Kuroneko – Spiel mit mir!

Name: Kuroneko – Spiel mit mir!
Englischer Name:
Originaltitel: Kuroneko Kareshi no asobikata
Herausgebracht: Japan: Shinshokan 2012
Deutschland: EMA 2015
Mangaka: Aya Sakyo
Bände: Einzelband
Preis pro Band: 7,50 €

Kuroneko - Spiel mit mir!Story:
0,001% der Weltbevölkerung kann eine Katzengestalt annehmen – der schwarze Kater Shingo ist einer von ihnen. Probleme hat er dadurch nicht: er streunt nachts durch die Gegend und ist einem hübschen Mann nicht abgeneigt, insofern dieser ihm gefällt. Tagsüber arbeitet er aushilfsweise für eine Firma, die Kulissen für Filmstudios baut und die dem sein Jugendfreund Masato als Juniorchef arbeitet. Shingos überschaubares Leben ändert sich, als der Schauspieler Sagami während der Dreharbeiten zu seinem aktuellen Film auf ihn aufmerksam wird und den brüsken Mann verführt. Schnell entwickelt sich zwischen den beiden eine Sexbeziehung bei der Shingo erstmals das Zepter aus der Hand geben muss, immerhin entpuppt sich Sagami als Leopard, der ihm körperlich weit überlegen ist. Als die Dreharbeiten schließlich enden, scheinen sich die Wege der beiden Katzen zu trennen, doch schon bald wird Sagami klar, dass er Shingo nicht gehen lassen will und auch der schwarze Kater registriert, dass ihn die Begegnung mit dem Schauspieler verändert hat …

Eigene Meinung:
Mit der hocherotischen, mehrbändigen Reihe „Kuroneko“ legt EMA die populärste Mangaserie von Aya Sakyo vor, die in Japan bereits mehrere, in sich abgeschlossene Einzelbände und Spin-Offs umfasst. Hinter der Mangaka verbirgt sich Ayane Ukyo, die in Deutschland für Smut Mangas wie „Desire © Max“ und „S.P.Y.“ verantwortlich ist. Unter ihrem Pseudonym für Boys Love Mangas liegen bei EMA die Oneshots „Lass es uns tun“ und „Liebesskizzen“ vor.

Aya S ist Programm – wer ihre bisher erschienen Oneshots kennt, der weiß, dass es hocherotisch zugeht und sich die Charaktere nahezu jedes Kapitel im Bett vergnügen dürfen. „Kuroneko – Spiel mit mir!“ ist da keine Ausnahme: in erster Linie geht es um Sex in allen Stellungen und Variationen. Dabei wird nichts zensiert oder ausgeblendet, so dass der Leser wirklich alles mitbekommt – vom erotischen Spiel im Bett bis zum leidenschaftlichen Intermezzo im Badezimmer. Inhaltlich bleibt der Manga daher eher flach, denn die erotischen Aktionen stehen eindeutig im Vordergrund, gefolgt von ein bisschen Drama, Liebesgeschichte und Beziehungskrise. Dennoch kann Aya Sakyo unterhalten, insofern man mit Erotik keine Probleme hat, denn während sich im Laufe der Zeit durchaus mehr zwischen Shingo und Sagami entwickelt, wird auch die Handlung ein wenig dreidimensionaler. Zuviel sollte man dennoch nicht erwarten – auch bei den Folgebänden steht die Erotik zwischen den Katzen im Zentrum. In diesem Zusammenhang ist die Altersangabe des Verlages (ab 16) eher mit Vorsicht zu genießen. Bei den expliziten Einblicken, Erotikszenen und Details wäre eine Altersfreigabe ab 18 passender gewesen.

Die Charaktere sind recht stereotyp gehalten: Shingo ist impulsiv, brüsk und ordnet sich ungern unter, wenngleich er sich mit der passiven Rolle im Bett schnell anfreundet; Sagami ist beherrschter, kontrollierter und stärker. Die beiden ergänzen sich gut, wenngleich sich zunächst nur eine sexuelle Beziehung zwischen ihnen entspinnt. Obwohl auch Aya Sakyo die üblichen Boys Love Klischees bedient bieten die Figuren und ihre Diskrepanzen kurzweilige Unterhaltung.

Zeichnerisch bietet Aya Sakyo einen schwulen Erotikmanga auf hohem Niveau. Sie hat einen sehr detailverliebten, aufwendigen, soliden Stil, der sich in anatomisch korrekten Männern und viel Dynamik niederschlägt. Man merkt, dass sie bereits eine Menge Erfahrung hat und ihr Metier beherrscht – seien es Hintergründe, Bewegungen und ungewöhnliche Perspektiven: die Mangaka weiß wie sie ihre Charaktere in Szene zu setzen hat. Auch ihre farbigen Illustrationen sind sehr ansprechend und können überzeugen.

„Kuroneko – Spiel mit mir!“ ist ein hocherotischer Boys Love Mangas der durch einen aufwendigen, soliden Zeichenstil und sympathische Charaktere besticht. Wer eine tiefgründige Handlung und spannende Wendungen hofft, ist hier falsch – in „Kuroneko – Spiel mit mir!“ geht es um Sex in allen Variationen. Wer schwule Erotik mag, wird auf seine Kosten kommen, alle anderen sollten vorab einen Bick hineinwerfen.

© Koriko

Kuroneko – Spiel mit mir: © 2012 Aya Sakyo, Shinshokan / Tokyopop

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T x S – Tough x Smart

Name: T x S – Tough x Smart
Englischer Name:
Originaltitel: T x S
Herausgebracht: Japan: Frontier Works 2012
Deutschland: Tokyopop 2015
Mangaka: Noboru Takatsuki
Bände: 2 Bände
Preis pro Band: 6,95 €

T x S – Tough x Smart Band 1Story:
Terajima und Koga haben viele Gemeinsamkeiten: beide arbeiten bei der Polizei, sind geschieden und haben entdeckt, dass sie mit einem Männerkörper mehr anfangen können. Ansonsten sind sie wie Katz und Maus wenn sie als Partner kleinere und größere Verbrechen aufklären, weswegen sie sich öfters in die Haare kriegen und von ihrem Chef gemaßregelt werden. Was keiner weiß: die beiden haben ein heißes Verhältnis miteinander, bei dem es jedoch ebenfalls Reibereien gibt, da sie sich nicht einigen können, wer den dominanten Part erfüllt. Als eines Tages ein Mann aus dem Gefängnis entlassen wird und ankündigt Terajimas „Liebstes“ zu nehmen, setzt der Polizist alles daran Koga zu schützen … und übersieht dabei, dass der Verbrecher jemand anderen im Visier hat …

Eigene Meinung:
Die Reihe zwei-bändige „Tough x Smart“ („T x S“) stammt von Noboru Takatsuki, die in Japan für ihre Charakterdesigns verschiedener Boys Love Games (u.a. „Hanakage“, „Hanamachi
Monogatari“) sowie einiger Yaoi Mangas bekannt geworden ist. „Tough x Smart“ ist ihr deutsches Debüt und erschien 2015 bei Tokyopop.

Inhaltlich erwarten den Leser kurze Kapitel, in denen es zum einen um einen Kriminalfall geht, den Koga und Terajima aufklären müssen, zum anderen um ihre Beziehung zueinander, die etwas verzwickt, aber auch recht erotisch ist. Es wird recht schnell klar, dass die Liebesgeschichte zwischen den beiden Polizisten im Zentrum steht – die Polizeiarbeit inklusive Ermittlungen und Aufklärung nimmt maximal 25% des Mangas ein, zumeist wird den Fällen keinerlei Aufmerksamkeit geschenkt, so dass man lediglich am Rande erfährt, wer der Mörder ist oder was dahinter steckte. Daher werden Krimifans eher enttäuscht sein, da die Geschichten zwar unterhaltsam und witzig sind, jeder weder Spannung, Action und Dramatik bieten. „Tough x Smart“ ist eher eine Mischung aus Comedy, Erotik und Beziehungsdrama, wenngleich der Handlungsbogen um Terajimas „Liebstes“ T x S – Tough x Smart Band 2durchaus mehr Schwung bekommt.

Die Charaktere sind liebenswert und sehr sympathisch – beides sind dominante Männer, so dass sich versierte Leser zumindest um die üblichen Uke/Seme-Klischees herumkommen. Noboru Takatsuki legt sich keineswegs fest, da sowohl Terajima als auch Koga männlich dominant und einander ebenbürtig sind. Natürlich ist auch diese Konstellation nicht neu, aber sie kann dennoch überzeugen und macht Spaß. Die kleinen Kabbeleien passen zu den beiden und bringen die Figuren dem Leser näher.
Auch die Nebenfiguren, die zwar nur am Rand vorkommen können überzeugen – mitunter wünscht man sich ein wenig mehr zu den Kollegen der beiden Polizisten und dessen Chef.

Stilistisch bewegt sich Noboru Takatsuki auf hohem Niveau, insofern man den erwachseneren Stil mit den recht wuchtigen Körpern mag. Man merkt der Mangaka die Arbeit an Boys Love Spielen an, denn sie hat einen sehr sicheren und ausgereiften Stil, wenn es um die Figuren, Perspektiven, Dynamik und Action geht. Auch die Hintergründe sind sehr schön ausgearbeitet und passen zum Gesamtbild des Mangas, ebenso gelingt es ihr Charaktere unterschiedlichen Alters und Statur zu zeichnen, so dass auch die älteren Männer in sich stimmig wirken.

„Tough x Smart“ ist ein schöner Boys Love Manga für Zwischendurch, der mit tollen Zeichnungen und sympathischen Charakteren punkten kann. Die Geschichten sind nicht wirklich im Krimi-Genre angesiedelt – dazu wird zu viel Wert auf die erotische Beziehung der beiden Hauptcharaktere gelegt – doch sie können unterhalten und machen Spaß. Hin und wieder wäre es toll, wenn es mehr um die Fälle gehen würde, doch das ist wohl nicht Sinn der Sache. Wer erwachsenere Mangas mit reiferen Charakteren mag, sollte sich Noboru Takatsukis Reihe nicht entgehen lassen. Zu empfehlen.

© Koriko

T x S – Tough x Smart: © 2012 Noboru Takatsuki, Frontier Works / Tokyopop

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Das Funkeln des Augenblicks

Name: Das Funkeln des Augenblicks
Englischer Name:
Originaltitel: Kira Kira no Hibi
Herausgebracht: Japan: Takuma Shoten 2013
Deutschland: Tokyopop 2015
Mangaka: Waka Sagami
Bände: Einzelband
Preis pro Band: 6,95 €

Das Funkeln des AugenblicksStory:
Beim täglichen Spaziergang mit seinem Hund entdeckt Nanami zufällig einen Surfer am Strand, von dem er die Augen nicht lassen kann. Tags darauf stellt er überrascht fest, dass dieser Shu heißt und mit seinem Bruder in eine Klasse geht. Die beiden freunden sich an und schon bald entspinnt sich mehr zwischen ihnen, wenngleich Nanami zunächst nicht genau einordnen kann, was er für Shu empfindet …

Neben der Hauptgeschichte enthält der Manga noch die Bonusstory „Niedlich wie er sich kümmert“, in der Natsumi seine Abscheu vor Katzen ablegen will um eine Kollegin in eines der angesagten Katzen-Cafés der Stadt zu begleiten. Im „Mew Mew“ wagt er seine ersten Schritte, stets beobachtet Hikaru, dem das Café gehört und der den unliebsamen Kunden aus mehreren Gründen auf die Straße setzen will …

Eigene Meinung:
Im sommerlichen Flair kommt Waka Sagamis deutsches Debüt daher, das 2012 in Japan erschien und zwei in sich abgeschlossene kürzere Geschichten enthält. „Das Funkeln des Augenblicks“ ist nicht das erste Werk der Boys Love Mangaka, sie brachte in ihrer Heimat bereits mehrere Doujinshis und Oneshots heraus. In Deutschland erscheinen ihre Werke bei Tokyopop, im Frühjahr 2016 ist der Einzelband „Dein starker Rücken“ geplant.

Inhaltlich bietet „Das Funkeln des Augenblicks“ wenig Neues, da sich die Mangaka an altbewährtes hält: zuckersüße Liebesgeschichten mit eingängigen Charakteren, die kaum aus dem Rahmen fallen. Daher unterhält der Manga zwar, doch man vergisst die Kurzgeschichten schnell wieder, da sie sich kaum aus der breiten Masse hervorheben. Gerade die titelgebende Geschichte um Nanami und Shu ist recht eintönig, da es im Grunde nur um die Beziehung der beiden geht und wie sie zueinander finden. Ein wenig abwechslungsreicher ist die Bonusgeschichte „Niedlich wie er sich kümmert“, die grob die Hälfte des Mangas ausmacht. Zwar geht es auch hier um das Zusammenfinden der beiden Protagonisten, doch das Setting mit dem Katzen-Café bietet wenigstens etwas Neues.

Die Charaktere sind alles in allem sympathisch, wenngleich auch sie die üblichen Klischees bedienen. So ist Nanami zierlich, mädchenhaft und schüchtern, Shu introvertiert, groß und stark. Zusammen ergeben sie ein ruhiges, stilles Paar, das sich gut ergänzt. Auch Natsumi und Hikaru entsprechen den üblichen Protagonisten eines Boys Love Mangas – Hikaru ist wilder, offensiver und direkter, Natsumi ein wenig verunsichert und unentschieden, zum wem er sich hingezogen fühlt: den Besitzer des Cafés oder seine Kollegin. Trotz allem sind die Figuren in sich logisch und halbwegs realistisch, da sie weder mangahaft noch extrem überdreht daherkommen, was durchaus positiv ist und „Das Funkeln des Augenblicks“ eine ruhige und entspannte Atmosphäre verleiht.

Stilistisch besticht Waka Sagami durch angenehm schlichte Zeichnungen ohne Schnörkel und allzu viel Rasterfolie. Die Mangaka konzentriert sich hierbei vorwiegend auf die Charaktere, Hintergründe bleiben zumeist nur angedeutet oder kommen selten vor. Hin und wieder hat sie deutliche Probleme mit Anatomie und Bewegungen, was man besonders bei den Surfszenen merkt oder wenn es darum geht nackte Menschen zu zeichnen.

„Das Funkeln des Augenblicks“ ist ein netter Boys Love Manga für Zwischendurch, dessen Stärken bei den sympathischen und realistischen Charakteren liegen. Die Geschichten sind vorhersehbar und klischeebehaftet, der Stil aufgrund seiner kleinen Schwächen Geschmackssache. Wer Lust auf sommerliche Lektüre hat und sich nicht vor den altbewährten Handlungsbögen scheut, sollte einen Blick riskieren. Alle anderen werden nichts verpassen, wenn sie diesen Manga nicht in ihre Sammlung aufnehmen.

© Koriko

Das Funkeln des Augenblicks: © 2013 Waka Sagami, Takuma Shoten / Tokyopop

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Deep Throat – Traumhafte Piraten

Name: Deep Throat – Traumhafte Piraten
Englischer Name:
Originaltitel: Deep Throat Kareina Kaizokutachi
Herausgebracht: Japan: Takuma Shoten 2012
Deutschland: Tokyopop 2015
Mangaka: Hana Umezawa
Bände: 2 Bände
Preis pro Band: 6,95 €

Deep Throat Band 1Story:
Seitdem der Schreiner Yodo seine Heimat in den Bergen verlassen hat, ist er auf der Suche nach einer Braut. Als ihm der Auftrag übertragen wird ein Piratenschiff zu reparieren, lernt er Teo kennen – schön, geheimnisvoll und absolut begehrenswert. Sein Traum hat nur einen Schönheitsfehler: Teo entpuppt sich als Mann, der keine Scheu davor hat, sich jedem Mann auf dem Schiff anzubieten. Yodo ist nicht nur entsetzt, er setzt alles daran Teo von seiner Liebe zu überzeugen, selbst wenn er den jungen Mann dafür erst einmal zurückweisen muss …

Eigene Meinung:
„Deep Throat“ stammt aus der Feder Hana Umezawas, die in Japan bereits mehrere Boys Love Mangas veröffentlicht hat und durch die 12-bändige Reihe „Ai to Yokubou wa Gakuen de“ bekannt geworden ist. Der vorliegende Manga ist auf zwei Bände angelegt und stellt das Debüt der Mangaka im deutschsprachigen Raum dar.

Inhaltlich bietet „Deep Throat“ leicht fantastische Boys Love Kost, die auf einem Piratenschiff spielt, jedoch nur wenig aus der Grundidee macht. So wird Teos Vergangenheit und seine Herkunft zwar irgendwann aufgegriffen, jedoch recht unspektakulär zu Ende geführt. Der Handlungsbogen scheint nur dazu zu dienen Yodo und Teo wirklich zusammenzubringen, die eigentlichen Hintergründe werden nur am Rande beleuchtet und recht schnell beendet. Das trifft leider auch auf das Schiff und die Besatzung zu, mit Ausnahme des Kapitäns und des Navigators, der in Band 2 im Zentrum steht. Sämtliche Nebenfiguren sind eher Staffage, als wirklich wichtig, so dass sowohl das Piratenthema, als auch die Geschichte an sich aufgesetzt wirkt.
Überraschend ist jedoch, dass „Deep Throat“ fast keine erotischen Szenen enthält, immerhin ist die Mangaka für ihre expliziten Werke bekannt. Gerade „Ai to Yokubou wa Gakuen de“, das an einer Schule spielt in der junge Männer entsprechende Sex-Dienste erlernen, ist recht eindeutig und explizit.

DiDeep Throat Band 2e Charaktere bieten versierten Boys Love Lesern nichts Neues, sind sogar noch unrealistischer und unglaubwürdiger, als so manch andere Figuren. Yodo ist wahnsinnig naiv und unreif, was ihn mit der Zeit zu einem anstrengenden Protagonisten macht. Er ist recht nervig, da er kaum etwas auf die Reihe bekommt. So scheint er an Bord des Schiffes keinerlei feste Aufgabe zu haben (was jedoch auf die gesamte Besatzung zutrifft – dem Leser bleibt schleierhaft, was die Crew eigentlich den ganzen Tag hindurch macht), auch sonst erfährt man nicht viel über ihn. Teo auf der anderen Seite ist ein so extremer Uke, sprich feminin, zart gebaut und schwach, dass er nahezu sämtliche Klischees erfüllt. Allgemein sind die Charaktere sehr klischeehaft und entsprechen fast vollständig ihren zugedachten Rollen. Einzig Yodo fällt durch seine Naivität aus der Position des kühlen Semes.

Stilistisch ist Hana Umezawa Geschmackssache. Sie hat einen sehr kantigen, anatomisch nicht immer korrekten Stil, der nur bedingt überzeugen kann. Die Männer wirken teilweise unästhetisch, gerade Teo mit seinem weiblichen, zarten Körper. Auch an die Gesichter muss man sich erst gewöhnen, da sie sehr unförmig sind und mitunter stark verzeichnet wirken. Insgesamt erinnert der Stil der Mangaka ein wenig an eine Mischung aus Ryo Takagi, die ähnlich lange Oberkörper und Gliedmaße einsetzt, und Sakuya Fujii, deren Zeichnungen ähnlich fehlerbehaftet sind.

„Deep Throat“ ist ein Boys Love Manga, der im Piraten-Genre angesiedelt ist und durch eine krude Handlung, stereotype Charaktere und gewöhnungsbedürftige Zeichnungen besticht. Er bietet zwar kurzweilige Unterhaltung, kann jedoch aufgrund seiner mangelnden Charakterentwicklung und eines roten Handlungsfadens nicht überzeugen. Wer spannende Boys Love Abenteuer mit fantastischem Einschlag sucht, sollte sich anderweitig umsehen.

© Koriko

Deep Throat: © 2012 Hana Umezawa, Takuma Shoten / Tokyopop

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Die Unschuld des Lehrers

Name: Die Unschuld des Lehrers
Englischer Name:
Originaltitel: Kyoshi no Junjo Seito no Yokubo
Herausgebracht: Japan: Shueisha 2013
Deutschland: Tokyopop 2015
Mangaka: Mayu Shinjo
Bände: 3 Bände, wird fortgesetzt
Preis pro Band: 6,95 €

Die Unschuld des Lehrers Band 1Story:
Der feminine, schüchterne Mamiya hat als Lehrer einen denkbar schlechten Stand: seine Kollegen nehmen ihn ebenso wenig ernst, wie seine Schüler, er kann sich weder durchsetzen, noch ist er in der Lage Unterrichtsstoff zu vermitteln. Zu allem Überfluss kann er sich vor Annäherung seitens der meist männlichen Schüler (und Kollegen) kaum retten, so dass er öfters in unangenehmen Situationen gerät. In einem solchen Moment lernt er den neuen Schüler Minato kennen, der ihn nicht nur vor einigen zudringlichen Schülern rettet, sondern sich auch noch als Bekannter entpuppt, dem er einst Nachhilfe gab. Minato hat nicht nur die feste Vorstellung seinen Lehrer ins Bett zu bekommen, um herauszufinden, warum er Mamiya nicht vergessen kann, er hält auch die hartnäckigen Verehrer fern, die Mamiya zumeist Schwierigkeiten machten. Lediglich an Mamiyas schwulem Kollegen Tsukioka beißt er sich fast die Zähne aus, da dieser die seltsame Beziehung zwischen Lehrer und Schüler für sich zu nutzen weiß …

Eigene Meinung:
Mit dem Manga „Die Unschuld des Lehrers“ wagt sich die Shojo und Smut-Mangaka Mayu Shinjo erstmals an einen Boys Love Manga. Während ihre bisherigen Werke eher weibliche Charaktere ins Zentrum rückten, die zumeist erst sexuelle Erfahrungen machen (u.a. „Kaikan Phrase“, „Virgin Crisis“), steht im vorliegenden Werk ein junger Lehrer im Mittelpunkt, der jedoch ähnlich den Heldinnen ihrer bisherigen Werke keinerlei Erfahrungen hat und noch Jungfrau ist.

Es fällt schwer sich in „Die Unschuld des Lehrers“ hineinzufinden. Es gibt keine wirkliche Handlung, da die Geschichte von den Charakteren vorangetrieben wird, sprich einen wirklichen roten Faden sucht man vergeblich. Auch ist Mamiya nicht wirklich ernst zu nehmen, da er komplett wie eine Frau denkt, handelt und fühlt. Er ist überhaupt nicht lebensfähig, macht sich zumeist lächerlich und kann sich nicht durchsetzen. Er scheint den Begriff Uke fast neu zu definieren, so schwächlich und naiv kommt er daher. Auch Minato kann man nur schwer ernst nehmen: er vereint all die Eigenschaften in sich, die Mamiya abgehen; ist stark, intelligent, ein absoluter Musterschüler, der es nicht gewohnt ist zurückgewiesen zu werden. Sein Interesse an Mamiya wird nur ansatzweise erklärt – vordergründig möchte er mit ihm ins Bett, um Antworten für seine Amok laufenden Gedanken und Gefühle zu finden. Das wirkt jedoch ebenso an den Haaren herbei gezogen, wie Tsukiokas Erpressungsversuche und Mamiyas Unfähigkeit. Alle Figuren agieren absolut unrealistisch und unverständlich, was den Leser eher verwirrt als unterhält.

Die Unschuld des Lehrers Band 2Das trifft auch auf viele der Szenen zu, hauptsächlich auf die vielen erotischen Passagen, die in einer hohen Anzahl vorkommen. Im Grunde besteht der Manga fast nur aus expliziten Sequenzen, abgelöst von seltsamen Dialogen, die kaum nachvollziehbar sind. Mayu Shinjo hat ein seltsam krudes Werk geschaffen, bei dem weder die Figuren noch die Handlung überzeugen können. Gerade Vielleser des Boys Love Genres werden wenig mit den stereotypen, sehr mangahaften Charakteren und der unlogischen Geschichte anfangen können.

Zeichnerisch ist „Die Unschuld des Lehrers“ durchaus nicht schlecht, insofern man schwache, mädchenhafte Uke mag und keine Probleme mit expliziten Szenen hat. Mayu Shinjo merkt man ihre Ursprünge im Shojo-Genre an – Mamiya ist sehr mädchenhaft und hat wenig männliche Attribute, sowohl optisch als auch charakterlich. Auch sonst setzt sie auf weiche Gesichtszüge und eine shojo-hafte Aufmachung, sprich man sollte ihren Stil mögen, wenn man sich für diesen Manga interessiert. Ansonsten bietet die Mangaka stilistisch dem Leser wenig Neues – männlicher Seme und mädchenhaften Uke.

Alles in allem ist „Die Unschuld des Lehrers“ vor allem Fans der Mangaka zu empfehlen, insofern diese kein Problem mit dem Boys Love Genre haben. Versierte Yaoi-Leser werden dem Manga nur wenig abgewinnen können. Sowohl die verworrene Handlung, als auch die haarsträubenden Charaktere sind zu unlogisch und unrealistisch, um zu überzeugen. Daher ist „Die Unschuld des Lehrers“ nicht empfehlenswert.

© Koriko

Die Unschuld des Lehrers: © 2013 Mayu Shinjo, Shueisha / Tokyopop

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Fading Colors

Name: Fading Colors
Englischer Name:
Originaltitel: Fading Colors
Herausgebracht: Deutschland: Tokyopop 2015
Mangaka: Nightmaker
Bände: Einzelband
Preis pro Band: 6,95 €

Fading ColorsStory:
In der Welt der Katzenmenschen besteht eine feste Hierarchie: Reinblüter, sprich einfarbige Katzen stehen an der Spitze; Gefleckte, sprich mehrfarbige gehören zur untersten Gesellschaftsschicht, die zumeist verachtet und gehasst wird. Der junge Kater Alik gehört zu den gefleckten und hat es seit jeher nicht leicht. Schwieriger wird es für ihn, als er während einer Flucht den Reinblüter Tavis über den Haufen rennt und sein Handy verliert. Darauf sind einige prekäre Bilder, die Tavis‘ Neugier wecken. Bei ihrem nächsten Aufeinandertreffen erhält Alik zwar sein Handy wieder, doch Tavis entpuppt sich als unerwartet hartnäckig, möchte er doch die Welt des Gefleckten kennenlernen. Ohne es verhindern zu können, hat Alik einen neuen Begleiter und lernt Tavis während ihrer Streifzüge besser kennen. Dabei erkennt er, dass nicht alle Reinblüter so hasserfüllt sind, wie er dachte und dass Tavis noch ein unschönes Geheimnis umgibt …

Eigene Meinung:
Mit dem Manga „Fading Colors“ legt die deutsche Mangaka Nightmaker ihr Debüt bei Tokyopop vor. Dabei hat sie sich für das beliebte Boys Love Genre und Catboys entschieden, die sie in einem Einzelband zu einer kurzweiligen Geschichte verwebt.

Inhaltlich bietet „Fading Colors“ mehr, als man auf den ersten Blick denkt. Die Hintergrundgeschichte ist nicht uninteressant, gerade was die Welt der Katzenmenschen anbelangt und die fellveränderten Drogen, die am Rande eine große Rolle spielen. Allerdings verschenkt Nightmaker hier einiges an Potenzial, da viele Dinge nur oberflächlich behandelt werden. Die Hauptkonzentration des Mangas liegt auf dem Anfreunden und Näherkommen von Alik und Tavis, die natürlich über die allgemeinen Unterschiede und Unterschiede ihrer Rassen erhaben sind. Dabei entwickelt sich nach dem ersten Kennenlernen die Beziehung der Beiden fast zu schnell, da sie binnen kürzester Zeit miteinander im Bett landen. Wenigstens verzichtet die Mangaka auf allzu ausufernde Liebesgeständnisse, doch es fehlt das wirkliche Ausarbeiten der Probleme, die die beiden haben müssten. Sicher, es kommt zu rassistisch gefärbten Angriffen (sowohl seitens der Gefleckten gegenüber Tavis, als auch seitens der Reinblüter), aber diese werden schnell beigelegt oder abgewendet. Auch das Ende und die Aufklärung von Tavis‘ Geheimnis kommt ein wenig schnell und wird zu leicht abgearbeitet. Das ist sehr schade, da man mit mehr Seiten mehr Tiefgang hätte liefern können.

Die Charaktere entsprechen den üblichen Stereotypen: Alik ist zumeist auf Krawall gebürstet, ein Straßenkämpfer und um jüngere Gefleckte besorgt; Tavis ist der Junge aus gutem Hause, der in einer anderen Welt lebt und kaum etwas vom harten Leben auf der Straße weiß. Beide sind extrem gegensätzlich, was natürlich für Spannungen zwischen ihnen sorgt und eine passende Grundlage liefert, um die beiden Catboys zusammen zu bringen. Versierten Boys Love Lesern bietet sich wenig Neues: Nightmaker hält sich an die üblichen Genrefestlegungen.
Ansonsten lernt man die übrigen Nebenfiguren kaum kennen. Die meisten sind nur da, um die Geschichte voranzutreiben, oder bilden den Rahmen für Alik und Tavis, um passend handeln zu können.

Stilistisch ist „Fading Colors“ durchaus gelungen – Nightmaker hat einen soliden Stil, der jedoch verbesserungswürdig ist. Hin und wieder kommen die Figuren ein wenig steif daher, insbesondere bei den Actionszenen wirken die Katzenmenschen recht schablonenhaft. Auch sind die Gesichter ein wenig gewöhnungsbedürftig, gerade bei der Frontalansicht stimmen die Gesichtszüge selten und wirken verzeichnet. Am wenigsten können die anderen Figuren überzeugen: seien es die Kinder, Tavis‘ Eltern oder die übrigen Nebencharaktere – sie wirken alle unsauber und seltsam. Gerade ältere Menschen liegen Nightmaker überhaupt nicht, was man ganz besonders an Tavis‘ Vater merkt. Hier zeigen sich die Schwächen des Mangastils der Künstlerin.

„Fading Colors“ ist ein netter Boys Love Manga, der eine Menge Potenzial nach oben hat, jedoch nur wenig wirklich ausreizt. Das liegt vorwiegend an den stereotypen Charakteren und der Tatsache, dass natürlich die Beziehung zwischen Tavis und Alik im Vordergrund stehen muss, anstatt die Grundidee auszubauen. Auch stilistisch ist Nightmakers Debüt verbesserungswürdig, doch es ist auch hier Potenzial vorhanden, dass es auszubauen gilt. Wer Catboys und Boys Love mag, sollte einen Blick riskieren, ebenso Leser, die gerne deutsche Mangaka unterstützen.

© Koriko

Fading Colors: © 2015 Nightmaker, Tokyopop

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Wet Moon

Name: Wet Moon
Englischer Name:
Originaltitel: Wet Moon
Herausgebracht: Japan: Kadokawa 2012
Deutschland: Carlsen 2015
Mangaka: Atsushi Kaneko
Bände: 3 Bände
Preis pro Band: 19,90 €

Wet Moon 1Story:
Satas erster großer Mordfall endet in einer Katastrophe – nicht nur entwischt ihm die Täterin zwei Mal hintereinander, bei einem Unfall trägt er eine Verletzung am Kopf davon, die ihm fortan extrem zu schaffen macht: Erinnerungslücken, Halluzinationen und Black Outs machen ihm das Leben zur Hölle, ebenso seine Kollegen, die mit seinen Spleens nur wenig anfangen können. Während er sich an der Fahndung nach der Mörderin Kiwako Komiyama festbeißt und auf eigene Faust Plakate erstellt und in den Straßen der Stadt aushängt, gerät er über seinen korrupten Partner Mori in die „dunkle Seite der Welt“, in der leichte Mädchen, Alkohol und Vergnügen das Leben riskieren. Nach und nach fällt es Sata immer schwieriger Realität und Einbildung auseinander zu halten, denn seine Jagd nach Komiyama ist schon längst zur Obsession geworden …

Eigene Meinung:
Der 3-bändige Comic „Wet Moon“ stammt aus der Feder Atsushi Kanekos und erhielt 2014 den französischen Kritikerpreis. Er ist gänzlich im Krimi Noir Stil gehalten und gehört weniger der Manga-Kategorie an, als den Graphic Novels, was sich auch an der Käuferschicht zeigt, die zu diesem ungewöhnlichen Werk kaufen. So greifen, laut Autor, vorwiegend Leser zu „Wet Moon“, die eigentlich keine Mangas und Comics lesen. Interessant ist auch die Tatsache, dass „Wet Moon“ ursprünglich parallel verfilmt werden sollte und man eine Veröffentlichung des Streifens im Anschluss der Mangas plante, was jedoch leider nicht zustande kam.

Die Geschichte ist zu Beginn sehr verworren, da die Handlung oftmals springt und man ein wenig braucht, um zu verstehen, warum es keinen kontinuierlichen Handlungsbogen gibt. Erst nach und nach erkennt man, dass dies an Sata liegt, der oftmals Erinnerungslücken und Black Outs hat, und dementsprechend viele Dinge nicht mitbekommt oder versteht. Zwar kommen immer wieder Szenen vor, die nicht aus Satas Perspektive erzählt werden, doch wirklich viel Wet Moon Band 2erfährt man auch in diesen Passagen nicht. Dazu lässt Atsushi Kaneko zu viel im Dunkeln und deckt erst nach und nach die Hintergründe auf, um Erklärungen für die seltsam verworrene Geschichte zu liefern. In Band 1 erfährt man dementsprechend wenig, fühlt sich ähnlich orientierungslos wie der Held, der immer weniger versteht und immer paranoider wird.

Man fühlt sich mit einem gewaltigen Puzzle konfrontiert, dessen Gesamtheit man nicht einmal erahnen kann. Dies sorgt durchaus für Spannung und Dynamik, man braucht allerdings ein wenig, um sich auf die ungewöhnliche Geschichte einzulassen. Wer Krimi Noir und Mystery mag wird es hierbei leichter haben, da auch die Charaktere den üblichen Genrevorgaben entsprechen. Sata ist der unwissende, verzweifelte und verwirrte Held, dem man übel mitspielt und der nicht in der Lage ist, die Zusammenhänge zu erfassen. Sein Partner Mori gibt den typischen unangenehmen und korrupten Polizisten ab, der seine eigenen Geheimnisse hat. Die übrigen Figuren tauchen nur kurz auf, sind jedoch ähnlich authentisch und realistisch wie Sata und Mori.

Stilistisch hat Atsushi Kaneko einen sehr harten, soliden Stil, der durch reine schwarz/weiß Bilder besticht und keinerlei Rasterfolie oder Schraffuren besticht. Schatten werden, wenn überhaupt vorhanden, generell als schwarze Flächen dargestellt, was für einen sehr kontrastreichen Effekt sorgt, farbige Seiten (oder Cover) sucht man vergeblich. Zudem legt der Zeichner Wert auf Realismus – die Figuren sind individuell gestaltet und können leicht unterschieden werden, Hintergründe werden sehr detailliert ausgearbeitet und sorgen für einen stimmungsvollen Rahmen.

„Wet Moon“ ist ein ungewöhnliches Werk, das vor allem erwachsene Leser anspricht, die ein Faible für realistische Zeichnungen und Handlungen im Film-Noir-Thriller-Stil haben. Atsushi Kaneko legt eine düstere und schwer durchschaubare Trilogie vor, die sowohl unterhält, als auch zum miträtseln einlädt und an Spannung einiges zu bieten hat. Wer japanische Comics abseits des Genre-Mainstream sucht, ist mit „Wet Moon“ gut beraten. Empfehlenswert.

© Koriko

Wet Moon: © 2012 Atsushi Kaneko, Kadokawa / Carlsen

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Black Butler Artworks 1

Name: Black Butler Artworks 1
Englischer Name: Black Butler Artworks 1
Originaltitel: Black Butler Artworks 1
Herausgebracht: Japan: Square Enix 2014
Deutschland: Carlsen 2015
Mangaka: Yana Toboso
Bände: Einzelband
Preis pro Band: 24,90 €

Black Butler Artworks 1Inhalt:
Das wundervolle Hardcover-Artbook „Black Butler Artworks 1“ enthält auf über 130 Seiten ein- und doppelseitige, farbige Illustrationen von Yana Toboso. Den Löwenanteil nehmen hierbei Zeichnungen und Bilder zu Tobosos bekanntester Serie „Black Butler“ ein.  Auf fast 100 Seiten findet der Leser Illustrationen, Specialartworks und Coverbilder der ersten 8 Mangas der beliebten Shonen-Mystery-Reihe. Nahezu alle bekannten Bilder lassen sich auf diesem Weg erstmals ohne störende Schriftzüge genießen, ebenso einige ausgewählte Mangaseiten, die bei der Erstveröffentlichung im Magazin in Farbe erschienen sind. Auch Yana Tobosos Giftillustrationen, die sie hin und wieder auf ihrem Blog oder ihrer Homepage hochlädt, finden sich teilweise in diesem Artbook wieder und natürlich einige komplett unveröffentlichte Bonusillustrationen, die exklusiv für das Artbook entstanden sind.

Der nächste Abschnitt umfasst nur wenige Seiten und enthält Werke, die unter „Free & Collaboration“ zusammengefasst sind und Zeichnungen enthalten, die entweder „Fanarts“ zu anderen Werken sind, oder Giftillustrationen für Veröffentlichungen außerhalb von „Black Butler“. Fans des Oneshots „Rust Blaster“ können sich ebenfalls auf sämtliche farbige Illustrationen freuen, die Yana Toboso für diesen Manga erstellt hat.

Den Abschluss bildet, wie immer, eine Zeichnungsübersicht mit Kommentaren der Mangaka zu jedem einzelnen Bild.

Eigene Meinung:
„Black Butler Artworks 1“ ist ein wundervolles, sehr edel aufgemachtes Artbook zu Yana Tobosos Werken, bei denen natürlich „Black Butler“ im Vordergrund steht. Die Aufmachung entspricht hierbei der japanischen Edition 1:1, was sich sowohl in den Seidenbändern niederschlägt, mit denen man das Artbook verschließen kann, als auch dem gestochen scharfen, qualitativ hochwertigen Druck und den stabilen, sehr dicken Seiten des Buches. Auch die leicht transparenten Zwischenseiten, die die einzelnen Abschnitte kennzeichnen und die silberne Prägung des Buchumschlags gleichen dem japanischen Original und passen wunderbar zum Gesamtbild des edlen Hardcover-Artbooks.

Die Bilder sind sehr schön, qualitativ hochwertig und optisch sehr beeindruckend, wie man es von Yana Toboso gewohnt ist. Wer „Black Butler“ kennt, wird viele Illustrationen von den Covern und farbigen Seiten der Mangas kennen, und weiß, wie stilsicher die Zeichnerin ist. Fans der Reihe werden dieses Artbook nicht nur wegen seiner gelungenen Aufmachung in ihrem Regal haben wollen, sondern auch wegen der Zeichnungen von Ciel, Sebastian und Co., die keine Wünsche offen lassen.

Insgesamt ist „Black Butler Artworks 1“ eine wundervolle Sammlung der schönsten Illustrationen zu „Black Butler“ und Yana Tobosos übrigen Mangas und Specials, die sich Fans der Mangaka nicht entgehen lassen sollten. Wer „Black Butler“ liebt, wird um dieses Artbook nicht herum kommen, aber auch Liebhaber schöner Bilder und Illustrationen kommen auf ihre Kosten. Bleibt zu hoffen, dass Carlsen auch noch das zweite Artbook zu „Black Butler“ herausbringen wird, das die Illustrationen ab Band 8 enthält und von der Aufmachung ebenso ansprechend ist, wie Band 1. Zu empfehlen.

© Koriko

Black Butler Artworks 1: © 2014 Yana Toboso, Square Enix / Carlsen

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Shut up and sleep with me

Name: Shut up and sleep with me
Englischer Name:
Originaltitel: Dakasete kurenai ka?
Herausgebracht: Japan: Shinshokan 2012
Deutschland: EMA 2015
Mangaka: Makoto Tateno
Bände: Einzelband
Preis pro Band: 7,50 €

Shut up and sleep with meStory:
Die Ladengeschäfte S-Kurogane und S-Shirogane liegen direkt nebeneinander und sind bekannt für ihren ausgefallenen Silberschmuck. Dem Namen entsprechend steht S-Kurogane eher für härtere Designs mit Totenköpfen und Kreuze, während S-Shirogane für seine weichen, verspielten Designs berühmt ist. Das Konzept schlägt sich sogar auf die Belegschaft und die Designer der Schmuckstücke nieder – hell und dunkel. Während Yuko der Chefdesigner von S-Kurogane ist, arbeitet der sanfte Haruka für den hellen Konterpart du entwickelt verschlungene, feine Designs. Die beiden sind Kontrahenten und Freunde gleichermaßen, allerdings entwickelt sich schon bald mehr zwischen den beiden, denn sie teilen die Leidenschaft füreinander. Allerdings gibt es da ein Problem: beide sind im Bett aktiv und keiner mag sich mit dem Part des Uke zufrieden geben. Als der Chef der Ladenkette auftaucht und Yuto sich an ihn heranmacht, ahnt er nicht, was er damit auslöst …

Neben der Hauptgeschichte befindet sich noch der Kurzmanga „Shut up and make me cry“ in Makoto Tatenos Werk, in dem es um So Nishiyama geht, Angestellter bei S-Kurogane, der gerade von seiner Frau verlasen wurde und Trost bei einer ungewöhnlichen Person findet.

Eigene Meinung:
„Shut up and sleep with me“ ist ein weiterer One-Shot von Makoto Tateno, die durch ihre unzähligen Boys Love Mangas bekannt geworden ist, insbesondere durch ihre Reihen „Yellow“ und „Blue Sheep Dream“. Der vorliegende Manga erschien in Deutschland bei EMA.

Inhaltlich bietet Makoto Tateno eine recht vorhersehbare Shonen-Ai Geschichte inklusive leichter Erotikelemente und stereotyper Charaktere. Die Grundlagen wirken sehr konstruiert, da die Läden so schwarz und weiß sind, dass es sich das Konzept der Geschäfte bis auf die Belegschaft erstreckt: in S-Kurogane arbeiten vorwiegend Leute mit dunklem Haar und düsterer Kleidung, in S-Shirogane findet man dafür blondes Haar und weiße Klamotten. Dass die beiden Chefdesigner ein Auge aufeinander geworfen haben ist recht schnell klar, ebenso wie die Geschichte weitergeht und endet. Daher bietet „Shut up and sleep with me“ dem Leser leider nichts Neues oder Überraschendes, sondern die üblichen Klischees des BL Genres.

Dementsprechend schnell vergisst man den Manga wieder, da weder der Inhalt, noch die Figuren dauerhaft im Gedächtnis bleiben. Letztere sind ebenso klischeehaft wie die Handlung: Yuto ist ein durchschnittlicher, naiver Typ, der sich leicht an der Nase herumführen lässt und an dem etliche Dinge vorbeigehen. Sein Konterpart Haruka ist da wesentlich intelligenter und weiser, was sich auch gegenüber des Besitzers der Ladenkette zeigt. Die übrigen Figuren bleiben leider ebenso blass wir die Hauptfiguren – man erfährt nur wenig über sie. All das macht „Shut up and sleep with me“ zu einem mittelmäßigen Werk, das nur für Fans geeignet ist, die wirklich alles von Makoto Tateno im Regal stehen haben wollen.

Stilistisch ist „Shut up and sleep with me” solide, aber man merkt, dass es sich nur um ein Zwischenwerk der Künstlerin handelt. So routiniert sie nach all den Veröffentlichungen ist, die Zeichnungen wirken an einigen Stellen recht schlampig. Auf Details (außerhalb des Schmucks) wird weitestgehend verzichtet; auch die Hintergrundbilder halten sich in Grenzen. Die Figuren sind kein Problem für sich – Anatomie und Perspektiven stimmen, aber die Charaktere ähneln sich stark und lassen sich nur mit Hilfe der Haare und Klamotten auseinanderhalten.

„Shut up and sleep with me” ist einer der schlechteren Mangas von Makoto Tateno, der eher für Fans der Mangaka geeignet ist. Versierten Boys Love Lesern wird weder die Handlung überzeugen noch die Charaktere gefallen, da alles sehr klischeehaft und stereotyp gehalten ist. Makoto Tateno hat schon wesentlich bessere Mangas und One-Shots auf den Markt gebracht. Daher rate ich von einem Kauf eher ab.

© Koriko

Shut up and sleep with me: © 2012 Makoto Tateno, Shinshokan / EMA

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Attack on Titan – No Regrets

Name: Attack on Titan – No Regrets
Englischer Name: Attack on Titan: No Regrets
Originaltitel: Shingeki no Kyojin: Kuinaki Sentaku
Herausgebracht: Japan: Kodansha 2014
Deutschland: Carlsen 2015
Mangaka: Original-Story: Hajime Isayama
Story: Gun Snark (Nitroplus)
Zeichnungen: Hikaru Suruga
Bände: 2 Bände
Preis pro Band: 6,95 €

Story:
Nachdem die Titanen die Menschen in ein hinter Mauern liegendes Territorium verdrängt haben, ist das Leben für viele zu einem Kampf ums Überleben geworden. Gerade diejenigen, die in der Unterstadt ihr Dasein fristen, müssen sich gegen Hunger, Vergewaltigung und Mord zur Wehr setzen. Zu diesen Menschen gehört auch Levi, der mit der frechen Isabell und dem gutmütigen Furlan gegen die Schurken und Diebe bestehen muss. Dank gestohlener 3D-Ausrüstung, die normalerweise nur das Militär verwendet, können sie sich schnell und ungesehen durch die Kanäle der Unterwelt bewegen und ihren Gegnern trotzen. Ihre Aktionen bleiben jedoch nicht unbemerkt – Erwin Smith, einer der Anführer des Aufklärungstrupps, macht die drei Jugendlichen dingfest. Überrascht davon, dass Levi und seine Freunde ohne militärisches Training die 3D-Ausrüstung so gut beherrschen, bietet er ihnen statt Gefängnis die Aufnahme zum Aufklärungstrupp an. Die drei akzeptieren, haben jedoch von Anfang an einen schweren Stand gegen die anderen Soldaten, zumal sie ihre eigenen Pläne verfolgen.

Alles ändert sich, als sie erstmals gegen Titanen in den Kampf ziehen …

Eigene Meinung:
„Attack on Titan – No Regrets“ ist ein weiterer Spin-Off aus Hajime Isayamas „Attack on Titan“-Universum und erzählt die Geschichte des Lieblingscharakters vieler Fans: Levi. Die Geschichte stammt dieses Mal von Gun Snark (Nitronplus), für die zeichnerische Umsetzung zeigt sich Hikaru Suruga verantwortlich, die bis dato noch keine eigenständigen Veröffentlichungen vorweisen kann. Neben „No Regrets“ existieren zwei weitere Spin-Offs (wovon „Before the Fall“ ebenfalls bei Carlsen erscheint), ebenso gibt es mehrere Animes (TV-Serie und OVA) Romane und einen Realfilm zu Hajime Isayamas Ausnahmemanga.

Attack on Titan - No Regrets Band 2Die Geschichte spielt einige Jahre vor den Ereignissen von „Attack on Titan“ und konzentriert sich gänzlich auf Levis Leben und seine Hintergründe. Der Manga zeigt wie er zum Aufklärungstrupp kam und welche Beweggründe er hat, sich dem Kampf gegen die Titanen anzuschließen. Im ersten Band passiert noch relativ wenig – die Figuren werden vorgestellt und zusammengeführt, am Ende gibt es den ersten Kampf gegen die Titanen, bei dem sich bereits Levis außergewöhnliches Talent für Strategie und Taktik offenbart. Ansonsten dürfte es erst ab Band 2 richtig losgehen, denn mehr als ein paar Andeutungen bekommt der Leser nicht präsentiert. Es bleibt daher abzuwarten, wie es weitergeht und welche Geheimnisse rund um Levi noch gelüftet werden.

Die Charaktere sind sehr stimmig und entsprechen den bekannten Figuren des Originals. Levi ist hierbei natürlich eher kühl, berechnend und in sich gekehrt, während Isabell den frechen und aktiven Part der Gruppe übernimmt. Furlan ist eher ruhig und versucht so wenig Aufsehen wie möglich zu erregen, insbesondere wenn es ums Kämpfen geht. Er bleibt die meiste Zeit im Hintergrund und scheint die meisten Planungen zu übernehmen.
Diesen drei Kindern aus den Slums der Hauptstadt stehen die ehrbaren Soldaten gegenüber, die nur wenig für die ehemaligen Verbrecher übrig haben. Einzig Erwin Smith sieht mehr in ihnen, wobei auch er seine eigenen Pläne verfolgt, insbesondere weil die Reichen der Stadt nicht mehr in den Aufklärungstrupp investieren wollen.

Stilistisch legt Hikaru Suruga einen gut gezeichneten, soliden Actionmanga vor. Ihre Zeichnungen sind gut gelungen, die Charaktere passend und abwechslungsreich in Szene gesetzt. Das trifft auch auf die Action-und Kampfszenen zu, die Suruga überzeugend und sehr dynamisch zu Papier bringt. Damit ist „No Regrets“ optisch wesentlich ansprechender als der Originalmanga, da Hajime Isayama kleinere und größere Probleme mit der menschlichen Anatomie und Perspektiven hat. Hikaru Suruga arbeitet sauberer und stimmungsvoller, als der Original-Mangaka.

„Attack on Titan – No Regrets“ ist ein Muss für alle Fans der Reihe und diejenigen, die gut gezeichnete, spannende Shonen-Mangas bevorzugen. Die Geschichte hat Potenzial und man kann sie auch ohne Kenntnisse des Originals lesen; die Charaktere sind sympathisch und machen neugierig. Auch zeichnerisch legt Hikaru Suruga ein solides Werk vor, so dass sich die Anschaffung auch für diejenigen lohnen könnte, die „Attack on Titan“ aufgrund Hajime Isayamas holprigem Zeichenstil nicht mochten. Reinlesen lohnt sich!

Attack on Titan – No Regrets: © 2012 Hajime Isayama, Gun Snark (Nitroplus), Hikaru Suruga, Kodansha Ltd. / Carlsen

Full Color Edition:

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