Tränen im Schlaf

Name: Tränen im Schlaf
Englischer Name:
Originaltitel: Namida mo Tooku – Aonibi no Nemuri
Herausgebracht: Japan: Libre 2009
Deutschland: Tokyopop 2012
Mangaka: Rie Honjoh
Bände: Einzelband
Preis pro Band: 6,95 €

Tränen im SchlafStory:
Der junge Arzt Otori ist für einige Zeit in einem Rotlichtviertel eingesetzt, um dort Berufserfahrung zu sammeln. Anschließend möchte er mit seinem Professor und zukünftigen Schwiegervater nach Deutschland reisen, um sich dort beruflich weiterzuentwickeln. All diese Pläne geraten ins Schwanken, als er den begehrten Prostituierten Shiki behandelt, der von einem Kunden leicht verletzt wurde. Im Laufe der Zeit lernen sich die unterschiedlichen Männer besser kennen und Otori kann sich Shikis Charisma kaum entziehen. Obwohl er von einem befreundeten Arzt gewarnt wird, sich nicht auf ein Spiel mit einem Prostituierten einzulassen, verfällt Otori Shiki immer mehr. Als er ihn schließlich für eine Nacht bucht, gibt es keinen Weg zurück. Auch Shiki erkennt, dass sich Otori mehr und mehr in ihn verliebt, zögert jedoch, da er vor einiger Zeit von einer eifersüchtigen Frau beinah erstochen worden wäre, deren Mann ihn freikaufen wollte. Als sich Otoris junge Verlobte hilfesuchend an den besten Freund ihres zukünftigen Mannes wendet, löste sie damit ungewollt eine Katastrophe aus …

Die zweite Geschichte „Sich lösende Herzwärme“ handelt von dem jungen Chirurgen Shinobu, der unerwartet seinen ehemaligen Senpai Washizaki operieren muss. Die beiden haben sich mehrere Jahre nicht gesehen und trennten sich auf nicht ganz angenehme Art und Weise. Wird Shinobu seinen ehemaligen Freund operieren können, oder werden die Ereignisse in ihrer Vergangenheit in einer Katastrophe münden?

In der letzten Geschichte „Der verführerische Prinz“ geht es um den jungen Araber Zaido, der zwecks Brautschau für einige Zeit in Japan ist. Doch anstatt sich nach einer Frau umzusehen, fällt seine Wahl auf seinen Schulfreund Noriaki, der mit der überschwänglichen Art des Arabers zunächst wenig anfangen kann …

Eigene Meinung:
Der Einzelband „Tränen im Schlaf“ gehört grob zu Rie Honjohs Manga „Silberner Schmetterling“, der bereits im Sommer bei Tokyopop erschienen ist. In beiden Mangas spielen die Geschichten rund um die männlichen Prostituierten in einem postapokalypthischen Japan und es gibt sogar Hinweise auf die jeweiligen Figuren der anderen Geschichten. So wird in „Tränen im Schlaf“ durchaus das Edelbordell Suitenkaku und die dortige Nummer Eins Gincho erwähnt, wenngleich die Personen nicht direkt in Erscheinung treten.

Die Geschichte ist nicht unbedingt neu, jedoch entwickelt sie sich anders, als man es von Rie Honjoh gewohnt ist. Schon nach kurzer Zeit weiß man, dass ein Happy End im normalen Sinne nicht möglich ist. Das macht „Tränen im Schlaf“ durchaus interessant, wenngleich man aus der Grundidee mehr hätte machen können. Leider kratzt sie nur an der Oberfläche, da gerade das Leben im Rotlichtviertel nur angedeutet und in einigen wenigen Szenen präsentiert wird. Auch die Charaktere, die insgesamt ein wenig ernster wirken, hätte man mehr Tiefe verleihen können. So wird nicht ganz klar, warum Otori sich auf einmal in Shiki verliebt und wie dessen Hintergründe eigentlich sind. Rie Honjoh verschenkt an dieser Stelle einige Möglichkeiten, die Geschichte aus der breiten Masse hervorzuheben.

Die beiden Kurzgeschichten verstärken diesen Eindruck noch, da sie typisch für Rie Honjoh sind. Da sie stereotyp und nur ein Aufguss ihrer bisherigen Kurzmanga sind, bleiben sie kaum in Erinnerung. Es wäre weitaus schöner gewesen, wenn sie stattdessen noch zwei Kapitel um Shiki gezeichnet hätte, immerhin endet seine Geschichte relativ offen.

Zeichnerisch ist „Tränen im Schlaf“ solide und hübsch anzusehen. Wie von Rie Honjoh nicht anders zu erwarten, beherrscht sie ihre Kunst und weiß genau, wie sie die Figuren in Szene setzen muss. Sowohl die normalen, als auch die erotischen Sequenzen sind überzeugend, stilsicher und gut gezeichnet. Hin und wieder mangelt es an Hintergründen, doch insgesamt kann sich der Leser gut in die Zeit und die Örtlichkeiten hineinversetzen.

Für Fans von Rie Honjoh ist „Tränen im Schlaf“ ein Muss, Boys Love Fans sollten zumindest einen Blick riskieren, da die Haupthandlung in eine ganz andere Richtung strebt, was durchaus interessant und vielversprechend ist. Leider verschenkt die Künstlerin einiges an Potenzial, so dass der Manga lediglich eine nette Zwischenlektüre bildet. Wer die Zeichnungen mag und der erotischen Natur ihrer Werke nicht abgeneigt ist, sollte dem Werk eine Chance geben.

© Koriko

Tränen im Schlaf: © 2009 Rie Honjoh, Libre Publishing Co.,Ltd. / Tokyopop

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Tränen eines Engels

Name: Tränen eines Engels
Englischer Name:
Originaltitel: Tränen eines Engels
Herausgebracht: Deutschland: Tokyopop 2008
Mangaka: Olga Rogalski
Bände: Einzelband
Preis pro Band: 6,50 €

Tränen eines EngelsStory:
Olga Rogalski ist den meisten schon durch ihren Manga „Triple Witching Hour“ oder den Chibi „Strike back“ bekannt und bisher konnte sie nur in Doujinshis BL-Motive einarbeiten. Mit „Tränen eines Engels“ geht die Künstlerin erstmals neue Wege und veröffentlicht im Shonen-Ai Genre ihr Debut. Doch „Tränen eines Engels“ ist nicht nur Shonen-Ai, sondern trägt das Label „ab 16“ und ist damit schon etwas härter, als die seichten Shonen-Ai Romanzen.

Nicolas hat sich sein Leben lang für eine recht starke Persönlichkeit gehalten, doch als sein Freund Julian nach einer vierjährigen Beziehung via SMS Schluss macht, bricht für den Jungen eine Welt zusammen. Verletzt und enttäuscht läuft er durch die Gegend und in seiner Verzweiflung sehnt er schließlich sogar seinen Tod herbei. Als er im Schnee zusammenbricht und dabei ist aufzugeben, taucht ein gutaussehender Mann auf und bringt den vollkommen aufgelösten Jungen nach Hause. Damit rettet er Nico nicht nur das Leben, sondern gibt diesem eine neue Chance. Als der Fremde Nico kurz darauf erneut das Leben rettet, lernen sich die Beiden kennen und Nico erfährt endlich den Namen des Fremden- Chagan. Bei einem klärenden Gespräch mit Chagan, outet sich der Junge und zu seiner Überraschung weist Chagan ihn weder zurück, noch wendet er sich von ihm ab. Er hört ihm zu und Nico kann sich endlich all seine Sorgen von der Seele reden.

Fortan besucht Chagan Nico immer häufiger und die beiden lernen sich kennen und lieben. Doch Chagan ist nicht ganz der, der er scheint und als Su-Su auftaucht, überschlagen sich die Ereignisse. Nico muss erfahren, dass Chagan nicht nur ein Todesengel ist, sondern dass er selbst ihn auf den Plan gerufen hat- mit seinem Todeswunsch. Und zu allem Überfluss ist Chagan geschickt worden, um ihn zu töten.

Su-Su ihrerseits ist entsetzt darüber, dass Chagan seiner Aufgabe nicht nachkommt, weiß sie doch genau, welche Strafe darauf steht, wenn Chagan sich den Regeln widersetzt. Als sie Nico davon berichtet, welcher Gefahr sich Chagan aussetzt, beschließt der Junge selbst zu handeln und besiegelt damit sein Schicksal…

Eigene Meinung:
Der Einzelband „Tränen eines Engels“ besticht durch gute, solide Zeichnungen, die jedoch teilweise etwas steif und unausgegoren wirken. Oftmals wird etwas zu viel Rasterfolie verwendet, was das Gesamtwerk etwas erschlägt und es fällt auf, dass sich die Gesichter der Charaktere während der Geschichte immer wieder abändern. Dennoch sind besonders die Farbillustrationen und das Cover sehr schön geworden, ebenso die Zwischenbilder der einzelnen Kapitel. Ansonsten hat man das Gefühl, dass gerade zum Ende hin die Qualität etwas nachlässt.

Die Geschichte ist nicht wirklich tiefgründig und meiner Meinung nach hätte man wesentlich mehr aus der ganzen Grundidee herausholen können. Teilweise ist es sogar bewundernswert, wie wenig in dem Manga passiert, denn viel Handlung und Spannung baut sich im Verlauf der knapp 160 Seiten nicht auf. Was mir am meisten auffällt ist die Tatsache, dass es neben Nico, Chagan und Su-Su keine weiteren Charaktere gibt, nicht einmal Nebencharaktere oder Hintergrundpersonen. Die Stadt wirkt leer, die Straßen und der Park ebenso und das raubt den Zeichnungen und der Geschichte zusätzlich die Dynamik, da alles sehr steril wirkt. Die Charaktere laufen nicht wirklich eine Entwicklung durch, sie agieren lediglich und das sorgt ebenfalls dafür, dass die Geschichte etwas langatmig und starr wirkt.

Olga Rogalski gelingt es mit „Tränen eines Engels“ nicht gänzlich zu überzeugen. Der Manga ist nett, wirkt an etlichen Stellen allerdings zu lang gezogen und die ewigen inneren Monologe Nicos nerven doch mit der Zeit, da sie sich nicht nur wiederholen, sondern teilweise nicht ganz zu dem Charakter passen. Dass zwischenzeitlich auch die Gedanken von Chagan und Su-Su mit beleuchtet werden, ist zusätzlich irreführend und nicht stimmig. Besser wäre es gewesen die Geschichte nur aus Nicos Sicht zu erzählen, einige Szenen deutlich zu straffen und mehr Personen einzuführen, die für Dynamik und Spannung sorgen. Da hilft auch die mehrseitige Sex-Szene nicht, die besonders die BL-Fans ansprechen dürfte. „Tränen eines Engels“ wirkt auf mich wie ein sehr langer Prolog, der eine längere Geschichte einleitet. Sollte es irgendwann eine Fortsetzung geben, könnte diese insofern gut durchdacht und etwas phantastischer den Manga durchaus aufwerten und verbessern. Daher hoffe ich trotz des schwachen Einzelbandes darauf, dass es weitere Bände zu Chagan und Nico gibt, die dann ein wesentlich spannendere Geschichte erzählen könnten.

Insgesamt ist „Tränen eines Engels“ eher denjenigen zu empfehlen, die deutsche Künstler mögen und diese auch unterstützen wollen. Da jedoch der Anteil recht expliziter Szenen doch recht hoch ist, sollte man im Vorfeld einen Blick in den Manga werfen, ob einem die Zeichnungen zusagen, oder nicht. Wer generell einmal einen deutschen Shonen-Ai Manga lesen möchte, sollte sich eher nach anderen Werken umsehen, bis vielleicht irgendwann einmal eine Fortsetzung geplant ist…

© Koriko

Tränen eines Engels: © 2008 Olga Rogalski, Tokyopop

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Touch me Teacher

Name: Touch me Teacher
Englischer Name:
Originaltitel: Manazashi no Hayagane
Herausgebracht: Japan: Shinshokan 011
Deutschland: EMA 2012
Mangaka: Kakine
Bände: Einzelband
Preis pro Band: 6,99 €

Touch me TeacherStory:
Nach einem unschönen Vorfall bei seiner alten Schule, verbirgt der junge Lehrer Eri seine homosexuelle Neigung, um ein normales Leben führen zu können. Das funktioniert so lange, bis sein ehemaliger Schüler Motoo auftaucht und seine Stelle als Referendar beginnt. Motoo ist selbst schwul und hat Eri viel zu verdanken, da ihm dieser damals gezeigt hat, dass an seinen Gefühlen nichts Schlimmes ist. Unglücklicherweise hat sich Eri seitdem verändert. War er früher sehr offen, was seine Gefühle und seine Neigung anbelangt, ist er jetzt verschwiegen. Er hat zudem keine Probleme damit, jeden X-Beliebigen zu küssen oder sich mit ihm zu vergnügen. Als Motoo dem Lehrer keinen Glauben schenken will, küsst dieser ihn auf dem Schuldach. Doch damit beginnen die Probleme erst. Mine, ein Schüler aus Eris Klasse, hat die beiden dabei beobachtet und beginnt Motoo zu mobben. Das beginnt mit Reißnägeln in Motoos Schuhen und endet bei dem Versuch den Referendarbericht Motoos zu verbrennen. Mine will Motoo zwingen seinen Berufswunsch an den Nagel zu hängen. Als Eri auftaucht, um Motoo zu helfen, kommt nicht nur die Vergangenheit ans Licht, Eri muss sich auch eingestehen, dass ihm mehr an Motoo liegt, als er glaubt…

In der zweiten Geschichte geht es um Izumi, einen Freund von Motoo, der ebenfalls als Lehrer arbeitet. Als seine Schüler Matsunaga auf offener Straße von einem fremden Mann bedrängt wird, schreitet er sofort ein, um Schlimmeres zu verhindern. Der Fremde entpuppt sich jedoch als Matsunagas Nachhilfelehrer Makino, der sich ebenfalls um seine Schülerin sorgt, da das junge Mädchen seit einer Weile immer wieder mit kleinen Verletzungen auftaucht. In den folgenden Tagen lernen sich die beiden besser kennen, zumeist wenn sie nach Feierabend in einer Bar etwas trinken. Makino kann trotz allem, das Gefühl nicht verdrängen, dass Izumi an Matsunaga interessiert ist, insbesondere als Izumi das Mädchen mit zu sich in die Wohnung nimmt und nach der Schule nach Hause begleitet. Zudem beginnt er sich mehr und mehr für Izumi zu interessieren. Bald darauf muss er erkennen, dass Izumi kein Interesse an seiner Schülerin hat, sondern sie vielmehr vor einem Stalker beschützen will…

Eigene Meinung:
„Touch me Teacher“ ist einer der ersten Mangas von Kakine, die im Vorfeld eher durch ihre Boys Love Doujinshis auf sich aufmerksam gemacht hat. Die Geschichte von „Touch me Teacher“ ist nichts Besonderes und bietet somit dem Leser wenig Neues. Auch die Charaktere sind recht stereotyp geraten, wenngleich es zumindest eine Charakterentwicklung gibt und das Thema Mobbing und Stalking kurz angeschnitten wird. Leider geht Kakine nicht tiefer auf dieses Problem ein, so dass dieser Handlungsfaden schnell im Sande verläuft.

Die Zeichnungen sind hübsch anzusehen, sehr luftig und zart. Die Mangaka hat einen eigenen Stil, wenngleich er an einigen Stellen noch nicht ganz ausgereift wirkt. Die Panele wirken mitunter etwas leer, da es kaum Hintergründe gibt. Zudem arbeitet Kakine vorwiegend mit Großaufnahmen der Gesichter in allen möglichen Perspektiven, was schnell ermüdet und das ganze doch ein wenig Öde macht.

Insgesamt ist „Touch me Teacher“ ein netter Boys Love Manga für zwischendurch, der jedoch nicht mit einer interessanten Storyline oder ungewöhnlichen Charakteren aufwarten kann. Es ist schade, dass einige Aspekte nur kurz beleuchtet werden, da man an dieser Stelle einfach mehr aus dem Manga hätte machen können. Wer jedoch Kakines Zeichenstil mag und einer typischen Liebesgeschichte zwischen zwei Lehrern nicht abgeneigt ist, sollte einen Blick riskieren.

© Koriko

Touch me Teacher: © 2011 Kakine, Shinshokan Co.,Ltd. / EMA

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Totally Captivated

Name: Totally Captivated
Englischer Name: Totally Captivated
Originaltitel: Totally Captivated
Herausgebracht: Korea: eComiX 2007
USA: NetComics 2007
Deutschland: Tokyopop 2014
Mangaka: Hajin Yoo
Bände: 6 Bände
Preis pro Band: 6,95 € (Band 1-5)
7,95 € (Band 6)

Totally Captivated Band 1Story:
Ewon Jungs Neugier hat ihn dieses Mal so richtig in die Misere geritten. Anstatt mit Jiho eine harmonische Beziehung zu führen, kann er anderen Männern nicht widerstehen und betrügt seinen Freund immer wieder. Mehrere Male hat ihm Jiho schon verziehen, doch als er Ewon mit seinem neusten Fang „in flagranti“ erwischt, hat der junge Student genug. Er beendet seine Beziehung zu Ewon und all die Entschuldigungen helfen ihm dieses Mal nichts.

Kurz darauf ist Jiho mit Mookyul zusammen. Letzterer begegnet Ewon mit Verachtung, doch Jiho hat eine bessere Idee. Sein Exfreund soll für Mookyul in dessen Firma als „Mädchen für Alles“ anfangen und tatsächlich steigt Ewon auf den Vorschlag ein, um Jiho zurückzugewinnen. Also macht Ewon alle Arbeiten, die anfallen – kochen, putzen, aufräumen und die Männer umsorgen. Schon bald ist er aus dem Büro nicht mehr wegzudenken und obwohl er kein Geld dafür bekommt, Mookyul ihn durch die Gegend scheucht und er etliche unliebsame Jobs aufs Auge gedrückt bekommt, hält er sich tapfer. Allerdings wird Ewon schnell klar, dass er Jiho nicht zurückgewinnen kann. Zudem weckt er ungewollt Mookyuls Interesse und die äußerst unkonventionellen Methoden, die dieser anwendet, sorgen dafür, dass Ewon schon bald an dem kühlen und aggressiven Mann Gefallen findet.

Werden die beiden ein Paar und gibt es überhaupt Chancen für die beiden? Immerhin haben beide ihre kleinen Geheimnisse und Mookyuls Firma arbeit nicht immer am legalen Bereich, ist Mookyul doch einer von Seouls Mafiabossen …

Eigene Meinung:
“Totally Captivated” ist ein Manhwa von Hajin Yoo, der sechs Bände umfasst. Zudem gibt es einige Sonderdoujinshis und Kurzmangas, die etwas erotischere Episoden beinhalten, für die in den regulären Manhwas kein Platz war oder die zu explizit für die Onlineveröffentlichung waren. Diese erschienen in den USA als Sammelbände, die jedoch vergriffen sind.
Die Reihe erschien ursprünglich auf der koreanischen Seite eComiX, anfänglich nur als Webcomic. Kurz darauf begann auch Netcomics die Reihe in den USA als Onlinecomic zu veröffentlichen, wo sie sehr erfolgreich lief und die Publikation in gedruckter Form nach sich zog. In Deutschland sicherte sich Tokyopop die Rechte an “Totally Captivated”, der erste Band erschien 2014.

Totally Captivated Band 2Für die Künstlerin ist „Totally Captivated“ der erste Ausflug in das Shonen-Ai Genre, da sie zuvor eher Shojo-Manga gezeichnet hat. Die Story um die beiden grundverschiedenen Charaktere Ewon Jung und Mookyul Eun begeisterte etliche Leser und es ist nicht verwunderlich, dass Hajin Yoo damit mehr Erfolge feierte, als mit ihren Shojo-Serien. Dabei bietet „Totally Captivated“ nicht unbedingt neue Ansätze oder eine bahnbrechende neue Handlung. Die Story ist nicht unbekannt und wer vielleicht ein wenig von der „Yu-Gi-Oh!“-Slash Welle mitbekommen hat, dem kommt die Konstellation zwischen Ewon und Mookyul wage bekannt vor, erinnert sie doch ein wenig an Seto Kaiba und Joey Wheeler. Damit sind nicht nur äußerliche Ähnlichkeiten gemeint, sondern auch die Standesunterschiede und die Charaktereigenschaften.

Die Personen entwickeln sich durchaus weiter und sowohl Ewon als auch Mookyul verändern sich ziemlich im Laufe der Geschichte, wachsen an ihren Aufgaben und den Problemen, die sich ihnen in den Weg stellen. Die Hintergrundgeschichte, die die Beiden verbindet ist schön und Hajin Yo geht immer wieder darauf ein.

Der Zeichenstil ist ebenfalls gut gelungen, besonders die Augen, Gesichter und Haare sind sehr liebevoll ausgearbeitet. In der Ganzkörperansicht wirken die Figuren teilweise etwas statisch und steif, was auch bei dynamischen Actionszenen der Fall ist oder bei schwierigen Perspektiven. Hajin Yoo weiß dennoch, wie sie ihre Figuren in Szene setzen muss, so dass man über die größeren und kleineren Fehler hinwegsehen kann.

Leider merkt man deutlich, dass der Manhwa damals in zweiwöchentlichem Rhythmus erschienen ist. So konzentriert sich die Künstlerin zumeist auf Gesichter, zeichnet selten Hintergründe und füllt die Seite mit vielen SD-Einlagen (die zugegeben sehr niedlich geworden sind), die natürlich schneller gezeichnet sind, als aufwendige Ganzkörperansichten. Ebenso wird auf Hintergründe fast vollständig verzichtet, so dass die Panele zumeist recht leer wirken und lediglich etliche Motivraster aufweisen. Dadurch wirken die Seiten manchmal etwas langweilig und es ist schade, dass einfach nicht mehr Liebe in die Seiten investiert wurde.

Der Manhwa ist empfohlen ab 16 Jahren, sprich Sexszenen sind zumeist nur angedeutet und das meiste spielt sich nur in der Phantasie des Lesers ab. Lediglich in den Sonderkapiteln geht es etwas deutlicher zur Sache.

Insgesamt ist „Totally Captivated“ ein empfehlenswerter Manhwa, der besonders denjenigen gefallen dürfte, die die Konflikte zwischen unterschiedlichen Charakteren mögen und einen Faible für Comedy haben. Die Geschichte ist lustig und spannend zugleich, teilweise mit einem Hauch Dramatik gewürzt, und ist eine gelungene Mischung aus Comedy, Action und Drama. Dank der schönen Zeichnungen und der sympathischen Charaktere, ist Hajin Yoos Manhwa ein Muss für Boys Love Fans. Unbedingt reinlesen!

© Koriko

Totally Captivated: © 2007 Hajin Yoo, eComiX/NetComics / Tokyopop

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The Art of Assassins Creed Unity

Name: The Art of Assassins Creed Unity
Englischer Name: The Art of Assassins Creed Unity
Originaltitel: The Art of Assassins Creed Unity
Herausgebracht: USA: Titan Books / Ubisoft 2014
Deutschland: Tokyopop 2014
Mangaka:  –
Bände: Einzelband
Preis pro Band: 24,95 €

The Art of Assassins Creed UnityInhalt
Auch das zweite Artbook der erfolgreichen Spielereihe „Assassins Creed“ ist im Dezember 2014 bei Tokyopop erschienen und kommt im edlen Hardcover mit Schutzumschlag daher. Dieses Mal entführt Paul Davies, Autor des Spiele-Artbooks, nach Paris zur Zeit der französischen Revulotion Auf knapp 200 Seiten wird die lebendige, pulsierende Hauptstadt Frankreichs präsentiert und wartet mit etlichen ganz- oder doppelseitigen Illustrationen auf.

Wie schon bei „The Art of Assassins Creed IV – Black Flag“ stehen auch in diesem Buch die konzeptionellen Zeichnungen im Vordergrund, weswegen die Charakterdesigns nur einen kleinen Teil einnehmen und der Löwenanteil des Artbooks von den Hintergrundzeichnungen der Stadt eingenommen wird. So ist es kein Wunder, dass sich nur die ersten beiden (von zehn) Kapiteln mit den Charakteren von „Assassins Creed Unity“ befassen. Der erste Teil ist Arno Dorian gewidmet, dem Hauptcharakter des gleichnamigen Spiels, ebenso die Entwürfe zu seinem Wohnsitz, Kapitel 2 ist den Verbündeten und Feinden gewidmet. Die restlichen Abschnitte zeigen Konzeptzeichnungen und Entwürfe der Stadt in verschiedenen Epochen oder unterschiedliche, sehr prägnante Stadtteile.

Abgerundet werden die Illustrationen durch Kommentare, Hinwiese und Erklärungen, die einen tiefen Einblick in die Entstehung der Zeichnungen und Designs geben und gleichzeitig ein wenig über das historische Paris informieren.

Eigene Meinung:
„The Art of Assassins Creed Unity“ ist ein gelungenes, qualitativ hochwertiges Artbook, das seinem Vorgänger in nichts nachsteht und für Fans der Reihe, Zeichner und Designer ein Muss ist. Es bietet eine Fülle an Informationen rund um das gleichnamige Spiel und wartet mit einigen tollen Grafiken auf.

Im Gegensatz zu dem Artbook zu „Black Flag“ bekommt der Käufer dieses Mal nicht ein reines Conceptual Design Artbook, sondern ein Buch, dass viele ausgearbeitete Illustrationen enthält und nur wenige Skizzen. In Kombination mit den Kommentaren und Informationen, die zu den einzelnen Bildern enthalten sind, erfährt man eine Menge über das Spiel, den Assassinen Arno Dorian und die Hintergründe zu Paris.

All das macht das Artbook für Fans der aufwendigen und detaillierten Illustrationen natürlich interessanter und insgesamt auch schöner, als „The Art of Assassins Creed IV – Black Flag“. Illustratoren und Zeichner, die selbst zum Pinsel oder Stift greifen, sei dieses Artbook ebenfalls ans Herz gelegt, da man es auch ohne Kenntnisse des Spiels genießen kann und womöglich die ein oder andere Anregung findet.

Die Aufmachung ist Tokyopop ebenfalls gelungen – der Druck ist hochwertig, ebenso das Hardcover und der Schutzumschlag. Der Preis von knapp 25 Euro ist gerechtfertigt und lohnt sich auf jeden Fall. Den Käufer erwartet ein tolles, umfangreiches Spiele-Artbook, das allein schon durch die wundervollen Illustrationen und die Informationen sein Geld wert ist.

Alles in allem ist „The Art of Assassins Creed Unity“ ein Muss für Fans des Spiels und Liebhaber aufwendiger und detaillierter Hintergrundgrafiken. Auch Illustratoren, Zeichner und Designer können bedenkenlos zugreifen, denn das Artbook bietet eine gelungene Auswahl hochwertiger Illustrationen und Hintergrundbilder, die man auch genießen kann, wenn man das Spiel nicht kennen sollte. Dank der hochwertigen Ausstattung des Artbooks ist „The Art of Assassins Creed Unity“ eine lohnenswerte Anschaffung. Zu empfehlen.

The Art of Assassins Creed Unity: © 2014 Titan Books / Ubisoft / Tokyopop

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SchattenArie

Name: SchattenArie
Englischer Name:
Originaltitel: SchattenArie
Herausgebracht: Deutschland: Carlsen 2015
Mangaka: Story: Anne Delseit
Zeichnungen: Zofia Garden
Bände: 2 Bände, wird fortgesetzt
Preis pro Band: 6,95 €

SchattenArie 1Story:
Die junge Luca hat ihr ganzes Leben vor sich: ihr Job als Gerichtsmedizinerin verspricht Abwechslung, ebenso ihr Liebesleben, da sie endlich ihr Studium abgeschlossen hat. Doch es kommt anders, als sie eines Abends die Leiche es eines jungen Mannes obduzieren soll, der nicht annähernd so starke Verletzungen aufweist, wie er eigentlich müsste. Nur wenige Augenblicke später erwacht der Mann zum Leben, tötet ihre Kollegen und macht sich über sie her. Allerdings stirbt sie nicht, sondern wird von dem geheimnisvollen Brayden in einen Vampir verwandelt.

Für Luca, die mit ihrem neuen Dasein als Vampir nur schwer zurecht kommt, bricht ein neues Leben in Braydens Sippe an. Von erotischen Träumen mit ihrem Schöpfer heimgesucht, findet sie bei diesem jedoch keine Antworten, da Brayden ihr aus dem Weg geht. Ihr Mörder Tristan und dessen Freundin Undine, die beide von Brayden verwandelt wurden, sind ebenfalls keine Hilfe – im Gegenteil. Tristan sorgt mit seiner rebellischen Art für Unruhe unter den Vampiren und bedrängt Luca immer wieder. Zu allem Überfluss erfährt Luca schließlich, dass sich nicht nur Vampire in Köln niedergelassen haben, sondern auch Werwölfe, dessen Anführer Alfred Brayden schon seit einer Ewigkeit kennt. Und dass Alfred zunehmendes Interesse an Luca entwickelt macht die Angelegenheit ebenfalls nicht einfacher …

Neben dem Manga enthält der Band noch die, von Anne Delseit verfasste, Kurzgeschichte „Dämmerungsbellen“, in der es um Alfred, sein Rudel und seine Beziehung zu Brayden geht.

Eigene Meinung:
Mit dem deutschen Manga „SchattenArie“ legt die Zeichnerin Zofia Garden nach ihrer dreibändigen Debüt-Reihe „Killing Iago“ ihr neustes Werk vor. Dieses Mal hat sie sich dafür mit der Autorin Anne Delseit zusammengetan, die bereits mit Martina Peters („Lilientod“) zusammengearbeitet hat und deren Geschichte rund um Luca und die Vampire bereits vor einigen Jahren von Rebecca Jeltsch umgesetzt werden sollte. Während Luca damals noch ein junger Mann und der Manga im Boys Love Genre angekündigt war, wurde das Konzept bei „SchattenArie“ abgewandelt und präsentiert sich im Mystery-Genre mit Erotikeinschlag.

Die Geschichte ist im Großen und Ganzen nichts Neues. Eine typische Vampirgeschichte mit den ewig währenden Kämpfen zwischen Werwölfen und Vampiren, garniert mit Geheimnissen, mysteriöser Vergangenheit und einer Liebesgeschichte. Luca stolpert recht ungewollt in die ganze Geschichte und entwickelt sich schnell zum Dreh- und Angelpunkt, da sowohl Brayden, als auch Alfred und bis zu einem gewissen Grad auch Tristan gesteigertes Interesse an ihr haben. Warum dies so ist, wird nur angedeutet und bietet Potenzial für die Fortsetzung.
Ansonsten ist das Konzept der Vampire interessant und zeigt eine schöne Grundidee, da ihre Herkunft anders erklärt wird, als man es im Allgemeinen kennt. Zudem sind sowohl die Vampire, als auch die Werwölfe ziemlich blutrünstig und wissen zu kämpfen, was sie nicht zu den verweichlichten Figuren macht, die man dank „Twilight“ unterdessen in zu vielen Büchern findet.

SchattenArie Band 2Die Charaktere sind ebenfalls interessant und machen neugierig auf mehr, da viele Geheimnisse noch nicht gelüftet liegen. Allerdings handeln die Figuren nicht immer logisch, was das Lesen zunehmend erschwert. Die Frage warum Brayden seinen „Sohn“ Tristan so vehement schützt, ganz gleich, wie verantwortungslos dieser handelt und wie viele Opfer Brayden dafür erbringen muss, erschließt sich dem Leser nicht. Wahrscheinlich klärt sich das im Laufe des nächsten Bandes, doch es nervt einfach nur, dass Tristan nahezu alles machen kann, ohne, dass er eine Rechnung dafür bekommt. Daher kommt Braydens Rolle als Anführer nicht wirklich beim Leser an – er wirkt zu schwach und ungerecht, hat einfach zu viele Geheimnisse, die nicht gelüftet werden und verhält sich gegenüber Luca unnahbar. Das macht ihn durchaus unsympathisch, da er und seine Handlungen einfach nicht nachvollziehbar sind.
Luca wiederum ist ganz gut in Szene gesetzt – sie ist verloren und fühlt sich hilflos, trauert ihrem menschlichen Leben nach und kann sich mit der Situation nur schwer abfinden. Dennoch geht sie überraschend schnell auf Alfreds Angebote ein, selbst als sie um seine wahre Natur weiß. Dadurch wirken ihre Handlungen und Aktionen manchmal aufgesetzt und nicht stimmig.
Die übrigen Charaktere sind interessant, bleiben jedoch ein wenig blass. Vielleicht werden sie in Band 2 besser beleuchtet.

Die Zeichnungen bewegen sich durchgängig auf einem sehr hohen Niveau – Zofia Gaden hat sich seit „Killing Iago“ massiv gesteigert. Sowohl die Figuren, als auch die Hintergründe sind aufwendig und detailliert ausgearbeitet, zudem variiert sie bei der Kleidung und den Frisuren. Auch die kleinen anatomischen Schwächen, die hin und wieder in ihrem Frühwerk auftraten, sind ausgemerzt – sowohl die männlichen, als auch die weiblichen Figuren sind eine wahre Augenweide. Actionszenen, Kämpfe und erotische Sequenzen sind ebenfalls überzeugend und dynamisch umgesetzt. Durch den hohen Einsatz von Rasterfolie wirken die Panele zwar manchmal überladen, doch es unterstreicht die düstere Atmosphäre des Mangas und passt zu den Figuren.

„SchattenArie“ ist ein gelungener, spannender Auftakt, bei dem vor allem Zofia Gadens aufwendige Zeichnungen punkten können. Die Figuren handeln zwar nicht immer logisch und es bleiben zu viele Geheimnisse im Dunkeln, um die Geschichte von Anne Delseit anständig voranzutreiben, dennoch macht der Manga Lust auf mehr. Wer erotische, mysteriöse Vampir-Mangas in Kombination mit schönen Zeichnungen mag, die mühelos mit denen japanischer Mangaka mithalten können, ist bei „SchattenArie“ an der richtigen Adresse. Bleibt zu hoffen, dass sich Band 2 inhaltlich ein wenig steigern kann und auch die Intensionen der Charaktere besser erklärt werden – denn „SchattenArie“ ist auf jeden Fall lesens- und empfehlenswert.

SchattenArie: © 2015 Zofia Garden/Anne Delseit, Carlsen

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Time Killers

Name: Time Killers
Englischer Name:
Originaltitel: Time Killers
Herausgebracht: Japan: Shueisha 2011
Deutschland: KAZÉ 2013
Mangaka: Kazue Kato
Bände: Einzelband
Preis pro Band: 6,95 €

Time KillersStory:
Kazue Kato ist vielen Mangafans für ihre fantastische Shonen-Serie „Blue Exorcist“ bekannt, die bereits eine Animeserie nach sich zog. Trotz allem ist „Blue Exorcist“ nicht ihr Debütwerk gewesen, sondern entstand erst Jahre nach ihren ersten Kurzmangas und Kurzgeschichten. „Time Killers“ enthält diese Werke und 11 Kurzgeschichten aus ihrer Feder, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

Die längsten Geschichten des Bandes sind „Der Hase“, „Tomaten“, „Hoshiota“ und „Der Fall Miyama-Uguisu“, wobei letzterer die Grundlage ihrer noch laufenden Erfolgsserie „Blue Exorcist“ bildet. In „Der Hase“ geht es um einen jungen Attentäter Shuri Todo, der maskiert und mit Baseballschläger seine Opfer ins Jenseits befördert. Als er nach einem Auftrag verletzt durch die Straßen flieht, läuft er dem jungen Taira Futamura in die Arme, der Arzt werden will. Tags darauf begegnet ihm der Junge wieder – als neuer Mitschüler, der Shuri zum Freund haben will. Die Umstände verkomplizieren sich, als Shuri seinen nächsten Auftrag erhält – er soll Futamaras Vater töten …

„Tomaten“ spielt in einer fiktiven Wüstenwelt, in der neben normalen Menschen auch lebensgroße Hasen leben. Eine von ihnen nennt ein großes Tomatenfeld ihr Eigen und wird deswegen von einigen schmierigen Männern belagert, die es auf das Stück Land abgesehen haben. Also beauftragt sie das Leibwächterduo Usakichi und Sasuke damit, sie und ihr Feld vor den Übergriffen der Männer zu beschützen …

Der Kurzmanga „Hoshiota“ handelt von dem Sternennarr Yoshio, der alles daran setzt seine Vorliebe für Sterne zu verbergen, um nicht als Freak abgestempelt zu werden. Dass die hübsche Tezuka ebenso verrückt nach den Sternen ist, macht es nicht besser, insbesondere da sie an Yoshio interessiert ist. Die Ereignisse überschlagen sich, als aus heiterem Himmel zwei Aliens vor Yoshio auftauchen und ihm das Angebot machen, als letztes menschliches Exemplar zu Anschauungszwecken mit ihnen zu kommen, während ein riesiger Komet auf die Erde zurast und alles Leben auf einen Schlag vernichten könnte …

In „Der Fall Miyama-Uguisu“ trifft der Leser auf die Urversionen von Rin (Yoru) und Shiemi (Mokona). Die junge Mokona leidet nach dem Tod ihrer Eltern unter der Gewalt ihres Onkels, für den sie Ikebanagestecke anfertigt. Ihr Leben ist trist, bis eines Tages der Exorcist Yoru auftaucht und das Haus nach Dämonen absuchen will. Schnell wird klar, dass sich hinter Yoru mehr verbirgt, insbesondere als herauskommt, dass Mokonas Onkel von einem Dämon besessen ist, den Yoru nur zu gut kennt …

Eigene Meinung:
Mit „Time Killers“ legt Kazé einen weiteren Manga der beliebten Künstlerin Kazue Kato vor, der nahezu alle ihre Kurzmangas in sich vereint und einen interessanten Einblick in die Entwicklung der Künstlerin gewährt. Die Geschichten sind vollkommen unterschiedlich, umfassen manchmal nur wenige Seiten oder sind komplett in Farbe gehalten. Den Leser erwartet eine wilde Mischung unterschiedlicher Werke, mal ernst und dramatisch, mal witzig und durchgeknallt. Zumeist geht es ein wenig actionreicher zur Sache, gewürzt mit Comedy- und Romanceelementen.

So bunt wie die Geschichten, sind auch die Charaktere. Zu Beginn sind es vorwiegend die üblichen Shonen-Helden, doch es blitzen immer wieder ungewöhnliche Figuren auf, wie die Hasencharaktere in „Tomaten“ oder die Indianer in der komplett farbigen Kurzmanga „ Die Krieger aus dem Land der roten Erde“. Kazue Kato probiert verschiedene Richtungen aus, zeichnet zunächst Geschichten, die ihr gefallen und legt damit untypische und einzigartige Geschichten vor, die sich schwer in eine Schublade packen lassen. Erst bei „Der Fall Miyama-Uguisu“, der letzten Geschichte des Bandes, schafft sie einen Manga, der auf das japanische Publikum zugeschnitten wurde und der ihr den wirklichen Einstieg ins Mangageschäft ermöglichte.

Zeichnerisch ist „Time Killers“ durchwachsen. Gerade die ersten Mangas wirken ein wenig unsicher und weisen hier und da Fehler auf, wenngleich man Kazue Katos Stil auch in ihren früheren Werken erkennt. Sie legt viel Wert auf Action und Dynamik, was von Anfang an kein Problem für sie ist und erschafft ganz eigene Charaktere. Im Laufe des Mangas festigt sich ihr Stil, ihre Strichführung wird sicherer, ihre Figuren in sich stimmiger. Es macht Spaß die Entwicklung der Mangaka mit zu verfolgen, umfasst „Time Killers“ doch eine Zeitspanne von fast 10 Jahren.

Zusätzlich muss man die Ausstattung des Mangas und die Aufmachung des Verlages lobend erwähnen – sämtliche Farbseiten (rund 20) sind enthalten und befinden sich innerhalb des Mangas auch an passender Stelle (Farbcover vor entsprechende Kapitel). „Time Killers“ enthält ein ausklappbares Farbposter und schlägt trotz allem mit 6,95€ zu Buche.

„Time Killers“ ist ein schöner, ungewöhnlicher Einzelband, den sich Fans der Mangaka Kazue Kato nicht entgehen lassen sollten. Neben den abwechslungsreichen Geschichten und den ungewöhnlichen Charakteren bietet sich dem Leser die seltene Möglichkeit den 10-jährigen Entwicklungsprozess einer Shonen-Künstlerin mitzuverfolgen. Teilweise schlägt sich das in den ersten Mangas auf den Stil der Künstlerin nieder, doch darüber kann man getrost hinweg sehen, wenn man das Alter der Zeichnerin berücksichtigt. Dank der tollen Aufmachung seitens KAZÉ und des angenehmen Preises, sollte jeder einen Blick riskieren. Zu empfehlen.

© Koriko

Time Killers: © 2011 Kazue Kato, SHUEISHA Inc. / KAZÉ

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Tiger Kiss

Name: Tiger Kiss
Englischer Name:
Originaltitel: Koi Suru Tora wa Kissu Suru
Herausgebracht: Japan: Kadokawa Shoten 2012
Deutschland: EMA 2014
Mangaka: Saeko Kamon
Bände: Einzelband
Preis pro Band: 7,50 €

Tiger KissStory:
Toshiaki Kuniba ist Jurastudent im dritten Semester und schlägt sich mehr schlecht als recht durchs Leben. Als seine finanzielle Situation immer schlimmer wird, schlägt ihm sein bester Freund Morioka vor, seinem Cousin Aki Kurusu Nachhilfe zu geben. Leider ist Kurusu ein echter Frauenheld, schert sich wenig um sein Jurastudium, da er normalerweise mit dem Geld seiner Familie die Abschlüsse kauft und hat eine akute Männerallergie, da er Männern absolut kein Vertrauen schenken kann. Kunibas Ehrgeiz ist geweckt und er beginnt nach und nach zu dem seltsamen jungen Mann durchzudringen. Dieser sieht seinen neuen Nachhilfelehrer zunächst als Gräuel, doch schon bald entwickelt er ein gesteigertes Interesse an Kuniba. Als die beiden kurze Zeit später miteinander schlafen und Kurusu anschließend nicht mehr von Kunibas Seite weichen will, weiß dieser nicht mehr wo ihm der Kopf steht, da er mit dem plötzlichen Interesse von Kurusu nur wenig anfangen kann …

Eigene Meinung:
Der Einzelband „Tiger Kiss“ stammt von der Mangaka Saeko Kamon, die in Deutschland bereits durch ihren Boys Love Manga „Royal Fiancé“ bekannt ist.

Die Geschichte ist ein wenig seltsam, unausgegoren und in sich unlogisch. Wirklich viel Handlung findet der geneigte Boys Love Fan nicht, zumal das Geschehen eher in die absurde Richtung geht und daher für den Leser schwer nachvollziehbar ist. Insbesondere die Idee mit der Männerallergie ist schon sehr weit hergeholt, die Tatsache, dass Kurusu seine Abscheu Kuniba gegenüber binnen weniger Seiten überwindet, wirkt noch unglaubwürdiger. Dass die beiden in nahezu jedem Kapitel miteinander ins Bett fallen, wirkt übertrieben und passt nicht so recht zum Gesamtbild des Mangas. Insgesamt liest sich „Tiger Kiss“ daher eher schleppend und es fällt dem Leser schwer sich wirklich auf die Geschichte einzulassen.

Neben der schwachen Geschichte können auch die Figuren nicht überzeugen. Stereotyp und leicht vorhersehbar kommen sowohl Kurusu, als auch Kuniba daher. Da Kurusus Männerallergie zwar noch nicht gänzlich verschwunden ist, aber gegenüber Kuniba nach wenigen Seiten verschwunden ist, nimmt der Geschichte ihren Reiz. Es geht einfach zu schnell und bringt einem die Charaktere nicht wirklich näher. So bleiben sowohl Kurusu, als auch sein Nachhilfelehrer sehr blass und nichtssagend. Man vergisst sie und den Inhalt des Mangas relativ schnell.

Zeichnerisch ist „Tiger Kiss“ gelungen. Saeko Kamon hat einen sehr ausgearbeiteten, qualitativ hochwertigen Stil. Es macht Spaß den Manga anzusehen, wenngleich der Schwerpunkt der Zeichnerin eindeutig auf den Figuren liegt. So findet man Hintergründe eher selten, stattdessen gibt es unzählige Panele, in denen nur die Gesichter der Charaktere zu sehen sind.

Alles in allem ist „Tiger Kiss“ eher unterdurchschnittliche Boys Love Kost und nur Fans der Zeichnerin zu empfehlen. Weder Handlung noch Charaktere können überzeugen und hinterlassen keinen nennenswert tieferen Eindruck. Stattdessen vergisst man den Manga schnell, nachdem man ihn gelesen hat und erinnert sich eher an die Zeichnungen, die hübsch anzusehen und optisch durchaus ansprechend sind.

Boys Love Fans sollten im Vorfeld einen Blick riskieren, doch insgesamt ist der Manga kein Muss fürs Buchregal. Da tummeln sich andere Vertreter des Genres auf dem Markt, die inhaltlich und zeichnerisch besser sind, als „Tiger Kiss“.

© Koriko

Tiger Kiss: © 2012 Saeko Kamon, Kadokawa Shoten / EMA

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Three Wolves Mountain

Name: Three Wolves Mountain
Englischer Name: Three Wolves Mountain
Originaltitel: Three Wolves Mountain
Herausgebracht: Japan: Libre 2003
Deutschland: EMA 2012
Mangaka: Bohra Naono
Bände: Einzelband
Preis pro Band: 7,00 €

Three Wolves MountainStory:
Das Leben des Grabwächters Susugi ändert sich schlagartig, als er auf dem nahegelegenen Friedhof einen jungen Mann namens Jirou und einen riesigen Hund findet, der auf den Namen Tarou hört. Nachdem er die beiden mit sich genommen hat, stellt er überrascht fest, dass der Hund reden kann und auch Jirou nicht ganz menschlich ist. Er hat zwei Werwölfe mit sich genommen, wobei Tarous Erbe besonders stark zu Tage tritt, während Jirou sich bei Vollmond nur teilweise verwandeln kann. Da sich die beiden Brüder über Susugis Vorräte hermachen, beschließt Susugi sie bei sich zu aufzunehmen, damit sie ihre Schulden in dem Café abarbeiten können, dass er neben seiner Grabwächterarbeit bewirtschaftet.

Nach und nach lernt Susugi seine neuen Mitbewohner besser kennen und gerade Jirou scheint einen Narren an ihm zu fressen. Als dessen erste Paarungszeit vor der Tür steht, fällt seine Wahl auf Susugi, der den Avancen des Werwolfs schließlich nachgibt. Doch damit rufen sie einige Geschöpfe auf den Plan, die mit dieser Beziehung nicht einverstanden sind, unter anderem seinen verstorbenen Bruder Kai, der als Geist immer in Susugis Nähe ist, oder Jirous Vater, der die beiden Brüder aus dem Haus gejagt hat. Zusammen mit den Problemen mit Grabräubern, bösartigen Geistern und Tarous eifersüchtiger Verlobter ist schon bald das Chaos in Susugis Haushalt perfekt. Darüber hinaus hat sich Jirou ernsthaft in ihn verliebt und hängt an ihm, wie eine Klette …

Eigene Meinung:
Mit „Three Wolves Mountain“ erscheint der erste Manga der Künstlerin Bohra Naono in Deutschland. Seit dem Beginn ihrer Karriere erschienen etliche Kurzgeschichtenbände und Doujinshis, zumeist dem fantastischen Genre angehörend. So ist es nicht verwunderlich, dass es in „Three Wolves Mountain“ um Werwölfe, Geister und übernatürliche Erscheinungen geht. Die Handlung konzentriert sich auf Susugis Erlebnisse mit den beiden Brüdern, wobei sich beim Lesen einfach kein roter Faden in der Geschichte finden lässt. Die Geschichten sind durchaus spannend, aber recht oberflächlich abgehandelt, was auch bei den Charakterentwicklungen auffällt. Susugi ist immer der stoische Grabwächter, den nichts aus der Bahn wirft, Jirou der anhängliche Werwolf, der durchaus das ein oder andere Mal mit seinem Freund aneckt. Bohra Naono gelingt es leider nicht dem Manga Tiefe und das gewisse Etwas zu verleihen. Der Leser bekommt stattdessen Einzelepisoden, die bis auf die Charaktere nichts miteinander zu tun haben. Hier liegt auch die große Schwäche in den Werken der Künstlerin – ihre Mangas sind fast ausnahmslos Kurzgeschichtensammlungen, da Bohra Naono einfach keine Geschichte erzählen kann, die über mehrere Kapitel läuft.

Zeichnerisch ist „Three Wolves Mountain“ ungewöhnlich und damit Geschmackssache. Naono Bohra hat trotz der SD-Elemente und der fantastischen Figuren einen realistischeren Stil, der sich besonders bei den vielen, erotischen Szenen zeigt. Obwohl sie mit Rasterfolie arbeitet, setzt sie viele Schraffuren, was den Figuren mehr Leben und Tiefe einhaucht. Auch beherrscht sie Anatomie und Bewegungen, so dass „Three Wolves Mountain“ sehr dynamisch ist und sich angenehm aus der breiten Masse des Genres hervorhebt.

Insgesamt ist „Three Wolves Mountain“ ein schöner Manga, der besonders durch seine ungewöhnlichen Zeichnungen und die dynamischen Panele punktet. Storytechnisch hinkt Bohra Naonos Werk ein wenig, da ein roter Faden fehlt und die Einzelkapitel zu sehr aneinandergereiht wirken. Nichtsdestotrotz sollten gerade Fantasy-Fans und Liebhaber erotischer Boys Love Mangas einen Blick riskieren. Es lohnt sind …

© Koriko

Three Wolves Mountain: © 2003 Bohra Naono, Libre Publishing Co., Ltd. / EMA

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Thief’s Game

Name: Thief’s Game
Englischer Name:
Originaltitel: Kaitou Game
Herausgebracht: Japan: Kadokawa Shoten 2009
Deutschland: EMA 2011
Mangaka: Ryo Takagi
Bände: Einzelband
Preis pro Band: 7,50 €

Thief’s GameStory:
Der junge Shiki fühlt sich alles andere als Wohl in seinem Elternhaus. Seitdem seine Mutter gestorben ist, tyrannisieren ihn seine Stiefmutter und seine Brüder. Selbst sein Vater scheint nicht viel von ihm zu halten, ist jedoch sehr selten zuhause. Als eines Nachts ein berüchtigter Dieb inklusive Beute in sein Zimmer flüchtet, versteckt er sich zusammen mit diesem vor seinen Brüdern. Da der Einbrecher mitbekommt, wie über Shiki gesprochen wird, bietet er ihm an mitzukommen, verschwindet jedoch, bevor Shiki ihm antworten kann.

Bereits am nächsten Tag tauchen die nächsten Probleme auf. Ein Ring von Shikis Stiefmutter ist verschwunden und sofort wird Shiki verdächtigt ihn gestohlen zu haben. Da er dem Dieb geholfen hat, kann er nicht nachweisen, dass er den ganzen Abend sein Zimmer nicht verlassen hat und gerät so immer stärker unter Verdacht. Schließlich wird Seomi, der talentierter Kommandant der Schutztruppen wird geschickt, um den Fall zu untersuchen. Der junge Kommandant ist niemand anderes als der Dieb von letzter Nacht, doch Shiki kann ihn unmöglich verraten. Seomi erklärt ihm, warum er stielt und das er Shikis Unschuld beweisen will. Dafür nimmt er Shiki vorerst mit zu sich, damit dieser nicht noch mehr unter seiner Familie zu leiden hat.

Shiki beginnt nach und nach auf Seomis Worte zu vertrauen und schließlich verliebt er sich in ihn, da Seomi der einzige Mensch ist, der ihm vertraut und ihn liebevoll behandelt. Seomi, der bereits einen verdacht hat, wer den Ring wirklich gestohlen haben könmnte, beschließt als Dieb erneut in Erscheinung zu treten, dieses Mal jedoch um Shikis Unschuld zu beweisen, was ihm auch gelingt. Da Shiki Seomi nicht mehr verlassen will, beschließt er bei ihm zu bleiben. Doch schon bald tauchen neue Probleme auf, da Shiki Anwalt werden will und dafür wieder zur Schule geht, und Seomi plötzlich in zweifacher Hinsicht Konkurrenz bekommt …

Eigene Meinung:
„Thiefs Game“ ist ein weiterer Band der „Game“-Reihe von Ryo Takagi. Er hat nicht viel mit den anderen Teilen zu tun, kann also ganz für sich gelesen werden. Die Geschichte ist recht simpel, wenngleich es zumindest verschiedene kleine Abenteuer gibt. Leider wird den Raubzügen und den wirklichen Einbrüchen nur wenig Platz eingeräumt, es geht vorwiegend um die Beziehung zwischen Shiki und Seomi. Sicherlich tauchen später auch andere Charaktere auf, teilweise ebenfalls Diebe, doch die Geschichte bleibt trotzdem recht flach.

Die Hauptcharaktere sind sehr sterotyp, teilweise sehr simpel gestrickt. Man erfährt nicht viel über Seomi, einen Grund für die ganzen Diebstähle ist zwar vorhanden, jedoch wirkt er nur vorgeschoben, da man nie seine kranke Mutter sieht. Ashiki ist der typische, naive, passive Part der Geschichte, der alles versucht, um seinen Geliebten zu unterstützen.

„Thiefs Game“ bietet wenig Neues und verschenkt leider einiges an Potenzial. Es ist schade, dass alles so stereotyp ist und der Manga genauso ist, wie die anderen Werke Ryo Takagis.

Zeichnerisch ist der Manga Geschmackssache. Ryo Takagai hat einen recht gefälligen Stil, jedoch stimmt nac wie vor die Anatomie überhaupt nicht. Die Charaktere haben zu lange Oberkörper, Arme und Beine, teilweise wirken die Gliedmaßen wie Gummi. Zudem mangelt es an Dynamik und Bewegung, da die Charaktere sehr statisch wirken und selbst bei Actionszenen alles sehr gestellt wirkt.

Die Gesichter und Haare sind hübsch anzusehen. Man merkt beim Lesen, dass dies ihr Steckenpferd ist, weswegen die Seiten des Mangas nur selten Ganzkörperansichten beinhalten. Zumeist muss man sich mit den Gesichtern der Charaktere begnügen, die man nur dank der Frisuren auseinander halten kann. Zudem verzichtet sie fast vollständig auf Hintergründe, und arbeitet lieber mit Rasterfolien. Das macht den Manga insgesamt recht langweilig.

Insgesamt ist „Thiefs Game“ nur etwas für Fans der Künstlerin und für solche, die Boys Love und Comedy mögen. Wer es tiefgründig mag und ausgefeilte Geschichten bevorzugt oder interessante Charaktere sucht, sollte über Ryo Takagis Mangas einen Bogen machen …

© Koriko

Thief’s Game: © 2009 Ryo Takagi, Kadokawa Shoten Co., Ltd. / EMA

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