Blue Flag

Name: Blue Flag
Englischer Name:
Originaltitel: Ao no flag
Herausgebracht: Japan: Shueisha 2017
Deutschland: Carlsen 2018
Mangaka: Kaito
Bände: 5 Bände, wird fortgesetzt
Preis pro Band: 7,99 €

Story:
Im letzten Jahr der Highschool kommen der kleine Taichi Ichinose, der nur noch mit Losern abhängt und den Kopf hängen lässt, sein Grundschulfreund Thoma Mita, der das krasse Gegenteil von ihm ist – groß, sportlich und bei allen beliebt – sowie die tollpatschige, aber süße Futaba Kuze, die extrem schüchtern ist, in dieselbe Klasse. Taichi und Thoma haben sich seit damals leider völlig auseinandergelebt und während Thoma immer wieder den Kontakt zu ihm sucht, weiß Taichi inzwischen gar nicht mehr, wie er „Mister Perfect“ gegenübertreten soll. Obwohl Futaba und Taichi schon seit dem ersten Highschool-Jahr Klassenkameraden sind, hat er auch mit ihr nicht viel zu schaffen, da sie ihn an alles erinnert, was er an sich selbst nicht leiden kann. Seine Einstellung zu Futaba ändert sich jedoch schlagartig, als er durch einen Zufall herausfindet, dass sie in Thoma verliebt ist und alles dafür tun will, um diesem zu gefallen. Ihre Entschlossenheit geht sogar so weit, dass sie sich nur wegen einer unüberlegten Bemerkung Taichis die Haare kurz schneiden lässt, was diesen zutiefst schockiert. Gleichzeitig imponieren Futabas Bemühungen, sich zu verändern, Taichi und er entwickelt Gefühle für sie. Dabei hat er ihr doch angeboten, ihr dabei zu helfen, Thoma für sich zu gewinnen. Andererseits glaubt Taichi sowieso nicht, dass Futaba eine Chance bei Thoma hat, da Thoma ihm einst erzählt hat, dass er auf große Frauen mit langen schwarzen Haaren stehen würde. Taichi wartet also insgeheim nur darauf, dass Futaba von Thoma einen Korb bekommt, um die Gunst der Stunde zu ergreifen und sich selbst an sie ranzumachen.

Taichi übernimmt für Futaba sozusagen die Rolle eines Liebes-Coachs, trainiert mit ihr, damit sie nicht immer so stottern muss, wenn Thoma in der Nähe ist und arrangiert immer wieder Situationen, in denen Futaba Thoma näherkommen kann. So lädt er zum Beispiel sowohl Thoma als auch Futaba ins Kino ein und tut so, als würden sie Futaba rein zufällig begegnen. Damit das Ganze glaubhaft rüberkommt, hat Futaba auch noch ihre Schulfreundin Masumi im Schlepptau, die im Gegensatz zu ihr sehr groß ist und eher cool wirkt. Als Masumi und Taichi unter sich sind, entpuppt sie sich jedoch als ziemliche Kratzbürste und greift ihn an, weil sie glaubt, dass sein Liebes-Training nur dafür sorgt, dass Futaba und Thoma verletzt werden und Futaba womöglich das Lernen für die Uni-Aufnahmeprüfungen vernachlässigt. Indessen stellt sich heraus, dass Thoma denkt, Futaba sei in Taichi verliebt. Nach dem Kinobesuch schleift Thoma Taichi mit zu sich nach Hause, was diesem wieder vor Augen führt, dass Thoma mit seinem großen Bruder und dessen Freundin zusammenlebt, da ihre Eltern bei einem Unfall ums Leben gekommen sind. Am nächsten Schultag entschuldigen sich Masumi und Futaba bei Taichi und Futaba offenbart ihm, dass sie ihn als Freund nicht mehr missen möchte. Während sich die beiden wieder versöhnen, führen Masumi und Thoma ein brisantes Gespräch unter vier Augen, bei dem sie schließlich die Bombe platzen lässt: Sie ist in Futaba verliebt und hat durchschaut, dass Thoma dieselben Gefühle für Taichi hat!

Eigene Meinung:
„Blue Flag“ ist seit „I“s“ nach langer Zeit endlich mal wieder ein vielversprechender Shonen-Manga aus dem Romance-Genre, bei dem man nicht befürchten muss, dass er sich in belanglosen Slapstick-Einlagen, Harems-Fantasien und Ecchi-Elementen verliert. Kaito erzählt die Geschichte mit der notwendigen Ernsthaftigkeit und präsentiert den Lesern ein äußerst pikantes Liebesdreieck: Denn während solche Dreiecksbeziehungen fast immer darin bestehen, dass ein Junge auf zwei Mädchen steht und umgekehrt oder ein Mädchen von zwei Jungs umgarnt wird, gibt es in diesem Fall mit Thoma und Masumi auch zwei homosexuelle Charaktere. Taichi liebt Futaba, Futaba liebt Thoma und Thoma liebt Taichi, wodurch sich der Kreis schließt und jede Menge Herzschmerz und Liebeskummer vorprogrammiert sind, was sicherlich noch für viel Spannung sorgen wird und dafür, dass diese Reihe bestimmt nicht so schnell langweilig wird.

Neben Kaitos sehr individuellen Charakterdesigns ist außerdem noch Carlsens Cover-Gestaltung lobend hervorzuheben. Der Softcover-Einband besteht nämlich aus Aquarellpapier mit einer Klappenbroschur. Sehr nobel und einzigartig! Sauer aufgestoßen, sind mir lediglich Futabas Bestrebungen, sich selbst zu verbiegen, nur um jemand anderem zu gefallen und für meinen Geschmack könnten die Gesichter der Charaktere an einigen Stellen ruhig ausdrucksstärker und detailreicher gezeichnet sein. Ich bin jedenfalls schon sehr gespannt darauf, wie sich die Geschichte noch entwickeln wird und empfehle sie ausnahmslos jedem, der dem Genre mal eine Chance geben oder zur Abwechslung mal eine ernsthafte Romance-Geschichte ohne Kitsch und erotische Einlagen lesen möchte.

Blue Flag: © 2017 Kaito, Shueisha / Carlsen

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After the Rain

Name: After the Rain
Englischer Name: After the Rain
Originaltitel: Koi wa ameagari no yoni
Herausgebracht: Japan: Shogakukan 2015
Deutschland: Altraverse 2018
Mangaka: Jun Mayuzuki
Bände: 10 Bände
Preis pro Band: 10,00 €

Story:
Die Zehntklässlerin Akira ist eine begnadete Läuferin und das Ass der Leichtathletik-AG, doch eines Tages zieht sie sich beim Training eine ernste Verletzung zu und muss schweren Herzens ihren Sport aufgeben. Dadurch fühlt sie sich von ihren Freundinnen aus der AG entfremdet und als sie auf dem Nachhauseweg auch noch von einem Regenschauer überrascht wird, sucht sie Unterschlupf im „Café und Restaurant Garden“. Der Manager des Restaurants, Herr Masami Kondo, ist 45 Jahre alt und trotz des riesigen Altersunterschieds verliebt sich Akira sofort in ihn, als er ihr einen Kaffee spendiert. Bald darauf nimmt sie in dem Café einen Job als Kellnerin an, um immer in Herrn Kondos Nähe zu sein. Annäherungsversuche von Gleichaltrigen ignoriert sie hingegen vollkommen. So versucht ihr Mitschüler Yoshizawa vergeblich alles Mögliche, um ihre Aufmerksamkeit zu gewinnen. Wegen ihr fängt er sogar ebenfalls an, im Café Garden zu arbeiten. Doch das coole und reserviert wirkende Mädchen hat nur Augen für seinen Chef, der Akiras Blicke jedoch völlig falsch interpretiert und denkt, sie könne ihn nicht leiden. Wie sich herausstellt, hat Herr Kondo einen Sohn, was Akira zunächst zutiefst schockiert, bis sie schließlich herausfindet, dass er geschieden ist.

Die Schwärmereien ihrer Klassenkameradinnen für irgendwelche hübschen Jungs an der Schule kann Akira so gar nicht nachvollziehen. Die anderen Mädchen finden wiederum Akiras Geschmack total seltsam. Als ein Restaurant-Gast sein Handy vergisst, läuft sie ihm nach, um es ihm zurückzugeben, wodurch sich ihre Wunde entzündet und Herr Kondo sie ins Krankenhaus fahren muss. Kurz darauf ruft der fürsorgliche Restaurantmanager sie an, um zu fragen, wie es ihr geht, wodurch sie endlich seine Handynummer hat. Von Schuldgefühlen geplagt, will er Akira einen Besuch abstatten, woraufhin sie zusammen in ein Café gehen und sich zum ersten Mal länger unterhalten. Dabei zeigt sich, dass Akira Herrn Kondo an jemanden erinnert und sie kann endlich das Missverständnis aus der Welt schaffen, sie könne ihn nicht leiden. Allerdings erzielt ihr Geständnis, dass sie den 45-jährigen sehr mag, nicht ganz die erhoffte Wirkung. Er freut sich zwar, aber begreift nicht, dass sie sogar in ihn verliebt ist. Also nimmt sie am Tag darauf all ihren Mut zusammen und besucht ihn im Café Garden. Im strömenden Regen gesteht sie ihm die Liebe und zieht von dannen, während Herr Kondo völlig entgeistert zurückbleibt…

Eigene Meinung
Obwohl Paare mit großem Altersunterschied nun wirklich keine Seltenheit sind, werden sie in unserer heutigen Gesellschaft leider noch immer schief angesehen. Ältere Frauen mit jüngeren Männern halten sich angeblich „Toy-Boys“ und junge Frauen mit älteren Männern haben es natürlich nur auf ihr Geld abgesehen. Dass einige Menschen sich ohne besonderen Grund oder psychische Macke einfach so zu deutlich älteren oder jüngeren Partnern hingezogen fühlen, kapiert manch beschränktes Gemüt leider nicht. Dementsprechend schwer gestaltet sich eine solche Liebesbeziehung durch jenes gesellschaftliche Stigma und die Generationsunterschiede, was im weiteren Verlauf von „After the Rain“ sicher noch für viel Herzschmerz, Spannung und Ärger, aber auch Situationskomik, sorgen wird. Natürlich haben sich auch schon viele andere Mangaka zuvor an diesem Thema versucht, allerdings waren in ihren Werken die älteren Männer stets phänomenal gutaussehend und sahen unrealistisch jung aus für ihr Alter, eher Bishonen. Genau hier liegt die große Stärke von „After the Rain“: Herr Kondo ist weder ein Schönling noch hässlich, sondern eben einfach ein realistisch gezeichneter Mann mittleren Alters mit Haarausfall, gelegentlich offenem Hosenstall und einem Körpergeruch, den nur Akira zu schätzen weiß.

Jun Mayuzukis Zeichnungen wirken etwas old-school, was aber ganz gut zur Thematik passt und dem Manga Herzenswärme verleiht. Ohne mit der Tür ins Haus zu fallen, werden dem Leser verschiedene Alltagssituationen von Akira präsentiert, wobei wir ähnlich wie Herr Kondo oft nur erahnen können, was in der übrigens wahnsinnig süßen Akira vor sich geht, deren Gesichtsausdruck meist nur wenig über ihren Gemütszustand verrät. Dadurch schließt man sie schnell ins Herz, denn wer hat es nicht schon mal erlebt, dass seine Blicke von anderen fälschlicherweise als wütend aufgefasst worden sind, obwohl er oder sie nur arglos vor sich hingeträumt hat? Akiras ernstes Gesicht wirkt oft total niedlich, weshalb man nur hoffen kann, dass Herr Kondo ihr irgendwann verfällt. Altraverse veröffentlicht die Reihe im Hochformat und mit Konturenlack auf dem Cover, der wie Regen aussieht. Ein Must-Have für alle, die auch schon mal in jemand Älteren verliebt waren oder ungewöhnliche Liebesgeschichten jenseits des Mainstreams mögen.

After the Rain: © 2015 Jun Mayuzuki, Shogakukan / Altraverse

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Gamers!

Name: Gamers!
Englischer Name:
Originaltitel: Gamers!
Herausgebracht: Japan: Kadokawa 2017
Deutschland: Altraverse 2018
Mangaka: Charakterdesign: Sabotenn
Original-Story: Sekina Aoi
Zeichnungen: Tsubasa Takahashi
Bände: 5 Bände, wird fortgesetzt
Preis pro Band: 7,00 €

Story:
Keita Amano hat bei dem Wechsel auf die Otobuki-Oberschule den sozialen Anschluss verpasst, weshalb seine einzigen Freunde seine heiß geliebten Videospiele sind. Eines Tages wird er ausgerechnet vom Schulidol Karen Tendo angesprochen, einem hübschen und klugen Mädchen mit guten Noten, welches genauso vernarrt in Games ist wie Keita. Wie sich herausstellt, hat sie sich deshalb für die nicht gerade hoch angesehene Otobuki-Schule entschieden, weil diese für ihren Game-Klub bekannt war. Jener Klub hat sich nur leider inzwischen aufgelöst, weshalb Karen ihn neu gegründet hat und Keita prompt einlädt, beizutreten. Allerdings wird Keita schnell klar, dass es hier hauptsächlich um Competitive Gaming geht und das Gewinnen von Turnieren im Vordergrund steht. Da Keita jedoch zum einen kein besonders guter Gamer ist und zum anderen seine Games nur zum Spaß, d.h. ohne Leistungsdruck, spielen möchte, lehnt er Karens Einladung ab, was bei ihr für völliges Entsetzen sorgt.

Tasuku ist von Keita richtig genervt, da er ihn an sein altes Ich erinnert. Denn bevor Tasuku an die Otobuki gekommen ist, war auch er in der sozialen Hierarchie ganz weit unten. Also hat er seinen Look verändert und den Videospielen abgeschworen, die er einst hobbymäßig gezockt hat. Nun ist er beliebt, aber trotz seiner vielen Freunde und seiner festen Freundin Aguri ist er irgendwie nicht glücklich. Gleichzeitig beobachtet er jeden Tag voller Wut Keitas glückliches Gesicht, während dieser Loser in den Pausen Games spielt. Als Keita zum zweiten Mal Zeuge von Tasukus außergewöhnlichen Fähigkeiten am Greiferautomaten wird, spricht er ihn an und die beiden haben gemeinsam Spaß in der Spielhalle. Als jedoch Tasukus Schulfreunde dort aufkreuzen, ergreift Keita die Flucht und Tasuku folgt ihm, um ihn zur Rede zu stellen und seiner Wut Luft zu machen. Dabei äußert er sich auch abfällig über Karen und den Game-Klub, woraufhin Keita das Schulidol und den Klub in Schutz nimmt, was Karen heimlich mitbekommt und wodurch sie sich in ihn verliebt. Tasuku und Keita schließen daraufhin Freundschaft und lernen voneinander. Durch Keita nimmt Tasuku sein Hobby wieder auf, Videogames zu spielen und durch Tasuku springt Keita über seinen Schatten und knüpft mehr soziale Kontakte, wie z. B. mit Chiaki, die Keita in jeder Hinsicht gleicht. Doch wegen einer klitzekleinen Meinungsverschiedenheit zerstreiten sie sich und Tasuku hat Mühe und Not die beiden wieder miteinander zu versöhnen. Da sich Chiaki zu allem Überfluss auch noch in Tasuku verliebt und Keita der eifersüchtigen Aguri nachrennt, sind Missverständnisse und Liebeschaos vorprogrammiert…

Eigene Meinung:
Dieser Manga ist eine Adaption der gleichnamigen Light-Novel-Reihe, die gleichzeitig bei Altraverse erscheint. Wie immer bei solchen Roman-Umsetzungen hat der Mangaka einige Szenen weggelassen, die er für weniger wichtig gehalten hat, abgesehen davon werden die Handlung und sogar die Dialoge 1:1 repliziert. Der Vorteil bei der Manga-Adaption ist, dass hier klarer wird, auf welche real existierenden Games gerade angespielt wird. Man kann es sich zwar beim Lesen der Light-Novels schon denken, aber das Beat’em Up, in dem Keita zu Beginn gegen die Mitglieder des Game-Klubs antritt, sieht im Manga sehr stark nach „Super Smash Bros.“ aus, wobei die Charaktere und ihre Namen nur leicht verändert wurden. Außerdem zeigt uns Tsubasa Takahashi vorlagengetreu, wie Chiaki vor ihrem Friseurbesuch ausgesehen haben muss, was Sabotenn, der Illustrator der Romane, ja leider versäumt hat.

Der Manga schafft es sogar, den Witzen aus dem Original mehr Nachdruck zu verleihen. So sieht man Keita z. B. plötzlich als Samurai, als er von Seppuku (Selbstmord eines Samurai) spricht. Außerdem tragen natürlich auch die vielfältigen Gesichtsausdrücke der Charaktere sehr zum Humor bei. Mir gefällt insbesondere Keitas und Chiakis Mimik, wenn sich die beiden streiten. In den Verlagsforen liest man immer wieder, dass die Fans nichts für Manga-Adaptionen von Light-Novels übrig haben und lieber zum Original greifen, was ich persönlich sehr schade finde. Denn in manchen Fällen tut es dem Erzähltempo sogar sehr gut, wenn eher unwichtige Handlungsstränge weggelassen werden und somit der Fokus stärker auf dem Wesentlichen liegt, wie z. B. bei den „Sword Art Online“Mangas. Außerdem ist die Zeitersparnis beim Lesen immens. Einen Manga-Band hat man natürlich wesentlich schneller gelesen als einen mehr als 280 Seiten umfassenden dicken Light-Novel-Band. Allerdings wundert es mich etwas, dass Altraverse die Light-Novels ab 13, aber die Mangas erst ab 15 Jahren empfiehlt. Ich kann es mir nur damit erklären, dass Tsubasa Takahashi gerne große Brüste zeichnet, aber trotzdem ergibt die unterschiedliche Altersempfehlung in meinen Augen keinen Sinn. Ich empfehle den Manga allen, deren Neugier geweckt ist, die aber nicht gleich einen dicken Wälzer kaufen und lesen möchten, um festzustellen, ob „Gamers!“ etwas für sie ist oder nicht und allen, die nach dem Lesen der Light-Novels Lust auf mehr bekommen haben.

Gamers!: © 2017 Sekina Aoi, Sabotenn, Tsubasa Takahashi, Kadokawa / Altraverse

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Gamers! Light Novel

Name: Gamers! Light Novel
Englischer Name:
Originaltitel: Gamers!
Herausgebracht: Japan: Kadokawa 2015
Deutschland: Altraverse 2018
Autor: Sekina Aoi
Illustrator: Sabotenn
Bände: 11 Bände, wird fortgesetzt
Preis pro Band: 10,00 €

Story:
Keita Amano hat bei dem Wechsel auf die Otobuki-Oberschule den sozialen Anschluss verpasst, weshalb seine einzigen Freunde seine heiß geliebten Videospiele sind. Eines Tages wird er ausgerechnet vom Schulidol Karen Tendo angesprochen, einem hübschen und klugen Mädchen mit guten Noten, welches genauso vernarrt in Games ist wie Keita. Wie sich herausstellt, hat sie sich deshalb für die nicht gerade hoch angesehene Otobuki-Schule entschieden, weil diese für ihren Game-Klub bekannt war. Jener Klub hat sich nur leider inzwischen aufgelöst, weshalb Karen ihn neu gegründet hat und Keita prompt einlädt, beizutreten. Allerdings wird Keita schnell klar, dass es hier hauptsächlich um Competitive Gaming geht und das Gewinnen von Turnieren im Vordergrund steht. Da Keita jedoch zum einen kein besonders guter Gamer ist und zum anderen seine Games nur zum Spaß spielen möchte, lehnt er Karens Einladung ab, was bei ihr für völliges Entsetzen sorgt.

Tasuku ist von Keita richtig genervt, da er ihn an sein altes Ich erinnert. Denn bevor Tasuku an die Otobuki gekommen ist, war auch er in der sozialen Hierarchie ganz weit unten. Also hat er seinen Look verändert und den Videospielen abgeschworen, die er einst hobbymäßig gezockt hat. Nun ist er beliebt, aber trotz seiner vielen Freunde und seiner festen Freundin Aguri ist er irgendwie nicht glücklich. Gleichzeitig beobachtet er jeden Tag voller Wut Keitas glückliches Gesicht, während dieser Loser in den Pausen Games spielt. Als Keita zum zweiten Mal Zeuge von Tasukus außergewöhnlichen Fähigkeiten am Greiferautomaten wird, spricht er ihn an und die beiden haben gemeinsam Spaß in der Spielhalle. Als jedoch Tasukus Schulfreunde dort aufkreuzen, ergreift Keita die Flucht und Tasuku folgt ihm, um ihn zur Rede zu stellen und seiner Wut Luft zu machen. Dabei äußert er sich auch abfällig über Karen und den Game-Klub, woraufhin Keita Karen und den Klub in Schutz nimmt, was Karen heimlich mitbekommt und wodurch sie sich in ihn verliebt. Tasuku und Keita schließen daraufhin Freundschaft und lernen voneinander. Durch Keita nimmt Tasuku sein Hobby wieder auf, Videogames zu spielen und durch Tasuku springt Keita über seinen Schatten und knüpft mehr soziale Kontakte, wie z. B. mit Chiaki, die Keita in jeder Hinsicht gleicht. Doch wegen einer klitzekleinen Meinungsverschiedenheit zerstreiten sie sich und Tasuku hat Mühe und Not diesen kunterbunten Haufen bestehend aus Keita, Karen und Chiaki zusammenzuhalten. Da sich Chiaki zu allem Überfluss auch noch in Tasuku verliebt und Keita neuerdings ständig mit Aguri abhängt, sind Missverständnisse und Liebeschaos vorprogrammiert…

Eigene Meinung:
„Gamers!“ ist mit viel Witz und Augenzwinkern geschrieben, mit all den Querverweisen auf real existierende Games und Konsolen-Features. Getrübt wird die Lesefreude lediglich dadurch, dass es in der zweiten Hälfte von Band 1 nur so vor Tippfehlern wimmelt und es hier, ähnlich wie bei „Sword Art Online“ leider bestimmte Formulierungen gibt, die sich immer und immer wieder wiederholen. So legen die Personen viel zu oft „fragend den Kopf schräg“ und nicht weniger selten läuft ihnen „kalter Schweiß den Rücken hinunter“. Des Weiteren sieht man bei den Illustrationen von Sabotenn keinerlei Unterschied zwischen Chiakis Aussehen zu Beginn und nachdem sie sich wegen Tasuku die Haare schneiden lässt. Aber abgesehen von diesen paar Schönheitsfehlern hat es mir durchweg Spaß gemacht „Gamers!“ zu lesen. Das fängt schon mit der Grundthematik an, die ich sehr interessant finde: verschiedene Arten Games zu spielen. Auch in der Realität lassen sich Gamer sicherlich in zwei Fraktionen unterteilen. Diejenigen, die wie Keita nur zum Spaß zocken, ohne irgendwelche Ambitionen besonders gut zu sein oder zu werden, eben nur um abzuschalten und solche, die ihre Gamer-Skills immer weiter verbessern und vielleicht sogar Turniere gewinnen wollen. Mich hat die Light Novel an meine persönlichen Erfahrungen mit solchen Game-Turnieren erinnert und daran, dass mir ähnlich wie Keita diese Art zu spielen, überhaupt nicht gefallen hat. Dennoch erlaubt sich Sekina Aoi zu keiner Zeit ein Urteil darüber, ob eine der beiden Arten richtig oder falsch ist, sondern stellt sie einfach gleichwertig gegenüber.

Eine Besonderheit der Light Novel ist, dass sich Keita und Tasuku als Erzähler immer wieder abwechseln, wodurch man tiefe Einblicke in die Gefühls- und Gedankenwelt beider Charaktere bekommt. Gleichzeitig hilft das dem Leser zu verstehen, wie manche Situationen nach außen wirken und welche Missverständnisse dadurch entstehen, wodurch man sich beim Lesen das eine oder andere Mal dabei ertappt, die Hände über dem Kopf zusammenzuschlagen oder über die Fehleinschätzungen der Charaktere zu schmunzeln. Wer Videospiele und Liebeskomödien mag, kommt hier voll auf seine Kosten.

Gamers! Light Novel: © 2015 Sekina Aoi, Sabotenn, Kadokawa / Altraverse

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Arinas Sammelsurium – Ihr süßes Leben

Name: Arinas Sammelsurium – Ihr süßes Leben
Englischer Name:
Originaltitel: Arina no tane -mattari nichijohen-
Herausgebracht: Japan: Shueisha 2016
Deutschland: Tokyopop 2018
Mangaka: Arina Tanemura
Bände: Einzelband
Preis pro Band: 6,50 €

Inhalt & Eigene Meinung:

Arina Tanemura ist eine japanische Bridget Jones: schusselig, stets im Kampf gegen die Pfunde und mit über 30 Jahren immer noch Single. Dabei ist sie doch eine weltberühmte Mangaka und somit eigentlich eine gute Partie! Obwohl „Ihr süßes Leben“ bereits Arinas zweiter autobiografischer Manga ist, muss man den ersten „Arinas Sammelsurium“-Band nicht unbedingt gelesen haben, um alles zu verstehen, da keinerlei Vorkenntnisse erforderlich sind. Die Episoden aus ihrem Leben werden nämlich nicht in chronologischer Reihenfolge geschildert, sondern wild durcheinander. So werden immer mal wieder Geschichten aus ihrer Jugend eingestreut und wechseln sich mit Berichten über aktuelle Vorkommnisse ab.

Dabei gewährt die Zeichnerin tiefe Einblicke in ihre Arbeit und vor allem wird deutlich, wieviel Stress sie tagtäglich ausgesetzt ist und dass es auch so seine Schattenseiten hat, eine erfolgreiche Mangaka zu sein. Aber wir erfahren auch viel über ihre Urlaube und Besuche auf Conventions im Ausland – darunter sogar einige übernatürliche Erlebnisse! Sicher, nicht jede der Kurzgeschichten ist außergewöhnlich und interessant. Mich persönlich haben z. B. die ausschweifenden Abnehm-Ernährungs-Tipps, Arinas Fitnessprogramm und Aufzählungen aller verschiedenen Brote, die sie bisher hobbymäßig gebacken hat, ziemlich gelangweilt, aber ich kann mir vorstellen, dass sich manch einer dafür begeistern kann. Außerdem finde ich es sehr schade, dass man sich bei all den im Buch genannten Yen-Preisen nicht einmal die Mühe gemacht hat, einen der Beträge in Euro umzurechnen und als Fußnote anzugeben, wie man es von anderen Mangas gewohnt ist.

Wir erfahren, wie Arina zu ihren beiden Katzen Riku und Kai gekommen ist und wie sich diese bei ihr eingelebt haben. Neben lustigen und rührenden Begebenheiten mit ihren Assistentinnen erzählt sie auch davon, wie ihr Werdegang als Mangaka mit einigen Fehlschlägen und Niederlagen eher holprig begonnen hat. Dabei kann man auch einiges über die japanische Kultur und ihre Bräuche lernen. Ansonsten wären da noch Geschäftsessen, Live-Events, Ausflüge mit Freunden und ein Erfahrungsbericht über Arinas Augenoperation.

Herzhaft gelacht habe ich, als sich die Künstlerin mit einem Löwen ablichten lassen will, nichtsahnend, dass es sich dabei um ein ausgewachsenes Exemplar handelt. Zu allem Überfluss beißt die Raubkatze ihr auch noch in den Arm und kaut darauf herum, während das Foto geschossen wird, ohne dass die Fotografen etwas davon mitbekommen. Das reale Foto würde ich nur zu gern sehen! Stilistisch erinnert der Manga an „Schneeballen – Verliebt in Japan“. Die Zeichnungen sind meistens sehr simpel gehalten. Wer Arinas Mangas mag, sich für Japan und den Mangaka-Beruf interessiert und gerne lustige Alltagsgeschichten liest, ist hier goldrichtig.

Arinas Sammelsurium – Ihr süßes Leben: © 2016 Arina Tanemura, Shueisha / Tokyopop

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Keine Cheats für die Liebe

Name: Keine Cheats für die Liebe
Englischer Name: Wotakoi: Love is Hard for Otaku
Originaltitel: Wotaku ni Koi wa muzukashii
Herausgebracht: Japan: Ichijinsha 2015
Deutschland: Altraverse 2018
Mangaka: Fujita
Bände: 7 Bände, wird fortgesetzt
Preis pro Band: 10 €

Story:
Narumi Momose ist ein totaler Otaku, ein Manga-Nerd, was dazu geführt hat, dass sich ihr Freund zurückgezogen und bald darauf Schluss gemacht hat, nachdem er ihr düsteres Geheimnis entdeckt hat. Selbst auf der Arbeit hält sie ihr Hobby streng geheim, bis sich herausstellt, dass ihr Kindheitsfreund Hirotaka Nifuji, ein Videogame-Junkie, in derselben Firma arbeitet. Er outet sie gleich bei der ersten Gelegenheit vor Kollegen, was Narumi natürlich überhaupt nicht passt. Doch alles halb so wild, da die kühle Hanako Koyanagi und der aggressive Taro Kabakura nämlich ebenfalls Manga-Fans sind und dazu noch ein Liebespaar. Nachdem Narumi und Hirotaka ein paar mal nach der Arbeit gemeinsam trinken gehen, schlägt er ihr schließlich vor, doch ihn zum Freund zu nehmen. Vor ihm muss sie nichts geheim halten, da er ihre Leidenschaft teilt und sie daher logischerweise nicht dafür verurteilen würde. Als er auch noch anbietet, sie beim Verkauf ihres Boys Love-Dojinshis auf der nächsten Comiket, einer Convention für Hobbyzeichner, zu unterstützen, willigt sie sofort ein.

Doch zunächst ist Narumi mit der neuen Situation völlig überfordert und geht Hirotaka aus dem Weg, bis dieser ihr offenbart, dass er sein Liebesgeständnis (welches er eigentlich nie gemacht hat) wegen ihres distanzierten Verhaltens bereut. Mit der Zeit lernen die beiden, damit umzugehen und schnell zeigt sich, dass Narumi sich voll und ganz auf Hirotaka verlassen kann: Er hilft ihr last minute bei der Fertigstellung des Dojinshis und übernimmt sogar kurzzeitig ihren Verkaufsstand, obwohl die Leute ihn deshalb für einen Fudanshi halten, einen männlichen Boys Love-Fan. Konflikte entstehen, weil Hirotaka eigentlich große Brüste bevorzugt, womit Narumi leider nicht dienen kann und Hirotaka gar nicht ihr Typ ist, sondern Kabakura. Umgekehrt bevorzugt Kabakura niedliche Mädchen wie Narumi und Hanako steht total auf Hirotaka. Missverständnisse en masse und Liebeschaos de luxe vorprogrammiert!

Eigene Meinung:
Der Anime zu „Keine Cheats für die Liebe“ dürfte einigen bereits durch Amazon Prime bekannt sein. Mir gefällt vor allem der geniale Insider-Humor, der sich hauptsächlich an Manga-Fans meiner Generation (d. h. die aktuell ca. 26-jährigen, genau in dem Alter sind auch die beiden Protagonisten) richtet. Egal ob „Sailor Moon“, „Dragon Ball“ oder „Neon Genesis Evangelion“, alles, was Rang und Namen hat, wird in die Gags miteingeflochten. Die Bände sind im Hochformat und mit Konturenlack verziert, was sehr viel hermacht. Außerdem ist die acht Seiten umfassende Episode 0 komplett in Farbe. Leider schlägt sich all das sehr massiv im Preis nieder. 10 Euro ist schon ziemlich happig, zumal die Bände mit weniger als 130 Seiten recht dünn sind. Erschwerend hinzu kommt, dass der Manga kaum Handlung hat und der Band durch das Format äußerst unhandlich ist. Mit dieser Preispolitik tut sich Altraverse in meinen Augen absolut keinen Gefallen, auch wenn sie es nur gut gemeint haben und den Manga möglichst originalgetreu herausbringen wollen. Normales Taschenbuchformat hätte es auch getan oder – angesichts der geringen Seitenzahl – hochformatige 2in1-Bände für 14 €, wie man sie von Tokyopop kennt. Umgerechnet wären das 3 € weniger pro Band, eine deutliche Kostenersparnis für die Leser.

Thematisch erinnert der Manga sehr stark an „Küss ihn, nicht mich!“, wobei „Keine Cheats für die Liebe“ zwar mit wesentlich höherer Frequenz auf bekannte Animes und Videogames anspielt, jedoch insgesamt weniger gut unterhalten kann. Ich würde euch daher empfehlen, zuerst in den Anime reinzuschnuppern. Otakus in den Mittzwanzigern werden sich auf jeden Fall in den Charakteren wiedererkennen und viel zu lachen haben.

Keine Cheats für die Liebe: © 2015 Fujita, Ichijinsha / Altraverse

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A Silent Voice

Name: A Silent Voice
Englischer Name: A Silent Voice
Originaltitel: Koe no Katachi
Herausgebracht: Japan: Kodansha 2013
Deutschland: EMA 2016
Mangaka: Yoshitoki Oima
Bände: 7 Bände
Preis pro Band: 7,00 €

A Silent Voice Band 1Story:
Für den extrem draufgängerischen Sechstklässler Shoya Ishida ist das Leben bloß ein ständiger Kampf gegen die Langeweile. Er und seine Freunde Shimada und Hirose verbringen ihre Freizeit mit unzähligen Mutproben und haben dabei jede Menge Spaß. Doch eines Tages offenbaren ihm die beiden, dass sie kein Interesse mehr daran haben und künftig lieber etwas Sinnvolleres mit ihrer Zeit anfangen wollen, wie z. B. auf die Juku (Nachhilfeschule) zu gehen. Als Shoya gerade im Begriff ist, den Kampf gegen die Langeweile zu verlieren, kommt eine Neue in seine Klasse: das taube Mädchen Shoko Nishimiya. Sie benutzt ein Schreibheft, um mit ihren Klassenkameraden und Lehrern zu kommunizieren. Für Shoya ist sie wie ein Wesen von einem anderen Planeten. Von da an konzentriert er sich voll und ganz darauf, dieses außerirdische Wesen zu erforschen. Er brüllt ihr in den Nacken, um herauszufinden, wie taub sie wirklich ist, äfft ihre befremdlich wirkende Sprechweise nach und schreibt in ihr Heft, dass es furchtbar klingt, wenn sie singt und sie daher lieber nur so tun sollte als ob.

Im Laufe der Zeit erkennt Shoya, dass die ganze Klasse unter Shoko zu leiden hat. Dass sie die Antworten immer erst aufschreiben muss, wenn sie aufgerufen wird, hält den Unterricht auf, wegen ihres schlechten Gesangs hat die Klasse den Chorwettbewerb verloren und die Kommunikation mit ihr gestaltet sich schriftlich recht mühselig. Als Shoyas Klassenkameradin Miyoko Sahara Gebärdensprache lernen und Shoko in der Schule helfen will, wird sie von den anderen als Schleimerin beschimpft und kommt aus lauter Angst, gemobbt zu werden, nicht mehr in die Schule. Als Shoya erkennt, dass Shoko augenscheinlich nie wütend wird und sich für alles immer nur entschuldigt oder bedankt, provoziert er sie immer mehr. Seine Streiche werden immer widerwärtiger und niederträchtiger. Doch für ihn ist Shoko nichts als ein Forschungsobjekt: Warum trägt sie ein Hörgerät? Hört sie etwa doch was? Gnadenlos entreißt er ihr ein Hörgerät nach dem anderen und macht es kaputt, wodurch Shokos Mutter darauf aufmerksam wird, dass ihre Tochter, die schon an ihrer alten Schule schikaniert wurde und deshalb gewechselt hat, abermals gemobbt wird. Die Lehrer und Mitschüler erklären Shoya zum alleinigen Täter und Sündenbock und von nun an wird er von allen – sogar von seinen einstigen Freunden Shima und Hirose – aufs Heftigste gedemütigt und fertiggemacht.

Dadurch dass es Shoya plötzlich genauso ergeht wie Shoko, entwickelt er allmählich etwas Mitgefühl für sie. So beobachtet er sie z. B. eines Morgens dabei, wie sie bösartige Kritzeleien von ihrem Tisch abwischt. Als er wieder mal verprügelt wird und Shoko ihm mit einem Taschentuch das Blut aus dem Gesicht wischt, eskaliert die Situation und die beiden prügeln sich. Einen Monat später wechselt Shoko erneut die Schule. Erst da wird Shoya klar, dass sie gar nicht ihren Tisch abgewischt hatte sondern seinen. Die Gehässigkeiten gelten nämlich in Wirklichkeit ihm und stehen jeden Morgen auf seinem Tisch. Das Mobbing gegen Shoya setzt sich selbst in der Mittelschule und Oberschule fort, wo er inzwischen vollständig isoliert ist. Er lernt Gebärdensprache, geht jobben, bis er das Geld für die zerstörten Hörgeräte zurückzahlen kann und begibt sich auf die Suche nach Shoko, um alles wiedergutzumachen. Doch als sich die beiden nach so langer Zeit wiedersehen, rennt sie panisch vor ihm weg…

A Silent Voice Band 2Eigene Meinung:
„A Silent Voice“ wurde mit dem Osamu Tezuka-Kulturpreis ausgezeichnet und das zurecht! Denn gerade in der heutigen Zeit ist Inklusion, also dass Behinderte zusammen mit Nicht-Behinderten dieselbe Schule besuchen können, schließlich ein wichtiges Thema. Insofern finde ich gut, dass es in diesem Manga nicht durch eine rosarote Gutmenschen-Brille betrachtet wird, sondern vor allem die negativen Aspekte und Probleme dabei aufgezeigt werden. Inklusion ist eben nicht so einfach umsetzbar, wie unsere Politiker sich das vorstellen und das – womöglich in erster Linie aus Kostengründen – gerne hätten. Es verlangt allen Beteiligten eine Menge ab und das kommt schon im ersten Band sehr gut zur Geltung. Ich finde es immens wichtig, dass genau diese Schwierigkeiten thematisiert werden, denn nur so kann man etwas dagegen tun und ein Konzept ausarbeiten, von dem ALLE profitieren! Insofern ist es eigentlich schade, dass dieser Manga wohl kaum diejenigen erreichen wird, die Inklusion einfach übers Knie brechen wollen, ohne Rücksicht auf die Konsequenzen!

Dabei hat Inklusion das Potenzial, eine enorme Bereicherung für die Schüler zu sein. Auf diesem Weg können Nicht-Behinderte für den Umgang mit Behinderten sensibilisiert werden und Behinderte können so besser lernen, in einer Welt voller Nicht-Behinderter zurechtzukommen. Zusätzlich zu diesen Erfahrungen könnte auch das Lernangebot entsprechend der jeweiligen Behinderung(en) angepasst werden. So könnten alle Schüler zusammen Blindenschrift und/oder Gebärdensprache lernen. Im Fall der tauben Shoko scheitert das leider daran, dass die Lehrerin die Gebärdensprache selbst nicht beherrscht. Außerdem muss man sich natürlich auch die Frage stellen, ob Inklusion wirklich in allen Bereichen sinnvoll ist, z. B. als Shoko trotz ihrer Taubheit mit den anderen zusammen singen muss. Dieser Manga liefert jede Menge Denkanstöße und das macht ihn unheimlich spannend!

Ein weiteres Hauptthema der Geschichte ist Mobbing. Überraschenderweise konnte ich Shoyas Verhalten die meiste Zeit über sehr gut nachvollziehen. Er bietet Identifikationsmöglichkeiten für all jene, die noch nie mit tauben Menschen zu tun hatten und einfach nicht wissen, wie sie damit umgehen sollen. Am besten lernt man einen Menschen kennen, indem man herausfindet, was ihn wütend macht. Insofern ist Shoyas provokantes Verhalten gar nicht so dumm. Shoko hingegen wirkt zerbrechlich, hilflos und doch sehr sanft und fürsorglich. Selbst wenn sie beleidigt wird, entschuldigt sie sich und das macht Shoya mächtig sauer. Sie soll endlich sagen, wie es wirklich in ihr aussieht und er versucht mit einer unvergleichlichen Besessenheit, Shokos wahre Stimme aus ihr herauszukitzeln, was ihm ja an einer Stelle sogar gelingt (als sie sich mit ihm prügelt). Daher wohl auch der Titel „A Silent Voice“, eine leise Stimme. Man kann den Titel aber auch so deuten, dass sich ja für Shoko die Stimmen aller anderen sehr leise anhören. Sie hat genauso große Probleme, Shoya zu verstehen (nicht nur akkustisch!), wie umgekehrt. Ich kann den nächsten Band kaum erwarten und möchte auch euch diesen Manga wärmstens empfehlen! Er hebt sich aufgrund des realistischen Settings und der ernsten Thematik deutlich von üblichen Mangas ab!

A Silent Voice: © 2013 Yoshitoki Oima, Kodansha / EMA

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Arinas Sammelsurium

Name: Arinas Sammelsurium
Englischer Name:
Originaltitel: Arina no tane
Herausgebracht: Japan: Shueisha 2008
Deutschland: Tokyopop 2013
Mangaka: Arina Tanemura
Bände: Einzelband
Preis pro Band: 6,50 €

Arinas SammelsuriumStory
Viele Mädchen träumen davon irgendwann eine berühmte Mangaka zu werden. Auch Arina Tanemura hatte als kleines Mädchen diesen Traum. Und wenn Leute wie Boris Becker oder Dieter Bohlen ihr Leben in einer Biografie zusammenfassen können, kann eine Star Mangaka wie Arina Tanemura ihre Geschichte auch in einem Manga zusammenfassen.

Arina hat schon als kleines Kind für ihr Leben gerne gezeichnet und war schon immer sehr talentiert. Deswegen auch der Berufswunsch zur Mangaka. Jedoch musste sie immer wieder Rückschläge erleiden. Denn bei Zeichenwettbewerben in der Schule oder ähnlichem, hat sie sich immer voll reingehängt. Doch immer war irgendwer besser. Teilweise wurde ihr gesagt, dass andere Zeichnungen viel besser waren als ihre und teilweise musste sie das selber feststellen.

Es gab eine Zeit in der sie ihren Berufswunsch mehr für sich behielt, denn sie zweifelte an ihrem Talent. Doch dann kam ein weiterer Zeichenwettbewerb. Sie gewann diesen und da war es wieder. Ihr Selbstvertrauen kam zurück. Und schließlich schaffte sie es. Sie wurde eine berühmte Mangaka.

Nicht, dass ihr denkt, jetzt wäre alles vorbei und der Manga wäre zu Ende. Ne ne…. Denn Mangaka zu sein, ist kein Zuckerschlecken. Arina hat ihre Deadlines, an denen sie bestimmte Zeichnungen bei den Verlegern abgeben muss. Auch sie hat ihre kleinen Problemchen mit z. B. ihrem Gewicht. Sie erzählt uns, wie sie versucht, gegen ihr Gewichtsproblem anzukämpfen.

Auch eine berühmte Mangaka muss mal in den Urlaub. Es ist ja nicht so, dass eine Mangaka viel Geld hat, denn Arina beschreibt sich selbst als ganz schönen Geizknüppel.

Und deswegen fliegt sie mit ihren Freunden nicht nach Tahiti wie geplant, sondern auf die Malediven. Denn da gab es ein Sonderangebot. Und auch dort kann man sich im Wellnessbereich verwöhnen lassen oder Schnorcheln gehen. Und natürlich läuft nie alles richtig glatt, wie bei der normalen Bevölkerung.

Ob Arina nun von ihrer Fitnesstrainerin fertig gemacht wird oder im Urlaub vor einem Hai abhaut. Es wird nie langweilig!

Eigene Meinung
Arina Tanemura gewährt uns einen Blick in ihr Leben. Sie zeigt uns, dass auch Berühmtheiten ihre ganz gewöhnlichen Probleme haben und zeigt uns wie das Leben einer Mangaka abläuft. Sie hat ihre Geschichte in einem lustigen Mangastil verpackt. Und stellt auch sich selber sehr lustig dar. Für Fans ist dieser Band ein Muss. Viel Spaß beim Lesen.

© AyaSan

Arinas Sammelsurium: © 2008 Arina Tanemura, Shueisha/Tokyopop

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