Punch Up

Name: Punch Up
Englischer Name: Punch Up
Originaltitel: Punch Up
Herausgebracht: Japan: Libre 2006
Deutschland: Tokyopop 2012
Mangaka: Shiuko Kano
Bände: Japan: 5 Bände, wird fortgesetzt
Deutschland: 4 Bände (eingestellt)
Preis pro Band: 6,95 €

Punch Up Band 1Story:
Der Architekt Motoharu Maki steht voll und ganz auf gut gebaute, erwachsene Männer. Aus diesem Grund ist er liebend gern auf der Baustelle, um den Bau seines Projektes zu überwachen und dabei seinen heimlichen Schwarm Shinobu zu beobachten. Als er über den jungenhaften, schmächtigen Kota stolpert, ahnt er nicht, dass er sich bald intensiver mit diesem beschäftigen muss. Denn Kota hat Makis entlaufene Katze gefunden, ihr den Namen Nyanta gegeben und sich um diese gekümmert. Da er wegen Nyanta seine Bleibe verloren hat, bietet der Architekt Kota an vorerst bei ihm einzuziehen, bis er eine Wohnung gefunden hat.

Das Zusammenleben gestaltet sich jedoch als schwierig. Maki ist zumeist so in seiner Arbeit vertieft, dass er sich weder um seine Wohnung, noch um Nyanta richtig kümmert. Zudem gibt es nur ein Bett und die beiden verstehen sich von Anfang an überhaupt nicht. Als Maki eines Abends Kota mit dessen Freund in einer Schwulenbar sieht, muss er einsehen, dass Kota dieselben Interessen hat wie er. Als Kotas Freund ihn vor die Tür setzt, als er von Maki erfährt, kommen sich die beiden näher und schlafen miteinander. Doch damit beginnen die Probleme erst. Kota, der schon oft in Liebesdingen enttäuscht wurde, ist sich nicht sicher, ob Maki es ernst mein und Maki weiß selbst nicht genau, was er an dem rüpelhaften, vorlauten Kota findet. Als auch noch Makis Exfreund auftaucht und beginnt den Architekten unter Druck zu setzen, überschlagen sich die Ereignisse. Maki muss sich entscheiden, wen er an seiner Seite haben will, auch wenn es ihm schwer fällt sich endgültig zu Kota zu bekennen.

Und selbst das ist nur die Spitze des Eisberges, denn Kotas Vergangenheit und seine familiären Umstände sorgen für das ein oder andere Problem, das nicht nur Makis ganze Geduld erfordert, sondern auch Kotas Mut, sich der Vergangenheit zu stellen…

Punch Up Band 2Eigene Meinung
Mit „Punch Up“ erscheint der erste Manga von Shiuko Kano in Deutschland. Die Geschichte um Motoharu und Kota ist im Grunde nur ein Spinoff der populären Mangareihe „Playboy Blues“, in der der gutaussehende Shinobu und sein Liebhaber Aki im Mittelpunkt stehen. Beide tauchen immer wieder in „Punch up“ auf, oder bestimmen teilweise die Handlung. Dies sorgt dafür, dass mitunter einige Handlungsbögen nur schwer nachvollziehbar sind, da Leser, die „Playboy Blues“ nicht kennen die ein oder andere Andeutung nicht verstehen können. Vielleicht wäre es besser gewesen zunächst die Hauptreihe zu veröffentlichen und erst anschließend „Punch up“.

Die Geschichte ist nicht unbedingt neu, auch wenn sie ein wenig komplexer wird und die Charaktere mehr Tiefgang bekommen. Es ist interessant die Beziehung der beiden zu verfolgen und die alltäglichen Höhen und Tiefen zwischen Motoharu und Kota mitzuerleben.
Die Zeichnungen sind zunächst ein wenig gewöhnungsbedürftig. Shiuko Kano hat einen angenehm erwachsenen Stil, der gut zur Geschichte passt. Glücklicherweise gibt es bei ihr nicht die typischen Bishonen, sondern eher schlichte, semirealistische Charaktere. Mitunter stimmt die Anatomie nicht ganz, Hände wirken zu groß oder Gliedmaßen ein wenig zu lang, doch daran gewöhnt man sich. Sie versteht es die Charaktere in Szene zu setzen, oder mit Perspektiven zu arbeiten. Gerade bei den vielen erotischen Szenen, die des Öfteren vorkommen, merkt man dies.

Insgesamt ist „Punch up“ ein Muss für alle Boys Love Fans, die erotischer Lektüre nicht abgeneigt sind. Die Altersempfehlung „ab 18“ ist auf jeden Fall gerechtfertigt, versteht es Shiuko Kano doch ausgezeichnet härtere Szenen zu zeichnen. Die Geschichte mag auf den ersten Blick ein wenig stereotyp klingen, doch die Charaktere sind ganz interessant und spannend in Szene gesetzt. Dank der erwachsenen Erzählweise und der soliden Zeichnungen sollten Fans einen Blick riskieren. Es lohnt sich…

© Koriko

Punch Up: © 2006 Shiuko Kano Libre Publishing Co.,Ltd. / Tokyopop

||||| Like It 0 Find ich gut! |||||

Punch Up + Yaizu Brothers

Name: Punch Up + Yaizu Brothers
Englischer Name:
Originaltitel: Punch Up + Jinan Joutou
Herausgebracht: Japan: Libre Publishing 2013
Deutschland: Tokyopop 2014
Mangaka: Shiuko Kano
Bände: Einzelband
Preis pro Band: 6,95 €

Punch Up + Yaizu BrothersStory:
Der Band enthält die Kapitel 13 und 14 von „Punch up“, sowie einige Sonderkapitel und den Manga „Erstklassiger, mittlerer Sohn“, der thematisch zu dem Manga „Yaizu Brothers“ (OT: „Aniki Joutou“), der bislang jedoch noch nicht in Deutschland erhältlich ist.

In den beiden Kapiteln zu „Punch up“ steht die Beziehung des Architekten Motoharu zu dem jungen Bauarbeiter Kota im Zentrum. Die beiden sind seit längerem ein Paar und lieben sich heiß und innig. Doch Motoharu ist nicht immer leicht zu nehmen, sei es wenn es darum geht sich um Kota zu kümmern, als dieser krank wird, oder wenn es um kleine Aufmerksamkeiten und Geschenke geht …

In „Erstklassiger, mittlerer Sohn“ geht es um die verzwickte Beziehung zwischen dem 25-jährigen Go und dem 15-jährigen Gaku, der sich in Go verliebt hat, nachdem dessen Bruder Ryusei ihn zurückgewiesen hat. Dabei ist gerade Gakus Ausdauer im Bett das größte Problem, ebenso Gos mangelndes Selbstvertrauen und Naivität …

Eigene Meinung:
Wie bereits erwähnt ist Shiuko Kanos Einzelband „Punch up + Yaizu Brothers“ ein Manga, der sich vorwiegend an Fans von „Punch up“ richtet, da hier die letzten beiden Kapitel von Motoharu und Kota enthalten sind, die die 4-bändige Mangareihe abschließen. Die Geschichte über Gaku und Go ist in sich zwar abgeschlossen und auch ohne großartige Vorkenntnisse lesbar, doch man merkt deutlich, dass es sich bei „Erstklassiger, mittlerer Sohn“ lediglich um den Spin-Off einer separaten Serie handelt. Sicherlich stehen dort eher Ryusei und der älteste Sohn der „Yaizu Brothers“ im Zentrum, doch es wäre nicht schlecht gewesen, wenn Tokyopop zunächst die beiden Mangas rund um diese Figuren herausgebracht hätte.

Inhaltlich erwartet den Leser nichts Neues – wer „Punch up“ kennt, weiß in welche Richtung die einzelnen Kapitel liefen und dass es vorwiegend um Sex und explizite Erotik geht. Dementsprechend heftig geht es zur Sache, so dass die Altersempfehlung ab 18 auf jeden Fall gerechtfertigt ist. Insgesamt sind die beiden Kapitel eher ein kleines Gimmick für die Fans – Szenen aus Motoharus und Kotas Zusammenleben und ihrer Beziehung zueinander.
Auch die Geschichte um Go und Gaku bietet nichts Neues, wenngleich das Thema Altersunterschied und sexuelle Erfahrungen zumindest ein guter Aufhänger für mehr ist. Leider gibt es jedoch auch hier nicht unbedingt tiefgründige Kost, doch das erwartet man bei der Zeichnerin auch nicht. Ihre Werke sind Hardcore Yaoi Mangas und dementsprechend stehen der Sex zwischen den Figuren und alles, was damit zusammenhängt im Vordergrund.

„Punch up + Yaizu Brothers“ ermöglicht dem Leser ein Wiedersehen mit geliebten und bekannten Charakteren, aber auch das Kennenlernen neuen Figuren. Motoharu und Kota haben sich nicht verändert – der Architekt ist pervers und versaut wie eh und je, Kota mal schüchtern, mal etwas wilder, ganz wie man es gewohnt ist. Sie geben ein witziges Pärchen ab, das man trotz der flachen Handlung gerne begleitet.
Go und Gaku sind durchaus interessant und sympathisch, doch hier wird das Potenzial zwischen den beiden kaum ausgenutzt. Sie bleiben ein wenig blass und ungreifbar, insbesondere da sie sich recht mangahaft verhalten. Dennoch macht es Spaß die beiden zu begleiten und ihre Geschichte mitzuverfolgen.

Stilistisch gibt es nichts zu bemängeln. Shiuko Kano hat einen sehr detailverliebten Stil, der sich gerade bei den expliziten Szenen zeigt. Anatomie und Perspektiven liegen ihr, ebenso die Darstellung nackter Männerkörper. Man merkt deutlich wie sehr sich die Zeichnerin gesteigert hat, wenn man „Punch up + Yaizu Brothers“ mit ihrem alten Werk „Play Boys Blues“ vergleicht.

„Punch up + Yaizu Brothers“ ist ein schöner Yaoi-Einzelband, der durch viel Erotik, solide Zeichnungen und sympathische, durchgeknallte Figuren besticht. In erster Linie ist der Manga für Fans der Zeichnerin und Leser von „Punch up“ geeignet, da er die letzten Kapitel der Geschichte von Motoharu und Kota beinhaltet. Wer auf Hardcore Yaoi steht, nichts gegen explizite Sexszenen hat oder einfach mal Shiuko Kano antesten will, kann durchaus zu „Punch up + Yaizu Brothers“ greifen – dennoch ist es besser, die Mangas zu kennen, die in diesem Band fortgeführt oder beendet werden.

Punch Up + Yaizu Brothers: ©2013 Shiuko Kano, Libre Publishing / Tokyopop

 

||||| Like It 0 Find ich gut! |||||

P.B.B. – Play Boys Blues

Name: P.B.B. – Play Boys Blues
Englischer Name:
Originaltitel: Play Boys Blues
Herausgebracht: Japan: Libre 2007
Deutschland: Tokyopop 2014
Mangaka: Shiuko Kano
Bände: 6 Bände
Preis pro Band: 6,95 €

Play Boys BluesStory:
Das Leben als Host ist nicht leicht – selbst dann nicht, wenn man, wie Junsuke Nummer eins des Clubs ist und sich vor weiblichen Avancen kaum retten kann. Grund hierfür ist Junsukes Mitbewohner Shinobu Hishiya, ehemalige Nummer eins und Frauenschwarm, der unterdessen als Bauarbeiter arbeitet. Zwischen den beiden kracht es immer wieder, da Junsuke schon seit einer Weile in Shinobu verliebt ist, dieser jedoch niemanden an sich heranlässt. Dennoch gibt sich Junsuke nicht so leicht geschlagen und setzt alles daran Shinobu für sich zu gewinnen. Doch selbst als die beiden miteinander schlafen und sich endlich näher kommen, sind sie weit weg von einer richtigen Beziehung, kann Shinobu doch selten treu sein und ist Junsuke nach wie vor ein Host, der teilweise auch die Nächte mit seinen Kundinnen verbringt.

Eigene Meinung:
Der Boys Love Manga „Play Boys Blues“ stammt aus der Feder des bekannten und beliebten Yaoi-Mangaka Shiuko Kano, von der in Deutschland bereits der Manga „Punch up“ erschienen ist, der ein Spin-Off der vorliegenden Mangareihe darstellt. So ist es nicht verwunderlich, dass Motoharu und Kota, Protagonisten aus „Punch up“ auch in „Play Boys Blues“ den ein oder anderen Kurzauftritt haben und umgekehrt. Zudem veröffentliche Tokyopop den Einzelband „Punch up + Yaizo Brothers“ der Zeichnerin. „Play Boys Blues“, kurz „P.B.B.“ erschien erstmals 2003 bei Biblos, und wurde 2007 von Libre Publishing übernommen.

P. B. B. – Play Boy Blues Band 2Inhaltlich bietet sich dem Leser die übliche Boys Love Kost, wobei es dieses Mal deutlich expliziter zur Sache geht. Shiuko Kano nimmt kein Blatt vor den Mund bzw. lässt kein Kapitel ohne seitenlange Sexszene davonkommen – „Play Boys Blues“ ist zu Recht FSK 18, immerhin geht es zwischen Junsuke und Shinobu recht hart zur Sache. Die Beziehung der beiden wirkt ein wenig verwirrend, im Grunde ist es ein ewiges Hin und Her, das zumeist im Bett endet. Dadurch ist „PBB“ etwas flach geraten und bieten inhaltlich nichts wirklich Neues. Darüber hinaus ist der Seitenaufbau, ebenso wie die Szenerien und Dialoge manchmal etwas irreführend und chaotisch, so dass man der ohnehin dürftigen Geschichte nur teilweise folgen kann. Man hat seine Probleme, dem Geschehen zu folgen und den Ablauf nachzuvollziehen.

Die Charaktere sind durchaus sympathisch, aber sehr mangahaft und übertrieben. Gerade Shinobu ist manchmal übertrieben fröhlich und aufgedreht, so dass man ihn nur schwer nachvollziehen kann. Auch Junsuke handelt nicht immer logisch, so dass man auch bei ihm hin und wieder Probleme hat, seine Aktionen und Beweggründe zu verstehen. Im Laufe des Mangas gibt sich das, insbesondere als sich die Zeichnerin mehr auf die Beziehung und das Zusammenleben der Beiden konzentriert. Bleibt zu hoffen, dass in den kommenden Bänden diese Punkte vertieft werden und beide Charaktere ein wenig mehr Dreidimensionalität bekommen.

Die Zeichnungen von Shiuko Kano sind gewöhnungsbedürftig und definitiv Geschmackssache. Man merkt ihnen deutlich das Alter an, immerhin erschienen die ersten Kapitel 2003 bei Biblos. Dementsprechend sind die ersten Seiten recht fehleranfällig – gerade die Anatomie, die Gesichter und die Perspektiven stimmen nicht immer. Erst im Laufe der Zeit bessert sich die Künstlerin spürbar und wird sicherer. Das erkennt man gut in „Punch up“, das wesentlich später auf den japanischen Markt kam.

„Play Boys Blues“ ist ein netter Boys Love Manga für zwischendurch, der am ehesten Fans härterer Kost ansprechen dürfte. Shiuko Kano liebt Sexszenen und erotische Sequenzen, dementsprechend häufig kommen diese in ihren Mangas vor. Eine wirklich spannende, eigehende Handlung gibt es noch nicht (vielleicht kommt das ja in den kommenden Bänden), und auch die Charakterentwicklung lässt zu wünschen übrig. Wer Hardcore Yaoi mag und wem bereits „Punch up“ gefallen hat, sollte zugreifen. Shiuko Kanos Werke sind nicht umsonst vom Verlag ab 18 empfohlen.

Play Boys Blues: ©2007 Shiuko Kano, Libre Publishing / Tokyopop

||||| Like It 0 Find ich gut! |||||