Hide and Seek

Name: Hide and Seek
Englischer Name: Hide and Seek
Originaltitel: Himegoto Asobi
Herausgebracht: Japan: Kadokawa Shoten 2012
Deutschland: EMA 2015
Mangaka: Yaya Sakuragi
Bände: 3 Bände
Preis pro Band: 7,50 €

Hide and Seek-Band 1Story:
Der alleinerziehende Vater Tanihara lebt ein eher überschaubares, langweiliges Leben. Er unterhält einen Tante-Emma-Laden, kümmert sich um seine kleine Tochter Chi und lässt sich selten ernsthaft auf Beziehungen ein. Das ändert sich, als sich Chi eine Erkältung fängt und Tanihara Doktor Saji kennenlernt, der trotz seines stoischen, emotionslosen Gesichtsausdrucks als Kinderarzt praktiziert und in seinem Laden Süßigkeiten und Kinderspielzeug gekauft hat. Taniharas Neugier ist geweckt, insbesondere als Saji ihm offen gesteht homosexuell zu sein und der Ladenbesitzer genau in sein Beuteschema fällt. Als sie kurz darauf miteinander ins Bett fallen, muss Tanihara sich eingestehen, dass ihm der Sex mit Saji außerordentlich gut gefällt. Schnell entwickelt sich zwischen den beiden eine seltsame Beziehung, die schon bald Taniharas laxe Lebenseinstellung über den Haufen wirft …

Eigene Meinung:
Mit dem 3-bändigen Manga „Hide and seek“ veröffentlicht EMA einen Wunschtitel der Zeichnerin Yaya Sakuragi, die in Deutschland durch ihre Werke „Lieber Lehrer“ und „Teatime Lovin‘“ bekannt geworden ist. Der vorliegende Manga ist ein Spin-Off der Serie „Yume Musubi Koi Musubi“, die es aufgrund des kindlichen Aussehens des Hauptcharakters bisher leider nicht nach Deutschland geschafft hat.

Der Manga handelt von der Beziehung des Ladenbesitzers Tanihara zu dem Arzt Saji; zwei Männer, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Während Tanihara wenig für Beziehungen und feste Partner übrig hat und sehr locker in den Tag hineinlebt, legt Saji Wert auf gegenseitigen Respekt und ist daher wesentlich ernster, direkter und bodenständiger. Durch diese Unterschiede entwickelt sich eine unterhaltsame Rahmenhandlung, da Tanihara erstmals auf eine Person trifft, die er nur schwer einschätzen kann und beide Männer die Grenzen des jeweils anderen austesten. Zudem erwartet den Leser im Laufe der Zeit die eine oder andere Überraschung, da Yaya Sakuragi darauf verzichtet, die Geschichte allzu geradlinig zu erzählen. Das hebt den Manga, trotz alltäglicher Handlung, ein wenig aus der breiten Masse heraus und sorgt dafür, dass man „Hide and Seek“ nicht so schnell vergisst, wie andere Boys Love Mangas.

Hide and Seek Band 2Wie bereits erwähnt sind die Charaktere der Hauptgrund, warum man „Hide and Seek“ nicht so schnell aus der Hand legen kann. Sie sind recht individuell und entsprechen nur teilweise den üblichen Boys Love Charakteren. Dank seiner laxen, gelangweilten und launischen Art ist Tanihara in keiner Form mit den typischen „Uke“ der gängigen BL Mangas zu vergleichen – er weiß genau was er will, versucht es in erster Linie seine Neugier zu befriedigen und kennt dabei keinerlei Hemmungen. Saji im Gegenzug ist eher ruhig, bodenständig und zumindest nach außen hin emotionslos – nicht unbedingt der starke, fordernde Seme, der in der Beziehung „die Hosen anhat“. Dieser Bruch mit den Klischees kommt „Hide and Seek“ in vielerlei Hinsicht zu Gute und sorgt für Spannung.

Optisch ist „Hide and seek“ gut gelungen, insofern man den recht klobigen, kantigen Stil der Mangaka mag. Auch sollte man darüber hinwegsehen, dass die Zeichnungen manchmal etwas steif und emotionslos wirken. Das liegt vor allem an den harten Gesichtszügen und langen Gliedmaßen, die nicht so ganz zum restlichen Körper passen. Doch daran gewöhnt man sich schnell, so dass man über anatomische Schwächen schnell hinwegsehen kann. Zudem kommen Fans expliziterer Mangas auf ihre Kosten: Yaya Sakuragi gibt sich unerwartet freizügig, denn es geht mehr als einmal etwas heftiger zur Sache.

„Hide and Seek“ ist ein gelungener Boys Love Manga, der in erster Linie mit ungewöhnlichen Hauptfiguren und einer interessanten Liebesgeschichte punkten kann. Yaya Sakuragis Zeichnungen sind zwar Geschmackssache, doch sobald man sich an ihren kantigen Stil gewöhnt hat, kann man den Manga nur schwer aus der Hand legen. Wer ungewöhnliche Geschichten und Charaktere mag, sollte zugreifen – es lohnt sich.

Hide and Seek: © 2012 Yaya Sakuragi, Kadokawa Shoten / EMA

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Demon King Camio

Name: Demon King Camio
Englischer Name:
Originaltitel: Demon King Camio
Herausgebracht: Deutschland: EMA 2015
Mangaka: CHASM
Story: Michel Decomain
Zeichnungen: Marika Herzog
Bände: 1 Band, wird fortgesetzt
Preis pro Band: 7,00 €

U_8617_1A_EMA_DEMON_KING_CAMIO_01.IND75Story:
Nachdem Camio seinen Bruder Belial aus den unterirdischen Gefängnissen befreit hat, gewährt letzterer dem überdrehten Dämonenlord ein Jahr, um die Freuden der Menschenwelt zu genießen. Anschließend will er seinen Feldzug gegen den Himmel in die Tat umsetzen, mit dem Ergebnis auch die Menschenwelt zu vernichten. Gegen diese Pläne haben nicht nur Luzifer und der Himmel etwas, sondern auch Terry und Luna, deren Seele inzwischen durch einen Pakt an Camio gefesselt ist. Sie beschließen etwas gegen Belial zu unternehmen, wobei Camio sogar der Rang eines Demon Kings angeboten wird. Leider sorgt der quirlige Dämon in all dem Chaos eher für Chaos und Verwüstung, als Belial wirklich aufzuhalten …

Eigene Meinung:
Mit „Demon King Camio“ von Chasm geht die Geschichte um Camio in die zweite Runde – dieses Mal erwartet den Leser eine umfangreichere Geschichte, da diese nicht auf einen Einzelband ausgelegt ist. Stattdessen darf sich der Autor Michel Decomain dieses Mal mit zwei Bänden austoben. Gezeichnet wurde „Demon King Camio“ von Marika Herzog, die in der Mangaszene keine unbekannte Größe ist: Mit „Grimoires“ erschien ihr vierbändiges Debüt beim Comic Culture Verlag, Carlsen brachte 2008 den Chibi „Legacy of the Ocean“ heraus.

Die Geschichte setzt dort an, wo „Demon Lord Camio“ endete und wird genauso chaotisch und übertrieben mangahaft fortgesetzt. Während die Ursprungsgeschichte durchaus unterhaltsam und erfrischend war, kann die Fortsetzung leider nur schwer überzeugen. Die Handlung geht in einer Unmenge an Slapstick und Comedy unter, so dass es schwer fällt den roten Faden zu finden und ihm zu folgen. Nahezu alles wird übertrieben dargestellt, sei es Camios Mangasucht und die Reaktionen der Menschen auf die bevorstehende Katastrophe, als auch die „gefallene-Engel-Therapie“ und die damit verbundene Beschwörung von Hubertus. Mit der Zeit sind die flachen Witze und die Slapstick-Elemente, die in „Demon Lord Camio“ noch unterhaltsam und erfrischend anders waren, nur noch langweilig und nervend. So ist es kaum verwunderlich, das man nach der Lektüre nicht mehr weiß, worum es eigentlich ging. Die kaum vorhandene Handlung plätschert an einem vorbei; es gibt zwar Action- und Kampfszenen, doch am Ende merkt man, dass erschreckend wenig passiert ist. Die Geschichte wird weder vorangetrieben noch schient sie überhaupt vorhanden zu sein, was eine Inhaltszusammenfassung des Mangas fast unmöglich macht.

Auch die Charaktere können dieses Mal nicht überzeugen – Camio nervt mit seiner Arroganz, Unwissenheit und Egoismus wesentlich mehr als in „Demon Lord Camio“. Er macht fast nichts Camio#3_var.inddmehr außer Mangas lesen, unreife Entscheidungen treffen und sein Fähnchen nach dem Wind zu hängen. Auch die übrigen Figuren bleiben blass: sei es Luna, die als Dämonin die Ausbildung von Camios Truppen übernehmen soll, Terry, der von einem Wutanfall in den nächsten rutscht oder das Dämonen-Engel-Duo Paimon und Barachiel, die entweder betrunken sind oder sich streiten. Weder entwickeln sich die Figuren weiter, noch treiben sie die Handlung nennenswert voran. Sie scheinen nur für Comedy und Slapstick zur Verfügung zu stehen, was die meisten Charaktere zu Witzfiguren degradiert.

Zeichnerisch bewegt sich auch „Demon King Camio“ auf einem qualitativ hohem Niveau. Marika Herzog versteht ihr Handwerk, bringt sowohl Comedy und Slapstick, als auch Action und SD-Figuren überzeugend zu Papier. Die Charaktere sind stark mangahaft dargestellt, doch wer genau diesen Stil mag, wir bei Marika herzog voll auf seine Kosten kommen. Zudem gibt es für Fans der deutschen Szene etliche Hints zu entdecken, die jedoch im Laufe der Zeit fast negativ auffallen, da derartige Elemente zu oft eingesetzt werden: seien es die Mangas deutscher Zeichner, die Camio liest oder das typische Animexx-Symbol auf dem T-Shirt des Dämons: wer aus der Szene kommt, entdeckt in „Demon King Camio“ so einiges.

„Demon King Camio“ reicht leider überhaupt nicht an das Original „Demon Lord Camio“ heran, was vor allem an der mauen Geschichte, den unzähligen Comedy-Elementen und den mangahaften, nervenden Charakteren liegt. Es passiert einfach nichts – ein Kalauer jagt den nächsten und am Ende sucht man vergeblich nach dem roten Faden innerhalb der Geschichte Einzig die Zeichnungen können überzeugen, ist Marika Herzogs Stil gewohnt sicher und ausgereift. Dennoch kann sie nicht über die übertriebene, ereignislose Geschichte hinwegtäuschen, so dass „Demon King Camio“ nur extremen Fans der Künstlerin oder des Originalmangas zu empfehlen ist. Wer „Demon Lord Camio“ nur bedingt mochte und wer sich eine solide Fortsetzung erhofft hat, wird enttäuscht – schade man hätte wesentlich mehr herausholen können.

Demon King Camio: © 2015 CHASM / EMA

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Bloody Mary

Name: Bloody Mary
Englischer Name:
Originaltitel: Bloody Mary
Herausgebracht: Japan: Kadokawa Shoten 2014
Deutschland: Tokyopop 2015
Mangaka: Akaza Samamiya
Bände: 10 Bände
Preis pro Band: 6,95 €

Bloody Mary Band 1Story:
Während sich der Vampir Bloody Mary nach dem Tod sehnt, jedoch weder Feuer, Pflöcke und heilige Symbole sein Ende bedeuten, will der Priester Ichiro Rosario di Maria leben. In Anbetracht der Tatsache, dass nahezu jeder Vampir nach seinem Blut lechzt und ihn tot sehen will, ist es nicht so einfach, die Nächte durchzustehen. Da hilft auch nicht die Tatsache, dass er einer der mächtigsten Exorzisten sein soll, da in ihm das Erbe der Marias schlummert. Doch gerade dieses Erbe veranlasst Bloody Mary den jungen Priester aufzusuchen und um seinen Tod zu bitten. Für Ichiro öffnen sich neue Perspektiven und er bietet dem Vampir einen Deal an: Bloody Mary soll ihn vor Vampiren beschützen, bis er genug über den Exorzismus in Erfahrung gebracht hat, um Mary zu töten. Dabei ahnt er nicht, dass es Menschen gibt, die verhindern wollen, dass Ichiro jemals den Exorzismus erlernt und mehr über die dunklen Geheimnisse seines Erbes in Erfahrung bringt …

Eigene Meinung:
„Bloody Mary“ stammt von der Mangaka Akaza Samamiya, die mit dem 2-bändigen Manga „Vogelkäfig Syndrom“ in Deutschland bekannt geworden ist. Dieses Mal versucht sich die Künstlerin an einem düster-fantastischen Setting und entführt den Leser in die Welt der Vampire.

Die Grundidee ist nur bedingt etwas Neues, bietet jedoch eine Menge Potenzial für Spannung, Mysterien und Dramatik, da zum Ende des ersten Bandes etliche Fragen aufgeworfen werden, die mehr versprechen als die üblichen Vampirgeschichten. Zudem sind die Charaktere interessant und es macht Spaß das ungleiche Paar Ichiro und Mary zu begleiten. Allzu viel Charakterentwicklung darf man im ersten Band nicht erwarten, doch es zeichnet sich ab, dass man noch viele Geheimnisse entdecken kann. Inwieweit „Bloody Mary“ dem Boys Love Genre zugordnet werden kann (was Tokyopop ja mit ihrer Genreeinteilung impliziert), bleibt abzuwarten – Band 1 bietet den Boys Love Fans kaum mehr als Andeutungen, wenn überhaupt. Da der Verlag bereits in der Vergangenheit häufig das Label Boys Love Bloody Mary Band 2auf Shojo Mangas gepackt hat, sollte man bei „Bloody Mary“ nicht zu viel erwarten.

Wie bereits erwähnt sind die Charaktere sympathisch und wissen durchaus zu gefallen – Ichiro wirkt sehr kühl und unnahbar, Mary zumeist recht kindlich und verzweifelt. Dadurch ist letzterer der mächtige Vampir nur schwer abzunehmen, insbesondere da man nichts über ihn und seine Vergangenheit erfährt. Es bleibt zu hoffen, dass Akaza Samamiya in den kommenden Bänden Licht ins Dunkel bringt und die Geheimnisse um Bloody und Ichiros Erbe offenbart. Gerade der junge Priester könnte an Reife und Stärke gewinnen, denn auch er bleibt relativ blass.

Zeichnerisch gibt es wenig zu beanstanden. Akaza Samamiya hat einen sehr schönen, feinen Stil, der fast ein wenig ätherisch wirkt. Sowohl die Männer, als auch die rauen sind sehr filigran gezeichnet, die typischen Bishonen/Bishojo. Der Schwerpunkt liegt deutlich auf den Figuren, Hintergründe kommen daher eher spärlich vor, ebenso wirklich Actionszenen. Akaza Samamiya ist vorwiegend im Shojo Genre zuhause, dementsprechend sind auch ihre Zeichnungen, gleich ob farbig oder schwarzweiß, eher mangahaft gehalten und bestechen durch einige SDs und Chibis.

„Bloody Mary“ ist ein schöner Einstieg in Akaza Samamiyas neustes Werk. Der Manga besticht durch eine interessante Geschichte, die eine Menge Fragen aufwirft und wunderschöne Zeichnungen. Die Figuren sind zwar noch etwas blass, haben aber durchaus Potenzial und könnten der Handlung einige spannende Wendungen bescheren. Ob Akaza Samamiya die offenen Möglichkeiten nutzt und ob „Bloody Mary“ tatsächlich ins Boys Love Genre passt, bleibt abzuwarten – Vampirfans, Shojo-Liebhaber und Freunde von unheimlicher Mystery sollten einen Blick riskieren.

Bloody Mary: © 2014 Akaza Samamiya, Kadokawa Shoten / Tokyopop

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Koitomo!?

Name: Koitomo!?
Englischer Name:
Originaltitel: Koitomo!?
Herausgebracht: Japan: Core Magazine 2013
Deutschland: EMA 2015
Mangaka: Yuu Moeagi
Bände: Einzelband
Preis pro Band: 7,50 €

KoitomoStory:
Seit einigen Wochen sind der schüchterne, oftmals missverstandene Tokiwa und er forsche, leicht sadistische Haruka ein Paar. Für Tokiwa ist es der erste Versuch einer Beziehung, doch bereits der erste Versuch miteinander intim zu werden, scheitert an der Unsicherheit des Studenten: er ist nicht in der Lage seine Gefühle zu zeigen, was Haruka zu dem Entschluss bringt, ihre Beziehung für eine Weile auf Eis zu legen. Tokiwa soll erstmal herausfinden, ob er überhaupt mehr als Freundschaft für den anderen empfindet. Dass er bereits einen Plan hat, um Tokiwa endgültig in seine Arme zu treiben, ahnt letzterer nicht und so nimmt das Gefühlschaos seinen Lauf …

Eigene Meinung:
Mit „Koitomo“ legt EMA den Spin-Off der im letzten Jahr erschienenen Mangareihe „Katekyo“ vor. Dieses Mal stehen Tokiwa und Haruka im Zentrum, die in einer Extrastory in Band 3 der beliebten Boys Love Reihe von Yuu Moegi erstmals ihren Auftritt hatten und zusammenkamen. In „Koitomo“ wird die Geschichte er ungleichen Studenten fortgeführt.

Inhaltlich bietet „Koitomo“ solide Boys Love Kost, die mit den üblichen Handlungsbögen und Charakteren daher kommt, wenngleich zumindest Tokiwas emotionslose, nüchterne Art erfrischend anders ist, als die üblichen Boys Love Charaktere. Er fällt ein wenig aus dem Rahmen, da er sich nur schwer ausdrücken kann und zumeist im Hintergrund bleibt. Dennoch schließt man ihn schnell ins Herz, im Gegenzug zu Haruka, den man nur schwer liebgewinnen kann. Dafür ist er zu berechnend und sadistisch, so dass es dem Leser schwer fällt die beiden ungleichen Männer überhaupt als paar zu sehen. So fragt man sich, das Tokiwa überhaupt so sehr an Haruka schätzt, denn letzterer tut sich selten positiv hervor. Das zeigt sich in der recht stereotypen Geschichte, die durch Harukas leicht perfides Spiel vorangetrieben wird. Letztendlich ist „Koitomo“ eine Beziehungsgeschichte, in der man die Charaktere aus dem Oneshot ein wenig besser kennenlernt. Wirklich viel Neues darf man nicht erwarten – die Geschichte ist recht vorhersehbar und letztendlich geht es nur um das Eine.
Wer die beiden Helden aus „Katykyo“ vermisst – Rintaro und sein Freund Keade bekommen natürlich ein paar Auftritte und dürfen Tokiwa und Haruka mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Stilistisch bewegt sich „Koitomo“ auf hohem Niveau. Yuu Moegi hat einen sehr detailverliebten Zeichenstil, der sich sowohl bei den Figuren, als auch den Hintergründen zeigt. Auch die Erotikszenen sind sehr aufwendig und detailliert, so dass Fans expliziterer Mangas durchaus auf ihre Kosten kommen. In Kombination mit den gelungen Farbillustrationen bekommt man mit „Koitomo“ einen Manga, der sich optisch auf hohem Niveau bewegt. Einzig der recht hohe Preis von 7,50€ für knapp 150 Seiten erscheint zu hoch – hier stimmt das Preis/Leistungsverhältnis einfach nicht mehr.

„Koitomo“ ist eine nette Side-Story zu „Katekyo“, die sich Fans von Yuu Moegi nicht entgehen lassen sollten, wenngleich der Manga preislich zu weit oben angesiedelt ist. Wer die ungewöhnlichen Figuren mag und wissen möchte, wie die Geschichte von Tokiwa und Haruka weitergeht, kommt um „Koitomo“ nicht herum; Leser, die die 4-bändige Mangareihe „Katekyo“ nicht kennen, sollten sich zunächst die Geschichte von Rintaro und Keade zu Gemüte führen. Insgesamt ist „Koitomo“ eine nette Ergänzung, mehr aber auch nicht.

© Koriko

Koitomo!?: © 2013 Yuu Moegi, Cotre Magazine / EMA

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Liebe unter einem Dach

Name: Liebe unter einem Dach
Englischer Name:
Originaltitel: Hatsukoi
Herausgebracht: Japan: Shinshokan 2013
Deutschland: EMA 2015
Mangaka: Kakine
Bände: Einzelband
Preis pro Band: 7,50 €

Liebe unter einem DachStory:
Seitdem Azuma das „Hatsu Koiwa“ übernommen hat, setzt er alles daran aus dem verfallenen Apartmenthaus ein wohnliches Zuhause für sich und seine Mieter zu machen. Letztere hat er selten, da das Haus als verflucht gilt und niemand länger in einem der Zimmer wohnen will. Als Azuma die Außenfassade des Gebäudes erneuern lassen will, trifft er unerwartet auf seinen Kindheitsfreund Ryuji, den inzwischen das Geschäft seines Vaters übernommen hat. Während Ryuji das Haus zu seinem alten Glanz verhilft, kommen sich die beiden Freunde näher und räumen das ein oder andere Missverständnis aus der Welt.

Mit dem Abschluss der Arbeiten kommen endlich neue Mieter – ein junges, schwules Pärchen, das versucht glücklich zu werden; ein junger Mann, der verzweifelt gegen die Schuldenberge kämpft und sich dabei in den Schuldeneintreiber verliebt und zwei Studenten, die sich noch von der Highschool her kennen und sich irgendwann sehr nahe gekommen sind. Dies sorgt dafür, dass das „Hatsu Koiwa“ bald einen neuen Ruf hat: jeder Mann, der in das Apartmenthaus zieht, verliebt sich in einen anderen Mann …

Eigene Meinung:
„Liebe unter einem Dach“ ist eine Kurzgeschichtensammlung von Kakine, die allesamt im „Hatsu Koiwa“ spielen und lose zusammengehören. Kakine ist deutschen Boys Love Fans bereits ein Begriff – EMA brachte in den letzten Jahren etliche ihrer Werke heraus, z.B. „Touch me Teacher“, „Küsse unterm Regenbogen“ und „Spotlight Lover“. Mit dem vorliegenden Manga bleibt die Zeichnerin sich selbst treu und bietet ihren Fans einige unterhaltsame Kurzgeschichten mit unterschiedlichen Pärchen.

Inhaltlich bietet Kakine vier verschiedene Kurzgeschichten, die sich vorwiegend um Liebe, Beziehung und das Finden von Glück drehen. Die einzelnen Episoden sind durchaus unterhaltsam und abwechslungsreich, können versierten Boys Love Fans jedoch nicht aus der Reserve locken. Kakine bewegt sich in gewohnten Bahnen, erzählt alltägliche Geschichten mit normalen Männern und den üblichen, banalen Problemen. Positiv sticht die Geschichte „Knock Knock Knocking“ hervor, die von dem ruhigen, loyalen Narumi handelt, der die Schulen eines Freundes abarbeitet und dabei dem Schuldeneintreiber Tsuji näherkommt. Ansonsten präsentieren sich dem Leser die üblichen Liebesgeschichten, teils mit Drama, teils mit Comedy, ohne jedoch wirklich in die Tiefe zu gehen. Meistens kratzt Kakine an der Oberfläche oder es bieten sich den Figuren recht schnell Lösungen für ihre großen und kleinen Probleme. Dafür hält sich die Erotik in Grenzen – die Zeichnerin verzichtet auf allzu detaillierte Yaoi-Szenen und begnügt sich mit Andeutungen.

Auch die Charaktere sind recht stereotyp gehalten, entsprechen jedoch glücklicherweise nicht dem üblichen Manga-Klischees. So agierem sich die Männer des „Hatsu Koiwa“ logisch und natürlich, so dass die Geschichten nicht künstlich oder aufgesetzt wirken. Das ist ein großer Pluspunkt, da überdrehte Mangafiguren weder zu den einzelnen Episoden noch zu den schlichen Zeichnungen gepasst hätten.

Stilistisch legt Kakine einen angenehm schlichten, leicht skizzenhaften Manga vor und bleibt damit ihrem leichten, eher realistisch angehauchten Zeichenstil treu. „Liebe unter einem Dach“ besticht durch eine lockere, einfache Strichführung, bei der die Künstlerin auf allzu viele Details und Schnörkel verzichtet. Zwar nutzt sie recht häufig Rasterfolie, doch die Seiten wirken selten überladen oder vollgestopft. Das liegt vor allem daran, dass Hintergründe eher selten vorkommen und Kakine sich vollkommen auf die Figuren konzentriert.

„Liebe unter einem Dach“ ist ein netter Boys Love Manga für Zwischendurch, der vorwiegend für Fans der Mangaka interessant sein dürfte. Die enthaltenen Geschichten bieten kurzweilige Unterhaltung und sind durchaus interessant, bleiben jedoch nur schwer in Erinnerung. Wer Kakines schlichten Stil und realistisch angehauchte Charaktere und Mangas mag, sollte einen Blick riskieren; versierte Boys Love Leser werden bei diesem Werk leider wenig Neues finden.

© Koriko

Liebe unter einem Dach: © 2013 Kakine, Shinshokan Co.,Ltd. / EMA

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Wonderland Love

Name: Wonderland Love
Englischer Name:
Originaltitel: Fushigi ni Kuni de Koi Shiyou
Herausgebracht: Japan: Kadokawa Shoten 2012
Deutschland: EMA 2015
Mangaka: Ryo Takagi
Bände: Einzelband
Preis pro Band: 7,50 €

Wonderland LoveStory:
Zehn Jahre lang haben sich der weiße und der rote König des Wunderlands nicht mehr gesehen, seitdem sich ihre Väter zerstritten und das gemeinsame Bündnis beendet haben. Für Kohaku brach eine Welt zusammen, als Akaza nicht zu seiner Krönungszeremonie erschienen ist, denn dort wollte er dem roten König seine Liebe gestehen. Dementsprechend enttäuscht und verletzt ist er und kann während gemeinsamer Ratssitzungen wegen eines schwarzen Loches im Himmel, nicht über seinen Schatten springen und auf Akaza zugehen. Dennoch kann sich Kohaku der Anziehungskraft des roten Königs nicht entziehen und schon bald kommen sich die beiden näher. Nachdem sie das jahrelange Missverständnis geklärt haben, treten neue Probleme auf: ihre Länder sind noch immer verfeindet, weswegen sie ihre Beziehung geheim halten müssen …

Eigene Meinung:
Mit „Wonderland Love“ erscheint ein Spinoff zu Ryo Takagis Oneshot „Wonderland Date“, der bereits bei EMA erschienen ist. Dieses Mal stehen der weiße und der rote König im Zentrum des Mangas, die in der Geschichte um Arisu und Rihito lediglich am Rande erwähnt werden. Dafür wird auf die beiden Protagonisten aus „Wonderland Date“ nicht eingegangen, lediglich das „Loch im Himmel“ durch das Arisu ins Wunderland gerät, findet Erwähnung.

Inhaltlich bietet Ryo Takagi gewohnte Boys Love Kost, die in den üblichen Bahnen verläuft: ein Missverständnis, jahrelange Abstinenz und ein Zusammenfinden, bei dem sich die Hintergründe aufklären. Viel Abwechslung erwartet den Leser nicht, auch als die beiden zusammen sind und sich vor den Augen ihrer Familien und Bediensteten verstecken müssen. Ansonsten konzentriert sich die Mangaka nur auf die Beziehung zwischen Kohaku und Akaza und lässt alle anderen interessanten Aspekte außen vor. Man erfährt nicht, wie die Verhandlungen bezüglich des Lochs im Himmel ausgehen und welche Maßnahmen ergriffen werden. Dieser Punkt wird einfach vergessen und kommt nicht mehr zum Tragen. Er scheint einzig dafür da zu sein, die beiden Könige zusammen zu führen, spielt aber ansonsten keine Rolle. Damit verschenkt sie nicht nur Potenzial, der Manga wird auch unlogisch und inkonsistent. Da wäre es besser gewesen, Kohaku und Akaza hätten sich im Wald wiedergesehen, der zwischen den Schlössern liegt.

Die Charaktere entsprechen ebenfalls den üblichen Klischees: Kohaku ist der unsicherer, verletzte Uke, Akaza der selbstsichere, undurchschaubare Seme. Bereits nach wenigen Seiten weiß man, wie die Beziehung der beiden abläuft und wer welchen Part übernimmt. Das macht die Geschichte sehr vorhersehbar und langweilig, da die Figuren nicht einmal für Spannung und Überraschungen sorgen. Dieses „Problem“ findet man jedoch häufig bei Werken der Mangaka, so dass es niemanden überraschen sollte.

Zeichnerisch ist „Wonderland Love“ Geschmackssache – wie schon in „Wonderland Date“ besticht Ryo Takagis Stil durch laaaange Oberkörper und Gliedmaßen, so dass die Charaktere oftmals sehr unproportioniert wirken. Das merkt man besonders bei den erotischen Szenen, von denen es im Laufe der Zeit eine Menge gibt. Lediglich die Gesichter sind anatomisch korrekt und sind sehr detailliert ausgearbeitet. Dem Rest, gerade den Hintergründen, wird weniger Zeit gewidmet, so dass „Wonderland Love“ ein wenig schluderig wirkt.

„Wonderland Love“ ist ein weiterer Teil der „Alice im Wunderland“ – Serie von Ryo Takagi, wenngleich es sich dieses Mal kaum Bezüge zu der Original Geschichte gibt. Stattdessen legt sie einen recht flachen, vorhersehbaren 08/15 – Boys Love Manga vor, der nicht so recht überzeugen kann. Die Charaktere sind stereotyp, bei den Zeichnungen gibt es gravierende anatomische Schwächen, die sich seit Jahren in Ryo Takagis Stil gehalten haben. Somit ist „Wonderland Love“ nur etwas für Hardcore-Fans der Mangaka und diejenigen, die nahezu alle deutschen Veröffentlichungen besitzen müssen.

Wonderland Love: © 2012 Ryo Takagi, Kadokawa Shoten / EMA

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Shiny Star

Name: Shiny Star
Englischer Name:
Originaltitel: Shiny Star
Herausgebracht: Japan: Frontier Works 2013
Deutschland: Tokyopop 2015
Mangaka: Nanami
Bände: 1 Band, wird fortgesetzt
Preis pro Band: 6,95 €

Shiny Star Band 1Story:
Seit seinem Debüt in der schwulen Pornobranche geht es für Hikaru steil bergauf – er hat eine Menge Fans, ist gefragt und seine DVDs tummeln sich zumeist an der Spitze des Rankings. Seine Welt gerät ins Wanken, als eines Tages der Newcomer Masaya die Bildfläche betritt und mit Hikaru zusammen einen Porno drehen will. Allerdings will Masaya auf jeden Fall die dominante Rolle übernehmen, was für Hikaru nicht in Frage kommt – sein Vertrag enthält sogar eine entsprechende Klausel, dass er derartige Angebote ablehnen kann. Zwischen den beiden entbrennt rasch ein Machtkampf, der schließlich in einer Wette mündet: Hikaru akzeptiert die Rolle des passiven Parts in einem gemeinsamen Porno, wenn Masayas Debüt auf Platz eins oder zwei des internen Rankings landet …

Eigene Meinung:
Der Manga „Shiny Star“ stammt von der japanischen Mangaka Nanami und ist ein Spin-Off zu dem, bei Tokyopop erschienen Manga „Porno Superstar“. Dieses Mal steht der schwule Pornodarsteller Hikaru im Zentrum der Geschichte, das Idol des Hauptcharakters aus „Porno Superstar“. Dieser taucht zusammen mit seinem Freund Asaoka am Ende des Mangas in einem kurzen Special kurz auf, ansonsten bleiben die Figuren aus dem One-Shot außen vor.

Die Geschichte erinnert ein wenig an „Haru wo Deita Ita“ von Youka Nitta, in dem es ebenfalls um Porno-Darsteller geht, die sich ineinander verlieben. Allerdings geht es bei „Shiny Star“ weniger explizit zur Sache, da sie darauf verzichtet die Arbeit von Hikaru und Masaya zu deutlich zu zeigen. Stattdessen konzentriert sie sich auf die Beziehung der beiden und den Konkurrenzkampf, der zwischen ihnen entbrennt. Hinzu kommt Hikarus Vergangenheit und das Geheimnis rund um sein Debüt, den einzigen Porno, in dem er die passive Rolle spielte. Damit bietet der Manga durchaus einige interessante Ansätze, die in den folgenden Bänden hoffentlich genauer ausgeführt werden. Es ist ganz angenehm, dass Masaya und Hikaru innerhalb des ersten Bandes noch nicht miteinander ins Bett fallen, da das die Spannung zwischen den beiden erhöht.

Auch die Charaktere sind nicht so stereotyp, wie in manch anderem Manga. Sowohl Hikaru, als auch Masaya sind dominant und aktiv, so dass so keiner in die passive Rolle passt. Dennoch wirken die Figuren ein wenig blass, insbesondere Masaya, der eigentlich nicht schwul ist. Dieser Aspekt fällt doch ein wenig störend ins Gewicht, da kein heterosexueller Mann sich einfach so in die schwule Pornobranche begibt, weil er sich in einen Darsteller verguckt. Das wirkt arg an den Haaren herbeigezogen und macht den Charakter unglaubwürdig.
Hikaru ist durch seine Vergangenheit durchaus interessant, dennoch hofft man, dass im nächsten band mehr über seine Persönlichkeit offenbart wird. Die Mangaka gibt zu wenig preis, so dass die Figuren nur bedingt überzeugen können.

Nanami hat einen recht stereotypen, massenkonformen Stil, dem es nicht gelingt aus der breiten Masse herauszustechen. Dabei sind ihre Charaktere durchaus hübsch anzusehen, wenngleich sie hin und wieder etwas steif und konstruiert wirken. Es mangelt an Dynamik und Perspektiven, die auflockern und Abwechslung bieten, so dass „Shiny Star“ stilistisch betrachtet fast ein wenig langweilig ist. Das macht den Manga nicht unbedingt schlecht, doch es gelingt ihm optisch nicht in Erinnerung zu bleiben.

Alles in allem ist „Shiny Star“ ein netter Manga für zwischendurch, der mit einer interessanten Grundstory und annehmbaren Zeichnungen punkten kann. Die Charaktere sind nur bedingt glaubwürdig, gerade Masaya nimmt man seine „schwule Seite“ nicht wirklich ab. Wer „Haru wo Deita Ita“ inhaltlich mochte, dem könnte auch „Shiny Star“, allerdings sollte man nicht den Tiefgang von Youka Nittas bekanntestem Werk erwarten. Nanami muss erst noch zeigen, wie tiefgründig und komplex sie eine Geschichte erzählen kann – Potenzial ist auf jeden Fall vorhanden.

Shiny Star: © 2013 Nanami, Frontier Works / Tokyopop

 

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Love Monster

Name: Love Monster
Englischer Name:
Originaltitel: Love Monster
Herausgebracht: Japan: Kadokawa Shoten 2011
Deutschland: Tokyopop 2015
Mangaka: Junta Mio
Bände: Einzelband
Preis pro Band: 6,95 €

Love MonsterStory:
Der “Love Monster” enthält drei Kurzgeschichten, die unterschiedliche Pärchen ins Zentrum stellen. Die titelgebende Geschichte handelt von dem Studenten Akira, der seinem Kindheitsfreund Itsuki Nachhilfe gibt. Dass Letzterer dies gar nicht nötig hat, ahnt Akira ebenso wenig, wie die Gefühle, die Itsuki dem Studenten entgegenbringt.

In „Love Hunter“ geht es um Itsukis Freund Ryo, der ein Auge auf den gleichaltrigen Keigo geworfen hat. Um ihn für sich zu gewinnen, mimt er den schwachen, schüchternen Jungen, eine Masche auf die der gutherzige Keigo sofort hereinfällt und Ryo schließlich näher kommt.

“Love Attack” handelt von Sota, dessen größter Traum es ist sich eine hübsche Krankenschwester als Freundin zu angeln. Allerdings scheitern seine Bemühung an Minami, Sohn eines angesehenen Krankenhausdirektors, der sich in Sota verliebt hat und ihm eine ungewöhnliche Wette vorschlägt: Sota soll Zeit mit ihm verbringen und wenn er sich in ihn verliebt, sein fester Freund werden – wenn nicht, stellt Minami ihm mehrere hübsche Krankenschwestern vor. Sota ist begeistert und nimmt die ungewöhnliche Wette an …

Eigene Meinung:
„Love Monster“ stammt aus der Feder der japanischen Mangaka Junta Mio und markiert ihr deutsches Debüt. In Japan ist die Zeichnerin bereits durch viele One Shots und Kurzserien im Boys Love und Shojo Genre bekannt geworden, Tokyopop hat nun einen ihrer beliebten Einzelbände ins Programm aufgenommen.

Die einzelnen Kurzgeschichten bieten Viellesern des Boys Love Genres nur wenig Neues. Junta Mio setzt auf Altbewehrtes – Highschoolschüler, die typischen Bishonen, eine romantische, mit Drama und einem Hauch Erotik gewürzte Liebesgeschichte und eine Prise Comedy. Der Manga bietet dem Leser daher nette Unterhaltung für Zwischendurch, allerdings ist das auch alles. Die Kurzgeschichten sind zu gleichförmig und stereotyp, um wirklich zu fesseln und bieten nur wenig Abwechslung vom üblichen Einheitsbrei, so dass man sie relativ schnell wieder vergisst.
Das trifft auch auf die Figuren zu, denn diese bleiben recht stereotyp und handeln vorhersehbar. Gerade die Protagonisten aus „Love Monster“ entsprechen den üblichen Klischees: Akira ist klein, mädchenhaft und schmächtig, Itsuki groß, intelligent und männlich. Das Ergebnis der Geschichte ist dem Leser daher bereits am Anfang klar und wartet nicht mit irgendwelchen Überraschungen auf. Auch die anderen beiden Mangas und deren agierende Protagonisten können nicht überzeugen. Es ist schade, dass die Mangaka hier nichts Neues versucht, wenngleich die vorliegenden Geschichten durchaus ihre Fans haben dürften.

Stilistisch liefert Junta Mio solide Kost. Sie hat einen gefälligen, angenehm weichen Zeichenstil, der gut zu den Geschichten und den Figuren passt. Ihr gelingen sowohl die romantischen Szenen, als auch die, in denen es mehr zu Sache geht: sowohl hinsichtlich von Action, als auch im erotischen Bereich. Einige der Jungs sehen zwar ein wenig zu mädchenhaft aus, doch daran gewöhnt man sich mit der Zeit. Junta Mio zeichnet eben auch Shojo-Mangas, wie man an den niedlichen, filigranen Zeichnungen sehen kann.

„Love Monster“ ist ein netter Boys Love Manga für zwischendurch, der allerdings nur mit den hübschen, filigranen Zeichnungen punkten kann. Sowohl die Geschichten, als auch die Charaktere sind sehr klischeehaft und bieten Viellesern keinerlei Abwechslung. So ist „Love Monster“ nur Lesern zu empfehlen, die auf leichte, romantische Geschichten Wert legen und keine Probleme mit stereotypen Charakteren haben. Allen anderen wird Junta Mios Manga zu flach und unspektakulär sein.

Love Monster: © 2011 Junta Mio, Libre/ Tokyopop

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Schlaflose Nächte

Name: Schlaflose Nächte
Englischer Name:
Originaltitel: Konya mo Nemurenai
Herausgebracht: Japan: Gentosha Comics 2012
Deutschland: Tokyopop 2015
Mangaka: Kotetsuko Yamamoto
Bände: 3 Bände
Preis pro Band: 6,95 €

Schlaflose Nächte Band 1Story:
Der 18-jährige Rikiya Higuchi ist schwul, schüchtern und hatte noch nie einen Partner. Um seinem Single-Dasein endlich Lebewohl sagen zu können, meldet er sich auf einer Onlineplattform an und lernt dort Yuji kennen, der sich überaus interessiert zeigt. Das Treffen mit diesem endet jedoch in einem Desaster, da Yuji lediglich darauf aus ist, einen Porno mit dem unerfahrenen Rikiya zu drehen. Rikiyas Versuche sich zu befreien, scheitern und in seiner Not beschwört er unabsichtlich den Dämon Endo herauf, der seinen Peiniger und dessen Freunde in die Flucht schlägt. Rikiyas Freude währt nur kurz, denn Endo nistet sich ohne zu zögern bei ihm ein, da er selbst vor seiner Verlobten aus dem Reich der Dämonen geflohen ist. Rikiya bleibt nichts anderes übrig, als sich mit dem launischen, verfressenen Dämon und dessen geflügelten Begleiter zu arrangieren, zumal Endo ihm einen Wunsch gewährt hat: Rikiyas Sehnsucht nach einem festen, liebevollen Freund zu erfüllen …

Eigene Meinung:
Die Mangaka Kotetsuko Yamamoto ist in Japan keine unbekannte Größe innerhalb des Boys Love Genres. Mit ihren mal witzigen, mal dramatischen Alltagsstories hat sie sich schon seit einer Weile einen festen Platz innerhalb der Szene gesichert, deren bekanntestes Werk „Honto Yajuu“ darstellt. Mit „Schlaflose Nächte“ erscheint die 3-bändige Geschichte um Rikiya und Endo bei Tokyopop in deutscher Sprache und markiert das Debüt der Mangaka auf dem hiesigen Mangamarkt.

Die Geschichte beginnt recht stereotyp, nimmt jedoch ab dem zweiten Kapitel eine andere Richtung an und entwickelt sich anders, als die üblichen Boys Love Mangas. Es kommt verhältnismäßig wenig Romantik und Erotik vor, da sich die Künstlerin eher auf die Handlung und die Beziehung der beiden Charaktere konzentriert. In den Folgebänden kommt es zudem zu mehr Tiefgang, da sie die Geschichte rund um die Dämonenwelt, Endos störrische Verlobte und einen Machtkampf unter den hochrangigen Dämonen (zu denen auch Endo gehört) aufbaut. Sicherlich ist ihr mit „Schlaflose Nächte“ kein erzählerisches Meisterwerk, doch es weiß zu unterhalten und die Handlung bleibt in Erinnerung. Man merkt, dass Kotetsuko Yamamoto Schlaflose Nächte Band 2ihren Schwerpunkt nicht nur auf Romantik und Beziehungsdramen inklusive expliziter Erotikszene legt, sondern auch interessante, fantastischere Geschichten zu erzählen weiß.

Die Charaktere sind witzig, sympathisch und können durchaus punkten. Natürlich entsprechen sie in vielen Punkten dem üblichen Mangastereotypen, dennoch lässt sich „Schlaflose Nächte“ sehr gut lesen. Zuweilen fragt man sich, warum er so schnell nachgibt und sich von dem Dämonen so herumschubsen lässt, doch damit kann sich der Leser arrangieren. Leider erfährt man im ersten Band nur recht wenig von Endo und den Dämonen, was für einige längen sorgt. Hier hätte die Zeichnerin durchaus ein wenig straffen können und die Charaktere besser in Szene setzen können, denn auch Rikiya bleibt ein wenig auf der Strecke.

Zeichnerisch bietet „Schlaflose Nächte“ dem Leser einen eher schlichten, skizzenhaft anmutenden Stil, der nicht jedermanns Geschmack ist. Kotetsuko Yamamoto Zeichnungen passen durchaus zu den Charakteren und sind auch für die etwas skurrile Geschichte geeignet, dennoch mag nicht jeder die einfachen Zeichnungen der Charaktere und die Gleichförmigkeit, die bei den Figuren herrscht. Die meisten Figuren ähneln sich sehr stark, Unterscheidungen sind am ehesten an den Haaren möglich, teilweise auch anhand von Mimik und Augen. Dennoch bringt sie die Szenen dynamisch und sehr actionreich zu Papier.

„Schlaflose Nächte“ von Kotetsuko Yamamoto bietet eine spannende, witzige Geschichte, die sich angenehm von den üblichen Boys Love Mangas abhebt und zu unterhalten weiß. Den Charakteren mag es an Tiefgang fehlen und auch die Zeichnungen sind nicht jedermanns Geschmack, dennoch macht das Lesen Spaß und man ist auf die Fortsetzung und die Hintergründe gespannt. Wer Comedy Mangas mit einer ordentlichen Portion Fantasy mag und nur bedingt Wert auf Erotik liegt, ist mit „Schlaflose Nächte“ an der richtigen Adresse. Reinschauen.

Schlaflose Nächte: © 2012 Kotetsuko Yamamoto, Gentosha Comics / Tokyopop

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Mein hübsches Ego

Name: Mein hübsches Ego
Englischer Name:
Originaltitel: Nar Kiss
Herausgebracht: Japan: Libre 2013
Deutschland: Tokyopop 2015
Mangaka: Mariko Nekono
Bände: Einzelband
Preis pro Band: 6,95 €

Mein hübsches EgoStory:
Der quirlige, naive Naru hat ein düsteres Geheimnis, das er unter allen Umständen verstecken will. Gerade jetzt, wo er auf die Uni wechselt und sich nach einer Freundin sehnt, setzt er alles daran seine narzisstische Seite aus seinem Leben zu verbannen, die immer dann auftaucht, wenn er in einen Spiegel sieht. Doch sei Vorhaben scheitert bereits nach einige Tagen und ausgerechnet der Schulschwarm Mamoru lernt den anderen Naru kennen. Überraschenderweise ist sein Mitschüler verständnisvoll und entpuppt sich als echte Hilfe, wenn Narus anderes Ich die Oberhand ergreift: mit einem Kuss kann er die narzisstische Seite des Studenten zurückschicken. Die beiden werden Freunde, doch schon bald entwickelt sich zwischen ihnen mehr, als bloße Freundschaft …

Eigene Meinung:
Der Einzelband „Mein hübsches Ego“ stammt von der Zeichnerin Mariko Nekono und ist deutschen Fans bereits durch ihr, bei EMA erschienenes Werk „My Honey Express“ bekannt. Der vorliegende Manga erschien bei Tokyopop und ist dem Genre Comedy zuzuordnen.

Die Geschichte ist sehr chaotisch und besticht vor allem durch die vielen Slapstick-Elemente. Wirklich realistischen Stoff darf man bei „Mein hübsches Ego“ nicht erwarten, da sich die Zeichnerin eine sehr mangahafte Erzählweise angeeignet hat. Dadurch kommt es zu verschiedenen Szenen, die so übertrieben und klischeehaft dargestellt sind, dass man den Manga am liebsten beiseitelegen möchte. Hauptgrund hierfür sind vor allem die Charaktere und ihr kindisches, aufgesetztes Verhalten. Gerade Naru ist mit der Zeit anstrengend und man versteht nicht wirklich, warum sich Mamoru überhaupt in ihn verliebt hat. Man nimmt ihm seine zwanzig Jahre überhaupt nicht ab, da er sehr kindlich wirkt, naiv ist und vom Leben und seinen Mitmenschen nur wenig Ahnung hat. Mamoru bleibt leider relativ blass; außer der Tatsache, dass er sich in Naru verliebt hat und es ihm nicht gelingt seinem Freund seine Liebe zu gestehen, erfährt man nichts über ihn.

Einzig die angedeutete gespaltene Persönlichkeit bringt ein bisschen Spannung und Würze in „Mein hübsches Ego“, wird jedoch nicht weiter ausgebaut. Es mangelt an Charakterentwicklung und einer sensiblen, tiefergehenden Behandlung der Thematik. Sicherlich liegt das Hauptthema des Mangas nicht auf Narus psychischen Problemen, da es sich bei „Mein hübsches Ego“ nicht um ein ernstes Werk handelt, doch die Witze sind recht flach gehalten und die Liebesgeschichte will nicht recht greifen, da sie aufgesetzt wirkt. Stattdessen liefert Mariko Nekono einen mittelmäßigen Comedy-Manga, der nur selten wirklich unterhalten kann, da zu viel übertrieben wurde und man sich nur schwer mit den Figuren identifizieren kann.

Zeichnerisch ist „Mein hübsches Ego“ allerdings gut gelungen. Mariko Nekono hat einen hübschen, detailverliebten Stil, der sich besonders bei den Gesichtern und Haaren der Charaktere zeigt. Sie liebt Rasterfolie, SD-Einlagen und hübsche, junge Männer, und schreckt auch nicht vor expliziten Erotikszenen zurück.. Auch die Farbseiten können überzeugen – die Mangaka versteht ihr Handwerk und weiß wie man männliche Figuren dynamisch und anatomisch korrekt zu Papier bringt.

„Mein hübsches Ego“ ist ein mittelmäßiger Comedy-Boys Love Manga, der nicht jedermanns Geschmack ist. Die Geschichte ist chaotisch, hanebüchen und teilweise sehr künstlich, und die Figuren können weder einen bleibenden Eindruck hinterlassen, noch wirklich mitreißen. Einzig Mariko Nekonos Zeichnungen können überzeugen, sind jedoch sehr mangatypisch und ebenso klischeehaft wie der Manga selbst. Wer ernste, realistische Stoffe sucht, sollte einen weiten Bogen um „Mein hübsches Ego“ machen, Comedy-Fans sollten ebenfalls vorab reinlesen, da der Witz nicht immer ankommt.

Mein hübsches Ego: © 2013 Mariko Nekono, Libre/ Tokyopop

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