Fairy Tale Battle Royale

Name: Fairy Tale Battle Royale
Englischer Name:
Originaltitel: Otogibanashi Battle Royale
Herausgebracht: Japan: Kadokawa 2017
Deutschland: Carlsen 2020
Mangaka: Soraho Ina
Bände: 3 Bände, wird fortgesetzt
Preis pro Band: 7,00 €

Story
Die Neuntklässlerin Aoba hat es nicht leicht, denn tagtäglich wird sie in der Schule von ihren Mitschülerinnen gemobbt. Zwar weiß ihr Klassenlehrer über das Mobbing Bescheid, doch ist auch er ratlos, was zu tun ist, um seiner Schülerin zu helfen.

Je trübsinniger die Realität für sie ist, desto eher flüchtet sich die Leseratte Aoba in ihre Bücher. Vor allem Lewis Carrols Klassiker „Alice im Wunderland“ hat es ihr angetan. Nicht selten hat sie sich gewünscht, auch einmal in einer anderen Welt zu landen.

Eines Tages, nachdem ihre Mitschülerinnen eine ihrer selbstgezeichneten Illustrationen zerrissen haben, findet Aoba unter den Fetzen einen seltsamen Vertrag. Darin wird ihr die Erfüllung eines Wunschs in Aussicht gestellt, wenn sie dafür einwilligt, die Rolle der Alice in „Alice im Wunderland“ zu spielen. Zunächst nimmt Aoba die Sache nicht wirklich ernst. Kurz entschlossen füllt sie den Vertrag aus und gibt als ihren Wunsch an, dass alle in ihrer Klasse sie mögen sollen. Zu ihrer Überraschung scheint das am nächsten Tag tatsächlich Realität geworden zu sein. Die Mädchen, die sie schikaniert haben, entschuldigen sich bei ihr und die, die sie bisher gemieden haben, suchen ihre Freundschaft.

Doch alles hat seinen Preis. Zuhause fordert der Vertrag, der ein magischer war, diesen Preis von Aoba ein. Plötzlich findet sie sich in Alice-Kostümierung  einer anderen Welt wieder. Dort trifft sie auf den Engländer Noah, der einen ähnlichen Vertrag wie Aoba geschlossen hat und ebenfalls die „Rolle“ einer Figur ausfüllen soll. Auch scheinen beide plötzlich ein seltsames Buch ohne Inhalt zu besitzen. Und sie treffen nicht nur auf schreckliche Gestalten, sondern auch auf weitere Menschen, die als Roman- und Märchenfiguren unterwegs sind. Eines der fremden Mädchen gibt ihnen den Tipp, dass „die Bücher vollendet werden müssen“. Aber was ist damit gemeint? Und wie sollen Noah und Aoba die leeren Seiten füllen?

Und wie soll sich Aoba gegenüber ihrem neuen Mitstreiter Noah verhalten, der bald scheinbar auf mehr als Freundschaft aus ist…

Eigene Meinung
Nach dem Märchen-Boom und dem Alice-Boom, die die Populärkultur in den letzten Jahren in Atem hielten, folgt nun mit „Fairy Tail Battle Royale“ eine Story, die beides miteinander verbindet. Menschen mit Problemen wird ein Wunsch gewährt, wenn sie dafür als Gegenleistung in einer fantastischen Welt darum kämpfen, dass ihre Paten-Erzählungen wieder vollendet werden. Im Großen und Ganzen findet sich dieses Schema nicht eben selten.

Auch mittlerweile häufig ist, dass die Handlung mit einer ordentlichen Brise Gewalt gewürzt ist. Da greift das Rotkäppchen halt im Zweifelsfalle selbst zur Schrotflinte, um einen Zombie zu erschießen. Auf dem Cover des ersten Bandes sieht man die weinende Protagonistin in zerfetzter Kleidung mit zwei Schwertern in den Händen. Wem das martialisch anmutet, sollte wissen: So schlimm ist es dann (zumindest im ersten Band) doch nicht. Die Zielgruppe sollen ja doch noch eher jüngere Jugendliche in der Mittelstufe sein. Dementsprechend sind die Charaktere – obgleich 15 Jahre alt – noch jünger wirkend und recht niedlich designt, es gibt eine zarte platonische Liebesgeschichte, und Blut und Gewalt halten sich noch in Grenzen.

Die Handlung ist nett aufgemacht und klassisch illustriert. Nichts Besonderes, aber ein soliddes Handwerksstück für den Mainstream-Markt.

© Rockita

Fairy Tale Battle Royale: © 2017 Soraho Ina  Kadokawa/Carlsen

 

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I am Sherlock

Name: I am Sherlock
Englischer Name:
Originaltitel: I am Sherlock
Herausgebracht: Japan: Shogakukan 2017
Deutschland: Carlsen 2019
Mangaka: Manga: Kotaro Takata
Szenario: Naomichi Io
Bände: 4 Bände
Preis pro Band: 7,00 €

Story
John H. Watson, seines Zeichens Arzt, ist gerade aus dem Kriegseinsatz in Afghanistan zurück. Dort wurde er durch eine Schusswunde verletzt. Zurück in der Heimat lebt er perspektivlos in den Tag hinein und verdingt sich mit Online-Games. Dabei würde er eigentlich eine neue Bude brauchen. Sein Kumpel Stamford vermittelt ihm einen Bekannten, der einen Mitbewohner sucht.

Die erste Begegnung der beiden potenziellen WG-Bewohner läuft jedoch nicht so wie geplant. Denn es stellt sich heraus, dass Stamfords Bekannter Sherlock in Wahrheit ein Android ist. Das allein ist schon Grund genug für John, Sherlock abzusagen, denn es war ein Androide, der ihn in Afghanistan verletzte.

John will gehen, doch er kommt nicht weit. Scheinbar hat er einige Wertgegenstände mitgehen lassen. Der Polizist, der ihn zurückschleift, hat aber nur Interesse an einem seltsamen USB-Stick. Kein Wunder, denn auf dem Stick befindet sich der minutiöse Plan für einen Einbruch. Sherlock kann den falschen Polizisten enttarnen und gemeinsam mit John gelingt es ihm, den Möchtegern-Räuber festzunageln.

Das Erlebnis lässt John seine Meinung von Sherlock ändern. Und er riecht auch ein gutes Geschäft. Gemeinsam beschließen beide zusammenzuziehen und eine Detektei zu eröffnen. Und die ersten Fälle warten schon…

Eigene Meinung
Seit ein paar Jahren hat die Sitte Einzug gehalten, einen Hype gnadenlos auszuschlachten. Vermehrt waren es in der letzten Zeit literarische Stoffe, die sich eines Revivals erfreuten, und zu denen in der Folge zahlreiche (mehr oder weniger ernste) Franchises produziert wurden. „Alice im Wunderland“ beispielsweise. Ein anderer Held, der zwar immer beliebt war, aber im 21. Jahrhundert nochmal zu neuen Größen aufstieg, ist Sherlock Holmes. Ausgehend von der preisgekrönten BBC-Serie mit benedict Cumberbatch und zweier Kinofilme (Regie: Guy Ritchie), schoss der Meisterdetektiv aus der Feder von Arthur Conan Doyle auf der Beliebtheitsskala steil nach oben. Da lag es nahe, dass auch zahlreiche Manga-Adaptionen produziert wurden. Manche davon offenbarten interessante Blickwinkel, wie zuletzt „Moriarty the Patriot“, die bemüht war, sich an gewisse Spielregeln zu halten.

Das kann man bei der hier vorliegenden Adaption nicht wirklich behaupten. Denn der Titelcharakter Sherlock Holmes ist hier ein Android, sein Partner Watson ein Liebhaber von Fantasy-Online-Games. Wem diese Konstellation noch nicht abenteuerlich genug scheint, der wird von der Darstellung Mrs. Hudsons umgehauen, die auf ihrem Social Media-Channel freizügige Selfies von sich postet. Um es kurz zusammenzufassen: Abgesehen von den Namen und einigen wenigen Grunddaten hat diese Serie mit der Original-Vorlage herzlich wenig zu tun. Man wird das Gefühl nicht los, dass die Anlehnung an Arthur Conan Doyle aus marketingtechnischen Gründen gesucht wurde. Die Kriminalfälle sind jedenfalls nicht überragend, ihre Lösung basiert vor allem auf den scheinbar unerschöpflichen Möglichkeiten des Androiden Sherlock. Da gibt es bessere Adaptionen…

© Rockita

I am Sherlock: © 2017  Kotaro Takata / Naomichi Io  Shogakukan / Carlsen

 

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Yakuza goes Hausmann

Name: Yakuza goes Hausmann
Englischer Name:
Originaltitel: Gokushufudô
Herausgebracht: Japan: Shinchosha 2018
Deutschland: Carlsen 2019
Mangaka: Kousuke Oono
Bände: 4 Bände, wird fortgesetzt
Preis pro Band: 7,50 €

Story
Jahrelang machte „Immortal Tatsu“ die japanische Unterwelt unsicher. Ein Yakuza, wie er im Buche steht – mit Tätowierungen am ganzen Oberkörper, nach hinten gegelten Haaren und Sonnenbrille zu allen Tages- und Nachtzeiten. Gefürchtet von seinen Feinden, elementares Standbein seines eigenen Clans.

Doch als das ist Geschichte. Denn Tatsu hat geheiratet! Daraufhin beschloss er, ein anständiges Leben anzufangen. Und weil seine Angetraute Miku einen Vollzeit-Job als Designerin hat, schmeißt er den Haushalt – als Hausmann in Vollzeit.

Klar, dass dieses so grundsätzlich neue Leben einige Herausforderungen mit sich bringt. Denn Tatsu gibt sich zwar alle Mühe, doch sein allzu zwielichtiges Äußeres hält die Menschen um ihn herum auf Abstand. Nur die Polizei tritt an ihn heran, dafür umso öfter. Und dann ist da noch das Problem, dass ihn seine Vergangenheit immer wieder einzuholen droht. Denn sowohl Freunde wie auch Feinde aus seiner Zeit als „Professioneller“ können sich nur zu gut an „Immortal Tatsu“ erinnern…

Eigene Meinung
Ein Yakuza, also ein Mitglied der japanischen Mafia, der aussteigt, um Hausmann(!) zu werden? Allein diese Grundidee lässt schon aufhorchen. Eine ganze Reihe an witzigen oder auch spannenden Situation und auch an Konstellationen kommt einem in den Sinn.

Und tatsächlich lässt es Schmunzeln, wenn der Ex-Yakuza den Kauf einer Blu-ray durchzieht wie einen Drogendeal oder wenn er einer Plastikfigur, die aus Versehen kaputt ging, ein angemessenes Begräbnis zukommen lässt. Doch das bleiben leider nur Momentaufnahmen. Die Serie setzt auf schnelle Gags in kurzen Einzelepisoden, doch diese sind dann auch schnelllebig und bald wieder vergessen. Ein kontinuierlicher Charakteraufbau findet nicht statt. Zwar erfährt man hier und da am Rande etwas über „Immortal Tatsus“ früheres Leben, aber diese Bruchstücke bleiben auf den gängigsten Klischees stehen und dienen der Situationskomik, nicht dem Protagonisten. Noch rätselhafter, wobei ungleich interessanter, wäre sein Weg dorthin. Ob seine Ehefrau, eine resolute Karrierefrau daran Anteil hatte? Tatsächlich bleibt auch die Angetraute blass. Außer einem Faible für eine bestimmte TV-Serie und ihrem Namen bleibt sie eine Unbekannte und distanziert.

Der japanische Originaltitel „Gokushufudô“ setzt sich u.a. aus den Bestandteilen „Hausfrau“ (shufu) und „Weg“ (dô) zusammen. Dieses Wortspiel („Der Weg des Hausmanns“) und dessen Anlehnung an die Wege des Kriegers oder des Ninja ist weitaus treffender, als der der für die deutsche Ausgabe gewählte. Letzter klingt nur reißerischer, nicht aber die Atmosphäre des Manga.

Es ist zu schade, dass bei der Konstruktion der Reihe das Potenzial der Idee so wenig ausgeschöpft wurde.

© Rockita

Yakuza goes Hausmann: © 2018  Kousuke Oono  Shinchosha / Carlsen

 

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Magus of the Library

Name: Magus of the Library
Englischer Name: Magus of the Library
Originaltitel: Toshokan no Daimajutsushi
(Original-Vorlage: Kahuna des Windes)
Herausgebracht: Japan: Kodansha 2018
Deutschland: Carlsen 2019
Mangaka: Zeichner: Mitsu Izumi
Autor: Sofie Shuim
Bände: 3 Bände, wird fortgesetzt
Preis pro Band: 12,00 €

Story
Der sechsjährige Shio Fuchs hat eine große Leidenschaft: Bücher. Wenn er die spannenden Welten der Abenteuerbücher eintaucht, fühlt er sich wie neu geboren. Doch dann scheint es plötzlich so, als wenn es vorbei sei mit dem Schmökern. Weil Shio aus dem Armenviertel stammt, wird ihm der Zutritt zur öffentlichen Bücherei in seinem Dorf verwehrt. Das trifft den Jungen umso härter, da er kein Geld hat, um sich selbst Bücher zu kaufen. Seit dem Tod ihrer Eltern rackert sich seine ältere Schwester ab und hält die Geschwister mit mehreren Jobs über Wasser. Sie ist es auch, die Shio den Schulbesuch finanziert. Denn zumindest einer aus der Familie soll mal etwas werden.

Obwohl Shio gerne lernt, ist der Schulbesuch für ihn eine Belastung. Als Mischlingskind wird er wegen seines fremdartigen Aussehens von seinen Mitschülern gehänselt. Freunde hat er keine. Lesen half ihm stets dabei sich davon abzulenken. Doch auch damit scheint es nun vorbei.

Eines Tages soll eine Begegnung Shios Leben verändern. Das Dorf erhält Besuch von vier Kahunas, magiebegabte Bibliothekare aus Ajtzak, der Stadt der Bücher. Kahunas kümmern sich um Bewahrung und Instandhaltung wertvoller Bücher. Sie unterstützen und inspizieren aber auch regionale Bibliotheken.
Shio ist fasziniert von den Neuankömmlingen, insbesondere von dem jugendlichen Bibliothekar Sedna. Zufällig lernen sich die beiden kennen. Als Sedna Shio auch noch ein Buch ausleiht, ist der Junge überglücklich.

Wäre da nicht der Leiter der Dorfbibliothek. Als der Shio mit einem Buch erwischt, glaubt er doch glatt, der Kleine hätte es gestohlen und knöpft es ihm ab.
Kann sich das Missverständnis klären und kann Sedna Shio helfen?

Eigene Meinung
„Magus oft he Library“ basiert auf der Romanvorlage „Kahuna des Windes“ von Sofie Shuim. Es muss nicht weniger als eine Mammutaufgabe gewesen sein, die dichte Struktur der Handlung, das komplexe Figurengeflecht und Welt des Romans ins Manga-Format zu übertragen. Mangaka Mitsu Izumi hat sich dieser Aufgabe angenommen und liefert mit dem Ergebnis eine bemerkenswerte Leistung ab. Es ist lange her, dass ich einen derart bildgewaltigen Manga gelesen habe. Die Assistenten, die Izumi sicherlich beschäftigt, haben ganze Arbeit geleistet. Da weht sich jeder Grashalm einzeln im Wind, jede Münze und jeder Schmuckstein hat seine eigenen Applikationen, jeder Buchrücken in den Bibliotheken ist einzeln gestaltet und die Landschaften könnten aus Bildbänden entnommen sein. Das alles trägt dazu bei, dass die Handlung – die versucht, die Waage zwischen fantastischer und realistischer Darstellung zu wahren – eben jeden Spagat auch im Manga-Format schafft.

Die Story selbst ist eine Mischung aus Jungen-Abenteuer, Gesellschaftsdrama und fantastischem Coming-of-Age. Die Liebe fürs Detail zeigt sich verschiedentlich. Nun darf man auf die Fortsetzung gespannt sein.

Carlsen bringt die Serie in einem edlen, extra festen Klappenbroschur heraus. Nach der Lektüre, weiß man, warum.

© Rockita

Magus of the Library: © 2018  Mitsu Izumi / Sofie Shuin /   Kodansha / Carlsen

 

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Ragna Crimson

Name: Ragna Crimson
Englischer Name: Ragna Crimson
Originaltitel: Ragna Crimson
Herausgebracht: Japan: Square Enix 2017
Deutschland: Kazé 2019
Mangaka: Daiki Kobayashi
Bände: 5 Bände, wird fortgesetzt
Preis pro Band: 7,95 €

Story
In einer mittelalterlichen Welt leben die Menschen in ständiger Angst vor wilden Drachen, die ihre Städte vernichten und deren Bewohner töten.

Der junge Ragna hat bereits mehrmals die Bekanntschaft der Kreaturen gemacht. Seine ganze Familie wurde von ihnen ermordet. Inzwischen arbeitet er als Drachenjäger, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen und Drachen zu vernichten. Der Haken ist nur: Obwohl Ragna täglich trainiert, wird einfach kein guter Schwertkämpfer aus ihm. So fristet er ein Leben im Schatten seiner höchst talentierten Partnerin Leo. Die ist zwar erst zwölf Jahre alt, aber bereits eine legendäre Drachentöterin. Sie übernimmt meist das Kämpfen, während Ragna sich um die alltäglichen Belange kümmert. Das bringt ihm den Spott der Drachenjäger-Kollegen.

Ragna aber ist das egal. Unverdrossen trainiert er weiter, wohl wissend, dass er ohne seine Partnerin nicht lange überleben würde. Bis er eines Tages eine merkwürdige Vision hat. Darin wird Leo vor Ragnas Augen getötet. Tatsächlich tritt bald darauf eine Situation ein, deren Grundausrichtung frappierend seiner Vision ähnelt. Ein Drache attackiert die Stadt. Für Ragna steht fest, was auch immer geschieht: Er will auf keinen Fall Leo sterben lassen. In seinem Geist erscheint ihm wieder der alte Mann. Dabei kommt heraus, dass es sich dabei um niemand anderen als ihn selbst handelt – um sein zukünftiges Ich. Der Ragna der Zukunft hat nach jahrzehntelangem Training eine Kampftechnik für sich entwickelt und so perfektioniert, dass er damit Drachen töten kann. Zu spät für Leo.

In dieser Situation schließt Ragna ein Abkommen mit seinem zukünftigen Ich: Der alte Ragna soll ihm seine Kräfte übertragen, damit er Leo retten und die Zukunft ändern kann. Tatsächlich gelingt das Vorhaben. Ragna erlangt ungeahnte Kräfte und kann Leo damit retten. Doch seine Reise hat damit erst begonnen…

Eigene Meinung
Daiki Kobayashi verbindet den Kampf zwischen den (guten) Menschen und den (bösen) Drachen mit einer ganzen Reihe bekannter Motive. Da ist der junge Mann, der stark werden will, um seine Freundin zu beschützen. Das gelingt ihm zwar, aber er verliert auch etwas dadurch, dass er stark wird. Neu ist, dass es ihm weder allein durch eigenen Anstrengung gelingt, noch durch die Hilfe einer fremden Person, sondern durch sein zukünftiges Ich. Das Beispiel zeigt, wie der Autor Bekanntes mit Neuem zu verbinden weiß.

Optisch kann dieser Manga mit den bildgewaltigen Epen, wie sie heutzutage im Fantasy-Genre üblich sind, nicht mithalten. Alles kommt eine Spur zweitklassiger daher, Hintergründe sind häufig einfarbig, die Anzahl an Gesichtsausdrücken pro Charakter sind beschränkt, die Kostümierung ist einfach gehalten. Die Kampfszenen wirken immer mal wieder unübersichtlich.

Insgesamt bietet „Ragna Crimson“ annehmbare Fantasy-Unterhaltung. Die Gesellenprüfung ist drin, für die Meisterprüfung reicht die Serie allerdings nicht.

© Rockita

Ragna Crimson: © 2017 Daiki Kobayashi Square Enix / Kazé

 

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Wer bist DU zur blauen Stunde?

Name: Wer bist DU zur blauen Stunde?
Englischer Name: Our Dreams at Dusk
Originaltitel: Shimanami tasogare
Herausgebracht: Japan: Shogakukan 2015
Deutschland: Carlsen 2019
Mangaka: Yuhki Kamatani
Bände: 4 Bände
Preis pro Band: 10,00 €

Story
Der Oberschüler Tasuku wechselt in einer neuen Stadt auf eine neue Schule. Kurz vor den Sommerferien finden ein paar seiner neuen Klassenkameraden auf seinem Handy eine Website, auf der man einen Shonen Ai-Anime sehen kann. Sofort verbreiten die Mitschüler ihre Entdeckung im ganzen Jahrgang, verbundenen mit der Schlussfolgerung, dass Tasuku selbst schwul sein muss. Alle Erklärungen Tasukus stoßen auf taube Ohren. Und das schlimmste ist: Seine Gefühle fahren auch noch Achterbahn.

Tasuku reagiert geradezu panisch auf diese Entwicklung. Er fürchtet sich davor, in Zukunft in der Schule gemobbt und ausgegrenzt zu werden. Als er schon an einer Brüstung steht und darüber nachdenkt, in den Selbstmord zu springen, sieht er plötzlich eine Frau, die aus dem Fenster eines gegenüberliegenden Hauses springt. Tasuku ist fasziniert und fühlt sich scheinbar magisch angezogen. So findet er zufällig die Lounge der mysteriösen „Frau Jemand“. Hier ist jeder und jede willkommen, der oder die Probleme mit sich herumträgt und jemanden zum Zuhören benötigt. So kommt es, dass sich ganz verschiedene Menschen in der Lounge treffen, um abzuhängen, gemeinsam Dinge zu unternehmen und auch einfach, um sie selbst zu sein.

Da ist zum Beispiel die hübsche Hanako, die ihren Job verlor, weil sie sich als Lesbe outete. Heute lebt sie glücklich mit ihrer festen Freundin Saki zusammen. Aber der Weg dorthin war hart, selbst ihre Eltern brachen zeitweise den Kontakt zu ihr ab. Hanako entdeckt schnell, was in Tasuku vorgeht und nimmt ihn unter ihre Fittische. Denn das, was dem Jungen nirgendwo sonst über die Lippen ging, kann er ihr anvertrauen: Es gibt da tatsächlich einen Jungen, der sein Herz höher schlagen lässt…

Eigene Meinung
Gleich vorneweg: Wer in „Wer bist DU zur blauen Stunde?“ einen einfachen Shonen-Ai-Manga erwartet, der liegt vollkommen falsch. Vielmehr handelt es sich um ein einfühlsames Melodram ums Erwachsenwerden, um Toleranz und die Akzeptanz von Menschen, die nicht in gängige Konventionen passen. Jene, die von der Gesellschaft erdrückt werden, die ausgegrenzt werden oder sich dafür fürchten ihr Anders-sein zuzugeben, gibt es viele. In der Lounge der geheimnisvollen „Frau Jemand“ kommen einige von ihnen zusammen – und finden dort ein Refugium, in dem sie vorbehaltlos so angenommen werden, wie sie sind. Dort können sie entspannen, etwas eigenes Kreatives schaffen und zu sich selbst zurückfinden. Die erwachsene Hanako hat dieses Ziel bereits erreicht, dem Schüler Tasuku steht noch ein langer Weg bevor bis zum Coming-out. Aber dort ist er nicht allein.

Behutsam nimmt Yuhki Kamatani sich seiner Figuren an, verschafft ihnen Räume und Zuspruch, sodass sie selbst die Antwort finden können. Längst geht es dabei nicht nur um Homosexualität – auch wenn das den jugendlichen Protagonisten am meisten beschäftigt. Da sollte man sich auch vom deutschen Titel nicht irreleiten lassen (der engl. Titel trifft das besser). Aber Tasuku dient als Türöffner und Identifikationsfigur, zumindest im ersten Band. Dem Autor gelingt mit der vierbändigen Mini-Serie ein in weiche, offene Bilder verpacktes Plädoyer für Toleranz.  Lesenswert.

© Rockita

Wer bist DU zur blauen Stunde?: © 2015 Yuhki Kamatani  Shogakukan / Carlsen

 

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Devil’s Line

Name: Devil’s Line
Englischer Name: Devil’s Line
Originaltitel: Devil’s Line
Herausgebracht: Japan: Kodansha 2013
Deutschland: Kazé 2019
Mangaka: Ryo Hanaba
Bände: 14 Bände
Preis pro Band: 6,95 €

Story
Die hübsche Tsukasa ist eine ganz gewöhnliche Studentin. Von Klatsch und Tratsch und okkulten Horrormeldungen in den Medien hält sie nicht viel. Genauso wenig wie von den Annäherungsversuchen ihres Kommilitonen Shota. Die beiden verstehen sich bestens, doch im Gegensatz zu Tsukasa erhofft sich Shota mehr. Eines Abends auf dem Heimweg folgt den beiden ein mysteriöser dunkel gekleideter junger Mann. Tsukasa bekommt es mit der Angst zu tun, doch es ist nicht der Unbekannte, vor dem sie sich fürchten sollte.

Der dunkle Mann, Yuki Anzai, ist nämlich Polizist und auf der Suche nach einem mehrfachen Frauenmörder. Den glaubt er in niemand anderem als Shota gefunden zu haben. Denn der Student ist in Wahrheit kein Mensch, sondern ein Vampir. Obwohl er beteuert, sich tatsächlich in Tsukasa verliebt zu haben und nicht auf ihr Blut aus zu sein, zeigt sich, dass er seinen Durst nicht unter Kontrolle hat. Anzai nimmt ihn in Gewahrsam und bringt die verstörte Tsukasa nach Hause.

An ihrer Wohnungstür passiert dann etwas Ungeplantes. Der sonst so professionelle Anzai verspürt eine heftige Lust auf die süße Studentin. Denn auch Anzai ist zur Hälfte ein Vampir. Gewöhnlich betäubt er seinen Blutdurst mit Medikamenten, doch Tsukasa ist für ihn etwas Besonderes. Und auch Tsukasa selbst, die gewöhnlich äußerst beziehungsscheu ist, ertappt sich dabei, wie ihr der junge Polizist im Kopf herumspukt.

So kommt es, dass Anzai kurze Zeit später auf Tsukasas Balkon steht und in dieser Nacht in ihrer Wohnung – unter dem Kotatsu – einschläft. Es soll nicht das letzte Mal gewesen sein. Könnte sich da etwas entwickeln zwischen dem ungleichen Paar?

Eigene Meinung
„Devil’s Line“ ist die erste umfassende Manga-Serie des Mangaka Ryo Hanada. Im Zentrum der Handlung steht die wachsende Beziehung zwischen dem introvertierten Halb-Vampir Anzai und der beziehungsscheuen Studentin Tsukasa. Anzai, der sich als Polizist gerne einen professionellen Anstrich gibt, greift auch zu unlauteren Methoden, um Tsukasa zu beschützen. Außerdem hadert er mit seiner Mischlingsexistenz, die ihn zu keiner Seite richtig gehören lässt. Umgekehrt gibt die Begegnung mit Anzai Tsukasa den Anlass ihre eigene Zurückhaltung gegenüber Annäherungsversuchen zu reflektieren. In der Rahmenhandlung geht es generell um das Zusammenleben zwischen Menschen und Vampiren, die dadurch einigermaßen funktioniert, dass Vampire Medikamente einwerfen, um ihren Blutdurst zu unterdrücken. Immer klappt das nicht. Denn was, wenn Angehörige den Vampiren etwa freiwillig ihr Blut anbieten?

Nicht immer klappt auch das Zusammenspiel der Rahmenhandlung mit der Geschichte der Protagonisten. So ganz ist nicht klar, ob der Mangaka nun eine Liebesgeschichte mit Spannungselementen oder eine Fantasy-Handlung mit romantischen Elementen schaffen wollte.

Im Jahr 2018 wurde ein Anime zum Manga produziert, der zwölf Episoden umfasst. Die Serie ist zwischenzeitlich auch in deutscher Sprache erschienen.

© Rockita

Devil’s Line: © 2013  Ryo Haneda  Kodansha / Kazé

 

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My Hero Academia SMASH!

Name: My Hero Academia SMASH!
Englischer Name: My Hero Academia SMASH!
Originaltitel: Boku no Hero Academia SMASH!
Herausgebracht: Japan: Shueisha 2015
Deutschland: Carlsen 2019
Mangaka: Hirofumi Neda
Kohei Horikoshi (Original)
Bände: 5 Bände
Preis pro Band: 5,00 €

Inhalt & Eigene Meinung
„My Hero Academia“ zählt aktuell zu den angesagtesten Serien im „Shonen Jump“-magazin. Wie es sich für angesagte Serien gehört, wird der Stoff gerne durch weitere Veröffentlichungen zusätzlich angekurbelt, bzw. der kommerzielle Erfolg dadurch gefördert. „My Hero Academia SMASH!“ sammelt 4-Panel-Strips zur Serie, die ursprünglich von 2015 bis 2017 in der „JUMP+“-App in Japan ein zusätzliches Leckerli für Fans darstellen sollten.

Zum großen Teil handelt es sich bei den kurzen Strips um „Outtakes“, also um ein bis zwei Panel aus der Originalserie, die um eine andere, möglichst witzige Wendung ergänzt wurden. Andere beschäftigen sich mit Nebenfiguren, die nur am Rande in der Originalhandlung vorkommen wie Mt. Lady oder Kamui Woods.

Ausführender Mangaka der Sammlung ist Hirofumi Neda. Er orientiert sich natürlich an der Original-Serie, zeichnet selbst aber kleinteiliger. Die Figuren sind im Chibi-Format gehalten. Der (Witz-)Gehalt der einzelnen Strips divergiert sehr stark. Schon das Format bringt da leider Abstriche mit sich. Zudem wird einiges an Kenntnissen aus der Serie vorausgesetzt.  Ich könnte mir vorstellen, dass man insgesamt einen positiveren Eindruck erhalten würde, wenn man die Strips einzeln (zum Beispiel täglich einen neuen) voneinander betrachten könnte. In der Samlung überwiegt leider eher der enttäuschende Eindruck.

Im Anhang des Bandes gibt es noch einige gesammelte Gag-Seiten mit Strips, die nicht für die App genehmigt wurden, einer Grafik mit fünf Hauptfiguren nach einer Geschlechtsumwandlung, ein Quiz und zwei Kurz-Manga von Hirofumi Neda bzw. Kohei Horikoshi, dem Autor der Original-Serie, über- und füreinander.

Die deutsche Ausgabe kostet mit einem Preis von 5 Euro pro Band vergleichsweise wenig, allerdings hat der erste Band auch weniger Seiten. Leider ist manchmal die Schrift etwas klein gehalten. Im größeren Format des Vorschauheftes waren Beschriftungen besser zu lesen.

Insgesamt dürfte diese fünfbändige Comedy-Ergänzung hautsächlich etwas für Fans der Originalserie sein.

© Rockita

My Hero Academia SMASH!: © 2015 Hirofumi Neda / Kohei Horikoshi  Shueisha / Carlsen

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Renjoh Desperado

Name: Renjoh Desperado
Englischer Name:
Originaltitel: Renjoh Desperadoh
Herausgebracht: Japan: Shogakukan 2015
Deutschland: Kazé 2019
Mangaka: Ahndongshik
Bände: 6 Bände
Preis pro Band: 6,50 €

Story
Irgendwo inmitten der Prärie… Ein paar Revolverhelden haben einen kleinen Jungen bei sich, den sie an Menschenhändler verkaufen wollen. Da taucht eine einsame Gestalt auf – zu Fuß, mit zerfetztem Umhang und Strohhut bekleidet und mit einem Langschwert bewaffnet. Die fremde Person rettet den kleinen Kitta und bringt ihn zurück in die nächste Stadt, wo er schon gesucht wurde.

Zur Überraschung aller handelt es sich bei der Person um eine Frau – die heimatlose Wanderin Monko: Die ist hübsch, gut bestückt, eine begnadete Kämpferin und keine Kostverächterin – und außerdem auf der Suche nach dem Mann ihres Lebens. Dafür reist sie einsam umher. Nun scheint es so, als sei sie endlich fündig geworden, denn ihr Herz entflammt für Kittas älteren Bruder, den Bankier Daikichi. Als der Junge wieder entführt wird, diesmal von der Familie Spider, die ihn als Ersatz für Daikichis Schulden mitgenommen hat, sieht Monko ihre Stunde gekommen. Sie will den Kleinen erneut retten – und dann Daikichi einen Heiratsantrag machen.

Im Casino der Spiders erwarten die junge Kriegerin aber nicht nur eine Horde bis an die Zähne bewaffneter Revolverhelden, sondern auch die dressierte Stimme des Familienoberhaupts. Wie gut, dass auch Monko noch das ein oder andere Ass im Ärmel hat. Aber wird sie es auch schaffen, Daikichis Herz zu gewinnen?

Eigene Meinung
Ein Samurai-Road Movie, in dem es zugeht wie im Wilden Westen. Hat man das nicht schon einmal gesehen? Nein, nicht so ganz, denn wie Akira Kurosawas berühmtes Epos „Die sieben Samurai“ wurden zwar diverse Samurai-Filme als Western adaptiert, dass sich aber echte Schwertkämpfer zwischen Saloons, Sheriff-Büros und Eisenbahnschienen tummeln, ist ein neuer Gedanke. Spannend auch, dass diese Krieger weiterhin östlich gekleidet sind und im Casino mit Würfeln gespielt wird. Gute Voraussetzungen eigentlich. Die Action-Comedy, die allerdings dabei herauskommt, weiß nicht so recht, was sie will. Einerseits erinnern die mehr oder minder voneinander unabhängigen Kapitel um die Protagonistin, die mit einem rudimentären Ziel auf immer neue Stätten und Personen trifft an „Samurai Champloo“. In letzterer Serie (zumindest im Manga) lag der Schwerpunkt aber auf der Comedy, während „Renjoh Desperado“ mit drallen Brüsten, knappen Lendenschurzen und viel Hintern deutlich mehr in den Ecchi-Bereich hineinragt. Die Grundstory, die das ganze zusammenhält, nämlich Monkos Suche nach dem Mann fürs Leben – ist genauso erzwungen, wie sie klingt. Dass es schwierig wird, damit mehr als ein paar Kapitel zu füllen, zeigt schon, dass gegen Ende des Bandes eine erste Dauerrivalin und eine geheimnisvolle Backgroundstory aufgeboten werden. Dazu gibt es noch eine Messerspitze Cyberpunk (künstliche Gliedmaßen) und eine Prise Fantasy (mutierte Riesenviecher). Ob diese Mischung nicht etwas überwürzt ist, muss der Lesende beantworten.

© Rockita

Renjoh Desperado: © 2015 Ahndongshik  Shogakukan / Kazé

 

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Our Lonely War

Name: Our Lonely War
Englischer Name:
Originaltitel: Futari bocchi sensô
Herausgebracht: USA: Japan 2017
Deutschland: Tokyopop 2019
Mangaka: Erubo Hijiwara
Bände: 3 Bände
Preis pro Band: 6,95 €

Story
Seit zehn Jahren wird die Erde von einer außerirdischen Rasse, den Idola heimgesucht. Um sie zu bekämpfen, entwickelten die Menschen die humanoide Waffe „Arcana“. Ein Pilot, der sogenannte „Player“, steuert die „Unit“ aus der Ferne per Headset. Player zu werden ist der Traum von vielen, aber nur wenige schaffen es das rigorose Auswahlverfahren zu überstehen.

Einer von ihnen ist der 14-jährige Ilya Kravicz. Im Alter von fünf Jahren wurde er in einen Autounfall verwickelt und sitzt seither im Rollstuhl. Dennoch denkt er nicht ans Aufgaben. Unterstützung erfährt er von seiner erwachsenen Schwester Anna, die nach dem Tod ihrer Eltern das Sorgerecht für Ilya übernommen hat. Tatsächlich ist Ilya begabt als Player und so erreicht er schließlich sein Ziel. Doch der Tag seines größten Triumphs geht mit einem Schock einher. Denn die Units, die die Piloten steuern sind in Wirklichkeit keine reinen Hüllen, es handelt es sich um die operativ überarbeiteten Körper echter Menschen. Diese bilden die Rüstung der Player bei ihren Kämpfen. Da aber eine gewisse Synchronität zwischen Pilot und Einheit bestehen muss, kommen dafür nur Verwandte in Frage – wie Ilyas Schwester Anna, die seine einzige Verwandte ist.

Ohne es ihrem Bruder zu sagen, hat sich Anna, die bei den Verteidigungsstreitkräften dient,  bereits freiwillig als „Unit“ gemeldet und ihr Körper wurde entsprechend angepasst. Ilya ist entsetzt und verstört, dass seine Schwester sich derart in Gefahr begibt und ihre eigene hoffnungsvolle Karriere beim Militär aufgibt, um ihm seinen Traum zu verwirklichen. Nach langen Gesprächen mit Mendel, einem anderen Piloten, und seiner Schwester entscheidet sich Ilya, nach vorne zu schauen und gemeinsam mit Anna für die Zukunft der Menschheit zu kämpfen. Aber dann stellt ein tragisches Ereignis alles infrage…

Eigene Meinung
Sehr viele Ideen hat Erubo Hijihara in ihr Erstlingswerk „Our Lonely War“ hineingepackt. Fast muss man konstatieren: zu viele. Denn so wie weniger manchmal mehr ist, bietet eine dreibändige Mini-Serie gar nicht den Rahmen, um so viele spannende Ansätze adäquat auszufüllen. Da ist zu Einen der Protagonist, der trotz seiner Behinderung seinen Traum verbissen verfolgt. Natürlich steht die Beziehung zwischen Bruder und Schwester im Vordergrund. Aber nach und nach kommen mit weiteren Charakteren auch noch andere Themen dazu: Aus welchen Gründen kämpfen wir, was sind wir bereit zu opfern? Und schließlich stellen sich die Fragen, ab wann jemand noch ein Mensch ist und ab wann eine Kampfausrüstung. Nahezu bei allen diesen Ansätzen hätte man schon im ersten Band mehr machen können. Etwa die Tatsache, dass Ilya im Rollstuhl sitzt, wird zwar kurz thematisiert, bringt aber ansonsten nichts mit sich – Inklusion perfekt?! Man fühlt sich an Camerons „Avatar“ erinnert… Auch die Alien-Invasion dient mehr als Steigbügelhalter für die Drama-Handlung. Denn natürlich hadert Anna mit ihrer Entscheidung, auch wenn sie es nicht zugibt. Daher ist der Originaltitel „Futari bocchi sensô“ (dt. in etwa „Zwei-Personen-Krieg“) auch passender als der hiesige.

Das ist schon alles schade. Aber: Es bleibt zu hoffen, dass in den kommenden Bänden die Handlung noch weiter ausgefüllt werden kann. Zu wünschen wäre es, denn optisch ist die Serie ein absoluter Hingucker und bietet so viel Potenzial. Die Mangaka sollte im Auge behalten werden.

© Rockita

Our Lonely War: © 2017 Erubo Hijihara  Shueisha / Tokyopop

 

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