„Rurouni Kenshin“ – Autor des Besitzes von Kinderpornographie beschuldigt

Die Tokio Metropolitan Police hat den 47-jährigen Mangaka Nobuhiro Watsuki (wirklicher Name: Nobuhiro Nishiwaki) am Dienstag des Besitzes von Kinderpornographie beschuldigt. Nach Angaben der Behörden besaß Watsuki zahlreiche DVDs mit Nacktaufnahmen von jungen Mädchen im frühen Teenageralter und bewahrte sie mindestens noch im Oktober in seinem Büro in Tokio auf.

In einer Aussage gegenüber der Polizei soll Watsuki gesagt haben, dass er „Mädchen im späten Grundschulalter bis zum zweiten Jahr der Mittelschule bevorzugt“.

Die Behörden durchsuchten Watsukis Haus im Rahmen einer anderen Untersuchung, die ihn mit dem Kauf von DVDs mit Kinderpornographie in Verbindung brachte.

Die Anklage gegen Watsuki behauptet, dass er die pornographischen Videos seit Juli 2015 besaß. Der Besitz von Kinderpornographie zieht eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr und eine Geldstrafe von bis zu 1 Million Yen (ca. 7.500 Euro) nach sich, wenn er für schuldig befunden würde.

Watsuki ist bekannt als der Schöpfer der Mangareihe „Rurouni Kenshin„. Der Manga erschien von 1994 bis 1999 in Shueishas Weekly Shonen Jump Magazin. Seitdem veröffentliche der Verlag über 60 Millionen Exemplare des Manga. Dieser inspirierte eine Anime-Serie, die von 1996 bis 1998 lief, sowie Filme und mehrere OVAs. Eine deutschsprachige Ausgabe des Manga erschien vollständig unter dem Titel „Kenshin“ bei Egmont Manga und Anime (EMA).

Der Manga inspirierte ebenfalls zwischen 2012 bis 2014 eine Live-Action-Film-Trilogie. (Auf deutsch erschienen bei Splendid Film.) Ein neuer Film war angeblich in Arbeit. Ein neuer Handlungsbogen des Manga, geschrieben von Watsuki und seiner Ehefrau und Mitautorin Kaoru Kurosaki debütierte im September im „Jump SQ“-Magazin. Diese Veröffentlichung ruht allerdings nun aufgrund der derzeitigen Ereignisse.

Quelle: ANN

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Rurouni Kenshin Cinema Edition

Name: Rurouni Kenshin Cinema Edition
Englischer Name: Samurai X
Originaltitel: Rurouni Kenshin Tokuhitsuban
Herausgebracht: Japan: Shueisha 2012
Deutschland: EMA 2014
Mangaka: Nobuhiro Watsuki
Bände: Einzelband
Preis pro Band: 9,99 €

StoryKenshin Cinema Edition
Aufgrund einer Verwechslung landet der herumziehende Vagabund Himura Kenshin in Tokio in einen Schauwettkampf und soll gegen die junge Kaoru Kamiya antreten. Überraschend schnell besiegt die junge Meisterin des Kamiya-Dojos den als Hitokiri Battosai vorgestellten Kenshin – sehr zum Ärger der Bevölkerung, die vorher Wetten abgeschlossen haben. Im Anschluss erfährt Kenshin, dass der Geschäftsmann Kanryu Takeda, der für die Kämpfe verantwortlich ist, am Kamiya-Dojo interessiert ist und Kaoru nur die Möglichkeit bleibt, an den Wettkämpfen teilzunehmen, um es zu retten. Als Takeda die junge Frau jedoch zu einem abendlichen Wettkampf einlädt, wird klar, dass er keineswegs vorhat, Kaoru die Möglichkeit zum Sieg einzuräumen.

Dank dem jungen Yahiko, der als Takedas Laufbursche arbeitet, erfährt Kenshin gerade rechtzeitig von den geheimen Machenschaften des Geschäftsmannes und kann Kaoru retten. Dabei offenbart ist auch, dass er in Wirklichkeit der legendäre Hitokiri Battosai ist, der zur Zeit der Restauration einen blutigen Weg beschritt.

Nach seinem kurzen Kampf gegen Takeda, beschließt er im Kamiya-Dojo zu bleiben, zum einen, weil er zur Ruhe kommen will, zum anderen weil er Kaoru vor weiteren Übergriffen schützen möchte – zu Recht, denn Takeda versammelt allerhand Kämpfer um sich, die Kenshin töten sollen. Unter diesen befinden sich nicht nur der Raufbold Sanosuke Sagara und das ehemalige Shinsengumi-Mitglied Saito Hajime, sondern auch Jinne Udo, der einen Kampf gegen Kenshin mehr als alles andere herbeisehnt …

Eigene Meinung
Anlässlich der Realverfilmung des 28-bändigen Mangas „Rurouni Kenshin“ im Jahr 2012 zeichnete Nobuhiro Watsuki eine zugehörige „Cinema Edition“, kehrte für 2 Bände (in Deutschland in einem 2in1 Band zusammengefasst) in die Meiji Zeit zurück und ließ Kenshin, Kaoru und ihre Freunde wieder aufleben. Dabei handelt es sich nicht um eine Fortführung des alten Mangas, sondern um einen alternativen Anfang der altbekannten Geschichte. Dieser ähnelt natürlich dem Realfilm sehr, immerhin war bei diesem der Mangaka auch am Drehbuch beteiligt, doch die „Rurouni Kenshin – Cinema Edition“ ist mehr als eine reine Nacherzählung des Films.

Inhaltlich ist der Manga sowohl für Neueinsteiger, als auch für Kenner des Originals ein lohnenswerter Kauf. Man ist sehr schnell in der Handlung, die ersten Kämpfe lassen nicht lange auf sich warten und Kenshins Identität bleibt nicht lange ein Geheimnis. Zudem erfährt man eine Menge über die geschichtlichen Hintergründe Japans, wenngleich die Original-Serie im Vergleich natürlich wesentlich tiefgängiger ist. Dennoch entwirft Nobuhiro Watsuki ein gelungenes Zeitportrait und kombiniert Action, Spannung und Kampfszenen mit Slapstick, witzigen Passagen und historischen Ereignissen. Es macht Spaß „Rurouni Kenshin“ zu lesen und weckt die Lust, sich die alte Reihe noch einmal zu Gemüte zu führen.

Im Vergleich zum Original sind die Figuren nicht mehr so übertrieben mangahaft dargestellt, sondern wirken realistischer. So ist Kenshin ein wenig melancholischer und ruhiger, Kaoru nicht ganz so überdreht und auch Sano kommt wesentlich gemäßigter daher. Das mag Geschmacksache sein, in diesem Fall passt es jedoch sehr gut zur Stimmung des Mangas, und im Wesentlichen haben sich die Hauptfiguren ja nicht geändert. Aufgrund der Kürze des Mangas hat leider nicht jeder altbekannte Charakter einen Gastauftritt, doch immerhin werden die meisten im Prolog, der zeitlich kurz vor den Ereignissen der Original-Serie spielt, zumindest kurz erwähnt.

Zeichnerisch legt Nobuhiro Watsuki einen sehr soliden, schönen Shonen-Manga vor, der durch schöne Actionszenen, stimmungsvolle Hintergründe und sehr viele Details punkten kann. Natürlich fällt bei einem direkten Vergleich zwischen dem ersten Band aus dem Jahre 1994 und dem vorliegenden Manga der gravierende Unterschied in den Zeichnungen auf, doch insgesamt entsprechen Nobuhiro Watsukis Zeichnungen dem, was er in den letzten Bänden der Originalserie präsentierte.

„Rurouni Kenshin – Cinema Edition“ ist ein schöner Shonen-Manga, der Fans der alten Serie zumindest ein kurzes, stimmungsvolles Wiedersehen mit bekannten Charakteren beschert. Nobuhiro Watsuki legt einen gelungenen Doppelband vor, der Lust auf mehr macht und den Wunsch weckt, bald mehr von Kenshin und seinen Freunden zu lesen. Neulingen ist der Manga als Einstieg zu empfehlen, ebenso der Griff zur Originalserie. Es lohnt sich.

Rurouni Kenshin Cinema Edition: © 2012 Nobuhiro Watsuki, Shueisha / EMA

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Kenshin

Name: Kenshin
Englischer Name: Samurai X
Originaltitel: Rurouni Kenshin
Herausgebracht: Japan: Shueisha 1994
Deutschland: EMA 2001
Mangaka: Nobuhiro Watsuki
Bände: 28 Bände
Preis pro Band: 5,00 € (alte Auflage)
6,50 € (neue Auflage)

Kenshin Band 1Story
„Kenshin“ spielt in Japan des Jahres 1879. Das Land ist zerrüttelt durch die sogenannte Meiji-Revolution (siehe geschichtlicher Hintergrund). In dieser Zeit kommt ein Vagabund mit einem Schwert nach Tokyo. Dort wird er gleich von Kaoru Kamiya, einer jungen Schwertkämpferin und stellvertretenden Meisterin eines Dojos angegriffen. Sie vermutete in ihm den legendären Battosai Himura, einen Attentäter, der während des letzten Krieges berühmt wurde und nun seit kurzer Zeit in Tokyo sein Unwesen treibt und schon mehrere Menschen getötet hat. Zudem beging er Rufmord an ihrer Kampfschule, weswegen sie ihn stellen möchte.

Doch Kaoru erkennt, dass das Schwert eine umgedrehte Klingen hat, also eigentlich nicht zu gebrauchen ist, weswegen sie ihren vermeintlichen Irrtum einsieht, zumal plötzlich wieder der Schwertkämpfer, der sich Battosai nennt, auftaucht und willkürlich Polizisten tötet. Beim Versuch, ihn daran zu hindern, wird Kaoru verletzt und von dem seltsamen Vagabund gerettet. Doch anstatt sich zu bedanken beschimpft sie ihn nur. Das holt sie am nächsten Tag nach, als sie ihn vor einer Verhaftung bewahrt.

Dabei erzählt sie ihm auch von ihrem Verdacht, dass der unbekannte Mörder zum benachbarten Kihei-Kan Dojo in der Nachbarschaft gehört. Ohne ein Wort zu Kaoru, macht sich der Vagabund sofort auf den Weg dorthin, um den vermeintlichen Battosai zu stellen. Als er ihn jedoch nicht antrifft und die Schüler des Dojos ihn am Gehen hindern wollen, räumt er dort erstmal auf, bevor er zu Kaoru zurückeilt, die sich inzwischen in großer Gefahr befindet.

Ihr Diener Kihee, der Bruder des Mannes, der sich als Battosai ausgab, hat dieses Szenario inszeniert, um Kaoru zum Verkauf ihres Dojos zu bewegen. Nachdem Kaoru allerdings Verdacht geschöpft hatte, musste er sofort zuschlagen und sie zwingen, den Vertrag zu unterschreiben. Doch Der Vagabund taucht rechtzeitig auf und besiegt auch alle Kämpfer des Kihei-Kan Dojos nebst ihres Meisters Battosai alias Himura mit spielender Leichtigkeit. Dabei kommt heraus, dass er in Wirklichkeit der legendäre Battosai ist und dass das Schwert mit der verkehrten Klinge zu seiner Kampfkunst, den Techniken der Hiten-Mitsurugi Kunst gehört.

Kenshin Band 2Nachdem Kaoru nun seine Identität kennt, möchte der Vagabund nicht mehr bleiben. Unter Bitten Kaorus entschließt er sich letztendlich doch zum Bleiben und verrät ihr seinen richtigen Namen : Kenshin Himura. Von nun an leben die beiden zusammen im Kamiya Kasshin Dojo.

Eigene Meinung
„Kenshin“ ist ein Klassiker und einer der besten Samurai-Manga auf dem Markt. Angesiedelt in der früheren Meiji-Zeit, ist der historische Kontext immer wieder prägend für die Handlung. Das Schwerterverbot für Samurai war eine seelische Wunde, die von den Kriegern damals nur schwer getragen wurde. Im Titelcharakter Kenshin Himura, dem Veteranen mit der kreuzförmigen Narbe und dem Schwert mit umgekehrter Klinge manifestiert sich diese Verletzung in Menschengestalt. Gerne würde Himura in der neuen Zeit Fuß fassen, doch der Frieden währt nie lange. Immer wieder tauchen alte Feinde Battosais auf, die noch eine Rechnung mit ihm zu begleichen haben. Mit dem äußeren Frieden gerät auch sein Seelenfrieden ins Wanken: Doch neben all den Kämpfen findet Kenshin im Kamiya-Dojo auch das, was er früher nie hatte: Liebe und Freunde fürs Leben. Es ist die richtige Mischung aus der Verarbeitung der Vergangenheit, actionreichem Shonen-Manga und einem Hauch Romantik, die „Kenshin“ zu einem Manga machen, der vom ersten bis zum letzten Band fesselt und zu dem man auch nach Jahren immer wieder gerne greift.

Aus dem Stoff wurden eine Anime-Serie, mehrere Anime-Filme und Real-Filme produziert. Die Realfilme wurden wiederum von Nobuhiro Watsuki selbst rückadaptiert in eine zweibändige Manga-Mini-Reihe. 2017 startete mit der „Hokkaido Arc“ eine Fortsetzung der ursprünglichen Manga-Serie.

Geschichtlicher Hintergrund
Das Jahr 1867 ist als Beginn der Meiji-Zeit bekannt. In diesem Jahr dankte der letzte Shogun zugunsten des Kaisers Meiji ab, die Hauptstadt wurde nach Edo verlegt und deren Name auf Tokyo geändert. Große Verfassungsreformen und die Umgestaltung von Staat und Wirtschaft (Industrialisierung) nach europäischem Vorbild waren die ersten Schritte Japans zur Großmacht. Seine Ausdehnungspolitik führte zu vielen Kriegen, so unter anderem gegen China (1894/95) und Russland (1904/05).

© Rockita

Kenshin: © 1994 Nobuhiro Watsuki, Shueisha / EMA

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