Comic Con Germany 2016 – Bericht Teil 1

Bericht zur Comic Con Germany vom 25.-26. Juni 2016 in der Neuen Messe Stuttgart (2 Seiten)

Ablauf Samstag, 25. Juni 2016

Am Con-Samstag fielen als erstes die langen Warteschlangen vor dem Eingangsbereich auf, die sich über mehrere hundert Meter am Messebau entlang zogen. Entweder hatte man bereits online sein Ticket erstanden und es nun in gedruckter Form dabei oder man konnte sich noch ein Tagesticket an den Kassen ergattern (man musste hier jedoch früh dran sein, da das Tageskontingent stark begrenzt war).

Der Zugang war über Drehkreuze mit Ticketscanner geregelt, was ohne große Probleme funktionierte. Direkt am Eingang konnte man sich auch gleich kostenlos ein knapp 40-Seiten starkes Con-Programmheft einstecken, das für den Rest der Con als absolutes Must-Have gelten sollte.

Um Punkt 9 Uhr begann im Foyer an der Hauptbühne die offizielle Begrüßung durch den Moderator Nessi mit allgemeinen Infos zur Con. Direkt im Anschluss an die kurze Begrüßung sollte ein exklusives Screening einer Folge der TV-Serie „Outcast“ folgen, was jedoch durch organisatorische Probleme (das Videomaterial aus den USA scheint nicht bei den Con-Betreibern angekommen zu sein) nicht möglich war. Stattdessen wurde nach einigen technischen Problemen (Ton- bzw. Bildfehler auf der Bühne, typischer Con-Auftakt eben ;-D) eine 30-minütige Videoshow aus sich wiederholenden Trailern abgespielt, die jedoch bereits nach der fünften Wiederholung des Outcast-Trailers fast niemanden mehr auf den Sitzen hielt und sich das Foyer so schnell wieder leerte.

Die meisten Besucher zog es dann direkt in Halle 1. Solange man die Messe bereits kannte oder den Lageplan, der im Programmheft abgedruckt war, richtig lesen konnte, war das soweit auch kein Problem. Ohne beides war man jedoch erst mal aufgeschmissen und wanderte etwas orientierungslos durch die weitläufigen Flure. Nach 1-2 Runden um das Foyer oder Auf- und Abstieg einiger Treppen fand man jedoch auch in die Halle 1. Allgemein wäre eine Beschilderung der jeweiligen Orte bzw. Nutzung von vorhandenen Bildschirmen und Leinwänden zur Kennzeichnung der jeweiligen Orte für die nächste Comic Con wünschenswert. Das würde auch verhindern, dass man nach einem ewig langen Flur vor einem etwas gelangweilten Service-Mitarbeiter steht, der einen wieder zurück schickt, da das Con-Gelände hier zu Ende ist (direkt nach Halle 3).

In Halle 1 konnte man dann alles bekommen, was das Sammlerherz begehrt: zahlreiche Verkaufsstände verschiedenster Anbieter hatten Unmengen an Comic-Merchandise, Sammelfiguren, Kissen und Kuscheltieren, Schmuck und Accessoires, Textilien uvm. zu bieten. Neben den Verkaufsständen gab es auch einige Aktionsstände,  bei denen man sich bspw. per Green-Screen in eine Szene der Serie „Outcast“ projizieren lassen oder durch den original Wartungstunnel des Raumschiff Enterprise klettern konnte. Die Orientierung in der Halle war jedoch wegen des großen Andranges und der engen Ständegassen sehr schwierig, zumal es keine wirklich gut erkennbaren Aufhänger, Plakate oder Schilder für die einzelnen Hallenbereiche oder größeren Aussteller gab (selbst der Panini-Verlag hatte nur ein kleines Schild unter der Decke hängen, dass aber im Getümmel absolut nicht auffiel).

Gut war die Klimatisierung der Halle: Es gab keine stehende Luft trotz der vielen Menschen und des warmen Wetters und die Temperatur sowie Luftzufuhr waren angenehm.

Programmtechnisch startete die Comiczonen-Bühne mit einem Gespräch (auf Englisch) über den persönlichen Werdegang etc. und ein Live-Zeichenwettbewerb der beiden „Star Wars: Rebels“-Zeichner Ingo Röhming und Bob Molesworth und dem Autor Martin Fisher. Moderiert wurde die Show durch „den lieben Steffen von Panini“, der die Sache souverän meisterte. Die gezeichneten Bilder wurden für einen wohltätigen Zweck versteigert, der Erlös von 85 € kam dem „Olgäle“, einem Stuttgarter Kinderkrankenhaus, zu gute.

Im direkten Anschluss wurde ein Poetry Nerd Slam veranstaltet, bei dem mehrere Autoren immer 1 gegen 1 dem Publikum selbstgeschriebene Texte, Gedichte oder Lieder vortrugen und das Publikum dann per Applaus über den Sieger abstimmte. Zeitgleich brachte ein Zeichner den Slam-Inhalt zu Papier. Teilnehmer waren die Slammer Nix als Flausen, Eva Stepkes und Peter Parkster, die gegeneinander in mehreren Runden antraten und als obligatorischen Preis eine Zuckerperlenkette oder –uhr überreicht bekamen.

Als nächstes kam Panini wieder an die Reihe und hat sich den Comedian Dominik Kuhn aka DODOKAY eingeladen, der vor allem für seine schwäbischen Synchros von bekannten Filmen und der Umtextung von Comics (bspw. „Die Simpsons auf Schwäbisch“) bekannt ist. Hier wurde wieder ein Gespräch mit zwischengeschaltenden Filmausschnitten aus seiner Synchroarbeit und mit anschließendem Live-Comic-Vorlesen vorgetragen, das mit 1 Stunde Programmzeit allerdings etwas kürzer hätte ausfallen dürfen.

Die Star-Panels, die für viele Besucher als absolute Highlights gelten, bestanden aus einem TV-Star, der auf der Bühne saß und die Fans durften per Mikro Fragen oder Aussagen an ihn stellen. Meistens handelte es sich um typische serienbezogene Fragen (u.a. „Hat dich deine Rolle auch privat inspiriert?“) oder um eine Anhäufung von Komplimenten und Beweihräucherungen („Du bist großartig/wunderschön/mein Vorbild etc.“). Die Panels wurden fast ausschließlich auf Englisch geführt, da keine deutschsprachigen Stars vorhanden waren. Für Fans der Schauspieler oder der Serie war es scheinbar ein großer Spaß, seinen Star mal in Fleisch und Blut zu erleben, als Außenstehender, der Serie und/oder Star nicht kannte, war es sehr ermüdend und kein Grund, sich das Panel anzuschauen. Außerdem schien fraglich, was TV-Stars aus Krimi-Serien, die absolut keinen Bezug zu Comics, Fantasy o.ä. haben, auf der Comic Con zu suchen haben, außer als „Publikumsmagnet“ für Nicht-Comic-Kenner zu dienen. Zudem sind die Ticketpreise für die exklusiven Panels in Halle 3 zwischen 20 und 100 € schon sehr happig, wenn man die Redezeit von max. 1 Stunde und immer denselben Fragen mit einrechnet. Wenn man dann noch ein Autogramm oder Foto möchte, kann man jeweils nochmal denselben Preis hinlegen (Beispiel: wenn man ein signiertes Foto von Nathan Fillion aus Castle haben wollte, musste man mindestens 217 € hinlegen). Für Hardcore-Fans sind diese Preise vielleicht vertretbar (wie oft sieht man als Europäer schon mal einen US-Star), aber ansonsten absolut überzogen.

Zum Abschluss wurde ein Cosplay Contest von Hydra Forge auf der Foyer-Bühne durchgeführt, bei dem mehrere Cosplayer in verschiedenen Kategorien gegeneinander antraten. Die Fachjury bestand aus Vertretern von HS-Design, Kamui Cosplay, Panini Comics Deutschland, Soffel Cosplay/Cohaku, Cross Cult, Heromancer Cosplay und Robert Maschio (Schauspieler aus der Serie „Scrubs“). Als Preise winkten zahlreiche Sachpreise aus dem Cosplay-Building, Spielekonsolen sowie kostenlose Übernachtung und Eintritt für die nächste Comic Con. Zusätzlich bekam der erste Platz „Best Costume“ noch 1.000 € Preisgeld.

Die Moderation übernahmen die beiden Cosplay- und LARP-Künstler „vonPuch“ alias Frank und Kes, die beide etwas nervös, aber kurzweilig unterhaltsam und souverän das Bühnenprogramm koordinierten. Der vorgegebene Zeitplan (1 Stunde) wurde teilweise etwas harsch, aber gezielt durchgepeitscht.

Die Auswertung der Cosplays erfolgte direkt während der Performance per Bewertungszettel. Die Performances waren kurz und knackig, sodass man das Kostüm gut anschauen und durch die Ausgestaltung mit Hintergrundmusik oder kurzen Sprechtexten etwas Atmosphäre tanken konnte.

Hier eine Übersicht der Gewinner:

Best Dress – Anna R. (Rapunzel aus „Rapunzel – Neu verföhnt“)
Best Build – Niklas H. (Scarecrow aus „Batman“)
2. Best Group – Stefanie & Jonathan (Harley Quinn & Joker aus „Batman“)
1. Best Group – Team Awesome (Street Fighter Ensemble aus „Street Fighter“)
3. Best Costume – Sarah P. (Lagertha aus „Vikings“)
2. Best Costume – Jens G. (Mitsurugi aus „Soulcalibur 2“)
1. Best Costume – Anna S. (Big Sister aus „Bioshock 2“)
Einen Zusatzpreis gab es für einen Cosplayer als Dr. Doom aus „Fantastic Four“, da er in „Vollplatte“ kam und die Jury das nochmal besonders ehren wollte.

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Comic Con Germany 2016 – Bericht Teil 2

Ablauf Sonntag, 26. Juni 2016

Der zweite Con-Tag begann wieder mit demselben Bild wie am Tag vorher: lange Warteschlangen. Im Foyer gab es dieses Mal nur eine sehr kurze Begrüßung, danach begann man direkt mit den ersten Star-Panels.

Heute ist das Bühnenprogramm am Cosplay Kingdom dran: Hier werden zahlreiche Vorträge, Gespräche und Tutorials rund um Cosplay angeboten. So bot bspw. der Hersteller Cosplayflex einen Vortrag inkl. Diashow, wie man Schritt für Schritt mit ihrem Build-Material eine Rüstung bauen kann. Auch auf Zuschauerfragen wird ausgiebig eingegangen.

Danach gab es einen anschaulichen Vortrag der von Puch-Crew selbst zum Thema „Waffenposing“ im Cosplay- und LARP-Bereich. Schwerter und Schusswaffen waren hier im Zentrum und die Posen wurden mit ausführlicher Erklärung demonstriert. Von einem professionellen Fotografen wurden zudem einige Tipps zu Kameraausrichtung etc. bei Cosplay-Shootings gezeigt, mit denen man den Cosplayer besonders gut in Szene setzen kann.

Nach einer kurzen Umbaupause kamen die beiden Profi-Cosplayerinnen Riki „Riddle“ Lecotey und Jessica Nigri als Sailor Merkur und Link aus Zelda auf die Bühne und stellten sich in einem kurzweiligen Frage-/Antwortspiel den Fragen der Zuschauer. Da kaum Zuschauerfragen aufkamen, interviewten sich die beiden Cosplayerinnen einfach gegenseitig und brachten so einige amüsante Gespräche zu Stande.

Anschließend kam Svetlana Quindt, eher bekannt als Kamui Cosplay, auf die Bühne und hielt einen Vortrag zum Thema „Geld verdienen mit Cosplay – Berufliche Zukunft“. Der Vortrag war aufgrund der langjährigen Erfahrung von Kamui inhaltlich interessant und auch einige amüsante Anekdoten aus den Anfangszeiten waren dabei, aber auf Dauer (1 Stunde!) war der Vortragsstil von Kamui sehr langatmig und anstrengend, wenn man ihre persönliche Art, Dinge zu erzählen, nicht bereits kennt oder von Natur aus mag.

Nach so vielen Vorträgen kam endlich mal ein musikalischer Beitrag: Shiroku, ihres Zeichens bekannte Sängerin japanischer Anime- und J-Pop-Lieder, kam in ihrem neuen, bunten Kostüm auf die Bühne und brachte das Publikum mit ihrer tollen Singstimme und den Tanzeinlagen gut in Stimmung. Als Abschluss der leider etwas kurz geratenen Konzertes (leider nur knapp 30 Minuten) durften auch alle Besucher nochmal die deutsche Version des Digimon-Intros „Leb deinen Traum“ mitgröhlen, was große Begeisterung auslöste.

Parallel fanden auf den Foyer-Bühne Star-Panels und auf der Comiczone-Bühne nochmal dasselbe Programm vom Vortag (bestehend aus Live-Gesprächen und Live-Zeichnen bestimmter Comic-Zeichner und DODOKAY im Wechsel) statt. Einen Programmpunkt als Con-Abschluss gab es in diesem Sinne nicht, von daher war am späten Nachmittag die Comic Con für uns vorbei.

Die Zeit konnte man aber gut nutzen, die vielen Cosplayer, die auf der Comic-Con unterwegs waren, für ihre harte und kreative Arbeit zu bewundern:

Fazit zur Comic Con Germany:

Die Comic Con Stuttgart, die sich ganz klar am amerikanischen Vorbild orientiert, bietet genau das, was man bereits von anderen Comic Cons im Ausland oder Deutschland kennt: große Aufmachung für TV-Stars und Comic-Merchandise, breites Angebot an Comic- und Cosplayvertretern durch Stände, Bühnenshows etc.

Dass das bei der breiten Masse gut ankommt, belegt die ausverkaufte Messe mit insgesamt über 50.000 Besuchern an beiden Tagen.

Das Messegelände ist bestens geeignet für eine Con in dieser Größenordnung, es sollte jedoch in Zukunft ein größerer Teil des Messegeländes genutzt werden (nur 45.000 m² von 100.000 m² wurden genutzt), um das Angebot und die Besuchermassen etwas zu entzerren und somit entspannter zugänglich zu machen (gerade Familien mit Kindern, Kinderwagen oder Schwerbehinderte mit Rollstühlen hatten es oft doch sehr schwer, durch die engen Gänge zu kommen).

Außerdem sollte die Beschilderung der Con-Bereiche und Stände nochmal überholt werden, damit diese weiter verbreitet, besser sichtbar und vor allem besser auffindbar (Lageplan besser gestalten!) sind.

Das Gesamtprogramm war sehr durchwachsen: Die Panels fanden wir unnötig teuer und störend (ganze Gänge wurden wegen den Warteschlangen verstopft). Das Bühnenprogramm am Cosplay Kingdom war optimal für Cosplayer, darf aber gerne mehr Showgruppen zur Abwechslung anbieten. Die Comiczonen-Bühne sollte ihr Programm nochmal komplett neu gestalten: mehr Abwechslung, mehr Unterhaltung durch Showgruppen oder ansprechende Tutorials.

Für Anime und Manga-Fans wird derzeit nicht allzu viel Programm geboten (nur Verkaufsstände und Cosplay-Programm). Für Cosplayer gibt es hier viele Möglichkeiten, schöne Shootings (Geheimtipp: Rothauspark im Messezentrum), Treffen mit anderen Cosplayern oder hilfreiche Infos zum Herstellen von Cosplays zu erhalten.

Alles in allem war die Comic Con 2016 in Stuttgart eine durchaus gelungene Erstlings-Con und man darf auf die nächste Comic Con 2017 gespannt sein.

Kurzinfo zur Con:

Was? Comic Con Stuttgart
Wo? Neue Messe Stuttgart (am Flughafen)
Wann? 25.-26. Juni 2016
Kosten? Wochenendticket: 30 €, Tagesticket: 17 €, VIP-Ticket: 199 €

Bericht: Beckman
Fotos: Noyomiko (Gast-Fotografin)

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Ein Prinz auf Abwegen

Name: Ein Prinz auf Abwegen
Englischer Name:
Originaltitel: Ouji ha tadaima dekasegichu
Herausgebracht: Japan: Kadokawa Shoten 2011
Deutschland: Tokyopop 2016
Mangaka: Story: Hiromi Iwaki
Zeichnungen: Akaza Samamiya
Bände: 2 Bände
Preis pro Band: 6,95 €

Ein Prinz auf Abwegen Band 1Story
Wenn man an einen Märchenprinzen denkt, stellt man sich ein wunderschönes Schloss vor, in dem der charmante Prinz ohne Kummer und Sorgen in Saus und Braus lebt. So sollte es sein, doch leider trifft diese Lebensstandard nicht auf Prinz Yuto aus dem Königreich „Fore“ zu. Die Schulden stehen ihm bis unters Kinn und die Sorgen um die Hochzeit seiner Schwester, deren Mitgift Yuto bezahlen soll, treiben ihm den Schweiß auf die Stirn. Irgendwie, koste es was es wolle, muss er wieder an Geld kommen. Daher schreckt Yuto auch nicht davor zurück, einen Job anzunehmen. Zu seinem Glück wird ihm auch gleich eine Arbeit vermittelt – ein Kunstliebhaber benötigt Begleitschutz. Jedoch umgibt sich dieser Mann ausschließlich mit hübschen Frauen. Daher begibt sich Prinz Yuto mit seinem wunderschönen und femininen Gesicht, zwar widerspenstig aber alternativlos, in Frauenkleider, um letztendlich die Gage zu kassieren.

Jedoch kommt es bei der Reise zu einem Überfall. Räuber wollen die wertvollen Gemälde stehlen. Zum Glück eilen Yuto seine treuen Freunde Iru und Tajesu zur Hilfe. Gemeinsamen können Sie die Diebe erfolgreich in die Flucht schlagen – nur leider hat auch die Kusche im Eifer des Gefechts Feuer gefangen in Folge dessen alle Gemälde verbrannt sind. Yutos Schulden haben sich nach der Aktion also letztendlich sogar deutlich erhöht, statt diese zu reduzieren.

Daher geht Yuto noch auf Geisterjagd und sucht nach einem verborgenen Schatz – obwohl er unglaubliche Angst vor Gespenstern hat. Außerdem versucht er eine Räuberbande zu stellen um das Kopfgeld zu kassieren.

Ein Prinz auf Abwegen Band 2Eigene Meinung
„Ein Prinz auf Abwegen“ bietet vor allem für weibliche Leser allerlei Fanservice. Bildhübsche Männer und sogar vereinzelte Boys-Love-Anspielungen lassen viele Frauenherzen höherschlagen.

Mangaka Akaza Samamiya – bekannt für „Vogelkäfig Syndrom“ oder „Bilder der Liebe“ – hat der Romanvorlage von Hiromi Iwaki Gestalt verliehen.
Zeichnerisch wurde der Schwerpunkt auf die Darstellung der männlichen Protagonisten gelegt. Vor allem Hintergründe wurden oft ausgespart oder lediglich angedeutet, was etwas schade ist. Die Serie verliert dadurch deutlich an Atmosphäre. In vielen Situationen sind vor allem die Augen von Yuto sehr simpel – dann fehlt es den Augen fast gänzlich an Reflexen oder sogar an der Pupille.

Die Handlung von „Ein Prinz auf Abwegen“ beginnt sehr schleppend und träge. Spannung aufzubauen fällt entsprechend schwer und an wirklich spannenden Höhepunkten, die im Gedächtnis bleiben, fehlt es.

Auch fällt dem Leser schnell auf, dass Yutos Schwester, die immer wieder erwähnt wird, nicht einen einzigen Auftritt hat. Zudem fragt man sich schnell, warum Yuto sich um die Schulden kümmern muss und nicht sein Vater, der König.

Leider kann „Ein Prinz auf Abwegen“ nicht viel mehr als ein paar hübsche Männer bieten. Die Geschichte ist unspektakulär und schwer einem Genre zuzuordnen – es ist kein Shonen-Ai-Titel aber auch keine Shonen-Serie. Ein Käufer sollte sich dessen also bewusst sein.

© Izumi Mikage

Ein Prinz auf Abwegen: © 2011 Akaza Samamiya/ Hiromi Iwaki, Kadokawa Shoten/ Tokyopop

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Last Hero Inuyashiki

Name: Last Hero Inuyashiki
Englischer Name: Inuyashiki
Originaltitel: Inuyashiki
Herausgebracht: Japan: Kodansha 2014
Deutschland: EMA 2016
Mangaka: Hiroya Oku
Bände: 10 Bände
Preis pro Band: 9,99 €

Last Hero Inuyashiki Band 1Story:
Der 58-jährige Ichiro Inuyashiki sieht viel älter aus, als er eigentlich ist, was wohl an seinem schlechten Gesundheitszustand liegt. Der Arzt diagnostiziert ihm Magenkrebs und dass er nur noch drei Monate zu leben hat. Ausgerechnet jetzt, wo er ein Haus und einen Hund für sich und seine dysfunktionale Familie gekauft hat. Seine Frau ergreift zwar immerhin stets Partei für ihn, doch als es daran geht, das Haus einzurichten und die Umzugskartons auszuräumen, fährt sie einfach mit den Kindern ins Restaurant, ohne ihren Mann auch nur zu fragen, ob er mitkommen oder etwas mitgebracht haben möchte. Den beiden Kindern – einem Sohn, dem von älteren Schülern immer das Taschengeld weggenommen wird, und einer bildhübschen älteren Tochter – kann man nichts recht machen. Sie schämen sich für ihren Vater und während der Sohn im Beisein anderer so tut, als würde er ihn nicht kennen, tut die Tochter so, als wäre er ihr Großvater. Nachdem Ichiro die schockierende Diagnose erhält, geht niemand aus seiner Familie ans Handy und als er beim Essen allen davon erzählen will, kommt er gar nicht erst zu Wort.

Verstanden fühlt er sich nur von Hanako, seinem Shiba-Inu, der vom Rest der Familie gerade so geduldet wird. Nichtsdestotrotz versucht er in einer Kurzschlussreaktion, den Hund auszusetzen, indem er beim Gassi gehen die Leine loslässt und wegrennt. Doch die treue Hündin folgt ihm, bis er schließlich auf einer Wiese im Park weinend zusammenbricht und sie umarmt. Als Ichiro registriert, dass ein junger Mann vor ihm steht, werden plötzlich beide von einem Raumschiff erfasst und getötet. Da die Außerirdischen keine Spuren hinterlassen wollen, „reparieren“ sie die zwei Menschen kurzerhand einfach, wofür ihnen allerdings nur Waffeneinheiten zur Verfügung stehen. Nachdem Ichiro am nächsten Morgen total verwirrt im Park erwacht, kehrt er mit Hanako zurück nach Hause. Er braucht zwar keine Brille mehr und auch von seinen Rückenschmerzen ist er erlöst, doch dafür kann er offenbar keine Nahrung mehr zu sich nehmen und muss plötzlich extrem viel Wasser trinken. Zunächst denkt er noch, das hätte mit seiner Erkrankung zu tun, doch nachdem beim Blutabnehmen jede Nadel abbricht, Röntgenstrahlen nicht mehr durch ihn durchgehen und er keinen Puls mehr hat, muss er erkennen, dass er kein menschliches Wesen mehr ist. Als er Knöpfe unter seiner Haut entdeckt und betätigt, klappen seine Arme und sein Kopf auf und Waffen kommen zum Vorschein: Er ist eine Maschine!

Ichiro hat nun auch die Fähigkeit weit entfernte Gespräche und Geräusche zu hören. Dadurch wird er darauf aufmerksam, wie im Park ein paar Jugendliche mit Feuerwerkskörpern und Baseballschlägern auf einen Obdachlosen losgehen. Das nennen sie „Kakerlakenjagd“. Mutig geht Herr Inuyashiki dazwischen und beschützt den armen Mann, was dazu führt, dass er selbst zusammengeschlagen wird und das Bewusstsein verliert. Doch während Ichiro am Boden liegt, verselbstständigt sich die ihm innewohnende Technologie: Feuerwerkskörper schießen aus seinem Rücken und prasseln auf die Jugendlichen nieder, doch nicht nur das! Als diese fliehen, speichert die Maschine ihre Namen und Gesichter und veröffentlicht sie – zusammen mit einem Video ihrer Gräueltat – überall im Internet. Selbst im Fernsehen wird das Video plötzlich auf allen Sendern ausgestrahlt! Während die Jugendlichen erkennen müssen, dass sie nun geliefert sind, vergießt Ichiro Freudentränen darüber, einem anderen Menschen das Leben gerettet zu haben. Doch wie ergeht es Hiro Shishigami, dem Jungen, der in jener Nacht ebenfalls vom Raumschiff getroffen und zum Cyborg umgebaut wurde und der ein Klassenkamerad von Ichiros Tochter ist?

Last Hero Inuyashiki Band 2Eigene Meinung:
Es ist mir eine große Ehre, euch dieses Manga-Juwel vorstellen zu dürfen! „Last Hero Inuyashiki“ ist das neuste Werk vom unvergleichlichen „GANTZ“-Schöpfer Hiroya Oku, der dafür bekannt ist, seine Mangas komplett mit Computer Graphics (CG) zu erstellen. Der hohe Arbeits- und Kostenaufwand lohnt sich: Die extrem detaillierten Hintergründe in „Inuyashiki“ sind einfach phänomenal! Doch auch die Charaktere sind teilweise recht realistisch gezeichnet. So ist das Covermotiv des 1. Bandes, das den Protagonisten zeigt, fast schon ein Portrait. Übrigens ist das deutsche Cover wesentlich ansprechender gestaltet als das japanische, in dem sich das Logo unschönerweise mitten in Ichiros Gesicht befindet. Für die deutschen Cover-Motive hat sich EMA etwas ganz Besonderes einfallen lassen und immer eine Hälfte ins Negativ umgekehrt. Schöner sind nur die englischen Covers, bei denen auf jeglichen Schnickschnack verzichtet und das Logo schön fernab der Motive platziert wurde. Aber ich kann sehr gut nachvollziehen, dass EMA ein einfaches Bild des Protagonisten in dem Fall nicht genug war. Schließlich ist Ichiro ob seines hohen Alters ein äußerst ungewöhnlicher Manga-Held. Doch trägt nicht gerade das zum Charme dieser Manga-Reihe bei? Jugendliche Helden bzw. welche in den 20ern gibt es doch wie Sand am Meer. Also macht Platz für Ichiro Inuyashiki!

Ungewöhnlich ist für Okus Verhältnisse auch, dass zumindest im ersten Band komplett auf Erotik-Szenen verzichtet wurde. Und das obwohl Ichiros hübsche Tochter regelrecht nach Fanservice schreit. Fanservice kommt eher in Form von zahlreichen Popkultur-Referenzen daher. So ist der Antagonist Shishigami ein großer Fan des „Shonen Jump“-Magazins und von „One Piece“, während das Zimmer seines Freundes Ando vor „GANTZ“-Postern nur so wimmelt. Die beiden streiten sogar über die Qualität des „GANTZ“-Mangas, von dem Shishigami, der nur mal ein zufälliges Kapitel gelesen hat und blind der scheinbar online vorherrschenden negativen Meinung Glauben schenkt, rein gar nichts hält. An dieser Stelle rechnet Ando stellvertretend für Oku gnadenlos mit den Kritikern ab: „Das sind Menschen ohne Substanz. Für die gibt es keine Welt außerhalb des Netzes.“

Bisher wirkt Shishigami recht sympathisch, weshalb ich mir noch gar nicht vorstellen kann, dass er noch zum Oberbösewicht mutiert. Allerdings deutet bereits das Vorschaubild am Ende von Band 1 schon stark daraufhin. Genau wie „GANTZ“ ist auch „Last Hero Inuyashiki“ ein Manga voller Gesellschaftskritik. Sei es die sehr lieblos wirkende Familie Inuyashiki oder das Verhalten der Jugendlichen. Als Ichiro nach der Schreckensdiagnose schweren Herzens seinen geliebten Shiba-Inu aussetzen will, jedoch weinend zusammenbricht und den Hund umarmt, kamen auch mir die Tränen. Ein Muss für jeden ernsthaften Manga-Fan über 16!

© Ban_Mido

Last Hero Inuyashiki: © 2014 Hiroya Oku, Kodansha / EMA

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Manga News Nr. 634

sommer-nashiDiese Woche gibt es folgene neue Review:
Der Junge und das Biest
Food Wars – Shokugeki no Soma

Sword Art Online – Fairy Dance
UQ Holder!

 

Carlsen_Manga_LogoCarlsen hat die neuen Bände für diesen Monat ausgeliefert:
Assassination Classroom 11
Attack on Titan – Before the Fall 5
Becoming a Girl one Day 1
Billy Bat 14
Black Butler 21
Fairy Tail 45
Final Fantasy – Type-0 2
Ghost Tower 5
Kiss my Ass 2
Naruto: Die Schriften des Jin
One Piece Z 2
Pandora Hearts 24
The Demon Prince 5
Triage X 11
Yamada-kun & the 7 Witches 13

Nachdrucke
Attack on Titan 2
Black Butler 3, 6+7, 11, 19
Dragon Ball 17
Fairy Tail 4, 13, 45
Gangsta. 2
Naruto 2
Naruto: Die Schriften des Sha
Naruto Novel: Jinraiden – Der Tag des Wolfes
One Piece 14, 23, 27, 34, 51+52, 55
Pandora Hearts 16
Skip Beat! 10
Soul Eater 4
Vinland Saga 4, 8

Und Panini-Manga-logoPanini Manga hat die folgenden neuen Bände veröffentlicht:
Angeloid 16
Archenemy & Hero 10
Maken-Ki 13
Rising Rydeen 6
SCM – Meine 23 Sklaven 7
Tenjo Tenge MAX 11

 

Tokyo Ghoul re Band 7 japJapanische Manga-Charts vom 13. bis 19. Juni 2016 von Oricon
01. Tokyo Ghoul: re #7
02. Seven Deadly Sins #21
03. P to JK #7
04. Hunter x Hunter #33
05. MIX #9
06. Ahiru no Sora #44
07. One-Punch Man #11
08. Assassination Classroom #20
09. Die Monster Mädchen #10
10. Hajime no Ippo #114

Quelle: www.oricon.co.jp

Tokyo Ghoul Band 1 enUS-Amerikanische Manga-Charts vom 12. bis 18. Juni 2016 von der New York Times
01. Tokyo Ghoul #1
02. One-Punch Man #1
03. Assassination Classroom #10
04. Food Wars – Shokugeki no Soma #12
05. Tokyo Ghoul #2
06. Black Butler #22
07. Orange (Sammelband) #2
08. Tokyo Ghoul #6
09. Death Note: Black Edition #1
10. Tokyo Ghoul #3

Quelle: nytimes.com

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AnimagiC 2016: Ehrengäste von Tokyopop

AnimagiC_2016_LogoDie AnimagiC findet in diesem Jahr vom 29. bis 31. Juli in Bonn statt. Tokyopop hat die Ehrengäste für die Con und deren Signierstermine angekündigt:

  • Anna Backhausen & Sophie Schönhammer (u.a. „Sternensammler„):
    Samstag, 30.07.2016: 12:30 – 13:30 Uhr
    Samstag, 30.07.2016: 16:00 – 17:00 Uhr
    Sonntag, 31.07.2016: 13:00 – 15:00 Uhr
  • Nana Yaa (u.a. „Goldfish“):
    Samstag, 30.07.2016: 11:00 – 12:00 Uhr
    Samstag, 30.07.2016: 16:00 – 17:00 Uhr
    Sonntag, 31.07.2016: 13:00 – 15:00 Uhr
  • Mikiko Ponczeck (u.a. „Crash’n’Burn„):
    Samstag, 30.07.2016: 14:30 – 15:30 Uhr
    Sonntag, 31.07.2016: 11:30 – 12:00 Uhr
  • David Füleki (u.a. „78 Tage auf der Straße des Hasses„):
    Samstag, 30.07.2016: 11:00 – 12:00 Uhr
    Samstag, 30.07.2016: 14:30 – 15:30 Uhr
    Sonntag, 31.07.2016: 11:30 – 12:30 Uhr

Quelle: tokyopop.de

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Food Wars – Shokugeki no Soma

Name: Food Wars – Shokugeki no Soma
Englischer Name: Food Wars
Originaltitel: Shokugeki no Soma
Herausgebracht: Japan: Shueisha 2013
Deutschland: Carlsen 2016
Mangaka: Rezepte: Yuki Morisaki
Story: Yuto Tsukuda
Zeichnungen: Shun Saeki
Bände: 36 Bände
Preis pro Band: 6,99 €

StoryFood Wars Band 1
Der 15-jährige Soma Yukihira arbeitet jeden Tag fleißig im Restaurant seines Vaters. Somas Traum ist es, irgendwann das traditionell japanische Lokal „Yukihira“ zu übernehmen und seinen Vater mit seinen Gerichten zu übertreffen. Daher gehört es auch für Soma zur Tagesordnung, seinen Vater ständig herauszufordern und sich mit ihm zu duellieren. Auch wenn es Soma noch nie gelungen ist, besser zu kochen als sein Vater, überzeugen Somas Gerichte jetzt schon alle. Selbst die Yakuza, die das Restaurant mit allen Mitteln stilllegen wollten, um auf dem Grundstück Appartements zu bauen, waren so begeistert von der Geschmacksexplosion, dass sie alle Pläne aufgaben.

Umso überraschter ist Soma, als sein Vater eines Tages aus heiterem Himmel verkündet, das Restaurant vorübergehend zu schließen, um im Ausland neue Projekte zu verwirklichen. Soma wiederum soll hier in Japan bleiben und seine Kochausbildung an einer Schule abschließen.

Doch Soma soll nicht an irgendeine Schule gehen, sondern an die renommierteste Elite-Kochakademie des Landes. Natürlich kann sich nicht jeder an dieser Schule einschreiben. Zuvor muss man einen Aufnahmetest bestehen und die Prüferin ist niemand geringeres als Erina Nakiri. Sie wird von Gastronomen für ihren feinen Gaumen verehrt und von den Schülern gefürchtet. Wer von ihr abgelehnt wird, dessen Ruf ist für immer zerstört. Daher nehmen die meisten am heutigen Tag der Prüfung reiß aus. Nur Soma bleibt unbeeindruckt und tritt zum Probekochen an. Allerdings ist die Challenge absolut nicht einfach – er soll ein Gericht zubereiten, bei dem Eier im Mittelpunkt stehen und diese gekonnt herausstechen. Doch Erina Nakiri ist schockiert, als sie sieht, dass Soma mit dem unspektakulären japanischen Standardgericht „Furikake-Reis“ ins Rennen geht. Aber natürlich hat Soma noch ein Ass im Ärmel um Erina Nakiri zu überraschen.

Food Wars Band 2Eigene Meinung
„Food Wars“ ist endlich mal eine Art Kochbuch, das auch die Männer begeistern dürfte. Auch wenn vor allem Lebensmittel und dessen Zubereitung im Mittelpunkt stehen, wirkt „Food Wars“ doch eher wie ein Shonen-Manga mit typischen Kampfelementen, wie „Dragonball“ oder „Bleach“. Soma zeigt enormen Kampfgeist und dieser Funke spring auch beim Leser über, um diesen mitzureißen. Durch den typischen Shonen-Zeichenstil mit hübschen, freizügigen Mädchen und ausdrucksstarken „Kampfposen“ wird „Food Wars“, trotz zunächst langweilig wirkender Handlung über Fressalien, trotzdem interessant und spannend.

Als kleines Extra für die Leser gibt es die Rezepte zu den Gerichten, die Soma kocht. Eine nette Idee.

Etwas verwirrend ist die Kurzgeschichte am Ende, die knapp ¼ des Bandes ausmacht – denn diese ist nahezu dieselbe Story, wie die Hauptgeschichte „Food Wars“. Grund dafür ist, dass „Food Wars“ zu nächst als einzelne Kurzgeschichte gedacht war und veröffentlicht wurde. Doch die Handlung löste entsprechende Begeisterung aus, sodass daraus eine ganze Serie wurde. Wer also, wie ich, die Seite zum Vorwort aus Versehen überspringt, dürfte überrascht sein, dass man nun noch einmal dieselben, bereits bekannten, Szenen geboten bekommt.

„Food Wars“ ist letztendlich ein interessanter Manga, der ein Thema behandelt, das noch nicht völlig ausgesaugt wurde.

© Izumi Mikage

Food Wars – Shokugeki no Soma: © 2013 Yuto Tsukuda/ Shun Saeki/ Yuki Morisaki, Shueisha/ Carlsen Manga

 Sammelbox

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UQ Holder!

Name: UQ Holder!
Englischer Name: UQ Holder!
Originaltitel: UQ Holder!
Herausgebracht: Japan: Kodansha 2013
Deutschland: EMA 2016
Mangaka: Ken Akamatsu
Bände: 21 Bände, wird fortgesetzt
Preis pro Band: 7,00 €

StoryUQ Holder Band 1
Touta und seine Freunde haben ein gemeinsames Ziel vor Augen – sie wollen das öde Dorf in dem sie leben eines Tages verlassen und in die Großstadt gehen. Dort wollen sie sich irgendwann an der Spitze des gigantischen Turmes, dessen Ende am Horizont nur zu erahnen ist, wiedersehen.

Um dieses Ziel zu erreichen, gibt es nur eine Hürde zu meistern. Die Schüler müssen ihre Lehrerin, Yukihime, im Kampf besiegen. Doch das ist leichter gesagt, als getan. Scheinbar ohne Mühe, geht Yukihime aus jedem Kampf als Sieger hervor. Dabei schafft es Touta nicht mal, auf einen Zentimeter an Yukihime heranzukommen, geschweige denn sie zu berühren.

Daher kommt das Angebot vom Lehrer Hr. Tachibana sehr gelegen. Er will den Jungen mittels eines Zauberstabes Magie beibringen, die helfen soll, Yukihimes magische Barriere zu überwinden. Zudem soll Touta ein Armband an Yukihime übergeben, dass ihr Magie zusätzlich schwächen soll. Auch wenn Touta seinen Traum so schnell wie möglich verwirklichen will, hat er beim Einsatz dieser Tricks doch ein schlechtes Gewissen. Immerhin wurde er von Yukihime aufgenommen, als seine Eltern bei einem Autounfall starben, obwohl Yukihime selbst in diesen Unfall beteiligt war.

Doch am nächsten Tag läuft alles nach Plan. Die Magie wirkt und es gelingt den Jungen tatsächlich Yukihime in Bredouille zu bringen. Als alles bereits nach einem Sieg von Touta aussieht, greift plötzlich Herr Tachibana in den Kampf ein. Mit einem Schlag setzte er Toutas Freunde außer Gefecht und verkündet dann feierlich, Yukihime töten zu wollen, auf die ein hohes Kopfgeld ausgesetzt wurde. Auch wenn Touta mit aller Macht versucht, Yukihime zu beschützen, hat er keine Chance gegen Herr Tachibana. Vor seinen Augen wird ihm ein Arm abgetrennt und Yukihime mit dem Schwert in hundert Stücke zerteilt. Toutas letzte Stunde hat geschlagen. Völlig entkräftet liegt er neben Yukihime am Boden. Doch sie lebt noch und bietet ihm einen letzten Ausweg an. Touta kann all seine Freunde und sich selbst retten, wenn er von Yukihimes Blut trinkt. Er kann, wie sie selbst, zu einem unsterblichen Vampir werden.

UQ Holder Band 2Eigene Meinung 
Nach langer Ruhepause schafft es Ken Akamatsu endlich wieder mit einer neuen Mangaserie nach Deutschland. Doch wer sich nun ein typisches Werk von Ken Akamatsu gewünscht hat, der wird bitter enttäuscht sein. Denn tatsächlich weicht „UQ Holder!“ nicht nur zeichnerisch, sondern auch erzähltechnisch von seinen früheren Werken ab. „UQ Holder!“ ist deutlich brutaler als beispielsweise „Love Hina“. Mit der Darstellung von Kämpfe um Leben und Tod, bei denen allerlei Blut fließt, zeigt sich Ken Akamatsu von einer ungewohnten Seite.

Die Handlung um den Jungen Touta und der Vampirlady Yukihime wirkt zu Beginn strukturiert und ernsthaft. Doch bereits nach dem Kampf mit Hr. Tachibana verliert der Story an Ordnung und die Handlung beginnt, vor sich hin zu plätschern. Auf der Reise zur Hauptstadt trifft Touta allerlei Leute – mal mehr, mal weniger relevant für den weiteren Verlauf der Geschichte.

Fans von Ken Akamatsu dürften sich jedenfalls über Gastauftritte, wie Evangeline A.K. McDowell freuen. Auch Anspielungen auf frühere Serien, wie Magister Negi Magi, tauchen häufiger auf – so ist Touta ein Verwandter von Negi Springfield.

Zudem können sich die Käufer von „UQ Holder!“ über einen Sticker als Extra freuen.

Alte Fans von Ken Akamatsu müssen sich an den neuen Stil wohl erstmal gewöhnen und Band 1 der Serie kann noch nicht alle Stärken zeigen, dennoch ist die Story interessant und wird hoffentlich noch das volle Potenzial ausnutzen.

© Izumi Mikage

UQ Holder!: © 2013 Ken Akamatsu, Kodansha/ EMA

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Der Junge und das Biest

Name: Der Junge und das Biest
Englischer Name: The Boy and the Beast
Originaltitel: Bakemono no Ko
Herausgebracht: Japan: Kadokawa Shoten 2015
Deutschland: Tokyopop 2016
Mangaka: Story: Mamoru Hasodo
Zeichnungen: Renji Asai
Bände: 4 Bände
Preis pro Band: 6,95 €

StoryDer Junge und das Biest Band 1
Der kleine Junge Ren sitz zusammengekauert auf der kalten Straße Shibuyas. Zwischen Fahrrädern versteckt er sich in dieser kalten Nacht vor seinen letzten Verwandten. Rens Mutter ist an diesem Tag bei einem Unfall verstorben. Sein Vater hat die Familie schon vor langer Zeit verlassen. Nun soll er bei entfernten Verwandten unterkommen, die ihn bevormunden und ihm vorgeworfen haben, nicht allein zurechtzukommen. Da ist Ren die Sicherung durchgebrannt und er ist weggelaufen. Sein einziger Freund ist nun das kleine Küken Chico, das eher an einen wuscheligen Ball erinnert, wenn es nicht ständig das Wort „Kyu“ von sich geben würde.

Doch die Ruhe wehrt nicht lange, als ein riesiger Mann vor Ren stehen bleibt. Das Gesicht ist durch eine Kapuze verdeckt, doch scheinbar hat er für den einsamen Jungen etwas übrig. Auch wenn seine Ansprache recht grob ist, bietet er Ren letztendlich an, ihn zu begleiten. Ren traut seinen Augen nicht, als er unter dem Mantel das Gesicht und die Klauen eines Bären zu erkennen meint. Doch Ren bleibt stur und lehnt ab.

Als jedoch plötzlich die Polizei erscheint, die auf der Suche nach dem vermissten Ren ist, läuft er dem unbekannten Bärenmann, zwischen Häusern entlang, in eine kleine, schmale Gasse hinterher. Je weiter er läuft, desto mehr scheint sich die Umgebung zu verändern. Als Ren auf einem Marktplatz ankommt und sich umsieht, herrscht hier reges Treiben, doch arbeiten hier keine Menschen, sondern Tiere. Sie gehen aufrecht und können sprechen. Ren erscheint alles wie ein Traum, so surreal ist der Anblick. Doch dann taucht der Bärenmann erneut auf, der über Rens Anwesenheit sehr erfreut scheint. Der Bär namens Kumatetsu bietet Ren an, ihn als seinen Schüler aufzunehmen. Dadurch kommt Kumatetsu seinem Ziel, der Häuptling – der Soshi – dieser mystischen Welt namens Jutengai zu werden, ein Stück näher. Und sein Gegner, der Wildschweineber Iozen, muss er um jeden Preis schlagen. Doch Ren ist stur und skeptisch. Wird er das Angebot annehmen und als Schüler in Jutengai bleiben?

der-junge-und-das-biest-band-2Eigene Meinung
Die Geschichte von „Der Junge und das Biest“ stammt von Mamoru Hosoda, der bereits die Story für „Ame und Yuki“ geschrieben hat. Die Ähnlichkeiten sind unverkennbar. Auch diesmal geht es um die rührende Beziehung zwischen Menschen und Tieren. Doch auch wenn man glaubt. zeichnerische Ähnlichkeiten zu erkennen, wurde „Der Junge und das Biest“ nicht von Mangaka Yu gezeichnet, sondern von Renji Asai. Die Bilder sind jedoch ebenso ausdrucksstark und dynamisch. Oft scheinen die Panels vor dem Auge wie ein Film abzulaufen.

Mit viel Liebe zum Detail wird die Geschichte von „Der Junge und das Biest“ eingeleitet und viel Zeit damit verbracht, in die Welt eintauchen zu können. Die Emotionen, die Ren leiten, sollen vom Leser verstanden werden. Oft kommen Panels gänzlich ohne Text aus, sodass Bilder mehr als tauschend Worte sprechen sollen. Das gelingt Renji Asai erstaunlich gut.

Nur das Küken Chico scheint in Band 1 noch schmückendes Beiwerk zu sein, denn eine tiefere Bedeutung oder Rolle hat der süße Begleiter bisher nicht.

Letztendlich ist „Der Junge und das Biest“ eine sensationelle und erfrischende Story, die nicht nur Fans der Serie „Ame und Yuki“ gefallen dürfte. Vor allem die abwechslungsreichen Kampfszenen sollten auch den männlichen Lesern gefallen.

© Izumi Mikage

Der Junge und das Biest: © 2015 Renji Asa/ Mamoro Hosoda, Kadokawa Shoten/ Tokyopop

 

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