Moriarty the Patriot

Name: Moriarty the Patriot
Englischer Name:
Originaltitel: Yukoku no Moriarty
Herausgebracht: Japan: Shueisha 2016
Deutschland: Carlsen 2018
Mangaka: Story: Ryosuke Takeuchi
Zeichnungen: Hikaru Miyoshi
Bände: 7 Bände, wird fortgesetzt
Preis pro Band: 9,99 €

Story
England in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Die verwaisten Brüder William und Louis werden von der wohlhabenden Adelsfamilie Moriarty adoptiert. In der Tat scheint sich nach außen hin alles zum Guten zu wenden: Louis erhält eine lebensnotwendige Operation und der hochintelligente William macht sich schnell beliebt bei den Menschen in seiner Umgebung, da er jedermann mit guten Ratschlägen zur Seite steht. In Albert, dem erstgeboren Sohn des Grafen Moriarty, finden die beiden zudem einen liebevollen älteren Bruder.

Der Schein trügt: Von der Dienerschaft werden William und Louis nicht als Teil der Familie angesehen und zu den niedersten Arbeiten herangezogen. Die Gräfin und der leibliche zweite Sohn der Familie tun alles, um ihnen das Leben schwer zu machen. Schließlich schmieden sie sogar einen Komplott, um die unliebsamen Adoptivkinder loszuwerden.

Doch dazu soll es nicht kommen. Denn William hat längst die Machenschaften der Familie Moriarty durchschaut und sich einen eigenen Plan zurechtgelegt. In Albert, der sich im eigenen Heim selbst nicht mehr wohlfühlt, finden er und Louis einen Verbündeten, der bereit ist, mit ihnen ein neues Leben anzufangen – und dafür über Leichen zu gehen. Gemeinsam teilen sie die Vision einer gerechteren Gesellschaft, in der Vermögen und Macht gleichermaßen verteilt sind. So kommt es, dass nach einer schrecklichen Katastrophe drei Brüder die einzigen Überlebenden der Familie Moriarty bilden.

Jahre später ist William Professor für Mathematik am College von Durham. Im Geheimen gründen er und seine Brüder eine Gruppe Ritter der Gerechtigkeit im Untergrund, die ihre ehrgeizigen Ideale auf meist nicht legalem Wege durchzusetzen versucht…

Eigene Meinung
Mit der „Sherlock Holmes“-Welle, die durch die Spielfilme von Guy Ritchie und die preisgekrönte BBC-Serie ausgelöst wurde, begann man auch im Manga-Bereich die Story um den Meisterdetektiv und seinen Freund Dr. Watson in allen Facetten auszuschlachten. Die Serie „Moriarty the Patriot“ nimmt sich nun Holmes‘ großem Gegenspielers Moriarty an. Der spielte in der Krimireihe von Arthur Conan Doyle nur eine vergleichsweise kleine Rolle. Um die (dankbar) spärlichen Informationen, die dort zu finden waren, bastelt Ryosuke Takeuchi nun eine Hintergrundstory und erzählt das Gegeneinander zwischen dem größten Detektiv und dem größten Kriminellen ihrer Zeit nochmal aus der Perspektive des letztlich Unterlegenen. Takeuchi (u.a. Szenario zu „All You Need Is Kill“) hat Erfahrung in der Umsetzung von literarischen Vorlagen im Mangaformat. Auch in diesem Fall schafft er es die passende Atmosphäre zu schaffen und Handlungsbögen zu inszenieren, die den Vergleich mit anderen modernen Umsetzungen des Stoffs nicht scheuen müssen. Dabei bedient sich der Autor großzügig bei Mustern aus bisherigen Adaptionen. Sein Moriarty mag vom Charakter her an das Original angelehnt sein, erinnert aber insgesamt vom Vorgehen mehr an den „Consultant Criminal“ (gespielt von Andrew Scott), der den Charakter in der BBC-Serie populär gemacht hat. Da selbst die Bösen offenbar nicht ganz so böse sein sollen, bekommt er in diesem Manga noch hehre Motive zugeteilt. Ein unnötiges Unterfangen, um die Gründung einer wachsenden Bande zu erklären.

Der eigentliche Hingucker sind die feinen, detailverliebten Zeichnungen. Hintergründe, Statisten, alle sind von einer ungeheuren Komplexität. Da kann man auch mal außer Acht lassen, dass auch Zeichner Hikaru Miyoshi ebenfalls die jüngsten Franchises kennt: Sein Holmes (siehe Band 2) kann seine Ähnlichkeit mit Benedict Cumberbatchs Sherlock nicht leugnen.
Nicht nur Fans des Originals werden auch diese Serie lieben.

© Rockita

Moriarty the Patriot: © 2016  Ryosuke Takeuchi / Hikaru Miyoshi  Shueisha / Carlsen

 

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Im Jahrtausendwald

Name: Im Jahrtausendwald
Englischer Name:  –
Originaltitel: Le fôret millénaire
Herausgebracht: Frankreich/Japan: Furari 2017
Deutschland: Carlsen 2018
Mangaka: Jiro Taniguchi
Bände: Einzelband
Preis pro Band: 20,00 €

Story & Eigene Meinung

Der zehnjährige Wataru Yamanobe zieht nach der Scheidung seiner Eltern und der Krankheit der Mutter zu seinen Großeltern aufs Land. Eine neue, ungewohnte Umgebung erwartet das Großstadtkind, ebenso eine neue Schule und neue Kameraden. Doch zu seiner eigenen Überraschung beginnt Wataru bereits nach kurzer Zeit die Natur zu lieben. Mehr noch: Aus der Stille scheinen die Stimmen des Waldes zu ihm zu sprechen. Die Tiere werden seine Freunde. Und er taucht tief in die Seele der Natur ein…

Jiro Taniguchi gilt als Mangaka der leisen Töne. In seinem letzten, unvollendet gebliebenen Werk führt der im vergangenen Jahr verstorbene Künstler die Lesenden auf eine abschließende Reise zum eigenen Mittelpunkt. Wie der Titel „Im Jahrtausendwald“ vermuten lässt, geht es in die dicht bewaldeten japanischen Berge. Dort sind die Menschen in ihren kleinen Dörfchen nur Gäste inmitten der sagenumwobenen jahrhundertealten Wälder. Die großformatigen, liebevoll kolorierten Naturansichten dieses grünen Idylls schaffen es, dass man sich mitten drin fühlt – ehrfurchtsvoll und andächtig. Genauso, vielleicht auch etwas verloren, fühlt sich der Protagonist. Hin- und hergerissen zwischen den ständigen Gegensatzpaaren Trennung/Neuanfang und Stadt/Land kommt er an diesem mystisch anmutenden Ort an – und fühlt sich gleich zuhause.

Es scheint kein Zufall zu sein, dass Taniguchi in seinem letzten Werk, bereits von der Krankheit gezeichnet, diese Geschichte aus der Sicht eines Kindes erzählt. Die Geschichte eines Jungen, der „nach Hause kommt“. Eine gewisse Melancholie liegt darin, aber auch eine Hoffnung, die in der viel beschworenen japanischen Verbundenheit zur Natur und ihren Geschöpfen wohnt.

So wundert es nicht, dass die Ruhe des Waldes, durch den Wataru streift, der eines Friedwaldes gleicht. Möge auch Jiro Taniguchi in Frieden ruhen.

© Rockita

Im Jahrtausendwald: © 2017 Jiro Taniguchi  Furari / Carlsen

 

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Ich will dich weinen sehen

Name: Ich will dich weinen sehen
Englischer Name:
Originaltitel: Watashi wa kimi o nakasetai
Herausgebracht: Japan: Hakusensha 2017
Deutschland: Altraverse 2018
Mangaka: Aya Fumio
Bände: 4 Bände
Preis pro Band: 7,00 €

Story
Die Oberschülerin Yoh gibt in der Schule das freundliche Muster-Mädchen. Sie ist hilfsbereit und achtet auf ihr Äußeres. Ihre heimliche Leidenschaft, den Film, hält sie vor den meisten Leuten geheim. Eines Tages trifft sie im Kino auf die rebellische Eigenbrötlerin Hana Kojima  aus ihrer Klasse. Die läuft ungekämmt und mit Bomberjacke herum und ist nur gelegentlich in der Schule. Zu Yohs großer Überraschung erweist sich Kojima nicht nur ebenfalls als Filmfan, sondern auch noch als sehr nahe am Wasser gebaut. Ein rührseliger Film reicht aus, um sie hemmungslos weinen zu lassen.

Diese schicksalhafte Begegnung hat ein Nachspiel: Bereits am nächsten Tag möchte Kojima der Film-AG ihrer Schule beitreten, deren Leiterin Yoh ist. Tatsächlich freunden die beiden Mädchen sich sogar mehr und mehr an. Statt allein zu sein, verbringen sie ihre Nachmittage zusammen gemütlich im Raum der AG. Und die schroffe Kojima, die häufig schwänzte, ist plötzlich regelmäßig in der Schule anzutreffen und viel zugänglicher. Ihre Heulerei bei Filmen aber bleibt ein Geheimnis der Freundinnen. Aber ist das wirklich nur noch Freundschaft?

Eigene Meinung

„Ich will dich weinen sehen“ ist das erste Werk von Aya Fumio, das hierzulande erscheint. Bei der Love-Comedy um das ungleiche Paar Yoh und Kojima liegt die Betonung klar auf der Komödie. Was aber als Handlung einer Shojo-Serie kaum funktioniert hätte, ist als Shojo-Ai einfach nur peinlich. Und das sicherlich nicht für die Lesenden, die sich von der gelungenen Covergestaltung und dem soliden Charakterdesign haben täuschen bzw. zum Kauf verleiten lassen. Nicht, dass es in den 14 nur ca. zehn Seiten kurzen Kapiteln des ersten Bandes nicht auch die ein oder andere interessante Plot-Idee gäbe. Aber auf jede dieser Ideen kommt mindestens eine weitere zum Augenrollen. Nicht zuletzt ist hier die titelgebende Konstante der Handlung zu nennen, nämlich dass Yoh Gefallen daran findet, die eigentlich burschikose Kojima regelmäßig weinen zu sehen. Ansonsten sind es vor allem weibliche Geschlechterklischees, die für platte Gags herhalten müssen. In späteren Kapiteln wird dann noch der Versuch unternommen, durch die schwierigen Familienverhältnisse der beiden Protagonistinnen – beide wachsen bei einem alleinerziehenden Elternteil auf – Dramatik zu erzeugen. Reichlich spät.

Damit bleibt die ganze Serie hinter ihren Möglichkeiten zurück.

© Rockita

Ich will dich weinen sehen: © 2017  Aya Fumio  Hakusensha / Altraverse

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Fate/stay night

Name: Fate/stay night
Englischer Name: Fate/stay night
Originaltitel: Fate/stay night
Herausgebracht: Japan: Kadokawa 2006
Deutschland: Tokyopop 2018
Mangaka: Original: Type-Moon
Zeichnungen: Dat Nishiwaki
Bände: Japan: 20 Bände
Deutschland: 10 Doppelbände
Preis pro Band: 9,95 €

Story
Shiro Emiya ist ein überaus engagierter und hilfsbereiter Oberschüler. Seit er vor zehn Jahren seine Familie bei einem Brand verlor und adoptiert wurde, schwor er sich, in die Fußstapfen des Mannes zu treten, der ihn einst gerettet hatte und ein Kämpfer für die Gerechtigkeit zu werden. Nun gibt es im Leben eines Schülers nicht allzu viele Gelegenheiten zu kämpfen, darum beschränkt sich Emiya darauf diverse Schulklubs und den Schülerrat zu unterstützen.

Eines Tages, nach einer dieser Hilfstätikeiten, beobachtet Emiya zufällig zwei kämpfende Männer auf dem Schulgelände. Einer von ihnen, ein Speerkämpfer, entdeckt den Schüler und eilt ihm hinterher, um den lästigen Zeugen zu beseitigen. Nun hat zwar Emiya von seinem Adoptivvater, einem Magier, etwas Magie gelernt, doch dem mächtigen Krieger ist er dennoch kein Gegner. In letzter Sekunde erscheint eine rätselhafte blonde Schwertkämpferin.

Es stellt sich heraus, dass Emiya einer der sieben „Master“ ist, die um den Heiligen Gral kämpfen. Jeder dieser auserwählten Magier hat einen „Servant“, einen tapferen Krieger, an seiner Seite, der seinen Master beschützt und für diesen ins Feld zieht. Im Gegensatz zum perplexen Emiya stürzt sich seine neue Servant Saber auch gleich in den Kampf gegen den Unbekannten. Richtig kompliziert wird es, als sich herausstellt, dass auch Emiyas Mitschülerin Rin Tohsaka am Ritual um den Heiligen Gral beteiligt ist. Und die ist fest entschlossen auch zu gewinnen…

Eigene Meinung
Vor etwa zehn Jahren gab es mal eine (in Japan) ziemlich angesagte Anime-Serie zu einem Videospiel namens „Fate/stay night“, die nicht zuletzt wegen ihrer prachtvollen Kriegergestalten gut ankam. Wie bei inzwischen allem Erfolgreichen sollte es damit nicht zu Ende sein. Ein Kinofilm (2011 auf Deutsch erschienen), diverse OVAs, eine Manga-Serie sowie ein Prequel später erlebte der Stoff insbesondere durch die 2014/15 erschienene neue Anime-Serie „Fate/stay night: Unlimited Blade Works“ ein Revival. Diese letztere Serie, die es hierzulande inzwischen auf DVD, aber auch auf Netflix gibt, stellt wohl den Hintergrund dafür da, dass es der Manga doch noch in deutschsprachige Gefilde geschafft hat. Inhaltlich bietet er eine interessante Ergänzung zum neuen Anime, da er einen anderen möglichen Handlungsverlauf im Spiel abdeckt.

Unabhängig von der Reihe betrachtet, fällt die Bewertung des Manga durchwachsen aus. Er kann weder von der Adaption noch optisch mit der Vorlage oder dem Anime mithalten. Inhaltlich zeigt sich das daran, dass immer wieder versucht wurde die Handlung auf komisch zu trimmen, was aber kolossal scheitert. Auch die Ruhe- und Actionphasen wirken unabgestimmt. Optisch sind die Zeichnungen von Dat Nishiwaki sehr einfach gehalten, Hintergründe gibt es kaum oder wenn, dann ebenso spartanisch. All das kann mit dem prächtigen und schnellen Anime nicht mithalten.

Hierzulande erscheint der Manga in Doppelbänden, was zumindest finanziell lohnend ist. Sehenswerter ist der Stoff aber im TV.

© Rockita

Fate/stay night: © 2006  Type-Moon / Dat Nishiwaki  Kadokawa / Tokyopop

 

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Sky World Adventures

Name: Sky World Adventures
Englischer Name:
Originaltitel: Asebi to sora sekai no boukensha
Herausgebracht: Japan: Tokuma Shoten 2014
Deutschland: Tokyopop 2018
Mangaka: Taisuke Umeki
Bände: 10 Bände, wird fortgesetzt
Preis pro Band: 6,95 €

Story
In einer anderen Welt leben die Menschen im Himmel auf schwebenden Kontinenten und Inseln. Einst bewohnten sie den ganzen Himmel, doch aufgrund der ständigen Bedrohung durch fliegende Drachenfische ist das Territorium der Menschheit heute bedeutend kleiner als im sogenannten Goldenen Zeitalter. Gardisten mit besonderen Gewehren und einer speziellen Ausrüstung beschützen die Menschen.

Einer dieser Gardisten ist der junge Yu. Zusammen mit seiner Freundin Asebi reist er durch den Himmel auf der Suche nach einem legendären Reich. Dort soll eine Zivilisation leben, die technologisch den anderen Menschen weit überlegen ist. Eine Legende? Nicht wirklich. Denn Asebi stammt von dort und verfügt daher über besondere Fähigkeiten. Ihr Ziehvater, ein Schiffskapitän und Entdecker, strandete einst in diesem Land und kehrte mit Asebi zurück. Nun ist der alte Käpt’n tot – und Asebi beschloss sich zusammen mit Yu auf die Suche nach ihrer Heimat zu machen. Doch um den Weg dorthin zu finden, benötigen sie die Karte von Voldesia, die der Käpt’n einst seinem Vize Hyatt überließ.

Das stellt die beiden vor große Probleme. Denn Hyatt wohnt auf der Himmelsinsel Kaiko, die wegen der großen Schwärme an Drachenfischen kaum ein Schiff anfliegen möchte. Nur durch eine gefährliche Reise können Yu und Asebi dorthin gelangen. Noch dazu gibt sich der depressive Hyatt seit dem Ende seiner Luftfahrerkarriere dem Suff hin. Und er ist alles andere als begeistert, Asebi wiederzusehen, wegen der einst sein verehrter Käpt’n die Luftfahrt an den Nagel hängte. Können sich die beiden Jugendlichen den Respekt des alten Haudegens verdienen?

Viel Zeit bleibt ihnen nicht, denn schnell zeigt sich, dass noch andere hinter der Karte her sind…

Eigene Meinung
„Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein“. Ein Gefühl wie aus dem bekannten Lied von Reinhard Mey vermittelt „Sky World Adventures“, die erste eigene Serie des talentierten Mangaka Taisuke Umeki. Er findet darin den richtigen Mix aus Abenteuerlust, Komik, einem Schuss Romantik und vor allem viel Sehnsucht nach dem Horizont. Gerade die großflächigen Himmelsansichten, aber auch die häufig freien oder sehr einfachen Hintergründe untermalen dieses Gefühl der Freiheit. Man merkt, dass Umeki längere Erfahrung als Assistent hat. Der rote Faden, an dem sich die Handlung entlanghangelt gerät dabei ein wenig in den Hintergrund. Zumal nie gesagt wird, was genau die Protagonisten in Asebis Heimat eigentlich erreichen wollen. Dem Leser wird schnell klar: Wie meistens bei Adventure-Serien ist eigentlich der Weg das Ziel. Spannend ist auch die Mischung aus Fantasy (Drachenfische im Himmel) und Science-Fiction (die hochtechnisierte Nation am Rande des Territoriums). Das alles ist angenehm zu lesen und zu genießen.

Die sehr einfachen, sehr runden Zeichnungen mit den schmalen Linien verleihen dem Manga ein junges, erfrischendes Äußeres. Dennoch sollte man sich nicht täuschen lassen. Inhaltlich richtet er sich an Jugendliche im Mittelstufenalter. An solche, die ebenfalls Sehnsucht nach dem Himmel haben.

© Rockita

Sky World Adventures: © 2014  Taisuke Umeki  Tokuma Shoten / Tokyopop

 

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Purgatory Survival

Name: Purgatory Survival
Englischer Name:
Originaltitel: Rengoku Dead Roll
Herausgebracht: Japan: Kadokawa Corp. 2016
Deutschland: Tokyopop 2018
Mangaka: Text: Homura Kawamoto
Zeichnungen: Hideaki Yoshimura
Bände: 6 Bände, wird fortgesetzt
Preis pro Band: 6,95 €

Story
Nachdem der Elite-Oberschüler Hiroaki Sakai nebenher das juristische Staatsexamen bestanden hat, gibt es nichts mehr, das ihn noch wirklich anspornt. Vom Leben erwartet er keine Herausforderungen mehr. Alles wird auf den Kopf gestellt, als er instinktiv einem Mädchen zu Hilfe eilen will, das sich vom  Dach in den Tod stürzen möchte. Doch diesmal hat sich Sakai verkalkuliert. Statt gerettet zu werden, reißt die Unbekannte den heldenhaften Retter mit in den Selbstmord…

Entgegen seiner Erwartung ist der Absturz nicht das Ende. Unvermittelt erwacht Sakai in einer völlig fremden Welt irgendwo zwischen Himmel und Hölle. Dort wird er als „Selbstmörder“ gezwungen zusammen mit Gleichgesinnten an Spielen auf Leben und Tod teilzunehmen. Wer dabei stirbt, ist wirklich tot. Auch wenn Sakai zunächst verwirrt ist, kommt er schnell auf den Geschmack. Und er lernt die geheimnisvolle Kagami Kagamiya kennen. Die kennt sich nicht nur bestens in der Zwischenwelt aus, sie findet auch Gefallen an Sakai und schlägt diesem vor, dass sie sich zusammen tun. Denn nur wer es schafft, 666 Personen zu töten, dem wird ein Wunsch gewährt…

Eigene Meinung
Was passiert eigentlich mit Selbstmördern? „Purgatory Survival“ gibt darauf eine Antwort: Sie landen im Fegefeuer („Purgatorium“), dazu verdammt an immer neuen verzwickten Todesspielen mitzuwirken. Genauso unvermittelt wie der Protagonist Sakai wird auch der Leser in diese seltsame Welt mit allerhand ungeschriebenen Regeln absolut unvorbereitet hineingeworfen. Überhaupt werden Informationen nur per Salamitaktik weitergegeben, viele Fragen bleiben offen. Denn der Fokus der Serie liegt klar auf zwei Dingen: den umfangreichen Todesspielen und dem darüber hinausgehenden Mind-Battle zwischen Sakai und Kagamiya, deren ambivalentes Verhältnis Anregung zum Grübeln gibt. Eins ist klar, diese Serie des „Kakegurui“-Autors Homura Kawamoto ist keine, die man mal eben so herunterlesen kann. Dafür sind die Spiele mit ihrem umfangreichen, immer neuen Regelwerk zu komplex. Allerdings wäre etwas mehr an Rahmenhandlung zwischen den Spielen wünschenswert, es geht wirklich Schlag auf Schlag. Die Entwicklung der Charaktere bleibt dagegen – zumindest im ersten Band – auf der Strecke. Sakai akklimatisiert sich bestens in der neuen Welt, weil die Todesspiele seinen Intellekt anregen und er zudem nicht gut verlieren kann. Da muss sich noch etwas mehr tun.

Optisch dominieren in den Zeichnungen von Hideaki Yoshimura Schwarzflächen, die vom Blutrot der Farbseiten salbungsvoll ergänzt werden. Zusätzlich spendiert Tokyopop in der Erstauflage noch einen Effektprint. Der allein schafft aber noch keine Kaufempfehlung für diesen durchschnittlichen Mystery-Manga.

© Rockita

Purgatory Survival: © 2016  Homura Kawamoto / Hideaki Yoshimura  Kadokawa Corp. / Tokyopop

 

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Goblin Slayer!

Name: Goblin Slayer!
Englischer Name: Goblin Slayer!
Originaltitel: Goblin Slayer!
Herausgebracht: Japan: Square Enix 2016
Deutschland: Altraverse 2018
Mangaka: Character design: Noboru Kannatuki
Story: Kumo Kagyu
Zeichnungen: Kousuke Kurose
Bände: 6 Bände, wird fortgesetzt
Preis pro Band: 7,00 €

Story
Nein, so hatte sich die junge Priesterin ihren ersten Auftrag als Abenteurerin nun wirklich nicht vorgestellt. Eben noch im Tempel studiert, befand sie, dass sie sich mit ihren nun schon 15 Jahren in den Dienst der Allgemeinheit stellen sollte. Sie schloss sich der Gilde an, die allerhand Söldnerdienste vermittelt. Schnell fand sie auch umgängliche Kameraden in ihrem Alter, die sich freuten, eine Priesterin in ihrem Team begrüßen zu dürfen. Doch bereits ihre erste Mission, Goblins zu vertreiben, entpuppte sich schnell als Desaster. Innerhalb kürzester Zeit wird die Gruppe zerschlagen, bis die Priesterin die einzige ist, die sich noch rühren kann. Doch als sie verletzt und unter Schock kurz vor dem Tod steht, erscheint in letzter Sekunde ein geheimnisvoller Ritter.

Goblin Slayer nennt sich der Unbekannte, der dem Silber-Rang angehört und damit einer der hochrangigen Abenteurer der Gilde ist. Diesem Rang wird er schnell gerecht, indem er nahezu im Alleingang die ganze Goblin-Horde ausmerzt. Die Priesterin, dankbar für ihre Rettung, schließt sich daraufhin dem Ritter an.

Bald schon merkt auch sie als Anfängerin, dass Goblin Slayer ein ungewöhnlicher Abenteurer ist. Als einziger aus dem Silber-Rang erledigt er ausschließlich Goblin-Aufträge – eigentlich eine Sache für die niedrigen Ränge, weil die Belohnung kaum den Aufwand rechtfertigt. Im Gegensatz zu anderen Veteranen legt er auch keinen Wert auf Äußerlichkeiten und er zeigt nie sein Gesicht. Sein Hass auf Goblins ist dagegen umso größer.

Was mag der Hintergrund sein für Goblin Slayers Hingabe?

Eigene Meinung
„Goblin Slayer!“ ist die Adaption des gleichnamigen Romans von Kumo Kagyu. Auf den ersten Blick sollte man von der klassischen Fantasy-Story nicht zu viel erwarten. Es handelt sich um das bekannte Gegeneinander zwischen guten Menschen und verbündeten Arten gegen böse Wesen. Auf der anderen Seite gibt die Handlung aber mehr her, indem sie sich etwa der Frage stellt, was eigentlich mit den Menschen passiert, die einen Angriff oder eine Entführung überleben. Wie viel bleibt in diesen Personen von den traumatischen Erlebnissen zurück. Und natürlich geht es auch um die charakterliche Entwicklung der Protagonisten. So viel ist zu erwarten, dass der stoisch-schweigsame Goblin Slayer und die noch grüne, von Zweifeln geplagte Priesterin so wohl nicht bleiben werden.

Die Manga-Umsetzung von Kousuke Kurose kann sich sehen lassen. Er schafft es die verschiedenen Handlungsorte zum Leben zu erwecken. Insbesondere die Hintergründe, die – wo es passt – großzügig mit Statisten bestückt sind, schaffen Atmosphäre. Gelungen sind aber vor allem auch die dynamischen Kampfszenen, bei denen nicht an Speed-Linien gespart wird, und die Spielereien mit Licht und Dunkelheit sind ansehnlich. Wiederholt wird auch versucht, Details aus der Vorlage einzustreuen, etwa Erinnerungen der Charaktere.

Ganz schwach kommt dagegen das Charakterdesign  von Noboru Kannatuki daher. Im Fantasy-Bereich ist es ohnehin schon so, dass verschiedene Muster und Klischees immer wieder auftauchen. In dieser Serie aber sind die Charaktere so austauschbar wie selten. Ob bebrillte Magierin, Krieger in Rüstung oder Priesterin, man meint alle ziemlich genauso schon mehrmals gesehen zu haben. Es passt immerhin zum Roman, da auch dort die meisten Figuren keinen Namen haben.

Viel passiert im ersten Band noch nicht, aber die Serie sollte im Auge behalten werden. Die für 2018 geplante Anime-Serie wurde übrigens schon vor Entstehung für den deutschsprachigen Raum lizenziert.

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Goblin Slayer!: © 2016  Kumo Kagyu / Kousuke Kurose / Noboru Kannatuki  Square Enix / Altraverse

 

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Made in Abyss

Name: Made in Abyss
Englischer Name: Made in Abyss
Originaltitel: Made in Abyss
Herausgebracht: Japan: Takeshobo 2013
Deutschland: Altraverse 2018
Mangaka: Akihito Tsukushi
Bände: 7 Bände, wird fortgesetzt
Preis pro Band: 10,00 €

Story
Die zehnjährige Riko und ihre Freunde leben im Belchero-Waisenhaus in der Stadt Orth, die am Rande der großen sagenumwobenen Höhle, dem Abyss, liegt. Das Waisenhaus wird von der Höhlentaucher-Gilde geführt. Alle Kinder, die dort leben, erhalten nicht nur Schulunterricht, sondern werden auch in jungen Jahren zu Höhlentauchern ausgebildet. In den oberen Tiefenschichten des Abyss suchen sie nach Schätzen und Relikten als alten Zeiten. Riko ist aktuell noch ein Lehrling, eine sogenannte „Rotpfeife“. Ihr großer Traum ist es aber, wie ihre verstorbene Mutter eine „Weißpfeife“ zu werden, denn nur die ranghöchsten Höhlentaucher dürfen in die untersten Tiefen vordringen. Dort, wo die Dunkelheit allgegenwärtig und die Gefahren für Leib und Leben am größten ist, warten zahlreiche Geheimnisse darauf gelüftet zu werden.

Vorläufig muss sich Riko allerdings zu ihrem Verdruss mit einfachen Missionen begnügen. Bei einer dieser Abstiege findet sie zufällig eine Art Cyborg, der aussieht, wie ein Junge in ihrem Alter. Reg, wie der Neuzugang bald genannt wird, ist nicht richtig Roboter, aber auch nicht wirklich Mensch. Ohne Erinnerungen an früher, weiß er auch nicht, was es mit seinem seltsamen Körper auf sich hat. Riko und ihre Freunde sorgen dafür, dass Reg wie sie im Waisenhaus unterkommt und Höhlentaucher werden kann.

Die Sehnsucht nach der Tiefe lässt Reg aber ebenso wenig los wie Riko. Und so brechen die beiden eines Tages auf eigene Faust los, um auf der Suche nach Antworten den Abyss zu erforschen…

Eigene Meinung
„Made in Abyss“ entführt den geneigten Leser zusammen mit den Protagonisten auf eine abenteuerliche Reise. Der gleichnamige Anime wird aktuell al seine der besten Serien des Jahres gehandelt (laut AnimaniA). Und in der Tat kann man sich gut vorstellen, dass die richtigen Digitaldesigner den Abyss und seine fantastische Welt als Augenschmaus zum Leben erwecken können. Die passende Story für die jüngere Zielgruppe dazu und schon ist die Sehnsucht nach dem Unbekannten geweckt. Im Manga funktioniert das Konzept dagegen weniger gut. Das liegt weniger an der liebevoll und Grundschul-gerecht gestalteten Handlung und den sympathischen Charakteren, dafür umso mehr an der Optik. Man merkt dem Werk allzu deutlich an, dass es ursprünglich ein Bilderbuch werden sollte. So sind es vor allem die großformatigen Illustrationen und Landschaften, die bestechen, nicht aber die Seiten mit den vielen engen Panels, in die die Dialoge gequetscht sind. Überhaupt wirkt die Gesamtkomposition in schwarz-weiß erheblich weniger ansprechend, als es vollfarbig gewesen wäre. Die Farbseiten am Anfang des Bandes geben einen Hinweis darauf. Da bringt die gelungene deutsche Ausgabe von Altraverse, die den Klappenbroschur als Format vorbildlich nutzt, auch nichts mehr.

Wessen Interesse an „Made in Abyss“ geweckt wurde, sollte vielleicht besser zum Anime greifen.

© Rockita

Made in Abyss: © 2013  Akihito Tsukushi  Takeshobo / Altraverse

 

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Gleipnir

Name: Gleipnir
Englischer Name: Gleipnir
Originaltitel: Gleipnir
Herausgebracht: Japan: Kodansha 2016
Deutschland: EMA 2018
Mangaka: Sun Takeda
Bände: 5 Bände, wird fortgesetzt
Preis pro Band: 7,00 €

Story
Der Oberschüler Shuichi könnte sich auf seinen guten Noten ausruhen, die ihm eine Empfehlung für eine renommierte Universität und die Türen zu einer vielversprechenden Karriere öffnen. Dennoch zieht er sich von allem zurück – denn er hat ein Geheimnis: Er ist in der Lage sich in ein Monster zu verwandeln. Wie es dazu kam, weiß er nicht. Auch deshalb nutzt er diese Möglichkeit nie.

Eines Tages aber bemerkt er zufällig ein brennendes Lagerhaus, in dem sich noch ein Mensch befindet. Kurz entschlossen verwandelt er sich, um das Mädchen zu retten. Ganz einfach ist das nicht, denn Shuichis alternative Gestalt ist die eines überdimensionalen Monster-Stofftiers.

Für Shuichi wäre der Fall damit erledigt, doch leider bemerkt er am nächsten Tag, dass sein Handy weg ist. Gefunden hat es niemand anderes als Claire, das Mädchen, das er gerettet hat. Sie hat Shuichi erkannt und dessen Geheimnis durchschaut. Nun erpresst sie ihn damit. Denn Claires Schwester, die vor zwei Jahren ihre Eltern tötete und verschwand, konnte sich auch in ein Monster verwandeln. Nun sucht Claire nach Hinweisen zu ihrer Schwester und deren Geheimnis. Ihr einziger Hinweis ist eine seltsame Spielmünze.

Schnell zeigt sich, dass es in diesem Spiel noch einige weitere Mitspieler gibt. Ein Mädchen lauert Shuichi und Claire auf und verlangt die Münze zurück. Auch sie kann sich in ein Monster verwandeln. Doch Shuichis „Monster“ ist nur ein Stofftier und kann nicht richtig kämpfen. Zufällig entdeckt Claire die besondere Bewandtnis von Shuichis Körper: Sie kann in die Stoffhülle hineinsteigen und dessen Körper lenken. Aber wird das reichen, um sich den Gegnern zu stellen?

Eigene Meinung
„Gleipnir“, irgendwo angesiedelt in der Grauzone zwischen den Genre Science-Fiction, Ecchi und Selbstfindungstrip Jugendlicher, wartet mit einigen interessanten Ideen auf. Musterschüler Shuichi, der sich aus Angst über sein Alter Ego von seinem eigenen Leben zurückzieht und die suizidgefährdete Claire, die ihre köprerlichen Vorzüge genüsslich auslebt und scheinbar nichts mehr zu verlieren hat, bilden schon ein ungewöhnliches, kontrastreiches Paar. Dass beide schließlich dennoch  eine Bestimmung in einer gemeinsamen Suche finden und sich dabei sogar bisweilen einen Körper teilen, bietet viel Potenzial für charakterliche Entwicklungen und die handlung.

Soweit die gelungene Grundidee. In der Umsetzung kann man durchaus noch Optimierungsbedarf sehen. Die zahlreichen Höscheneinblicke und Darstellungen an der Grenze zur Jugendfreiheit wirken wie Fremdkörper in der Handlung und Effekthascherei ohne Tiefgang. Die Kombination aus innerlicher und körperlicher Nähe der Protagonisten kommt auch anders deutlich heraus. Insgesamt ist das Charakterdesign auffällig. Es gab schon mehrere Serien, in denen sich die ZeichnerInnen schwer taten mit der Darstellung älterer Mittelschüler. Die sahen dann meist wie ältere Oberschüler aus, wenn nicht gar wie Studenten („Battle Royale“ oder auch „The Prince of Tennis“). Dass umgekehrt Oberschüler zu jung wirken, ist mir so noch nicht untergekommen. Shuichi – wie auch seine Mitschülerin Nana und andere – wirken nicht wie künftige Studenten, sondern eher wie Neulinge an der Schule. Im Gegenzug wartet die zwei Jahre jüngere Claire mit einer grandiosen Oberweite auf… Insgesamt hätte man mehr daraus machen können.

Die deutsche Ausgabe des ersten Bands erscheint mit Schutzumschlag, der das deutlich hübschere Cover leider (oder absichtlich?) verdeckt. Die Übersetzung wirkt an der einen oder anderen Stelle unscharf oder unstimmig. Auch das ist schade, denn eigentlich freut man sich darüber, mal wieder an eine Serie zu kommen, die den Sprung weg vom Mainstream wagt.

© Rockita

Gleipnir: © 2016  Sun Takeda  Kodansha / EMA

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Vigilante – My Hero Academia Illegals

Name: Vigilante – My Hero Academia Illegals
Englischer Name: Vigilante – My Hero Academia Illegals
Originaltitel: Vigilante – Boku no Hero Academia Illegals
Herausgebracht: Japan: Shueisha 2016
Deutschland: Carlsen 2018
Mangaka: Original: Kohei Horikoshi
Story: Hideyuki Furuhashi
Zeichnungen: Betten Court
Bände: 5 Bände, wird fortgesetzt
Preis pro Band: 6,99 €

Story
Der 19-jährige Koichi Haimawari ist ein absolut durchschnittlicher Uni-Neuling, dem das Wohl seiner Mitmenschen am Herzen liegt. Gerne wäre er ein Superheld, so wie sein großes Vorbild All Might. Doch in einer Welt, in der 80 Prozent der Menschen über spezielle Fähigkeiten, sogenannte „Macken“, verfügen, benötigt man schon eine ganz besondere Kraft, um mit den zahlreichen Superschurken da draußen fertig zu werden. Die meisten Menschen führen daher ein ganz normales Leben, ohne ihre Macken zu nutzen. Nur wenige erlangen eine Helden-Profilizenz.

Koichi hat zwar eine Macke, mit der über den Boden oder auch Wände hinauf gleiten kann, doch im Kampf um Gerechtigkeit bringt ihm die reichlich wenig. Zufriedengeben will er sich damit nicht: Allabendlich nach Uni und Job schlüpft er in Maske und Cosplay und hilft in seinem Sinne den Menschen um ihn herum – indem er z.B. Verirrten den Weg erklärt oder Müll sammelt. Schnell ist er unter dem Namen „Nettman“ bekannt.

Als aber das Internet-Idol Pop☆Step in Gefahr gerät, scheint Koichis große Stunde gekommen. Und noch jemand tritt auf den Plan: der selbsternannte Rächer „Knuckleduster“, der schlagkräftig für Ordnung auf den Straßen sorgt. Er erkennt gleich, dass in Koichi das Herz eines echten Helden schlägt und nimmt den jungen Mann unter seine Fittische. Zusammen mit Pop☆Step machen sich die beiden daran, eine Gruppe Superschurken auszuheben, die mithilfe von Drogen die Stadt ins Chaos stürzen.

Dabei müssen sie aber immer aufpassen. Denn in den Augen der Justiz sind sie illegale Helden, sogenannte „Vigilante“…

Eigene Meinung
Was wäre, wenn Marvel’s „erste Civil War“-Saga anders ausgegangen wäre? Hätten sich alle Superhelden registrieren und einen Eignungstest bestehen müssen? In Kohei Horikoshis Erfolgsserie „My Hero Academia“ ist genau das Standard. Der Weg, Superheld zu werden, ist klar umrissen. Zur Lizenz kommt nur, wer bestenfalls schon eine Heldenschule besucht hat und über eine Macke verfügt, die zum Kampf geeignet ist. Was ist aber mit jenen, denen dieser Weg versperrt ist, weil sie keine oder keine passende Macke besitzen, die aber trotzdem unbedingt den Menschen helfen wollen? Wer sich beim Lesen der Originalserie dachte, dass genau solche Personen fehlen, der kann sich nun auf den Spin-Off „Vigilante – My Hero Academia Illegals“ stürzen.

Der Band schließt nicht zur die erwähnte Lücke, bewegt sich zudem auch deutlich stärker auf der komödiantischen Ebene als das Original. Das liegt nicht zuletzt an den Charakteren, für die sich Autor Hideyuki Furuhashi großzügig bei anderen Serien bedient hat. Kennt man die Vorbilder, kann man kaum mal aufhören zu schmunzeln. Da prügelt sich ein dunkler Rächer à la Batman namens Knuckleduster scheinbar ohne Sinn und Verstand durch die Stadt, während Pop☆Step im Shadow Lady-Outfit durch die Gegend hüpft. Klasse. Optisch kommt Zeichner Betten Court nahe an Horikoshi heran, ohne dass die Cameo-Auftritte der Profi-Helden aus „My Hero Academia“ herausstechen würden.

Um diesen Spin-off zu mögen, muss man nicht einmal das Original kennen. Er macht einfach Spaß und Lust auf mehr.

© Rockita

Vigilante – My Hero Aacdemia Illegals: © 2016  Hideyuki Furuhasi / Betten Court  Sheisha / Carlsen

 

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