Wedding Peach

Name: Wedding Peach
Englischer Name: Wedding Peach
Originaltitel: Wedding Peach
Herausgebracht: Japan: Shogakukan 1993
Deutschland: EMA 2000
Mangaka: Story: Sukehiro Tomita
Zeichnungen: Nao Yazawa
Bände: 7 Bände
Preis pro Band: 9,95 DM / 4,99 € (Band 1-6)
6,50 € (Band 7)

Wedding Peach Band 1Story
Momoko Hanasaki ist mit ihren zwei besten Freundinnen Yuri und Hinagiku bei der Schülerzeitung. Alle drei Mädchen schwärmen für den gleichen Jungen, für den Kapitän Yanagiba der Fußballmannschaft ihrer Schule. Als sie um die Wette laufen, wer ihn interviewen darf, fliegt ein Ball auf sie zu, der gerade noch von dem Torwart Yosuke Fuma gefangen wird. Dieser lässt sie natürlich nicht zum Kapitän und die drei gehen sauer weg.

Kurze Zeit später, beginnt Momoko plötzlich in die Arme eines jungen Mannes zu schweben. Dieser möchte den Ring, den er für einen der Zauberhaften vier hält, haben. Diesen Ring gibt sie aber nicht heraus, weil es ein Erbstück ihrer verstorbenen Mutter ist. Yuri und Hinagiku rufen um Hilfe, doch der junge Mann, der sich als Dämon Ame vorstellt, versetzt sie in Schlaf.

Momoko kommt jemand zu Hilfe: der Engel Limone. Hinagiku erwacht aus ihrem Schlaf und greift plötzlich Momoko an und möchte ihren Ring. Limone wirft Momoko einen Spiegel zu und Momoko öffnet ihn. Plötzlich spricht eine Stimme zu ihr und bittet sie eine Beschwörungsformel zu sagen. Dies tut sie dann auch „Liebe ist eine Blüte der Schönheit!“ und sie verwandelt sich in eine Braut, in Wedding Peach, den Engel der Liebe. Mit vollem Einsatz kann sie ihre Freundinnen retten und wird hinterher von Limone gelobt. Ihre Freunde dagegen können sich an nichts mehr erinnern.

Am nächsten Morgen stehen alle drei Mädchen extra früh auf, um Yanagiba ein Lunchpaket zu geben. Doch Momoko wird von Yosuke geärgert. Als die Mannschaft wieder trainiert und Momoko unachtsam ist, bekommt sie einen Ball ins Gesicht und fällt um, wenig später kommt sie auf dem Weg ins Krankenzimmer, in den Armen von Yosuke, wieder zu sich. Im Krankenzimmer kommt es fast zu einem Kuss von den Beiden.

Als sie wenig später aus dem Krankenzimmer mit ihren beiden Freundinnen kommt, wird sie schon von Ame erwartet. Er erpresst Momoko damit, ihre Klassenkameraden zu töten, wenn sie ihm nicht den Ring gibt. Schweren Herzens gibt sie ihm den Ring. Sie verwandelt sich vor ihren Freundinnen wieder in Wedding Peach und gibt Ame den legendären „Wedding Kick“. Ame ist aber stärker als Wedding Peach und erschafft einen Sog, in den Yuri und Hinagiku hineingezogen werden. Wedding Peach will sie retten und geht in den Sog, sie erreicht ihre Freundinnen. Doch sie geben kein Lebenszeichen von sich. Doch plötzlich geschieht ein Wunder und Hinagiku und Yuri verwandeln sich und der Strudel verschwindet.

Wedding Peach Band 2Durch die Kraft der Liebe zwischen Freundinnen sind die Liebesengel Lily und Daisy erwacht. Ame ruft daraufhin einen Winddämon zu Hilfe, der die Drei Liebesengel sofort angreift. Göttin Aphrodite kommt ihnen zu Hilfe und gibt ihnen Kraft. Als sich die Drei an den Händen fassen, verwandeln sie sich weiter, in die Kampfengel. Nun können sie sich viel besser bewegen, als in den Hochzeitskleider und können kämpfen. Dadurch wird es ihnen ein leichtes, den Winddämon zu besiegen.

Einige Tage später ist eine Hochzeit, bei der Momoko ihrem Vater (Fotograph) helfen soll. Der Bräutigam ist ein alter Absolvent ihrer Schule und deshalb wurde die Fußballmannschaft eingeladen. Dies freut natürlich die drei Mädchen sehr. Doch plötzlich benimmt sich die Braut seltsam, weil sie von Yamapii dem Quälgeist besessen ist. Die Braut erzeugt Giftgas, wodurch alle in Ohnmacht fallen. Yosuke stürzt sich vor Momoko, um sie zu beschützen und hält ihr die Hase zu, damit sie es nicht einatmet. Daraufhin fällt aber Yosuke in Ohnmacht. Sie hat Angst um ihn und durch ihre Wellen der Liebe erwacht er wieder. Da das Gas aber noch da ist, bricht er wieder zusammen und Momoko hat die Gelegenheit sich zu verwandeln.

Sie bringt die Braut zurück auf den Weg der Liebe. Doch Ame greift ein und drängt Wedding Peach in die Ecke und ist kurz davor sie zu töten, doch im letzten Moment taucht noch Limone auf. Wird er es schaffen Ame aufzuhalten und werden sie die Zauberhaften vier finden und auch einsetzt können? Werden Yosuke und Momoko zusammen kommen und wer macht das Rennen bei Yanagiba?

Eigene Meinung
Wer den Anime zu „Wedding Peach“ schon gut fand, der wird den Manga lieben. Der Manga gefällt mir persönlich besser. Der Zeichenstil ist sehr süß und auch die Story lässt keine Wünsche offen. Die Charaktere sind auch sehr gut gelungen, Yuri/Lily symbolisieren die Reinheit, sie ist sehr anmutig gestaltet. Hinagiku/Daisy dagegen ist eher der Wildfang der Gruppe und ist aufrichtig. Momoko/Wedding Peach ist sehr kindlich und süß gestaltet, die Liebe. Salvia, der Engel der Leidenschaft ist eine sehr dominante Persönlichkeit, die sich von niemandem was sagen lässt.

Es sind 7 Bände entstanden, aber den 7. Band finde ich komplett überflüssig, denn der Band ist eine Zusammenfassung von den Kämpfen von Band 1-6. In Deutschland erschien der Manga gleich nach „Sailor Moon“ und kam so, wie auch in Japan, genau in den „Sailor Moon“-Boom hinein. Das ist der Grund, warum viele der Meinung sind, dass „Wedding Peach“ nur ein billiger „Sailor Moon“ Abklatsch ist. Aber es ist eigentlich gar nicht so. Besonders interessant ist auch, dass bei einige Namen z.B. Ame die Übersetzungen dran stehen. Der Manga ist eher an jüngere Leser gerichtet und ist ein typischer Shojo-Manga.

Wedding Peach: © 1993 Nao Yazawa, Shôgakukan / EMA

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Shinku Chitai

Name: Shinku Chitai
Englischer Name:
Originaltitel: Shinkû Chitai
Herausgebracht: Japan: 1992
Deutschland: EMA 2002
Mangaka: Nao Yazawa
Bände: 11 Bände (in Deutschland nach Band 2 eingestellt)
Preis pro Band: 9,90 €

Shinku Chitai Band 1Story
In den 90-er Jahren wird in einer Forschungsstation im japanischen Atsugi in der Präfektur Kanagawa der Prototyp für eine neue Biowaffe gestohlen. Der Täter ist kein anderer als Prof. Yaguchi, der an der Entwicklung der Waffe maßgeblich beteiligt war. Sein Plan sieht vor, das Virus an einen Unterhändler zu verkaufen. Allerdings hatte er keine Zeit mehr, den Erreger von „Z“, so der Name des Virus, unter den nötigen Sicherheitsvorkehrungen mobil zu machen. So darf es keinen Erschütterungen ausgesetzt werden, da das die Freisetzung und Verbreitung von „Z“ zur Folge hätte. Das Unvorstellbare passiert : Entgegen aller Voraussagen wird die Kanto-Region von einem starken Erdbeben erschüttert…

Die Regierung flieht aus Angst vor der, durch den Virus entstandenen, Seuche sowie vor der Verantwortung und überließen die Menschen in der Region von Kanto sich selbst. Ein weiteres Erdbeben zerstört weite Teile Kantos, doch die Hilfsmaßnahmen halten sich in Grenzen. Nachdem unter den Leichen eindeutig einige als mit dem Virus infirziert identifiziert werden, gibt die, nach Nagoya verlegte, Regierung die Regionen Chiba, Tokyo, Saitama und Kanagawa auf und lässt Truppen rund herum Stellung beziehen um eine weitere Ausbreitung der Seuche zu verhindern. Diese „isolierte Zone“ wird Shinku Chitai bezeichnet…

Shinku Chitai Band 2Ein Jahr später…
Der 13-jährige Tetsu lebt mit einer Gruppe von anderen Kindern in einem leicht verfallenen Haus. Dort erleben sie im Kampf ums Überleben immer wieder andere Dinge. Ob ein Mädchen von Männern entführt und vergewaltigt wird, oder sie aus Nahrungsmittelmangel einen Transport überfallen müssen. Plötzlich bricht eine Grippewelle aus, an der sich viele anstecken. Tetsu bricht mit vier Freunden auf, um Lebensmittel zu organisieren. Während dessen überfällt eine Gruppe Männer das Versteck der anderen und töten alle, da sie denken, dass das Fleisch der Überlebenden gegen die wütende Seuche helfen würde. Tetsu und seine Freunde werden vom weißhaarigen Kaoru gerettet. Dieser will die isolierte Zone verlassen, da er Gerüchte gehört hat, dass die Welt außerhalb der Region Kanto noch normal sei. Tetsu und seine Freunde schließen sich im an. So beginnt eine Reise voller Abenteuer, die mehr und mehr zu einer Suche nach der Wahrheit wird…

Eigene Meinung
„Shinku Chitai“ ist, im Gegensatz zur wohl berühmtesten Serie der Zeichnerin Nao Yazawa, „Wedding Peach“, eher ein ernster Manga ohne viel Komik. Er musste darum im Eigenverlag der Zeichnerin erscheinen. „Shinku Chitai“ wirft Fragen nach Moral, Selbstverständnis, Politik und anderen Bereichen auf. Die Thematik wird vor allem später sehr komplex, verschiedene Stellungen und Handlungen werden aufgezeigt. Allerdings halte ich den Manga für nicht gerade jugendfrei, eine Beschränkung ab 16 wäre wohl angemessen, da einige Szenen ziemlich eklig sind und das Verständnis für bestimmte Themen bei jüngeren Lesern weniger vorhanden sein dürfte.

EMA hat die Serie im Magazin Manga Power veröffentlicht. 2003 erfolgt dann eine Veröffentlichung als Sammelband nur direkt über den Verlag und auf 500 Exemplare begrenzt.

© Rockita

Shinku Chitai: © 1992 Nao Yazawa, EMA

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Nao Yazawa Collection

Name: Nao Yazawa Collection
Englischer Name:
Originaltitel: Nao Yazawa Collection
Herausgebracht: Japan: Shogakukan 2004
Deutschland: EMA 2005
Mangaka: Nao Yazawa
Bände: 3 Bände
Preis pro Band: 5,00 €

Nao Yazawa Collection Band 1Story: Boys be ambitious
Genki kommt am ersten Schultag zu spät. Auf dem Weg zum Klassenraum überlegt er sich die Ausrede, dass seine Mutter plötzlich krank geworden ist. Er tritt daraufhin in den Klassenraum und erzählt seine Ausrede. Doch er hätte vielleicht erst einmal in den Raum schauen sollen. Er hat eine neue Lehrerin bekommen und zwar nicht irgendwen, sondern seine Mutter und nun ist der Krach groß…

Story: Mizuki
Mizuki Hijiri wird nachts von Träumen verfolgt in denen sie sich in einen Dämon verwandelt. Ihre Familie sind die Nachfahren des Dämonen „Mizuki“, weswegen sie sich, wenn sie wütend wird, in einen Dämon verwandeln könnte. Dies passierte jedoch noch nie. Sekitos Familie bekämpft mit Hilfe von den Hijiris die dunklen Mächte. Sekito ist davon felsenfest überzeugt und nervt Mizuki damit jeden Tag aufs Neue. In der Schule macht sich ein Gerücht breit, dass es in dem Gebäude neben dem Sportplatz spukt. Kurz entschlossen gehen Mizuki, Sekito und zwei Mädchen aus ihrer Klasse in das Gebäude. Doch dann taucht plötzlich ein Dämon im Gebäude auf und die vier sind in großer Gefahr. Kann sich Mizuki in einen Dämon verwandeln und die anderen retten?

Nao Yazawa Collection Band 2Story: Aufstand der Roten Drachen
1791 – in einem Gebirge im Osten der chinesischen Provinz Szechuan. Der einzige Trost der dortigen Menschen war es an die Lehren des weißen Lotos zu glauben, wonach eines Tages der Buddha Miroku in der Welt erscheinen und das Paradies auf Erden bringen würde. Doch der Kaiser Qing lässt jeden töten, der ein Anhänger dieses Glaubens ist. So erscheinen auch dem Vater von Li die Soldaten und wollen ihn umbringen. Aber dann tauchen die „Roten Drachen“ auf. Sie fordern den Beamten heraus und besiegen ihn mit Leichtigkeit, retten so das Leben des alten Herren. Wenige Minuten später macht sich Tao, der Anführer der Roten Drachen, auf den Weg zu dem Großgrundbesitzer am Fuße des Berges. Dabei findet Tao einen geheimen Trainingsplatz und wird sofort von den Männern des Dorfes freudig begrüßt. Nur einer gönnt ihm diesen Erfolg nicht und fordert Tao heraus. Die Lage im Dorf spitzt sich zu…

Eigene Meinung
Die „Nao Yazawa Collection“ ist eine hübsche Sammlung einiger Kurzgeschichten der „Wedding-Peach“-Zeichnerin. Es sind keine sonderlich anspruchsvollen Stories, aber doch recht unterhaltsam. Eine nette Lektüre zwischen durch oder auch ein Muss für jeden Nao Yazawa Fan.

Nao Yazawa Collection: © 2004 Nao Yazawa, Shogakukan / EMA

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AniMUC 2014 – Seite 3

Showprogramm am Sonntag:

Tag 3 des Showprogramms begann am verregneten Sonntag um 10:15 Uhr so wie der zweite geendet hatte: Ongaku no Kara enterten die Bühne und spielten vor noch etwas mager besetztem Publikum unter dem Motto „Akustischer Lagerfeuer-Rock“ nun als Band Akustik-Versionen beliebter Songs. Wie immer wurde die Zusammensetzung der Gruppe dafür ein wenig abgeändert und Yaten, Kim und eine erblondete Remmel waren mit am Start. Aus Rücksicht auf das empfindliche ästhetische Empfinden der Bayern hatten die „Saupreißn“ sich allesamt in Bayerische Landeskluft gezwängt und trugen Dirndl oder Lederhose. Brav! Da ist man auch glatt geneigt den Ongakus die Ankündigung zu verzeihen, dass sie diesmal weder ein Medley noch einen Disney-Song im Gepäck hätten!

Passend zu Kloster-Setting und Gottesdienst-Stunde ging es mit dem kultigen Evangelion-Opening sehr „christlich“ los, ehe das „Saber Rider“-Theme das Publikum in die Zukunft (oder Vergangenheit?!) entführte und „Du wirst unbesiegbar sein“, das zweite deutsche Opening von Dragonball Z, erklang. Weiter ging es mit der dramatischen Japano-Ballade „The end of the world“, ehe ein Song aus „Bubblegum Crisis“ an die alten Softporno-Zeiten von VOX erinnerte, wo auch noch Anime im Nachtprogramm versteckt wurden. Im weiteren Verlauf gab es „Still Alive“ aus Mirror’s Edge und eine Ode an die Geschwisterliebe für beinharte Fans und alle Kinder der 80er Jahre: Das Theme aus dem „He-Man & She-Ra“-Crossover-Film! Auch „I see fire“ aus dem zweiten Hobbit-Film kam gut an, selbst wenn Kim dem Film selbst nicht viel Positives abgewinnen konnte. Die laut Ongaku no Kara „christliche Kinderversion vom Herrn der Ringe“ folgte in Form des Songs „The Call“ aus „Die Chroniken von Narnia: Prinz Kaspian von Narnia“.

Beim nächsten Song hatte die Gruppe ursprünglich Zweifel, ob er sich überhaupt für eine Akustik-Version eignen würde. Dem unermüdlichen Einsatz von Yukiya hatte das Publikum es zu verdanken, trotzdem in den Genuss von „Magia“ zu kommen – das Ending „aus irgendeinem Anime, der etwas mit Magie zu tun hat“, witzelte Kim. Einem echten Klassiker, Ayumi Hamasakis „Dearest“ aus Inuyasha, schloss sich dann eine Parodie an, in der die Ongakus den Todessern aus Harry Potter eine Stimme gaben, um ihren dunklen Lord zu besingen. Bei so viel Elan der Band konnte die Orga dann nicht anders, als der Gruppe publikumswirksam noch Zeit für einen weiteren Song zu geben: Und so begab es sich, dass Ongaku no Kara dann doch nicht drumherum kam, die „neunundzwanzigtausendsiebenhundertfünfundvierzigste Coverversion“ des Mega-Hypes „Let it Go“ aus „Frozen“ anzustimmen. Gänzlich ungeprobt, versteht sich… Dafür hat es sich aber verdammt gut angehört! 😉 Und weil das Publikum mit den verteilten Leucht-„Zauberstäben“ zuvor nicht ordentlich mitgemacht hatte, gab es noch eine Zugabe oben drauf: Der Klassiker „Leb deinen Traum“ aus Digimon entließ die Zuhörer glücklich in den verbleibenden Con-Sonntag!

Ongaku no Kara legten wieder eine mitreißende Spielfreude an den Tag und zeigten tolle Versionen wunderschöner Songs. Bei so viel Liebe zur Musik sieht man auch gerne über den ein oder anderen Hänger wie einen Song-Neustart durch falsch gesetzten Kapodaster, kurz verstimmte Instrumente oder ein paar nicht ganz perfekt getroffene Töne der genialen Sänger hinweg. Ein wunderbares Konzert, das gerne noch mal so lange hätte dauern dürfen. Es wird sicher nicht „der letzte Auftritt auf der Animuc“ gewesen sein, wie Kim mit Blick auf die untypischen kleinen Hänger bei allen Bandmitgliedern selbstironisch prophezeite!

Während sich der Stadtsaal im Anschluss weiter füllte und gespannt auf das Flying Sushi Theatre wartete, machten wir uns auf dem Weg zu Stargast Nao Yazawa. Das Panel der Mangaka sollte um 12:15 Uhr im Säulensaal starten, doch daraus wurde leider nichts: Größere technische Schwierigkeiten sorgten für massive Verzögerungen. Erst nach 13 Uhr konnte es endlich losgehen – eine Panne, die leider auch nicht gut kommuniziert wurde und deshalb vermutlich viel Publikum verprellte. Schade, denn was nun vor kleiner Runde stattfinden sollte, war vermutlich eine der interessantesten Veranstaltungen der gesamten Con!

Nao Yazawa – Panel:

Wer sich trotz der widrigen Umstände zum verspäteten Start des Panels in den Säulensaal verirrte, erlebte die Wedding Peach-Zeichnerin gut gelaunt und sehr auskunftsfreudig. In gutem Englisch – und kaum auf ihre Japanisch-Dolmetscherin angewiesen – stellte sich Yazawa den Fragen der anwesenden Fans und plauderte über das Leben eines Mangaka in Japan.

Jeder Wortmeldung widmete sich die Künstlerin ausführlich und berichtete u.a. über den Werdegang eines aufstrebenden Jung-Künstlers sowie den Sprung vom Hobby-Zeichner zum Profi-Mangaka. Sie ließ keinen Zweifel daran, dass das Internet heutzutage ein wichtiger Faktor für die Einstiegschancen einer 14-jährigen Amateurin wäre, wie sie selbst einmal eine war. Dennoch nähmen wohl die meisten Karrieren ihren Anfang mit einer Assistenzzeit bei etablierten Größen der Industrie. Weiterhin plauderte Yazawa über die reizvollen Herausforderungen des Zeichen-Prozesses: Storyboards, Settings und Charaktere zu entwickeln und auszubalancieren macht ihr trotz der schwierigen Komplexität dieser Aufgabe demnach besonderen Spaß. Trotzdem legte sie Wert darauf den Fans zu verdeutlichen, welcher personelle und zeitliche Aufwand schon in einem einzigen Kapitel einer Manga-Veröffentlichung steckt. Besonders spannend wurde es danach, als die erfahrene Zeichnerin erstaunlich offen über den redaktionellen Prozess bei der Veröffentlichung in Manga-Magazinen und die Einflussnahme von Verlagsmitarbeitern sprach. Sowohl aus der Zeit von Wedding Peach als auch von ihrem aktuellen Werk „Moon & Blood“ wusste sie dabei einiges zu berichten. Nur so viel: Es kommt nicht von ungefähr, dass man mit der neuesten Geschichte auf den populären Romantik-Vampir-Zug aufgesprungen ist. Und überhaupt sei es ja ein langer Weg, bis man überhaupt erstmal bei einem Verlag mit einer Idee zu einem Manga unterkommt…

Um ihre Erklärungen zu veranschaulichen zeigte die Künstlerin mehrmals mitgebrachte Skizzen oder Auszüge ihrer früheren Werke auf dem Projektor. Auch spontane Zeichnungen und beispielhaftes Gekritzel machten die Ausführungen der erfahrenen Autorin greifbar. Immer wieder im Lauf des Panels fiel übrigens der Name von Mangaka-Legende Osamu Tezuka, der für Yazawa-sensei zweifellos ein großes Vorbild war. Gerne hätten wir der gut aufgelegten Besucherin aus Fernost und ihren interessanten Ausführungen noch länger gelauscht, doch der durcheinander geratene Zeitplan zwang uns leider das Panel vorzeitig zu verlassen und zum großen DCM-Vorentscheid in den Stadtsaal zu eilen!

DCM-Vorentscheid:
Auch 2014 stieg der erste Vorentscheid zur Deutschen Cosplay Meisterschaft auf der Animuc – und das vor absolut vollem Haus! Die Moderation übernahm nach einer „Schonfrist“ im vergangenen Jahr wieder Martin, der vor Energie und Rededrang nur so strotzte und unter anderem um Verstärkung für die DCM warb (außer natürlich im Bereich Moderation, versteht sich!). Aus dem hochkarätigen Teilnehmerfeld, das sich mit kurzen Schauspiel- und Show-Einlagen präsentierte, galt es drei Zweierteams für das Finale auf der Frankfurter Buchmesse zu ermitteln. Wie immer waren die Kostüme schon vorher von der Jury in Ruhe bewertet worden, sodass ein reibungsloser und zügiger Ablauf keine Langeweile zwischen den einzelnen Darbietungen aufkommen ließ. Dass es dabei keinen einzigen männlichen Cosplayer im Teilnehmerfeld zu bestaunen gab, lässt Spielraum für die nächsten Vorentscheide zu!

Im Einzelnen buhlten folgende Paare um die Gunst des Publikums:

Startnummer Name Charakter und Serie
1 Nicole B. und Lydia Sch. Levi und Erwin Smith aus „Attack on Titan“
2 Romina P. und Amely P. Kotori Minami und Umi Sonoda aus „Love Live! School Idol Project“
3 Sarah B. und Laura B. Buttercup und Butch aus „Powerpuff Girls Z“
4 Inken L. und Natalie B. Milla Maxwell und Jude Mathis aus „Tales of Xillia“
5 Huong L. T. und Jasmin E. Mako Mankanshoku und Ryuko Matoi aus „Kill a Kill“
6 Jana P. und Jana P. Koch/Chef weiblich und Koch/Chef männlich aus “Ragnarok Online 2: Legend of the Second“
7 Julia K. und Isabelle H. Juliet fiamatta astro Capulet und Odin aus „Romeo x Juliet“
8 Larissa P. und Gabi J. Reiji Kotobuki und Ranmaru Kurosaki aus „Uta no Prince-sama“
9 Maria D. und Sharina K. Pazu und Sheeta aus „Das Schloss im Himmel“
10 Anja Sch. und Jenny Sch. Souseiseki und Suiseiseki aus „Rozen Maiden“
11 Julia V. und Lisa R. Alice und der verrückte Hutmacher aus „Alice in Wonderland“

Back on Stage waren im Anschluss der letzte Showact der diesjährigen Animuc. Die Österreicher brachten ein abwechslungsreiches und überraschend brutales Stück zum Thema „Alice im Wunderland“ auf die Bretter, das vor allem mit mitreißenden Tanznummern zu moderner Musik fesseln konnte. Auch Spannnung und Witz kamen nicht zu kurz, während es darum ging das Wunderland von der Tyrannei der Herzkönigin zu befreien, die unter dem Einfluss des bösen Jokers ihre Untertanen meuchelte. Ein vergnüglicher Abschluss des insgesamt überdurchschnittlichen Bühnenprogramms dieser Con, auch wenn die Show ein Weilchen brauchte um Fahrt aufzunehmen. Das Warten lohnte sich, denn gen Ende ging es rund!

Nun ging es auch schon mit großem Schritten dem Ende entgegen und die Abschlussveranstaltung der diesjährigen Animuc nahm ihren Lauf. Sieger für die diversen Wettbewerbe wurden bekannt gegeben – auch wenn viele Gewinner leider bereits abgereist waren – und u.a. die Sieger-Musikvideos des AMV-Wettbewerbs in den Kategorien „Publikumsliebling“ (ein „Attack on Titan“-AMV zu Nanos „Neophobia“ von Mr. A) und „Jury-Liebling“ (ein „Mirai Nikki“-AMV zu Halestorms „Mz. Hyde“ von „yukikoAMV“) noch einmal vorgeführt. Ein besonderer Dank wurde Ehrengast Nao Yazawa zuteil. Für ihren Einsatz auf der Con und die vielen interessanten Programmpunkte bekam sie von der Orga ausgerechnet ein Helfer-T-Shirt in die Hand gedrückt. Yazawa-sensei, die es sich nicht nehmen ließ ihren Dank an die Fans mit einem kurzen deutschen Satz auszudrücken, freute sich artig und streifte das Hemd nach Verlassen der Bühne prompt über.

Auf besonderes Interesse stieß natürlich die Bekanntgabe der Gewinner des DCM-Vorentscheids. Durchsetzen konnten sich am Ende folgende drei Teams, die sich nun in Frankfurt auf der Buchmesse mit den Vorentscheid-Gewinnern der noch ausstehenden Cons vergleichen dürfen:

Platz 1: Inken L. und Natalie B. als Milla Maxwell und Jude Mathis aus “Tales of Xillia”
Platz 2: Loan T. und Jasmin E. als Mako Mankanshoku und Ryuko Matoi aus “Kill la Kill”
Platz 3: Jana P. und Jana P. als Koch/Chef weiblich und Koch/Chef männlich aus “Ragnarok Online 2: Legend of the Second”

Und das war es dann auch schon wieder; der Abspann rollte im Stadtsaal und so wurde noch ein letztes Mal das eher unterrepräsentierte „Orient“-Thema der diesjährigen Animuc aufgegriffen!

Fazit:
Drei Tage volle Con-Power vor teils ausverkauftem Haus – und das endlich auch mal bei, über weite Strecken, gutem Wetter! Die Animuc war wieder ein gelungener Einstand in die Saison und punktete mit einer tollen, freundlichen Atmosphäre dank der vielen gut gelaunten Besucher. Klar dass man gut drauf ist, wenn man sein Cosplay dank Sonnenschein auch endlich einmal auf dem wunderschönen Klostergelände in Fürstenfeldbruck so richtig zur Geltung bringen und ausgiebig fotografieren lassen kann.

Auch im „dunklen Kämmerlein“ ging es hochklassig zu, denn das Showprogramm konnte sich in diesem Jahr wahrlich sehen lassen. Im Vergleich zu den katastrophalen Verhältnissen 2013 machte auch die Technik diesmal eine bessere Figur. Wenn es mal hakte, dann aber leider so richtig, wie die Verzögerungen bei TnS und vor allem dem auskunftsfreudigen japanischen Ehrengast Nao Yazawa schmerzlich zeigten. Das alles tat der Freude am Programm jedoch keinen Abbruch. Unterm Strich hatten alle Künstler und Besucher der Con sichtlich Spaß – und darauf kommt es doch letzten Endes auch an, nicht wahr?

Im nächsten Jahr findet die nunmehr siebte Animuc bereits etwas früher statt – wieder an drei Tagen, vom 10. bis 12. April 2015.

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