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Auf der diesjährigen Connichi hatte die Mangasection von Pummeldex die Gelegenheit, ein Interview mit Christina Plaka, der Zeichnerin der Kult-Serien Prussian Blue und Yonen Buzz, zu führen.

Beachtet bitte dieses Interview, denn durch genaues Lesen habt ihr die Chance das begehrte handsignierte und bemalte T-Shirt von Christina Plaka zu gewinnen!





Mangasection (MS): Beginnen wir mit einer "Standartfrage". Wie bist du dazu gekommen, Manga zu zeichnen?

Christina Plaka: Ich habe schon früh im Kindergarten angefangen zu zeichnen. Früher waren das allerdings keine Manga, sondern Comics im Marvel-Stil wie z.B. Spiderman. Als ich etwa 11, 12 Jahre alt war, kamen die ersten Anime wie Sailor Moon und Mila Superstar im Fernsehen. Da habe ich schon gleich gemerkt, dass das ein völlig anderer Stil war. Diese neue Zeichenart hat mich so sehr fasziniert, dass ich angefangen habe, mir selbst Geschichten auszudenken und in diesem Stil zu zeichnen.

MS: Was ist mit diesen Geschichten von früher? Hast du vor, auch sie zu veröffentlichen?

Christina Plaka: Das steht im Moment noch in den Sternen. Eine meiner früheren Serien, ein Manga über Fußball, wurde ja damals von Carlsen abgelehnt. Ob ich ihn und meine anderen früheren Stories bei Tokyopop veröffentliche, werde ich nach dem Ende von Yonen Buzz entscheiden, denn auf diese Serie konzentriere ich mich im Moment.

MS: Wo wir gerade dabei sind : Viele deiner Leser interessiert es, wie du auf den Namen Yonen Buzz gekommen bist.

Christina Plaka: Dazu möchte ich jetzt noch nicht viel sagen, da in Band 3 das Geheimnis um den Namen gelüftet wird. Ich verrate nur soviel, dass alles auf mich zugekommen ist. Mir sind bestimmte Worte und Dinge aufgefallen und da reihte sich für mich alles zusammen. Das "Buzz" beispielsweise klingt ja so dynamisch wie Drums in einer Band eben. Aber mehr zu der tieferen Bedeutung in Band 3.

MS: Wie wird es mit Yonen Buzz weitergehen? Wie viele Bände hast du noch geplant?

Christina Plaka: Oje, da bin ich mir selbst noch nicht sicher. Es werden mehr als fünf und wahrscheinlich weniger als zehn, das werde ich noch entscheiden. Ich habe so viele Ideen zu dieser Serie, die ich noch gerne umsetzen würde. Allerdings weiß ich nicht, wie lange ich noch in der Musikszene bleibe, wie lange mir das alles noch gefällt. Ich bin jetzt 22 und weiß noch nicht, wie es weiter geht. Es wäre nicht gut weiter zu zeichnen, wenn ich diese Phase bereits beendet hätte. Im Moment habe ich leider wenig Zeit zu zeichnen. Aber nach dem Ende meines Studiums werde ich mich intensiver dem Zeichnen widmen.

MS: Du studierst? Was denn?

Christina Plaka: Japanologie. Kein leichtes Fach, aber immer mehr entscheiden sich für dieses Fach. Als ich anfing, waren wir 30 Leute, im jetzt anfangenden Semester haben wir 100 Studienanfänger.

MS: Und was hast du nach deinem Studium vor? Etwas mit Japanologie? Oder willst du professionell Zeichnerin werden?

Christina Plaka: Ich werde wohl Zeichnerin werden. Ich bin glücklich zu zeichnen. Ich könnte mir auch eine Karriere als Animatorin vorstellen, aber dafür stehen die Chancen in Deutschland wenig günstig. Mit Japanologie werde ich nach dem Studium wohl nichts machen.

MS: Wie bist du dazu gekommen?

Christina Plaka: Zum einen natürlich durch Manga. Aber zum anderen hat mich auch der Ergeiz gepackt, die Herausforderung vor dieser schwierigen Sprache. Ich habe mich sehr dafür interessiert. Durch die Schriftzeichen wird Japanisch zu einer Art Geheimsprache, was mich fasziniert hat.

MS: Wirst du dann bei Tokyopop bleiben oder hast du andere Pläne? Wie kam es überhaupt zu deinem etwas überraschenden Wechsel zu Tokyopop?

Christina Plaka: Ja, ich werde bei Tokyopop bleiben. Der Wechsel kam dadurch, dass das komplette Team, das mich während meiner "Daisuki"-Zeit bei Carlsen betreut hat, nach Eröffnung der Zweigstelle zu Tokyopop wechselte. Ich hatte bei Carlsen keine einzige Vertrauensperson mehr und das fand ich nicht gut. Zudem war gerade "Prussian Blue" in der Daisuki abgeschlossen und ich fand, dass es an der Zeit war für einen Neuanfang. Das sieht man ja auch an Yonen Buzz. Ich habe versucht, die Charaktere älter und reifer werden zu lassen, um zu zeigen, dass die neue Serie aus dem Bereich "Mädchen-Manga" heraus ist.

MS: Wie bist du überhaupt darauf gekommen, einen Manga mit dem Thema Musik zu zeichnen?

Christina Plaka: Das hat damit angefangen, dass ich mich auch so mit Musik beschäftigt habe. Ich liebte diese Art von Musik und stehe immer noch auf Nirvana. Kurt Cobain, der leider schon tot ist, hat mich immer beeindruckt und ich mochte ihn sehr. Mir hat seine Einstellung gefallen, dass er bereit war, sich intensiv mit seinen Problemen auseinander zu setzen.

MS: Hörst du auch japanische Musik? Oder bleibst du bei der altbewährten englischen?

Christina Plaka: Früher habe ich schon J-Pop gehört, aber in letzter Zeit gar nicht mehr, höchstens noch japanische Rockbands, wie Go!Go!7188, Bugy Craxone und Bleach.

MS: Du erwähntest vorhin, dass dir auch Animezeichnen Spaß machen würde. Wie sieht es mit Anime aus? Hast du Lieblingsserien. Was schaust du dir normalerweise so an?

Christina Plaka: Im Fernsehen schaue ich mir häufiger Detektiv Conan und One Piece an. Das geht allerdings leider nur während der Ferien, im Studium bleibt mir keine Zeit. Mein Lieblingsanime dürfte wohl relativ unbekannt sein, da er noch nicht in Deutschland erschienen ist : Nintama Ramtaró. Ich sehe mir aber auch gerne Filme von Disney und Dreamworks an.

MS: Hast du auch einen Lieblings-Manga?

Christina Plaka: Ich habe nur sehr wenig Zeit um Manga zu lesen, daher kenne ich so nicht viele. Mein Lieblings-Manga ist Beck, allerdings lese ich diese Serie nicht. Da es auch ein Manga mit dem Thema Musik ist, habe ich Angst, ich könnte unbewusst bestimmte Sachverhalte auch in meinen Manga einbauen, was bei Fans negativ ankäme. Oder aber ich müsste sehen, wie viel professioneller Beck ist und würde an Dinge denken, die ich hätte besser machen könnte. Allerdings gefällt mir auch Princess Ai von Courtney Love sehr gut.

MS: Wie findest du die Connichi bisher?

Christina Plaka: Ich habe leider noch nicht viel gesehen, bin nur einmal kurz rumgegangen, dann hatte ich Signierstunde. Allerdings kommt es mir kleiner vor als anderswo.

MS: Hast du schon Messeerfahrung?

Christina Plaka: Ich war viermal in Frankfurt und dreimal in Leipzig.

MS: Gibst du uns und unseren Lesern eine kleine Preview auf den neuen Band Yonen Buzz?

Christina Plaka: Ich will aber nicht zu viel verraten. Im nächsten Band wird es eine Überraschung geben und eine große Veränderung tritt ein. Zudem wird auf die Vergangenheit von Jun eingegangen. Ich finde, dass das dazugehört, hoffe aber, mit dem nächsten Band keine Leser zu verlieren.

MS: Chris, wir bedanken uns dafür, dass du uns deine Zeit geopfert hast und wünschen dir weiterhin viel Erfolg und viel Spaß beim Zeichnen und gleich bei deiner nächsten Signierstunde. [Anmerkung : Chris hat uns ihre Pause zwischen zwei Signierstunden geopfert!!]

Christina Plaka: Das hab ich doch gerne gemacht.

MS: Doch noch eine letzte Frage am Schluss : Was hälst du von den Signierstunden?

Christina Plaka: Ich mache gerne Signierstunden. Ich freue mich über die Leute, denen meine Werke gefallen und die kommen. Natürlich ist es auch anstrengend, aber in erster Linie aufregend.

MS: Das wars dann aber auch. Nochmal vielen Dank!

Christina Plaka: Gern geschehen. Bis zum nächsten Mal. ^^




Auf dem Bild (von links) : Christina Plaka & Rockita

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