der Grundschule Privatkunstunterricht, bei einer sehr guten Künstlerin bei uns in Hamm (NRW), Martine Mallet. Martine hat mir alles Notwendige beigebracht, nur nicht richtig Manga zeichnen. Die Vorliebe zu Manga begann bereits in der Grundschule mit „Sailor Moon“. Früher habe ich nur Einzelbilder gemalt, mit 14 kamen dann Mangaseiten hinzu. Als ich mich sicherer fühlte, machte ich bei Comic Campus 2004 mit, belegte den 2. Platz und bekam einen Vertrag bei EMA.

PummelDex: Hast du einen Alternativplan, wenn das mit dem Zeichnen nicht klappen sollte?

Alex2Alexandra Völker: Ja, klar. Ein Alternativplan ist wichtig, weil Mangazeichnen eher ein Nebenjob ist. Ich mache jetzt Abitur, ich hoffe, dass ich das bestehe *lacht*. Und danach würde ich gerne, wenn ich aufgenommen werden, Grafikdesign studieren (also 2008). Nebenbei möchte ich Manga zeichnen, wenn es mir die Zeit erlaubt.

PummelDex: Was hast du dann genau vor, zu werden?

Alexandra Völker: Also es wird Grafikdesign mit Schwerpunkt Kommunikationsdesign, das heißt, ich kann beim Verlag arbeiten oder in einer Grafikfirma, vielleicht mache ich mich aber auch selbstständig.

PummelDex: Also nichts mit bei EMA später richtig anfangen?

Alexandra Völker: Mangazeichnen ist einfach noch zu unsicher. Mal gucken, ob wir in zehn Jahren immer noch so einen Manga-Boom haben. Wir hoffen natürlich, ja. Ich würde mich nicht nur auf Manga spezialisieren.

PummelDex: Hamburg wurde mehrfach als „Wiege des deutschen Comics“ bezeichnet. Es wird vielfach, auch von Professoren, gesagt, dass wenn man irgendwo den Durchbruch als (Manga-)Zeichner schaffen kann, dann in Hamburg. Das wäre doch eine super Voraussetzung für dich…

Alexandra Völker: Zu Hamburg habe ich eine weniger feste Bindung, mir sagt Köln mehr zu, weil ich dort eben gerne studieren möchte. Aber wer weiss, was die Zukunft bringt…?

PummelDex: Was hast du für Hobbies, abgesehen vom Zeichnen?

Alexandra Völker: Shoppen und lesen. Sonst verreise ich noch sehr gerne und halte Kontakt zu meinen Lesern.

PummelDex: Was liest du so?

Alexandra Völker: Anne Rice und Steven King, also Horror. Ab und an Fantasy.

PummelDex: Wie bist du auf die Story zu „Catwalk“ gekommen? Gerade eine Thematik mit Albinos ist ja nicht alltäglich.

Alexandra Völker: Ich bin mit den ganzen Modezeitschriften quasi aufgewachsen, weil meine Mama ein großer Modefan ist. Sie hat mir die Zeitschrift ‚ELLE‘ näher gebracht, sodass ich ebenfalls Interesse an Mode fand.
Als mir EMA den Vertrag angeboten hat, entschied ich mich für eine Geschichte, also Catwalk, die ich bereits länger im Kopf hatte. Auf Blanche bin ich durch Mamas Erzählungen gekommen, weil sie einen Albinojungen in der Klasse hatte. Er war sozusagen Pate für meine Blanche! Wobei ich natürlich nur ansatzweise die Probleme von Albinos aufgezeichnet habe.

Catwalk Band 1PummelDex: Hast du denn für die anderen Charaktere Vorbilder?

Alexandra Völker: Ja, im zweiten Band kommt eine Designerin vor, das ist eine meiner besten Freundinnen. Sie wusste von ihrem Gastauftritt nichts und als sie sich im Manga entdeckt hat, war sie positiv überrascht! Aber sonst sind meine Charaktere alle fiktiv.

PummelDex: Was sagen denn allgemein deine Freunde dazu, dass du Manga zeichnest?

Alexandra Völker: Meine Freunde sind entweder selber Manga-Zeichner oder Manga-Fansa, sie finden es toll.

PummelDex: Und deine Familie?

Alexandra Völker: Meine Familie ist ebenfalls auf meiner Seite und unterstützt mich.

PummelDex: Hast du, bevor du zu EMA gekommen bist, auch noch an anderen Wettbewerben teilgenommen?

Alexandra Völker: Ja, bei der AnimaniA. Kennt ihr die DVD-Wettbewerbe? Da habe ich oft teilgenommen und fast immer Erfolg gehabt. Das hat mich schon sehr motiviert, deswegen habe ich auch an „Comic Campus“ teilgenommen. Das war eher spontan und ich war sehr überrascht, dass ich auf dem zweiten Platz gelandet bin.

PummelDex: DuO hatten bei Band 1 von „INDePENDENT“ ein Extra dabei. Wäre das nicht auch mal was für dich – vielleicht aus dem Mode-Bereich? Und was würdest du dazu tun, wenn du entscheiden könntest?

Alexandra Völker: Bei DuO war das etwas anders, weil sie eine Zusammenarbeit mit Stabilo hatten. Aber wenn ich die Chance auf ein Merchandise hätte, dann würde zu Catwalk wohl Lippgloss passen…wir wollen ja trendy bleiben *lach*.

PummelDex: Wie lange hast du für das Zeichnen von Catwalk gebraucht?

Alexandra Völker: Insgesamt etwa zwei Jahre. Ich war beim Zeichnen sehr eingeschränkt, weil ich eben noch Schülerin war.

PummelDex: Was hast du nach „Catwalk“ vor?

Alexandra Völker: Gerade eben zeichne ich den „Chibi“ für Carlsen.

PummelDex: Warum bei Carlsen?

Alexandra Völker: Carlsen hat mich angesprochen und die Chibi-Idee fand ich sofort total süß. Vor allem will ich auch so einen knuddeligen Manga haben. *lacht*

PummelDex: Wieviel hast du bereits geschafft?

Alexandra Völker: Also beim „Chibi“ habe ich Zeit und es sind nur 60 Seiten und ich Catwalkhabe bereits mehr als die Hälfte fertig, ich liege gut im Zeitplan.

PummelDex: Worüber wird es in etwa gehen?

Alexandra Völker: Der Titel ist „Make a Date“, also wird es Shoujo sein, mehr verrate ich nicht ;-).

PummelDex: Wäre vielleicht auch ein Wechsel zu Carlsen ein Thema für dich?

Alexandra Völker: Ich bleibe bei EMA, aber parallel für einen anderen Verlag zu zeichnen ist nicht tabu, deswegen wäre eine Zusammenarbeit schon schön. Aber EMA ist das.. hmmm… ja… Herzstück!

PummelDex: Willst du beim Shojo bleiben?

Alexandra Völker: Lasst euch überraschen!

PummelDex: Also kein Ausblick in die Zukunft?

Alexandra Völker: Neee… Erstmal Abitur und danach neue Pläne schieden.

PummelDex: Du wurdest ja auch beim „International Manga Award“ vorgeschlagen…

Alexandra Völker: Das wusste ich bis vorgestern gar nicht. *lacht* Jaa, das ist eine schöne Sache! Ich habe starke Konkurrenz und den Sieg gönne ich jedem ausgewählten Mangatitel.

PummelDex: Wie findest du denn die anderen Zeichner von EMA, die sind ja auch in dem Sinn Konkurrenz?

Alexandra Völker: Nein, absolut nicht! Wir sind vielmehr Freunde und verstehen uns super! Die EMA-Zeichner haben mich anfangs sehr unterstützt und geholfen, mich in der Mangaka-Welt zurechtzufinden ;-), dafür bin ich ihnen sehr dankbar!

PummelDex: Auch mit denen von den anderen Verlagen?

Alexandra VölkerCatgirl: Ja, sowohl Carlsen als auch Tokyopop

PummelDex: Wie lange bist du schon bei Animexx?

Alexandra Völker: Ich bin seit 2003 bei Animexx, also stolze 4 Jahre!

PummelDex: PummelDex kennst du auch?

Alexandra Völker: Ja, aber da bin ich seltener. Meine Internet-Zeit ist sehr eingeschränkt, weil ich im Moment viel lernen muss (und malen). Das heißt, ich bin pro Tag etwa nur eine Stunde online, länger nicht, sonst komme ich zu gar nichts.

PummelDex: Wie lange zeichnest du am Tag?

Alexandra Völker: Im Schnitt 4 bis 6 Stunden.

PummelDex: Dann weiterhin viel Erfolg und vielen Dank für das Interview.

Alexandra Völker: Hat mich gefreut. ^^


Auf dem Bild: Alexandra Völker

Die Urheberrechte für alle hier veröffentlichten Texte, Grafiken, Ton und Video Dokumente liegen, soweit nicht anders angegeben bei uns. Davon ausgenommen sind alle Originalmaterialien, wie Screenshots, Covertexte usw. deren Urheberrecht natürlich bei den offiziellen Lizenzinhabern der Serie liegt.

© 2006 Alexandra Völker, EMA

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360°

Name: 360°
Englischer Name:
Originaltitel: 360° Material
Herausgebracht: Japan: Shueisha 2010
Deutschland: EMA 2013
Mangaka: Toko Minami
Bände: 8 Bände
Preis pro Band: 6,50 €

360° Band 1Story
Taki-kun ist der Sonderling der Klasse. Niemand dringt wirklich zu ihm durch. Er scheint mit seinen Gedanken ständig wo anders zu sein und wirkt dadurch distanziert. Auch Mio hält Taki irgendwie für seltsam.

Als sie am Nachmittag auf den Heimweg ist und den nächsten Zug nach Hause nehmen möchte, entdeckt sie Taki am Bahnhof, der mal wieder geistesabwesend die Wolken anstarrt. Dabei gerät er den Gleisen gefährlich nahe. Auch als der Zug einfährt, rührt sich Taki kein Stück. „Was macht Taki da? Wenn er sich jetzt nicht bewegt, wird er überfahren“, geht es Mio durch den Kopf. Reflexartig packt sie Taki und zieht ihn zu sich in sichere Entfernung. Er selbst schein erschrocken zu sein. Scheinbar ist ihm gar nicht bewusst, in welcher gefährlichen Lage er sich gerade befand. Wütend fragt Mio nach dem Grund seiner Unachtsamkeit. Dabei erzählt Taki mit unschuldiger Miene, als sei nie etwas gewesen, dass er die Kondensstreifen der Flugzeuge im Himmel betrachtet hat. Er erklärt, dass es sich um ein wissenschaftlich erwiesenes Phänomen handelt, dass es am nächsten Tag regnen wird, sollten die Kondensstreifen am Himmel länger sichtbar sein. Mio ist fasziniert und gleichzeitig erstaunt. Sie hat Taki unterschätzt. Sie erkennt, dass er viel intelligenter ist, als zunächst gedacht.

Am nächsten Tag ertappt sich Mio dabei, wie sie selbst den Himmel nach Kondensstreifen absucht. Sie will unbedingt wissen, ob diese Geschichte der Wahrheit entspricht. Dabei vergisst sie komplett, auf ihre Umgebung zu achten. Als sie vor ein Auto zu laufen droht, ergreift Taki ihre Hand und stoppt sie. Beide lachen herzlich über diesen Zwischenfall. Scheinbar ist Takis Gedankenlosigkeit ansteckend, belächelt Mio.

360° Band 2Auch Mios Klassenkameraden fällt auf, dass ihre Beziehung zu Taki nun viel vertrauter ist und auch Taki langsam auftaut.

Als Taki sie dann auch noch während des Matheunterrichts vor den Demütigungen des Lehrers in Schutz nimmt und ihr anbietet ihr Nachhilfe in Mathematik zu geben, ist es um Mio geschehen. Sie bemerkt, dass sie nicht nur Freundschaft für Taki empfindet.

Eigene Meinung
„360°“ ist ein typischer Shojo-Manga.
Die Protagonisten wurden entsprechend niedlich ausgearbeitet. Vor allem Takis ungewöhnlichen Chrarakterzüge sind zu Beginn sehr unterhaltsam. Leider verliert er im Laufe der Geschichte immer mehr seiner Unbekümmertheit und Eigenschaften, die ihn besonders gemacht hatten.

Der Zeichenstil ist für das Genre entsprechend weiblich. Dennoch wurden die Figuren sehr einfach dargestellt. Vor allem die Augen wirken häufig leer und kalt. Es fehlen jegliche Lichtspiegelungen in der Pupille. Hingegen wirken farbige Illustrationen, die leider nur auf dem Cover zu sehen sind, umso kreativer. Toko Minamis Farbbilder vermitteln eine gewisse Art von Freiheit und Dynamik.

„360°“ erzählt eine typische Liebesgeschichte des Alltags. Eine Schülerin verliebt sich in den etwas sonderbaren Jungen aus ihrer Klasse, der nach und nach immer mehr seiner eigentlichen Persönlichkeit preisgibt und charmanter ist, als zunächst vermutet. Dabei stößt die Hauptperson auch auf Hindernisse, wie die eifersüchtige Nachbarin. Viele der beschriebenen Elemente der Handlung kennt man bereits aus etwaigen anderen Shojo-Manga. Hier bietet „360°“ wenig Überraschung. Dennoch ist die simple Geschichte niedlich und unterhaltsam. Auf Slapstick und Situationskomik wird jedoch weitgehend verzichtet.

Wer also noch nicht genug Shojo-Liebesgeschichten gelesen hat, kann ruhig mal einen Blick in „360°“ werfen.

© Izumi Mikage
360°: © 2010 Toko Minami, Shueisha / EMA

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20 Masken

Name: 20 Masken
Englischer Name: Man of Many Faces
Originaltitel: 20 Menso ni Onegai!
Herausgebracht: Japan: Kadokawa Shoten 1990
Deutschland: EMA 2005
Mangaka: CLAMP
Bände: 2 Bände
Preis pro Band: 5,00 €

20 Masken Band 1Story
Akira Ijuin ist neun Jahre alt und geht in die dritte Klasse des CLAMP Campus. Er wird oft darum beneidet zwei Mütter zu haben. Jedoch ist sein Vater schon tot. Sein Vater war der „Dieb mit den 20 Masken“. Diesen Job übernimmt nun Akira und erfüllt dadurch die Wünsche seiner Mütter.

Eines Tages kommen seine beiden Mütter auf ihn zu und bitten ihn, etwas für sie zu stehlen. Es handelt sich dabei um den alten Bühnenvorhang der Aula des CLAMP Campus. Akira sieht darin zwar keinen großen Sinn, kann aber den bittenden Blicken seiner beiden Mütter nicht widerstehen. Er kündigt dem Campus den Diebstahl des Vorhanges für die kommende Nacht an. Am nächsten Tag ist die Schule schon in hoher Aufregung. Besonders Akiras Nachbar Ryusuke Kobayashi, Sohn des Besitzers einer Sushi-Bar und Schüler der zehnten Klasse des CLAMP Campus, hat sich als Ziel gesetzt den Dieb mit den 20 Masken zu fangen. Der Abend ist gekommen und Akira hat sich schon mithilfe seiner Mütter in den Smoking gezwängt und einen Zylinder aufgesetzt. Er betritt die Aula und kann ohne weitere Probleme den Vorhang herunternehmen. In diesem Moment wird er von der Polizei und Ryusuke erwischt. Akira flieht mit dem Vorhang auf das Dach. Ihm gelingt die Flucht durch einen Ballon, bestehend aus dem Vorhang und vielen Luftballons (bitte nicht nachmachen!!!). Die Mütter freuen sich sehr über den Vorhang und machen ihn zu ihrem neuen Teppich. Ryusuke ist natürlich sehr enttäuscht, dass er den Dieb nicht fangen konnte.

20 Masken Band 2Akira ist erneut auf der Flucht vor Ryusuke und der Polizei. Dabei springt er auf den Balkon der jüngsten Tochter der Industriellenfamilie Ohkawa. Utako Ohkawa ist fünf Jahre alt und hat sich in ihren Lehrer verliebt. Sie gesteht ihm ihre Gefühle und wird von ihm zurückgewiesen durch den mächtigen Altersunterschied von 17 Jahren. Sie ist nicht sonderlich erbaut, als Akira zu so später Stund sie besucht. Er hört sich ihre Probleme an und versucht ihr zu helfen, was zur Folge hat, dass sie sich in ihn verliebt.

Einige Tage später fordern Akiras Mütter, dass er für sie eine Eisnixe stiehlt. Er erfährt, dass Utako diese Statue zum sechsten Geburtstag bekommen soll und weiß nicht, wie er dieses Problem lösen soll. Zum einen möchte er sie nicht verletzen, zum anderen möchte er seine Mütter nicht enttäuschen. Kurz entschlossen sucht er Rat bei Shigetaka Akechi, seinem Onkel und gleichzeitig Sanitätsarzt des CLAMP Campus. Was wird er ihm raten…?

Eigene Meinung
„20 Masken“ ist die Vorgeschichte zu „CLAMP School Detektivs“. Der Zeichenstil und die Zielgruppe der Leserschaft ist die Gleiche. Es ist also eher etwas für junge Leser oder für sehr große CLAMP Fans. Von der Story her erinnert es mich ein wenig an „D.N.Angel“ auf neunjährigen Verschnitt und sehr viel Kitsch…

20 Masken: ©1990 CLAMP, Kadokawa Shoten/EMA

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07-Ghost Children

Name: 07-Ghost Children
Englischer Name:
Originaltitel: 07-Ghost Children
Herausgebracht: Japan: Ichijinsha 2010
Deutschland: EMA 2013
Mangaka: Yuki Amemiya / Yukino Ichihara
Bände: Einzelband
Preis pro Band: 7,00 €

07-Ghost ChildrenStory
Die Mangareihe „07-Ghost“ von Yuki Amemiya und Yukino Ichihara erzählt die Geschichte von Teito Klein und seinen Freunden und Feinden in der Welt der Seven Ghost. In dem vorliegenden Kurzgeschichtenband „07-Ghost Children“ erfährt der Leser mehr über die Hintergründe einiger Figuren und erhält Einblicke in das Leben der Charaktere.

So widmet sich die erste Geschichte „Speed Ster“ Fraus Kindheit auf der fliegenden Insel F31 und lässt den Leser bei seinem ersten Aufeinandertreffen mit dem Luftpiraten Guido teilhaben, der einen tiefen Eindruck bei Frau hinterlässt.

In dem Kurzmanga „Platonic Café“ wird man wie sich Leutnant Kuroyuri, Warsfeil Magier der Black Hawks und sein Begleiter Haruse kennengelernt haben und wie letzterer zu einem Teil der Elitegruppe um Stabschef Ayanami wurde.

Die folgende Geschichte „Begleiter“ ist Ayanami selbst gewidmet und gibt Aufschluss darüber, mit welchen Schwierigkeiten sein neuer Begleiter Yukinami zu kämpfen hat, um sich an der Seite des strengen und unnahbaren Stabschef zu behaupten. Dabei macht ihm besonders seine Tollpatschigkeit zu schaffen, die ihn immer wieder in Schwierigkeiten bringt.

In der Geschichte „Sehnsucht“ setzt der junge Konatsu alles daran allein mit seinen Schwertkampffähigkeiten in die Eliteeinheit „Black Hawks“ aufgenommen zu werden. Da er keinerlei Befähigungen als Warsfeil Magier besitzt, ist die Chance auf Erfolg verschwindend gering und so wird er zunächst abgelehnt. Als ihn plötzlich ein unbekannter Ausbilder zu einem Duell fordert, ahnt Konatsu nicht, mit wem er es eigentlich zu tun hat …

Die letzte längere Kurzgeschichte „Der Himmel, den ich damals sah“ gibt dem Leser weitere Einblicke in Teitos Leben als Kampfsklave und der beginnenden Freundschaft zu Mikage, der sein Zimmernachbar ist.

Neben den längeren Geschichten enthält der Manga weitere witzige Kurzepisoden und Comicsstrips rund um die Charaktere und die Welt und lüftet das ein oder andere Geheimnis.

Eigene Meinung:
Mit „07-Ghost Children“ erschien der lustige und ergänzende Extraband der beliebten Shonen-Fantasy-Reihe „07-Ghost“ von Yuki Amemiya und Yukino Ichihara. Er enthält Sidestories und Extrageschichten zu den Charakteren und gibt dem Leser Einblicke in die Hintergründe der Figuren und der Welt des Mangas. Für Fans der Reihe ist der Einzelband daher ein Muss, da er etliche Informationen enthält und die Charaktere in ein neues Licht rückt.

Im Gegenzug zu der Hauptreihe sind die in „07-Ghost Children“ enthaltenen Kurzgeschichten eher humoristisch und witzig, anstatt dramatisch und actionlastig. Daher ist die Idee eines Extrabandes nicht verkehrt, bleibt die Haupthandlung auf diesem Weg doch von den comedylastigen, verhältnismäßig unpassenden Kapiteln verschont. Für Neueinsteiger ist „07-Ghost Children“ nicht geeignet, da man die Geschichten ohne Vorkenntnisse weder nachvollziehen noch begreifen kann. Insbesondere die Begrifflichkeiten dürften Nicht-Kenner Schwierigkeiten bereiten, aber auch die unterschiedlichen Charaktere und die angedeuteten Hintergründe.

Zeichnerisch ist „07-Ghost Children“ solide und entspricht dem Standart der neueren Bände. Der Stil von Yuki Amemiya und Yukino Ichihara ist ein wenig gewöhnungsbedürftig, da die Zeichnerinnen sehr stark mit der Frosch- und Vogelperspektive arbeiten und man hin und wieder Schwierigkeiten hat, ein Panel auf den ersten Blick zu erfassen. Auch die vielen Details und die Hintergründe erschweren dem Betrachter das Lesen. Dennoch sind die Figuren dank der ungewöhnlichen Perspektiven sehr dynamisch und interessant.

Alles in allem ist „07-Ghost Children“ ein Muss für Fans der Hauptserie, insbesondere diejenigen, die im Laufe der Zeit die lustigen Episoden und Handlungsstränge vermissen. Wer mehr über die Charaktere erfahren will und kein Problem mit dem Humor der beiden Mangaka hat, sollte sich diesen Extraband nicht entgehen lassen. Lediglich Neulinge sollte im Vorfeld in die eigentliche Reihe reinlesen, da es ansonsten zu Verständnisproblemen kommen kann.

© Koriko

07-Ghost Children: © 2010 Yuki Amemiya / Yukino Ichihara Ichijinsha / EMA

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