Kei Sanbe beginnt neue Manga-Serie

In Japan wurde eine neue Manga-Serie von Kei Sanbe („Die Stadt, in der es mich nicht gibt“; „Kamiyadori“) angekündigt. Demnach wird die neue Serie bereits Anfang Juli im „Young Ace“-Magazin starten. Das teilte der Kadokawa-Verlag mit. Nähere Informationen zu Titel oder Inhalt wurden bisher nicht verraten.

Kei Sanbe hat bereits mehrere populäre Manga-Serien veröffentlicht, zuletzt „Die Stadt, in der es mich nicht gibt“ (siehe Cover), die hierzulande bereits komplett beim Tokyopop-Verlag erschienen ist und zu der es demnächst eine Live-Action bei Netflix geben wird.

Quelle: ANN

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Kamiyadori

Name: Kamiyadori
Englischer Name:
Originaltitel: Kamiyadori
Herausgebracht: Japan: Kadokawa Shoten 2004
Deutschland: Carlsen 2007
Mangaka: Kei Sanbe
Bände: 5 Bände
Preis pro Band: 6,00 €

Kamiyadori Band 1Story
In nicht allzu ferner Zukunft wird das Leben der Menschen vom Kampf gegen den seltsamen Virus „Kamiyadori“ bestimmt. Bricht bei einem Menschen das Endstadium der Krankheit aus, verwandelt er sich unter großen Schmerzen in einen wandelnden Überträger. Zu Wohle der Menschheit müssen diese Menschen vernichtet werden. Die Spezialeinheit der Polizei „Squadra“ wurde zum schnellen Aufspüren und Eliminieren der Kamiyadori gegründet. Nebenbei identifizieren sie Infizierte und isolieren sie von der Öffentlichkeit, um bei einem Krankheitsausbruch gleich zur Stelle zu sein. Auch Jillard („Jil“), auch genannt „Lefty“, Vivi, genannt „Gadget“ und die Einsatzleiterin Arisa gehören zur „Squadra“. Jil ist sogar Mitglied der „Right Arms“, der Elite-Truppe.

Auch zu Beginn der Handlung sind die drei wieder im Einsatz. Vivi spürt eine infizierte Frau als erstes auf, bei der die Krankheit gerade auszubrechen beginnt. Ohne zu zögern erschießt sie die Mutter zweier Kinder und verschwindet ohne ein Wort zu sagen. Gleichzeitig findet Jillard die „Gash“ in einem Viertel. Ein Kamiyadori, das nicht vernichtet werden konnte, hüllt sich in einen Kokon. Später schlüpft ein riesiges Insekt, dessen Sporen den Virus übertragen. Der als „Lefty“ bekannte Sonderpolizist kann die Gash jedoch – wie sein Name schon sagt – mit links vernichten. Für den bitteren Beigeschmack sorgt allerdings das „Säuberungskommando“. Ist eine Gash aufgetaucht, sprich aus dem Kokon geschlüpft, muss das gesamte Viertel abgeriegelt und „resettet“ werden, um sicherzustellen, dass kein Infizierter entkommt.

Vivi hat inzwischen den Ort des Geschehens verlassen. Sie entdeckt eine Mülltonne vor einen Restaurant, die voll mit Essensresten ist, an denen sich schon zwei Hunde bedienen. Auch sie gesellt sich dazu – solange bis der Inhaber des Ladens kommt und sie mit einem Fußtritt hinweg befördert. Jil, der diese Szene beobachtet hat, ist sauer auf Vivi. Er versucht, ihr zu erklären, dass sie kein Straßenleben mehr führen muss, seit sie bei ihm ist. Dieses neue Leben fällt dem jungen Mädchen, dass zu einem untergegangenen Stamm gehört und so immer ein Außenseiter der Gesellschaft war, immer noch schwer. Sich immer an Jil orientierend, unternimmt sie Versuche, sich anzupassen und zu lernen, die allerdings nicht immer ganz erfolgreich verlaufen. So sieht sie zum Beispiel, wie ihr Vorgesetzter zwei Straßenkindern etwas zu essen schenkt und gibt dadurch angetrieben dem nächsten kleinen Jungen, der auftaucht ihr Kleid, da der kleine Kerl keine richtige Kleidung mehr besitzt. Immerhin hat dieser Vorfall auch sein gutes, da sie dadurch nun auch eine Uniform der Squadra erhält.

Kamiyadori Band 2Der Auftrag an diesem Abend wurde ausgeführt, aber neue werden folgen, insbesondere da der illegale Handel mit „Surpressern“, Drogen, die den Ausbruch des Kamiyadori unterdrücken floriert. Wird dieser Kampf jemals aufhören? Und was ist mit der sogenannten „Befreiungsfront der Infizierten“, die sich zum Angriff rüsten?

Eigene Meinung
„Kamiyadori“ ist ein Science-Fiction-Manga mit ausgesprochen gelungenen Zeichnungen und sehr schönem Charakterdesign. Die Story ist etwas verworren und mit vielen Fachbegriffen gespickt, die zumeist nicht näher erläutert werden, was einerseits schade ist und andererseits das Verständnis nicht gerade verstärkt. Es wäre besser gewesen, wenn hier mehr ins Detail gegangen wäre. Trotzdem ist die Serie absolut empfehlenswert. Sie verbindet Spannung mit auch heute herrschenden Problemen und geht teilweise unter die Haut. Ich hoffe, dass die Unklarheiten im nächsten Band beseitigt werden, da die Serie wirklich bisher absolut lesenswert ist.

© Rockita

Kamiyadori: © 2004 Kei Sanbe Kadokawa Shoten / Carlsen

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Die Stadt, in der es mich nicht gibt

Name: Die Stadt, in der es mich nicht gibt
Englischer Name:
Originaltitel: Boku dake ga inai machi
Herausgebracht: Japan: Kadokawa Shoten 2013
Deutschland: Tokyopop 2014
Mangaka: Kei Sanbe
Bände: 9 Bände
Preis pro Band: 12,00 €

Die Stadt, in der es mich nicht gibt Band 1Story
Das Leben des End-Zwanzigers Satoru Fujinuma steckt in einer Sackgasse. Er würde gerne als Mangaka arbeiten. Aber obwohl er bereits sein Debüt bei einem Magazin gegeben hatte, ist sein Durchbruch bisher ausgeblieben. Zwar konnte er mit seinen Serien – Videospieladaptionen – Erfahrungen sammeln, aber seine eigenen Kreationen lassen es an Tiefgang vermissen. So kommt es, dass sich der junge Mann in regelmäßigen Abständen bei wechselnden Verlagen deprimierende Absagen anhören und seine Brötchen bei einem Pizza-Lieferservice verdienen muss. Dort würde man ihn zwar gerne fest anstellen, doch das entspricht nicht seine Vorstellungen.

Zusätzlich zu diesen verhältnismäßig „normalen“ Problemen gibt es da noch etwas anderes, was Satoru arg zusetzt. Er verfügt über eine Gabe, die eigentlich eher eine Bürde ist: den sogesannten „Rerun“. Wann immer er irgendwo in der Nähe ist, wo kurz darauf ein Unglück geschieht, gerät der junge Mann unversehens in eine Zeitschleife – gezwungen, so häufig in die Vergangenheit zurück zu reisen, bis er das kommende Unglück erkannt und verhindert hat. Die Gefahren, die er meist in nur wenigen Minuten lokalisieren muss, können offensichtliche Katastrophen wie Autounfälle sein, aber auch subtilere Dinge. Da er sonst keine Möglichkeit hat, der Zeitschleife zu entgehen, bleibt Satoru nichts anderes übrig, als alles zu riskieren, um seine Aufgabe zu erfüllen – sei es auch sein eigenes Leben. Nicht selten trägt er von diesen Aktionen Blessuren davon.

Nach einem dieser Krankenhausaufenthalte infolge eines Reruns quartiert sich überraschend Satorus Mutter, eine ehemalige TV-Moderatorin, bei ihrem Sohnemann ein. Für den spartanisch lebenden Twen ein Horror ohnegleichen, zumal sein Verhältnis zu seiner Mutter gespalten ist.
Jahre früher, als er noch ein Grundschüler war, trieb ein Triebtäter sein Unwesen in Satorus Heimatstadt. Dem Täter fielen gleich mehrere Kinder zum Opfer, darunter auch ein Junge aus Satorus Clique. Als Mörder wurde ein Jugendlicher verurteilt, zu dem Satoru ein fast schon brüderliches Verhältnis hatte. Niemand glaubte dem Grundschüler, dass der Senpai nicht der Täter sein könne. Satorus eigene Mutter nutzte ihre Kontakte zur TV-Branche, um die ganze Sache möglichst klein zu halten. Doch ganz damit abgefunden hat sich Satoru nie. Und selbst seine Mutter war von der Schuld des Verurteilten nie überzeugt, wollte das Thema nur vom Tisch haben…

Die Stadt, in der es mich nicht gibt Band 2Nun, fast 20 Jahre später, fallen Satorus Mutter zufällig Ungereimtheiten auf. Und sie meint auch einen Mann zu entdecken, der ebenfalls damalsals Täter in Frage gekommen war und nun viel eher der Gesuchte sein könnte…

Am selben Abend findet Satoru beim Nachhausekommen seine erstochene Mutter in einer Blutlache liegen. Ohne zu wissen, was los ist, setzt Satoru erstmals den Rerun bewusst ein, um in die Vergangenheit zu reisen und den Mord zu verhinden. Doch etwas geht schief: Er reist in die Vergangenheit, doch nicht nur Stunden, sondern Jahre – bis ins Jahr 1988 zurück, zur Zeit der Mordserie an Grundschülern…

Eigene Meinung
Nach „Kamiyadori“ dauerte es etwas, bis mit „Die Stadt, in der es mich nicht gibt“ ein weiteres Werk von Kei Sanbe den Sprung in deutschsprachige Gefilde schaffte. Dieses neue Werk, angesiedelt im Japan der Gegenwart, verbindet Elemente von Kultserien wie „Allein gegen die Zukunft“ mit Zeitschleifen-Science-Fiction aus dem Lehrbuch. Das Besondere daran: Protagonist Satoru, ein an seiner eigenen Vergangenheit laborierender erfolgloser Mangaka, weiß sehr genau, was er tun muss, um der Zeitschleife zu entgehen – hat dafür aber in der Regel nur wenige Minuten Zeit. Noch viel spannender ist aber, dass die Reruns, die ihm widerfahren, scheinbar ein System haben, dessen Logik der junge Mann und die Leser nur noch nicht ganz erfassen können. Aber es scheint sich alles um die Mordfälle an Grundschülern aus den 1980er-Jahren zu drehen. Wird Satoru etwa in die Vergangenheit geschickt, um Unglück wieder gut zu machen, weil er damals seinen jugendlichen Freund nicht vor dem Gefängnis retten konnte? Das ist „X-Faktor“-Unterhaltung, die man auch gerne im TV sehen würde.

Optisch reißt einen der Manga dagegen leider nicht vom Hocker. Kei Sanbes expressionistischen Zeichenstil mit markanten Augen und Lippen kann man mögen oder nicht. Er wirkt jedenfalls noch etwas unordentlicher als etwa bei „Kamiyadori“, fast als hätte sich Sanbe damit abgefunden, kein „klassischer“ Zeichner zu sein und sich daher nicht mehr weiter zu entwickeln braucht. Gerade die Hintergründe sind schon sehr spärlich. Da wirken auch die Farbseiten, die Tokyopop auch in der deutschen Ausgabe mitliefert, im Grunde genauso verschwendet wie der Klappenbroschur, dessen Innenseite lediglich Bleistiftskizzen zeigt. Statt der zwölf Euro dafür hätte es auch eine normale Ausgabe in Standartgröße getan. Bei dieser Serie macht allerdings die Story vieles wett. Man darf auf die kommenden Bände gespannt sein – und vielleicht wird ja sogar der Wunsch nach einer TV-Version erfüllt!

© Rockita

Die Stadt, in der es mich nicht gibt: © 2013 Kei Sanbe, Kadokawa Shoten / Tokyopop

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