Bloody Maiden

Name: Bloody Maiden
Englischer Name:
Originaltitel: Tomarimiki no Shima
Herausgebracht: Japan: Kadokawa Shoten 2011
Deutschland: KAZÉ 2013
Mangaka: Kikuhiko Taida, Sutarou Hanao
Bände: 2 Bände
Preis pro Band: 6,95 €

Bloody Maiden Band 1Story
Es ist Freitag der 13. als Miaki und ihre Schulkolleginnen aus dem Niginata-Club ins Sommerlager aufbrechen. Dieses Mal soll das Sommerlager auf einer entfernten Insel stattfinden, auf der es nicht einmal Handyempfang gibt. Passend zum unheilvollen Datum wird sie auch „Die Insel der 13 Dämonen“ genannt. Vor allem Suzuka freut sich auf das Abendteuer. Sie ist absoluter Horror-Fan und kennt jede Geschichte, die es über die Insel gibt. Im 16. Jahrhundert versteckten sich auf ihr die 13 Männer der „Kitoshu“, eine gefährliche Piratenbande, die nur aus den schlimmsten Verbrechen bestand. Doch das Militär konnte sie letztendlich bezwingen und erhängte jeden einzelnen auf der sagenumwogenden Insel, sodass diese zu ihrem Namen kam. Doch der Großteil der Mädchen interessiert sich nicht für die Legenden, sondern freut sich auf ein paar lustige Tage am Strand.

Als sie endlich auf der Insel angekommen sind, werden sie jedoch nicht wie vereinbart von Herrn Maebara empfangen. Dieser wurde schon seit Tagen nicht mehr gesehen. Vielleicht ist er mal wieder in seiner Arbeit im Archiv vertieft. Nachdem die Mädchen in ihrer altertümlichen und rustikalen Herberge eingezogen sind, entschließen sie sich, nach Herrn Maebara zu suchen. Jedoch ist sein Büro im Archiv ebenso verlassen. Nur das Licht eines Computers durchleuchtet den Raum. Miaki und die anderen können ihre Neugierde nicht bändigen und lesen den Text, der auf dem Monitor erscheint: „Das Blutopfer für die Wiedergeburt der 13 Jungfrauen“. Herr Maebara muss sich mit einer weiteren Legende der Insel beschäftigt haben. Doch was hat es mit dieser Geschichte auf sich?

Als dann auch noch die Leiterin, Frau Tsurumi, verschwindet, wird auch den Mädchen etwas mulmig. Sie ahnen, dass hier etwas nicht stimmen kann. Doch noch ist ihnen nicht bewusst, in welcher Gefahr sie sich befinden, denn jemand wartet nur darauf, dass ihm eine nach der anderen ins Messer läuft.

Bloody Maiden Band 2Eigene Meinung
Die Kurzserie „Bloody Maiden“ mischt gekonnt fesselnden Survival-Horror mit Erotik. Die Mädchen sind hübsch und attraktiv. Jedoch wäre die Geschichte auch ohne die viele nackte Haut ebenso gut gewesen. Aber es fällt trotz der guten Optik schwer, sie zu unterscheiden. Die meisten Mädchen haben nur einen kurzen Auftritt, sodass sie dem Leser nicht länger im Gedächtnis bleiben. Dadurch kann der Leser auch keine Emotionen für die Charaktere entwickeln. Es ist kein Geheimnis, dass im Laufe der Serie die Zahl an Mädchen reduziert wird und einige dem mysteriösen Mörder zum Opfer fallen. Trauer über den Verlust der Mädchen kommt aufgrund der wenigen Informationen und Auftritte leider nicht auf. Dafür weiß „Bloody Maiden“ durch Spannung und Nervenkitzel zu überzeugen. Die Darstellung der Szenen und die drückende Atmosphäre der Geschichte schafft es, dass dem Leser der Atem stockt und das Herz stehen bleibt. Auch das immer wieder auftauchende „Lied der Piraten“ untermalt die unheimliche Story durch seinen verstörenden Text.

In „Bloody Maiden“ scheint sich zudem alles um die Zahl 13 zu drehen: Freitag der 13 als Anreisedatum, die Geschichte der Wiedergeburt der 13 Jungfrauen, 13 Piraten, die auf der Insel getötet wurden und die Gruppe des Niginata-Clubs, der aus 12 Schülern und einer Leiterin, also aus 13 Personen, besteht.

Negativ anzumerken ist, dass zu Beginn der Serie nicht einmal erklärt wird, was Niginata ist. Personen, wie ich, könnten da auf nähere Informationen angewiesen sein. Insgesamt ähnelt die Serie Filmen wie „Ich weiß immer noch was du letzten Sommer getan hast“ oder dem Buch bzw. Manga „Battle Royal“, bei dem zu Beginn ebenfalls eine Karte der Insel zur Orientierung abgebildet wird. Wer über die Freizügigkeit der Serie hinwegsehen kann oder sich sogar daran erfreut, sollte „Bloody Maiden“ eine Chance geben. Es ist allen Horror-Fans zu empfehlen.

© Izumi Mikage
Bloody Maiden: © 2011 Kikuhiko Taida/ Sutarou Hanao, Kadokawa Shoten/ Kazé

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Another

 

Name: Another
Englischer Name: Another
Originaltitel: Another
Herausgebracht: Japan: Kadokawa Shoten 2010
Deutschland: EMA 2012, 2016
Mangaka: Story: Yukito Ayatsuji
Zeichnungen: Hiro Kiyohara
Bände: 4 Bände
Einzelband (Luxury Edition)
Preis pro Band: 7,00 €
29,99 € (Luxury Edition)

Another Band 1Story
Da sein Vater beruflich nach Indien fährt, muss der 15-jährige Koichi für ein Schuljahr in die dörfliche Stadt Yomiyama zu seinen Großeltern und seiner Tante Reiko. Dort soll er die Yomiyama- Mittelschule besuchen, auf der bereits seine Mutter und seine Tante gingen. Allerdings verpasst er den Schulbeginn im April, da er aufgrund Risses in seinem linken Lungenflügel ins Krankenhaus eingeliefert wird. Erst im Mai lernt er die Klasse 3-3 und seine neuen Schulkameraden kennen. Schnell bemerkt Koichi, dass in der Klasse eine seltsame Atmosphäre herrscht, von der auch die Lehrer nicht ausgenommen sind. Seine Mitschüler verschweigen ihm etwas und ein junges Mädchen namens Mei Misaki, die Koichi bereits im Krankenhaus gesehen hat, scheint für die anderen nicht zu existieren. Als er mit ihr reden möchte, antwortet sie ihm zwar, gibt jedoch bizarre Antworten und warnt ihn, ohne genau zu erklären, wovor.

Koichi versucht mehr über Mei Misaki und die Hintergründe zu dem seltsamen Verhalten seiner Mitschüler herauszufinden, stößt jedoch auf eine Mauer des Schweigens. Auch seine Tante Reiko, die durchaus weiß, was mit der Klasse 3-3 los ist, gibt ihm kaum Antworten. Mit Hilfe einer jungen Krankenschwester, die Koichis Vorlieben für Horrorgeschichten teilt, erfährt er, dass an dem Tag, als er Mei im Krankenhaus gesehen hat, ein junges Mädchen gestorben ist, dass ebenfalls Misaki heißt. Von Neugierde getrieben sucht er Kontakt zu Mei und trifft in einem seltsamen Puppenladen auf sie. Dort erzählt Mei ihm von einem Vorfall der 26 Jahre zurückliegt und das Schicksal derjenigen, die die Klasse 3-3 besuchen für immer verändert. Damals kam ein beliebter Schüler ums Leben. Da weder dessen Klassenkameraden, noch die Lehrer den Tod des Jungen verkrafteten, beschlossen sie, dass ihr Freund niemals gestorben sei und handelten so, als existiere er noch. Damit öffneten sie allerdings dem Tod die Türen zur Klasse 3-3, der fortan jährlich unzählige Opfer fordert.

Another Band 2Obwohl Koichi dem Ganzen zu Beginn kaum Glauben schenkt, fordert der Fluch schon bald sein erstes Todesopfer. Und dies scheint nur der Anfang zu sein, heißt es doch, dass monatlich weitere Schüler und nähere Verwandte sterben werden, sobald die Katastrophe erst einmal begonnen hat …

Eigene Meinung:
Der Manga „Another“ basiert auf dem gleichnamigen Roman von Yukito Ayatsuji, der so populär wurde, dass er neben der 4-bändigen Mangaadaption auch einen 12-teiligen Anime, sowie einen Realfilm nach sich zog. Die Geschichte ist spannend und reißt den Leser schon auf den ersten Seiten mit sich. Auch die Charaktere sind interessant und bieten viel Raum für Spekulationen. Mei Misaki wirkt ein wenig stereotyp, da man diese Art von Figur öfters in Mystery- Mangas findet, insbesondere wegen ihrer Augenklappe und ihrer besonderen Fähigkeiten. Nichtsdestotrotz passt sie gut zu Koichi, der ein normaler, japanischer Teenager ist. Auch die Nebencharaktere, die im Laufe der zeit mehr Tiefe und Spielraum bekommen, fügen sich gut in die Handlung ein und sind problemfrei nachvollziehbar.

Zeichnerisch ist „Another“ sehr gut. Hiro Kiyohara, von der bereits Mangas wie „Kizu“ oder „Tsumitsuki“ bei EMA erschienen sind, hat einen sehr sicheren, schönen und detaillierten Stil. Sie versteht es sowohl die Figuren passend in Szene zu setzen, als auch Hintergründe, schwierige Perspektiven und Bewegungen. Da sie oft mit harten schwarz/weiß- Kontrasten und dunkler Rasterfolie arbeitet, gibt sie „Another“ eine sehr düstere, beklemmende Atmosphäre. Zusätzlich werden oft die Augen und in Schatten liegende Gesichter gezeigt, die ebenfalls zur unheimlichen Geschichte passen.

Insgesamt ist „Another“ ein Muss für alle Mystery-, Thriller- und Horrorfans. Wer Hiro Kiyohara von ihren anderen Werken kennt, weiß dass es zeichnerisch nichts auszusetzen gibt. Auch die Geschichte und die unterschiedlichen Charaktere von Yukito Ayatsuji sind sehr interessant und faszinierend. Somit lässt sich„Another“ nur schwer aus der Hand legen, wenn man mit dem Lesen angefangen hat. Sehr zu empfehlen …

© Koriko

Another: © 2010 Yukito Ayatsuji / Hiro Kiyohara , Kadokawa Shoten Co., Ltd. / EMA

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Alive

Name: Alive
Englischer Name:
Originaltitel: Alive
Herausgebracht: Japan: Shueisha 1999
Deutschland: Carlsen 2008
Mangaka: Tsutomu Takahashi
Bände: Einzelband
Preis pro Band: 8,50 €

AliveStory
„Alive“ beginnt im Todestrakt eines Gefängnisses – dem Ort, an dem zum Tode Verurteilte auf ihre Hinrichtung warten. Auch Tenshu Yashiro gehört zu diesen Todeskandidaten. Aus Rache für die Vergewaltigung seiner Freundin Misako tötete er deren Peiniger. Später wurde er auch für den Tod Misakos zur Rechenschaft gezogen und schließlich zum Tode verurteilt. Wochenlang wartete er auf den Tag seiner Hinrichtung. Während dieser Zeit machte er sich besonders durch gute Führung und ein gutes Verhältnis zu allen Insassen und Bediensteten der Strafanstalt einen Namen. Bereit, für seine Vergehen zu büßen, macht ihm weniger das Sterben als vielmehr der Zustand nach seinem Tod zu schaffen…

Eines Tages wird Yashiro endlich zu seiner letzten Reise abgeholt. Nach einem abschließenden Gespräch mit dem Gefängnisdirektor macht sich der Todeskandidat letztendlich bereit. Doch zu seiner Verwunderung wird er nicht zum Henker abgeführt. Stattdessen bringt man ihn zu zwei seltsamen Personen – einem intelligent aussehenden Mann und einer hübschen Frau – in ein abgeschottetes Zimmer. Dort unterbreiten die beiden Yashiro ein unglaubliches Angebot: Sie könnten seine Hinrichtung absagen lassen, wenn er sich im Gegenzug bereit erklärt, mit ihnen zu kommen. Auch wenn ihm die ganze Sache äußerst suspekt vorkommt, siegt Yashiros Überlebenswille. Er unterschreibt ein Formular, das ihm alle Bürgerrechte aberkennt und verlässt zusammen mit seinem ehemaligen Mitgefangenen Gondo das Gefängnis. Sie werden in ein Forschungslabor gebracht und dort in einem monoton wirkenden Raum eingesperrt. Ihnen soll es an nichts fehlen, nur manche Dinge sind verboten – so darf zum Beispiel der Raum nicht verlassen werden, Uhren oder andere Gegenstände, die Zeitgefühl vermitteln, sind untersagt. Abgesehen davon mangelt es den beiden Ex-Todeskandidaten an nichts und sie haben vor allen Dingen ihr Leben geschenkt bekommen…

Die Tage vergehen zögerlich. Während Gondo sich dem Alkohol hingibt, überlegt sich Yashiro, was durch diese Prozedur erreicht werden soll, kann sich aber keinen Reim darauf machen. Eines Tages kommt es zu einem merkwürdigen Vorfall. Plötzlich wird ein Vorhang an einer Seite des Raumes geöffnet, in dem sich Gondo und Yashiro befinden. Dahinter befindet sich ein weiterer, ähnlicher Raum, in dem man eine hübsche junge Frau beim Duschen beobachten kann. Unvermittelt beginnt diese ein Gespräch mit den faszinierten Männer und macht ihnen ein unglaubliches Angebot: Einer von ihnen darf zu ihr kommen und mit ihr Spaß haben – sofern er vorher seinen Mitbewohner tötet. Der gewalttätige und sexuell ausgehungerte Gondo sieht gleich seine Chance gekommen und kann sich nur schwer zügeln, zumal von diesem Moment an Psycho-Tricks an den beiden Männer durchgeführt werden, um deren Emotionen noch zu verstärken, wie zum Beispiel die Einleitung des Duftes aus dem Nachbarzimmer.

Yashiro und Gondo wissen nicht, dass sie bereits mitten in einem Experiment stehen, aus dem es für sie kein Entkommen mehr gibt und dass ihr „Leben“ nur als Versuchsobjekt sieht…
Doch was hat das Mädchen im Nachbarzimmer damit zu tun und was planen die Wissenschaftler, die die beiden Todeskandidaten „gerettet“ haben, wirklich?

Eigene Meinung
„Alive“ ist ein One-Shot von Tsutomu Takahashi, der zumindest zunächst den Anschein erweckt aus einer neuen Perspektive geschrieben zu sein – aus der eines Todeskandidaten in der Todeszelle. Auch die Umstände zu Anfang des Bandes – die mysteriöse „Rettung“ Yashiros, die Unterbringung in einem seltsam abgeschotteten Raum zusammen mit einem gewalttätigen Mörder ohne jegliche Erklärung – erscheint auf den ersten Blick einmal neu und schürt auch die Erwartungen der Leser an die Story, die jedoch nicht verwirklicht werden. Mit der Zeit werden die wahren Absichten der Wissenschaftler und deren Hintermänner offenbart, die wiederum so gar nichts mit dem zu tun, was man erwartet. Stattdessen geht die Story in Richtung der altbekannten Grusel-Geschichten aus Japan. Dies ist sehr enttäuschend, zumal diese Handlung auch nicht an andere dieses Genres heran kommt und das Ergebnis am Ende nur allzu erschließbar ist.

Daneben bekommt der Leser noch Einblick in die Gefühlswelt des Protagonisten und dessen Schuldgefühlen im Bezug auf seine nun tote Geliebte Misako. Die Wahrheit scheint umso erschreckender, als dass sie überraschend ans Licht kommt. Zusammenfassend kann man sagen, dass bei der Grundhandlung von „Alive“ viel Potenzial dadurch verschenkt wurde, dass man versucht hat, sich an anderen Szenarien zu orientieren und nicht auf der neuen Linie blieb.
Auch der Zeichenstil ist nichts Besonderes. Fans des Horror-Genres könnten sich allerdings evt. einen netten Nachmittag mit diesem Band machen.

© Rockita

Alive: © 1999 Tsutomu Takahashi, Shueisha / Carlsen

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200g Hack

Name: 200g Hack
Englischer Name:
Originaltitel: 200g Hack
Herausgebracht: Deutschland: Schwarzer Turm 2006
Mangaka: Katharina Niko / Gina Wetzel / Heike Rossmann / Dennis Mahring / Annelie Kretzschmar / Sitha Reis / Jean Beißel / Melanie Fey / René Scheibe / Han Le / Verena Borowksi / Harald Kuhn / Elizaveta Porodina
Bände: Einzelband
Preis pro Band: 6,50 €

200g Hack„200g Hack“ ist der zweite Band der „Turm Manga Spezial“. 12 deutschsprachige Künstler sind hier mit ihren Geschichten vertreten, die nichts für sanfte Gemüter sind, denn „200g Hack“ enthält Geschichten die gruselig, makaber, verstörend und auch tragisch sind.

Lieblose Augen von Katharina „Tokala“ Niko
Helena wandelt durch den Wald. Sie möchte nur noch an das Ufer gelangen, das schon in Sichtweite ist. Sie hat Angst. Denn immer wenn man friert und sich nicht umdrehen kann sind die Monster da, sie fragt sich wohin man gehen kann wenn man sich so fühlt und am liebsten die Augen immer geschlossen halten möchte. Dann trifft sie auf Eneas, einem freundlich scheinenden Mann, der ihr helfen möchte..

„Lieblose Augen“ versprüht eine leicht gruslige Atmosphäre. Man folgt Helena, man weiß nicht welches Monster sich hinter dem nächsten Baum verbirgt. Das einzige was man machen kann ist weiterblättern und sich von der Geschichte fesseln lassen.

Hexe! von Gina „Tanuki-chan“ Wetzel
Erzählt in Bildern von einem Mädchen das als Hexe gejagt und zeigt wie dieses zur Hexe wird.

Gina zeigt uns hier wie eindrucksvoll wenige Bilder sein können. „Hexe!“ ist eine Kurzgeschichte ohne Worte, die trotzdem Bände spricht.

Der Totengräber von Heike „Nobody“ Rossmann
Igor verdient sein täglich Brot mit dem Tod anderer, er ist Totengräber, lebt auf dem Friedhof und verscharrt den Tag über die menschlichen Reste seiner Kunden. Doch eines Tages fühlt Igor sich beobachtet, von einem kleinen Männchen, das nicht gehen will…

„Der Totengräber“ erinnert an ein altes Märchen. Die Gedichtform, die Zeichnungen und auch das Ende mit einer makaberen Moral, machen diese Geschichte auf Anhieb sympathisch.

Atropos von Dennis „Remainaery“ Mahring
„Atropos“ handelt von einem König der seine aufständischen Untertanten blutig zurechtweisen will, welchem Stand sie angehören. Dann erscheint eine junge Frau die dem König in klaren Worten sagen möchte, dass er nicht länger so handeln wird…

Die Geschichte verbirgt ihre Grausamkeit in der Schönheit einer jungen Frau die zur Vollstreckerin des Todes wird. „Atropos“ selbst ist ebenfalls wunderschön gezeichnet und ein wahrer Schmaus in Sachen Story und Ansehnlichkeit.

Rats! Von Annelie „Gabriel_deVue“ Kretzschmar
Samantha ist bedrückt. Heute fällt die Schule aus. Doch nicht einmal der „Versagerclub“ weiß, dass sie sich als Schuldige dafür sieht. Sie hätte Ed zurückhalten können, als der ihr sagte wer die Kinder tötet. Doch sie wollte nur nachlesen, als er sagte es liege an der Hameln-Satire, mit der Katze und dem Rattenkönig. So zog er alleine los, und kam nie zurück…

„Rats!“ versprüht von der ersten Zeile an eine mulmige Stimmung, hinter jeder Ecke könnte ES lauern. Man fiebert mit dem Versagerclub um ihr Leben. Wer bereits Angst vor Ratten hatte, sollte „Rats!“ nicht alleine lesen.

Lieb Phantasai von Sitha „Kanathos“ Reis
Perfekt sein. Das wünscht sich jeder Mensch. Aber eine Puppe als Tochter? Das missfällt Sophies Eltern sehr, sie wollen nichts anderes als dieses Kuckuckskind zerstören.

„Lieb Phantasai“ muss man auf sich wirken lassen, denn eine Beschreibung gibt einem wenig von der Geschichte wieder, ein Werk das man gelesen haben sollte.

Kuro Tento von Jean „Rune“ Beißel
„Kuro Tento“ zeigt das Zirkusleben einer „Neuen“. Auch diese Kurzgeschichte sticht durch interessantes Artwork und wenig Text hervor. Bei mir hat es die Erinnerungen an früher geweckt, als ich Angst hatte der Feuerspucker würde das Zirkuszelt anzünden…

Das hässliche Kind von Melanie „Ramirez“ Fey
Melanie besitzt den wirklich außergewöhnlichsten Zeichenstil in „Hack“, so erstarrten schon einige Leser alleine beim Anblick der Zeichnungen vor Angst und Ehrfurcht. Auch wenn es auf den ersten Blick etwas wirr scheint ist „Das hässliche Kind“ ebenfalls alles andere als eine normale Geschichte und auf keinen Fall mit einer Anekdote auf das „Hässliche Entlein“ gleichzusetzen.

Tantengulasch von Schluse und Han „Monkey_hero“ Le
Jan wollte eigentlich mit seinen Freunden in den nahe gelegenen CD-Laden gehen, doch dazu kommt es nicht. Seine Mutter schickt den Jungen zu seiner kranken Tante. Genervt muss er von Untermuggsdorf noch zwei Kilometer bis zum Haus seiner Tante wandern. Sein Onkel öffnet die Tür, vom Tantchen und dem Cousin keine Spur, zu Mittag gibt es Gulasch…

Wie man sich beim Titel schon denken kann gibt es in „Tantengulasch“ kein normales Gulasch zu essen, sondern es muss mit dem schlimmsten gerechnet werden. Der Zeichenstil wirkt dennoch recht entspannt bis witzig, bis zum Ende, wäre da nicht der grausame Zusammenhang.

Zerbrechliche Beziehung von Verena „Marchhare“ Borowksi
Erinnert an Scherenschnitte von früher, es leiten bizarr wirkende Figuren durch die Geschichte eines Mannes, der verzweifelt ist. Kaum hat ein so außergewöhnlicher Zeichenstil mich so fasziniert. Auch hier wieder: Lesen und wirken lassen.

Inversion von Harald „Don Toraneko“ Kuhn
Myumi lernt im Chat jemanden kennen, der ihre Leidenschaft, die Schmetterlinge, mit ihr teilt. Doch dieser Herr sammelt nur Lebendige Exemplare. Wie? Nun, Schmetterlinge lieben Blut…

„Inversion“ kann man nicht beschreiben, man muss die Geschichte lesen. Bei einer Beschreibung würde man zu viel vorweg nehmen. Man bekommt jedenfalls ein mulmiges Gefühl wenn man kurz danach wieder in einen „harmlosen“ Chatroom geht.

Illustrationen von Elizaveta „Alice Litwin“ Porodina
Ihre „Illustrationen“ sind ganz und gar in „Hack“ verteilt, es sind Bilder die Geschichten erzählen, die trotz der fehlenden Worte nichts für schwache Nerven sind.

Eigene Meinung
„200g Hack“ ist einigen vielleicht unter dem Arbeitstitel „Angstfabrik“ bekannt, so wurde das Projekt vorläufig genannt bis sich der interessante, als auch erst komisch wirkende Name „200g Hack“ durchgesetzt hat. Herausgeberin ist Annelie Kretzschmar alias Gabriel_deVue.

Annelie beschreiben wir daher hier etwas genauer. Sie wurde im November des Jahres 1984 geboren und ist wohnhaft in Berlin. Horrorfilme ziehen sie magisch an, auch wenn sie beim Anschauen unter den Kinosessel kriechen mag. Sie hat 2002 angefangen zu zeichnen, dazu benutzt sie u.a. Aquarellfarbe, Radiographen, Pigmentliner und ihr Graphic Tablet. Ihre Zeichnungen werden größtenteils von einer dunkleren Atmosphäre dominiert, aber auch detailverliebte Betrachter werden gefallen an ihren Bildern finden.

Die anderen Künstler besitzen je einen selbst gestalteten Kurzsteckbrief in „Hack“, dort sind Fakten wie ihre Ängste, Lieblingsdinge, Filme und anderes zu finden.

Das „gute Stück“ wie es von einigen der Zeichner liebevoll genannt wird, ist allerdings nichts für schwache Nerven und daher nicht für die zartbesaiteten Leser zu empfehlen und schon gar nicht vor dem Schlafen gehen. Wer allerdings auf anspruchsvollere Kost gut zu sprechen ist, ist mit „200g Hack“ sehr gut beraten und wird sicherlich schnell in das Buch verliebt sein.

Es hat mir sehr gut gefallen und verspricht kurzweilige Unterhaltung mit garantiertem Gruselfaktor.

© Seiji

200g Hack: © 2006 Schwarzer Turm

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