Our Lonely War

Name: Our Lonely War
Englischer Name:
Originaltitel: Futari bocchi sensô
Herausgebracht: USA: Japan 2017
Deutschland: Tokyopop 2019
Mangaka: Erubo Hijiwara
Bände: 3 Bände
Preis pro Band: 6,95 €

Story
Seit zehn Jahren wird die Erde von einer außerirdischen Rasse, den Idola heimgesucht. Um sie zu bekämpfen, entwickelten die Menschen die humanoide Waffe „Arcana“. Ein Pilot, der sogenannte „Player“, steuert die „Unit“ aus der Ferne per Headset. Player zu werden ist der Traum von vielen, aber nur wenige schaffen es das rigorose Auswahlverfahren zu überstehen.

Einer von ihnen ist der 14-jährige Ilya Kravicz. Im Alter von fünf Jahren wurde er in einen Autounfall verwickelt und sitzt seither im Rollstuhl. Dennoch denkt er nicht ans Aufgaben. Unterstützung erfährt er von seiner erwachsenen Schwester Anna, die nach dem Tod ihrer Eltern das Sorgerecht für Ilya übernommen hat. Tatsächlich ist Ilya begabt als Player und so erreicht er schließlich sein Ziel. Doch der Tag seines größten Triumphs geht mit einem Schock einher. Denn die Units, die die Piloten steuern sind in Wirklichkeit keine reinen Hüllen, es handelt es sich um die operativ überarbeiteten Körper echter Menschen. Diese bilden die Rüstung der Player bei ihren Kämpfen. Da aber eine gewisse Synchronität zwischen Pilot und Einheit bestehen muss, kommen dafür nur Verwandte in Frage – wie Ilyas Schwester Anna, die seine einzige Verwandte ist.

Ohne es ihrem Bruder zu sagen, hat sich Anna, die bei den Verteidigungsstreitkräften dient,  bereits freiwillig als „Unit“ gemeldet und ihr Körper wurde entsprechend angepasst. Ilya ist entsetzt und verstört, dass seine Schwester sich derart in Gefahr begibt und ihre eigene hoffnungsvolle Karriere beim Militär aufgibt, um ihm seinen Traum zu verwirklichen. Nach langen Gesprächen mit Mendel, einem anderen Piloten, und seiner Schwester entscheidet sich Ilya, nach vorne zu schauen und gemeinsam mit Anna für die Zukunft der Menschheit zu kämpfen. Aber dann stellt ein tragisches Ereignis alles infrage…

Eigene Meinung
Sehr viele Ideen hat Erubo Hijihara in ihr Erstlingswerk „Our Lonely War“ hineingepackt. Fast muss man konstatieren: zu viele. Denn so wie weniger manchmal mehr ist, bietet eine dreibändige Mini-Serie gar nicht den Rahmen, um so viele spannende Ansätze adäquat auszufüllen. Da ist zu Einen der Protagonist, der trotz seiner Behinderung seinen Traum verbissen verfolgt. Natürlich steht die Beziehung zwischen Bruder und Schwester im Vordergrund. Aber nach und nach kommen mit weiteren Charakteren auch noch andere Themen dazu: Aus welchen Gründen kämpfen wir, was sind wir bereit zu opfern? Und schließlich stellen sich die Fragen, ab wann jemand noch ein Mensch ist und ab wann eine Kampfausrüstung. Nahezu bei allen diesen Ansätzen hätte man schon im ersten Band mehr machen können. Etwa die Tatsache, dass Ilya im Rollstuhl sitzt, wird zwar kurz thematisiert, bringt aber ansonsten nichts mit sich – Inklusion perfekt?! Man fühlt sich an Camerons „Avatar“ erinnert… Auch die Alien-Invasion dient mehr als Steigbügelhalter für die Drama-Handlung. Denn natürlich hadert Anna mit ihrer Entscheidung, auch wenn sie es nicht zugibt. Daher ist der Originaltitel „Futari bocchi sensô“ (dt. in etwa „Zwei-Personen-Krieg“) auch passender als der hiesige.

Das ist schon alles schade. Aber: Es bleibt zu hoffen, dass in den kommenden Bänden die Handlung noch weiter ausgefüllt werden kann. Zu wünschen wäre es, denn optisch ist die Serie ein absoluter Hingucker und bietet so viel Potenzial. Die Mangaka sollte im Auge behalten werden.

© Rockita

Our Lonely War: © 2017 Erubo Hijihara  Shueisha / Tokyopop

 

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Ocean of Secrets

Name: Ocean of Secrets
Englischer Name: Ocean of Secrets
Originaltitel: Ocean of Secrets
Herausgebracht: USA: Tokyopop 2017
Deutschland: Tokyopop 2019
Mangaka: Sophie-chan
Bände: 2 Bände, wird fortgesetzt (3 geplant)
Preis pro Band: 6,99 €

Story
Die 15-jährige Lia ist ein Waisenmädchen, das an der kanadischen Küste in einer Pflegefamilie lebt. An ihre richtigen Eltern kann sie sich nicht erinnern, nur an ihre Zeit in einem Kinderheim. Doch auch in der „neuen“ Familie kann sie sich nicht richtig einleben. Eines Tages macht sie mit ihrer Adoptivschwester einen Bootsausflug. Im Sturm geht Lia über Bord, kann aber von dem Geschwisterpaar Moria und Albert gerettet werden.

Schnell zeigt sich: Lias normales Leben ist vorbei. Denn ihre Retter besitzen magische Kräfte und ihr Schiff segelt nicht etwa auf dem Wasser, sondern im Himmel. Von den Menschen auf der Erde unbeachtet schweben im Himmel drei Königreiche, darunter Lyronaz, die Heimat von Moria und Albert. Zurück können die beiden jedoch nicht. Denn Albert ist zuhause eines Verbrechens angeklagt, das er nicht begangen hat. Mit knapper Not konnten er und seine Schwester vor zehn Jahren fliehen.

Und auch Lia muss an Bord des Schiffs bleiben. Denn Menschen ohne Magie können im Wolkenmeer nicht überleben. So kommt Lia unversehns zu einer neuen Familie, denn die Geschwister nehmen sie bei sich auf. Und einige Zeit scheint es wirklich so, als würden die Jugendlichen viel Spaß miteinander haben. Dann aber macht Moria einen schweren Fehler, der die Friedensstifter der drei Königreiche auf ihre Spur führt. Und Albert steht immer noch recht weit oben auf deren Fahndungsliste…

Eigene Meinung
„Ocean of Secrets“ ist die erste Mini-Serie der aus dem Iran stammenden Mangaka Sophie-chan. Nachdem der Stoff zunächst im Eigenverlag erschien, wurde Tokyopop in den USA darauf aufmerksam. Nun erscheint die auf drei Bände Reihe auch in deutscher Sprache. Sophie-chan entführt darin in eine fantastische Welt, die sie auf interessante Weise mit der uns bekannten verbindet. Das Ganze wird ausgestaltet mit sympathischen Charakteren mit Potenzial zur Weiterentwicklung.

Optisch merkt man dem Manga zwar nicht inhaltlich, aber optisch die Entstehung außerhalb Japans an. Die Hintergründe sind sehr spärlich gehalten und die Gesichter wirken häufig wie aus einschlägigen Manga-Zeichenkursen entsprungen. Der Vergleich liegt nahe, immerhin ist die Autorin in der Netzgemeinde vor allem bekannt durch die Zeichenkurse auf ihrem Youtube-Channel.

Nichtsdestotrotz ist „Ocean of Secrets“ ein beachtliches Erstlingswerk. Man darf auf die Fortsetzung gespannt sein. Ein zweiter Band ist bereits in den USA erschienen, ein dritter ist geplant.

© Rockita

Ocean of Secrets: © 2017  Sophie-chan Tokyopop

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Violence Action

Name: Violence Action
Englischer Name: The Violence Action
Originaltitel: Violence Action
Herausgebracht: Japan: Shogakukan 2017
Deutschland: Tokyopop 2019
Mangaka: Text: Shin Sawada
Zeichnungen: Renji Asai
Bände: 4 Bände, wird fortgesetzt
Preis pro Band: 9,99 €

Story
Der „Boing-Express-Service für natürliche Mädchen“ scheint auf den ersten Blick eine klassische Call-Girl-Vermittlung zu sein. In Wirklichkeit werden bei der Agentur aber keine Mädchen für gewisse Stunden vermittelt, sondern Auftragskiller. Besondere Wünsche inklusive.

Eines der Mädchen bei „Boing-Express“ ist die hübsche Studentin Kei. Wenn sie nicht gerade in ihrer Business-School für die nächste Prüfung in Buchhaltung büffelt, betätigt sie sich als Attentäterin und Leibwächterin für Menschen mit besonderen Wünschen. Sie mag etwas unbedarft wirken, aber im Job ist sie ebenso gewandt wie professionell.

Nicht immer verläuft alles nach Plan. Als ihre Freundin Rikka eines Tages ungefragt zwei Schulkameraden zu Kei nach Hause einlädt, ist der jungen Auftragsmörderin noch nicht klar, was das für sie bedeuten wird. Denn Watanabe, ein junger Mann aus ihrem Kurs, ist heimlich in sie verknallt und folgt ihr eines Tages in das geheime Hauptquartier des „Boing-Service“, das als Nudelsuppenladen getarnt ist. Blöd nur, dass ausgerechnet an diesem Tag das Reinigungsteam nicht gekommen ist und dort noch eine Leiche herumliegt. Noch blöder ist aber, dass die vermeintliche Leiche in Wirklichkeit gar nicht tot ist, sondern nur bewusstlos, und ziemlich wütend wieder aufwacht…

Eigene Meinung
Der Titel „Violence Action“ sagt im Grunde schon (fast) alles über die Manga-Serie von Shin Sawada mit Zeichnungen von Renji Asai („Der Junge und das Biest“) aus. Es handelt sich um eine Aneinanderreihung weitgehend unabhängiger Kapitel, in denen sich die Protagonistin durch diverse Aufträge schießt. Die Szenarien strotzen vor ernstem Humor und bieten ganz nette Unterhaltung. Etwa, wenn Kei eben noch Leute umlegt und im nächsten Moment Statistik büffelt. Was – zumindest im ersten Band – dagegen vollkommen auf der Strecke bleibt ist eine wie auch immer geartete innere Entwicklung der Charaktere. Eigentlich bleiben alle blass und machen ihren Job. Das ist zwar an sich ganz nett, die Frage ist nur, wie lange dem Autor Storys einfallen, die den Makel übertünchen.

Bis dahin bietet diese Serie solide Unterhaltung, die man ohne Geistesanstrengung nebenher genießen kann.

Tokyopop bringt die Serie im Großformat mit einer mäßig gelungenen Wackelkarte in der Erstauflage, um sammelfreudigen Fans etwas Gutes zu tun.

© Rockita

Violence Action: © 2017  Shin Sawada/Renji Asai  Shogakukan / Tokyopop

 

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Detektiv Conan – Double Face Edition

Name: Detektiv Conan – Double Face Edition
Englischer Name:
Originaltitel: Meitantei Conan: Double Face Selection
Herausgebracht: Japan: Shogakukan 2015
Deutschland: EMA 2019
Mangaka: Gosho Aoyama
Bände: Einzelband (Sonderband)
Preis pro Band: 6,00 €

Detektiv Conan FBI SelectionInhalt & Eigene Meinung
Und schon ist er da, die neueste Edition zum „Detektiv Conan“-Universum. Dabei ist er eigentlich gar nicht neu, denn in Japan erschien die „Double Face Edition“ bereits 2015. Neben der ohnehin anfallenden Wartezeit zwischen japanischer und deutscher Veröffentlichung entschied sich aber EMA dazu zwischenzeitlich noch zwei eigene Editionen herauszugeben, wodurch die deutschen Fans immerhin vier Jahre warten mussten.

Hinter dem verheißungsvollen Titel verbergen, grob gesagt, ausgewählte Fälle von Charakteren, die etwas zu verbergen haben. Diese finden sich im Inhaltsverzeichnis aufgelistet: Conan Edogawa, Kaito KID, Ai Haibara, Vermouth, Shuichi Akai, Rena Mizunashi und Toru Amuro. Schon die Übersicht ist allerdings nicht stringent geordnet, denn bei manchen Charakteren wurden deren Decknamen angegeben, bei anderen die Codenamen, bei manchen fehlen die (obwohl bekannten) Klarnamen. Das hätte wirklich sortiert werden können. Zumal in der deutschen Ausgabe ein Tippfehler unterlaufen ist („Shio Miyano“).

Dass eine klare Linie fehlt, wird auch inhaltlich deutlich. Denn es findet sich alles: (Arbeits-)Tarnidentität, Alter Ego oder auch einfach die mitschwingende Frage, auf welcher Seite ein bestimmter Charakter eigentlich wirklich steht.  

Etwas lieblos sind daher auch die Fälle ausgewählt: Beliebte Fälle, aber nicht unbedingt immer passende. Konkret handelt sich es sich um den „Mord in der ersten Reihe“, den Shinichi Kudo als maskierter Ritter löst (Ep. 205/206, hier nur Kap. 256/257, Band 26), den sich anschließenden Fall „Die letzte Fahrt des Chefs“ (Ep. 207/208, Kap. 258-260, Band 26), den Shinichi noch lösen kann, bevor er sich in Conan zurückverwandelt, den ersten Auftritt von Kaito KID in „Meisterdieb 1412“ (Ep. 78/79, Kap. 156-159, Bd. 16), und ein weiterer, bei dem der Phantomdieb mit den Detective Boys auftritt (Ep. 699/700 JZ, Kap. 815-817, Bd. 77). Es folgen der Rückblenden-Fall „Mord in New York“ (Ep. 308-310, Kap. 350-354, Bd. 34/35), das einzelne Kapitel 599 „Akais Vergangenheit“ (Bd. 58), der Fall um die Klingelstreiche bei Rena Mizunashi (Kap. 499/500, Bd. 48) sowie ein Fall, in dem Bourbon und Vermouth undercover agieren (Kap. 850-852, Bd. 80/81).

Was bei der Auswahl erschwerend auffällt: Es stehen wirklich nur die getarnten Personen im Vordergrund, nicht die eigentlichen Kriminalfälle. Anders ist es nicht zu erklären, dass mehrere Fälle nur teilweise abgedruckt wurden, also z.B. erst nach der eigentlichen Mordhandlung einsetzen. Oder der Klingelstreich-Fall, der nur aufgenommen wurde, weil Rena Mizunahsi auf den letzten beiden Seiten als Kir bekannt wird. Im Gegensatz zu früheren Editionen wird hier also mehr oder minder vorausgesetzt, dass der Lesende die Fälle kennt. Die Fans dagegen kommen mit immerhin beliebten Fällen auf ihre Kosten.

Dazwischen gibt es wieder Info-Seiten, diesmal mit echtem Mehrwert, da die wesentlichsten Informationen zu den betreffenden Charakteren kompakt zusammengefasst werden und das bis zum (damaligen) Stand der Serie, als etwa Band 80.

„Detektiv Conan“ ist ein echter Erfolgsgarant. Da wundert es nicht, dass die nächsten Sonderbände schon angekündigt sind.

© Rockita

Detektiv Conan – Double Face Edition: © 2015  Gosho Aoyama  Shogakukan/EMA

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Buchimaru Chaos

Name: Buchimaru Chaos
Englischer Name:
Originaltitel: Buchimaru Chaos
Herausgebracht: Japan: Hakusenha 2017
Deutschland: Altraverse 2019
Mangaka: Tsutomu Ohno
Bände: 3 Bände
Preis pro Band: 7,00 €

Story
Bevor die Menschen die Welt bevölkerten, lebten auf der Erde bereits Geisterwesen, sogenannte Nushi. Später verehrten die Menschen diese magischen Wesen, die ihre Wälder beschützen

Eines Tages jedoch die Kunoichi Byakuya aus, um einen Nushi zu töten und sich seine besondere Kraft anzueignen. Damit hintergeht sie nicht nur den Nushi ihres Waldes, sondern auch ihren Clan, die Karasu-Ninja. Pflichtgemäß wollen ihre ehemaligen Kameraden sie nun töten. Doch so einfach ist das nicht. Denn Byukuya ist nicht nur eine eiskalte und effektive Kämpferin, sondern sie hat auch Unterstützung ihres Genins Buchimaru. Der verfügt nicht nur über Kampfstärke, sondern auch eine ausgefeilte Nase… und er verehrt seine Meisterin. Ihr würde er bis in den Tod folgen.

Tatsächlich sieht es bald so aus, als wenn der schlimmste Fall eintreten würde. Bei dem Versuch, dem Nushi den arm, die Quelle seiner Kraft, abzuschlagen, geht einiges schief. Der frisch abgeschlagene Arm verbindet sich mit Buchimaru – bis Byakuya ihn gewaltsam aus dessen Körper reißt. Ihren ehemaligen Schüler lässt sie zum Sterben zurück.

In seiner Verzweiflung schließt Buchimaru einen Pakt mit dem Nushi Tadamuki, der seinen Arm zurück möchte. Gemeinsam wollen sie Byakuya finden – wenn auch aus verschiedenen Motiven.

Einfach gestaltet sich das Unterfangen nicht. Denn der junge Ninja und der kantuge Naturgeist sind kein gutes Gespann. Und da ist dann noch der Ninja-Verfolgungstrupp, der Jagd auf die Abtrünnigen macht. Mit dabei: Haizumi, die Buchimaru seit Kindertagen kennt und ihn heimlich liebt…

Eigene Meinung
Nicht wirklich sympathisch sind sie, die Charaktere, mit denen Tsutomu Ohno seine Serie „Buchimaru Chaos“ ausstattet. Ob treudoofer Schüler, unbarmherzige Meisterin oder naiv-verliebte Freundin – die Rollen sind ebenso klar verteilt, wie die Steoreotype in Stein gemeißelt scheinen. Es ist bezeichnend, dass noch der Nushi Tadamuki, der auf den ersten Seiten als dunkles Wesen beschrieben wird, tatsächlich die liebenswürdigste Figur ist, wie ein etwas düsterer Dschinni. Die Handlung, die um den blass bleibenden Titelcharakter gebastelt wurde, entspinnt sich nur langsam. Optisch hat man das Gefühl, dass aufreizende Posen in hautenger Kleidung eine wichtigere Rolle spielen, als die Kampfszenen, denn man sieht Byakuya um einiges häufiger in stehender Haltung, denn in Bewegung.

Immerhin: Eine hochwertige Druckqualität zeichnet die deutsche Ausgabe von Altraverse aus. Das hat allerdings seinen Preis: Der Band kostet mit sieben Euro genauso viel wie die anderen Serien des Labels im gleichen Format, hat aber nur 150 Seiten. Als das jetzige Altraverse-Team noch bei Tokyopop war, gab es damals in einem solchen Fall noch einen günstigeren Preis (wie etwa bei „Broken Blade“).

© Rockita

Buchimaru Chaos: © 2017  Tsutomu Phno  Hakusenha/Altraverse

 

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Detektiv Conan – Aufgewacht, Kogoro!

Name: Detektiv Conan – Aufgewacht, Kogoro!
Englischer Name:
Originaltitel: Detektiv Conan – Aufgewacht, Kogoro!
Herausgebracht: Deutschland: EMA 2018
Mangaka: Gosho Aoyama
Bände: Einzelband
Preis pro Band: 6,00 €

Inhalt & Eigene Meinung
Darauf haben viele Fans sehnsüchtig gewartet: Nachdem bereits die anderen Hauptcharaktere im engeren Sinne aus „Detektiv Conan“ mit einer eigenen Auswahl-Selection bedacht wurden, kommt nun der Detektiv der Herzen, der „schlafende“ Kogoro Mori zum Zuge. Zuvor hatte er mehrmals in Fan-Abstimmungen den Kürzeren gezogen. Die Fälle, in denen der meist trottelige Privatdetektiv zu Höchstformen aufläuft, zählen aber zu den unterhaltsamsten der Serie, von daher ist es dem deutschen Label EMA hoch anzurechnen, dass sie ihm, auch ohne japanische Vorlage, einen eigenen Band widmen.

Die Auswahl der Fälle übernahmen wieder zwei Mitarbeiter der Online-Plattform „ConanNews.org“ gemeinsam mit dem zuständigen EMA-Redakteur. Die Zusammenarbeit hatte sich bereits in der Vergangenheit bewährt. Und wieder beweist das Trio im vorliegenden Fall ein glückliches Händchen mit der Wahl, denn es werden wirklich die verschiedenen Facetten eines nur auf den ersten Blick eindimensionalen Charakters abgebildet. Und natürlich kommt seine nicht verflossene Liebe zu seiner getrennt lebenden Ehefrau Eri Kisaki vor. Denn der „Detektiv, der seine Fälle im Schlaf löst“ wird immer dann zum Meisterdetektiv, wenn es um seine Freunde und Familie geht.

Das zeigt sich in den Fällen. Diese beginnen in der Frühphase von Kogoros Wirken mit seiner ersten Begegnung mit dem Idol Yoko Okino in „Die Doppelgängerin“ (Ep. 3, Kap. 6-8, Band 1) und dem Fall „Die Strafe des Himmels“ (Ep. 8, Kap. 30-32, Band 4), der den Beginn seiner Popularität in der Serie darstellt. Die weiteren Kapitel haben vor allem zwei Schwerpunkte: Fälle, in denen Kogoro zur Hochform aufläuft und eigenständig (oder fast eigenständig) Fälle löst, wie dem ganz persönlichen Fall „Mord unter Freunden“ (Ep. 28/29, Kap. 84-86, Band 9), dem Fall „‘Unbemerkt verdächtig“, in dem eine alte Schulfreundin unter Verdacht (Ep. 323/324, Kap. 374-376, Band 37), dem Fall um einen Baseballspieler „Die stille Route“ (Ep. 402/403, Kap. 438-440, Band 43) und dem Auftrag eines Klienten, den Kogoro (auch) mit tierischer Unterstützung knackt (Kap. 528/529, Band 51). Zum anderen sind es Kapitel, in denen die wechselvolle Beziehung zwischen Kogoro und seiner Frau Eri Kisaki thematisiert werden, nämlich „Der Biss der Seeschlange“ (Ep. 120/121, Kap. 163-165, Band 17) mit ihrem unverhofften Ausgang, dem Treffen am Hochzeitstag „Kogoro unter Verdacht“ (Ep. 214/215, Kap. 264-266, Band 27) sowie umgekehrt ein Fall an Eris Geburtstag, in dem diese in Nöte gerät (Kap. 709-711, Band 68). Das Ganze wird komplettiert durch Kogoros und Conas Suche nach dem Besitzer einer scheinbar verloren Handys in „Das vergessene Handy“ (Ep. 380/381, Kap. 438-440, Band 43), der mit der restlichen Systematik eher weniger zu tun hat, aber dennoch spannend zu lesen ist.

Wieder werden die ausgewählten Fälle begleitet von Infoboxen zwischen den Kapiteln mit – zwangsläufig – mal mehr, mal weniger interessanten und informativen Fakten zum titelgebenden Charakter. Auf einer dieser Seiten wird etwa darauf hingewiesen, dass der Mangaka Gosho Aoyama die Leser bis vor wenigen Jahren im Unklaren über Kogors Alter gelassen hätte. Tatsächlich mag sein Alter vor 2012 nicht explizit in einer Info-Box aufgetaucht sein, aber das Alter seiner Freunde aus dem Fall „Mord unter Freunden“ (allesamt 37 oder 38) und das Alter seiner Frau Eri (37), mit der er in einer Klasse war, machten das Alter früh bestimmbar.

Der Titel dieses Sonderbandes, „Aufgewacht, Kogoro!“ ist zudem nicht so gelungen. Ja, man versteht die Zweideutigkeit, aber sie wirkt doch arg gezwungen. Den Fans dürfte es außerdem egal sein. Von daher hätte es auch eine neutrale „Kogoro Mori Edition“ getan…

Für die nächste Zeit hat EMA bereits weitere Sonderbände angekündigt, darunter auch mit der „Dead or Alive Selection“ und der „Toru Amuro Selection“ wieder zwei aus Japan übernommene Bände. Man darf gespannt sein.

© Rockita

Detektiv Conan – Aufgewacht Kogoro: © 2018  Gosho Aoyama  EMA

 

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My Eureka Moment

Name: My Eureka Moment
Englischer Name:
Originaltitel: Kimi to Eureka
Herausgebracht: Japan: Shueisha 2015
Deutschland: Tokyopop 2019
Mangaka: Ayuko
Bände: 4 Bände
Preis pro Band: 6,99 €

Story
Mai Shiomi staunt nicht schlecht, als sie eines Tages auf dem Schulweg einen Jugendlichen entdeckt, der auf einem Baum sitzt und es nicht mehr alleine runter schafft. Noch mehr aber staunt sie, als eben dieser Junge, dem sie am Morgen aus seiner misslichen Lage geholfen hat, abends vor ihrer Tür steht, scheinbar versehentlich. Kurz entschlossen nimmt Mai den Fremden bei sich auf. Der blonde Junge, Watari Mochizuki, ist zwar etwas merkwürdig aber auch sehr süß. Außerdem freut sich Mai, die wegen der Arbeit ihrer Mutter in den USA alleine lebt, dass noch jemand im Haus ist.

Es stellt sich heraus, dass Watari nicht zufällig zu ihrem Haus kam. Seine verschollene Mutter war eine Freundin von Mais Mutter, die nun die Vormundschaft für den Jungen übernommen hat. So kommt es, dass Watari dauerhaft im Hause Shiomi einzieht. Für Mai entwickelt sich das Zusammenleben zur großen Herausforderung. Denn Watari ist ebenso hochbegabt wie weltfremd und unbeholfen im Umgang mit anderen Menschen. Immer wieder stößt er unwillkürlich Leute vor den Kopf. In der Schule erregt er große Aufmerksamkeit. Schnell ist die Katze aus dem Sack, dass er und Mai zusammen wohnen.

Und da sind noch diese seltsamen Gefühle, die Mai eigentlich nicht als Liebe einordnen möchte. Aber warum gehen ihr Wataris Worte dann immer wieder so nahe? Und da ist noch der Schülersprecher Kuze, der sich ernsthaft für Mai zu interessieren scheint…

Eigene Meinung
Weltfremder hochbegabter Schüler aus dem Ausland inmitten des angepassten japanischen Schulsystems. Das hätte vor Jahren sehr viel Aufmerksamkeit erregt. Inzwischen hat aber die nerdige Truppe von „The Big Bang Theory“ rund um Jim Parson alias Sheldon Cooper haben die hochintelligenten, aber verschrobenen Eigenbrötler hierzulande nicht nur salonfähig, sondern auch zu Kultstatus gebracht. Es war nur eine Frage der Zeit, bis auch der Manga-Bereich sich dieses Motivs bedient. Nun also ein Shojo-Manga, der das Genie mit der gutmütigen, häuslich begabten Mitschülerin kombiniert. Auch eine Dreiecksbeziehung mit dem hilfsbereiten Schülersprecher deutet sich an. Zentral für die Handlung ist aber Watari mit seinen zwischenmenschlichen Defiziten, die immer wieder für ernsten Humor sorgen. Er ist Dreh- und Angelpunkt der Story. Das könnte leicht schiefgehen, aber es funktioniert, zumindest während des ersten Bands. Mangaka Ayuko lässt es ruhig angehen: Sie verpackt die romantische Handlung in eine große Blase aus Ideen und Vorstellungen, die sich scheinbar nicht erfüllen. Dass da noch was gehen wird, bringt aber schon der Titel mit sich – „My Eureka Moment“, angelehnt an den berühmten Ausruf „Heureka“ von Archimedes, der bekanntlich „Ich habe (es) gefunden“ bedeutet…

© Rockita

My Eureka Moment: © 2015  Ayuko  Shueisha/Tokyopop

 

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The Huntress

Name: The Huntress
Englischer Name:
Originaltitel: Tantei no Tantei
Herausgebracht: Japan: Kodansha 2017
Deutschland: EMA 2018
Mangaka: Story: Keisuke Matsuoka
Zeichnungen: Hiro Kiyohara
Bände: Japan: 2 Bände
Deutschland: 1 Doppelband
Preis pro Band: 20,00 €

Story
Kotoha Minemori ist jung, hübsch und eine Spätzünderin. Nach langem Suchen hat sie endlich eine Arbeitsstelle gefunden und dann auch noch eine in einer Detektivagentur. Die Ernüchterung folgt auf dem Fuß, als sie erfährt, dass sie eigentlich nicht als Detektivin, sondern als attraktiver Blickfang im Vorzimmer eingestellt wurde. Erst als es sich zufällig ergibt, dass Minemori kurzfristig einen Platz im Firmenwohnheim braucht, ändert sich die Sachlage schlagartig und ihr Chef bringt sie kurzerhand in Wohnung und Abteilung der internen Ermittlerin Rena Sasaki unter.

Nicht ganz ohne Hintergedanken. Denn Sasaki mag eine berühmt-berüchtigte Erfolgsquote haben, aber sie ist auch bekannt für ihre brachialen Methoden – und dafür, absolut nicht teamfähig zu sein. Die umgängliche Minemori soll zu der einsamen Wölfin vordringen und sie positiv beeinflussen. Zunächst aber ist das Gegenteil der Fall: Eingeschüchtert durch die resolute Sasaki zweifelt Minemori vom ersten Tag an daran, dass die Agentur wirklich der richtige Ort für sie ist.

Doch auch für Sasaki ist der Umgang mit ihrer neuen Kollegin nicht einfach, denn Minemori ähnelt einer Person aus ihrer Vergangenheit und das reißt alte Wunden neu auf…

Eigene Meinung
Nach mehreren Jahren Abstinenz kommt endlich wieder ein Manga aus der Feder des hierzulande inzwischen wohlbekannten Zeichners Hiro Kiyohara (u.a. „Can you hear me?“, „Kizu“) in den deutschsprachigen Raum. Es ist hocherfreulich zu sehen, dass auch „The Huntress“ mit naturalistischen, qualitativ hochwertigen Zeichnungen daher kommt. Mehr noch: Kiyohara scheint diesmal auch fähige Assistenten im Boot zu haben: Die Hintergründe sprühen vor Detailfreude und bieten eine fast dokumentarische Kulisse für die wie üblich eher schlicht belassenen Charaktere. All das passt hervorragend zum seriösen Grundton des Manga und überzeugt.

Leider kann man das nicht unbedingt von der Story behaupten, die diesmal von dem Romanautor Keisuke Matsuoka stammt. Das liegt in geringerem Maße an der recht vorhersehbaren Handlung, sondern vor allem an der fragwürdigen Charakterentwicklung. Die titelgebende Protagonistin Sasaki, die in der ersten Hälfte noch als eine Art weiblicher Sherlock Holmes dargestellt wird, geht in späteren Kapitel arg naiv zu Werke.

Ihre neue Kollegin Minemori bleibt dagegen farblos und auf die Rolle des hübschen Sidekicks beschränkt. Ihr wird jegliche Entwicklung – in welche Richtung auch immer – verwehrt. Schade ist außerdem, dass anderen, eigentlich interessanten Charakteren kaum Raum gegeben wird, etwa dem taktierenden Chef, Herrn Suma, dem pragmatischen Kollege Kirishima oder dem Polizei-Inspektor Kubozuka, dem in der TV-Serie zum selben Stoff eine größere Rolle zukommt. In diesem Manga aber bleiben sie auf der Strecke. So wird die Handlung zunehmend zur One-Woman-Show, die in einem Showdown gegen den Erzfeind gipfelt…

Die deutsche Ausgabe kommt als Komplettedition im großformatigen Hardcover daher, hat aber keine Farbseiten oder Anhang, nur ein Nachwort der deutschen Redaktion. Während das Format nachvollziehbar ist, macht das Hardover vor allem am Preis von 20 Euro bemerkbar.

Noch ein Wort zur deutschen Ausgabe: Zwar mag es nachvollziehbar sein, dass der (auch nicht wirklich zündende) Originaltitel „Tantei no Tantei“ (dt. „Detektiv(in) der Detektive“) nicht einfach in Übersetzung genutzt wurde. Die Wahl des „deutschen“ Titels „The Huntress“ vermag aber auch nicht ganz zu überzeugen. Es gibt im amerikanischen DC-Universum eine Superheldin mit dem Namen. Zusammen mit dem eher martialischen Cover und dem nur spärlichen Covertext auf der Rückseite wird der geneigte Zufallskäufer im Laden auf eine falsche Fährte gelockt.

© Rockita

The Huntress: © 2017  Keisuke Matsuoka / Hiro Kiyohara  Kodansha / EMA

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Origin

Name: Origin
Englischer Name: Origin
Originaltitel: Origin
Herausgebracht: Japan: Kodansha 2017
Deutschland: EMA 2018
Mangaka: Boichi
Bände: 9 Bände, wird fortgesetzt
Preis pro Band: 7,50 €

Story
Mitte des 21. Jahrhunderts hat sich vieles gewandelt in Japan. Seit der Inbetriebnahme der „Eurasia Railway“ hat sich deren Endstation Tokyo zu einer Hochburg krimineller Machenschaften entwickelt. Zahlreiche Schmuggler, Gangs und selbsternannte Yakuza kämpfen um die Vorherrschaft. Meist geht es bei den illegalen Geschäften um technische Errungenschaften. Denn Tokyo ist außerdem der Sitz der Robotikabteilung der AEE Group und damit Speerspitze und Keimzelle der Entwicklungen auf diesem Gebiet. Nahezu jeder Jugend-Wissenschaftler sehnt sich daher nach einem Job bei AEE.

Jin Tanaka hat es geschafft. Er fängt neu im Entwicklungsteam der AEE an. Doch er hat ein Geheimnis. In Wahrheit heißt Tanaka Origin und ist eigentlich gar kein Mensch, sondern selbst ein Roboter. Obgleich ein Prototyp, ist er äußerlich fast nicht von einem Menschen zu unterscheiden. Sein Schöpfer, ein Wissenschaftler aus Hokkaido, trug ihm vor seinem Tod auf, ein anständiges Leben zu führen. Diesem Versprechen fühlt sich Origin verpflichtet. Er will als „Mensch“ unter Menschen leben und diese vor Gefahren durch andere Roboter beschützen. Potenzielle Gefährder warten jedoch schon, in Gestalt von Origins acht Roboter-„Geschwistern“ vom selben Schöpfer. Die sind nicht nur mit modernster Waffentechnik ausgestattet, sondern auch noch völlig uninteressiert an Menschenleben. Und sie haben die Jagdsaison auf Origin eröffnet!

Eigene Meinung
Nach diversen Veröffentlichungen bei Tokyopop kommt erstmals eine Serie von Boichi bei EMA in deutscher Sprache auf den Markt – und eine bemerkenswerte noch dazu. „Origin“ ist Boichis bisher ernsthaftestes, sein reifstes Werk. Zwar greift er darin stellenweise auf altbewährte Muster und Motive aus früheren Serien zurück (Mafia, Sweeper etc.), doch der Fokus liegt diesmal auf dem hochaktuellen und vielschichtigen Gebiet der Robotik, bzw. auf technischen Möglichkeiten und ethischen Fragestellungen in diesem Zusammenhang. Das erscheint erstmal naturgemäß ein trockenes Thema, aber wer Boichi kennt, kann sich vorstellen, dass actionreiche Kämpfe mit kreativen Choreografien nicht lange auf sich warten lassen. Angereichert wird der Reigen mit köstlichem ernstem Humor und Situationskomik, die vor allen aus Origins fortwährenden Bemühungen menschlich sein zu wollen, entspringt. Der Roboter analysiert aufgrund von Beobachtungen genau, wertet Statistiken aus und entscheidet sich für eine ihm passend erscheinende Reaktion. Was fehlt, ist – o Wunder – der menschliche Instinkt. Trotz allem bleibt der Hauptcharakter letztlich stets Maschine. Gerade dieser Umstand, bzw. die Konsequenz dessen wurde in der Vergangenheit in diversen Filmen und Serien über künstliche Intelligenzen gerne vernachlässigt.

Auch sehr positiv: Fanservice dient hier dezent als gelegentliches schmückendes Beiwerk, nicht zum Selbstzweck.

© Rockita

Origin: © 2017  Boichi  Kodansha / EMA

 

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Eislicht

Name: Eislicht
Englischer Name:
Originaltitel: Eislicht
Herausgebracht: Deutschland: Altraverse 2018
Mangaka: Anike Hage
Bände: 2 Band, wird fortgesetzt
Preis pro Band: 10,00 €

Story
Die junge Peruna reist im Auftrag ihres Großvaters zum geheimnisvollen Meister Halvard in das verschlafene Städtchen Winterthal. Im Anwesen des Meisters soll sie eine Stelle als Hausdienerin annehmen und die Familie unterstützen. Doch kaum angekommen wird ihr eröffnet, die Stelle sei bereits vergeben. Und überhaupt habe das Angebot Perunas Großvater gegolten und nicht einem halbwüchsigen Mädchen.

Das hatte sich Peruna alles ganz anders vorgestellt. Nicht, dass sie die Stelle unbedingt aus eigenem Antrieb haben wollte, aber so einfach will sie sich dann doch nicht abspeisen lassen. Was würde dann ihre Familie sagen? Und das Glück ist auf ihrer Seite: Als der eigentliche ausgewählte Hausdiener ausfällt, kommt doch noch ihre Chance sich zu beweisen. So einfach wie gedacht, scheint es nicht zu werden. Nicht nur entpuppt sich Perunas neuer Herr als Hexenmeister. Sie muss sich außerdem noch mit der unnahbaren Orla, der Haushälterin des Meisters, auseinandersetzen. Und die ist von ihrer neuen Hilfskraft alles andere als begeistert.

Viel Zeit zum Eingewöhnen und Kennenlernen ihres neuen Zuhauses hat Peruna nicht: Das Eislicht-Fest steht vor der Tür. Freunde des Meisters treffen ein, darunter auch der junge Kriger Arvid, mit dem sich Peruna auf Anhieb gut versteht. Doch das Fets steht unter keinem guten Stein, da mysteriöse Kreaturen die Umgebung heimsuchen…

Eigene Meinung
Endlich neuer Lesestoff von Anike Hage, der Schöpferin von „Gothic Sports“. Sieben Jahre nach ihrer letzten Veröffentlichung im Manga-Bereich präsentiert eine der bekanntesten deutschen Mangaka ihre erste Serie bei Altraverse. Während die meisten ihrer Werke im realistischen Berich bewegten, hat sie nun mit „Eislicht“ das Fantasy-Genre für sich entdeckt. Ein Hexenmeister, merkwürdige Geisterwesen, eine geheimnisvolle verschneite Stadt und ein junges Mädchen, das unvermittelt in diese magische Welt hineingeworfen wird – das sind die Elemente, die die Handlung ausmachen und das Interesse wecken.

Leider entwickelt sich die Handlung nur zögerlich. Die Darstellung ist etwas überfrachtet mit Details, erinnert stellenweise mehr an einen verbildlichten Jugendroman als an einem Comic. Als es dann endlich losgeht spannend zu werden, ist der erste Band fast schon gelesen. Wohin die Story sich entwickeln wird, bzw. welche Andeutungen ausgebaut werden, ist auch danach noch nicht absehbar.

Das ganze verpackt Anike Hage in ein für sie ungewohnt düsteres Setting, bei dem an Tusche nicht gespart wird. Vor allem die Panel- und Seitenaufteilung unterstützt gekonnt den Wunsch der Autorin nach Effekten.

Es ist schön, wieder etwas von Anike Hage zu hören. Es bleibt die berechtigte Hoffnung, dass „Eislicht“ in den kommenden Bänden auch noch inhaltlich an Gehalt gewinnt.

© Rockita

Eislicht: © 2018  Anike Hage  Altraverse

 

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