Anne Delseit auf Convention-Tour 2017

Anne Delseit wird in den kommenden Wochen unterwegs sein:

Sonntag, 19. Februar in Amersfoort (Niederlande)
Auf der YayCon ist Anne Delseit ist als deutscher Ehrengast anzutreffen. Dort könnt ihr sie bei einem Diskussionspanel zum Thema „Romance and Sex in Comics“ erleben.
YayCon (NL)
Icoontheater, Leeghwater 1-3, 3825 MR Amersfoort (Niederlande)
10-18 Uhr

Samstag, 25. Februar in Oberhausen
Oberhausener Comic und Manga Convention
Revierpark Vonderort, Bottroper Straße 322, 46117 Oberhausen
10-17 Uhr

Sonntag, 2. April in Düsseldorf
Comic und Manga Convention VHS Düsseldorf
Bertha-von-Suttner-Platz 1, 40227 Düsseldorf
10-17 Uhr

Quelle: Carlsennewsletter

Anne Delseit auf Convention-Tour

SchattenArie 1Anne Delseit (u.a. „Lilientod„, „SchattenArie„) wird im September und Oktober auf einigen Conventions signieren:

24. September 2016 – Oberhausen
2. Oberhausener Comic und Manga Convention
Revierpark Vonderort, Bottroper Straße 322, 46117 Oberhausen
Zeit: 10:00-17:00 Uhr

2. Oktober 2016 – Düsseldorf
Comic, Manga & Collectors Convention
Im Weiterbildungszentrum der VHS, Bertha-von-Suttner-Platz 1, 40227 Düsseldorf
Zeit: 11:00-17:00 Uhr

22. Oktober 2016 – Hamburg
2. Comic und Mangaconvention Hamburg
Uni-Mensa, Haupthaus, Schlüterstraße 7, 20146 Hamburg
Zeit: 10:00-14:00 Uhr am Stand der Edition 52

Quelle: Carlsen.de

SchattenArie

Name: SchattenArie
Englischer Name:
Originaltitel: SchattenArie
Herausgebracht: Deutschland: Carlsen 2015
Mangaka: Story: Anne Delseit
Zeichnungen: Zofia Garden
Bände: 2 Bände, wird fortgesetzt
Preis pro Band: 6,95 €

SchattenArie 1Story:
Die junge Luca hat ihr ganzes Leben vor sich: ihr Job als Gerichtsmedizinerin verspricht Abwechslung, ebenso ihr Liebesleben, da sie endlich ihr Studium abgeschlossen hat. Doch es kommt anders, als sie eines Abends die Leiche es eines jungen Mannes obduzieren soll, der nicht annähernd so starke Verletzungen aufweist, wie er eigentlich müsste. Nur wenige Augenblicke später erwacht der Mann zum Leben, tötet ihre Kollegen und macht sich über sie her. Allerdings stirbt sie nicht, sondern wird von dem geheimnisvollen Brayden in einen Vampir verwandelt.

Für Luca, die mit ihrem neuen Dasein als Vampir nur schwer zurecht kommt, bricht ein neues Leben in Braydens Sippe an. Von erotischen Träumen mit ihrem Schöpfer heimgesucht, findet sie bei diesem jedoch keine Antworten, da Brayden ihr aus dem Weg geht. Ihr Mörder Tristan und dessen Freundin Undine, die beide von Brayden verwandelt wurden, sind ebenfalls keine Hilfe – im Gegenteil. Tristan sorgt mit seiner rebellischen Art für Unruhe unter den Vampiren und bedrängt Luca immer wieder. Zu allem Überfluss erfährt Luca schließlich, dass sich nicht nur Vampire in Köln niedergelassen haben, sondern auch Werwölfe, dessen Anführer Alfred Brayden schon seit einer Ewigkeit kennt. Und dass Alfred zunehmendes Interesse an Luca entwickelt macht die Angelegenheit ebenfalls nicht einfacher …

Neben dem Manga enthält der Band noch die, von Anne Delseit verfasste, Kurzgeschichte „Dämmerungsbellen“, in der es um Alfred, sein Rudel und seine Beziehung zu Brayden geht.

Eigene Meinung:
Mit dem deutschen Manga „SchattenArie“ legt die Zeichnerin Zofia Garden nach ihrer dreibändigen Debüt-Reihe „Killing Iago“ ihr neustes Werk vor. Dieses Mal hat sie sich dafür mit der Autorin Anne Delseit zusammengetan, die bereits mit Martina Peters („Lilientod“) zusammengearbeitet hat und deren Geschichte rund um Luca und die Vampire bereits vor einigen Jahren von Rebecca Jeltsch umgesetzt werden sollte. Während Luca damals noch ein junger Mann und der Manga im Boys Love Genre angekündigt war, wurde das Konzept bei „SchattenArie“ abgewandelt und präsentiert sich im Mystery-Genre mit Erotikeinschlag.

Die Geschichte ist im Großen und Ganzen nichts Neues. Eine typische Vampirgeschichte mit den ewig währenden Kämpfen zwischen Werwölfen und Vampiren, garniert mit Geheimnissen, mysteriöser Vergangenheit und einer Liebesgeschichte. Luca stolpert recht ungewollt in die ganze Geschichte und entwickelt sich schnell zum Dreh- und Angelpunkt, da sowohl Brayden, als auch Alfred und bis zu einem gewissen Grad auch Tristan gesteigertes Interesse an ihr haben. Warum dies so ist, wird nur angedeutet und bietet Potenzial für die Fortsetzung.
Ansonsten ist das Konzept der Vampire interessant und zeigt eine schöne Grundidee, da ihre Herkunft anders erklärt wird, als man es im Allgemeinen kennt. Zudem sind sowohl die Vampire, als auch die Werwölfe ziemlich blutrünstig und wissen zu kämpfen, was sie nicht zu den verweichlichten Figuren macht, die man dank „Twilight“ unterdessen in zu vielen Büchern findet.

SchattenArie Band 2Die Charaktere sind ebenfalls interessant und machen neugierig auf mehr, da viele Geheimnisse noch nicht gelüftet liegen. Allerdings handeln die Figuren nicht immer logisch, was das Lesen zunehmend erschwert. Die Frage warum Brayden seinen „Sohn“ Tristan so vehement schützt, ganz gleich, wie verantwortungslos dieser handelt und wie viele Opfer Brayden dafür erbringen muss, erschließt sich dem Leser nicht. Wahrscheinlich klärt sich das im Laufe des nächsten Bandes, doch es nervt einfach nur, dass Tristan nahezu alles machen kann, ohne, dass er eine Rechnung dafür bekommt. Daher kommt Braydens Rolle als Anführer nicht wirklich beim Leser an – er wirkt zu schwach und ungerecht, hat einfach zu viele Geheimnisse, die nicht gelüftet werden und verhält sich gegenüber Luca unnahbar. Das macht ihn durchaus unsympathisch, da er und seine Handlungen einfach nicht nachvollziehbar sind.
Luca wiederum ist ganz gut in Szene gesetzt – sie ist verloren und fühlt sich hilflos, trauert ihrem menschlichen Leben nach und kann sich mit der Situation nur schwer abfinden. Dennoch geht sie überraschend schnell auf Alfreds Angebote ein, selbst als sie um seine wahre Natur weiß. Dadurch wirken ihre Handlungen und Aktionen manchmal aufgesetzt und nicht stimmig.
Die übrigen Charaktere sind interessant, bleiben jedoch ein wenig blass. Vielleicht werden sie in Band 2 besser beleuchtet.

Die Zeichnungen bewegen sich durchgängig auf einem sehr hohen Niveau – Zofia Gaden hat sich seit „Killing Iago“ massiv gesteigert. Sowohl die Figuren, als auch die Hintergründe sind aufwendig und detailliert ausgearbeitet, zudem variiert sie bei der Kleidung und den Frisuren. Auch die kleinen anatomischen Schwächen, die hin und wieder in ihrem Frühwerk auftraten, sind ausgemerzt – sowohl die männlichen, als auch die weiblichen Figuren sind eine wahre Augenweide. Actionszenen, Kämpfe und erotische Sequenzen sind ebenfalls überzeugend und dynamisch umgesetzt. Durch den hohen Einsatz von Rasterfolie wirken die Panele zwar manchmal überladen, doch es unterstreicht die düstere Atmosphäre des Mangas und passt zu den Figuren.

„SchattenArie“ ist ein gelungener, spannender Auftakt, bei dem vor allem Zofia Gadens aufwendige Zeichnungen punkten können. Die Figuren handeln zwar nicht immer logisch und es bleiben zu viele Geheimnisse im Dunkeln, um die Geschichte von Anne Delseit anständig voranzutreiben, dennoch macht der Manga Lust auf mehr. Wer erotische, mysteriöse Vampir-Mangas in Kombination mit schönen Zeichnungen mag, die mühelos mit denen japanischer Mangaka mithalten können, ist bei „SchattenArie“ an der richtigen Adresse. Bleibt zu hoffen, dass sich Band 2 inhaltlich ein wenig steigern kann und auch die Intensionen der Charaktere besser erklärt werden – denn „SchattenArie“ ist auf jeden Fall lesens- und empfehlenswert.

SchattenArie: © 2015 Zofia Garden/Anne Delseit, Carlsen

Carlsen auf der Leipziger Buchmesse 2015

Carlsen_Manga_LogoVom 12. bis 15. März ist auch Carlsen wieder mit einem Stand auf der Leipziger Buchmesse vertreten. Neben den deutschen Zeichnern Martina Peters („TEMPEST CURSE“ u.a.), Melanie Schober („SKULL PARTY“ u.a.), Marika Paul („ROYAL LIP SERVICE“), Anne Delseit („SCHATTENARIE“ u.a.), wird auch Tatsuya Ihara vor Ort sein. Er wird seinen Band „HOW TO DRAW MANGA: Manga-Figuren in dynamischen Posen“ vorstellen.

Termine:
Freitag, 13. März: 15:00–16:00 Uhr: Signierstunde mit Tatsuya Ihara
Carlsen-Stand | Halle 1, H201

Samstag, 14. März: 13:00–14:00 Uhr: Präsentation mit Tatsuya Ihara
Große Bühne | Halle 1

Sonntag, 15. März:
11:00–12:00 Uhr: Präsentation mit Tatsuya Ihara
Schwarzes Sofa | Halle 1
15:00–16:00 Uhr: Carlsen-Manga-Talk „Figuren entwickeln“ mit Martina Peters, Melanie Schober, Marika Paul, Anne Delseit, Helge Vogt, Hubertus Rufledt
Schwarzes Sofa | Halle 1

Signierstunden:
Freitag, 13. März
12:00–13:00 Uhr: Martina Peters und Melanie Schober
13:00–14:00 Uhr: Marika Paul

Samstag, 14. März
11:00–12:00 Uhr: Melanie Schober
13:00–14:00 Uhr: Martina Peters
14:00–15:00 Uhr: Marika Paul
15:00–16:00 Uhr: Melanie Schober
16:00–17:00 Uhr: Anne Delseit
17:00–18:00 Uhr: Martina Peters

Sonntag, 15. März
12:00–13:00 Uhr: Marika Paul
13:00–14:00 Uhr: Melanie Schober
14:00–15:00 Uhr: Martina Peters

Quelle: Carlsen Newsletter

Lilientod: Rosenkönig

Name: Lilientod: Rosenkönig
Englischer Name:
Originaltitel: Lilientod: Rosenkönig
Herausgebracht: Deutschland: Carlsen 2010
Mangaka: Martina Peters / Anne Delseit
Bände: Einzelband
Preis pro Band: 5,95 €

Lilientod RosenkönigStory:
Zwei Jahre sind nach den Geschehnissen in „Lilientod“ vergangen und Arin Hohenreigen ist unterdessen König des Landes Bellilior geworden. Valthior steht ihm als Berater treu zur Seite und auch im privaten sind die beiden unzertrennlich. Doch obwohl die damaligen Affären abgeschlossen sind und sich Arins Vater hinter Schloss und Riegel befindet, haben sie eine Menge neuer Probleme zu bewältigen. Allen voran die Revolution im Nachbarland Roswingen, die in einen Bürgerkrieg ausartete, mit dem Ergebnis, dass das Volk Roswingens den König vertrieb und mit ihm alle Adeligen des Landes. Nun fürchtet die Aristokratie Belliliors und mit ihnen der Rat, dass die revolutionären Gedanken ebenfalls in ihrem Land Fuß fassen und sie sich bald ebenfalls dem Volk gegenüber sehen.

Doch Arin vertraut seinem Volk, dass dank einiger neuer Gesetze wesentlich freier ist. Sie lieben ihren König lieben und unterstützen ihn. Doch leider ist der Rat nicht gänzlich auf seiner Seite und gerade die jüngeren Mitglieder des Rates plädieren darauf, nicht nur in das Kriegsgeschehen einzugreifen, sondern dem Adel wieder mehr Rechte zuzusichern. Arins erbittertster Gegner ist hierbei Edrond von Denlingen, der gute Aussichten darauf hat Hoak Vreudfeldens Stelle als neuer Vorsitzender des Rates zu erhalten, denn ausgerechnet in dieser Zeit des Wandels steht eine neue Abstimmung des Rates bevor. Vreudfelden darf von Rechtswegen her nicht mehr gewählt werden und Arin weiß, wie schwierig es sein wird, wenn Denlingens Einfluss und Macht wächst.

Ausgerechnet in dieser Zeit taucht ein Flüchtling aus Roswingen auf und bittet um Asyl. Es handelt sich hierbei um König Haim, den gestürzten und verfolgten König und Arin, der den charismatischen Mann noch aus seiner Kinderzeit kennt, gewährt ihm Schutz. Auch der Rat stimmt dafür, dass Haim Zuflucht erhält, nachdem dieser versichert hat keinerlei Absichten zu hegen sein Land zurück zuerobern. Lediglich Valthior ist nicht glücklich mit der Entscheidung Arins, wittert er doch Gefahr, die von Haim ausgeht. Doch ausgerechnet jetzt droht das Band zwischen ihm und Arin zu zerreißen, denn urplötzlich ist dieser fast nur noch in Haims Nähe und Valthior beginnt schließlich nachzuforschen, was der verstoßene König wirklich plant. Er spioniert ihm nach und entdeckt schon bald, dass dieser sich mit Denlingen trifft. Entschlossen will er mit Arin reden und diesen vor Haim warnen, doch ihr Gespräch entwickelt sich schnell zum Streit, da Arin seinem Freund nicht glauben will. Enttäuscht und verletzt beschließt Valthior auf eigene Faust nach Beweisen zu suchen und verlässt heimlich das Schloss.

Als Denlingen wie erwartet zum neuen Vorsitzenden des Rates gewählt wird, zeigt sich dass Valthior Recht gehabt hat und Haim sich wirklich gegen Arin verschworen hat. Der junge König wird zunehmend in die Ecke gedrängt und schließlich bringt ein Gespräch mit Arins Vater eine erschreckende Wahrheit ans Licht…

Eigene Meinung
„Lilientod- Rosenkönig“ ist der zweite Band der Trilogie und bietet damit auch keine abgeschlossene Handlung. Der Manga endet mit einem Cliffhanger, der neugierig macht. Die Geschichte ist dieses Mal sehr komplex und tiefgründig geworden. War im ersten Band die Handlung noch recht vorhersehbar und einfach gestrickt, beweist Anne Delseit als Autorin nun was in ihr steckt. Dabei verflicht sie geschickt Grundzüge der Handlung des ersten Bandes und schafft dabei teilweise ganz neue Perspektiven und Offenbarungen. Der Manga kann zwar durchaus ohne Kenntnisse des ersten Bandes gelesen werden, doch um die komplette Welt zu verstehen, in der „Lilientod“ spielt, sollte man den Vorgängermanga kennen.

Die Protagonisten sind sehr gut in Szene gesetzt, der Leser kann jedes Motiv und die Beweggründe nachvollziehen und das zeigt sich auch in den Dialogen, die nicht aufgesetzt oder künstlich wirken. Das umfassende Intrigen- und Politspiel, dem zumindest Arin fast ohnmächtig gegenüber steht, zeugt von sehr viel Arbeit, die in die Geschichte gesteckt wurde. Allerdings ist gerade Arin manchmal zu schwach, gibt zu leicht nach und wirkt als einziger ein wenig seltsam, da er zu leicht in die Fallen tappt, die ihm gestellt werden (er ist immerhin König!).

Die Zeichnungen sind leider der Schwachpunkt des Mangas. Martina Peters hat sich zeichnerisch zwar gesteigert, doch passen sie in ihrer Einfachheit fast gar nicht mehr zu dieser komplexen Geschichte. Die Bilder sind nach wie vor eher schlicht gehalten, gleich wenn es mehr Details gibt, was die Haare und die Kleidung betrifft. Besonders Hintergründe sind eher Mangelware und manchmal fehlt die nötige Stimmung und die Atmosphäre, die die Story unterstützen sollte. Schön ist es, dass sich Martina Peters um Dynamik bemüht, die sich daran zeigt, dass sie verschiedene Blickwinkel nutzt, um das Auge nicht zu langweilen. Leider schwächelt die Zeichnerin hier bei der Anatomie und den Proportionen; gerade die Profile sind manchmal sehr verzeichnet.

Dennoch kann man dank der Geschichte den Manga durchaus empfehlen, da er sich fernab der üblichen BL-Stories bewegt. Sicherlich kommen erotische Szenen vor, mehr als im ersten Band, doch auch diese sind nicht so explizit. Somit können auch Leute, die Boys Love nichts abgewinnen können, den Manga lesen. „Lilientod- Rosenkönig“ ist wundervoll dicht und komplex und ich kann es kaum erwarten, bis der dritte Band „Vergissmeinnicht“ erscheint. Zu empfehlen.

© Koriko

Lilientod- Rosenkönig: © 2010 Martina Peters / Anne Delseit, Carlsen

Lilientod

Name: Lilientod
Englischer Name:
Originaltitel: Lilientod
Herausgebracht: Deutschland: Carlsen 2009
Mangaka: Martina Peters / Anne Delseit
Bände: Einzelband
Preis pro Band: 5,95 €

LilientodStory:
Eine Mordserie erschüttert seit nunmehr sechs Jahren das Land Bellilior und immer häufiger fallen Adelige dem geheimnisvollen Attentäter zum Opfer. Arin, seines Zeichens Kronprinz ist dem Verbrecher schon länger auf der Spur, doch niemand etwas hat gesehen oder mitbekommen. Die Zeugenaussagen und Berichte sind dürftig und obgleich Arin viel Zeit mit dem Wälzen diverser Dokumente verbringt, findet er kaum einen Hinweis.

Als er eines Tages einen Ball früher verlässt, bemerkt er einen Schatten, der sich über die Dächer des Palastes Zugang zu einem der Zimmer verschafft. Überrascht und voller Tatendrang stürmt er in den Raum und damit dem Attentäter direkt in die Arme, der gerade erst seine blutige Tat begangen hat. Der Mann trägt eine Maske und flieht sofort, als Arin nach den Wachen ruft. Die Verfolgungsjagd Arins endet schnell in einem kleinen Handgemenge und der Attentäter entkommt, verletzt Arin jedoch nur leicht.

Damit ist Arin nicht nur der einzige Zeuge, sondern wird auch angestachelt endlich tiefergehende Nachforschungen anzustellen. Dass dabei ausgerechnet sein eigener Vater, König des Landes in sein Visier gerät erschüttert den jungen Prinzen zwar, hält ihn jedoch nicht davon ab, weitere Beweise zu sammeln. So fällt Arin irgendwann auf, dass alle Opfer eigentlich politische Gegner seines Vaters waren und als der Attentäter namens Amaryll erneut auftaucht, ist Arin wild entschlossen einen weiteren Mord zu verhindern. Doch er kommt zu spät und es bleibt ihm nur die Verfolgung des Mannes. Als er dabei fast vom Dach stürzt und von Amaryll gerettet werden muss, gelingt es Arin nicht nur dem Mann die Maske vom Gesicht zu reißen, er findet sich auch in einem stürmischen Kuss wieder, der zu mehr führt.

Als Arin am nächsten Tag in Amarylls Bett aufwacht, fällt der Prinz in einen Strudel der Gefühle, denn unweigerlich beginnt er immer mehr Interesse für den schönen Attentäter zu hegen. Doch damit werden Arins Probleme nur größer, denn noch immer weiß er nicht, warum Amaryll überhaupt tötet und für wen er arbeitet, zumal sich dieser weigert das Morden aufzugeben. Zudem scheint Amaryll nicht zu wissen, wer er überhaupt ist und es gibt nur einen, der ihm diese Frage beantworten kann – der Auftraggeber im Hintergrund, der alle Fäden in der Hand hat…

Eigene Meinung:
„Lilientod“ ist nicht die erste Zusammenarbeit von Anne Delseit und Martina Peters. Der Manga weist in den Grundzügen eine recht interessante Story auf, die jedoch relativ schnell durchschaut werden kann, da viele Hinweise einfach zu offenherzig und offensichtlich platziert werden. Bereits nach wenigen Seiten ist man sich sicher, wie es ausgehen wird und wer Urheber des ganzen Komplotts ist. Besser wäre es gewesen, die Spannung noch weiter zu steigern und erst am Ende zu offenbaren, wer überhaupt Amaryll kontrolliert.

Damit verschenkt „Lilientod“ leider einiges an Potential, was sich aus der Beziehung Prinz- Attentäter hätte ergeben können. Die Handlung plätschert recht eintönig vor sich hin und somit haben auch die Charaktere wenig Spielraum um sich wirklich zu entwickeln. Arin und Amaryll bleiben recht farblos, die Hintergrundcharaktere werden kaum beleuchtet oder ausgebaut.
Die Zeichnungen sind klar, schlicht und nett anzusehen, jedoch im Vergleich zu Martina Peters früheren Werken steifer und bewegungsloser. Dem Manga fehlt es an Dynamik und Ausdruckskraft, etwas, was die Künstlerin bei „K-A-E“ eigentlich schon unter Beweis gestellt hatte. Zum einen liegt das daran, dass kaum Hintergründe und Perspektiven vorhanden sind, zum anderen, dass die Strichstärke immer gleich bleibt und selten variiert, was allein schon Dynamik rauben kann. Auch stimmen öfters Anatomie und Perspektive nicht, so dass die Zeichnungen manchmal etwas seltsam erscheinen.

Insgesamt ist „Lilientod“ Geschmackssache. Es gibt vieles, was man hätte besser machen können, dennoch erwartet den Leser ein sicherer, konstanter Stil und eine durchschnittliche Geschichte. Da es keine erotischen Szenen gibt, werden auch jüngere BL-Fans Gefallen daran finden oder solche, die einfach nur die Mangas von Martina Peters und ihren klaren, schlichten Stil mögen.

© Koriko

Lilientod: © 2009 Martina Peters / Anne Delseit, Carlsen

In maiorem dei gloriam 2

Name: In maiorem dei gloriam 2
Englischer Name:
Originaltitel: In maiorem dei gloriam 2
Herausgebracht: Deutschland: Fireangels Verlag 2011
Autor: Anne Delseit
Illustrator: Nina Nowacki
Bände: 2 Bände
Preis pro Band: 16,50 €

In maiorem dei gloriam Band 2Story:
25 Jahre sind seit den Ereignissen aus Band 1 vergangen. Michael gilt nach wie vor als verschollen und Sariel hat sich auf der Erde ein neues Leben aufgebaut, da er sich vor Beliels Drohungen fürchtet und nicht in die Hölle zurückkehrt. Zusammen mit Raguel und Uriel, die unterdessen zueinander gefunden haben, lebt er fast wie ein Mensch und genießt das einfache Leben. All das ändert sich, als eines Tages Raziel vor Uriels Tür steht und diesen auffordert ihn sofort zu Metatron zu begleiten. Raguel ist wenig von dem plötzlichen Aufbruch Uriels angetan und Sariel hat seine Gefühle zu Raziel noch immer nicht komplett überwunden, der ihn mit Nichtachtung straft.

Als kurz darauf auch Sariel in die Hölle zurückbeordert wird, bleibt dem Gefallenen nichts anderes übrig, als Beliels Aufforderung nachzukommen. Besorgt kehrt er zurück und findet die Hölle im Chaos wieder. Beliel selbst ist kaum wieder zuerkennen – er ist eher ein Schatten seiner selbst und auch die anderen Satane scheinen einen Großteil ihrer Macht eingebüßt zu haben.

Sariel erhält den Auftrag Luzifer zu finden, der seit einiger Zeit verschwunden ist und für die schlechte Verfassung der satane teilweise mit verantwortlich ist. Für diese Mission erhält Sariel nur wenig Zeit und macht sich augenblicklich auf die Suche nach dem verschollenen Himmelsfürsten. Zunächst erhält er Unterstützung von Raguel und gemeinsam stoßen sie auf einen Anstieg der Naturkatastrophen; für beide ein deutliches Zeichen, hinter dem Luzifer stecken könnte. Rasch gerät die Situation außer Kontrolle – die Unglücksmeldungen häufen sich und während dieser Zeit lernt Sariel den Schutzengel Ez kennen, der für die Sicherheit der Menschen Peter verantwortlich ist, einem lebensunfähigem Mann, den Sariel schon länger kennt. Ez schließt sich der Gruppe an, beginnt gleichzeitig auch um Sariel zu werben. Da sich Raziel immer noch abweisend verhält und Sariels Versuche ein normales gespräch mit dem stolzen Engel zu führen, eher im Streit enden, erwidert er schließlich Ez’ Annäherungen.

Kurz darauf wird deutlich, dass nicht Luzifer für all die Katastrophen verantwortlich ist, sondern Satanel, eine dunkle Macht, die einst von den Höllenfürsten erschaffen wurde und seither Teil eines jeden Satans ist. Sariel erfährt, dass Luzifers Flucht in die Menschenwelt dafür gesorgt hat, dass Satanel nicht mehr kontrolliert werden kann und das Geschöpf auf der Suche nach Luzifer eine Spur der Verwüstung auf der Erde nach sich zieht. Zudem schwächt es die anderen Herrscher der Hölle, die deswegen sehr handlungsunfähig sind.

Als Sariel endlich Luzifer aufstöbert und ihn bei Michael entdeckt, offenbart ihm der Herrscher der Hölle, dass alles ein ausgeklügelter Plan sei, um Satenel endgültig zu vernichten und die Unterwelt von der Last des Geschöpfes zu befreien. Sariel ist entsetzt, wollen Luzifer und Michael doch freiwillig all die Menschen opfern um Satenel zu bezwingen, ungeachtet der Tatsache, wie viele Opfer es geben könnte.

Noch bevor Sariel die neuen Erkenntnisse mit seinen Freunden teilen kann, wird er erneut in die Unterwelt gerufen und steht den Satanen und dem Engel Sandalphon gegenüber. Er muss erkennen, dass den Satanen durchaus bewusst war, was mit Satanel geschieht und fühlt sich verraten. Und ohne dass Sariel die Möglichkeit zur Wahl erhält, wird er von den Oberhäuptern der Unterwelt zu einem von ihnen gemacht. Satanel verbindet sich mit Sariel und zu allem Überfluss wird dem Gefallenen das Zepter der Hölle überreicht – was ihn fortan zum König macht.

Doch wirklich genießen kann sariel seine neue Position nicht. Seine Zeit läuft davon, denn Satanel beginnt unbarmherzig in seinem Körper zu wüten und ihm seine Energie zu entziehen. Zeitgleich kämpft eine Heerschar Engel auf der Erde gegen Satanel und die Welt droht dadurch unter zu gehen. Und Sariel sieht all seine Bemühungen, um Raziel endlich für sich zu gewinnen als vergeben an, da er nicht daran glaubt, dass Raziel sich für den Herrscher der Hölle entscheiden könnte…

Eigene Meinung:
Der zweite Band von „in maiorem dei gloriam“ umfasst erneut knapp 500 Seiten und ist mit etlichen schönen Illustrationen der Künstlerin Nina Nowacki versehen. Die Geschichte schließt fast direkt an den ersten Band an und auch wenn die Handlungsbögen in sich abgeschlossen sind, ist es unabdingbar vor dem zweiten Band auch den ersten zu lesen, um die Zusammenhänge und die kleinen Andeutungen nachvollziehen zu können. Anne Delseit gelingt eine interessante, spannende und mitreißende Fortsetzung, die in sich sehr komplex und tiefgründig ist. Man kann das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen, auch wenn einige Sachen unlogisch sind und sich die Autorin fast ein wenig in ihrer eigenen Komplexität verliert. Das mag daran liegen, dass einige Charaktere merkwürdig handeln und zu Beginn Dinge tun, die später, wenn mehr erklärt wird und die Hintergründe offen liegen, unlogisch erscheinen (zum Beispiel Metatron und Michael). Das ist schade, da es ein wenig den Lesefluss hemmt und man nicht umhin kommt einige vorherige Taten der Figuren in Frage zu stellen. Zudem widersprechen sich einige Handlungselemente mit denen aus dem ersten Band der Reihe.

Dennoch macht es Spaß den zweiten Band zu lesen. Endlich bekommt Sariel als Hauptcharakter mehr Gewicht und wird zu einer wichtigen Figur, die maßgeblich den Ausgang der Katastrophe beeinflusst. War er in Band 1 lediglich der Erzähler, der nur wenig eigenen Handlungsraum hatte, ist er jetzt wesentlich selbstständiger, mutiger und selbstbewusster. Auch entwickelt er sich weiter. Seine Sichtweisen ändern sich mit der Zeit, ebenso die von Raziel, Luzifer und anderen Hauptfiguren – und Nebenfiguren. Zudem gibt es einige neue Charaktere, darunter Ez, der sehr sympathisch ist und fast sogar besser zu Sariel passt, als Raziel.

Insgesamt wird viel Wert auf die Handlung selbst gelegt – die Beziehungen der Charaktere untereinander kommen zwar nicht zu kurz, doch Anne Delseit gelingt es diesem Part nur wenig Gewicht zu schenken, was gut ist. Die Geschichte ist wichtig, ebenso die ganzen Entwicklungen, die Geheimnisse und die vielen versteckten Details, die sich dem Leser nach und nach präsentieren. Das macht den Roman auch für Nicht- Boys Love- Leser lohnenswert, da die homoerotischen Elemente zwar vorhanden sind, jedoch eher schmückendes Beiwerk sind.

Stilistisch hat sich Anne Delseit noch verbessert. Sie mag blumige Formulierungen, lange Sätze und viele Beschreibungen. Auch Dialoge sind kein Problem, man ist als Leser direkt in der Szene und kann den Gesprächen mit Leichtigkeit folgen. Lediglich Actionszenen sind sehr kurz agehandelt – kaum beginnt ein Kampf oder etwas ähnliches, da ist es auch schon wieder vorbei. Teilweise konzentriert sich die Autorin leider zu sehr auf unnötige Szenen. Insbesondere der Anfang zieht sich ein wenig, da es doch recht lange dauert, bis mit Raziel und Azazel die Charaktere auftauchen, die den Stein ins Rollen bringen. Wie schon in Band 1 halten sich erotische Szenen in Grenzen – es gibt lediglich einige Andeutungen und Kussszenen, was jedoch nicht negativ zu bewerten ist.

Schade ist ein wenig, dass sich doch einige Rechtschreibfehler eingeschlichen haben – teilweise fehlen auch Worte oder es haben sich einige an die falsche Stelle gemogelt.

Wie schon bei Band 1 hat wieder Nina Nowacki die Illustrationen erstellt. Es gibt eine Fülle an wunderschönen Illustrationen, die sehr gut zum Text passen und optisch sehr ansprechend sind. Egal ob es nun kleine Bilder, ganzseitige Illustrationen oder die schön verzierten Initialen zu Beginn eines jeden Kapitels handelt, Nina Nowacki gelingt es „in maiorem dei gloriam“ zu einem ganz besonderen Buch zu machen.

Wer Band 1 der Reihe verschlungen hat und nicht genug von den Charakteren bekommt, sollte sich die Fortsetzung von „in maiorem dei gloriam“ nicht entgehen lassen! Trotz kleiner Unstimmigkeiten und Logiklücken ist das Buch sehr zu empfehlen und aufgrund der schönen Aufmachung, der Thematik und des tiefgründigen Plots ein Roman, der sich nicht mit den gängigen Boys Love Novels der Verlage vergleichen lässt. Anne Delseit gelingt es mit einer lebendigen Sprache, interessanten Charakteren und einer gut durchdachten Story zu überzeugen, die sich nicht rein auf die eine typische Boys Love- Liebesgeschichte beschränkt, sondern mehr zu bieten hat.

Jedem Boys Love Fan zu empfehlen und wer selbst dann noch nicht genug von „in maiorem dei gloriam“ hat, sollte sich unbedingt auf der Homepage „Young Prophets“ umsehen, denn dort gibt es einen Spin-Off der Serie als Webcomic zu lesen.

© Koriko

In maiorem dei gloriam 2: © 2011 Anne Delseit/ Nina Nowacki, Fireangels Verlag

In maiorem dei gloriam – zum höheren Ruhme Gottes

Name: In maiorem dei gloriam – zum höheren Ruhme Gottes
Englischer Name:
Originaltitel: In maiorem dei gloriam – zum höheren Ruhme Gottes
Herausgebracht: Deutschland: Fireangels Verlag 2009
Autor: Anne Delseit
Illustrator: Nina Nowacki
Bände: 2 Bände
Preis pro Band: 16,50 €

In maiorem dei gloriam Band 1Story:
Anne Delseit ist vielen schon durch ihre Kurzgeschichten oder als Autor des Mangas „Lilientod“ bekannt. So lieferte sie schon öfters Kurzgeschichten für die Anthologien des Fireangel Verlags und ist dort auch als Übersetzerin tätig. So war es nur eine Frage der Zeit, bis ihr Debut auf dem Markt erschien. Wie nicht anders zu erwarten kam der fast 500 Seiten starke Wälzer beim Fireangels Verlag heraus und Anne Delseit präsentiert ein packendes und fesselndes Buch, voller Mysterien, Engeln, Dämonen und prickelnder Erotik.

Der gefallene Engel Sariel ist seit dem großen Krieg und dem Fall Luzifers wohl einer der wenigen, die sich bis zum heutigen Tage nicht für eine Seite entschieden haben. So pendelt der Engel als Spion zwischen Himmel und Hölle hin und her und arbeitet mal für Luzifer, mal für Gabriel, zumeist jedoch um Informationen zwischen den hohen Wesen auszutauschen. Zudem ist er regelmäßig bei Uriel, der sich auf die Erde zurückgezogen hat und dort unter den Menschen lebt. Doch nicht nur der Erdenengel lebt auf der Erde – Michaels Seele wurde als Mensch wiedergeboren und Uriel kümmert sich um den jungen Mann. Luzifer selbst ist sehr an dem Leben des ehemaligen Erzengels interessiert.

Als Sariel bei einem Besuch bei Uriel mitbekommt, wie sich Michael von der Schöpfungsgeschichte und dem Glauben selbst abwendet, seine Existenz selbst für nichtig erklärt, ruft er nicht nur Luzifer auf den Plan, auch der Himmel selbst beobachtet diese Entwicklung mit Sorge. Sariel muss sich nicht nur mit dem Zorn des Regenten der Unterwelt herumschlagen, er muss sogar Luzifer begleiten, der sich entgegen der Warnungen der anderen Regenten der Hölle auf den Weg zur Erde macht um Michael höchstselbst ins Gewissen zu reden. Sariel selbst verschließt sich zu Beginn vollkommen der Sinn hinter Luzifers Aktion, doch nach und nach begreift er, dass Luzifer und Michael ein tiefes Band verbindet, dass schon seit Anbeginn der Zeit existiert und nur schwerlich zerstört werden kann. Während in der Hölle das Chaos ausbricht und auch die Engel der himmlischen Gefilde auf Luzifers Taten auf der Erde aufmerksam werden, beginnt Luzifer gemeinsam mit Sariel den störrischen Michael zu unterrichten, um ihn irgendwann zurück in den Himmel zu bringen. Als schließlich Gabriel und Raphael zu der seltsamen Truppe stoßen, ist das Chaos perfekt und gewisse Schwierigkeiten sind vorprogrammiert.

Sariel Probleme häufen sich, als er bei einem kurzen Aufenthalt in der Hölle von Beliel aufgesucht wird, der ihm unmissverständlich zu verstehen gibt, Luzifer zurückzubringen, bevor andere die Macht an sich reißen und sein Leben verwirkt sei, sollte ihm das nicht gelingen. Durch mehrere Träume erhält Sariel plötzlich einen tiefen Einblick in die Vergangenheit Michaels und muss bald erkennen, was genau zwischen ihm und Luzifer vorgefallen ist. Zudem lernt er kurz darauf den Engel Raziel kennen und beginnt zu diesem ganz besondere Gefühle zu hegen…

All diese Ereignisse werden jedoch in den Schatten gestellt, als Michael in den Himmel gebracht werden soll und sich in diesem Augenblick eine erschreckende Wahrheit herauskristallisiert, die nicht nur Sariel sondern auch Luzifer und die anderen erschreckt. Denn Michaels Existenz auf der Erde scheint nur ein geschickter Schachzug gewesen zu sein, hinter dem ein ganz anderes Ziel steht…

Eigene Meinung:
„in maiorem dei gloriam“ was soviel bedeutet wie „Zum höheren Ruhme Gottes“ vereint Anne Delseit eine spannende und faszinierende Geschichte mit religiösen und mythischen Texten und erschafft etwas vollkommen Neues. Dabei tritt die Erotik und die Beziehung der Charaktere zwischen einander deutlich in den Hintergrund und macht Platz für eine gut durchdachte und recherchierte Geschichte, die einfach Spaß macht. Der Schreibstil ist sehr flüssig und man mag kaum glauben, wie schnell man durch das Buch kommt, wenn man mit dem Lesen beginnt. Anne Delseit gelingt es ohne Probleme von den ersten Seiten an zu fesseln und bis zum Ende hindurch den Spannungsbogen zu halten und mit Hilfe kleinerer Seitengeschichten immer wieder neue Aspekte aufzuzeigen und die Geschichte auf diese Art und Weise voranzutreiben. Zusätzlich bieten die sarkastischen und spitzen Gespräche und Kommentare Luzifers oder die Aktionen Sariel Raum für lustige Aspekte, die einen zum Schmunzeln oder gar zum Lachen bringen. Doch nie gleitet die Geschichte zu sehr in Richtung Comedy ab, sondern schafft es die Waage zu halten und den Schwerpunkt auf der ernsten und mysteriösen Geschichte zu legen.

Um diesen Aspekt zu unterstreichen sind wie schon der Titel auch die Kapitel in Latein gehalten, ebenso einige Dialoge der Akteure, die jedoch direkt im Text (teilweise in Sariels Gedanken) übersetzt werden.

Das Buch endet unvermittelt und einige Handlungsbögen werden nicht ganz zu Ende gebracht, so dass die Vermutung nahe liegt, dass ein weiterer Band geplant ist. Im Grunde wartet man auf eine Fortsetzung, da gerade Sariel als Hauptperson am Ende der Geschichte doch ein wenig unterging. Sicher wird Sariel als unausgeglichener und unentschiedener Charakter vorgestellt, dennoch vermisst man seinen großen Auftritt am Ende, wurde doch gerade er im Laufe der Geschichte gerade durch seine Träume und Erlebnisse zum perfekten Zünglein an der Waage, was den Kampf zwischen Himmel und Unterwelt anbelangt. Leider wartet der Leser darauf vergeblich, so dass sich Sariels Charakter während der Ereignisse zwar verändert und wandelt, doch nicht ganz in die Richtung geht, die man sich gewünscht hätte. Zudem fällt es schwer ihn als Doppelagenten zu sehen, der sowohl für die Hölle als auch für den Himmel arbeitet. Es wird zwar immer wieder betont, dass Sariel auch im Himmel ist, aber der Leser erlebt ihn doch eher in der Hölle und lernt sein Leben und Handeln in den Gefilden der Unterwelt kennen, so dass es schwer fällt ihn wirklich als Spion des Himmels zu sehen, besonders da er nicht als Engel akzeptiert wird. Diesen Punkt hätte man genauso gut streichen können, ohne der Geschichte wirklich zu schaden.

Dennoch ist „in maiorem dei gloriam“ gut geschrieben und Sariel als Erzähler und Protagonist ist gut gewählt, da er sehr gut über die Ereignisse berichten kann, ohne direkten Einfluss darauf zu nehmen.

Neben Anne Delseits fesselnder Story und ihrem guten Schreibstil muss man die Arbeit der Künstlerin Nina „Eru Nuo“ Nowacki hervorheben, die nicht nur das wundervolle Cover gestaltet hat, sondern über 80 schwarz/weiß Illustrationen anfertigte. In jedem Kapitel finden sich wundervolle Illustrationen und Szenen der Geschichten, zudem stammen die Absätze und die Anfangsbuchstaben der jeweiligen Kapitel von ihr und machen die Charaktere und die Geschichte selbst lebendig. Die Zeichnungen lockern nicht nur die Geschichte auf, sie passen zu dem Buch und sind wundervoll in Szene gesetzt. Das Layout tut sein übriges und es macht Spaß das Buch einfach nur wegen der Illustrationen durchzublättern und einige Textpassagen dank der Bilder noch einmal zu lesen.

Als Zugabe befindet sich am Ende des Buches noch eine Sammlung verschiedener Skizzen der Künstlerin, sowie die Kurzgeschichte „pro deo belligero“(Für Gott führe ich Krieg) die vor dem Großen Krieg und vor dem Fall Luzifers angesiedelt ist und die Beziehung zwischen Luzifer und Michael näher beleuchtet.

Insgesamt ist „in maiorem dei gloriam“ nahezu uneingeschränkt zu empfehlen. Es stellt in vielerlei Hinsicht die gängigen BL Novels in den Schatten und weiß von der ersten bis zur letzten Seite zu Fesseln. Explizit beschriebene Erotik findet man nicht, doch das ist eher ein positiver Aspekt des Romanes, denn Hardcore Yaoi würde auch gar nicht zu der Geschichte und dem Stil Anne Delseits passen.

Die Aufmachung des Buches kann sich durchaus sehen lassen und man bekommt für den vergleichsweise hohen Preis einiges geboten, so dass man „in maiorem dei gloriam“ jedem BL-Fan empfehlen kann. Es bleibt zu hoffen, dass dieser Roman eine Fortsetzung nach sich zieht und diese in absehbarer Zeit erscheinen wird. Es lohnt sich in jedem Fall mehr über Sariel zu erfahren…

© Koriko

In maiorem dei gloriam – zum höheren Ruhme Gottes: © 2009 Anne Delseit/ Nina Nowacki, Fireangels Verlag