Connichi 2016 – Teil 1

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Freitag, 09.September 2016

Staubedingt haben wir leider den kompletten Freitag inkl. Eröffungsfeier verpasst, von daher hier die wichtigsten Programmpunkte aus dem offiziellen Connichi-Programm:

Als Ehrengäste waren in diesem Jahr eingeladen:

  • Fubito Endo & Kurumi Fujioka (Musiker)
  • U-Ya Asaoka (Sänger)
  • Boichi (Zeichner)
  • Akio Watanabe (Zeichner)
  • Takeshi Miyagawa (Figurenkünstler)
  • Hiroyuki Yamaga (Chef Studio GAINAX)
  • Yoshiyuki Sadamoto (Charakter-Designer)
  • Rooster Teeth (Synchronsprecher)
  • Lea Kalbhenn (Synchronsprecherin)
  • Tim Schwarzmeier (Synchronsprecher)
  • Franciska Friede (Synchronsprecherin)
  • Utsumi Ikko & Yuta Toshihiro (Taiko-Trommler)
  • Anna Backhausen & Sophie Schönhammer (Mangaka)
  • Nana Yaa (Zeichnerin)
  • Lenneth (Cosplayerin)
  • Enji Night (Cosplayerin)
  • TaeYeon (Cosplayerin)
  • Norihiro Hayashida (Produzent)
  • Kampfgruppe Kalas (Showact)
  • Kaneta Rena (Showact)
  • Samurai (Showact)

Wir haben versucht, die Ehrengäste noch einmal exklusiv für unseren Bericht zu fotografieren, jedoch haben sich nur die wenigsten darauf eingelassen bzw. einige waren aus unbekannten Gründen generell für die Connichi nicht verfügbar. Aber wir haben dafür als kleines Trostpflaster Fotos von Auftritten etc., auf denen sie zu sehen sind.

Ab 14.15 Uhr gab es in der Stadthalle Kassel schon volles Programm:

Showacts wie Sayuri (Newcomer mit Gesang auf Anime/Gaming/Disney) oder den beiden Taiko-Trommlern Utsumi Ikko & Yuota Toshihiro boten im Blauen Saal bzw. dem Festsaal die ersten Highlights, während parallel Workshops zum Anfertigen leckerer Bentos, eleganten japanischen Haarschmucks oder Cosplayfotografie stattfanden. Auch einige Panels mit u.a. dem Cosplayer Lenneth waren schon am Laufen.

Gegen 16.15 Uhr fand laut Plan die Eröffungsfeier statt, bei der die Orga neben der offiziellen Begrüßung allgemeine Informationen zur Con, zum Programm uvm. an die Besucher weitergab.

Ein weiteres Highlight des Abends war auch der deutsche Vorentscheid der European Cosplay Gathering, dessen Gewinner/innen stellvertretend für Deutschland zum Hauptentscheid nach Paris fahren dürfen.

Die Gewinner waren:

  • Gruppencosplay 3.Platz: Kassel 4nia Girls,  2.Platz: Imparty Club, 1.Platz: Dragon Age
  • Solocosplay: 3. Platz: Kaiti H., 2. Platz: Final Fantasy 14 Arsla, 1. Rumpelstilzchen

Das Abendprogramm gestaltete sich neben zahlreichen Contests zu Cosplay Videos, AMVs, Nudelschlürfen und Anime-/Mangawissen auch aus einem Lichterfest auf dem Matsurimarkt im Innenhof der Stadthalle, dass bei trockenem Wetter mit einem Feuerwerk abschloss.

Danach gab es für alle Nachtaktiven eine Connichi-Party in der Weinkirche, die laut einigen Besuchern bis in die frühen Morgenstunden ging.

Samstag, 10.09.2016

Der Con-Samstag begann schonmal 100 % besser als der Freitag: die Anfahrt mit Bus und Tram lief problemlos, sodass man pünktlich am Einlass der Stadthalle ankam.

Draußen staute sich eine große Besucherschlange vor den Tageskassen, was eigentlich ja kein Problem ist…nur ausgerechnet heute sollte der liebe Wettergott nicht mitspielen und den ganzen Tag mit einem ekligen Nieselregen nerven.

Kurz zum Aufbau der Connichi:

Im Außenbereich vor dem Haupteingang waren vereinzelte Ess- und Händlerstände aufgestellt.

Im Erdgeschoss waren direkt nach dem Einlass die Verlags- und Publisherstände, eine Gaming Zone mit zahlreichen Leihgaben von Nintendo, ein Bereich für Zeichner/Aussteller und der große Händlerbereich mit Zugang zum Innenhof.  Auf beiden Seite konnte man per Treppe in den ersten Stock gehen, wo die beiden großen Veranstaltungsräume „Blauer Saal“ und „Festsaal“ neben dem Gesellschaftsraum, dem GO-Spielzimmer und zahlreichen Workshop-/Panelräumen und weiteren Ständen von Händlern und Publishern zu finden waren. Auch hier gab es einen Zugang zum Innenhof, über den man das Matsurizelt mit traditionell asiatischen Ess- und Spielständen, ein Eventzelt mit Karaoke und den Zugang zum Stadtgarten findet.

Bereits jetzt tummelten sich zahlreiche Besucher und Cosplayer in den Gängen und Sälen, was die Suche nach einem freien Sitzplatz zu einem Spiel auf Zeit machte: wer zu spät kommt, muss leider draußen bleiben.

Den Blauen Saal eröffnete die Showgruppe Vapid Superior mit Ihrem Programm „Black Butler – Bizarre Bedtime Story“, dass sie hier zum letzten Mal aufgeführt haben.

Die Geschichte war durchsetzt mit zahlreichen humoristischen Einlagen, Drama und Tanzdarbietungen, was Vapid Superior über die letzten Jahre eine große Anhängerschaft beschert hatte, die sich hier nun tummelte.

Im Festsaal fand parallel der Connichi-Cosplay-Wettbewerb statt, der sehr gut besucht war. Zu gewinnen gab es neben Connichi-Tickets für 2017 auch Pakete mit Goodies der Sponsoren. Hauptpreis war eine Nähmaschine. Hier eine Übersicht der Gewinner:

Gruppencosplay: 3. Platz: Star Trek Beyond, 2. Platz: Game of Thrones, 1. Platz: Kingdom Hearts
Solocosplay:  3. Platz: Sindbad, 2. Platz: Small Lady Sailor Moon, 1. Platz: Link

Das Nachmittagsprogramm in den beiden großen Sälen war geprägt z.B. von Kabarett (Shinji Schneider), traditionell asiatischem Kulturprogramm (Taiko-Trommler, Action-Theater-Gruppe Kaneta Rena, Kabuki-Theatergruppe Samurai) oder Kleinkunst (Poetry Slam).

Im Blauen Saal trat die Band Ongaku no Kara auf, die trotz einer erkrankten Sängerin und einigen technischen Startschwierigkeiten ein ordentliches Programm ablieferten:

Die Setlist bestand aus bekannten Songs von Animes, Disney, Games uvm. Jeweils mit einem Video auf der Leinwand unterlegt wurde so der voll besetzte Saal ordentlich eingeheizt. Eine große Stärke der Band (neben dem Musizieren) ist die Kommunikation mit dem Publikum: Es wurden lustige und interessante Anekdoten aus dem Bandleben zum Besten gegeben, bei denen jeder zumindest mal kurz schmunzeln musste. Ongaku no Kara hatten sichtlich Spaß an ihrem Auftritt und sind für jeden Conbesucher einen Blick wert.

Gerade bei diesen Publikumsmagneten offenbarte sich eine große Schwäche der Connichi: Platzmangel.

Insgesamt waren am Wochenende 27.000 Besucher auf der Connichi unterwegs, was man (auch gerade wegen des durchwachsenen Wetters) vor allem in den schmalen Gängen und viel zu schnell gefüllten Veranstaltungs- und Workshopräumen merkte. Wer sich nicht bereits 40-60 Minuten vor Veranstaltungsbeginn vor einem der großen Säle einfand, hatte im Endeffekt kaum noch eine Chance auf einen Sitzplatz (Einzelpersonen noch eher als Kleingruppen ab 2 Personen). So konnte es vorkommen, dass man schon 15 Minuten vor Showbeginn vor verschlossenen Türen und sichtlich bemühten Orga-Menschen stand, die noch den ein oder anderen in den Saal zu stopfen versuchten.

Da der Besuchertrend der Connichi in den letzten Jahren stetig steigend war (2016 nochmal 1.000 Besucher mehr als 2015), sollte auf lange Sicht über einen Locationwechsel oder eine Umorganisation bzw. Entzerrung der Programmpunkte nachgedacht werden.

Auch die Orga war teilweise sichtlich überfordert: so wurden vor dem Abendprogramm alle Besucher aus dem Festsaal für einen ominösen Umbau des Konzertes von Fubito Endo gebeten, um dann draußen bis um 18:15 Uhr (18:00 Uhr war eigentlich Konzertbeginn) in einer ständig wechselnden Warteschlangenkonstellation und unter stetig steigendem Hitze- und Schweißpegel zu warten.

Doch das Warten hatte sich gelohnt:

Sänger Fubito Endo, bekannt aus Soundtracks zu Spielen wie bspw. „Final Fantasy“, gab sich die Ehre und bescherte den zahlreichen Besuchern ein wahres Feuerwerk an Gesangskunst. Begleitet wurde er hierbei von Kurumi Fujioka, Mitglied der Metal-Band Fate Gear, auf dem Piano.

Fubito Endo hatte sichtlich richtig Lust auf das Konzert und bot neben seinen erstklassigen Gesangseinlagen auch die ein oder andere interessante Anekdote aus seinem Leben.

Zu guter Letzt gab es mit „One Winged Angel“, dem Theme des Antagonisten Sephiroth aus „Final Fantasy 7“, noch einmal einen richtigen Gänsehautkracher.

Das Abendprogramm klang aus mit einem nicht immer jugendfreien AMV-Wettbewerb, einem FSK 18 Synchron-Workshop und einem Matsuri-Lichterfest im Innenhof (das Feuerwerk musste wahrscheinlich wegen des anhaltenden Regens ausfallen).

So ging ein ereignisreicher Con-Samstag zu Ende.

Weiter geht es in Teil 2 unseres Berichtes über die Connichi 2016.

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Connichi 2016 – Teil 2

Sonntag, 11. September 2016

Das Wetter am Sonntag hatte sich zwar gegenüber Samstag zum Positiven geändert (es war trocken und teilweise sonnig), aber dafür kam ein viel nervigeres Problem auf:

Parallel zur Connichi fand am Sonntag der E.ON-Stadtmarathon in der Innenstadt Kassel statt, der den Öffentlichen Nahverkehr den halben Tag absolut verkomplizierte und teilweise zum Erliegen brachte. Viele Bus- und Tramlinien fuhren gar nicht, manche mit geändertem Zeit- und Halteplan. Auch die Straßensperrungen stellten ein großes Problem für alle Autofahrer dar, die sich über Schleichwege zur Stadthalle vorkämpfen mussten. Durch den zusätzlichen Ansturm von Besuchern in Kassel waren die Bahnen ständig überfüllt und die Fahrten zogen sich massiv in die Länge wie Kaugummi. Hier sollte die Orga der Connichi (die sicherlich nichts gegen diese „Großveranstaltung“ ausrichten konnte außer Abnicken) auf jeden Fall nochmal resümierend mit dem Marathonveranstalter sprechen, damit so eine absolut destruktive Veranstaltungskollision nicht mehr vorkommt.

Wenn man dann aber mal an der Stadthalle angekommen war, ging alles zum Glück seinen üblichen Lauf. Den Auftakt am Sonntag machte die Verleihung des Pochi-Award bei dem Preise an Verläge, Publisher und Autoren vergeben wurden, über die das Publikum per Online-Voting abstimmen konnte.

Hier die Gewinner der einzelnen Kategorien:

  • Animefilm: „Dragon Ball Z: Kampf der Götter“ (Universum Anime)
  • Animeserie: „No Game No Life“ (KSM)
  • Manga National: „Sternensammler“ von Anna Backhausen & Sophie Schönhammer (Tokyopop)
  • Manga International: „Hiyokoi“ von Moe Yukimaru (Tokyopop)
  • Videospiel: „Deponia Doomsday“ (Daedalic)
  • Ehrenpreis: Lars Erbstößer & Steffi Hölzer für Ihr Wirken in der Manga-/Animeszene

Die beiden Moderatoren waren sichtlich gut aufgelegt und brachten alles kurz, aber interessant auf den Punkt. Trotzdem wirkten sie sehr gehetzt wegen des anschließenden World Cosplay Summit Vorentscheides, was etwas schade für die motivierten Moderatoren war.

In einer kleinen Mittagspause haben wir auch das Speisen-/Getränkeangebot getestet. Leider sind es sehr wenige gastronomische Anlaufstellen, weshalb egal zu welcher Uhrzeit mit langen Warteschlangen zu rechnen ist. Das Angebot ist nicht sehr originell (meist Bratwurst + Pommes), hier wäre etwas mehr Abwechslung ganz passend, bspw. durch Foodtrucks mit asiatischen Speisen. Dafür könnte man bspw. an den Bubbletea-Ständen sparen. Auch die Preisleistung passt nicht immer für kleine Schülergeldbeutel (eine Schüssel Ramen im Matsuri schlägt mit 6,50 € zu Buche). Aber alles im allem war es durchweg sehr lecker und für den großen Hunger/Durst gab es auch einen kleinen Edeka um die Ecke. 😉

Doch ein weiteres Tageshighlight ließ nicht lange auf sich warten:

Der WCS 2017 Vorentscheid wurde eingeleitet durch einen fulminanten Trailer mit Zusammenschnitten der WCS-Endrunde 2016 in Japan. Danach kamen die beiden Vertreter des Vorjahres Team CupCat (Shiroku und Chiko), die einen tollen 4. Platz im Finale belegt hatten, auf die Bühne und führten Ihr Finalprogramm auf (Gänsehautmoment: Shirooooooo).

Danach übernahmen die beiden die Moderation des Vorentscheides und füllten die Umbaupausen mit kleinen Anekdoten zu ihrem WCS-Trip (unterlegt mit ansehnlichen Bildern).

Die teilnehmenden Teams wurden von einer Fachjury, die zum Großteil aus ehemaligen WCS-Teilnehmern bestand, beurteilt.

Das Gewinnerteam darf 2017 zum Finalentscheid nach Japan reisen, um sich dort gegen ca. 30 konkurriende Teams zu beweisen.

Hier die Gewinner des WCS Vorentscheides:

  • Team Germany: Kassel 4nia Girls
  • Runner-Up: Demonic Innocence
  • Kostümpreis: DogCookie
  • Sonderpreis: Daiphonia

Nach dem WCS-Vorentscheid gab es für viele ein sehr emotionales Wiedersehen:

Die Showgruppe Yume, bekannt für ihre aufwendig inszenierten Sailor Moon-Shows, hat sich bereit erklärt, eine allerletzte Show mit dem Titel „Chaos no Tan Pure“ auf der Connichi 2016 zu spielen. Hier wird Usagi kurz vor ihrem 20. Geburtstag mit einem mächtigen Gegenspieler, dem „Chaos“, konfrontiert und muss um ihre Freunde und ihre große Liebe Mamoru bangen.

Der Auftritt war absolut sensationell gespielt und gesungen, immer eine gesunde Mischung aus Humor, Drama und Action. Gerade Sängerin Yaten als Chaos und Desi als Usagi/Sailor Moon lieferten eine absolut überzeugende Vorstellung, die in einem finalen Zweikampf mündet, der seinesgleichen sucht. Man merkt Yume sichtlich an, dass sie auf jeden Fall richtig Lust auf diesen Auftritt hatten und nochmal alles an Herzblut rausholen wollten, was nicht schon vorher auf der Abschiedstour abgerufen worden war. Zum Abschluss gab es noch einige warme Worte und Danksagungen an die eigenen Mitglieder, wobei kein Auge trocken blieb. Der letzte Auftritt war definitiv gelungen und alle Besucher, die ihn noch erleben konnten, haben so eine tolle Erinnerung für schlechte Tage mit nach Hause genommen.

Der Sonntag neigte sich dem Ende zu und die Abschlussveranstaltung kam näher.

Hier kam leider noch ein negativer Aspekt ans Licht: die Einlasskontrollen auf dem Gelände.

Es ist ganz klar, dass bei 27.000 Besuchern die Zugänge zu Sälen, Workshop-Räumen und auch zwischen Stadthalle und Stadtgarten streng überwacht werden müssen, damit niemand ohne Ticket oder mit irgendwelchen gefährlichen Gegenständen o.ä. einfach so in die Stadthalle spaziert. Das wurde auch meistens sehr souverän vom Security-Service bzw. den Orga-Helfern umgesetzt.

Grenzwertig wird es jedoch, wenn Besucher, die noch zur Abschlussveranstaltung wollen, während diese schon 5 Minuten läuft, nicht mehr in die Stadthalle gelassen werden. Wenn der Saal voll ist, ist es klar, dass man aus logistischen Gründen nicht mehr in den Saal kommt, aber wenn man, ob wegen eines Toilettenbesuchs oder sonstigen Gründen nicht mehr auf das Gelände der Stadthalle gelassen wird, ist das etwas übereifrig. Peinlicher Höhepunkt der geschilderten Situation: Die Gewinner des ECG wurden von den Orga-Helfern vom Stadtgarten nicht mehr in die Stadthalle gelassen und konnten erst nach einer sehr umständlichen Kommunikationskette in den Festsaal, um ihren Preis entgegenzunehmen.
Hier einfach in Zukunft nicht mit 110% Übereifer an die Sache rangehen, 100% reichen auch aus. 😉

Zur Abschlussveranstaltung:

Eingeleitet wurde sie durch das Abspielen der AMV-Gewinner und Showeinlagen der Kabuki-Gruppe Samurai und Kampfshowgruppe Kaneta Rena.

Moderiert wurde der Abschluss durch die Connichi-Orga, die neben den Gewinnern der Cosplay-Wettbewerbe auch einige Personaländerungen im Orga-Team mitteilte.

Abschließend wurde noch eine Danksagung an alle Ehrengäste und natürlich die Helfer und Unterstützer der Connichi ausgesprochen, bevor die Connichi 2016 offiziell für beendet erklärt wurde.

Natürlich waren auch wieder zahlreiche Cosplayer auf der Connichi 2016 unterwegs.
Hier ein kleiner Auszug:

Fazit:

Die Connichi wird ihrem Ruf als eine der langlebigsten und größten Anime-/Manga-Conventions im deutschsprachigen Raum mehr als gerecht: tolle Orga, tolles Programm, tolle Location.

In Sachen Zukunftsplanung, was die Kapazität der Location, die Absprache mit anderen Veranstaltungen und andere kleine organisatorische Feinheiten wie Preis-Leistungsverhältnis bzw. Angebot bei Speisen/Getränken oder Einlasskontrollen angeht, sollte man jedoch etwas langfristiger denken, um allen Besuchern ein möglichst stressfreies und umso angenehmeres Con-Erlebnis bieten zu können.

Wir kommen auf jeden Fall gerne wieder, denn die Connichi ist wirklich eines der Con-Highlights des Jahres 🙂

Infos zur Connichi 2016:

Wann: 09.-11. September 2016
Wo: Stadthalle Kassel
Wer: Animexx e.V.
Eintritt: 3-Tages-Karte 61 €, Tageskarte zwischen 29 € und 47 €

Bericht: Beckman
Fotos: Noyomiko

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Summer Wars

Name: Summer Wars
Englischer Name: Summer Wars
Originaltitel: Summer Wars
Herausgebracht: Japan: Kadokawa Shoten 2009
Deutschland: Carlsen 2011
Mangaka: Adaption: Iqura Sugimoto
Characterdesign: Yoshiyuki Sadamoto
Vorlage: Mamoru Hosoda
Bände: 3 Bände
Preis pro Band: 6,95 €

Summer Wars Band 1Story
Der 17-jährige Oberschüler Kenji Koiso ist ein echtes Mathematik-Genie. Selbst komplizierteste Verfahren kann er im Kopf und hundertzeilige Zahlenrätsel innerhalb kürzester Zeit lösen. Beinahe hätte er es sogar geschafft, der Repräsentant Japans bei der internationalen Mathe-Olympiade zu werden, doch aufgrund eines Flüchtigkeitsfehlers wurde daraus nichts. Da Kenji nun in den Sommerferien nichts mehr vorhat, jobbt er zusammen mit seinem Kumpel Sakuma als System-Supporter für das allgegenwärtige Communiy-Netzwerk OZ.

Eines Tages steht die hübsche Natsuki Shinohara vor der Tür des PC-Klubs. Sie sucht einen Jungen, der sie für einen Job in ihr Heimatdorf begleitet. Kenji, der schon seit er denken kann in Natsuki verliebt ist, kann sein Glück kaum fassen, als er tags darauf mit dem begehrtesten Mädchen der Schule tatsächlich im Zug in die Provinz sitzt.

Doch der Aufenthalt gestaltet sich für den schüchternen jungen Mann, der sich mehr mit Zahlen und Formeln als mit Menschen beschäftigt, vollkommen anders als gedacht. Nicht nur scheint Natsuki Teil einer Großfamilie zu sein, deren Stammbaum bis in die Tokugawa-Zeit hineinreicht – Natsuki präsentiert Kenji ihrer Urgroßmutter Sakae auch noch kurzerhand als ihren Freund und Verlobten, um der beinah 90-jährigen eine Freude zu machen. Gegenüber ihren Verwandten weitet sie die Scharade auch noch aus und macht aus Kenji einen Elite-Studenten aus angesehener Familie.

Von der Situation überfordert, flüchtet sich Kenji in die Mathematik. Da kommt ihm das Matherätsel, das ihm von OZ auf sein Handy geschickt wurde, gerade recht. Das bittere Erwachen folgt am nächsten Morgen. Es stellt sich heraus, dass das vermeintliche Rätsel in Wirklichkeit der Sicherheits-Code von OZ war und die Lösung dessen Unbefugten den Zugang zum Netzwerk geebnet hat. Ein unglaubliches Chaos ist die Folge, da auch die Telefongesellschaft und andere Firmen über OZ vernetzt sind und deren Daten dort zu finden sind. Eine künstliche Intelligenz hat sich Kenjis Avatars bemächtigt und richtet nun in seinem Namen allerhand Schaden an. Als von der Sache im Fernsehen berichtet wird, fliegt auch Natsukis Schwindel über ihren „Verlobten“ auf. Noch dazu soll Kenji verhaftet werden. Wird er es schaffen, seine Unschuld zu beweisen? Und ist durch diesen unglücklichen Start eine Beziehung zu Natsuki nun endgültig zum Scheitern verurteilt?

Summer Wars Band 2Eigene Meinung
Bei der dreibändigen Manga-Reihe „Summer Wars“ von Iqura Sugimoto handelt es sich um die Adaption des gleichnamigen Kinofilms aus der Feder von Mamoru Hosoda. Der fröhliche Familienfilm war nicht zu Unrecht für verschiedene Preise nominiert. Der Platz reicht eigentlich kaum aus, um die vielen Handlungselemente gebührend zu würdigen. Da geht um Problematiken wie gelebte Großfamilie vs. Eltern, die selten zuhause sind, um Außenseiter, die durch Social Networks Ruhm und Anerkennung finden und um die Sicherheit durch/um Onlinenetzwerke allgemein. Es geht um Zusammenhalt und um die erste Liebe. Auch Eigenheiten der japanischen Gesellschaft finden Anklang. Insgesamt also eine Reallife-Story mit Science-Fiction-Elementen und einem Schuss Romantik vor lauschiger Kulisse.

Nach dem Characterdesign von Yoshiyuki Sadamoto entwickelte Zeichnerin Sugimoto ihre Charaktere im Manga, was größtenteils auch sehr gut geglückt ist. Lediglich Großmutter Sakae hat im Manga deutlich härtere Züge als im Anime, wirkt vom Gesicht her eher männlich, besonders während der ersten Kapitel. Ansonsten demonstrieren die Zeichnungen mit ihren feinen Linien und den malerischen Hintergründen die Intensivität der Beschäftigung Sugimotos mit der Vorlage, aber auch ihren Wunsch eigene Akzente zu setzen, etwa mit den häufig präsenten Sonnenblumen.

Die Manga-Adaption bietet auch die Möglichkeit, das genauer zu verarbeiten, was im Film sehr schnell geht, etwa die Verwandtschaftsverhältnisse und Namen der Charaktere.
Darum kann es nur eine Empfehlung geben: Selber lesen und genießen!

Der Anime-Kinofilm lief übrigens auch in Deutschland im Kino und wurde hierzulande auf DVD veröffentlicht.

© Rockita

Summer Wars: © 2009 Mamouru Hosoda / Iqura Sugimoto / Yoshiyuki Sadamoto, Kadokawa Shoten / Carlsen

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Neon Genesis Evangelion

Name: Neon Genesis Evangelion
Englischer Name: Evangelion
Originaltitel: Neon Genesis Evangelion
Herausgebracht: Japan: Kadokawa Shoten 1997
Deutschland: Carlsen 1999
Mangaka: Story: Gainax
Zeichnungen: Yoshiyuki Sadamoto
Bände: 14 Bände
Preis pro Band: 12,00 DM / 6,00 € (Band 1-8, 11)
1,95 € (Band 1 Sonderausgabe 20 Jahre Manga bei Carlsen)
6,95 € (Band 9-10, 14 + alle Nachdrucke ab Band 1)
5,95 € (Band 12-13)

Neon Genesis Evangelion Band 1Story
Shinji Ikari ist 14 Jahre alt und weiß nichts mit seinem Leben anzufangen. Eigentlich ist ihm alles egal und er lässt einfach alles auf sich zukommen. All die Jahre lebte er bei seinem Onkel, doch plötzlich hat er einen Brief von seinem Vater erhalten über den er zu ihm eingeladen wurde. Zwar weiß Shinji nicht recht, was er davon halte soll, aber er geht hin. Doch auf dem Weg wird plötzlich Notstand ausgerufen. Die Bürger werden gebeten sich zu den Fluchtunterkünften zu begeben.

Shinji ist davon nur genervt, denn alle Bahnen stehen still, was für ihn heißt, dass er zwei Haltestellen laufen muss. Er hat auch nicht vor zu den Fluchtunterkünften zu gehen, immerhin ist kein Krieg. Dachte er. Denn plötzlich fliegt eine Rakete nur knapp über seinen Kopf hinweg. Das Ziel dieser ist ein Wesen, das er noch nie gesehen hat. Allerdings macht diesem die Rakete nichts aus. Stattdessen greift es die Flieger an und wirft sie fast auf Shinji.

Ein Auto rettet ihn vor einer Explosion. Hierin sitzt Misato Katsuragi, welche ihn im Namen seines Vaters abholt. Sie erklärt ihm jetzt, dass es sich bei diesem Wesen um einen „Engel“ handelt. Gerade als sie von diesem Engel angegriffen werden, rettet sie ein riesiger Roboter.

An einem anderen Ort müssen die Streitmächte eingestehen, dass sie keine Chance gegen diesen Engel haben und somit wird die Bekämpfung von diesem an Herrn Ikari weitergegeben. Er ist der Leiter der Organisation „Nerv“. Zu genau dieser Organisation wird Shinji nun gebracht. Immer wieder stellt er sich die Frage, was sein Vater wohl von ihm möchte.

Bei Nerv angekommen sieht er den Roboter der sie vorher gerettet hatte. Ihm wird erklärt, dass es sich hierbei um eine von Menschen geschaffene, ultimative Kampfmaschine handelt, dem Humanoid Evangelion. Noch bevor er alles begriffen hat taucht sein Vater auf und erklärt ihm, dass er in den Evangelion einsteigen und gegen den Engel kämpfen soll.

Neon Genesis Evangelion Band 2Shinji weigert sich. Er ist der Meinung, dass er es nicht schaffen wird und außerdem findet er es zu hart, dass sein Vater ihn nach Jahren nur zu sich holt, um ihn sterben zu lassen. Doch dann sieht er, dass der Pilot von vorhin ein Mädchen war, das schwer verletzt ist. Außerdem versucht sie trotz ihrer Verletzungen erneut in den Evangelion zu steigen.

Er hat keine andere Wahl und so stimmt er zu der Ersatzmann für sie zu sein. Kaum sitzt er in dem Evangelion, steht er schon dem Engel gegenüber. Er muss erst mal lernen wie er läuft und sich bewegt. Doch schon greift der Engel ihn an. Er verletzt ihn am Arm. Wie soll Shinji nur gegen in kämpfen? Hat er überhaupt eine Chance? Oder wird er hier und heute sterben?

Seinem Vater ist Shinji egal. Sie haben kein gutes Verhältnis zueinander. Für Rei jedoch, die andere Pilotin, scheint er sich zu interessieren. Sie fragt er wie es ihr geht und sie wird auch von ihm gelobt und umsorgt. Shinji jedoch beachtet er nicht, von Lob ganz zu schweigen. Aber Shinji ist nicht vollkommen alleine, denn Misato ist noch da. Sie sorgt sogar dafür, dass Shinji bei ihr einzieht. Wenigstens von ihr hört er die ersehnten Worte, wenn schon nicht von seinem eigenen Vater.

Erst mit der Zeit erfährt man mehr über die Engel und über den Kampf von Nerv. Es geht darum die Menschheit zu retten, aber ist das der einzige Grund? Es stoßen noch mehr Piloten zu Rei und Shinji. Jeder hat seinen eigenen Charakter. Wie werden sie miteinander zu Recht kommen? Und wie kommen die einzelnen mit ihrer Rolle als Piloten zurecht?

Eigene Meinung
Am Anfang ist „Neon Genesis Evangelion“ etwas verwirrend, aber mit der Zeit lösen sich die Schleier. Auch sollte man sich nicht von den technischen Begriffen oder den Robotern abschrecken lassen. Denn hinter all dem steckt eine interessante, aufregende und auch gefühlvolle Geschichte. Wie ist es, wenn das Vater-Sohn-Verhältnis stark angekratzt ist, wodurch ist dies wieder zu beheben. Und was, wenn zu dem schweren Teenager Dasein auch noch Liebe dazu kommt? All diese Fragen kommen während dem Lesen auf. Zusätzlich immer wieder die Spannung der Kämpfe.

Der Manga ist auf jeden Fall zu empfehlen. Es macht Spaß ihn zu lesen, aber er ist auch spannend, so, dass man ihn bald nicht mehr aus der Hand legen möchte.

© Nekolein
Neon Genesis Evangelion: © 1995 Sadamoto Yoshiyuki, Kadokawa Shoten Publishing / Carlsen

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Ame & Yuki – Die Wolfskinder

Name: Ame & Yuki – Die Wolfskinder
Englischer Name: Wolf Children
Originaltitel: Ôkami kodomo no Ame to Yuki
Herausgebracht: Japan: Kadokawa Shoten 2012
Deutschland: Tokyopop 2013
Mangaka: Characterdesign: Yoshiyuki Sadamoto
Story: Mamoru Hosoda
Zeichnungen: Yu
Bände: 3 Bände
Preis pro Band: 6,95 €

Ame & Yuki - Die Wolfskinder Band 1Story
Hana ist eine äußerst gewissenhafte junge Studentin an der naturwissenschaftlichen Fakultät einer Tokyoter Universität. Eines Tages fällt ihr ein junger Mann in einer ihrer Vorlesungen auf, der kein Student zu sein scheint. Sie verliebt sich auf den ersten Blick in den ruhigen, ein wenig in sich gekehrten Besucher. Schnell entwickelt sich einem Beziehung zwischen ihr und dem namenlosen Umzugshelfer. Für beide ist es die Liebe ihres Lebens und so beschließen sie, zusammen zu ziehen. Zuvor offenbart ihr Freund Hana allerdings noch ein großes Geheimnis: Sein Vater stammt von einem Wolfsmenschen ab, damit ist er auch zum Teil ein Wolf. Dadurch ist er in der Lage, sich nach Belieben in einen vollständigen Wolf, aber auch einen Wolfsmenschen (ähnlich einem Werwolf) zu verwandeln.

Hana lässt sich von dieser Enthüllung jedoch nicht beirren. Ihr Glück wird vollkommen, als sie entdeckt, dass sie schwanger ist. Jedoch entstehen dadurch auch Ängste vor Komplikationen. Was tun, wenn ihr Kind als Wolf auf die Welt kommt? Zur Sicherheit entscheidet sich Hana für eine Hausgeburt. Doch die Sorge ist zunächst unbegründet: Die kleine Yuki kommt als gesundes Menschen-Baby zur Welt, ebenso wie ein gutes Jahr später ihr Bruder Ame. Als alles perfekt scheint, geschieht das Unfassbare: Der Wolfs-Mann hat einen Unfall und stirbt! Nun steht Hana mit den beiden Babys alleine da und muss schauen, wie sie mit den Ersparnissen ihres verstorbenen Mannes über die Runden kommt.

eirtuonve 4Als wäre dies nicht schon schwierig genug, zeigt sich bald, dass Yuki und Ame durchaus Wolfsgene in sich tragen. Kaum sind sie etwas älter, entwickeln auch sie spielerisch die Fähigkeit, sich zu verwandeln. Dies macht es Hana unmöglich, sich Hilfe bei der Erziehung zu holen. Dazu kommen noch Konflikte mit Nachbarn und dem Vermieter ihrer Wohnung, die sich über den Lärm beschweren, sowie von der öffentlichen Fürsorge, die Hana Vernachlässigung unterstellen, da sie mit ihren Kindern nicht zu den Vorsorgeuntersuchungen erschiedenen ist.

Ame & Yuki - Die Wolfskinder Band 2In dieser Situation fasst Hana den Entschluss, aufs Land zu ziehen – dorthin, wo es Abstand zu den Nachbarn gibt und genügend Auslauf für die Kinder, um beide Identitäten – Mensch und Wolf – ausleben zu können. Doch auch das Leben auf dem Land ist mit Schwierigkeiten verbunden. Und wovon soll die kleine Familie leben, wenn die Ersparnisse des Vaters aufgebraucht sind?

Eigene Meinung
„Ame & Yuki – Die Wolfskinder“ ist die Manga-Fassung des gleichnamigen Anime-Films von Mamoru Hosoda (u.a. „Summer Wars“). Ein weiteres Mal gelingt es Regisseur Hosoda ein zartes, gefühlvolles Märchen zu erzählen, das durchaus romantisch, aber nie kitschig oder platt den Empfindungen der Protagonisten Hana folgt. Diese versucht, nicht selten kämpferisch, den für ihre Familie besten Weg zu gehen – aller Komplikationen und Anfeindungen der Menschen um sie herum zum Trotz.

Es sind die Details, die das Arrangement besonders machen. Zum Beispiel bleibt der Wolfs-Vater über die ganze Handlung hinweg namenlos, lebt aber stets in der Erinnerung fort. Immer wieder Blicke auf Fotos oder kurze Rückblenden lassen ihn nicht vergessen werden.
Mangaka Yu setzt die Handlung mit leichten, zum Teil beschwingten Zeichnungen wunderschön in Szene. Das Charakterdesign stammt dagegen von Yoshiyuki Sadamoto, der durch „Neon Genesis Evangelion“ bekannt wurde. Yu übernimmt diese Vorlagen, schafft es aber, dennoch eigene Akzente zu setzen. Parallel zum Manga erscheint bei KAZÉ der Anime-Film, den man sich ebenso wenig entgehen lassen sollte, wie diese beruhigende Manga-Serie.

© Rockita

Ame & Yuki – Die Wolfskinder: © 2012 Mamoru Hosoda / Yu / Yoshiyuki Sadamoto, Kadokawa Shoten / Tokyopop

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