Yagyu Ninpo Cho – Die Rache des Hori-Clans

Name: Yagyu Ninpo Cho – Die Rache des Hori-Clans
Englischer Name: Yagyu Ninja Scrolls / Y+M
Originaltitel: Yagyu Ninpo Cho / Y+M
Herausgebracht: Japan: Kodansha 2005
Deutschland: Heyne 2007
Mangaka: Story: Futaro Yamada
Zeichnungen: Masaki Segawa
Bände: 11 Bände (in Deutschland nach Band 4 eingestellt)
Preis pro Band: 6,50 €

Yagyu Ninpo Cho - Die Rache des Hori-Clans Band 1Story
Im 19. Jahr des Kanei (1642) rebellieren der Landvogt Mondo Hori und seine Familie gegen den tyrannischen Landesfürsten Akinari Kato. Auslöser war der Befehl des Fürsten an Hori gewesen, ihm seine Tochter Chie zur Konkubine zu geben. Doch Hori, der bereits von den Gräueln gehört hat, die den Mädchen die in Katos Hände geraten waren, angetan wurden, verweigert seine Einwilligung. Damit macht er sich einen mächtigen Feind, der mit den „Sieben Speeren von Aizu“ auch noch eine mächtige Elite-Garde unterhält.

Erwartungsgemäß unterliegen die Männer des Hori-Clans dieser Übermacht. Sie werden gefangen genommen und nach Edo (heute Tokyo) gebracht, wo sie wegen Hochverrats hingerichtet werden sollen. Doch den „Sieben Speeren“ ist das nicht genug. Sie wollen den Hori-Clan vollständig vernichten und machen deswegen mit ihren Gefangenen einen Umweg nach Kamakura. Im dortigen Kloster Tokeiji verstecken sich die Frauen der Hori-Familie. Dieser Ort gilt als Platz für Frauen in Not, da der Shogun einst einen Erlass unterschrieben hat, der Männern den Zutritt verweigert. Trotzdem bitten die „Sieben Speere“ unter dem Vorwand, die Frauen Abschied nehmen zu lassen, um Einlass.

Tenshuni, die Tochter Hideyori Toyotomis und Äbtissin des Klosters, erkennt die List der Krieger und verweigert ihre Zustimmung. Darauf hin stürmen die „Speere“ das Tokeiji und drohen mit der Ermordung Tenshunis, sollten sich die Frauen des Hori-Clans nicht offenbaren. Natürlich ist auch dies eine Falle. Die Hori-Frauen stellen sich und dürfen von ihren Männern Abschied nehmen, unmittelbar danach wird eine nach der anderen von den „Sieben Speeren“ nieder gemetzelt, bis nur noch sieben am Leben sind. Gerade noch rechtzeitig taucht Tenjuin alias Sen Tokugawa, die Frau von Hideyori Tokugawa und ältere Schwester des amtierenden Shoguns Iemitsu auf und schafft es, die Gefolgsleute Katos davon abzubringen, ihr grausames Werk zu Ende zu führen. Sie schwört zudem auf Rache für die Missachtung der Tempelgesetze und den Tod und die Verwüstung, die angerichtet wurden. Als Mittel dazu hat sie die übrig gebliebenen Frauen der Hori-Familie ausersehen. Noch am selben Tag lässt sie nach Soho Takuan, dem Abt des Tokaiji-Tempels schicken, der zudem dafür bekannt ist, ein Meister der Kampfkünste zu sein.

Yagyu Ninpo Cho - Die Rache des Hori-Clans Band 2Einige Tage später bitten der Abt und Jubee Mitsuyoshi Yagyu aus der berühmten Yagyu-Familie um Einlass ins Tokeiji. Tenjuin erklärt den Männern ihren Rache-Plan, der letztendlich den Fall des Hauses Kato von Aizu mit einschließt. Yagyu soll die überlebenden Hori-Frauen in den Kampfkünsten ausbilden, sodass sie selbst die „Sieben Speere“ besiegen können. Der junge Mann ist recht angetan von dem Vorschlag, eine Gruppe junger hübscher Frauen zu trainieren, gibt aber zu bedenken, dass sie nur Erfolg haben können, wenn jede der sieben dazu bereit ist, sowohl ihre Keuschheit, als auch ihr Leben für die Sache zu opfern. Mit dem Schwur dessen beginnt die harte Ausbildung der Hori-Frauen…

Eigene Meinung
„Yagyu Ninpo Cho“ ist die neue Serie des Erfolgszeichners Masaki Segawa nach den Bestsellerromanen von Futaro Yamada. Wieder wurde eine Story als Manga verwirklicht, die von Action und Spannung, aber auch Dramatik nur so strotzt. Hierbei wurden zudem tatsächliche historische Ereignisse und Figuren eingearbeitet, ohne die japanische Geschichte des 17. Jahrhunderts zu verdrehen. Das ausgeklügelte Charakterdesign zeigt sich im ersten Band vor allem an den Antagonisten, aber auch an Randfiguren, während sich die Hori-Frauen eher zurück halten. Daher darf man gespannt sein, wie es weiter geht.

Wie auch schon bei „Basilisk“ beschränken sich die Zeichnungen auf die Charaktere und wichtigen Gegenstände, die Hintergründe sind, soweit nicht handlungsrelevant, allesamt Fotos. Dies schafft auf der einen Seite ein authentisches Bild, auf der anderen Seite ist es natürlich für den Zeichner so zeitsparend. Das deutsche Cover von Heyne ist ziemlich gelungen, das einzige Störende darauf ist der Cover-Text. Dieser ist so weit greifend, dass er den gesamten ersten Band zusammen fasst und damit auch diese Review etwas in den Hintergrund stellt.

© Rockita

Yagyu Ninpo Cho: © 2005 Futaro Yamada / Masaki Segawa, Kodansha/Heyne

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Basilisk – Chronik der Koga-Ninja

Name: Basilisk – Chronik der Koga-Ninja
Englischer Name: Basilisk – The Kouga Ninja Scrolls
Originaltitel: Basilisk – Kouga Ninpou Chou
Herausgebracht: Japan: Kodansha 2003
Deutschland: Heyne 2005, Manga Cult 2017
Mangaka: Story: Futaro Yamada
Zeichnungen: Masaki Segawa
Bände: 5 Bände
Master Edition: 2 Bände
Preis pro Band: 6,50 €
28,00 € (Master Edition)

Basilisk Band 1Story
„Basilisk“ spielt im Japan des frühen 17. Jahrhunderts während der Keichi-Ära. Das Land ist unter der Herrschaft des Shogun Ieyasu Tokugawa. Dieser ist schon sehr alt und sieht sein Ende kommen, hat allerdings noch keinen Nachfolger bestimmt und vermag es nicht, sich zu entscheiden.

Also beauftragt er seinen Weisen und Sternendeuter Tenkai Nankobo damit, eine Entscheidung zu fällen. Dieser rät ihm, das Problem auf eine alte Art zu lösen: Ein Kampf mit zehn Kämpfern auf jeder Seite, wobei jedes Team für einen seiner Erben steht. Der letzte Überlebende entscheidet den Sieg, bzw. es gewinnt die Gruppe mit den meisten Überlebenden nach einem gewissen Zeitraum. Der Prinz, , dessen Team gewonnen hat, ist würdig, der nächste Shogun zu werden.

Normalerweise wäre dies ein Kampf unter Samurai, doch es wäre nicht im Sinne des Shoguns, gute Samurai für so etwas sterben lassen zu müssen. Daher empfiehlt ihm sein Berater  Ninja als Kämpfer zu nehmen. Praktischerweise leben in der Nähe von Burg Sunpu, dem Sitz des Shoguns, auch gerade zwei Ninja-Clans, von denen Hanzo Hattori, der Chef der Ninja des Shoguns, keine Leute bezieht und die zudem auch noch seit 400 Jahren im Dauerstreit liegen.

Das einzige Hindernis wäre der Friedensvertrag zwischen den beiden Clans, der noch von Hanzo Hattoris Vater ausgehandelt wurde. Doch kein  für den Fürsten. Kurzerhand veranlasst er seinen Ninja-Chef ein Treffen mit den Oberhäuptern der beiden Clans – den Koga und den Iga – unter dem Vorwand einer Ninjutsuvorführung zu vereinbaren, der Rest ist nur noch Formsache.

Basilisk Band 2Schnell wird der Friedenspakt aufgehoben, Verträge unterzeichnet und die Teams zusammengestellt. Die Koga vertreten fortan  den jüngeren Prinzen Kunichiyo,  während die Igas für den älteren Takechiyo stehen. Als kleine Aufmunterung am Rande verspricht der Shogun den glücklichen Gewinnern 1000 Jahre Ruhm und Ehre. O-Gen, das Oberhaupt der Iga und Danjo, das Oberhaupt der Koga schicken Boten mit den Schriftrollen, die das Szenario erklären an ihre Clans. Einst waren sie selbst ein Liebespaar wie jetzt ihre beiden Enkel Oboro und Gennosuke. Aufgrund der Streitigkeiten der Clans wurde ihnen die Liebe jedoch verwehrt.

Heute waren alle soweit, das Kriegsbeil mehr oder weniger freiwillig zu begraben, da Gennosuke und Oboro, die zukünftigen Oberhäupter der Clans, bald ihre Hochzeit feiern wollten. Die neusten Wendungen fassen die beiden Oberhäupter als Wink des Schicksals auf, der auch die Liebe ihrer Enkel unterbinden wird. Daher schrieben sie auch die Namen des verliebten Paares auf die Liste der auserwählten Ninja im Kampf ums Überleben. Doch weder Oboro noch Gennosuke haben den Hauch einer Ahnung, was auf sie zukommen wird, während sie ihre Hochzeitspläne schmieden…

Eigene Meinung
Der vorliegende Manga basiert auf den Ninja-Chroniken Futaro Yamadas, die von Masaki Segawa zu einem Manga verarbeitet wurden. „Basilisk“ entführt in eine authentische Darstellung Japans in der Keichi-Ära. Tatsächliche historische Ereignisse werden mit Fiktion verknüpft. Die Ninja-Fähigkeiten der einzelnen Charaktere sind abwechslungsreich und außergewöhnlich, aber auch teilweise äußerst unglaubwürdig. Das junge Glück zweier Liebenden wird rücksichtslos zerstört, es beginnt ein unbarmherziger Kampf nach dem 10-kleine-Negerlein-Prinzip, das noch durch die viel sagenden Kapitelüberschriften, die den aktuellen Stand ansagen, noch verstärkt wird. Der Zeichenstil der Charaktere ist gut gelungen. Zu bemängeln ist allerdings die Tatsache, dass sämtliche Hintergründe nicht gezeichnet sind, sondern aus Fotos bestehen, auf die die Charaktere gesetzt wurden. Abschließend kann man sagen, dass Basilisk für Fans des Genres oder allgemein Geschichtsinteressierte sehr lesenswert ist.

Zur Neuedition (Master Edition)
Im Jahr 2017 erwarb das Label „Manga Cult“ die Rechte an „Basilisk“ und bringt die Serie als „Master Edition“ neu heraus. Die fünf Originalbände wurden dazu in zwei Sammelbänden im großformatigen Hardcover zusammengefasst. Die Farbseiten wurden dafür alle übernommen, zudem gibt es eine Sammelkarte als Extra. Optisch wirkt das alles schon durch den Umfang von fast 500 Seiten imposant, auch wenn das Cover im Vergleich zur Heyne-Ausgabe einfacher gestaltet ist. Der Schriftzug mit dem Titel der Serie ist angelehnt an die Schriftart, die auch bei den Anime-DVDs genutzt wurde.
Für die Neuedition wurde zudem eine neue Übersetzung sämtlicher Texte angefertigt. Die Heyne-Übersetzung hätte bereits eine redaktionelle Überarbeitung verdient gehabt. Die neue Übersetzung korrigiert die meisten Flüchtigkeitsfehler (der Name „Yashamaru“, der bei Heyne noch falsch transkribiert war“) und nutzt durchgängig das Hepburn-System zur Umschrift, inklusive der Dehnungsapostrophen über langen Vokalen. Zudem war man um eine Übersetzung bemüht, die so nahe wie möglich am Originaltext bleibt und auch versucht, die Hierarchie-Verhältnisse möglichst klar abzubilden. Leider leistet sie sich andere Schnitzer, ist sich beispielsweise nicht einig, ob die Namen nun in europäischer oder japanischer Reihenfolge (Nachname-Vorname) angegeben werden sollen. Ebenso wird manchmal etwas archaische Spache verwendet und dann wiederum ganz moderne Begrifflichkeiten. Auch Kenntnisse (bzw. Recherchen) der japanischen Geografie sind nicht immer vorhanden, sonst wäre klar, dass es sich beim „Tokaido“ um eine Straße und mitnichten um einen Ort handelt. Solche kleineren Mankos finden sich immer wieder. Auf dem neusten Stand ist die Übersetzung auch nicht. Etwa die Übersetzung des Höflichkeitssuffixes „-sama“ im Deutschen mit „Lord“ ist bereits seit über zehn Jahren verpönt. Man stellt sich beim Lesen mehrmals die Frage, warum man nicht die Heyne-Übersetzung genommen und an den nötigen Stellen überarbeit hat. So kommt eine Textfassung heraus, die zwar anders ist als in der deutschen Erstveröffentlichung, aber insgesamt nicht unbedingt besser.

Auch optisch ist die Performance der Texte eher pragmatisch. Während man sich bei Heyne noch Mühe gab, etwa den „handgeschriebenen“ Text auf der Schriftrolle durch eine an Handschrift angelehnte Schriftart hervorzuheben, wird hier eine normale Drucktype (Arial Narrow?) verwendet.

Preislich liegt die „Master Edition“ mit stolzen 28 Euro pro Band deutlich im oberen Preissegment (zum Vergleich: Die fünf Bände der Erstveröffentlichung waren für insgesamt 32,50 € zu haben.) Dafür bekommt man allerdings eine edle Harcover-Ausgabe mit hochwertigem Papier. Dazu gibt es eine Sammelkarte, die allerdings höchstens als nettes Extra zu verstehen ist, denn bei nur zwei Bänden und demzufolge zwei Karten ist der Nutzen begrenzt.

© Rockita

Basilisk: © 2003 Futaro Yamada/Masaki Segawa, Kodansha / Heyne / Manga Cult

Neuedition Manga Cult:

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