Trau dich

Name: Trau dich
Englischer Name: Only Serious About You
Originaltitel: Sorenari ni Shinken nandesu
Herausgebracht: Japan: Houbunsha 2010
Deutschland: KAZÉ 2014
Mangaka: Kai Asou
Bände: 2 Bände
Preis pro Band: 6,95 €

Trau dich Band 1Story:
Das Leben des alleinerziehenden Osawa ist alles andere als leicht, seitdem seine Frau ihn und seine Tochter Chizu verlassen hat. Dennoch bemüht er sich dem Mädchen ein guter Vater zu sein und sich so viel Zeit für sie zu nehmen, wie es sein Job als Bedienung in einem Restaurant zulässt. Als Chizu eines Tages krank wird und nicht in der Kindertagesstätte bleiben kann, bietet ausgerechnet Yoshiaki, einer der Stammkunden des Restaurants, der seine Hilfe an. Dass dieser schwul ist und immer wieder den Versuch startet, bei Osawa zu landen, sorgt bei dem jungen Vater für Skepsis. Dennoch nimmt er Yoshiakis Angebot an und lernt den flatterhaften, ewig lächelnden Angestellten mit der Zeit besser kennen. Auch Chizu gewöhnt sich schnell an Yoshiaki und fasst Vertrauen. Als Osawas Exfrau eines Tages vorschlägt, Chizu bei sich und ihrem neuen Mann aufzunehmen, wird Osawa vor eine schwerwiegende Entscheidung gestellt …

Eigene Meinung:
Mit dem 2-bändigen Manga „Trau dich“ von Kai Asou wagte Kazé Manga den Einstieg in den Boys Love Markt. Die romantische Geschichte ist ein Spin-Off des Mangas „Yachin Hanbun no Ibasho desu“, in dem es um Yoshiakis Exfreund Yukito geht, und erfreute sich sowohl in Japan, als auch in den USA wachsender Beliebtheit, so dass sich Kazé einen gelungenen Vertreter des BL Genres gesichert hat.

Die Geschichte schreitet langsam voran und konzentriert sich hauptsächlich auf Osawa, dessen Leben sich um die Arbeit und seine kleine Tochter dreht. Dementsprechend ruhig und realistisch ist die gesamte Atmosphäre des Mangas. Kai Asou lässt sich und den Lesern Zeit, die Beziehung der beiden Männer mit der notwendigen Sorgfalt und Sensibilität aufzubauen. Die Geschichte geht daher zu Beginn ein wenig schleppend voran, doch es passt zum Grundthema und den Figuren des Mangas. Zudem lässt sie Chizu viel Platz und Handlungsfreiraum. Das Mädchen ist nicht nur Mittel zum Zweck, um Osawa und Yoshiaki einander näherzubringen, sondern eine eigenständige Person mit Problemen und Sorgen. Aus diesem Grund wirkt „Trau Trau dich Band 2dich“ auch so realistisch und authentisch – Osawa und Yoshiaki fallen nicht bei der erstbesten Gelegenheit ins Bett, sondern brauchen Zeit, um einander näherzukommen und zueinander Vertrauen aufzubauen.

Wie erwähnt sind die Charaktere sehr authentisch, lebendig und sympathisch. Man schließt sowohl Osawa, als auch Yoshiaki ins Herz, ebenso die kleine Chizu. Es macht Spaß sie kennenzulernen und ein Stück weit zu begleiten. Auch entsprechen sie nur bedingt dem gängigen Mangaklischee, was der ruhigen, realistischen Geschichte zugutekommt. Es gibt keine überdrehten Reaktionen oder skurrile Aktionen, die in „Trau dich“ fehl am Platz gewesen wären.

Auch die Zeichnungen passen sehr gut zum Grundthema, der Geschichte und den Charakteren des Mangas. Kai Asou hat einen sehr schlichten, angenehm erwachsenen Stil. Letzteres merkt man daran, dass es sich bei Osawa und Yoshiaki um Männer handelt, nicht um Teenager. Doch auch Kinder sind kein Problem für sie, ebenso Frauen und Hintergründe. Dabei verzichtet die Mangaka auf übermäßig viele Details und den Einsatz von Rasterfolie, was „Trau dich“ eine sehr helle, weiche Atmosphäre verleiht. Kai Asou versteht was sie tut und weiß sowohl mit der Handlung, als auch mit den Zeichnungen zu überzeugen.

Alles in allem ist „Trau dich“ ein gelungener Boys Love Manga, der durch eine authentische, ruhige Geschichte, sympathische Charaktere und angenehm schlichte, erwachsene Zeichnungen besticht. Kai Asou lässt sich Zeit, überstürzt nichts und treibt die Handlung behutsam voran, ohne die üblichen Klischees zu bemühen. Wer erwachsene, ruhige Boys Love Mangas mag, in denen es nicht immer gleich zur Sache gehen muss, ist mit „Trau dich“ gut beraten. Zu empfehlen.

Trau dich: © 2010 Kai Asou, Houbunsha / Kazé Manga

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Ten Count

Name: Ten Count
Englischer Name:
Originaltitel: Ten Count
Herausgebracht: Japan: Shinshokan 2014
Deutschland: Tokyopop 2015
Mangaka: Rihito Takarai
Bände: 6 Bände, wird fortgesetzt
Preis pro Band: 6,95 €
24,95 € (Band 5 Sonderausgabe)

Ten Count 01Story:
Das Leben des Sekretärs Shirotani könnte wesentlich einfacher sein, wenn er nicht unter Mysophobie leiden würde, der krankhaften Angst vor Schmutz und Bakterien. Als sein Chef beinah von einem LKW angefahren wird und in letzter Sekunde von dem jungen Kurose gerettet wird, ändert sich das Leben des Sekretärs schlagartig. Denn Kurose durchschaut ihn auf den ersten Blick, behandelt er doch in einer speziellen Klinik Kinder, die unter psychischen Störungen und Mysophobie leiden. Er bietet Shirotani seine Hilfe und Unterstützung an, um das Problem in den Griff zu bekommen, und Shirotani willigt schließlich ein. Während der Behandlung, in der Shirotani 10 selbstgewählte Punkte erfüllen soll, die ihn in Panik versetzen, kommt er Kurose näher und schon bald entwickelt sich ein ungewöhnliches Verhältnis zwischen den beiden …

Eigene Meinung:
Mit dem Manga „Ten Count“ bringt Tokyopop das neuste Werk der beliebten Mangaka Rihito Takarai auf den Markt, die durch ihre Werke „Seven Days“ (das 2015 eine zweiteilige Realverfilmung erhalten hat), „Only the Flower knows“ und „Bride oft he Fox Spirit“ bekannt geworden ist. Dieses Mal verlässt die Mangaka die gewohnten, romantischen Pfade und porträtiert einen psychisch kranken, jungen Mann. Die Geschichte ist daher ernster und wartet mit einigen verstörenden Elementen auf, was den Manga aus der breiten Masse der Veröffentlichungen hervorhebt.

Inhaltlich ist „Ten Count“ gut gelungen und weiß zu fesseln. Der Leser steigt problemfrei in die Geschichte ein und lernt mit Shirotani einen ungewöhnlichen Hauptcharakter kennen, der von seinen Ängsten beherrscht wird. Glücklicherweise lässt sie die Zeichnerin Zeit, die Handlung und die Figuren zu entwickeln. Im ersten Band gibt es deswegen weder Erotik, noch irgendwelche weiterführenden Andeutungen, da dies nicht zum Grundthema der Geschichte gepasst hätte. Zudem achtet sie auf kleine Details, die zum Krankheitsbild Shirotanis passen und behandelt das Thema Mysophobie mit der notwendigen Sensibilität. Ob die von Kurose angewandte Therapie wirklich realistisch ist, lässt sich für den Laien zwar nur schwer einschätzen, doch sie wirkt sinnvoll und man ist gespannt, wie es mit den beiden weitergeht.

Ten Count Band 2Neben der interessanten Handlung die Charaktere können überzeugen. Sie entsprechen nur bedingt die typischen Klischees des Genres und bleiben daher auch im Gedächtnis. Gerade Shirotani lernt der Leser sehr intensiv kennen, wenngleich man seine zwanghaften Ängste nur bedingt nachvollziehen kann. Er wirkt verloren, ist mit sich selbst und der Umwelt nicht im Reinen und beginnt erst durch Kurose ein wenig aus sich herauszugehen. Welche Geheimnisse er hat oder was die Mysophobie ausgelöst hat, wird noch nicht geklärt. Auch Kurose ist ein Buch mit sieben Siegeln – man erfährt im ersten Band nur wenig von ihm und seinen Beweggründen dem jungen Sekretär zu helfen. Dennoch ist er eine interessante Figur, die neugierig macht und reizvoll ist.

Wie nicht anders zu erwarten, bewegen sich Rihito Takarais Zeichnungen auf gewohnt hohem Niveau und passen sehr gut zum Manga. Die Mangaka hat sich im Vergleich zu „Only the Flower knows“ und „Bride oft he Fox Spirit“ noch einmal gesteigert und präsentiert ein gelungenes Werk. Ihr feiner, sicherer Stil harmoniert sehr gut mit der Geschichte und den Figuren. Auch sind die Zeichnungen dynamisch und abwechslungsreich, bestechen durch gut ausgearbeitete Hintergründe und ausdrucksstarke Figuren.

„Ten Count“ ist ein gelungener, inhaltlich ungewöhnlicher Boys Love Manga, der durch interessante Figuren und tolle Zeichnungen besticht. Rihito Takarai wagt sich an ein schwieriges Thema heran und behandelt es mit der notwendigen Sensibilität, wenngleich Fans von romantischer und erotischer Lektüre dieses Mal nur bedingt zum Zuge kommen. Allerdings versprechen die Folgebände mehr Spannung zwischen Shirotani und Kurose, so dass man die Fortsetzung kaum erwarten kann. Zu empfehlen …

Ten Count: © 2014 Rihito Takarai, Shinshokan / Tokyopop

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Tokyo Home

Name: Tokyo Home
Englischer Name:
Originaltitel: Tokyo Home
Herausgebracht: Frankreich: Kana 2010
Deutschland: Tokyopop 2011
Autor: Thierry Gloris / Cyrielle Claire
Bände: Einzelband
Preis pro Band: 14,95 €

Tokyo HomeStory
Julie Wallon ist 17 Jahre alt und reist mit nichts als einem Koffer von Frankreich nach Paris. Nach einer Kurzschlussreaktion und einem heftigen Streit mit ihrer Mutter, hat sie sich einfach in das nächstbeste Flugzeug nach Tokyo gesetzt, um bei ihrem Vater Jean-Raymond einen Neuanfang zu wagen. Dieser lebt schon seit Jahren in der quirligen Großstadt und arbeitet als Modedesigner und Schneider, nachdem er sich von seiner Frau getrennt hat.

Doch schon der erste Tag in Tokyo wird für Julie zu einer Katastrophe, denn ihr Vater holt sich nicht wie vereinbart vom Flughafen ab, so dass Julie vollkommen auf sich allein gestellt ist. In einer Stadt, in der sie weder die Sprache spricht, noch die Hinweisschilder lesen kann, begibt sie sich auf die abenteuerliche Reise ans andere Ende der Stadt zum Haus seines Vaters.

Auf dem Weg dorthin lernt sie die Wrestlerin Kyoto kennen, die in kompletter Montur (sprich fantasievoller Anzug, Maske etc.) in derselben Bahn sitzt wie Julie. Zu Beginn wagt Julie es kaum, zu atmen, doch schon bald entdeckt sie, dass Kyoto der französischen Sprache mächtig ist. Überglücklich endlich jemanden gefunden zu haben, freunden sich die beiden an und Kyoto hilft Julie dabei sich durch das verwirrende Bahnnetz Tokyos hindurch zu winden. Nach einer wahren Odyssee erreicht Julie endlich das Zuhause ihres Vaters, der ihre Ankunft vor lauter Arbeitsstress vergessen hat. Nach Jahren begegnen sich die beiden wieder und Julie offenbart dem verdutzten Jean-Raymond, dass sie nicht nur für wenige Wochen, sondern für immer in Tokyo bleiben möchte. Sie ist fest entschlossen nie mehr nach Frankreich zurück zu kehren und schließlich akzeptiert Julies Vater ihre Entscheidung.

Für Julie beginnt ein neues Leben, jedoch ist ihr Aufenthalt an einige Regeln gebunden. Ihr Vater verlangt, dass sie schnellstmöglich die japanische Sprache erlernt und schreibt sie an einer internationalen Schule ein, in der vorwiegend französisch unterrichtet wird. Julie kommt in eine neue Klasse und findet schnell neue Freunde, zeitgleich jedoch auch Feinde, denn sie ist dem bis dahin beliebtesten Mädchen der Schule ein Dorn im Auge, zumal Julie sich auch noch mit dem hübschesten Jungen anfreundet. Dennoch fällt es Julie schwer sich mit der neuen Sprache und dem neuen Lebensstil anzufreunden. Sie erkennt schnell, welche japanischen Klischees der Wahrheit entsprechen und welche einfach nur unsinnig sind. Doch mit Hilfe ihrer Freunde und eines Studenten, der ihr Nachhilfe in der japanischen Sprache gibt, fühlt sich Julie schon bald wohl in Tokyo.

Doch ihr altes Leben und der Grund für ihre überstürzte Flucht aus Paris holt sie wieder ein, als ein Brief ihres Ex-Freundes aus Frankreich bei ihr ankommt. Urplötzlich muss sie sich entscheiden, ob sie in Japan bleiben will, oder ihrem Ex-Freund eine neue Chance einräumen will…

Eigene Meinung:
„Tokyo Home“ ist eine schön aufgemacht Graphic Novel, die von den französischen Künstlern Thierry Gloris und Cyrielle Claire stammt. Erzählt wird die Geschichte der jungen Julie, die ein neues Leben in Japan beginnt und den Leser mit auf eine Reise in ein kulturell vollkommen anderes Land nimmt. Die beiden Künstlerinnen stürzen sich bei der Umsetzung des Themas auf nahezu jedes Klischee, mal bestätigen sie es, mal widerlegen sie es. Der Leser reist gemeinsam mit Julie durch ein fremdes Land, das in vielen Punkten ganz anders ist als Deutschland oder Frankreich. Dabei wird nicht nur auf die Sprachbarriere Bezug genommen, sondern auch auf die vielen kleinen Probleme, die Julie jeden Tag erwarten. Insgesamt ist die Geschichte dennoch recht simpel gestrickt. Wer den französischen Manga „Lou“ kennt, fühlt sich an einigen Punkten ein wenig daran erinnert, zumal die Liebesgeschichte, die in „Tokyo Home“ erzählt werden, denen von „Lou“ recht ähnlich sind. Zudem wirkt gerade die Liebes – Thematik ein wenig aufgesetzt und zu schnell abgehandelt. Es wäre schöner gewesen, wenn sich die Künstlerinnen hierfür mehr Zeit gelassen, oder gänzlich darauf verzichtet hätten.

Zeichnerisch ist die Graphic Novel gut gelungen. Sicherlich ist es für einen Mangaleser zunächst erst einmal gewöhnungsbedürftig und insgesamt kommt „Tokyo Home“ nicht an französische Comics wie „Lou“ oder „Freaks Squeele“ heran. Die Künstlerinnen arbeiten mit einem niedlichen, kindlichen Comicstil, der durch die Kombination von Bleistift und Aquarell besticht. Teilweise wirken die Panele ein wenig unsauber, doch das passt gut zum Gesamteindruck von „Tokyo Home“. Hintergründe sind selten vorhanden, zumeist sind die Panele weiß oder leicht schraffiert. Nur selten präsentieren Gloris und Cyrielle dem Leser ausgearbeitete Stadtansichten oder Szenerien.

Insgesamt ist „Tokyo Home“ eine schön aufgemachte Graphic Novel, die durch schlichte, ungewöhnliche Zeichnungen und eine leicht verständliche Story besticht. Viel Inhalt und eine actiongeladene Handlung, darf man nicht erwarten, „Tokyo Home“ ist vielmehr eine Homage an Japan und die japanische Kultur, ohne dass Thierry Gloris und Cyrielle Claire ihre eigenen Wurzeln vergessen. Wer sich für Comics und Graphic Novels interessiert und ein bisschen mehr über die japanischen Traditionen erfahren will, sollte einen Blick riskieren. Wirklich neu sind die Informationen über Japan nicht mehr, jedoch gelingt es Thierry Gloris und Cyrielle Claire sie sehr amüsant und liebevoll in Szene zu setzen. Zu empfehlen…

© Koriko

Lou!: © 2010 Thierry Gloris / Cyrielle Claire, Kana / Tokyopop

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ZE

Name: ZE
Englischer Name: ZE
Originaltitel: ZE
Herausgebracht: Japan: Shinshokan 2005
Deutschland: EMA 2010
Mangaka: Yuki Shimizu
Bände: 11 Bände
Preis pro Band: 6,50 €

ZE Band 1Story:
Nach dem Tod seiner geliebten Großmutter nimmt Raizo den Job als Haushälter in einem sehr skurrilen Haushalt an. Waki, der Raizo einstellte, ist noch der normalste Bewohner des Haushaltes. Raizo beschließt das Beste aus seinem neuen Leben zu machen, denn fortan lebt er nicht nur mit den anderen Hausbewohnern unter einem Dach, er darf für diese kochen, putzen und den gesamten Haushalt übernehmen. Doch bereits der erste Abend wird zu einem Desaster. Sein liebevoll gekochtes Essen stößt auf wenig Gegenliebe, dabei probieren es die anderen nicht mal. Die hübsche Benio ist voll und ganz mit ihrem Liebhaber Oka beschäftigt, Waki hat schlicht und ergreifend keine Lust. Der Einzelgänger Kon ist nicht einmal aufzufinden. Lediglich Kotoha und Konoe, die beide auch ein Paar zu sein scheinen, gesellen sich zu Raizo. Doch schon nach kurzes Zeit verschwinden auch diese, nachdem sich in einen leidenschaftlichen Kuss versunken sind (und den Rest in ihrem Zimmer fortsetzen wollen).

Raizo ist verunsichert, doch wie aus dem Nichts taucht ein seltsamer Mann mit einer Fuchsmaske auf- der Einzige, der sein Essen isst. Als er am Abend auch noch sein Zimmer mit dem mürrischen Kon teilt, ist Raizo unbeholfener denn je.

Nach dieser Pleiten will Raizo sich noch mehr ins Zeug legen. Er beschließt Nabe zu kochen und tatsächlich gelingt es ihm mit solch ausgefallenem Essen alle Hausbewohner an den Tisch zu bekommen. Doch noch bevor sie überhaupt essen können, passiert etwas seltsames- etwas unsichtbares greift Konoe an und reißt ihm den ganzen Arm ab. Er landet direkt im Essen. Raizo ist in hellster Panik. Doch noch bevor er den Krankenwagen rufen kann erklärt ihm Waki, dass er sich nicht sorgen muss. Konoe ist ein Kami, das bedeutet er besteht komplett aus Papier. Tatsächlich wächst sein Arm wieder an, ohne das eine Narbe übrig bleibt.

Raizo hat das bestgehütetste Geheimnis der Hausbewohner herausgefunden- ein Teil der „Menschen“ sind in Wirklichkeit Kami, kleinen Puppen aus Papier, die von Waki zum Leben erweckt werden. Kamis dienen den Kotodama, Menschen die mit ihren Worten böse Flüche aussprechen können. Doch diese fallen teilweise auf sie zurück, so dass sie von jedem Fluch Verletzungen davontragen. Die Aufgabe des Kami ist es schlussendlich diese Verletzungen zu heilen, indem sie sie auf sich übertragen. Zumeist funktioniert das, wenn sie die Schleimhäute der Partner berühren. Raizo begreift nun endlich, was es mit den Paaren auf sich hat und ihren Intimitäten.

Lediglich Kon hat keinen Partner. Raizo erfährt, dass der Junge ein Kami ohne Kotodama ist und sich daher fast komplett aufgegeben hat. Er erweckt Raizos Mitleid und er beschließt von nun an auf Kon aufzupassen und sein Kotodama zu werden. Doch so leicht ist es nicht einer Verbindung zu Kon aufzubauen. Und ein Kotodama kann man auch nicht einfach so werden.

Dennoch nimmt sich Raizo vor auf Kon aufzupassen. Und bevor er sich’s versieht ist er mittendrin in der Welt der Kotodamas und Kamis. Ihm wird schnell klar, dass um ihn herum wesentlich mehr Kamis leben und handeln, als es den Anschein hat…

ZE Band 2Eigene Meinung:
Yuki Shimizus neue Serie „Ze“ ist gänzlich anders als das, was man bisher von ihr gesehen hat. Sicherlich stehen die Charaktere und ihre Beziehung zueinander im Vordergrund, dennoch fügt sich der Geschichte eine ordentliche Portion Mystery und Action hinzu. Wie schon bei „Love Mode“ beschränkt sie sich nicht nur auf ein Pärchen, sondern beleuchtet in verschiedenen Kurzepisoden unterschiedliche Paare. Dabei stehen ganz klar die Beziehungen zwischen Kami und Kotodama im Vordergrund, in den späteren Bänden stehen andere Charaktere sogar gänzlich im Zentrum. Wie schon bei „Love Mode“ wird es daher nicht langweilig, da sich dem Leser eine Vielzahl Pairings präsentiert, aus denen er sich seine Lieblinge herauspicken kann. Sogar ein Yuri- Pärchen ist in Form von Benio und Oka vorhanden, wenngleich diese etwas stereotyp dargestellt sind. Zudem ist die Geschichte ziemlich verwirrend, weil nach dem Lesen des ersten Bandes etliche Dinge ungeklärt bleiben.

Leider hat die schlechte Übersetzung von EMA ihr übriges dazu beigetragen. Kennt man andere Fassungen nicht, werden einem etliche Dialoge seltsam und unlogisch erscheinen. Grund hierfür ist die Tatsache, dass der Übersetzer öfters die Begriffe Kami und Kotodama vertauscht hat und so reichlich Verwirrung stiftet. Doch auch sonst wird man nicht schlau aus einigen Szenen, was den Lesefluss- und genuss massiv beeinträchtigt.

Die Zeichnungen sind wie immer sehr hübsch. Wer den Stil von „Love Mode“ mochte, dem wird auch „Ze“ gefallen. Die Künstlerin hat sich nicht wirklich gesteigert, doch das macht nichts. Trotz der Fülle an Charakteren ist es schön zu sehen, dass sich Yuki Shimizu um unterschiedliche Gesichtstypen bemüht, was es ungemein erleichtert die Charaktere voneinander zu unterscheiden. Dennoch wirken die Figuren manchmal ein wenig steif, gerade wenn Dynamik im Spiel ist, wirken die Panele leicht statisch.

Insgesamt ist „Ze“ ein schöner, ungewöhnlicher und spannender Manga, der mit ungewöhnlicher Story aufwartet. Die Charaktere sind ein bisschen stereotyp und wirken konstruiert, ebenso die Pärchen, doch insgesamt macht es Spaß „Ze“ zu lesen. Wer Yuki Shimizu mag und gerne Boys Love Mangas liest, in denen er viele Pairings hat, kann bei „Ze“ bedenkenlos zuschlagen. Zu empfehlen…

© Koriko

ZE: © 2005 Yuki Shimizu, SHINSHOKAN CO.,Ltd. / EMA

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Ctrl + T Inio Asano Works

Name: Ctrl + T Inio Asano Works
Englischer Name:
Originaltitel: Ctrl + T Asano Inio Works
Herausgebracht: Japan: Shogakukan 2010
Deutschland: Tokyopop 2015
Mangaka: Inio Asano
Bände: Einzelband
Preis pro Band: 19,95 €

Ctrl-TInhalt
Auf 152 Seiten präsentiert der Künstler Inio Asano Illustrationen und Werbebilder zu seinen Werken „ Gute Nacht, Punpun“, „Solanin“ und „Mädchen am Strand“. Hinzukommen zwei Kurzmangas: „Warten auf den Frühling“, eine Side-Story zu „Solanin“, die sich am Anfang des Buches befindet, und „Sonnenblumenfeld“, der das Artbook abschließt. Beide Kurzgeschichten sind durchaus lesenswert, allerdings ist es hilfreich bereits andere Werke des Künstlers zu kennen, gerade bei der „Solanin“-Sidestoy.

Natürlich dürfen auch die obligatorischen Interviews, Storyboards und Illustrationsübersichten nicht fehlen, allerdings gibt es bei „Ctrl + T Inio Asano Works“ schon ein bisschen mehr zu entdecken. So handelt es sich bei den Interviews nicht nur um ein reines Gespräch mit dem Mangaka, sondern auch um zwei skurrile Interviews, die hervorragend zum Stil und der Atmosphäre des Buches passen: Da sein Name oftmals falsch geschrieben wird, hat er kurzerhand zwei Menschen interviewt die Niio Asano heißen: einen Kaktustrainer und eine ganzheitliche Wahrsagerin. Herauskommt zwei unterhaltsame Gespräche, die beweisen, dass Inio Asano durchaus Sinn für Humor hat (insofern man auf den schrägen Humor des Mangaka steht)

Abgerundet wird das Artbook durch 4-Panel-Kurzcomics, unveröffentlichte Storyboards und Skizzen, witzige Informationen rund um Tokyo und den Mangaka und eine ausführliche Werksübersicht.

Eigene Meinung
Mit dem Artbook „Ctrl + T Inio Asano Works“ legt Tokyopop eine gelungenes Werk des Ausnahmekünstlers Inio Asano vor, das sich Fans nicht entgehen lassen sollten. Auf über 150 Seiten findet man nicht nur die wichtigsten Illustrationen seiner Mangas, es gibt auch viel Neues und Unveröffentlichtes zu entdecken. Seien es die Kurzmangas oder Storyboards, Interviewe oder Specials – „Ctrl + T Inio Asano Works“ kann in allen Punkten überzeugen und macht einfach Spaß. Allerdings ist das Artbook Neueinsteigern nur bedingt zu empfehlen, da man die Mangas schon kennen sollte, ebenso einen Faible für die klaren Zeichnungen und die ungewöhnlichen Figuren Asano haben sollte. Ansonsten kommt einem die Aufmachung des Artbooks wahrscheinlich etwas seltsam vor und man kann nur bedingt etwas mit den Illustrationen und Interviews anfangen.

Die Aufmachung des Artbooks ist ebenfalls gelungen und rechtfertigt den Preis von 19,95. „Ctrl + T Inio Asano Works“ kommt zwar nicht im Hardcover daher, doch das Softcover ist stabil, die Seiten hochwertig und der Druck sehr gut.

Fans von Inio Asano sollten auf jeden Fall zugreifen – „Ctrl + T Inio Asano Works“ ist ein ein informatives, gut aufgemachtes Artbook, das sowohl den Künstler, als auch seine Werke optimal präsentiert. Dank der gelungenen Aufmachung und des angenehmen Preises, sollte man sich dieses Artbook nicht entgehen lassen. Neueinsteiger sollten allerdings vorab die Werke des Mangakas kennen, da „Ctrl + T Inio Asano Works“ wirklich nur für Fans des Künstlers geeignet ist.

Ctrl + T Inio Asano Works: © 2010 Inio Asano, Shogakukan / Tokyopop

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Yokan ex Noise

Name: Yokan ex Noise
Englischer Name: Yokan ex Noise
Originaltitel: Yokan ex Noise
Herausgebracht: Japan: Oakla 2008
Deutschland: EMA 2011
Mangaka: Makoto Tateno
Bände: Einzelband
Preis pro Band: 6,50 €

Yokan ex NoiseStory:
Die beiden Band “Nun” und “Charon” sind die angesagtesten Musiker auf dem japanischen Markt. Die weiblichen Fans liegen ihnen zu Füßen und sie stehen in vielerlei Hinsicht in Konkurrenz zueinander. Das sorgt nicht nur dafür, dass ihre Platten nahezu zeitgleich erscheinen und sie durch dieselben Städte touren, sondern auch dafür, dass sich Hiroya, Sänger von „Nun“ und „Charon“-Bandleader Akira immer wieder sehen können. Die beiden sind ein Paar, was sie jedoch nicht davon abhält immer wieder gegeneinander anzutreten. Besonders der ehrgeizige Akira fordert alles von Hiroya, um sich mit ihm und seinen Songs messen zu können. Daher sieht er es gar nicht gern, dass Takahashi, ein bekannter Regisseur an Hiroya herantritt und ihm die Hauptrolle in seinem neuen Film anbietet. Akira ist alles andere als begeistert und als er Hiroya zur Rede stellt und dieser sich auch noch ernstlich darüber Gedanken macht, wieder ins Schauspielgeschäft einzusteigen, ist Akira wütend. Er trennt sich von Hiroya, plant jedoch auf seine Art seinen Liebhaber wieder zurück zu „Nun“ und der Musik zu bringen. Nachdem „Charon“ ihre neue Single einstudiert haben, beginnt Akira dem unwissenden Takahasi unterschiedliche Versionen des Songs zukommen zu lassen, um dem verwirrten Regisseur ein Angebot unterbreiten zu können, was dieser kaum ausschlagen kann…

Doch nicht nur die Gefahr, dass Hiroya wieder zurück zur Schauspielerei gehen könnte, wirft einen Schatten auf die Beziehung zwischen den beiden Sängern. Hiroya beginnt sich immer merkwürdiger zu verhalten und Akira macht sich zunehmend Sorgen. Als Hiroya auch noch verschwindet, steht für Akira fest, seinen Geliebten zu suchen. Von Koji, einem Mitglieder seiner Band „Charon“ erfährt Akira, wo sich Hiroya aufhalten könnte und das er mit einem Ereignis aus der Vergangenheit kämpfen könnte – dem Selbstmord eines jungen Mannes, der damals zu „Nun“ gehört hat…

Eigene Meinung:
„Yokan ex Noise“ stammt aus der Feder Makoto Tatenos und führt die Handlung des Mangas „Yokan“ fort. Die Geschichte ist im Showbizz angesiedelt, dieses Mal konzentriert sich die Künstlerin ganz auf die beiden Bands „Charon“ und „Nun“. Wirklich viel Tiefgang und Handlung sollte man nicht erwarten, es plätschert vor sich hin, auch wenn mit dem Selbstmord eines Bandkollegen Hiroyas durchaus Platz für einen interessanten Handlungsbogen geschaffen wird. Leider wird dieser Handlungsstrang nicht wirklich ausgearbeitet, so dass er zu oberflächlich wirkt.

Die Charaktere ähneln den Figuren ihrer bekannteren Mangas, insbesondere da der Zeichenstil zwar schön anzusehen, jedoch sehr gleichförmig ist. Wer andere Mangas der Künstlerin kennt, weiß wovon ich rede. Makoto Tateno besitzt zwar einen sehr sicheren Strich und hat einen Stil, den man unter Hunderten wiedererkennt, jedoch sind ihre Mangas, Geschichten und Charaktere austauschbar. „Yokan ex Noise“ bildet da leider keine Ausnahme.

Insgesamt ist „Yokan ex Noise“ nur Hardcore Fans von Makoto Tateno zu empfehlen. Wer ihre Mangas liebt, wird um dieses Werk nicht herum kommen. Fans von Boys Love, Showbizz und einem Hauch Drama können durchaus einen Blick riskieren, doch man sollte „Yokan“ zumindest einmal gelesen haben, da die Mangas zwar separat stehen können, jedoch aufeinander aufbauen.

© Koriko

Yokan ex Noise: © 2008 Makoto Tateno, Oakla Publishing Co.,Ltd. / EMA

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Yokan

Name: Yokan
Englischer Name: Yokan Premonition
Originaltitel: Yokan
Herausgebracht: Japan: Oakla 2003
Deutschland: EMA 2011
Mangaka: Makoto Tateno
Bände: Einzelband
Preis pro Band: 6,50 €

YokanStory:
Akira, Sänger von „Charon“ und Sunaga, Schauspieler und Sänger könnten unterschiedlicher nicht sein. Während Akira nur Songs zum Besten gibt, die aus seiner Feder stammen und sich gar nicht um das weibliche Publikum schert, ist es Sunaga, wenn er überhaupt auftritt, vollkommen egal, was er singt, solange er die Fans unterhalten kann. Als Akira jedoch eines Tages auf dem Dach eines Hauses zufällig den Song „Voice“ hört, was Sunaga selbst geschrieben hat, ist er sowohl fasziniert, als auch begeistert. Doch das Lied, was Akira so gut gefällt, scheint Sunaga vollkommen egal zu sein. Entsetzt muss er feststellen, wie wenig Sunaga an seinen eigenen Stücken hängt und dass er sein ganzes Talent verschwendet, indem er nie selbstgeschrieben Songs zum Besten gibt. Er bietet Akira „Voice“ sogar gegen eine geringe Gegenleistung an, was Akira zunächst ablehnt.

Dennoch geht Akira das Lied nicht mehr aus dem Kopf. Er ist so sehr davon vereinnahmt, dass sogar seine Bandkollegen darauf aufmerksam werden und es unbedingt auf ihre neue CD packen wollen. Doch da sich Akira dagegen ausspricht, verzichtet man darauf „Voice“ auf das neue Album zu packen. Gleichzeitig entdeckt Akira das Geheimnis Sunagas – er war Mitglied der Indieband „Nun“, deren einziges Album extrem hoch gehandelt wird.

Akira beschließt dennoch für „Voice“ bezahlen und besucht Sunaga. Er will von Sunaga erfahren, warum er das Lied nirgendwo spielen will. Als er jedoch keinerlei Antwort erhält, beschließt Akira Sunaga aus der Reserve zu locken. Er spielt „Voice“ bei einem Live-Konzert und es wird ein echter Geheimtipp. Die Presse überschlägt sich, jeder will wissen, was für ein Song das war. Als Akira bei einer Talkshow, zu der auch Sunaga geladen ist, offen erzählt, dass er „Voice“ nicht geschrieben hat und Sunaga der eigentliche Songwriter ist, überstürzen sich die Ereignisse. Sunaga verlässt wütend die Show und passt Akira später bei sich zu Hause ab.
Akira muss erkennen, dass er zu weit gegangen ist. Nach und nach erfährt er, warum Sunaga nicht mehr singen will und weshalb sich die Band „Nun“ aufgelöst hat…

Der Band enthält zudem die Kurzgeschichte „Sinsemilla“, in dem sich der junge Seiji in seinen heterosexuellen Nachbarn Kazumi verliebt und immer wieder von ihm träumt. Bis eines Tages Kazumi zu ihm kommt und ihm erzählt, dass er ganz ähnliche Träume hat, insbesondere nachdem Seiji ihm Tabletten gegeben hat…

Eigene Meinung:
„Yokan“ ist das Prequel des Mangas „Yokan ex Noise“ und stammt aus der Feder Makoto Tatenos. Der Manga ist schon ein wenig älter, weswegen die Zeichnungen nicht ganz das Niveau ihrer neueren Werke erreichen. Dennoch erkennt man ihren typischen Stil, der sich schon seit Jahren hält. Leider fällt es schwer, die Charaktere zu unterscheiden, da sie sich doch zu ähnlich sind. Gerade wenn man andere Mangas der Künstlerin kennt, werden einem die Charaktere bekannt vorkommen.

Die Geschichte ist ganz okay, wirkt an einigen Stellen allerdings unrealistisch. Insbesondere die Erotikszene wirkt ein wenig übertrieben. Dennoch bietet „Yokan“ ein wenig mehr Handlung, als edie gängigen deutschen Boys Love – Veröffentlichungen. Sie ist gut durchdacht, in sich stimmig und passt zu den Charakteren.

Die Charaktere sind ein wenig stereotyp, insbesondere Sunaga, der sich zumeist im Hintergrund hält und nichts über sich preisgibt. Seine Vergangenheit wird in diesem Band sehr genau beleuchtet, während Akira leider etwas blass bleibt. Auch die anderen Nebencharaktere bleiben sehr unscheinbar, da fast gar nicht auf die eingegangen wird.

Insgesamt ist „Yokan“ ein Muss für alle Fans der Künstlerin und diejenigen, die Boys Love Mangas mögen, die im Musik-Genre spielen. Die Handlung ist überraschend tiefgründig und zumindest Sunaga wird eingehend beleuchtet. Wer Dramatik und einer Prise Erotik nicht abgeneigt ist, sollte einen Blick riskieren.

© Koriko

Yokan: © 2003 Makoto Tateno, Oakla Publishing Co.,Ltd. / EMA

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Yellow / R

Name: Yellow / R
Englischer Name:
Originaltitel: Yellow / R
Herausgebracht: Japan: Enterbrain 2011
Deutschland: EMA 2011
Mangaka: Makoto Tateno
Bände: 2 Bände
Preis pro Band: 6,50 €

Yellow / R Band 1Story:
Zwei Jahre sind seit der Sache mit Takis Ersatzfamilie vergangen. Taki und Go sind seitdem untergetaucht und haben ihr Diebesdasein aufgegeben, um ein normales Leben führen zu können. Doch das ändert sich schnell, als Hatozaki, ein Kriminalbeamter, bei ihnen auftaucht und die beiden um Hilfe bittet. Der Polizei ist es gelungen einen Mann namens Kawakami festzusetzen, der Drogen im großen Stil der Hanamasa-Bande zur Seite schaffte. Nun ist die Bande den Drogen auf der Spur, ebenso wie die Polizeit, die jedoch keinerlei Ahnung hat, wo sich die Ware befindet. Sie haben lediglich einen Code, den es zu knacken gilt, um die Drogen ausfindig zu machen. Hatozaki erhofft sich Hilfe von Go und Taki, die schließlich einwilligen wieder als Diebe für die Polizei zu arbeiten.

Gemeinsam kehren sie zurück ins Roost, dem Ort, an dem sie sich kennenlernten und ihre ersten gemeinsamen Fälle hatten. Kanji, ein Junge, dem sie einst geholfen hatten, ist begeistert, dass die beiden zurückkommen und auch ihre anderen Freunde sind glücklich darüber. Go und Taki beschließen, ihr beschauliches Leben gänzlich aufzugeben, wenn es ihnen gelingt den jetzigen Fall zu lösen.

Und so nehmen Gos und Taki ihr altes Leben wieder auf, nachdem sie den ersten Fall geklärt haben. Dasfolgenden Kapitel zeigt, wie Go und Taki Partner wurden und ihren ersten gemeinsamen Fall gelöst haben. Zudem gibt es noch eine Geschichte, in der Gos Vergangenheit ein wenig beleuchtet wird, der in einer Komune aufgewachsen ist, nachdem seine Mutter mit einem anderen Mann durchgebrannt ist.

Yellow / R Band 2Eigene Meinung:
„Yellow R“ knüpft direkt an das Ende des 4-bändigen Mangas „Yellow“ an, der Makoto Tatenos zu internationaler Bekanntheit verhalf. Es liegen zwar zwei Jahre dazwischen, doch das stört nicht weiter, da der Leser nichts wichtiges verpasst hat. Wie schon in der Vorgängerreihe geht es um das Lösen der Rätsel und das Aufspüren von Drogen, Aufputschmitteln oder Waffen. Dabei gibt sich Makoto Tateno sehr viel Mühe, spannende und verzwickte Rätsel zu konstruieren, die dafür sorgen, dass man automatisch mitknobelt. Da Taki und Go unterdessen ein Paar sind, fällt die knisternde Beziehung zwischen den Beiden zwar weg, doch das stört nicht weiter, da sich die Künstlerin (bis auf einige erotische Szenen) gänzlich auf die Kriminalfälle konzentrieren kann.

Die Zeichnungen sind im Vergleich zu „Yellow“ erheblich besser und sicherer. Makoto Tatenos Stil ist noch feiner und hübscher geworden, und im Gegensatz zu ihren anderen Boys Love Mangas spürt man bei Yellow R“ mehr Liebe zum Detail. Der Manga ist dynamischer und actiongeladener gezeichnet, was gut zur Handlung und den Charakteren passt. Hin und wieder stimmen Proportionen mit, doch dank der mitreißenden Handlung bekommt man das nur am Rande mit.

Ingsesamt ist „Yellow R“ ein Muss für alle Boys Love Fans, und solche, die die Werke von Makoto Tateno lieben. Von all den Mangas, die von ihr bei EMA erschienen sind, ist „Yellow R“ neben der Originalserie das beste Werk. Wer „Yellow“ mochte, wird die Fortsetzung lieben, da es die bekannte Mischung aus Action, Krimi, Comedy und Erotik enthält, gepaart mit einigen neuen Details zu Taki und Go. Zu empfehlen…

© Koriko

Yellow R: © 2011 Makoto Tateno, ENTERBRAIN INC. / EMA

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Yellow

Name: Yellow
Englischer Name: Yellow
Originaltitel: Yellow
Herausgebracht: Japan: Biblos 2002
Deutschland: EMA 2005
Mangaka: Makoto Tateno
Bände: 4 Bände
Preis pro Band: 6,50 €

Yellow Band 1Story:
Go und Taki leben gefährlich, wie schon das Motto des Mangas vermuten lässt (Grün heißt “Gehen!”, rot heißt “Stehen!” und gelb heißt “Gefahr!”). Gemeinsam arbeiten sie als Diebe, deren Auftrag es ist Drogen zu stehlen, bevor diese in Umlauf kommen. Ihr Auftraggeber ist der unscheinbare Shigeyuki Tsunega, der das Café „Roost“ leitet, in dem die beiden jungen Männer immer ihre Aufträge bekommen. Doch nicht nur ihre Arbeit ist gefährlich, auch ihr Privatleben läuft alles andere als ruhig und harmonisch. Denn Go ist schwul, scheut sich nicht davor das zu verstecken und hat ein Auge auf den hübschen Taki geworfen. Jedoch ist dieser überhaupt nicht interessiert, steht auf Frauen und versucht sich immer wieder Go vom Hals zu halten, der es nicht lassen kann seinen Partner anzubaggern. Und das passiert immer wieder und oftmals kann Taki seinen Freund nur mit Waffengewalt von sich abhalten.

Dennoch sind sie als Team unschlagbar und ergänzen sich während ihrer gemeinsamen Arbeit perfekt. Während Go für die männlichen Liebhaber ihrer Gegner zuständig ist und immer wieder als homosexueller Verführer in Erscheinung tritt, darf Taki sich der Damenwelt annehmen, denn bekanntermaßen sind nicht alle Gegner schwul und auf hübsche Knaben versessen. Ob es nun Drogen sind, die aus den Händen der Mafia gerissen werden, der Schutz die jungen Geliebten, die einen wertvollen Schatz besitzt und verteidigt, oder illegaler Waffenschmuggel, der aufgedeckt und verhindert werden will. Solange das Geld stimmt, nehmen Taki und Go die Aufträge an.

Nach und nach kommen sich die beiden ungleichen Männer näher und Gos Hartnäckigkeit zahlt sich sogar aus. Taki erkennt, dass er für Go mehr empfindet als nur Freundschaft, doch es dauert lange, bis er diese Gefühle Go offenbart. Doch gerade, als die beiden endlich die letzten Hürden in Form von Gos Exfreund Kei überwunden haben, überschlagen sich die Ereignisse. Die bekannten Assassine „Swordfish“ tauchen auf und sorgen für Chaos und jede Menge Wirbel. Denn Taki ist dieses Team nicht nur bekannt, seine Vergangenheit ist auch eng mit den Assassine verwoben. Und „Swordfish“ hat ein Auge auf Taki geworfen, was Go mehr als einmal in Schwierigkeiten bringt. Nach und nach offenbart sich Go, die Tragweite der Ereignisse und er muss erkennen, dass des Rätsels Lösung in Takis wohl gehüteter Vergangenheit liegt und er mehr mit „Swordfish“ zu tun hat, als dieser es möchte. Als Taki zu „Swordfish“ zurückkehrt und Go verlässt, um seinen Partner zu schützen, versucht Go alle Hebel in Bewegung zu setzen um seinen Geliebten zurückzuholen… und begibt sich damit in Lebensgefahr…

Yellow Band 2Eigene Meinung:
Der vierbändige Manga „Yellow“ war für Makoto Tateno der große Durchbruch. Nicht nur in Deutschland erlangte die Mangaka erstmals mehr Beachtung, auch in den USA und sogar in Japan gilt die reihe um Go und Taki als ihr beste Serie. „Yellow“ erschien 2002 bis 2004 in Japan beim unterdessen Konkurs gegangenen BIBLOS Verlag und war so populär, dass sogar kurzzeitig ein Anime im Gespräch war, der jedoch nicht realisiert wurde. Dafür wird der Manga seit 2009 zunächst als Handymanga fortgesetzt, demnächst soll es jedoch regulär weitergehen.

Makoto Tateno hat es ebenfalls „Yellow“ zu verdanken, dass sie auf der amerikanischen Yaoi- Con als Special Guest geladen war, ebenso in Deutschland auf der Connichi 2006 und auf der Leipziger Buchmesse 2010. In diesem Zusammenhang wurde auch ein Interview mit der Künstlerin geführt.

Go und Taki sind zwei Partner, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Go ist offen schwul, hat ein Händchen dafür Schlösser zu knacken und ist während ihrer Aufträge dafür zuständig die männlichen Gegner zu verführen. Taki ist durch und durch hetero, versucht sich immer wieder Gos Annäherungen zu erwehren und ist ein Spezialist, wenn es um Maschinen geht. Gemeinsam sind sie ein unschlagbares Team, deren Auftrag es ist Drogen zu stehlen oder kniffelige Fälle zu lösen. Auftraggeber ist zumeist Shigeyuki Tsunega, der im Café „Roost“ arbeitet und die Aufträge an das ungewöhnliche Duo vermittelt. Gemeinsam stolpern die zwei Männer von einem gefährlichen Fall zum anderen und immer wieder kochen die Gefühle hoch…

„Yellow“ vereinigt viele Genres miteinander- Action, Shonen-Ai, Romance und Comedy. Insgesamt kann man es am besten mit Sanami Matohs „Fake“ vergleichen, da auch hier ein Großteil der Handlung auf dem Prinzip „Kriegen sie sich oder kriegen sie sich nicht?“ aufgebaut wird. Die Fälle sind zu beginn interessant, dienen jedoch eher dazu Go und Taki zusammen zu bringen. So scheinen die Episodenfälle am Anfang fast ein wenig zu langweilen, doch zum Ende hin gibt es endlich eine komplexere Handlung und einen roten faden, der besonders Taki betrifft und etliche Sidecharaktere aktiv in die Handlung mit einbezieht. Ab diesem Moment ist „Yellow“ sehr spannend und man fiebert den Enthüllungen entgegen. Da besonderes Augenmerk auf Taki gelegt wird, entwickelt dieser sich auch am meisten weiter, doch auch Go verändert sich ein wenig, gleich wenn er nichts von seiner offenen, zielgerichteten Art einbüßt.
Zeichnerisch merkt man deutlich, dass „Yellow“ ein älteres Werk von Makoto Tateno ist. Sicherlich steigert sich die Mangaka im Laufe der Zeit, doch mit ihren aktuellen Werken kann man es kaum vergleichen. Dennoch erkennt man deutlich den Stil von Makoto Tateno, die feinen Gesichter, die detaillierten Haare und die eleganten, großgewachsenen Bishonen, die einfach dazu gehören. Frauen kommen sowieso seltener vor, so ist es auch nicht störend, dass gerade die jungen Männer oftmals sehr feminin wirken.

Wer „Fake“ mochte, Yaoi, Comedy und Action mag, sollte sich „Yellow“ nicht entgehen lassen. Von Makoto Tatenos Werken ist diese Mangareihe die beste und bietet jedem Boys Love Fan neben einer schönen romantischen Story auch etliche erotische Szenen. Für Boys Love Fans ein Muss…

© Koriko

Yellow: © 2002 Makoto Tateno, BIBLOS / EMA

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Wir beide!

Name: Wir beide!
Englischer Name: Girlsfriends
Originaltitel: Girlsfriends
Herausgebracht: Japan: Futabasha 2006
Deutschland: Carlsen 2012
Mangaka: Milk Morinaga
Bände: 5 Bände
Preis pro Band: 6,95 €

Wir beide! Band 1Story:
Die junge Mariko (Mari) ist zurückhaltend und schüchtern. Sie verbringt ihre Zeit zumeist mit dem lernen und hat nicht viele Freunde, da sie nur schwer Kontakte knüpfen kann. Das ändert sich schlagartig, als sie von ihrer Klassenkameradin Akiko, kurz Akko, angesprochen wird. Das offene, fröhliche Mädchen will schon seit einer Weile mehr von Mari wissen und überredet sie sogar sich die Haare schneiden zu lassen. Die beiden ungleichen Mädchen freunden sich an und Mari lernt Akkos Freundinnen kennen und wird in die Clique aufgenommen.

Von da an ändert sich Maris Leben schlagartig. Sie geht mit ihren neuen Freundinnen shoppen, entdeckt Kleider, Make-Up und Schmuck für sich und öffnet sich gegenüber anderen. Doch ihre beste Freundin ist und bleibt Akko, mit der sie am liebsten zusammen ist. Als Gerüchte aufkommen, dass Akko einen festen Freund hat, spürt Mari zum ersten Mal wie viel ihr ihre Freundin bedeutet und erkennt, dass sie unterdessen mehr für Akko empfindet, als ihr lieb ist…

Eigene Meinung:
„Wir beide!“, der im Original „Girlfriends“ heißt, stammt von der bekannten und beliebten Girls Love-Künstlerin Milk Morinaga. Die fünfbändige Reihe zählt zu ihren bekanntesten Werken und erzählt die Liebesgeschichte der Highschool Mädchen Mari und Akko. Die Geschichte ist im ersten Band weder romantisch, noch kitschig, da sich die Künstlerin zunächst auf die Freundschaft der Mädchen konzentriert. Erst beim zweiten band beginnt die eigentliche Handlung und die Liebesbeziehung zwischen Mari und Akko, die einige Probleme mit sich bringt.

Wir beide! Band 2Damit ist die Handlung zu Beginn ein wenig langweilig und öde, da der Leser mit den alltäglichen Problemen junger Teenager konfrontiert wird – Shoppen, Kleider, Make-Up, Diäten und Jungs. Um „Wir beide!“ beurteilen zu können, benötigt man daher mindestens einen weiteren Band, da erst der eigentlichen Liebesgeschichte erst in den späteren Kapiteln Platz eingeräumt wird.

Die Charaktere sind die typischen, niedlichen Mädchen, was sie leider auch sehr stereotyp macht. Akko ist burschikos, offen und lebensfroh, Mari schüchtern, weiblich und stiller. Es ist schon im Vorfeld klar, welche Richtung der Manga einschlägt und mit welchen Problemen sich die beiden Mädchen auseinander setzen müssen.

Zeichnerisch ist „Wir beide!“ gelungen und sehr hübsch anzusehen. Milk Morinaga hat einen sehr niedlichen, shojohaften Stil. Es ist nicht verwunderlich, dass ihr Mädchen leicht von der Hand gehen und sie ihre weiblichen Figuren passend in Szene setzen kann. Männliche Charaktere, ältere Menschen und detaillierte Hintergründe findet man hingegen eher selten, da sich die Künstlerin voll und ganz auf die hübschen Mädchen konzentriert.

Insgesamt ist „Wir beide!“ ein schöner, wenngleich ein wenig seichter Manga, bei dem es zunächst um Mode, Make-Up und die typischen Teenagerprobleme geht. Erst als die Liebe Einzug hält, bekommt die Serie mehr Tiefgang und schlägt ernstere Töne an. Die Charaktere sind sehr stereotyp und im typischen Shojostil gehalten, doch man kann sich gut in sie hineinversetzen. Milk Morinagas Zeichnungen passen perfekt zur Geschichte und runden das Gesamtbild positiv ab. Da es nur wenige längere Girls Love Serien auf dem deutschen Markt gibt, sollten Fans dieses Genre unbedingt zuschlagen, doch auch andere sollten einen Blick riskieren. Wer nicht schon nach ersten Band aufsteckt, den erwartet eine schöne Liebesgeschichte und viele niedliche Mädchen. Zu empfehlen.

© Koriko

Wir beide!: © 2006 Milk Morinaga, Futabasha Publishers Ltd. / Carlsen

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