Manga-Bibliothek: Eine fröhliche Familie

Name: Manga-Bibliothek: Eine fröhliche Familie
Englischer Name:
Originaltitel: Wakakusa monogatari (Little Women)
Herausgebracht: Japan: Gakken Education 2011
Deutschland: Tokyopop 2014
Mangaka: nev
Bände: Einzelband
Preis pro Band: 14,00 €

Manga-Bibliothek: Eine fröhliche FamilieStory
Das Ehepaar March hat vier Töchter: die hübsche Meg (16 Jahre), die jungenhafte Jo (15 Jahre), die selbstlose Beth (13 Jahre) und die egoistische 12-jährige Amy. Sie leben in Neuengland um etwa 1860. Durch den amerikanischen Bürgerkrieg mussten sie aus ihrer Heimat fliehen. Sie fanden ein neues Haus im Ort, in dem ihre Tante Martha March wohnt. Die alte Tante ist sehr wohlhabend, aber auch sehr eigensinnig und streng. Da ihr Vater im Bürgerkrieg kämpft, ist das Geld der Familie recht knapp. Jo arbeitet bei ihrer Tante als Gesellschafterin. Meg kümmert sich um die verzogenen Kinder einer wohlhabenden Familie. Beth wird zu Hause unterrichtet und Amy geht zur Schule.

Eines Tages sind Meg und Jo auf einen Ball eingeladen. Meg freut sich schon riesig darauf. Für Jo ist es jedoch eher eine Qual. Jo liebt tanzen, aber nur wenn man dabei springen und hüpfen kann. Da Jo sich ihr Kleid am Ofen angesengt hat, muss sie sich eh im Hintergrund halten. Dort angekommen schwebt Meg nur wenige Minuten später wie eine Dame für das Parkett. Jo dagegen versteckt sich vor Angst zum tanzen aufgefordert zu werden hinter einem Vorhang. Dort trifft sie überraschend auf den gleichaltrigen Nachbarsjungen, der von allen „Laurie“ genannt wird. Eigentlich heißt er Theodor Laurence. Er lebt bei seinem Großvater, da seine Eltern gestorben sind. Laurie und Jo freunden sich an. Meg ist einige Zeit später auf der Suche nach Jo, da ihr die Füße vom tanzen so schmerzen. Laurie fährt die beiden Mädchen schließlich mit seiner Kutsche nach Hause.

Nur wenig Zeit vergeht und Jo nimmt sich vor, Laurie besuchen zu gehen. Als sein Großvater eines Tages außer Haus ist, nutzt sie die Chance und wirft Schneebälle an sein Fenster. Er öffnet und lädt sie ein. Nachdem sie die Erlaubnis ihrer Mutter eingeholt hat, macht sie bei Laurie (der eine Erkältung hatte) einen Krankenbesuch. Der Beginn einer wunderbaren Freundschaft…

Eigene Meinung
Der vorliegende Manga „Eine fröhliche Familie“ beruht auf dem ersten Teil des Romans „Betty und ihre Schwestern“ von Louisa Max Alcott. Es werden einige interessante und storyrelevante Episoden aus dem Roman als Manga umgesetzt. Jedoch wird der Schwerpunkt ausschließlich auf die vier Mädchen gelegt. Der Umzug der Familie in das neue Heim wurde einfach weggelassen und alle politischen Vorkommnisse ebenso.

Schade ist, dass einige Sachen geändert wurden. So wurde zum Beispiel aus der schwarzen Haushaltshilfe Hannah plötzlich eine weiße. Außerdem ist im Manga zu lesen, dass Mr. March für den Krieg als Soldat eingezogen wurde. In der Romanvorlage war Mr. March schon zu alt, um als Soldat eingezogen zu werden. Er meldete sich freiwillig. Da er von Beruf Pastor ist, möchte er den Männern im Kampf als Seelsorger zur Seite stehen.

Zeichnerisch ist der Manga gut umgesetzt wurden. Für meinen Geschmack sehen nur leider die Charaktere der Anime-Umsetzung zu ähnlich. Positiv ist mir jedoch aufgefallen, dass sich der Mangaka bei den Frisuren der Mädchen viel Mühe gegeben hat. Sie variieren sehr oft!

Fans der Anime-Serie „Eine fröhliche Familie“ werden den Manga mögen. Man kann bei einem Einzelband schließlich auch nicht erwarten, dass ein dicker Roman inhaltlich umgesetzt wird. Die Geschichte wird sehr gefühlvoll erzählt und weiß auch in ihrer Kürze zu begeistern.

Wakakusa monogatari (Little Women): © 2011 nev, Gakken Education / Tokyopop

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Manga-Bibliothek: Fünf Fälle für Sherlock Holmes

Name: Manga-Bibliothek: Fünf Fälle für Sherlock Holmes
Englischer Name: Five challenges of Sherlock Holmes
Originaltitel: Sherlock Holmes no Chousen
Herausgebracht: Japan: Gakken Education 2011
Deutschland: Tokyopop 2013
Mangaka: Haruka Komusubi
Bände: Einzelband
Preis pro Band: 14,00 €

Manga-Bibliothek Fünf Fälle für Sherlock HolmesInhalt und Eigene Meinung
Mit „Fünf Fälle für Sherlock Holmes“ liegt der erste Band der „Manga-Bibliothek“ des Gakken-Verlags vor. In dieser Reihe adaptieren junge, meist eher unbekannte Mangaka Klassiker der Weltliteratur. Das Ziel liegt klar auf der Hand: die junge Generation in ansprechender Form an diese Werke heranführen und ihnen die Lektüre der Originale schmackhaft machen.

Nun macht also Arthur Conan Doyles berühmter Detektiv Sherlock Holmes den Anfang. Haruka Komusubis Band legt den Schwerpunkt auf die Beziehung des Protagonisten Holmes mit seinem größten Gegenspieler Prof. Moriarty auf der einen und seinem bestem Freund Dr. Watson auf der anderen Seite. So schlägt sie einen Bogen von der ersten Begegnung Holmes‘ und Watsons über die Festnahme diverser Handlanger und Bandenmitglieder Moriartys bis hin zum großen Showdown des Detektivs mit dem Oberbösewicht an den Reichenbachfällen – die Rückkehr des Helden selbstverständlich inbegriffen.

Dafür wurden fünf (bzw. eigentlich sechs) Kurzgeschichten aus dem reichen Fundus adaptiert: „Die sechs Napoleons“, „Das getupfte Band“, „Die Liga der Rothaarigen“, „Das letzte Problem“ sowie „Im leeren Haus“. Zudem wurde die Geschichte „Der Detektiv auf dem Sterbebett“ in diesem Band mit „Das letzte Problem“ kombiniert, obwohl sie ursprünglich mit gewissem zeitlichen Abstand in verschiedenen Werken publiziert wurden.

Bei der Übersetzung lässt sich anmerken, dass sich nicht an den bestehenden „Holmes“-Übersetzungen, sondern an der japanischen Fassung des Manga orientiert wurde. Das wird schon bei den Titeln der Kurzgeschichten deutlich: Während man bei der „Liga der Rothaarigen“ (OT: „The Red-Headed-League“) noch einen Pluspunkt für die Nähe zum Originaltitel geben kann, wundert man sich etwa bei „Das getupfte Band“ (OT: „The Speckled Band“), das in früheren Fassungen mit „Das gesprenkelte Band“ übersetzt wurde.

Inhaltlich lässt sich absolut nichts aussetzen an der Adaption. Die Manga-Fassung bleibt eng an der Vorlage. Lediglich die Übergänge wurden aus dramaturgischen Gründen etwas geglättet sowie ein Prolog eingeführt, um den Einstieg zu erleichtern.

Zeichnerisch ist der Band allerdings kein Meisterwerk. Das Design ist sehr einfach, die Hintergründe auf das Wesentlichste reduziert. Die Hauptcharaktere entsprechen auch nicht unbedingt den gängigen Vorstellungen. Insbesondere Watson wirkt sehr jung, teilweise eher wie ein Medizin-Student denn ein Militäroffizier mit einigen Jahren Berufserfahrung. Sehenswert ist sicherlich auch der Moriarty mit Pferdeschwanz. Es ist anzunehmen, dass die Zeichnerin den band allein, ohne Assistenten, produzierte. Von daher sollte man sich an den simplen Zeichnungen nicht zu sehr stören lassen und stattdessen die interessante Panelaufteilung betrachten. Die hat nämlich mit ungewöhnlichen geometrischen Formen einiges Alternatives zu bieten (etwa „Lesezeichen-Form“), was sich für die Präsentation vorteilhaft nutzen lässt.

Insgesamt ein absolut lesenswerter Band, der seine Bestimmung mit Sicherheit erfüllen wird. Zudem können auch alte Fans einen etwas anderen Zugang zum Stoff finden. Man darf auf die nächsten Bände der „Manga-Bibliothek“ gespannt sein. Als nächstes sollen „Tom Sawyer“, „Kleine Prinzessin Sara“ und „Eine fröhliche Familie“ folgen.

© Rockita

Fünf Fälle für Sherlock Holmes: © 2011 Haruka Komusubi, Gakken Education Publ. / Tokyopop

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Manga-Bibliothek: Die kleine Prinzessin Sara

Name: Manga-Bibliothek: Die kleine Prinzessin Sara
Englischer Name:
Originaltitel: Syokojo (A Little Princess)
Herausgebracht: Japan: Gakken Education 2012
Deutschland: Tokyopop 2013
Mangaka: Story: Tetsuya Mihara
Zeichnungen: Azuki Nunonukuro
Bände: Einzelband
Preis pro Band: 12,00 €

Manga-Bibliothek Die kleine Prinzessin SaraStory:
Sara Crewe ist gerade mal sieben Jahre alt, als sie mit ihrem überaus wohlhabenden Vater, Ralph Crewe, von Indien nach London reist. Da ihre Mutter bereits bei ihrer Geburt gestorben ist, hält ihr Vater es für das Beste, seine Tochter auf ein Internat nach London zu schicken. Er entschied sich für das Mädcheninternat Minchin, welches von Maria Minchin geleitet wird.

Vor seiner Abreise nach Indien schenkt Saras Vater ihr noch die gewünschte Puppe Emily. Der Abschied fällt beiden sehr schwer. Aber die kleine Sara hält sich tapfer und verspricht ihrem Vater sich wie eine Prinzessin, um das Glück der Menschen zu sorgen.

An ihrem ersten Schultag wird Sara allen Schülerinnen vorgestellt. So lernt sie unter anderem die arrogante Lavinia, ihre zukünftige beste Freundin Ermengarde St. John und die kleine Lottie kennen. Doch auch der erste Zusammenstoß mit Miss Minchin ist unvermeidbar. Da Miss Minchin Sara nicht aussprechen lässt, geht sie davon aus, dass Sara kein Französisch kann. Als der Französischlehrer den Raum betritt, stellt er erstaunt fest, dass er Sara nichts mehr beibringen kann, da sie die Sprache fließend beherrscht. Miss Minchin ist dies sehr peinlich.

Sara freundet sich in der nächsten Zeit mit den Menschen in der Umgebung an und ist selbst zum Dienstpersonal überaus freundlich. Regelmäßig schreibt sie sich mit ihrem Vater Briefe und erfährt so von seinen Ängsten und Nöten. Kurz vor ihrem elften Geburtstag erhält sie den letzten Brief von ihm. Sie erfährt, dass es Probleme mit dem Diamantenbergwerk gibt und er dadurch kaum noch schlafen kann.

An ihrem elften Geburtstag trifft unerwartet Rechtsanwalt Barrow ein. Dieser hat schlechte Nachrichten für Miss Minchin. Saras Vater ist verstorben. Angeblich hat ein Freund ihn mit dem Diamantenbergwerk getäuscht, so dass er das ganze Vermögen verloren hat und seiner Tochter nichts hinterlässt. Sara hat auch keine Verwandten, die sich um sie kümmern könnten.

Saras Leben ändert sich nun schlagartig. Um den Ruf des Internats zu schützen, wird Sara nicht vor die Tür gesetzt, sondern als Dienstmädchen und Lehrerin für die kleinen Schülerinnen eingestellt. Der härteste Teil ihres Lebens beginnt…

Eigene Meinung:
Der Manga „Die kleine Prinzessin Sara“ beruht auf der Romanvorlage von Frances Hodgson Burnett. Es ist damit der dritte Band aus der Reihe „Manga-Bibliothek“ der bei Tokyopop erscheint.

Da es sich bei dem Manga um einen Einzelband handelt, musste die Geschichte sehr gekürzt werden. Tetsuya Mihara beschränkte sich inhaltlich wirklich nur auf die Handlungsschwerpunkte und musste daher viel von der Romanvorlage streichen. Azuki Nunonukuro, die hierzulande noch total unbekannt ist, hat den Manga künstlerisch gut umgesetzt.

Der Manga ist gut geeignet für Leser, die „Die kleine Prinzessin Sara“ bisher noch nicht kannten und einen Eindruck von der Geschichte erhalten möchten. Auch für Fans von Anime und Roman ist dieser Manga eine schöne Zusammenfassung und kann durchaus empfohlen werden.

Syokojo (A Little Princess): © 2012 Azuki Nunonukuro, Gakken Education / Tokyopop

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Manga-Bibliothek: Die Abenteuer des Tom Sawyer

Name: Manga-Bibliothek: Die Abenteuer des Tom Sawyer
Englischer Name: The Adventures of Tom Sawyer
Originaltitel: Tom Sawyer no Bouken
Herausgebracht: Japan: Gakken Education 2012
Deutschland: Tokyopop 2013
Mangaka: Aya Shirosaki
Bände: Einzelband
Preis pro Band: 14,00 €

Manga-Bibliothek: Die Abenteuer des Tom SawyerInhalt und Eigene Meinung
Mit „Die Abenteuer des Tom Sawyers“ erschien ein weiterer Einzelband der „Manga-Bibliothek“- Reihe, in der berühmte Romane der Weltliteratur von mehr oder weniger bekannten Mangakas als Comic umgesetzt werden. Auf diesem Weg will man augenscheinlich die jüngere Generation für die berühmten Bücher gewinnen und den bekanntesten Romanfiguren neues Leben einhauchen.

Der vorliegende Band hält sich dabei stark an die literarische Vorlage. Wer einmal Mark Twains Klassiker gelesen hat, vergisst ihn nicht so schnell wieder und kann sich problemfrei an die vielen kleinen Abenteuer des Romans erinnern. Aya Shirosaki setzt alle wichtigen Episoden des Buches um, sei es das Kennenlernen von Tom und Becky, Indianer Jos Mord an dem jungen Doktor, den Tom und Huck beobachten und die Verhandlung von Muff Potter. Auch Hucks und Toms Leben auf der versteckten Insel, die Schatzsuche und die verwinkelten Höhlen, in denen sich Tom und Becky verlaufen, findet man wieder, so dass Fans des Buches eine gelungene Adaption präsentiert bekommen. An einigen Stellen wird die Geschichte zwar zu schnell vorangetrieben, einige Szenen hätten durchaus mehr Platz bekommen können, doch aufgrund der Vielzahl an kleineren und größeren Abenteuern, die umgesetzt wurden, kann man das leicht verschmerzen.

Neben dem schnellen Voranschreiten der Handlung fällt nur eine Sache negativ ins Auge – das Fehlen von schwarzen Sklaven und farbiger Bevölkerung. Sicher wirkt es, aus heutiger Sicht ein wenig rassistisch, wenn man den Umgang mit den farbigen Menschen miterlebt (was gerade bei den Romanen um „Huckleberry Finn“ zu unschönen Zensuren in den Klassikern führte), aber es ist einfach Teil der Handlung und der damaligen Zeit. Es stört mich ein wenig, dass bis auf Jim, den Sklaven von Toms Tante, keinerlei Farbige im Comic vorkommen, obwohl sie zumindest hin und wieder auftauchen müssten. Es stört das Gesamtbild und verfälscht die damalige Zeit, auch wenn in den Romanen umd „Tom Sawyer“ Farbige kaum eine Rolle spielen.

Stilistisch kann die Mangaadaption wieder punkten. Aya Shirosaki hat einen sehr schönen, frechen Zeichenstil, der gut zu Tom, Huck und ihren Freunden passt. Die Kinder gelingen ihr problemfrei, auch die Szenen mit den Helden der Romane sind dynamisch und schwungvoll umgesetzt. Lediglich Erwachsene und ältere Menschen wirken ein wenig seltsam, hin und wieder sogar fast schlampig. Gerade Muff Porter und Indianer Joe sind oftmals schief und skizzenhaft gezeichnet, ihre Gesichter nur schwer auszumachen. Das ist ein wenig schade, weil es doch das Gesamtbild trübt.

Dafür gelingen Aya Shirosaki Hintergründe, so dass sich der Leser die Gegebenheiten problemfrei vorstellen kann. Hin und wieder findet man einige Ungenauigkeiten (falsche Kleidung, das Fehlen von schwarzen Sklaven, etc.), doch insgesamt gelingt der Zeichnerin ein gutes Bild der damaligen Zeit.

All das macht „Die Abenteuer des Tom Sawyers“ zu einem tollen Einzelband, den man sich als Fan der Romane nicht entgehen lassen sollte. Auch Neueinsteiger, die Mark Twains Meisterwerk nicht kennen, sollten einen Blick hineinwerfen, denn Aya Shirosakis Einzelband ist eine gelungene Umsetzung des charmanten und liebenswerten Klassikers. Die Zeichnungen sind passend und stimmungsvoll; Tom, Huck und Becky gut umgesetzt und es macht einfach Spaß die „Die Abenteuer des Tom Sawyers“ auch außerhalb der Romane zu genießen. Wer neugierig geworden ist, sollte den Büchern von Mark Twain eine Chance geben – sie sind herausragend und vermitteln das Bild einer Kindheit, die es leider in der heutigen Zeit nicht mehr gibt. Als Fan der Kinderbücher wünsche ich mir eine Fortführung des Klassikers und eine Umsetzung von „Huckleberry Finns Abenteuer“ von Aya Shirosaki, doch bisher sind lediglich „Die kleine Prinzessin Sara“ und „Eine fröhliche Familie“ angekündigt. Dennoch würde es sich lohnen auch Hucks Abenteuer in die Manga Bibliothek aufzunehmen.
Sehr zu empfehlen …

© Koriko

Die Abenteuer des Tom Sawyer: © 2012 Aya Shirosaki, Gakken Education Publ. / Tokyopop

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