And we do Love

Name: And we do Love
Englischer Name:
Originaltitel: Soshite Bokura wa koi wo Suru
Herausgebracht: Japan: Kadokawa Shoten 2012
Deutschland: Carlsen 2014
Mangaka: Kazumi Ohya
Bände: Einzelband
Preis pro Band: 6,95 €

And we do LoveStory:
Der Hausmeister und Vollwaise Tomoya kümmert sich neben seiner üblichen Arbeit auch privat um die alte Dame Kaname Tsukiyama und deren kleines Häuschen. Als die alte Frau in seinen Armen stirbt und ihm das kleine Häuschen vererbt, ist sich der junge Mann unsicher, ob er diese Worte ernst nehmen, oder sie vergessen soll. Als er in dem Haus, mit dem er viele glückliche Erinnerungen verbindet, plötzlich Kanames Enkel Hikaru Tatsui trifft, steht für Tomoya fest, dass sich die alte Dame wohl geirrt haben muss. Doch zu seiner eigenen Überraschung bittet ihn Hikaru bei ihm zu wohnen und er stimmt im Gedenken an Kaname zu.

Schnell muss Tomoya erkennen, dass sein neuer Mitbewohner einige Geheimnisse hat, die ein Zusammenleben erschweren. So scheint Hikaru krank zu sein, sich gegen den Willen seiner reichen Familie in Kanames Haus aufzuhalten und nicht zu arbeiten. Zudem macht er Tomoya heftige Avancen, und obwohl der junge Hausmeister sich nicht an jemanden binden will, verliebt er sich mehr und mehr in Hikaru. Doch meint dieser es überhaupt ernst?

Eigene Meinung:
„And we do Love“ stammt von der Mangaka Kazumi Ohya, die deutschen Fans besonders durch ihre „Takumi-kun“ Reihe bekannt sein dürfte, und von der bei Carlsen auch einige Einzelbände erschienen sind, in denen vorwiegend Romantik und Liebe im Mittelpunkt steht.

Auch „And we do Love“ bildet da keine Ausnahme. Es geht um Liebe und das Entdecken und Eingestehen von gemeinsamen Gefühlen. Dass es keine wirklich logische und ungewöhnliche Rahmenhandlung gibt, verwundert nicht. Die Story plätschert ein wenig antriebslos vor sich hin, es kommt zu den üblichen Problemen und Höhepunkten, und am Ende sind die beiden Figuren zusammen. Dies ist noch nicht mal ein Spoiler, da von Anfang an klar ist, wie die Geschichte endet. Dennoch macht es Spaß den Manga zu lesen. Kazumi Ohya legt ein sehr gefühlvolles Werk vor, spart nicht an einer ordentliche Portion Kitsch und bedenkt Hikaru mit einer ungewöhnlichen, aber interessanten Fähigkeit, die die Geschichte durchaus aufwertet, auch wenn dieses Element nicht ganz zur realistischen Alltagsstory passt.

Die Charaktere sind liebevoll gezeichnet, handeln aber zumeist vorhersehbar. Gerade Tomoya bleibt recht blass, seine Vergangenheit kommt überhaupt nicht zum Tragen bzw. wird kaum angeschnitten, was dem Manga einen faden Nachgeschmack gibt. Seine Einsamkeit und sein privater Hintergrund wirken wie zwei Bauteile, die nicht richtig mit seinem Charakter verwoben werden, da man ihn nicht greifen und nachvollziehen kann. Auch Hikaru vermittelt diese Atmosphäre, so dass beide sehr konstruiert wirken. Dennoch sind sie dem Leser sympathisch und man schließt sie während der Geschichte schnell ins Herz.

Zeichnerisch kann Kazumi Ohya durchaus überzeugen. „And we do Love“ besticht durch sehr schöne, passende und stimmungsvolle Illustrationen, die gut zur romantischen Atmosphäre des Mangas passen. Die Charaktere wirken liebevoll und sympathisch, die Hintergründe sind in sich stimmig und der Verzicht auf allzu deutliche erotische Szenen wirkt sich positiv auf das Gesamtbild aus.

Alles in allem ist „And we do Love“ ein schöner, romantischer BL Manga, der mit Kazumi Ohyas Zeichnungen und der romantischen Grundhandlung punkten kann. Auch wenn die Charaktere ein wenig konstruiert und blass wirken, sind sie doch sympathisch und transportieren die Liebesgeschichte glaubhaft und nachvollziehbar. Wer romantische, leichte Unterhaltung mag, macht mit „And we do Love“ nichts falsch, wer auf härtere Kost steht oder auf der Suche nach ungewöhnlichen Stoffen ist, für den dürfte Kazumi Ohyas Manga weniger geeignet sein. Im Zweifelsfall reinlesen …

© Koriko

And we do Love: © 2012 Kazumi Ohya, Kadokawa Shoten Co., Ltd. / Carlsen

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Ameiro Paradox

Name: Ameiro Paradox
Englischer Name:
Originaltitel: Ameiro Paradox
Herausgebracht: Japan: Shinshokan 2011
Deutschland: EMA 2014
Mangaka: Isaku Natsume
Bände: 3 Bände
Preis pro Band: 7,50 €

Ameiro Paradox Band 1Story
Das Leben des Journalisten Onoe ist alles andere als einfach – er wird nicht nur gegen seinen Willen in die Observationsabteilung gestopft, um brisante Skandale aufzudecken, als Partner wird ihm ausgerechnet der Fotograf Kaburagi zugeteilt. Dieser ist nicht nur extrem abweisend und kühl, er hat Onoe auch die Freundin ausgespannt und ist damit dessen größter Rivale. Dennoch bleibt ihm nichts anderes übrig, als mit Kaburagi zusammen zu arbeiten und während der ein oder anderen Überwachung lernt er den Fotografen immer besser kennen. Schon bald erwachen ungewollte Gefühle in Onoe und obwohl er Kaburagi aus vollstem Herzen hasst, kann er sich nicht dagegen wehren, dass er sich immer stärker zu seinem Kollegen hingezogen fühlt. Als dieser die Annäherungsversuche auch noch erwidert, stürzt er Onoe in ein wahres Gefühlschaos …

Eigene Meinung:
„Ameiro Paradox“ stammt von der Boys Love Zeichnerin Isaku Natsume, die in Japan zu den bekanntesten Mangakas dieses Genres gehört und deren beliebtestes Werk „Tight Rope“ sogar als Anime umgesetzt wurde. Mit „Ameiro Paradox“ erscheint erstmals eine ihrer Kurzmangareihen auf dem deutschen Markt.

Der Inhalt des Mangas ist jetzt nicht unbedingt neu, doch die Mangaka hat sehr sympathische und liebenswerte Charaktere erschaffen. Zudem legt sie mehr Wert auf Situationskomik und der Atmosphäre zwischen den Figuren, als auf Erotik und allzu viel Romantik. Dadurch ist „Ameiro Paradox“ bei weitem nicht so kitschig und vorhersehbar wie andere Boys Love Manga, sondern hebt sich ein wenig aus der breiten Masse heraus. Es macht einfach Spaß Onoe und Kaburagi zu beobachten – zwei Männer, die unterschiedlicher nicht sein könnten und die sich dennoch für ihren Job zusammenraufen müssen. Isaku Natsume hat ein Händchen für Witz und Comedy, ohne zu sehr aufzudrehen oder ihren Manga zu sehr in die Comedy-Richtung gleiten zu lassen.

Ameiro Paradox Band 2Charakterlich bietet die Zeichnerin nichts vollkommen Neues, doch Onoe und Kaburagi wissen durchaus zu gefallen. Sie sind nicht so extrem dargestellt, wie die meisten Figuren in Boys Love Mangas, sondern wirken auf ihre Art ernsthafter und lebendiger, zumal sie sich nicht gleich die große Liebe gestehen, sondern alles etwas ruhiger angehen lassen. Dadurch sind sie nicht ganz so vorhersehbar und es macht Spaß sie durch die Geschichte zu begleiten, da man als Leser hin und wieder positiv überrascht wird und einige gelungenen Wendungen miterleben darf. Wer jetzt Drama erwartet, irrt sich. Isaku Natsume arbeitet das Thema eher comedyhaft auf und lässt sich und ihren Figuren Zeit sich auf amüsante, fast schon skurrile Art nahe zu kommen.

Isaku Natsume hat einen soliden Stil, der gut zu den witzigen Charakteren und der abgedrehten Handlung passt. Er ist recht einfach gehalten und wartet nicht mit den typischen Bishonen auf, sondern mit normalen Männern. Weder Onoe noch Kaburagi heben sich aus der breiten Masse heraus – im Gegenteil: sie sind vielmehr ein Teil davon. Hin und wieder schleichen sich anatomische Fehler ein, doch die sind wirklich nur minimal und trüben nicht das Lesevergnügen. Man gewöhnt sich schnell an Isaku Natsumes Zeichnungen, insbesondere an die mitunter etwas seltsamen Mimik und Gestik der Charaktere.

Alles in allem ist „Ameiro Paradox“ ein schöner Boys Love Manga für zwischendurch, der mit interessanten und sympathischen Charakteren und einer comedyhaften, leicht skurrilen Handlung aufwarten kann. Schwere, dramatische Kost sollte man nicht erwarten, doch wenn man Comedy und Situationskomik mag, wird man gut unterhalten. Wer leichte Boys Love Lektüre ohne Romantik oder allzu viel Erotik sucht und kein Problem mit normal aussehenden Männern hat, sollte einen Blick riskieren. Isaku Natsumes zweibändige Mangareihe lohnt sich durchaus.

© Koriko

Ameiro Paradox: © 2011 Isaku Natsume, Shinshokan Co., Ltd./ EMA

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Alpha²

Name: Alpha²
Englischer Name:
Originaltitel: Alpha²
Herausgebracht: Deutschland: Schwarzer Turm 2012
Deutschland: Carlsen 2014
Mangaka: Story: Kamoi
Zeichnungen: Kamineo
Bände: Einzelband
Preis pro Band: 7,95 €

Alpha²Story:
Bereits am ersten Tag in der neuen Stadt macht sich Clive eine Menge Feinde. Als Werwolf, Alphatier und Einzelgänger ist er natürlich dem ortsansässigen Rudel ein Dorn im Auge, den es schnellstmöglich zu verjagen gilt. Als wären das nicht bereits genug Probleme stolpert er während seiner Flucht vor den Wölfen über einen anderen Einzelgänger – Quinn. Dieser wird nicht nur von den übrigen Wölfen akzeptiert, er löst auch Gefühle in Clive aus, die dieser weder gebrauchen kann, noch haben will. Und auch Quinn hat zunehmend Probleme sich von Clive fernzuhalten, immerhin scheint es sich bei diesem um seinen, vom Schicksal festgelegten, Partner zu handeln.

Während die beiden trotz aller Unterschiede und Probleme sich näher kommen, muss sich Clive noch immer gegen das Rudel zu Wehr setzen. Als seine Wohnung in Brand gesteckt wird, kommt er mit Quinns Hilfe schnell auf die Spur des Täters …

Eigene Meinung:
Der Manga „Alpha²“ stammt von der Zeichnerin Kamineo, für die Story ist Kamoi verantwortlich und erschien ursprünglich in drei qualitativ hochwertigen Einzelheften beim Schwarzen Turm Verlag, der auch Kamineos Debüt „Beware of the Dog“ veröffentlichte, sowie das Artbook „Of Wolves and Men – The Art of Kamineo“. Aufgrund der immensen Popularität war der erste Band schnell ausverkauft und Carlsen wurde auf die Zeichnerin aufmerksam. So erschien im März 2014 die Neuauflage der Geschichte mit neuem Cover, neuen farbigen Innenillustrationen und einem kurzen, neu gezeichneten Sonderkapitel, das nach den Ereignissen spielt.

Die Geschichte ist interessant, insbesondere weil es nur wenig Mangas über Werwölfe gibt. Dennoch hat man das Gefühl, dass man aus der Handlung einfach mehr hätte herausholen können, da die Spannungskurve im Mittelteil merklich abfällt. Sicherlich ist es wichtig die Annäherungen von Clive und Quinn zu zeigen, doch irgendwie passiert im Comic recht wenig, wenn man sich am Ende überlegt, was alles passiert ist. Würden nun weitere Mangas erscheinen, die eine längere Handlung einläuten würden, wäre der vorliegende Manga ein perfekter Einstieg, doch leider ist keine Fortsetzung angekündigt. Dabei ist durchaus Potenzial vorhanden, da viele Dinge offen bleiben: Clives Familie, Quinns Vergangenheit und seine Erlebnisse bei den Navy Seals. So macht „Alpha²“ definitiv Lust auf mehr und es wäre schön, wenn es doch noch weitergehen würde.

Was die Story nicht ganz schafft, machen die Charaktere wett. Sowohl Clive, als auch Quinn sind interessante, reizvolle Figuren, über die man gerne mehr erfahren möchte. Zum einen, weil es eben Werwölfe sind und beide als Alphatiere ihren ganz eigenen Regeln und Gesetzen folgen, zum anderen weil es sich bei ihnen um erwachsene Männer handelt. Dies wird auch durch Kamineos Zeichenstil unterstrichen, bei dem es bis auf den Omega keinerlei androgyne, mangatypische Figuren gibt. Die Werwölfe sind muskulös, haben Brustpelz und sind alles andere als niedlich. Außerdem gelingt es ihr allen Charaktere unterschiedliche Gesichter und Körper zu geben, so dass man nicht nur die Haarpracht als einziges Unterscheidungsmerkmal hat, was leider bei japanischen BL Mangas öfters der Fall ist.

Doch nicht nur die Charaktere sind sehr schön und anatomisch perfekt gezeichnet – Kamineo hat ein ganz besonderes Händchen für detaillierte und fein ausgearbeitete Hintergründe und die Bewegungen und das Aussehen der unterschiedlichen Wölfe. Auch die leicht erotischen Szenen wurden überzeugend umgesetzt, ebenso die dynamischeren, actionhaltigeren Sequenzen. Lediglich die eingestreuten SD Szenen sind Geschmackssache – meiner Meinung nach würde der Manga auch gut ohne sie zurecht kommen, auch wenn sie niedlich und meistens passend sind.

„Alpha²“ ist ein gelungener, empfehlenswerter deutscher Manga, der definitiv Lust auf mehr macht und bei dem man sich eine Fortsetzung sehnlichst herbeiwünscht, um alle offenen Fragen beantwortet zu bekommen. Die Geschichte hätte ruhig ein wenig ausführlicher sein können, doch dank der interessanten Charaktere und der durchweg qualitativ hochwertigen Zeichnungen ist der Einzelband dennoch sehr empfehlenswert. Wer schon immer mal einem deutschen BL eine Chance geben wollte, sollte sich „Alpha²“ zulegen. Man darf auf die kommenden Werke Kamineos gespannt sein …

© Koriko

Alpha²: © 2012 Kamineo / Kamoi, Schwarzer Turm / Carlsen

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Alpha Girl

Name: Alpha Girl
Englischer Name:
Originaltitel: Alpha Girl
Herausgebracht: Deutschland: Tokyopop 2012
Mangaka: Inga Steinmetz
Bände: 2 Bände
Preis pro Band: 6,95 €

Alpha Girl Band 1Story:
Ohne eine Erinnerung an ihren Namen und ihre Vergangenheit wacht Anna in einem Wagen auf, in der etliche junge Frauen eingesperrt sind. Da ihre Begleiterinnen betäubt sind, beschließt Anna zu handeln. Sobald der Wagen steht, versucht sie mit den anderen Mädchen zu fliehen. Allerdings gelingt nur ihr die Flucht, die anderen werden von Männern abgefangen, die sie schon erwartet haben. Da ihr der junge, gut aussehende Jean auf den Fersen ist, flieht sie in das Hauptgebäude des kleinen Landsitzes. Als er sie schließlich auf dem Turm einholt und gerade rechtzeitig vor einem tiefen Fall rettet, kommen sich die beiden näher. Anna fühlt sich von Jean angezogen und gibt seinen Avancen nur zu gerne nach, obwohl sie immer noch nicht genau weiß, warum sie hier ist. Als endlich ihre Erinnerungen zurückkommen, flieht sie zusammen mit dem Hemd des Grafen Lamberts, dem Organisator des kleinen Spiels, das heimlich auf dem Landsitz stattfindet. Der Grund ist, dass Graf Lamberts Ehefrau die Geheimorganisation „Bordeaux“ angeheuert hat, um Beweise für die Untreue ihres Ehemannes zu finden. Da Anna das einzige weibliche Mitglied der Gruppe ist, fällt ihr diese Aufgabe zu.

Annas Verschwinden und das des Hemdes bleiben natürlich nicht unbemerkt. Graf Lambert setzt alles daran das Beweisstück zurück zu bekommen und schreckt auch nicht davor zurück Anna zu töten. Als Jean davon erfährt, stellt er sich dem Grafen und seinen Männern entgegen, kann jedoch wenig ausrichten, da er in der Unterzahl ist. Insbesondere als Wieland, der neue Leibwächter des Grafen auftaucht und die Spur von Anna aufnimmt. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, bei der Jean alles daran setzt das junge Mädchen zu finden, in das er sich bei ihrem Zusammentreffen verliebt hat …

Eigene Meinung:
Mit „Alpha Girl“ legt die deutsche Zeichnerin Inga Steinmetz ihr neustes Werk vor. Nachdem sie mit „Freche Mädchen – freche Manga“ einen Manga für’s junge Publikum entwickelt hat, richtet sich die neue Serie an ein wesentlich älteres Publikum. „Alpha Girl“ ist durchaus erotisch und enthält eine etwas längere Sexszene, die jedoch ungemein aufgesetzt wirkt, da sie überhaupt nicht überzeugend ist (man weiß überhaupt nicht, warum Anna sich Jean urplötzlich hingibt). Die Handlung ist zwar durchaus interessant, strotz jedoch vor etlichen historischen Fehlern und Logiklücken, die den Manga ungemein langatmig machen und ihm die Dynamik nehmen. Beispielsweise die Tatsache, dass Anna ihr Pferd im Wald anbindet, um dann gefühlte Kilometer entfernt auf einem freien Hügel zu nächtigen, ergibt überhaupt keinen Sinn. Ebenso verhält es sich mit einem Weinraum im zweiten Stock, anstatt im Keller… Außerdem weiß der Leser nicht so recht in welcher Zeit „Alpha Girl“ angesiedelt ist oder in welchem Land die Geschichte spielt. Dadurch kann man sich nicht so gut in die Geschichte hinein versetzen, was schade ist.

Alpha Girl Band 2Auch die Charaktere handeln nicht logisch und nachvollziehbar. In der einen Szene wirft sich Anna ohne ersichtlichen Grund Jean an den Hals, obwohl sie Sekunden vorher vor ihm geflohen ist und verrät ihm kurz bevor sie mit dem Hemd flieht ihren Namen. Der Hauslehrer Jean wirkt wiederum sehr blass, da seine Beweggründe nur angeschnitten werden und man wenig von ihm erfährt.

Zeichnerisch ist „Alpha Girl“ Geschmackssache. Inga Steinmetz hat einen sehr einfachen, schlichten Stil, der in einigen Punkten ein wenig schluderig wirkt. Ebenso fehlen oftmals Hintergründe, was die Panele sehr leer erscheinen lässt, sowie die Details und typischen Gewänder der Zeitepoche, in der „Alpha Girl“ spielt. Auch ältere Menschen wirken eher wie Karikaturen. Das alles macht den Manga recht flach und lässt ihn ein wenig lieblos erscheinen. Lediglich die Farbillustrationen können überzeugen, da sie sehr schön und luftig sind.

Insgesamt ist „Alpha Girl“ ein Manga, dem es leider an einer soliden, logischen Geschichte und nachvollziehbaren Charakteren mangelt. Die Haupthandlung mag interessant sein, doch die fehlenden Details und die Nachlässigkeit hinsichtlich der die geschichtlichen Hintergründe fällt störend ins Auge. Auch die Zeichnungen können nicht jeden überzeugen, was „Alpha Girl“ eher für Fans der Künstlerin oder erotischen Mangas macht. Bei Interesse sollte man dennoch im Vorfeld einen Blick in die Leseprobe werfen …

© Koriko

Alpha Girl: © 2012 Inga Steinmetz, Tokyopop

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After a Storm

Name: After a Storm
Englischer Name:
Originaltitel: Arashi no Ato
Herausgebracht: Japan: Houbunsha 2008
Deutschland: Carlsen 2009
Mangaka: Shoko Hidaka
Bände: Einzelband
Preis pro Band: 5,95 €

After a StormStory:
Sakaki, Chef eines Einrichtungshauses führt ein halbwegs zufriedenes Leben. Sein Geschäft läuft gut und er hat einen neuen großen Auftrag an Land gezogen, in dem ein Ein-Zimmer-Appartement komplett eingerichtet werden soll- und das mit sehr luxuriösen und teuren Möbeln. Doch just an dem Abend, als der neue Vertrag begossen wird, trifft er auf Okada, einen Mitarbeiter der Gegenpartei. Mit diesem soll er gemeinsam die Planung und Einrichtung übernehmen und zum ersten Mal gerät Sakaki ins Schwanken. Okada ist nicht nur freundlich, gutaussehend und sehr kultiviert, sondern auch genau Sakakis Typ. Als er sich an diesem Abend zuviel Drinks gönnt und ohne jegliche Erinnerung an den Vorabend bei Okada aufwacht, ist er geschockt. Nicht nur, weil er Angst hat, Okada etwas von seinen homosexuellen Neigungen offenbart zu haben, sondern auch, weil Okada in seinen eigenen vier Wänden alles andere als ordentlich und aufgeräumt ist.

Als er irgendwann Okada damit konfrontiert und seinen Unmut über das ganze Chaos äußert, lässt Okada eine Bemerkung über Schwule fallen, die Sakaki natürlich gänzlich vor den Kopf stößt. Überstürzt verlässt er Okadas Wohnung, kann jedoch nicht gänzlich vor diesem fliehen, da er bereits am nächsten Tag mit ihm zusammen arbeiten muss. Sakaki hat immer größere Schwierigkeiten, seine Gefühle gegenüber Okada zu verstecken und als schließlich sein Liebhaber auftaucht, überschlagen sich die Ereignisse. Dieser bekommt nämlich ziemlich schnell mit, dass Sakaki sehr viel Interesse an Okada hat und lässt es sich nicht nehmen diesem auf den Zahn zu fühlen.

Als Okada eines Abends vor Sakakis Einrichtungshaus steht und diesen anruft, um sich mit ihm im Park zu treffen, verliert Sakaki die Kontrolle. Er küsst Okada unvermittelt. Urplötzlich ist nichts mehr wie vorher, denn auch Okada beginnt sich Gedanken zu machen, besonders als Sakakis Liebhaber erneut an ihn herantritt und Sakaki beginnt sich von Okada zurückzuziehen und das Projekt seiner Assistentin zu übertragen…

Eigene Meinung:
„After a Storm“ ist die erste deutsche Veröffentlichung von Shoko Hidaka und sie legt einen sehr ruhigen und stillen Manga vor, der vorwiegend durch die Charaktere und die gemeinsamen Interaktionen dieser lebt. Dementsprechend viel Wert legt die Künstlerin auf die Charakterentwicklung, die unterschiedlichen Charakterzüge und die Beziehung die Sakaki und Okada zueinander aufbauen. Die Geschichte ist realistisch gehalten und punktet allein schon dadurch, dass sie nicht im typischen High School Milieu spielt. Shoko Hidaka setzt auf erwachsene Protagonisten, eine ernste Geschichte und verzichtet sowohl auf SDs, als auch auf übertrieben lustige Einlagen.

Dementsprechend elegant und realistisch sind die Zeichnungen. Sie sind natürlich immer noch im Mangastil gehalten, die Männer die typischen Bishonen, doch Shoko Hidaka hat dennoch einen erwachsenen Stil. „After a Storm“ enthält natürlich auch eine erotische Szene, die jedoch nicht so explizit und lang ist, dass sie die Geschichte unnötig belasten würden. Hauptaugenmerk bleibt egal wie die Entwicklung der Beziehung zwischen Sakaki und Okada.
Schade ist nur, dass Carlsen mit diesem Manga begonnen hat, der quasi ein Spin-Off zu „Signal“ ist. Es wäre fast günstiger gewesen, zunächst „Signal“ in Deutschland zu veröffentlichen…

Dennoch ist „After a Storm“ eine wundervolle Abwechslung zu den gängigen BL-Mangas und für alle Leser geeignet, die einen ruhigen Manga dieses Genres lesen wollen und denen die typisch überdrehten Yaoi-Mangas zu viel sind. Wer realistische Geschichten und Zeichnungen mag, sollte einen Blick in „After a Storm“ werfen.

© Koriko

After a Storm: © 2008 Shoko Hidaka, Houbunsha / Carlsen

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Adekan

Name: Adekan
Englischer Name:
Originaltitel: Adekan
Herausgebracht: Japan: SHINSHOKAN 2008
Deutschland: EMA 2011
Mangaka: Tsukiji Nao
Bände: 12 Bände, wird fortgesetzt
Preis pro Band: 7,50 € (Band 1-6)
8,50 (ab Band 7)

Adekan Band 1Story:
Der junge Polizeiinspektor Kojiro hat alle Hände voll zu tun. Die berüchtigte Hanabuki- Bande, eine stehlende und mordende Meute, wurde in der Nähe seiner Stadt gesehen und zudem häufen sich die Funde von Frauenleichen. Zudem geht das Gerücht herum, dass immer wieder eine blutverschmierten Braut auf der Hochzeitsbrücke gesehen wird.

Als Kojiro damit beauftragt wird, sich bei den Bewohnern ein wenig umzuhören, stößt er auf den jungen Schirmmacher Shiro, der in einem seltsamen Haus wohnt und zumeist faul, lasziv und ungeschickt daher kommt. Shiro schert sich wenig um dem allgemeinen Anstand (weswegen er am liebsten nackt herum laufen würde) und welche Meinung andere über ihn haben. Kojiro freundet schließlich mit dem ungewöhnlichen Mann an und startet den Versuch ihn zumindest ein wenig zu erziehen und ihm die Grundregeln des Anstands beizubringen.

Als Shiro nach und nach dahinter kommt, wer für die Morde verantwortlich ist und was es mit der Braut auf der Hochzeitsbrücke auf sich hat, ist es für ihn bereits zu spät. Er stolpert direkt in die Arme der Bande. Kojiro, der zufällig in der Nähe ist, will ihm helfen und gemeinsam müssen sie sich gegen die Männer zu Wehr setzen. Dabei zeigt sich, dass Shiro alles andere als ungeschickt im Kampf ist und ein Meister der Anki, der Geheimwaffen, ist. Binnen weniger Sekunden bezwingt er einen Großteil der Männer und Kojiro ist zwar ziemlich verblüfft, vertraut ihm aber dahingehend, dass Shiro kein böser Mensch ist.

Nach diesem gemeinsamen Abenteuer werden Kojiro und Shiro richtige Freunde und geraten sie immer wieder gemeinsam in seltsame Vorkommnisse. Seien es nun seltsame Mordfälle, ein Menschenhandelring oder das Auftauchen eines mysteriösen Tieres, das Nachts die Straßen unsicher macht – Kojiro erhält immer wieder von Shiro Unterstützung, wenn es darum geht diese Fälle aufzuklären, und Shiro hat erstmals einen wahren Freund an seiner Seite. Doch allzu lange währt die Ruhe in der Stadt nicht, denn ein weiterer Meister der Geheimwaffen taucht unvermittelt auf – Anri, der Bruder Shiros. Er arbeitet im zwielichtigen Gewerbe und hat überhaupt keine Probleme damit auf Auftrag Menschen zu töten. Shiro und ihn verbindet eine gemeinsame, düstere Vergangenheit, die schon bald einen Schatten auf Kojiros und Shiros Freundschaft wirft…

Adekan Band 2Eigene Meinung:
Mit „Adekan“ legt EMA den ersten Manga der Künstlerin Tsukiji Nao in Deutschland vor. Die Geschichte spielt in einer surreal wirkenden, traditionell japanischen Stadt im 19. Jahrhundert, ohne dass die Künstlerin explizit einen Namen nennt. Das ist auch nicht notwendig, da die Handlung selbst eher fantastisch angehaucht ist und auf sehr geschickte Art und Weise Historik und Fantastik miteinander verbindet und mit einer Brise Steampunk garniert, was besonders in de Waffen und ungewöhnlichen mechanischen Elementen zu sehen ist. Die Geschichte selbst ist spannend, interessant und andersartig, weiß jedoch durch verschiedene mystische Elemente zu fesseln. Sicherlich ist Band 1 erst der Beginn der Serie, so dass dem Leser noch der rote Faden fehlt, doch zum Ende hin gelingt es Tsukiji Nao mit dem Einbringen von Anri ein wenig Spannung in die Handlung einzubauen.

Die Zeichnungen sind ohne jeden Zweifel von extrem hoher Qualität. Wer die Künstlerin bereits von ihren atemberaubenden, detailreichen Illustrationen aus ihrem Artbook „Nostalgia“ oder von diversen Briefpapieren kennt, wird erkennen, dass sie in „Adekan“ nichts von ihrer Detailverliebtheit verloren hat. Sie hat einen unvergleichlichen, sehr dynamischen Tuschestil, liebt hübsche Mädchen und Jungen, aufwendige Hintergründe und Kleidungsstücke, egal ob es sich dabei um Kimonos, Kleider oder Masken handelt. Tsukiji Nao versucht in jedes Panel so viele Details einzubringen, dass es dem Leser fast zu viel wird und man öfters im Storyfluss innehält, um sich die Panele genauer anzuschauen und hier und da Dinge zu entdecken, die einem leicht entfallen. Trotz ihrer Schönheit sind ihre Zeichnungen anatomisch nicht immer gänzlich korrekt. Die Männer haben oftmals einen zu langen Oberkörper und manchmal wirken Arme und Beine seltsam verbogen. Nichtsdestotrotz ist „Adekan“ allein aufgrund der wundervollen Zeichnungen jedem Shojo- Fan zu empfehlen, auch wenn sich hier und da ganz leichte Boys Love Andeutungen und Elemente einschleichen. Wirklich gänzlich in diese Richtung geht „Adekan“ jedoch nicht, es ist und bleibt eine recht actiongeladene Shojo- Serie.

Insgesamt ist „Adekan“ jedem Fan der Künstlerin zu empfehlen. Wer detaillierte Zeichnungen mag und dem Mix aus Historie, Fantastik und Steampunk gegenüber nicht abgeneigt ist, sollte „Adekan“ auf jeden Fall lesen. Doch auch alle anderen sollten einen Blick riskieren, und sich von Tsukiji Naos Zeichnungen gefangen nehmen lassen. Der Manga und die Künstlerin verdienen auf jeden Fall Aufmerksamkeit – sehr zu empfehlen.

© Koriko

Adekan: © 2008 Tsukiji Nao, SHINSHOKAN / EMA

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Acid Town

Name: Acid Town
Englischer Name: Acid Town
Originaltitel: Acid Town
Herausgebracht: Japan: Gentosha Comics 2009
Deutschland: Carlsen 2012
Mangaka: Kyugo
Bände: 6 Bände, wird fortgesetzt
Preis pro Band: 7,95 €

Acid Town Band 1Story:
In einer Stadt, die von Straßengangs beherrscht und von zwielichtigen Gestalten bewohnt wird, schlagen sich Yukio und sein bester Freund Tetsu Gaunereien, illegalen Aktivitäten und kleineren Jobs durch’s Leben. Yukio ist es dabei vollkommen egal, welcher Art die Arbeit ist – Hauptsache es springt eine Menge Geld dabei heraus, da sein kleiner Halbbruder Jun im Krankenhaus liegt und seine Behandlung nicht nur kostspielig, sondern auch langwierig ist. Als die beiden zufällig von dem Gelddepot des Seidokai Clans erfahren, versuchen sie sich an einem Raub, werden jedoch auf frischer Tat ertappt. Kazutaka Hyodo, einer der Chefs des Clans verschont nicht nur ihr Leben, sondern bietet ihnen auch das dringend benötigte Geld an. Als Gegenleistung will er, dass Yukio und Tetsu für ihn Arbeiten. Während Tetsu zögert, stimmt Yukio zu und so meldet er sich einmal wöchentlich bei Hyodo, bis dieser sich für eine Aufgabe entschieden hat.

So gerät Yukio immer tiefer in zweilichtiger Kreise, denn Hyodo hat nicht nur Freunde. Mit den Snakes tritt eine neue rivalisierende Gruppe in dem Machtbereich der Seidokai auf den Plan, deren Anführer Nakamoto sein eigenes perfides Spiel spielt. Zudem taucht unvermittelt Juns Vater auf, ein versoffener, gewaltätiger Mann, vor dem Yukio drei Jahre zuvor mit Jung geflohen ist. Tetsu begreift, dass Yukio mehr als ein düsteres Geheimnis mit sich herumträgt und nimmt sich vor, seinen Freund mit allen Mitteln zu beschützen. Doch die bedrohlichen Ereignisse sind erst der Anfang …

Eigene Meinung:
Mit „Acid Town“ von Kyugo wagt sich Carlsen erstmals an einen düsteren Boys Love Thriller, der kaum Ähnlichkeiten mit den üblichen Mangas dieses Genres hat. So sucht man eine wirkliche Liebesgeschichte oder auch nur Andeutungen und erotische Szenen vergeblich, so dass „Acid Town“ auch für Leser geeignet ist, die normalerweise nichts mit Boys Love anfangen können. Der Hauptschwerpunkt liegt ganz klar auf der Geschichte, den komplexen Hintergründen und den unterschiedlichen Charakteren. So baut die Zeichnerin die Geschichte auf mehreren Handlungsbögen auf (Yukios Vergangenheit, Hyodos Probleme mit Nakamoto, die unterschiedlichen Clans und Hyodos seltsames Interesse an Yukio), und führt die einzelnen Stränge erst nach und nach zusAcid Town Band 2ammen. Damit entführt Kyudo den Leser in eine spannende Welt, die durchaus ein gewisses Endzeit-Feeling verströmt und in der Clans und Gangs die Straßen regieren und in der Kriminalität und Recht und Ordnung nah beieinander liegen.
Die Charaktere sind dementsprechend realistisch und sehr gut nachvollziehbar. Jeder einzelne hat sein Päckchen zu tragen, insbesondere Yukio, der schon in jungen Jahren hat lernen müssen, wie grausam das Leben sein kann. Doch auch Hyodo und Tetsu sind gut charakterisiert, ebenso Nakamoto und die übrigen Mitglieder der Clans. Während des ersten Bandes werden die meisten Figuren lediglich oberflächlich vorgestellt, erst in den folgenden Bänden lernt man die Charaktere richtig kennen und versteht, wie tief die einzelnen Personen miteinander verwurzelt sind.

Zeichnerisch passt Kyugos Stil zu der ernsten und thrillerhaften Geschichte. Die Künstlerin hat einen sehr klaren, realistischen und sicheren Stil, der ohne Details und Verschnörkelungen daher kommt. Kyugo versteht es ihre Figuren in Szene zu setzen, hat keinerlei Probleme mit Perspektiven und Hintergründen und überzeugt auch mit dynamischen Actionszenen. Niedliche Bilder, lustige Unterbrechungen und helle Panele sucht man in „Acid Town“ vergebens. Zumeist sind die Seiten dunkel aufgebaut, was man besonders an den Panelen ohne Hintergründe erkennen kann – die sind zumeist dunkel gerastert, um die bedrückende Atmosphäre noch zu unterstreichen.

Insgesamt ist „Acid Twon“ ein Muss für erwachsene Mangaleser und für alle, die spannende Thriller, ernste und komplexe, dramatische Geschichten mögen. Da die Boys Love Komponente kaum ins Gewicht fällt, ist der Manga auch denjenigen zu empfehlen, die dem BL Genre normalerweise nichts abgewinnen können. Dank der komplexen Handlung, den gut charakterisierten Figuren und dem klaren, realistischen Zeichenstil ist „Acid Town“ ein Muss für alle, die sich im Boys Love Genre nach Abwechslung sehnen. Unbedingt reinschauen!

© Koriko

Acid Town: © 2009 Kyugo, GENTOSHA Comics Inc. / Carlsen

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Egoistic Blue

Name: Egoistic Blue
Englischer Name:
Originaltitel: Egoistic Blue
Herausgebracht: Japan: Libre 2012
Deutschland: EMA 2014
Mangaka: Mio Tennohji
Bände: Einzelband
Preis pro Band: 7,50 €

StoryEgoistic Blue
Was tut man nicht alles für einen wohlhabenden Langzeitgast? Als der Rezeptionist Chiaki gebeten wird als persönlicher Concierge für den griechischen Multimillionär Harry Christophoros zu arbeiten, kann dieser diese Bitte unmöglich abschlagen. So steht er dem ausländischen Gast immer wieder für kleinere und größere Gefälligkeiten zur Verfügung, ohne zu wissen, dass er selbst der Grund für Harrys Japanaufenthalt ist. Erst als sich die beiden näher kommen, findet Chiaki heraus, dass seine Großmutter eine Zeit lang eng mit der Familie Christophoros verbunden war.

Neben der Hauptgeschichte bekommt auch Harrys persönlicher Sekretär Carl zwei Kapitel, in dem er nach sieben Jahren seinem Freund Morris wiederbegegnet. Die Gründe für Morris plötzliches Verschwinden enthüllen sich Carl jedoch erst nach und nach …

Eigene Meinung
„Egoistic Blue“ stammt von Mio Tennohji, die in Japan bereits durch etliche Boys Love Mangas bekannt geworden ist. Auch in den USA erschienen einige ihrer Werke, „Egoistic Blue“ ist der erste Manga von ihr, der auf dem deutschen Markt erscheint.

Inhaltlich wartet „Egoistic Blue“ mit einer netten Liebesgeschichte auf, die jedoch Boys Love Lesern wenig Neues bietet. Dabei ist der Hintergrund durchaus nicht uninteressant, insbesondere was Chiakis Großmutter betrifft, doch leider geht die Mangaka nicht weiter auf diesen Aspekt ein. Stattdessen konzentriert sie sich ganz auf die Beziehung zwischen Chiaki und Harry, die kleineren Probleme, die sich den beiden in den Weg stellen, weil sie aus vollkommen unterschiedlichen Welten kommen. Dennoch kommen die beiden recht schnell zusammen, wenn man bedenkt, wie wenig Zeit im Grunde vergeht.

Auch bei Carl und Morris wirkt einiges ein wenig überstürzt, da nur bedingt auf die Jahre eingegangen wird, in denen Morris weg war. Für einen reinen Selbstfindungstrip ist diese Zeit nämlich echt ein bisschen lang. Auch vergibt Carl ihm wirklich schnell, wenn man bedenkt, dass er all die Jahre nichts von seinem Freund gehört hat.

Auch die Charaktere bieten wenig Platz für Neues, da sie in den üblichen Bahnen bleiben. Chiaki ist eher schüchtern, zurückhaltend und wächst erst über sich hinaus, als er sich gegen Carl zur Wehr setzen muss; Harry ist der reiche, gutaussehende Kerl, der der Damenwelt den Kopf verdreht und zumeist über den Digen steht. Man kann sich durchaus mit ihnen identifizieren, doch sie handeln immer ein wenig aufgesetzt. Das trifft leider auch auf Carl zu, den man erst später richtig begreifen kann, wenn er auf Morris trifft.
Es ist schade, dass hier so wenig Varianz in den Figuren ist – Vielleser, die sich hin und wieder neue, interessante Charaktere wünschen, werden bei „Egoistic Blue“ leider nicht fündig werden.

Einzig die sehr schönen, detailreichen Zeichnungen sind ein positiver Aspekt an „Egoistic Blue“. Mio Tennohji hat eine sehr sicheren, gelungen Stil, der vorwiegend aus hübschen Männern besteht. Gerade Harry ist der typische Bishonen, während Chiaki neben seinem Partner fast ein wenig verblasst. Dies passt jedoch gut zum Charakter, so dass es nicht weiter störend ins Gewicht fällt. Auch die Hintergrundzeichnungen, die kleineren Details und die Anatomie sind stimmig, so das „Egoistic Blue“ optisch einiges zu bieten hat. Wer auf schöne Illustrationen und hübsche Männer wert legt, wird bei diesem Manga vollkommen auf seine Kosten kommen.

„Egoistic Blue“ ist ein netter Boys Love Manga für Zwischendurch, dessen größter Pluspunkt die schönen Zeichnungen von Mio Tennohji sind. Inhaltlich bietet der Manga dem versierten Boys Love Fan nichts Neues – eine typische Liebesgeschichte mit recht stereotypen Charakteren. Wer gerne BL Einzelbände liest, hübsch gezeichnete Männer und eine gesunde Portion schwule Erotik mag, kann einen Blick riskieren. „Egoistic Blue“ unterhält, mehr aber auch nicht.

© Koriko

Egoistic Blue: ©2012 Mio Tennohji, Libre Publishing Co., Ltd./ EMA

 

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Fashion Affairs

Name: Fashion Affairs
Englischer Name:
Originaltitel: Hitomi no Dokusenyoku
Herausgebracht: Japan: Libre 2011
Deutschland: EMA 2014
Mangaka: Rin Narusaka
Bände: Einzelband
Preis pro Band: 7,50 €

Storyfashion affairs
Der Frischling Shinpei ist noch recht neu im Modelbusiness, versucht jedoch sein Bestes um irgendwann einmal so gut zu werden wie der Shootingstar Ryo Kanahashi. Just zu diesem soll er auf Anraten seines Agenten ziehen, um von dem Wissen des Profis zu profitieren. Doch Ryo ist eher rüpelhaft, mitunter sehr brüsk und alles andere als gewillt, Shinpei mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Nahezu permanent ecken die beiden aneinander und Ryo nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn es darum geht Shinpeis Qualitäten als Model zu kommentieren. Doch Shinpei denkt gar nicht daran, alles schweigend hinzunehmen und nimmt sich vor, Ryo zu beweisen, dass auch es modeln kann …

In der Side-Story „Unreife Fashion Affairs” geht es um die Schulfreunde Yuma und Takanobu, die zusammen mit Shinpei und Ryo in einer WG leben und ebenfalls als Models arbeiten. Yuma, der nur wegen seinem Freund mit dem modeln angefangen hat, ist bereits seit Jahren in seinen Takanobu verliebt, doch dieser akzeptiert Yumas Liebesgeständnis nicht, unterbindet sogar dessen Worte. Erst als der Designer Takayanagi Interesse an Yuma zeigt und die Gerüchteküche brodelt, beginnt Takanobu sich Gedanken zu machen …

Eigene Meinung
Der Einzelband „Fashion Affairs“ stammt aus der Feder der bekannten Yaoi Mangaka Rin Narusaka, die mit diesem Band ihr deutsches Debüt feiert.

Inhaltlich bietet „Fashion Affairs“ solide Boys Love Kost – allerdings sollte man keine ausgeklügelte Storyline mit interessanten Wendungen erwarten. Die Geschichte läuft in den üblichen Bahnen ab, und lässt sich prima mit „Junge trifft Junge, Ergebnis: Liebe/Sex“ umschreiben. Das mag jetzt bei einem Yaoi Manga nichts ungewöhnliches sein, sprich man erwartet im Grunde nichts anderes, doch manchmal wünscht man sich ein wenig mehr. Dafür bietet der Manga einen kurzen Einblick in das Modelbusiness, auch wenn sich Rin Narusaka eher auf die Beziehung der Charaktere untereinander konzentriert, als auf die Probleme, die dieser Job mit sich bringt.

Auf jeden Fall kommen Fans erotischer Liebesgeschichten vollkommen auf ihre Kosten – „Fashion Affairs“ kann durchaus gefallen, wenn man keine hohen Ansprüche stellt.
Auch die Charaktere sind vorwiegend stereotyp, weshalb ihre Handlungen und Aktionen zumeist recht vorhersehbar sind. Ryo ist hierbei nicht sonderlich sympathisch. Man weiß im Grunde nicht so genau, was Shinpei überhaupt an ihm findet, da er recht grob, brüsk und zumeist ein wenig sadistisch ist, was sein Partner öfters zu spüren bekommt. Shinpei selbst ist ein sympathischer, manchmal ein wenig naiver Charakter, in den man sich aber gut hineinversetzen kann.

Yuma und Takanobu sind interessante Nebenfiguren, die jedoch ebenfalls nicht aus den gewohnten Bahnen ausbrechen. Das ist schade, da man gerade bei ihrer gemeinsamen Vergangenheit mehr aus den beiden Figuren hätte herausholen können.
Rin Narusakas Zeichnungen sind ein großer Pluspunkt bei „Fashion Affairs“. Sie hat einen sehr schönen, sicheren und detailverliebten Stil. Gerade die Figuren sind sehr schön in Szene gesetzt, Shinpei, Ryo und Co die typischen Bishonen. Auch die Hintergründe sind gut gelungen, so dass „Fashion Affairs“ auf jeden Fall optisch einiges zu bieten hat.

Fashion „Affairs“ ist ein netter Boys Love Manga für zwischendurch, der vor allem durch Rin Narusakas gute Zeichnungen und die teils interessanten Charaktere besticht. Inhaltlich bietet der Einzelband leider wenig Neues, doch die Beziehungskisten von Shinpei und Ryo, sowie Yuma und Takanobu können durchaus unterhalten. Wer witzige, romantische Boys Love Mangas mag und kein Problem mit erotischeren Szenen hat, sollte einen Blick riskieren, alle anderen werden sich bei der einfach gestrickten Story leicht langweilen.

© Koriko

Fashion Affairs: ©2011 Rin Narusaka, Libre Publishing Co., Ltd./ EMA

 

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A-presto

Name: A-presto
Englischer Name:
Originaltitel: A-presto
Herausgebracht: Japan: Ichijinsha 2011
Deutschland: Tokyopop 2013
Mangaka: Story: Shiina Takasato
Zeichnungen: Naruse Tomine
Bände: 3 Bände
Preis pro Band: 6,95 €

A-presto Band 1Story:
Schon seit ihrer Schulzeit sind Rin und Karaku Freunde, wenngleich sie einige Jahre nicht in dieselbe Klasse gingen. Gemeinsam lösten sie mysteriöse Fälle, die mitunter auch in die übernatürliche Richtung gingen und sie enger zusammengeschweißt haben. Unterdessen ist Karaku gestorben und wandelt nur noch als Geist auf Erden. Zudem hat er einen Großteil seiner Erinnerungen verloren, darunter auch die an seinen eigenen Tod. Rin, der unterdessen als Wachmann arbeitet, besucht seinen alten Freund regelmäßig und setzt alles daran Karakus Erinnerungen zurück zu bringen. Dafür erzählt Rin seinem Freund von ihren gemeinsamen Abenteuern, bringt alte Gegenstände zu ihren Treffen im Garten von Karakus Elternhaus und reist mit jeder Geschichte ebenfalls zurück in die Vergangenheit …

Eigene Meinung:
Die Mysteryserie „A-presto“ stammt von der Autorin Shiina Takasato und der Künstlerin Naruse Tomine und umfasst drei Bände.

Die Geschichten drehen sich bisher um die gemeinsamen Abenteuer aus der Kindheit der beiden Protagonisten, die vorwiegend aus Rins Sicht erzählt werden. Dabei geht es mysteriös, spannend und unheimlich zu, mitunter auch ein wenig durcheinander, so dass es hin und wieder schwer fällt der Handlung zu folgen. Das mag auch an der Welt liegen, in der „A-presto“ spielt. Wirkt sie auf den ersten Blick doch wie unsere, muss man spätestens ab der Hälfte des Mangas diese Ansicht revidieren. Sie mag der unseren ähneln, aber sie ist dennoch nicht identisch. So mischen sich immer wieder fantastische Elemente hinein, die sich teilweise an den
realistischen Teilen der Geschichte stören. So ist es für den Leser ein wenig seltsam die Hauptfiguren in einer typischen Schule zu sehen und kurz darauf auf einem arabisch angehauchten Markt mit altertümlicher Kleidung. Das mag mitunter ja faszinierend sein, passt aber irgendwie nicht zusammen. Es fühlt sich an, als hätte Shiina Takasato alle interessanten Ideen und Hintergründe miteinander vermischt, auch wenn diese so gar nicht zusammenpassen.

A-presto Band 2Auch fällt es mitunter schwer der Handlung zu folgen, da die Seiten, Dialoge und Szenen sehr kompliziert aufgebaut sind, so dass man das Gefühl hat, am Ende gar nichts zu wissen. Dies sorgt auch dafür, dass die Figuren ungewöhnlich blass bleiben. Man erfährt nur wenig über Rin und Karaku, auch wenn man sie über mehrere Episoden hinweg begleitet. Es mangelt an Charakterdarstellung – und Entwicklung, was wirklich schade ist. Bleibt zu hoffen, dass die Folgebände in sich einheitlicher sind und man als Leser mehr über die Figuren erfährt und die Hintergründe zum Tod von Karaku die ein oder andere Wendung mit sich bringt. Damit würde sich der Manga angenehm aus der breiten Masse hervorheben.

Zeichnerisch ist „A-presto“ gut gelungen. Naruse Tomine hat einen angenehmen, schönen Stil, der gut zur Atmosphäre der Geschichte passt. Sowohl die jungen, als auch die älteren Versionen von Karaku und Rin sind hübsch anzusehen, und auch die übrigen Figuren werden stimmig in Szene gesetzt. Hintergründe, Perspektiven und ein wenig Dynamik findet man ebenfalls in „A-presto“, so dass der Manga optisch einen gelungenen Eindruck macht.

„A-presto“ ist ein interessanter Mysterymanga, der mit guten Zeichnungen und einer spannenden Grundidee punkten kann. Leider schwächelt die Reihe ein wenig bei den Figuren und der inkonsistenten Hintergrundwelt, die seltsam zusammengewürfelt erscheint. Nichtsdestotrotz sollte man der Reihe eine Chance geben und einen Blick hineinwerfen, insbesondere wenn man leichte Mystery mag und keinen Wert auf unheimliche und blutige Mangas legt.

© Koriko

A-presto: © 2011 Shiina Takasato / Naruse Tomine, Ichijinsha / Tokyopop

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