Tomoe

Name: Tomoe
Englischer Name:
Originaltitel: Tomoe
Herausgebracht: Deutschland: Eidalon 2004
Mangaka: Prin & Umi Konbu
Bände: 3 Bände, abgebrochen
Preis pro Band: 6,90 €

Tomoe Band 1Story
Japan im 12. Jahrhundert. Damals war die Hauptstadt Kyoto und der Kaiser machte die Gesetze. Beeinflusst wurde er von dem Fujiwara-Clan. Die Zeit der Samurai beginnt. Besonders der Heishi-Clan und der Genji-Clan stellen die starken und mächtigen Samurai. Ein Kampf um den Thron beginnt und die Heishi als auch die Genji werden schnell zu Schachfiguren einiger Adliger. Am Ende siegen die Heishi. Von den Genji werden so gut wie alle ermordet.

Sechs Jahre sind seit dem vergangen. Tomoe ist der jüngste Spross der Familie und kann sich so gar nicht mit ihrer Rolle als Tochter anfreunden. Sie liebt die Kampfkunst, besonders das Bogenschießen. Doch dies ist nur den Männern vorbehalten, was sie natürlich nicht verstehen will. Als sie wieder einmal von ihren beiden Brüdern Shiro und Jiro und dem Pflegebruder Komaoumaru überrascht wird, beginnt eine neue Diskussion über das „Wenn und Aber“ des Bogenschießens. Tomoe gibt nicht auf und besteht auf eine Teilnahme am Shinano-Wettkampf. Doch auch das ist Mädchen untersagt. Als ihr Vater dazu kommt, passiert natürlich mehr als nur ein kleines Donnerwetter.

Das Turnier beginnt. Tomoes Brüder und Komaoumaru kämpfen bis aufs Blut. Tomoe hat aber immer noch nicht aufgegeben und will die Ähnlichkeit zu ihrem Bruder Shiro nutzen. Sie legt ihn herein und gibt ihm Sake zu trinken, wodurch er gleich in einen sanften Schlaf verfällt. Sie zieht seine Sachen an und beschmutz ihr Gesicht, um sich etwas unkenntlicher zu machen. Im Bogenschießen unterliegt sie Komaoumaru. Doch eines hat sie vergessen, die nächste Disziplin ist schwimmen. Aber auch das soll erstmal nicht das Problem werden. Sie stopft sich das Höschen voll mit Laub. Tomoe gibt ihr bestes, doch sie wird wieder nur zweite. Doch dann taucht unverhofft Shiro wieder auf und der Kampf wird für ungültig erklärt. Ihr Vater ist stocksauer auf sie.

Tomoe Band 2Da sie immer noch nicht aufgibt, stellt ihr Vater ihr eine Aufgabe, die sie angeblich nicht bewältigen könne. Wenn sie alle Lektionen der Taktik und der berühmten Kampfkünste „Goshi“, „Eikuto“ und „Sanryaku“ lernt und in einer Woche seine Prüfung besteht, so darf sie mit ihren Brüdern trainieren, ansonsten muss sie aufgeben.

Eigene Meinung
Prin und Umi Konbu sind zwei Schwestern und stammen aus Osaka. Prin ist die ältere von beiden und reiste nach der Uni mit ihrer Schwester ein Jahr lang durch Asien. Prin begann danach als Illustratorin bei einer Firma und arbeitete später als Mangaka. Die beiden zogen nach Deutschland und zeichneten anfangs für die Manga Szene diverse Cover, später veröffentlichten sie ihr erstes Werk in der „Manga Power“. Nebenbei zeichnen sie noch für einen japanischen Verlag. 2004 erschien ihr erster Sammelband „Tomoe“ bei Eidalon.

„Tomoe“ ist ein Manga, welcher im alten Japan spielt, was nicht gerade ein häufiges Thema ist. Was die Serie vielleicht so besonders macht ist, dass die beiden Zeichnerinnen Prin & Umi Konbu zwar aus Japan kommen, aber in Deutschland wohnen. Dadurch haben sie viele geschichtliche Dinge erklärt, was das Ganze sehr interessant macht. Wen die japanische Geschichte interessiert und ein wenig Shojo-Stil mag, für den ist dieser Manga wohl genau das Richtige.

Tomoe: © 2004 Prin & Umi Konbu, Eidalon

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Tochter von Basilis

Name: Tochter von Basilis
Englischer Name:
Originaltitel: Bashirisu no Musume
Herausgebracht: Japan: Shogakukan 1997
Deutschland: Carlsen 2003
Mangaka: Chiho Saito
Bände: 4 Bände
Preis pro Band: 5,00 €

Tochter von Basilis Band 1Story
Die Geschichte von der „Tochter von Basilis“ beginnt im Jahre 1920. Basilis, eine englische Schimmelstute und preisgekrönte Derby Siegerin wird von dem Fürstenhaus Midorikawa gekauft. Kaum auf dem Hof zeigt sich das diese jedoch ihren eigenen Willen hat und sich so gar nicht nach ihrem neuen Herren richten will.

Selbst 5 Jahre nach ihrem Kauf gestattet sie es auch nur Momoji, der 17 jährigen Tochter des Pferdeknechts sie zu reiten. Die verhält sich jedoch überhaupt nicht nach den allgemeinen Moralvorstellungen, die Kinder bekommen und sich um den Haushalt kümmern beinhalten.

Als sie dann bei einem Reitausflug den Sohn des Fürsten, Awa kennenlernt, verliebt sie sich augenblicklich in ihn. Dieser jedoch steckt schon in einer unglücklichen Ehe und ist hinzu sogar Vater.

Als dieser sie dann auch noch vor einem Annäherung seines Vaters rettet, verliebt sie sie endgültig unsterblich in ihn. Der Fürst ist mehr als erbost und um bei Momiji freie Bahn zu haben, schmeißt er kurzer Hand seinen Sohn auf die Straße. Die beiden frisch Verliebten lassen sich jedoch nicht aufhalten und flüchten zusammen in eine Herberge in der sie zusammen 3 Tage und 3 Nächte verbringen. Zusammen wollen sie nach Tokyo und dort ein neues Leben beginnen, es kommt jedoch anders.

Durch einen unglücklichen Zufall, bei dem der wutentbrannte Fürst seine Hände im Spiel hat, stirbt Awa und verspricht der schwangeren Momiji sie im nächsten Leben wieder zu sehen.

Jahre später um genau zu sein 52 Jahre stellt sich die junge Bildhauerin Shuka Izumi im Hotel Basilis vor. Für diese spezielle Hotelkette möchte sie eine Schimmelfigur anfertigen, die deren Symbol werden soll. Es kommt wie es kommen muss. Ryuto Midorikawa, der Hotelbesitzer ist seinem Vorfahren Awa wie ein Ebenbild und auch die pferdeverrückte Shuka, ist die Urenkelin von Awa und Momiji. Selbst eine Nachkommin von Basilis, Neo-Basilis, taucht auf. Diese spürt eine tiefe Verbundenheit mit Shuka und lässt sie ohne Muckse auf ihren Rücken. Die jedoch passt Ryutos Verlobten überhaupt nicht. Diese ist von Neid zerfressen.

Tochter von Basilis Band 2Shuka fühlt sich magisch angezogen von Ryuto, der jedoch einige Geheimnisse und seltsame Verhaltensweisen hegt. Hinzu kommt noch ihr Lehrer und Ex-Geliebter Shikata, der sich um das gleiche Projekt beworben hat. Dieser bezichtigt Shuka seine Werke als ihre zu verkaufen. Ryuto lässt sich jedoch nicht beeinflussen und nimmt statt Shikata Shuka.

Wutentbrannt verschwindet dieser aus dem Büro und macht sich auf den Weg in sein Atelier. Dort trifft auch bald Shuka ein die ihm folgte. Dort kommt es zu einer Auseinandersetzung in dessen Folge Shikata einfach mit ihr schläft. Völlig verwirrt flieht diese zu ihrer Großmutter von dieser bekommt sie ihre verwirrende Familien Geschichte erzählt.

Zusammen mit Shikata geht sie zu einem Empfang der Midorikawas, auf dem es zu einem Gespräch mit Ryuto kommt. Als Shikata dazukommt und gegenüber seiner ehemaligen Schülerin handgreiflich werden will beschützt sie ihr Gesprächspartner vor ihm und beschließt endgültig ihr den Auftrag für die Statur zu geben. Diese bekommt ihr eigenes Atelier und macht sich auch schon bald an die Arbeit. Immer mehr kommt sie ihrem Auftraggeber näher und findet auch heraus das dieser eine schwere Krankheit hat. Auch ihre Gefühle füreinander werden augenscheinlich stärker, für Shuka jedenfalls, den Ryuto ist keineswegs so charmant und galant wie er scheint und dies erkennt sie auch.

Auch ihre Ex-Geliebter taucht immer wieder auf. Letzten Endes zieht diese wieder zu ihm, um ihn bei seinem Alkohol Problem zu helfen. Als dieser plötzlich von einem jungen Mann immer wieder aufgesucht wird der sein Schüler werden will ist sie ziemlich überrascht, da dieser sich als als Neffe Midorikawas herausstellt.

Dieser ist fasziniert von seiner neuen Meisterin, die ihn einfach zu ihrem Schüler gemacht hat.
Auch zu ihm fühlt sich Shuka hingezogen da er doch so liebevoll und voller Elan ist. So verstrickt sie sich immer mehr in ein Netz aus Liebe und Intrigen, dass noch viele Wendungen in ihrem Leben bringen wird und auch ein dramatisches Ende findet.

Eigene Meinung
„Tochter von Basilis“ ist ein romantisch, dramatisch Manga, der durch die doch recht verwirrende Familiengeschichte etwas abschrecken kann. Die Zeichnungen sind recht detailliert, jedoch setzt Saito-san reichlich großflächige dunkle Rasterfolien ein, die den Manga recht düster wirken lassen. Die für die Zeichnerin doch typischen offenen tragischen Enden, sind auch hier wieder verarbeitet wurden. Empfehlenswert ist dieser an das weibliche Leserpublikum gerichtete Manga ab 14-15 Jahren, da er teilweise doch recht komplex ist und auch an Sexualität nicht gespart wird.

Die Geschichte ist zwar nicht wirklich außergewöhnlich, jedoch trotzdem ein Lesevergnügen für alle Saito Fans und die die es werden wollen.

© fullmoonchanie

Tochter von Basilis: © 1997 Chiho Saito, Shogakukan / Carlsen

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The Flower Ring

Name: The Flower Ring
Englischer Name:
Originaltitel: The Flower Ring
Herausgebracht: Taiwan: Sharp Point 2004
Deutschland: Tokyopop 2006
Mangaka: Selena Lin
Bände: 2 Bände
Preis pro Band: 6,50 €

The Flower Ring Band 1Story
Im Fürstentum Henan lebt Yupan Guan, die Tochter eines verstorbenen Hofbeamten. Ihr Vater rettete dem Fürsten das Leben, wodurch er das Phönixamulett erhielt, welches ein halbes Verlöbnis zwischen Yupan und dem Sohn des Fürsten darstellt. Ihre Mutter erzieht sie sehr streng, um ihr eine gute Ausbildung zu ermöglichen. Die Zofe Yiang Er ist immer an Yupans Seite.

Da Yupan noch nie den „jungen Herrn“ gesehen hat, unterhält sie sich mit Yiang Er über ihn. Auch der Sohn des Fürsten hat Yupan noch nie gesehen und weiß nichts über ihre Existenz. Fast täglich kommen der Fürst und die Fürstin zu Besuch zu Yupan und ihrer Mutter. Besonders der Fürst ist begeistert von Yupans Können. Sie ist nicht nur hübsch, sondern auch sehr intelligent und belesen. Das Fürstenpaar versucht Yupans Mutter davon zu überzeugen, dass Yupan und der Fürstensohn Yunqian Zhao miteinander lernen sollten. Yupans Mutter ist nicht von den Fähigkeiten ihrer Tochter überzeugt und hält es daher für keine gute Idee. Doch die Fürstin überredet sie letztendlich.

Am nächsten Morgen hat Yunqian einige schwere Aufgaben von seinem Vater bekommen, als seine kleine Schwester Xin Zhao und die Verwandte Fu Qiu versuchen, seine Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Doch die beiden nerven ihn mehr als alles andere. Fu Qiu hofft, dass sie Yunqian heiraten kann. Der junge Fürstensohn flüchtet vor den beiden ins Haus der Knospen. Er wundert sich, dass seine Eltern dort ständig sind und eine „wichtige Person“ besuchen. Doch dass diese Personen Yupan und ihre Mutter sind, weiß er nicht.

Als er später in die Schule geht erwischt er seine zwei Cousins dabei, sich den nackten Reizen auf Papier auszusetzen. Yunqian fängt an den neunten Prinzen, Bi Zhao, zu zitieren und macht sich dabei über ihn lustig. Aber er bemerkt nicht, dass dieser in der Tür steht und jedes Wort hört. Bi Zhao zeigt dem Fürsten ein Gedicht, als sie Xin Zhao und Fu Qiu von draußen hören. Yupan hat ihren ersten Auftritt in der Schule und bekommt von den beiden Mädchen gesagt, wie sie sich zu kleiden hat. Yupan rechtfertigt sich sehr höflich.

The Flower Ring Band 2In diesem Moment kommen Yunqian und Bi Zhao zu den Mädchen gelaufen. Fu Qiu spielt sich auf wie die Herrin des Hauses und schubst Yupan weg. Yunqian versucht Fu Einhalt zu gebieten. Freundlich hilft Yunqian ihr auf und stellt ihr die Schüler vor. Dabei bemerkt Yupan sofort das Drachenamulett. Fu gibt nicht auf, versucht Yupan aus der Schule zu werfen indem sie sie herausfordert. Yupan nimmt die Herausforderung an. Fu fordert sie mit einem Parallelvers heraus. Für Yupan ist es ein leichtes zu parieren. Fu kann einfach nicht verlieren und behauptet, dass sie nur an der Schule ist um einen hochrangigen Ehemann zu finden. Dies verwirrt Yupan.

Gedankenversunken steht Yupan in der Pause neben Yiang Er und spielt mit dem Phönixamulett. In diesem Moment wird sie von Yunqian angesprochen und versteckt das Amulett. Er versucht die Meinungsverschiedenheit zwischen Yupan und Xin & Fu aus dem Weg zu räumen. Fus Ego ist jedoch noch immer verletzt, wodurch sie jeglichen Anstand verliert und Yupan mit Worten angreift. Da Yupan Yunqian anvertraut wurde, verteidigt er sie sofort. Fu versucht vergeblich herauszufinden warum Yupan bei ihnen an der Schule ist. Dabei schubst sie Yupan und das Phönixamulett fällt zu Boden. Yupan hebt es sofort wieder auf, aber Yunqian hat es schon gesehen und erkannt.

Zuhause angekommen grübelt sie eine Weile darüber nach, ob er nun alles weiß. In diesem Moment kommt Yiang und ruft sie. Xin und Fu möchten sie zu einer Tasse Tee einladen. Yupan kann dies nicht ablehnen. Doch die Falle ist offensichtlich…

Eigene Meinung
„The Flower Ring“ ist ein weiteres Werk von Selena Lin. Anders als ihre anderen Werke, spielt diese Serie komplett im alten China. Ihre Vorliebe für die Geschichte des Landes ist hierbei nicht zu übersehen. Die Charaktere sind gut ausgearbeitet und überzeugen, auch wenn die Hauptperson vielleicht etwas zu perfekt ist. Selena Lins Zeichenstil ist sehr detailliert und hübsch anzusehen. Alles in Allem kann man sehen, dass sich die Zeichnerin weiter entwickelt hat. Für mich ist es der schönste der vier Manhua.

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Taisho Era Chronicles

Name: Taisho Era Chronicles
Englischer Name:
Originaltitel: Taisho Mugen Kitan
Herausgebracht: Japan: GAKKEN 2005
Deutschland: Carlsen 2010
Mangaka: You Higuri
Bände: Einzelband
Preis pro Band: 6,95 €

Taisho Era ChroniclesStory
Der Manga „Taisho Era Chronicles” enthält Kurzgeschichten, die sich um das Thema „Onmyouji” drehen, traditionell tief verwurzelten Legenden und Sagen okkulter Natur und die sich durch Magie und Tanz ausdrückt.

In der ersten Geschichte „Wie Licht und Schatten“ wird die junge Frau Sakuya von schlimmen Alpträumen gequält, die sie jeden Tag immer weiter schwächen. Ihre Dienstmagd Yoko ist besorgt und beschließt den begabten Akira Hanawaka um Hilfe zu bitten, der mit seinem traditionellen Tanz den Blick der Zuschauer in eine andere Welt eröffnet. Zudem ist er durchaus in der Lage die Onmyou- Magie anzuwenden und Yoko hat diese Macht durchaus schon gespürt. Immerhin ist Akira derjenige, der nicht nur ihre wahre Gestalt als Fuchsgeist erkannt, sondern ihr auch einen Großteil ihrer Kräfte genommen hat. Akira sagt der jungen Frau seine Hilfe zu und entdeckt, dass Sakuya in ihren Träumen von dem Geist Teika verfolgt wird, der laut einer Legende zur Efeuranke wurde, um seine Geliebte für immer bei sich zu halten. Das Ergebnis wäre irgendwann Sakuyas Tod und Yoko beschließt alles zu tun, um ihrer Herrin zu helfen. Immerhin hat Sakuya ihr vor etlichen Jahren einst unwissentlich geholfen, als sie sich um einen verletzten Fuchs gekümmert hat. Yoko beschließt mit Akiras Hilfe in die Träume Sakuyas einzudringen und Teika auf sich aufmerksam zu machen und so von ihrer Herrin abzulenken. Doch ganz ungefährlich ist dieses Ritual nicht…

Die zweite Geschichte „Der Stein der Leben nimmt“ dreht sich erneut um die Füchsin Yoko, die nach dem Ritual das Problem hat, dass ihre Fuchsohren nicht verschwinden und somit gezwungen ist sich bei Akira einzunisten. Wohl oder übel lässt Akira sie gewähren, doch schon bald machen die ersten Gerüchte die Runde. Zu allem Überfluss taucht auch noch Kagura auf, der Bruder Akiras, der sich zu allen sich bietenden Gelegenheiten mit ihm messen möchte. Yoko gerät dabei schnell in Kaguras Visier und er durchschaut ihre Tarnung. Und bevor Akira eingreifen kann, bannt Kagura Yoko in einen Stein und beschwört damit unabsichtlich die eigentliche Macht der Füchsin herauf…

„Geliebte Prinzessin“ ist eine Kurzgeschichte um den bekannten Onmyouji Abe no Seimei. Die Geliebte eines Ministers ist durch ihre tiefe Liebe und Leidenschaft zu einem Dämon geworden, der andere Frauen des Mannes jagt. Als Seimei den Geist zwar aufhält aber nicht gänzlich vertreibt, wird kurz darauf die Kopflose Leiche eines Mannes im Wald gefunden. Für Seimei steht fest, dass es sich um den Minister handelt und er macht sich auf den Weg zu einem einsamen Haus, in dem der Minister für kurze Zeit mit einer jungen Frau gelebt haben soll. Begleitet wird er von Minamoto no Raiko, einem Dämonenjäger und tatsächlich finden sie den gesuchten Dämon. Doch anstatt diesen zu töten, versucht Seimei den Dämon an seinen richtigen Namen zu erinnern und stößt damit auf das Geheimnis des Dämons…

Neben die Geschichten, die sich dem Thema „Onmyouji” widmen, enthält der Band noch die Shortstory „Evil One“, ein Doujinshi der bereits 2003 erschien. Erzählt wird die Geschichte des Jungen Agata Rin, der von dem geheimnisvollen Fremden Suo gerettet wird. Agata ist der Sohn eines Wissenschaftlers, der angeblich den „Evil One“ erschaffen hat und die Menschheit auslöschen wollte. Daraufhin beging Agatas Vater Selbstmord und Rin will herausfinden, was wirklich dahinter steckt. Doch auch Suo, der für eine geheime Organisation arbeitet, hat Interesse an dem Jungen und diese beschränken sich nicht nur auf seinen Auftrag…

Eigene Meinung
„Taisho Era Chronicles“ ist eine nette Kurzgeschichtensammlung, die jeder Fan von You Higuri besitzen sollte. Die Geschichten sind interessant, besonders da die Thematik „Onmyouji” ein Stück japanische Kultur ist und für Japaninteressierte jede Menge Infos und Hintergrundwissen bereit hält. Das Thema insgesamt ist sehr komplex und tiefgründig, so dass die Kurzgeschichten Higuris nur an der Oberfläche kratzen. Das ist sehr schade, man hätte mehr daraus machen können, wenn man sich den mythischen Hintergründen tiefer gewidmet hätte. Besonders die erste Handlung um Yoko und Akira lässt etliche Enden offen, die man mit einer Fortsetzung hätte klären können. Besonders da die Boys Love Story „Evil One“ so überhaupt nicht zum Rest der Geschichten passen will und wirklich ein einziger Lückenfüller geworden ist, um den Band zu vervollständigen.

Die Zeichnungen sind, wie nicht anders zu erwarten sehr schön geworden- elegant und dynamisch. Besonders Yoko ist einfach nur niedlich, ebenso Sakuya. Akira und Kagura sind die typischen Bishonen, die in nahezu jedem Manga Higuris vorkommen.

Wer You Higuri mag, wird um „Taisho Era Chronicles“ nicht herum kommen und auch wer ein wenig mehr über die japanische Kultur und die Tradition erfahren möchte, sollte sich den Manga zu legen. Er bietet zumindest einen oberflächlichen Einblick in die Thematik „Onmyouji” und damit einen guten Einstieg. Wer Boys Love nichts abgewinnen kann, der kann trotz der Shortstory „Evil One“ zugreifen. Zu empfehlen.

© Koriko

Taisho Era Chronicles: © 2005 You Higuri, GAKKEN Publishing Co., Ltd. / Carlsen

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Tactics

Name: Tactics
Englischer Name: Tactics
Originaltitel: Tactics
Herausgebracht: Japan: MAG Garden 2001
Deutschland: Carlsen 2004
Mangaka: Sakura Kinoshita / Kazuko Higashiyama
Bände: 15 Bände (in Deutschland nach Band 8 eingestellt)
Preis pro Band: 6,00 €

Tactics Band 1Japan zu Beginn des 19. Jahrhunderts ….

Story
Kantarou bezeichnet sich als Volkskundeforscher und seine größte Leidenschaft gilt der Geisterjagd und nebenbei schreibt er Forschungsarbeiten und Bücher über Volkskunde, die sich leider nicht immer gut verkaufen. Nicht viele Menschen können wie er Geister sehen, deswegen wurde er als Kind oftmals für nicht „ganz normal“ gehalten, die anderen Kinder aus seiner Heimat waren gemein zu ihm und mieden ihn immer. Kantarou selbst spricht oft mit Geistern und hat keine Angst vor ihnen. Als er ein noch ein kleiner Junge war haben ihm einige seiner „Geisterfreunde“ gesagt, er sein ein außergewöhnlich starker Junge und sie wünschten sich von ganzem Herzen, dass die anderen die immer gemein zu ihm waren ihn erstehen würden.
Auch erzählten sie ihm, dass wenn er noch stärker werden wolle, er sich mit dem Oni fressenden Tengu anfreunden solle. Dieser Tengu soll stärker als alle Oni sein, sie existieren. Doch leider ist dieser Oni fressende Tengu trotz das er so stark sein soll irgendwo eingesperrt.
Seit dem Kantarou diese Geschichte erzählt bekommen hat, wünscht er sich nichts sehnlicher als diesem Oni fressenden Tengu zu begegnen, sich mit ihm anzufreunden und etwas von seiner Macht zu erhalten um stärker als alle Oni zu werden.

Tactics Band 2Kantarou sucht überall, dabei führt ihn seine Suche in alle Gegenden von Tokyo und dennoch bleibt die Suche erfolglos. Immer auf der Suche mit dabei ist Yoko, ein weiblicher Geist, der ihren Namen von Kantarou erhalten hat und sich ihm deswegen unterordnen muss (alle Geister die ihren Namen von einem Menschen erhalten sind dann sozusagen des Menschen Diener).

Kantarou besitzt ein magisches Armband, welches ihm zeigt wenn in der Nähe übersinnliche Kräfte vorhanden sind. Eines Tages kommt eine Junge Frau zu Kantarou die ihm erzählt, dass ihr Verlobter sich ihr gegenüber total verändert hat und sie ständig „misshandelt“. Kantarou will sich ein Treffen der beiden anschauen und dafür müssen sie zwei Stunden mit dem Zu fahren. Als sie Ankommen müssen sie sich von einer älteren Frau den Weg zum Schrein erklären lassen, da die junge Frau ihn vergessen hat. Die alte Dame erklärt den Weg, und dass es in der Nähe noch einen anderen Schrein geben soll.

Kantarou beobachtet nun erstmal das Treffen an dem heiligen Schrein zwischen der Jungen Frau und ihrem Verlobten, und währenddessen erkennt sein magisches Armband eine übersinnliche Kraft und Kantarou schließt daraus, dass der junge Mann von einem Dämonen besessen ist.

Für’s erste flüchtet Kantarou mit der jungen Frau und „klebt“ ihr ein Sutra auf den Kopf, damit ihr „dämonischer“ Freund sie nicht sehen kann. Kantarou beschließt sich alleine auf den Weg zu machen um dem Verlobten der jungen Frau zu helfen. Dabei stößt er auf den von der alten Dame besagten anderen Schrein der nur aus einem Stein mit einem Siegelband drum herum besteht und vor dem ein Schild mit der Aufschrift „Tenko Schrein“ steht. Kantarou schafft es das Siegelband zu lösen indem er lautstark aus sich herausschreit „ Komm heraus >>Haruka<<“.

Kantarou hat es nach all den Jahren endlich geschafft, den legendären Oni fressenden Tengu zu finden. Er hat ihm nun den Namen Haruka gegeben, und somit ist der Oni fressende Tengu an Kantarou gebunden. Zusammen helfen sie der jungen Frau und ihrem Verlobten. Nun stehen den beiden noch weitere spannende Abenteuer bevor.

Eigene Meinung
Wenn man so liest, denkt man erst „schon wieder etwas mit Geistern und Dämonen“, da es davon ja schon eine ganze Menge gibt. Aber wenn man es liest, bemerkt man schnell, dass es nicht unbedingt viel mit z.B. „Inu Yasha“ gemeinsam hat. „Tactics“ dreht sich viel um die oftmals etwas chaotische Beziehung zwischen Kantarou und Haruka, aber auch um die Probleme anderer, die die beiden gemeinsam beseitigen. In dem Manga vereinigen sich viele Emotionen die wir besitzen vor allem unsere Lachmuskeln kommen oftmals vollkommen auf ihre Kosten. Die Zeichnungen finde ich sehr gut getroffen, da sie detailliert und sehr Augenscheinlich (fallen ins Auge) sind auch das Aussehen und Auftreten der Charaktere ist Kinoshita und Higashiyama sehr gut gelungen.

Für Freunde von Geistern, Dämonen und vielen witzigen Einlagen ein absolutes Muss!

© Eiri Uesugi

Tactics: © 2001 Sakura Kinoshita / Kazuko Higashiyama, Mag Garden/Carlsen

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Stolen Heart

Name: Stolen Heart
Englischer Name: Stolen Heart
Originaltitel: Sonotoki Heart wa Nusumareta
Herausgebracht: Japan: Houbunsha 2002
Deutschland: Carlsen 2010
Mangaka: Story: Maki Kanemaru
Zeichnungen: Yukine Honami
Bände: Einzelband
Preis pro Band: 5,95 €

Stolen HeartStory
Der Sohn eines jungen Adeligen verbringt die meiste Zeit auf Bällen und Festen, um sich abends mit einem gut aussehenden Liebhaber zurück zu ziehen. Zumeist hat er für diese Männer anschließend keine Verwendung mehr und hält nach dem nächsten potentiellen Kandidaten Ausschau. Als von seinem Ruf ein geheimnisvoller Dieb angezogen wird und eine Nacht mit dem jungen Mann verbringt, ändert sich alles. Denn am nächsten Morgen hat der rüpelhafte Dieb nichts besseres zu sagen, als dass ihn der Sex mit dem jungen Adeligen anödet. In seiner Ehre gekränkt und wütend macht sich der Adelige auf die Suche nach dem Dieb, der immer wieder etwas stiehlt, nur um es Tage später zurück zu bringen. Doch jedes Mal endet es damit, dass sie zwar miteinander schlafen, doch nie lässt der geheimnisvolle Mann ein gutes Wort an dem Körper und der Art des Adeligen.

Als auch noch gutaussehende junge Männer verschwinden und hinter den Entführungen der Dieb stecken soll, erhält der junge Adelige die Einladung, das Haus des Diebes zu besuchen. Dort soll er zudem bleiben, bis sich die Aufregung gelegt hat, denn hinter den Entführungen verbirgt sich eine geheime Suchaktion, die den Thronfolger des Landes betrifft und politisch hoch brisant ist. Der junge Adelige muss erkennen, dass sich hinter dem Dieb weit mehr verbirgt, als es den Anschein hat…

Der Manga enthält zudem noch zwei Kurzmangas mit dem Titel „Der Schein trügt nicht“ und „Kiss Scandal“. Die erste Geschichte handelt von dem jungen Naruse, der zum wiederholten Male die Termine für die Nachprüfung vergessen hat und als Strafe zwei Wochen bei der Schülervertretung aushelfen soll. Hier soll er die Kassenbücher durcharbeiten und den Kassenbericht erstellen. Doch die Schülervertretung hat einen seltsamen Ruf, denn Naruses Sempai und sein jüngerer Bruder Ken sind in vielerlei Hinsicht schräg. Zudem ist Naruses Sempai in vielen Punkten einfach zu offen, baggert ihn an und scheint aus seiner Vorliebe zu Männern keinen Hehl zu machen, was für Naruse die Arbeit in der Schülervertretung zur Hölle macht.

In „Kiss Scandal“ geht es um den Abgeordneten Colin Rudd, der bei seinen Wählern ungemein beliebt ist. Doch Colin hat ein Geheimnis – er hat eine Affäre mit seinem Sekretär Paul, der Colin von ganzem Herzen liebt. Als es immer deutlicher wird, dass Colin sich bald eine Ehefrau suchen muss, hält es Paul nicht mehr aus und verlangt von seinem Freund klare Verhältnisse. Doch überraschend entscheidet sich Colin für Paul, was von der Presse nicht unbeobachtet bleibt und für jede Menge Trubel sorgt.

Eigene Meinung:
Der Einzelband „Stolen Heart“ stammt storytechnisch von Maki Kanemaru und wurde zeichnerisch von der bekannten Künstlerin Yukine Honami umgesetzt. Lediglich „Kiss Scandal“ stammt komplett von der Zeichnerin. Die Hauptgeschichten ist recht interessant, jedoch an einigen Stellen recht verwirrend. Ungemein hinderlich finde ich die Tatsache, dass die Charaktere alle keine Namen haben. Dadurch fällt es schwer der intrigenbehafteten Story im zweiten Teil der Handlung zu folgen und nachzuvollziehen, was es mit dem geheimnisvollen Thronfolger auf sich hat und wie die Zusammenhänge sind. Hier geht die Geschichte auch nicht tief genug, interessante Ansätze werden nicht weiterverfolgt und „Stolen Heart“ wirkt damit sehr unausgegoren. Auch die historischen Aspekte werden weitestgehend nicht korrekt umgesetzt, was es schwer macht sich wirklich auf die Geschichte einzulassen.

Die Charaktere bleiben dem Leser recht fremd, da man zu ihnen keine Beziehung aufbauen kann. Sie entwickeln sich auch nicht wirklich weiter. Das ist leider auch bei dem Kurzmanga „Der Schein trügt nicht“ so. Die Handlung wirkt durcheinander, man weiß nicht genau, wohin die Autorin eigentlich möchte. Die Charaktere haben kaum eine Entwicklung und die Geschichte selbst stagniert, auch wenn viel passiert. Einzig und allein „Kiss Scandal“ kann mit seinen erwachsenen Protagonisten und der realistischen Handlung überzeugen.

Die Zeichnungen sind wie immer sehr schön. Yukine Honami hat einen sehr feinen, zarten Stil, der sehr gut zum Setting passt. Besonders ihre erwachsenen Charaktere sind in sich stimmig. Auch ihre Farbillustrationen wirken sehr zart, fasst schon durchscheinend.

Insgesamt ist „Stolen Heart“ ein verwirrender und unausgegorener Manga, in dem zu wenig Recherche und Arbeit steckt. Das ist schade, man hätte viel mehr aus der Grundgeschichte machen können. Wer Yukine Honamis Zeichnungen oder historisch angehauchte Settings mag kann gerne einen Blick hinein werfen, andere sollten sich nach anderen Boys Love Mangas umsehen…

© Koriko

Rin: © 2002 Yukine Honami / Maki Kanemaru, Houbunsha Co., Ltd. / Carlsen

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Shinanogawa

Name: Shinanogawa
Englischer Name:
Originaltitel: Shinanogawa
Herausgebracht: Japan: Shonen Gahosha 2005
Deutschland: Carlsen 2009
Mangaka: Story: Hideo Okazaki
Zeichnungen: Kazuo Kamimura
Bände: 2 Bände
Preis pro Band: 12,90 €

Shinanogawa Band 1Story
Der Shinanogawa ist ein Fluss, der durch die heutigen Provinzen Nagano und Niigats fließt. Orte großer Armut, an denen die Menschen in früheren Zeiten ihre Säuglinge aussetzten, wenn sie diese im Winter nicht mehr zu ernähren wussten. Man nennt den Shinanogawa auch den „Unglücksstrom“, denn er symbolisiert das tragische Schicksal zweier unglücklich verliebter Menschen.

Die Geschichte beginnt mit einem Baby, das von seiner Mutter inmitten des Schneetreiben des Winters 1914/1915 zu dem Mann gebracht wird, der ihr Vater werden soll. Der Name des Mädchens war Yukie Takano.

15 Jahre später ist aus dem Säugling ein wunderhübsches Mädchen geworden, das von allen geschätzt und begehrt wird. Für den etwa gleichaltrigen Bauernsohn Ryukichi Asada, der im Hause der Takanos arbeitet, ist es Liebe auf den ersten Blick. Und auch das Fräulein scheint nicht abgeneigt zu sein, da sie den gutaussehenden jungen Mann häufig in ihr Zimmer einlädt – sehr zum Missfallen der anderen Hausangestellten, die Ryukichi eine Liebschaft mit der höheren Tochter unterstellen. Tatsächlich lieben sich die beiden Jugendlichen. Und dem Hausherrn selbst liegt es fern, die Beziehung zu unterbinden. Insbesondere, seit Ryukichi zufällig Zeuge der Wahrheit wird: Yukie Mutter war lediglich die Alibi-Ehefrau des Hausherrn Takano, der in Wirklichkeit homosexuell und mit dem Verwalter Tatsunosuke liiert ist. Yukies leiblicher Vater ist der ehemalige Angestellte Yoshinosuke, mit dem ihre Mutter vor Jahren durchbrannte. Um dem Kind selbst ein besseres Leben zu ermöglichen und zudem den Schein zu wahren, gab Asako, Yukies Mutter, das Neugeborene zu ihrem Ehemann, während sie selbst zu ihrem neuen Leben zurückkehrte.

Shinanogawa Band 2Zwischen Yukie und Ryukichi dagegen sprießt das zarte Pflänzchen der Liebe. Sie kommen sich immer näher und werden schließlich ein Paar, solange bis Yukie die Aufforderung ihres Schulleiters erhält, bei ihm in seinem Mädchenwohnheim zu leben – ein Angebot, das sie nicht abschlagen kann. Den jungen Verliebten steht eine harte Trennung bevor. Doch sie beschließen zu heiraten, sobald sie erwachsen sind. Sie sollen einander nicht wiedersehen…

Ihr neues Leben entpuppt sich für Yukie als harte Bewährungsprobe. Einziges Licht in ihrem Alltag scheint der neue Klassenlehrer zu sein, zu dem sie bald ein Verhältnis entwickelt. Doch die gesellschaftlichen Normen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts sind streng. Hat diese Beziehung eine Chance?

Eigene Meinung
„Shinanogawa“ ist eine Koproduktion von Hideo Okazaki und Kazuo Kamimura, der bereits „Lady Snowblood“ zeichnerisch in Szene setzte. Die vorliegende Handlung hat aber mit Kazuo Koikes blutigem Meisterwerk überhaupt nichts zu tun. Vielmehr handelt es sich um eine etwas andere Liebesgeschichte. Gleichzeitig wird die Lebensgeschichte von Yukie Takano behandelt, die sich von einem Liebhaber zum nächsten balanciert. Der gesellschaftskritische Aspekt gegen die japanische Gesellschaft im 20. Jahrhundert soll dabei nicht außer Acht gelassen werden, wird aber über weite Strecken des Buches zur Nebensache, insbesondere, da Yukie alles andere als solide und treu herüber kommt. Tatsächlich wird immer schnell ein nächster Mann angelacht, wenn es mit einem aus verschiedenen Gründen zu Ende gegangen ist. Das Thema Homosexualität wird ebenso angeschnitten, wie die vielen schweren Naturkatastrophen, die das Leben der damaligen Bevölkerung immer wieder vor schwere Verluste stellte. Gerade an letzteres wird immer wieder durch Einschübe erinnert und dadurch stärker unter Beobachtung gestellt, als die auf dem Cover angekündigte Gesellschaftskritik.

So gesehen kann der Manga nur bedingt überzeugen. Für Fans von erotischen, zu Anfang etwas naiven Liebesgeschichten mit Geduld und Ausdauer dürfte die Reihe aber dennoch etwas sein.

© Rockita

Shinanogawa: © 2005 Hideo Okazaki & Kazuo Kamimura, Shonen Gahosha / Carlsen

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Rurouni Kenshin Cinema Edition

Name: Rurouni Kenshin Cinema Edition
Englischer Name: Samurai X
Originaltitel: Rurouni Kenshin Tokuhitsuban
Herausgebracht: Japan: Shueisha 2012
Deutschland: EMA 2014
Mangaka: Nobuhiro Watsuki
Bände: Einzelband
Preis pro Band: 9,99 €

StoryKenshin Cinema Edition
Aufgrund einer Verwechslung landet der herumziehende Vagabund Himura Kenshin in Tokio in einen Schauwettkampf und soll gegen die junge Kaoru Kamiya antreten. Überraschend schnell besiegt die junge Meisterin des Kamiya-Dojos den als Hitokiri Battosai vorgestellten Kenshin – sehr zum Ärger der Bevölkerung, die vorher Wetten abgeschlossen haben. Im Anschluss erfährt Kenshin, dass der Geschäftsmann Kanryu Takeda, der für die Kämpfe verantwortlich ist, am Kamiya-Dojo interessiert ist und Kaoru nur die Möglichkeit bleibt, an den Wettkämpfen teilzunehmen, um es zu retten. Als Takeda die junge Frau jedoch zu einem abendlichen Wettkampf einlädt, wird klar, dass er keineswegs vorhat, Kaoru die Möglichkeit zum Sieg einzuräumen.

Dank dem jungen Yahiko, der als Takedas Laufbursche arbeitet, erfährt Kenshin gerade rechtzeitig von den geheimen Machenschaften des Geschäftsmannes und kann Kaoru retten. Dabei offenbart ist auch, dass er in Wirklichkeit der legendäre Hitokiri Battosai ist, der zur Zeit der Restauration einen blutigen Weg beschritt.

Nach seinem kurzen Kampf gegen Takeda, beschließt er im Kamiya-Dojo zu bleiben, zum einen, weil er zur Ruhe kommen will, zum anderen weil er Kaoru vor weiteren Übergriffen schützen möchte – zu Recht, denn Takeda versammelt allerhand Kämpfer um sich, die Kenshin töten sollen. Unter diesen befinden sich nicht nur der Raufbold Sanosuke Sagara und das ehemalige Shinsengumi-Mitglied Saito Hajime, sondern auch Jinne Udo, der einen Kampf gegen Kenshin mehr als alles andere herbeisehnt …

Eigene Meinung
Anlässlich der Realverfilmung des 28-bändigen Mangas „Rurouni Kenshin“ im Jahr 2012 zeichnete Nobuhiro Watsuki eine zugehörige „Cinema Edition“, kehrte für 2 Bände (in Deutschland in einem 2in1 Band zusammengefasst) in die Meiji Zeit zurück und ließ Kenshin, Kaoru und ihre Freunde wieder aufleben. Dabei handelt es sich nicht um eine Fortführung des alten Mangas, sondern um einen alternativen Anfang der altbekannten Geschichte. Dieser ähnelt natürlich dem Realfilm sehr, immerhin war bei diesem der Mangaka auch am Drehbuch beteiligt, doch die „Rurouni Kenshin – Cinema Edition“ ist mehr als eine reine Nacherzählung des Films.

Inhaltlich ist der Manga sowohl für Neueinsteiger, als auch für Kenner des Originals ein lohnenswerter Kauf. Man ist sehr schnell in der Handlung, die ersten Kämpfe lassen nicht lange auf sich warten und Kenshins Identität bleibt nicht lange ein Geheimnis. Zudem erfährt man eine Menge über die geschichtlichen Hintergründe Japans, wenngleich die Original-Serie im Vergleich natürlich wesentlich tiefgängiger ist. Dennoch entwirft Nobuhiro Watsuki ein gelungenes Zeitportrait und kombiniert Action, Spannung und Kampfszenen mit Slapstick, witzigen Passagen und historischen Ereignissen. Es macht Spaß „Rurouni Kenshin“ zu lesen und weckt die Lust, sich die alte Reihe noch einmal zu Gemüte zu führen.

Im Vergleich zum Original sind die Figuren nicht mehr so übertrieben mangahaft dargestellt, sondern wirken realistischer. So ist Kenshin ein wenig melancholischer und ruhiger, Kaoru nicht ganz so überdreht und auch Sano kommt wesentlich gemäßigter daher. Das mag Geschmacksache sein, in diesem Fall passt es jedoch sehr gut zur Stimmung des Mangas, und im Wesentlichen haben sich die Hauptfiguren ja nicht geändert. Aufgrund der Kürze des Mangas hat leider nicht jeder altbekannte Charakter einen Gastauftritt, doch immerhin werden die meisten im Prolog, der zeitlich kurz vor den Ereignissen der Original-Serie spielt, zumindest kurz erwähnt.

Zeichnerisch legt Nobuhiro Watsuki einen sehr soliden, schönen Shonen-Manga vor, der durch schöne Actionszenen, stimmungsvolle Hintergründe und sehr viele Details punkten kann. Natürlich fällt bei einem direkten Vergleich zwischen dem ersten Band aus dem Jahre 1994 und dem vorliegenden Manga der gravierende Unterschied in den Zeichnungen auf, doch insgesamt entsprechen Nobuhiro Watsukis Zeichnungen dem, was er in den letzten Bänden der Originalserie präsentierte.

„Rurouni Kenshin – Cinema Edition“ ist ein schöner Shonen-Manga, der Fans der alten Serie zumindest ein kurzes, stimmungsvolles Wiedersehen mit bekannten Charakteren beschert. Nobuhiro Watsuki legt einen gelungenen Doppelband vor, der Lust auf mehr macht und den Wunsch weckt, bald mehr von Kenshin und seinen Freunden zu lesen. Neulingen ist der Manga als Einstieg zu empfehlen, ebenso der Griff zur Originalserie. Es lohnt sich.

Rurouni Kenshin Cinema Edition: © 2012 Nobuhiro Watsuki, Shueisha / EMA

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Secret Contract

Name: Secret Contract
Englischer Name:
Originaltitel: Mitsuyaku
Herausgebracht: Japan: Tokuma Shoten 2006
Deutschland: Carlsen 2009
Mangaka: Story: Shinobu Gotoh
Zeichnungen: Kae Maruya
Bände: Einzelband
Preis pro Band: 5,95 €

Secret ContractStory:
Der junge Geschäftsmann und Händler Yuichi hat seit einiger Alpträume und jedes Mal flüstert ihm eine Stimme zu, dass „er ihn haben will“. Yuichi beginnt immer mehr unter den seltsamen Visionen zu leiden, doch findet er keine Lösung. Selbst als sein Kindheitsfreund und Liebhaber Iori ihn besucht und auf seine Art und Weise abzulenken versucht, vermag Yuichi es nicht seine Alpträume zu verdrängen. Ein Besuch bei seinem Onkel und Autoren Kyusai bringt eher noch mehr Unklarheiten. Der Schriftsteller scheint mehr zu wissen, ergeht sich jedoch in Andeutungen und schenkt Yuichi stattdessen einen Zitronenkuchen, da er selbst keine Süßigkeiten mag.

Am selben Abend taucht Iori bei Yuichi auf und verkündet seinem Liebhaber, dass er am nächsten Tag heiraten wird, da er an einem Omiai (Heiratsvermittlung) teilgenommen hat und ihm eine passende Braut vermittelt wurde. Yuichi ist zwar weniger begeistert, weiß jedoch, dass Ioris Familie nah am bankrott steht und eine Heirat in die wohlhabende Familie Yonekura den Clan Ioris retten könnte. Nach einer leidenschaftlichen Nacht probieren beiden den Zitronenkuchen mit fatalen Folgen. Yuichi erstickt beinahe an einem Bissen und kann nur mit Müh und Not von Iori gerettet werden. Zudem wird immer deutlicher, dass Iori durch die Zusammenkunft der Beiden schwächer und kränklicher wird. Yuichi wird schnell klar, dass all diese Vorfälle in Kombination mit seinen Alpträumen nichts Gutes verheißen können.

Als Tags darauf Iori bei der Hochzeitszeremonie zusammenbricht, nimmt Ioris Schwester Yuichi beiseite und erzählt ihm was passiert ist. Yuichi kommt ein schrecklicher Verdacht und erneut sucht er seinen Onkel Kyusai auf, der ihm berichtet, wer er genau ist und was es mit seiner Familie auf sich hat. Denn Yuichi umgibt ein dunkles Geheimnis, dass nicht nur den jungen Mann involviert ist, sondern unweigerlich auch Iori, der sich schon in die Fänge Yuichis begeben hat, als die beiden Kinder waren- er ernährt sich von der Lebensenergie einer besonderen Person und in diesem Fall hat der Jäger sein Opfer schon vor langer Zeit gefunden. Entsetzt und Hals über Kopf beschließt Yuichi Iori zu verlassen, um ihn nicht irgendwann zu töten…

Haben Iori und Yuichi überhaupt eine Chance? Was hat es mit Yuichis Familie auf sich und wer ist Kyusai wirklich?

Eigene Meinung:
„Secret Contract“ ist eine mysteriöse, düster erscheinende Geschichte von Shinobu Gotoh, die ein wenig an die typischen Vampirgeschichten erinnert und spielt im Japan der Nachkriegszeit. Die Grundidee ist sehr interessant, wird jedoch zu kurz abgehandelt, da zwar etliches angesprochen wird, doch nicht alle aufgeworfenen Fragen beantwortet werden. Das ist sehr schade, da der Manga damit einiges an Potential verschenkt. Besonders die Hintergründe der Familie Yuichis hätten vertieft werden können und die aufgeworfenen Probleme zwischen Iori und Yuichi besser beleuchtet. Somit ist die Geschichte durchaus interessant und ungewöhnlich, doch ein wenig zu umfangreich für einen Einzelband. Zudem sei an dieser Stelle gesagt, dass man in „Secret Contract“ auch einige Andeutungen auf ein Yuri-Pärchen hat.

Die Zeichnungen Kae Maruyas sind wir gewohnt sehr schön und filigran anzusehen. Sie hat einen sehr gefälligen Zeichenstil und dieser dürfte Fans des Boys Love Genres durchaus zusagen. Zudem befinden sich durchaus einige etwas deutliche Szenen in dem Band, die das Herz der Yaoi-Fans höher schlagen lassen,

Insgesamt ein schöner Einzelband, der zwar einige Schwächen in der Geschichte aufweist, jedoch dank der wundervollen Zeichnungen durchaus empfehlenswert ist. Wer Kae Maruya mag, ebenso schöne Bishonen und eine ungewöhnliche Boys Love Story, dem sei „Secret Contract“ auf jeden Fall empfohlen.

© Koriko

Secret Contract: © 2006 Kae Maruya/ Shinobu Gotoh, Tokuma Shoten Publishing Co., Ltd./ Carlsen

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Samurai Drive

Name: Samurai Drive
Englischer Name: Samurai Drive
Originaltitel: Samurai Drive
Herausgebracht: Japan: Kadokawa Shoten 2010
Deutschland: Tokyopop 2012
Mangaka: Fujiko Kosumi
Bände: 8 Bände
Preis pro Band: 6,95 €

Samurai Drive Band 1Story
In der Meiji-Zeit wurde einst ein Gesetz erlassen, dass das Tragen von Schwertern in der Öffentlichkeit verbot. In der Gegenwart ist dieses Privileg nur noch den Nachkommen der früheren Samurai-Familien gestattet. Während einige dieser jungen Männer noch heute den Bushido beschreiten und den Weg des Schwerts als ehrenvolle Bestimmung sehen, gibt es auch einige, die ihre Waffen nutzen, um sich selbst zu profilieren oder anderen Schaden zuzufügen. Andere versuchen unter falscher Maske gegen möglichst viele Gegner zu kämpfen. Und dann gibt es noch Phantome wie der mysteriöse Shiroyasha, ein Schwertkämpfer, der nachts die Straßen von Tokyo unsicher macht und scheinbar willkürlich Schwertkämpfer angreift und besiegt…

Der 16-jährige Ibuki Takahara besucht seit Neuestem die berühmte Shiseikan-Oberschule in Tokyo. Da der Unterricht auch einen hohen Praxisanteil im Kendo beinhaltet, ist der Besuch nur Jungen aus Samurai-Familien gestattet. Für Takahara, der aus einfachen Verhältnissen stammt, ist der Besuch eine große Ehre. Mit seinem Schwert möchte er Menschen beschützen und ein ehrenwertes Leben führen.

Eines Tages lernt er den in sich gekehrten Haruma Kokonoe kennen, der in seine Klasse geht. Kokonoe ist zwar ein begnadeter Schwertkämpfer, im normalen Unterricht aber meistens verschlafen und im Umgang mit anderen ungeschickt. All dies, zusammen mit der Tatsache, dass ihm nachgesagt wird, nachts dem Phantom-Schwertkämpfer Shiroyasha nachzujagen, führt dazu, dass er keine Freunde an der Schule hat. Takahara dagegen ist vom ersten Augenblick an fasziniert von Kokonoe, der so voller Widersprüche ist. Entgegen der Warnungen seiner Klassenkameraden versucht er alles, um mit Kokonoe Freundschaft zu schließen. Zunächst werden diese Versuche abgeblockt, erst nach mehreren Gefechten, in denen sich die Oberschüler gegenseitig beistehen, kommen sie einander näher.

Samurai Drive Band 2So ist es auch nicht verwunderlich, dass Takahara bald hinter das Geheimnis kommt, weswegen Kokonoe so abweisend ist: Sein Nachbar und Kendo-Lehrer war niemand Geringeres als der berühmt-berüchtigte Seishiro Shindo. Der Meister des Schwertkampfs genoss überall hohes Ansehen – bis ihm eines Tages der Mord an einem unschuldigen Passanten zur Last gelegt wurde. Dieser Vorfall schmälerte das Ansehen der Samurai beträchtlich und machte Shindo zum Geächteten. Kokonoe glaubte nie an die Schuld seines Meisters und kämpft nach wie vor darum, dessen Unschuld zu beweisen. Nun hat er in Takahara einen Mitstreiter gefunden. Doch es gibt großen Widerstand, vor allem in der Bevölkerung, die immer lauter nach einem generellen Waffenverbot ruft…

Eigene Meinung
„Samurai Drive“ ist die erste richtige Serie der Mangaka Fujiko Kosumi. Die Highschool-Samurai-Serie wird von Verlag und Buchhandel im Action-Genre eingeordnet. Nicht nur optisch könnte man die Serie allerdings eher im Shonen-Ai-Bereich einordnen, mit den langgliedrigen jungen Männern mit ebenmäßigen Gesichtszügen. Aber auch die wachsende Freundschaft der beiden Protagonisten Takahara und Haruma könnte den ersten Kapiteln eines Shonen-Ai-Manga entsprungen sein, so seicht ist sie inszeniert, mit pathetischen Freundschaftsbekundungen und heldenhaften Posen im großen Stil.

Erst in der zweiten Hälfte des ersten Bands zeigt sich, dass die Beziehung zwischen den jungen Männern zwar zentral, doch nicht im eigentlichen Mittelpunkt des Interesses steht. Da soll stattdessen die Frage nach dem Wert des Schwerts in der Gegenwart stehen. Relativ viel wird darüber angerissen: der Sinn eines Waffenverbots, die Rolle der Samurai-Nachkommen in der modernen Gesellschaft, der Wert des Bushido etc. Heraus gekommen ist eine (noch?) etwas unübersichtliche Mischung mit unklarem Ausgang.

Die meisten Action-Fans dürften Schwierigkeiten mit dieser Serie haben, aber Shonen-Ai-Fans, die sich mit historistischer Semi-Action anfreunden können, werden gut bedient.

© Rockita

Samurai Drive: © 2010 Fujiko Kosumi, Kadokawa Shoten / Tokyopop

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