AniMUC 2015

An diesem Wochenende wurde in Fürstenfeldbruck einer der größten Conventions im süddeutschen Raum veranstaltet – die AniMUC.

Vom 10. bis 12. April öffnete das Veranstaltungsforum Fürstenfeld seine Tore für die Manga- und Anime-Fans. PummelDex war für euch am Samstag vor Ort, um von den Eindrücken zu berichten.

Schon Kilometer vor der AniMUC waren Duzend kostümierte Männer und Frauen, die zum Veranstaltungsforum pilgerten, zu sehen. Wenn man der Masse folgte, konnte man die Location gar nicht verfehlen. Vor dem Eingang zum Gelände standen die Menschen bereits am frühen Morgen Schlange, um noch eins der begehrten Tagestickets zu bekommen. Auch das regnerische Wetter konnte keinen vertreiben. Innerhalb von 2 Stunden waren die Tagestickets restlos ausverkauft. Ob alle ein Ticket bekommen konnten, wage ich bei der Anzahl an wartenden Personen, zu bezweifeln.

 

Um 10 Uhr öffneten die Hallen ihre Türe und das umfangreiche Programm der AniMUC begann.

Mit einer kleinen Verzögerung begann um ca. 11:15 Uhr der erste Wettbewerb des Tages – der Cosplay-Wettbewerb der AniMUC. Die Teilnehmer gaben sich alle Mühe, das Publikum für sich zu begeistern. Dabei wurde dieses Mal wieder viel Wert auf komödiantische Einlagen und Freude am Auftritt gelegt. Unterhaltsame Tänze heizten den Zuschauern ebenso ein, wie allerlei Kussszenen (egal ob zwischen einem Mann und einer Frau oder zwischen zwei Vertretern des gleichen Geschlechts). Auch Disney-Figuren waren erneut sehr beliebt.  Am Ende entschied sich eine kompetente Jury für folgende Top 3:

  • 1. Platz – Link als Ciel Phantomhive, Kate als Sebastian Michaelis, Navi als Elizabeth Midford (Black Butler)
  • 2. Platz – Sabaku als Aurora (Dornröschen), Zeor als Schneewittchen (Schneewittchen und die 7 Zwerge)
  • 3. Platz – Lena als Erza Scarlet, Annika als Aries, Simon als Gray Fullbuster, Iris als Happy, Hannah als Evergreen, Anna als Lisanna Strauss, Elena als Cana Alberona, Leonie als Mirajane Strauss, Jessi als Levy McGarden (Fairy Tail)

Das Programm im großen Saal war so umfangreich, dass man den ganzen Tag hätte sitzen bleiben können und dennoch gut unterhalten gewesen wäre.
Wer sich jedoch die Beine vertreten wollte, konnte sich beim Rundgang durch den schönen Park unzählige Cosplayer ansehen. Gegen Nachmittag zeigte sich auch immer wieder mal die Sonne, sodass man es draußen gut aushalten konnte. Für Cosplayer war das die Gelegenheit, ihre mühevoll hergestellten Kostüme, in dieser tollen Umgebung, perfekt in Szene zu setzen.

Neben vielen Workshops und Präsentationen gab es auch Interviews mit allerlei Ehrengästen. Internationale Cosplayer gaben sich dieses Jahr die Ehre, ebenso wie einige berühmte Synchronsprecher aus der Serie „Sailor Moon“.

In einem Interview standen folgende, von SailorMoonGerman eingelandene, Synchronsprecher den Fragen der Fans Rede und Antwort:

  • Stefanie von Lerchenfeld (Sailor Merkur in „Sailor Moon“, Officer Rocky in „Pokémon“)
  • Hubertus von Lerchenfeld (Motoki in „Sailor Moon“, Sanji in „One Piece“, Marshall Eriksen in „How I met your mother“)
  • Ditte Schupp (Sailor Star Fighter/ Seiya in „Sailor Moon“)
  • Mara Winzer (Luna in „Sailor Moon“, Sängerin vieler Lieder aus Sailor Moon, wie „Zwinge niemals die Liebe“ oder „Search for your love“)

Alle Synchronsprecher gaben an, mit ihrer Rolle sehr zufrieden gewesen zu sein. Für sie gab es keine bessere Anime-Figur, der sie ihre Stimme hätten leihen können. Lediglich Mara Winzer gestand, gerne einmal Miss Piggy synchronisieren zu wollen. Das Interview gab einen guten Einblick in den Beruf des Synchronsprechers. Dabei waren sich die Sprecher einig, dass aufgrund der unterschiedlichen Betonung der Wörter und des unterschiedlichen Satzbaus, die Japanische Sprache deutlich schwerer ins Deutsche zu übersetzen ist, als Englisch oder Französisch. Zumal keiner der vier Synchronsprecher Japanisch sprechen würde. Japanische Wortspiele gehen oft verloren und Sätze müssen teilweise gänzlich anders übersetzt werden, damit sich die Lippen der Figur auch in der deutschen Version synchron bewegen. Jedoch ermöglichen animierte oder gezeichnete Figuren, im Gegensatz zu realen Schauspielern, bei der Umsetzung mehr Interpretationsspielraum.
Insgesamt konnte man den Synchronsprechern jedoch anhören, dass die Figuren aus „Sailor Moon“ nur eine von vielen Rollen waren. Vor allem Hubertus berichtete ausgiebig von seiner Erfahrung als Stimme von Marshall aus „How I met your Mother“.

Der Nachmittag auf der AniMUC stand ganz im Zeichen der Showgruppen.
„Daijoubu“, die bekannt für ihre Parodien auf berühmte Manga und Animes sind, nahmen sich diesmal „Fullmetal Alchimist Brotherhood“ zur Brust. Auch Zuschauer, die den Anime nicht kannten, konnten sich durch die humorvolle Umsetzung der Figuren und die großartige schauspielerische Leistung köstlich amüsieren. Vor allem Daijoubu‘s Crew-Mitglied „Yuki“ als „Kimblee“ war unschlagbar authentisch. „Yuki“ ging in der Rolle förmlich auf und könnte mit der Darstellung auch locker als Oswald Cobblepot/ alias „Der Pinguin“ in „Gotham“ mitspielen.

Ganz anders präsentierten sich hingegen „Tsuki no Senshi“, die zum letzten Mal ihr Musical zu „Neon Genesis Evangelion“ aufführten. Das Stück war tief ergreifend und emotional. Vor allem die Crew-Mitglieder „Cynthie“ als „Shinji“ und „Ichigo“ als „Misato“ verkörperten die Charaktere mehr als glaubwürdig. Am Schluss herrschte unter den Mitgliedern dennoch große Trauer über das Ende des Musicals, die auch das Publikum fast zu Tränen rührte. Auf jedenfall weckte „Tsuki no Senshis“  Umsetzung von „Neon Genesis Evangelion“ in den Zuschauern die Lust, auch (noch mal) das Anime anzugucken.

Wer dann noch ein paar Euros ausgeben wollte, konnte sich in der Markthalle kräftig austoben. Deutsche Händler, wie „MyCostumes“ oder „Yakitori“ waren vor Ort, wie auch unzählige kleine Verkaufsstände. Dabei lohnte es sich, bei Interesse an einem bestimmten Produkt, genauer hinzugucken. Die Preise unterschieden sich zum Teil deutlich. So kosteten „Sailor Moon Petit Chara“ Figuren an einem Stand 12€, wohingegen dieselben Figuren zwei Stände weiter nur 8€ kosteten.
Im Obergeschoss der Markthalle konnte man auf dem „Manga-Markt“ allerlei Zeichnungen und Werke von Nachwuchskünstlern ergattern oder Second-Hand-Manga am großzügigen „Bring and Buy“-Stand kaufen.

Schlussendlich war die AniMUC wieder einmal gelungen.
Das Platzkontingent in den Hallen war ausreichend und keiner musste stehen oder auf eine Veranstaltung aufgrund mangelhafter Sicht verzichten. Wenn man etwas bemängeln möchte, dann wäre es die Tatsache, dass es viel zu viele interessante Veranstaltungen parallel gab. Vielleicht hätte das Programm zeitlich etwas verteilter sein können. Es gab kaum Pausen um durchzuatmen, wenn man eine der tollen Shows nicht verpassen wollte. Aber das ist Meckern auf ganz hohem Niveau. Auch das Wetter hat am Ende weitgehend mitgespielt.

Nächstes Jahr soll die AniMUC jedoch noch früher – am 1.04. bis 03.04.16 – stattfinden. Hoffentlich sind die Temperaturen dann schon hoch genug, denn die AniMUC lebt von der tollen Location an der frischen Luft.


~ Kurz-Infos zur Convention~
Veranstaltungsort: Veranstaltungsforum Fürstenfeld in Fürstenfeldbruck
Tageskarte Fr./So.: 13,00 €
Tageskarte Sa.: 21,00 €
Termin: 10. – 12. April 2015
Öffnungszeiten: 9.00 -23.00 Uhr

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