Reload

Name: Reload
Englischer Name:
Originaltitel: Reload
Herausgebracht: Frankreich: Xiao Pan 2008
Deutschland: Tokyopop 2009
Mangaka: Song Yang
Bände: Einzelband
Preis pro Band: 14,95 €

ReloadStory
Jia hat in der Fachrichtung Biologie studiert und bekam zusätzlich eine Auszeichnung der besten Musikgruppe der Hochschulen von Peking. Doch es ist in China sehr schwer einen Job nach der Uni zu finden. Für Minette, die vom Land in Peking Arbeit sucht, ist es noch deutlich schwieriger.

Minette versucht mit verschiedenen Produzenten zu reden und mit deren Hilfe eine CD mit ihren Bandkollegen zu produzieren. Doch die Produzenten sind alle ziemlich schleimig und wollen nur das eine.

Jia hat derweilen einen Job gefunden, auch wenn er schlecht bezahlt wird und nur eine Halbtagsstelle ist. Wie so oft verschläft Jia wieder. Es ist schon acht Uhr als er aufwacht. Er kommt natürlich zu spät und muss zur Strafe Kisten in die Kühlkammer bringen. Als er unten endlich angekommen ist, stolpert er und der Inhalt der Kisten verteilt sich über dem Boden.

Dieses Pech verfolgt Jia schon seit sechs Monaten. Alles begann mit Streitigkeiten in der Band über die Musikauswahl. An jenem Abend kamen Minette, Meng, Huier und etliche Freunde zusammen. Nach einer Menge Alkohol kam es zur Prügelei, wodurch sich ihr gemeinsamer Traum auflöste. Huier ging nach England, um nach seinem musikalischen Ideal zu suchen und auch die anderen gingen getrennte Wege. Nur Minette, Meng und Jia machten ihren Uniabschluss.

Minette fährt jeden Nachmittag zu Jia. Zusammen üben sie Gitarre. Seit Minette jeden Abend in einer Bar spielt, haben die beiden weniger Zeit zum Proben.

Wie wird das Leben der jungen Leute sich weiterentwickeln? Wird Jia ein Ziel in seinem Leben finden oder weiterhin nur in denn Tag leben?

Eigene Meinung
Song Yang ist ein weiterer junger chinesischer Künstler, den man wie Benjamin an die Spitze der chinesischen Comichzeichner stellen kann. Song Yang liebt nicht nur das Zeichnen, sondern auch die Musik. Aus diesem Grund ist dies das Hauptthema in seinem Einzelband. Nach der Kurzgeschichte befinden sich etliche wunderschöne Zeichnungen. Schon allein diese Bilder können Grund für den Kauf dieses Bandes sein.

Reload: © 2008 Song Yang, Xiao Pan / Tokyopop

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Ein irrer Flitzer

Name: Ein irrer Flitzer
Englischer Name:
Originaltitel: Baka ga Zenra de Yatte Kuru
Herausgebracht: Japan: Kadokawa Shoten 2012
Deutschland: Tokyopop 2014
Mangaka: Story: Hitoma Iruma
Zeichnungen: Hiroto Ida
Bände: 2 Bände
Preis pro Band: 12,00 €

Ein irrer Flitzer 1Story
Der Sprung zum professionellen Schriftsteller ist nicht leicht, insbesondere wenn man kein Talent zum Schreiben hat. Dies muss ein junger Student einmal mehr feststellen, als er bei einem Newcomer-Wettbewerb erneut nicht in der engeren Auswahl ist. Im Gegenzug dazu feiert seine Kommilitonin Shoko Kai große Erfolge und erfreut sich in der Literaturszene wachsender Beliebtheit. Dennoch will er seinen Traum nicht aufgeben, da er es liebt sich Geschichten auszudenken.

Eines Tages hat er in einer Bar eine Begegnung der unheimlich-chaotischen Art: ein nackter, betrunkener Mann taucht auf, setzt sich zu ihm und beginnt eine Unterhaltung. Dieses abstruse Zusammentreffen verändert das Leben des Studenten schlagartig, denn der irre Flitzer lässt sich nicht mehr abschütteln, nistet sich in der Wohnung des jungen Mannes ein und liest ungefragt dessen Geschichten. Wider Erwarten ist er so begeistert von ihnen, dass er beschließt, dem Studenten dabei zu helfen, seinen Traum zu verwirklichen und schlägt ihm vor, sich die Unterstützung von Shoko Kai zu sichern …

Eigene Meinung
Mit „Ein irrer Flitzer“ legt Tokyopop einen freizügigen, schrägen Seinen-Manga vor, den es in dieser Form mit Sicherheit noch nicht gegeben hat. Hitoma Iruma, den manch einer bereits von dem Oneshot „Precious Lies“ her kennt, für dessen Story er verantwortlich war, und Hiroto Ida sind für die 2-bändige Comedy-Action verantwortlich, die in Japan bei Kadokawa Shoten erschien.

So sehr die Handlung nach einem Boys Love Manga klingen mag, „Ein irrer Flitzer“ hat nichts mit diesem Genre zu tun. Zwar stehen zwei junge Männer im Zentrum der Handlung, von denen einer mit Vorliebe vollkommen unbekleidet durch die Gegend läuft, aber der Manga hat weder einen romantischen Subkontext, noch kommen entsprechende Andeutungen vor. Stattdessen erwartet den Leser ein chaotischer, freizügiger Manga, der sich in mehr als einer Hinsicht von den üblichen Seinen-Mangas unterscheidet. So abstrus die Figuren auch sein mögen, so überzogen die Handlung wirkt, sie hält sich durchaus an die Realität und greift Dinge auf, die gerade angehende Autoren kennen. Der Wunsch einen Verlag zu finden und mit seinen Geschichten den Durchbruch zu schaffen, die Hoffnung bei jedem Wettbewerb, an dem man teilnimmt. Man kann sich durchaus in den jungen Schriftsteller hineinversetzen, wenngleich weder er, noch der irre Flitzer einen Namen haben. Ein irrer Flitzer 2Dieser Punkt ist ungemein interessant, denn nicht einmal hat man beim Lesen das Gefühl, diesen Punkt zu vermissen. Erst am Ende fällt auf, dass Hitoma Iruma seine Helden (bis auf Shoko Kai) namenlos gelassen hat.

Die Charaktere sind in sich gut dargestellt und interagieren perfekt miteinander. Die Situationskomik ergibt sich zumeist aus den extrem unterschiedlichen Eigenschaften und Denkweisen des Studenten und des nackten Flitzers und des Zusammenspiels der beiden. Während der Student mal vom einen Extrem (seinem Traum Schriftsteller zu werden) ins andere fällt (Selbstzweifel), ist der Exhibitionist einfach nur schräg, hat aber durchaus eine interessante Art die Welt zu sehen. Den beiden gegenüber steht Shoko Kai, die sehr von sich selbst überzeugt ist und sicher ist, dass jemand ohne Talent gar nicht erst nach den Sternen greifen sollte.

Zeichnerisch bietet Hiroto Ida mehr als solide Kost. Er versteht sein Handwerk, setzt die Figuren sehr ansprechend und sehr emotional in Szene. Es gelingt ihm die nackten Tatsachen sehr gut zu verstecken, oder geschickt anderweitig zu verpacken, so dass es nie explizit zur Sache geht. Auch für Action, Perspektiven und Dynamik hat er ein Händchen, so dass es nie langweilig wird. Auch die Hintergründe sind sehr gut ausgearbeitet, so dass sich „Ein irrer Flitzer“ allein vom Optischen her lohnt.

„Ein irrer Flitzer“ ist trotz der durchgeknallten Geschichte ein überraschend gelungener und unterhaltsamer Manga, der sowohl inhaltlich, als auch zeichnerisch überzeugen kann. Wer ungewöhnliche Seinen-Mangas mag, sollte sich das Werk von Hitoma Iruma und Hiroto Ida nicht entgehen lassen. Es lohnt sich.

Ein irrer Flitzer: © 2012 Hitoma Iruma / Hiroto Ida, Kadokawa Shoten / Tokyopop

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RahXephon

Name: RahXephon
Englischer Name: RahXephon
Originaltitel: RahXephon
Herausgebracht: Japan: Shogakukan 2002
Deutschland: Planet Manga 2004
Mangaka: BONES
Story: Yutaka Izubuchi
Zeichnungen: Tateaki Momose
Bände: 3 Bände
Preis pro Band: 6,95 €

RahXephon Band 1Story
„RahXephon“ spielt im Tokyo des Jahrs 2015. Ayato Kamina ist eigentlich ein ganz normaler Oberschüler. Er lebt mit seiner Mutter, die allerdings wegen ihrer Arbeit selten zu Hause ist und seiner Klassenkameradin Reika Mishima, die entfernt mit ihm verwandt ist, zusammen. Das fordert den Jugendlichen ziemlich. Zumal er eine feste Freundin hat, die in Reika eine potentielle Rivalin sieht und es daher gar nicht leiden kann, dass „ihr“ Ayato zusammen mit Reika nach Hause geht.

Kaum zu Hause angekommen, gibt es plötzlich ein Erdbeben. Ayato stürmt aus dem Haus, um zu sehen was los ist und sieht am Himmel einen Kampfflieger verbrennen. Im selben Moment tauchen merkwürdige Agenten auf, bedrohen Ayato und wollen Reika töten. Gerade noch rechtzeitig taucht Haruka Shitow auf und besiegt die gegnerischen Agenten. Sie verfrachtet die Ayato und Reika in ihr Auto und fährt aus der Gefahrenzone, denn Tokyo wird nun von allen Seiten bombardiert. Ayato und Reika erfahren von ihr, dass in Tokyo eine Organisation namens „MU“ herrscht. Haruka arbeitet für die UNO-Organisation „Terra“, die die MU bekämpft. Sie führt Ayato zum Allerheiligsten der „MU“, wo das so genannte „Ei des Xephon“ liegt.

Kaum hat Reika das Ei gesehen, bricht sie zusammen. Gleichzeitig beginnt es in dem Ei zu rumoren. Ein riesiger Roboter „schlüpft“ aus dem Ei – RahXephon. Er hat die Anwesenheit Ayatos gespürt und ist deshalb erwacht. Haruka erklärt ihm, dass RahXephon ein Gott ist, der über Zeit und Raum herrscht. Ayato ist der einzige Mensch auf der Welt, der ihn steuern kann. Deswegen interessieren sich „Terra“ und „MU“ für ihn. Als Gegenleistung, für seine Dienste als Pilot, verspricht ihm „Terra“ Sicherheit für ihn und Reika. Doch bevor Ayato die Geschehnisse realisieren kann, tauchen erneut feindliche Agenten auf, die ihn, Reika und Haruka umstellen. Weil Reika angeschossen wird erwacht plötzlich RahXephon und nimmt Ayato in sein Inneres auf. Durch die Macht des Roboters schaffen es die drei aus der MU-Zentrale zu entkommen. Auf offener See sieht Ayato zum ersten Mal Tokyo, wie es wirklich ist – nämlich von einer riesigen roten Käseglocke umschlossen. Haruka erklärt ihm, dass er jetzt in der Wirklichkeit ist und früher in Tokyo, „Tokyo-Jupiter“ genannt, nur in einer Scheinwelt gelebt hat. In der Wirklichkeit ist bereits das Jahr 2033.

RahXephon Band 2Ayato und Reika leben von nun an bei „Terra“. Zunächst werden sie als Versuchskaninchen aus dem Feindesgebiet angesehen, an denen beliebig viele Untersuchungen gemacht werden dürfen. Erst nachdem Ayato, mit Hilfe des RahXephon, einen Angriff der „MU“ abwehrt, wird er als offizieller Pilot akzeptiert. Doch diese Zeit hat sein Leben für immer verändert. Wie wird es mit ihm und Reika, für die er weit mehr als nur Geschwisterliebe empfindet, weitergehen? Und wird er gegen die „MU“ bestehen können?

Eigene Meinung
„RahXephon“ ist der Manga zur gleichnamigen Anime-Serie, die hierzulande bei Panini erschienen ist. Die Serie verbindet Elemente aus den Genren Science-Fiction und Fantasy, mit allerdings nicht immer ganz neuen Mitteln. Die Story ähnelt zeitweise einer Mischform aus „Gundam“ und „Neon Genesis Evangelion“. Viele Details sind deutlich zurückverfolgbar (z.B. die Uniform der „MU“-Chefetage). Nebenbei werden dem Leser weite Einblicke in Höschen und ähnlichem beschert. Dies erfolgt allerdings etwas oft und manchmal leider auch übertrieben unpassend. Die deutsche Umsetzung ist bedauerlicherweise auch nicht gerade das Gelbe vom Ei. Niemand beschwert sich über Tippfehler, aber leider kommen in dieser Serie zu viele Rechtschreib- und Übersetzungsfehler vor, die man auch als Nichtkenner der Serie schnell entdeckt. Für Fans des Animes ist diese Serie allerdings nur zu empfehlen.

© Rockita

RahXephon: © 2002 Tateaki Momose, Shogakukan / Planet Manga

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Precious Lies

Name: Precious Lies
Englischer Name:
Originaltitel: Usotsuki Mi-kun to Kowareta Ma-chan
Herausgebracht: Japan: Kadokawa Shoten 2011
Deutschland: EMA 2012
Mangaka: Story: Hitoma Iruma
Zeichnungen: Atsuki Satoh
Bände: Einzelband
Preis pro Band: 7,00 €

Precious LiesStory:
Die junge Mayu Misono lebt vollkommen zurückgezogen in einer kleinen Wohnung. Ihre Klassenkameraden kennen sie kaum, zumeist redet Mayu nicht einmal mit ihnen. Für sie ist nur eine Person wichtig – Mii-kun, der unangekündigt in der Stadt auftaucht. Doch ihn hat nicht seine alte Freundin Maa-chan hierher gezogen, sondern die aufsehenerregenden Morde an jungen Frauen und die Entführung zweier Kinder, die in aller Munde sind. Mii-kun findet schnell heraus, dass die beiden vermissten Kinder bei Mayu versteckt sind. Sie werden in dem unbenutzten Zimmer in Mayus Wohnung festgehalten. Trotz dieser Umstände will Mii-kun seiner Freundin nicht in den Rücken fallen. Vielmehr setzt er alles daran, den Kindern zu helfen und zeitgleich Mayu zu beschützen. Denn die beiden verbindet ein grausames Erlebnis aus ihrer Vergangenheit. Sie selbst wurden vor zehn Jahren entführt und aufs Schrecklichste gequält.

Als eine junge Polizistin auf Mayu und Mii-kun aufmerksam wird, gerät Mii-kun in Zugzwang. Insbesondere da er verdächtigt wird, für die Mordserie verantwortlich zu sein. Mii-kun bleibt nichts anderes übrig, als sich der Angelegenheit zu stellen, um sich und Mayu zu schützen. Dabei muss er sich jedoch zunächst seiner eigenen Vergangenheit und der Geschehnisse vor zehn Jahren stellen, die nicht nur Mayu vergessen hat …

Eigene Meinung:
Der Manga „Precious Lies – Lying Mii-kun and broken Maa-chan“ basiert auf einer 11-bändigen Novelreihe von Hitoma Iruma, der 2011 auch einen recht erfolgreichen Kinofilm nach sich zog. Die Mangaadaption wurde von Atsuki Satoh gezeichnet, die sich durch einen sehr niedlichen, shojohaften Stil auszeichnet, der optisch so gar nicht zur Geschichte passen will. Diese gehört nämlich dem Genre Mystery-Thrilles an, ist teilweise recht blutig und actiongeladen. Dennoch passen die Illustrationen paradoxerweise gut zur Handlung und den Charakteren. Atsuki Satoh gelingt es sowohl die actionlastigen, blutigen Szenen zu zeichnen, als auch die romantisch angehauchten Sequenzen.

Die Geschichte ist sehr spannend und mitreißend. Der Leser fiebert dem Ende, der Auflösung der ganzen Geschichte, entgegen. Man hofft, dass es für die beiden Charaktere gut ausgehen wird, obwohl ein wirkliches Happy-End aufgrund der traumatischen Ereignisse in der Vergangenheit der Jugendlichen von Anfang an nur schwer nachvollziehbar ist. Da die Geschichte vollkommen aus Mii-kuns Perspektive erzählt wird, und er sich selbst immer wieder als Lügner bezeichnet, ist „Precious Lies“ ein sehr undurchsichtiger und in sich verschachtelter Manga. Es ist nichts wie es scheint, da Mii-kun den Leser mehr als einmal aufs Glatteis führt. Umso spannender ist die Auflösung und die Wahrheit, die sich erst am Ende des Mangas vor dem Leser ausbreitet.

Die Charaktere sind ebenfalls gut nachvollziehbar. Mayu und Mii-kun führen den Leser in die Abgründe der menschlichen Seelen und regen zum Nachdenken an. Ab welchem Zeitpunkt ist man Opfer, ab welchem ist man Täter? Wieviel psychische Belastung hält ein Mensch aus? Der Manga selbst gibt zwar keine Antworten, doch man beginnt darüber nachzudenken.

Insgesamt ist „Precious Lies – Lying Mii-kun and broken Maa-chan“ ein spannender, gut durchdachter und in sich logischer Mystery- Thriller, der besonders denjenigen gefallen dürfte, die „A Lollypop or a Bullet“ oder „TSUMITSUKI“ mochten. Die Zeichnungen sind zu Beginn ein wenig gewöhnungsbedürftig, passen jedoch gut zur Handlung, ebenso wie die vielschichtigen Charaktere, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Sehr zu empfehlen.

© Koriko

Precious Lies: © 2011 Hitoma Iruma / Atsuki Satoh, Kadokawa Shouten Co., Ltd. / EMA

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Planetes

Name: Planetes
Englischer Name: Planetes
Originaltitel: Planetes
Herausgebracht: Japan: Kodansha 2001
Deutschland: Planet Manga 2002
Mangaka: Makoto Yukimura
Bände: 5 Bände
Preis pro Band: 7,95 € (Band 1-3)
6,95 € (Band 4-5)

Planetes Band 1Story
Yuri Michailov arbeitet im Weltraum als Schrottbeseitiger. Seine Aufgabe ist es all den Schrott, der durch das Weltall fliegt zu entsorgen. Diese Arbeit ist sehr wichtig, denn dieser Schrott kann, auch wenn er noch so klein ist, großen Schaden anrichten, wenn er auf einen Satelliten oder gar auf ein Raumschiff stößt. Er weiß aus eigener Erfahrung wie schrecklich dies sein kann, denn durch solch ein Unglück hat Yuri seine Frau verloren.

Yuri arbeitet zusammen mit Hachimaki Hoshino und Fei. Yuri denkt oft an seine Frau. Und immer wenn er sich um den Weltraumschrott kümmert hält er Ausschau nach einem Kompass den sie stets um den Hals getragen hatte. Eines Tages findet er ihn auch. Jedoch kommt er fast um bei dem Versuch diesen zu ergreifen. Nur dank Hachimaki verbrennt er nicht beim Eintritt in die Atmosphäre.

Die drei erleben trotz ihres eigentlich eintönigen Jobs eine Menge. So bricht sich Hachimaki zum Beispiel den Fuß als er etwas ungeschickt aufgetreten ist. Doch im Krankenhaus lernt er ein interessantes Mädchen kennen. Schon bald freundet er sich mit ihr an. Sie erzählen sich viel und er erzählt ihr von dem Meer auf der Erde. Denn das Mädchen träumt oft vom Meer. Doch wieso ist sie schon seit 12 Jahren ununterbrochen im Weltraum? Möchte sie nicht auf die Erde? Wer ist dieses Mädchen, oder was?

Doch auch Fei hat so mit ihren Problemen zu kämpfen. Im Weltraum gibt es extra eingerichtete Raucherräume, welche sie regelmäßig nutzt. Doch seit neuestem gibt es Terroristen die sich die „Weltraumverteidigungsfront“ nennt. Sie sind der Meinung, dass Menschen nicht im Weltall sein sollten. Ihre Rohstoffe auf der Erde sind so gut wie aufgebraucht und anstatt etwas daraus gelernt zu haben und auf unbegrenzten Rohstoff zuzugreifen greifen sie in den Weltraum ein und nehmen nun Rohstoff, den sie auf dem Mond gefunden haben. Jedoch wieder begrenzter Rohstoff. So lernen die Menschen nichts. Außerdem zerstören sie den Weltraum.

Planetes Band 2Um ihren Standpunkt deutlich zu machen lassen sie Bomben zurück. Am liebsten in Raucherräumen. Und so hat Fei das große Pech, dass sie keinen Raucherraum findet der nicht gerade zerstört oder sogar geschlossen wird. Ihre ganze Wut richtet sich auf die „Weltraumverteidigungsfront“. Und dies beweist sie auch, als sie hinter ihnen her jagt, sobald sich für sie eine Gelegenheit bietet. Die Menschheit dankt ihr dies und hält einen Orden bereit, doch sie wissen nicht, dass Fei dabei kein einziges Mal an die Menschen denkt, sondern einfach nur an ihre eigene Rache, da sie wegen ihnen nicht rauchen kann.

Doch bei ihren Rachefeldzug bringt sie sich selbst in große Gefahr. Nicht nur, dass das Raumschiff zerstört wird, sie stürzt auch noch auf die Erde. Wird das Rettungsschiff dies aushalten? Oder ist das das Ende? Und wie arbeiten die drei weiter, wenn das Raumschiff zerstört ist?

Eigene Meinung:
Die Charaktere sind bei „Planetes“ sehr schön ausgearbeitet und man kann sich gut mit den unterschiedlichen Wesenszügen identifizieren. Jeder kann sich in einem der Charaktere wieder finden. Außerdem fühlt man gerade mit Yuri mit, wodurch der Manga leicht dramatisch wird.
Doch durch Hachimaki kommt der nötige Witz wieder dazu, sodass man nicht sentimental wird beim lesen.

Wer sich für den Weltraum interessiert sollte sich diesen Manga auf gar keinen Fall entgehen lassen. Aber auch die, die gerne über unterschiedliche Menschen mit ihren ganz eigenen Schicksalsschlägen lesen und zwar zwischen drin auch mal gerne lachen, aber hauptsächlich doch nachdenken.

© Nekolein

Planetes: © 2001 Makoto Yukimura, Kodansha / Planet Manga

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Old Boy

Name: Old Boy
Englischer Name: Old Boy
Originaltitel: Old Boy
Herausgebracht: Japan: Futabasha 1997
Deutschland: Carlsen 2006
Mangaka: Story: Garon Tsuchiya
Zeichnungen: Nobuaki Minegishi
Bände: 4 Bände
Preis pro Band: 12,00 €

Old Boy Band 1Story
Eingesperrt. Verlassen. Alleine in einem fensterlosen Raum. Grundlos, oder? So geht es der Hauptperson von „Old Boy“, Goto. Eines Tages wacht er in einem Raum ohne Fenster auf, in dem sich nur ein Bett und ein Fernseher befinden. Auch ein angrenzendes, spärlich eingerichtetes Bad steht ihm zur Verfügung und ab und an bekommt er etwas zu Essen durch eine Klappe in der Tür geschoben.

Gotos Gefängnis beherbergt noch andere Personen und liegt zwischen dem 7. und 8. Stock (also im 7½ten) verborgen. Ein Kerl, der auch das Essen verteilt, schiebt Wache und nimmt das Essen vom nahe gelegenen Imbiss in Empfang. Goto lebt nun seit bereits 10 Jahren in diesem Gefängnis und hat keine Ahnung, warum er hier ist und wer ihn hier festhalten lässt. Aber anstatt sich selbst aufzugeben trainiert er täglich seinen Körper und verbringt seine Zeit mit Fernsehgucken. Eines Tages kommen drei dubiose Gestalten in seine Zelle und erklären ihm er solle sich umziehen und mitkommen. Während Goto sich umzieht erkennt man was für einen muskulösen Körper er sich angeeignet hat, in den Jahren alleine in diesem Raum.
Der Anführer der drei scheint der „Geschäftsführer“ dieses Gefängnisses zu sein und erklärt Goto, dass hier viele Leute eingesperrt sind, da das viel besser für das seelische Wohl ihrer Peiniger sei als jemanden umzubringen.

Noch während dieser Erklärungen schleicht sich einer der beiden anderen an Goto an und presst ihm einen getränkten Lappen vors Gesicht. Anstatt, wie erwartet sofort umzufallen, wehrt sich Goto. Per Judowurf befördert er seinen Angreifer auf den Boden und dessen Kollegen, der gerade seine Pistole gezogen hat, mit einem kraftvollen Tritt gleich hinterher.
Doch noch bevor er den dritten angreifen kann wirkt das Betäubungsmittel und Goto versinkt in einem tiefen Schlaf. Die drei laden ihn in ihr Auto und lassen ihn später, zusammen mit etwas Geld im Park liegen.

Old Boy Band 2Als Goto aufwacht kann er sein Glück zuerst gar nicht fassen und hat nur einen Gedanken: Freiheit. Ihm steigen sogar die Tränen in die Augen, als er entdeckt das er etwas Geld hat und kauft sich von Selbigem erstmal etwas zu essen. Da sein Budget aber begrenzt ist (nur 1000¥ also etwa 10€) beschließt er nun sorgfältig mit dem Rest umzugehen. Als er sieht wie ein Passant eine noch nicht ganz verbrauchte Zigarette weg wirft, nimmt er sich diese und überlegt sich seinen nächsten Schritt. Er sinniert darüber ob ihm ein Telefongespräch bei der Klärung seiner Vergangenheit helfen könnte, verwirft diesen Gedanken aber schnell wieder. Er geht nicht davon aus, dass ihm jemand glauben würde. Er schenkt das restliche Geld einem armen Mann. Voller Zuversicht, die Gründe hinter seiner Festhaltung ergründen zu können, macht er sich auf, seinem unbekannten Widersacher entgegen.

Eigene Meinung
In Japan gibt es von „Old Boy“ insgesamt acht Bände. Carlsen veröffentlicht die Serie in vier Doppelbänden zu je 12,00 €. Zu „Old Boy“ existiert auch ein gleichnamiger südkoreanischer Kinofilm, der aber andere Akzente setzte und sich von der Manga Vorlage unterscheidet. Hier herrscht vor allen Dingen Gewalt vor, während im Manga zusätzlich dazu die Psyche des Hauptcharakters beleuchtet wird.

„Old Boy“ ist ein wirklich gelungener Manga und er ist für ein etwas älteres Publikum unbedingt zu empfehlen. Die Hauptperson wird dem Leser sehr nahe gebracht und man kann mitfühlen, wenn Goto aus dem Gefängnis freikommt und endlich wieder das tun kann, was er möchte und das obwohl die Person Goto dem Leser erst 15 Seiten zuvor vorgestellt wurde. Die Geschichte wird nach diesem ersten Kapitel immer spannender und auch die menschlichen Aspekte an Goto werden immer wieder beleuchtet. Goto wird nicht zu einem kalten Rächer, wie man ihn zum Beispiel aus „Lady Snowblood“ kennt. Er ist ein Charakter dessen Handlungen man nachvollziehen und denen man möglicherweise sogar zustimmen kann.

© BrainBug

Old Boy: © 1997 Garon Tsuchiya, Nobuaki Minegishi, Futabasha / Carlsen

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Oh-Roh

Name: Oh-Roh
Oh-Roh Den
Englischer Name:
Originaltitel: Oh-Roh
Oh-Roh Den
Herausgebracht: Japan: Hakusensha 1989
Deutschland: Planet Manga 2004
Mangaka: Story: Buronson
Zeichnungen: Kentaro Miura
Bände: 2 Bände
Preis pro Band: 7,95 €

Oh-RohStory
Shingo Iba ist ein 25 Jahre junger Kendo-Meister und ein Nachwuchswissenschaftler. Erst vor kurzem ist er das zweite Jahr in Folge Kendo-Meister geworden. Auf einer Forschungsreise verschwindet er spurlos in einer alten Seidenstraße.

Ungefähr ein Jahr später macht sich seine Verlobte Kyoko auf die Reise nach Nord-China, um dort in der besagten Seidenstraße nach Anhaltspunkten, für das Verschwinden von Iba, zu suchen. Als sie in der Wüste, auf den Überresten einer Ruine, abrutscht und einen kleinen Hang hinunter schliddert, sieht sie beim Aufprall, dass in einiger Entfernung ein Anhänger im Wüstensand steckt. Sofort rennt sie dort hin und erkennt, dass es der Talisman ist, den sie Iba damals, kurz vor seiner Abreise, geschenkt hat. Doch plötzlich werden die Wolken pechschwarz und es entsteht eine Art Strudel am Himmel über der Ruine. Es blitzt und donnert und Kyoko wird in den Strudel hinein gezogen, doch das merkt sie gar nicht mehr, da sie ohnmächtig geworden ist.

Als sie in einem Bett wieder aufwacht befindet sie sich in einem älteren Haus. Sie schaut aus dem Fenster und bekommt einen Schock. Eine alte Frau betritt das Zimmer und stellt sich ihr vor. Nachdem was Kyoko von ihr erfahren hat, muss sie sich im Jahre 1212 befinden; im China des 13. Jahrhunderts. Als die beiden Frauen in die Stadt gehen, damit sich Kyoko umsehen kann, taucht auf einmal General Yang, vom Reich der Mongolen, auf. Alle Stadtbewohner knien sich nieder, außer Kyoko.

Sofort wird General Yang auf sie aufmerksam. Während ein Soldat, auf Yangs Befehl hin, Kyoko gewaltsam mit sich reißt, wird die nette alte Dame zu Boden geschlagen. Im Hauptquartier von General Yang wird Kyoko in die Kampfarena geschickt, um dort als Zuschauerin zu sitzen. Als die nächsten zwei Kämpfer die Arena betreten, fällt Kyoko auf, dass einer der beiden Kämpfer sein Schwert in einer ungewöhnlichen Stellung hält. In der gleichen Stellung, wie Iba sein Schwert bei der Kendo-Meisterschaft gehalten hat.

Oh-Roh DenNach einiger Zeit erkennt sie, dass es sich bei diesem Kämpfer wirklich um Iba handeln muss. Kyoko rennt ihm entgegen und ruft seinen Namen, woraufhin er sie sofort wieder erkennt. General Yang ist darüber nicht sehr erfreut und es entfacht ein Streit zwischen ihm und Iba. Mit Messern attackiert General Yang Iba und lässt ihn danach von Soldaten an die äußerste Front im Norden verschleppen. Man sagt, dass von dort kein Mann mehr lebend zurück gekehrt ist.

Iba kämpft sich an der Front durch, während Kyoko, angebunden an General Yangs Pferd, durch die Wüste laufen muss. Sie soll erst dann einen Schluck Wasser bekommen, wenn sie sich General Yang fügt. In der Wüste kommt ihnen eine Gestalt entgegen. Es ist Iba. Mit gezücktem Schwert fordert er General Yang heraus. Ein Kampf entbrennt. Letztlich gewinnt Iba und tötet General Yang.

Die Soldaten schwenken die weiße Flagge und ein riesiger Krieger erscheint auf einem Pferd. Er bittet Iba mit ihm zu kommen. Sein Herr möchte mit Iba sprechen. Als dieser vor dem Herrn des riesigen Kriegers nieder kniet, wird er ihm als Dschingis Khan vorgestellt. Doch was will Dschingis Khan von Iba? Warum hat er ihn zu sich gebeten und wer ist der riesige Krieger, der aussieht wie ein Mönch?

Eigene Meinung
“Oh-Roh“ hat einen sehr detaillierten Zeichenstil, was man vor allem an der Rüstung von Dschingis Khan erkennen kann. Die Story fungiert ein wenig nach dem gleichen Prinzip wie bei „Japan“. Auch in „Oh-Roh“ geht es wieder um eine Zeitreise, die in die Vergangenheit führt. Iba und Kyoko dürfen vor allem nicht den Lauf der Zeit ändern. Das wird ihnen am Ende des Manga bewusst, da sie vor einem schwierigen Problem stehen. Es ist eine sehr unterhaltsame und spannende Story. Sie bringt dem Leser das China des 13. Jahrhunderts näher. Unbedingt empfehlenswert für Leser ab 16+.

© Chiara

Oh-Roh: © 1989 Kentaro Miura, Hakusensha / Planet Manga

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Night Head Genesis

Name: Night Head Genesis
Englischer Name: Night Head Genesis
Originaltitel: Night Head Genesis
Herausgebracht: Japan: Kodansha 2007
Deutschland: Carlsen 2011
Mangaka: Story: George Iida
Zeichnungen: You Higuri
Bände: 3 Bände
Preis pro Band: 6,95 €

Night Head Genesis Band 1Story
Aufgrund ihrer übernatürlichen Fähigkeiten werden die Brüder Naoya und Naoto von ihren Eltern an ein Forschungslabor übergeben, die sich fortan um die beiden Jungen kümmern soll. Naoto ist entsetzt, sein kleiner Bruder scheint mit seiner Fähigkeit bei Berührung in die Herzen eines Menschen zu sehen bereits gewusst zu haben, was ihre Eltern vorhaben – und schwieg. Doch so leicht will sich Naoto nicht einsperren und von seinem Bruder trennen lassen. Mit Hilfe seiner Kräfte, befreit er sich und schließlich auch Naoya, allerdings scheitert ihre Flucht an einer Barriere, die das Gelände des Forschungsgebietes umgibt. Jahre vergehen, in denen die Kinder zu jungen Männern heranwachsen und erst als mit dem alten Misaki auch derjenige stirbt, der die Barriere aufrecht erhalten hatten, fliehen die Brüder.

Ihr Weg führt sie in die nächst größere Stadt und ein unsicheres Leben beginnt. Naoya kann es nicht ertragen von anderen Menschen berührt zu werden und Naoto hat zwar seine Kräfte gut unter Kontrolle, ist jedoch zu temperamentvoll und will um jeden Preis Naoya beschützen. Als eine unbekannte Frau auf einmal Naoya angreift und verletzt, stoßen die Brüder auf den bekannten Seher Kamiya Tsukasa, der das Ende der Welt vorhergesehen hat. Ausgerechnet die beiden Brüder sollen in diesem Schreckensszenario eine wichtige Rolle spielen. Für die Angreiferin und fanatische Anhängerin Kamiyas ein guter Grund die Brüder töten zu wollen.

Als Naoya und Naoto den Seher zur Rede stellen, hat dieser zusammen mit dem sensiblen Naoya eine weitere Vision und erstmalig erkennt Kamiya wo die Vernichtung der Menschheit ihren Anfang nehmen wird – ein Virus, das die junge Forscherin Kurahashi mit ihrem Assistenten gegen AIDS entwickeln will, wird mutieren und binnen weniger Tage die Menschheit auslöschen. Entsetzt von der Vision und um das Schicksal abzuwenden, machen sich die Brüder auf den Weg in die Forschungseinheit um mit Kurahashi zu sprechen. Sie soll ihre Arbeit an dem Projekt beenden und sämtliche Daten löschen. Doch so einfach will sich die ehrgeizige, junge Frau nicht von einer Eingebung in die Irre führen lassen. Als jedoch erneut die Anhängerin Kamiyas auftaucht und das Leben Kurahashis beständig in Gefahr gerät, beginnt sich Naoyas Visionen zu glauben. Sie will die Forschungsdaten löschen, doch urplötzlich will ausgerechnet ihr Assistent dies verhindern.

Night Head Genesis Band 2Und selbst nachdem diese Hürde überwunden ist, wird klar, dass das Schicksal der Welt zwar abgewendet, doch der Sieg noch längt nicht errungen wurde. Denn hinter all den seltsamen Vorfällen stecken Menschen, die ähnliche Fähigkeiten, wie Naoya und Naota haben und die beiden Brüder sind wichtig für die sich anbahnende Katastrophe…

Eigene Meinung:
„Night Head Genesis“ ist zwar erst 2007 erschienen, jedoch basiert die Geschichte selbst auf einem Roman von Iida George und einer TV-Serie aus dem Jahre 1992. Die Geschichte erschien unter dem Titel „Night Head“ und war damals recht erfolgreich. Sie wurde sogar einst von einer anderen bekannten Mangaka umgesetzt: Makoto Tateno. Diese Fassung ist unterdessen jedoch schwer aufzutreiben oder gänzlich vergriffen bzw. unbekannt. Mit der Neuversion des Mangas, der parallel zur 24-teiligen Anime-TV-Serie „Night Head Genesis“ erschien, wagt sich You Higuri erstmalig in eine ganz andere Richtung.

Die Handlung ist mysteriös, actionreich, düster und hat thrillerhafte Ansätze. Der erste Band wirft viele Fragen auf, die erst in den folgenden Mangabänden beantwortet werden und ist im Großen und Ganzen spannend und mitreißend. Teilweise kommt man zu Beginn mit den Namen durcheinander (Naoya, Naoto, Naomi), doch daran gewöhnt man sich rasch. Die Charaktere sind noch wenig blass und leider auch stereotyp: Naoto, der temperamentvolle, große Bruder mit extrem ausgeprägten Beschützerinstinkt und Naoya, der kleine, teilweise labile und ruhige Bruder. Vielleicht wird ihnen in den kommenden Bänden mehr Tiefe verliehen, bisher wirken die Protagonisten jedoch ein wenig unausgegoren. Zudem weiß der Leser noch nicht genau, wohin die Handlung eigentlich führen wird – viele Figuren (der alte Misaki, die Schülerin Shoko) sind nur am Rande in Erscheinung getreten und fehlen ein wenig, doch das letzte Kapitel und das Auftauchen der anderen übersinnlich Begabten macht Lust auf mehr.

Zeichnerisch ist der Manga sehr gut gelungen. Wie nicht anders von You Higuri zu erwarten ist die Geschichte sehr gut umgesetzt, teilweise sogar besser und dynamischer als in ihren anderen Werken. Natürlich sind die Charaktere allesamt gutaussehend (allen voran Naoto und Naoya), jedoch passt ihr Stil überraschend gut zu dieser Art von Manga. Higuri kann zeigen, dass sie durchaus auch Actionszenen und Explosionen zeigen kann und auch die Visionen von Naoya sind eher realistisch gehalten, was gut zu der Endzeitstimmung passt.

Insgesamt ist „Night Head Genesis“ ein Muss für alle You Higuri Fans, aber auch für erwachsene Leser, die Action, Mystery und düstere Geschichten mögen. Es fällt zwar schwer zu sagen, wohin die Geschichte genau will, doch genau das macht den Manga so interessant. Wer über die stereotypen Charaktere hinwegsehen kann, sollte auf jeden Fall einen Blick riskieren…

© Koriko

Night Head Genesis: © 2007 George Iida / You Higuri, Kodansha / Carlsen

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Naru Taru

Name: Naru Taru
Englischer Name:
Originaltitel: Naru Taru
Herausgebracht: Japan: Kodansha 1998
Deutschland: EMA 2001
Mangaka: Mohiro Kitoh
Bände: 12 Bände
Preis pro Band: 11,95 DM / 6,10 €

Naru Taru Band 1Story
Am Himmel taucht plötzlich ein seltsames Objekt auf. Es bewegt sich rasend schnell und keiner weiß, was es ist. Mit einer enormen Geschwindigkeit stürzt es ins Meer. Was war das nur?

Shiina Mihara ist über die Ferien eine Woche bei ihren Großeltern. Hier schlägt sie sich mit dem Alltäglichen herum, wie die Hausaufgaben. Sie ist ein lebensfrohes Mädchen, das zwar morgens schlecht gelaunt ist, aber kaum ist sie mit ihren Freunden am Meer um zu schwimmen, sind ihre Lebensgeister wieder geweckt. Jedoch wird sie auch leichtsinnig und schwimmt trotz Warnungen vor starker Strömung sehr weit hinaus. Sie ist zwar fix und fertig, kommt aber an ihrem Ziel, einem riesigen Torii (ein Tor aus Holz, häufig rot lackiert) an. Sie hört wie ihre Freunde nach ihr rufen, beschließt aber trotzdem etwas zu tauchen. Auf dem Boden sieht sie plötzlich eine Art Stern an, durch den Schreck schluckt sie Wasser. Sofort holen ihre Freunde Hilfe, allerdings ist sie nicht zu finden. Zumindest nicht im Wasser. Keiner kann es sich erklären, aber sie liegt bewusstlos vor einer Klinik ganz in der Nähe.

Am nächsten Tag erzählt sie, dass sie sich an nichts erinnere. Doch kaum sind die anderen im Bett, zieht sie sich an und geht zurück ans Meer, Dort ist wieder dieser Stern, dieses Mal über dem Wasser. Hat er sie gerettet? Shiina stellt verblüfft fest, dass dieses Wesen fliegen kann und nicht nur das, es bietet ihr sogar an auf ihm zu fliegen. Auf dem Torii sitzend fängt sie an sich mit dem Wesen anzufreunden, jedoch ist sie die einzige von den beiden die spricht. Sie nennt ihren neuen Freund kurzerhand „Hoshimaru“. Da Hoshimaru gerne bei Shiina bleiben möchte, gibt diese ihn als ihren Rucksack aus.

Naru Taru Band 2Am nächsten Tag geht es für Shiina wieder nach Hause. Dafür wird sie mit dem Flugzeug von Kollegen ihres Vaters abgeholt. Nach einer Unterhaltung geht sie jedoch wütend in den Passagierraum, denn die beiden waren der Meinung ihr „Rucksack“ wäre scheußlich. Doch zu ihrem Schrecken muss sie feststellen, dass da zwei weitere Passagiere sitzen. Zwei Jungs, wobei sie den einen erst für ein Mädchen gehalten hatte. Einer lobt ihren niedlichen Rucksack, der andere jedoch meinte nur, Shiina wäre süßer. Sie beschließt den Rest des Fluges doch lieber im Cockpit zu verbringen, da ihr die beiden nicht geheuer sind.

Doch plötzlich fliegt etwas auf ihr Flugzeug zu und hätte sie fast gerammt. Es ist kein Flugzeug, aber was ist es dann? Die Passagiere scheinen es zu kennen und reden etwas von „Knochendrachen“ aber was soll das sein? Die Ereignisse überschlagen sich. Shiina beschließt mit Hoshimaru gegen das andere Wesen zu kämpfen, jedoch hat sie keine Chance und stürzt auf das Meer zu. Da tauchen noch ein Wesen und ein geheimnisvolles Mädchen auf und retten sie. Mit nur einer Handbewegung können sie den Angreifer vernichten. Wer sind diese Wesen alle und wer ist das Mädchen? Und wieso wissen die beiden Passagiere so gut Bescheid? Und wer ist diese Prinzessin des Drachenpalastes von der sie reden?

Es bleibt sehr spannend und Shiina merkt mit der Zeit, dass ihr neuer Freund viele Geheimnisse birgt, die sie sich niemals hätte vorstellen können.

Eigene Meinung:
„Naru Taru“ ist ein Manga der meiner Meinung nach etwas verwirrend beginnt. Am Anfang werden sehr viele Fragen aufgeworfen die sich mit der Zeit aber aufklären. Es ist eine ernste Story die auch zum Denken anregt. Man lernt Freundschaft richtig zu schätzen und fängt auch über ernste Themen wie Selbstmord nach zu denken. Aber gerade Shiinas Lebensfreude zaubert einem auch immer wieder ein Schmunzeln ins Gesicht. Wer Geschichten mag, die nicht von vornherein klar sind und auch gerne etwas nachdenkt beim lesen, der sollte sich „Naru Taru“ nicht entgehen lassen.

© Nekolein

Naru Taru: © 1998 Mohiro Kitoh , Kodansha / EMA

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Nana & Kaoru Black Label

Name: Nana & Kaoru Black Label
Englischer Name:
Originaltitel: Nana to Kaoru Black Label
Herausgebracht: Japan: Hakusensha 2010
Deutschland: Planet Manga 2012
Mangaka: Ryuta Amazume
Bände: 5 Bände
Preis pro Band: 7,95 € (Band 1-3)
7,99 € (Band 4-5)

Nana & Kaoru Black Label Band 1Story
Nana und Kaoru sind auf den ersten Blick ein ganz normales Pärchen. Beide verbringen ihren Schulalltag pflichtbewusst mit Lernen und Pauken. Nur abends, wenn beide mal alleine sind, offenbaren sie einander eine völlig andere Persönlichkeit. Denn dann widmen sie sich ihrer sogenannten „Abwechslung“. Mit kleinen Spielchen und Fesseleinlagen peppen sie ihr Liebesleben auf. Momentan kommen beide aber eher selten dazu, sich dieser Leidenschaft hinzugeben, denn Nana muss für die Uni-Aufnahmeprüfungen lernen. Gerade Geschichte liegt ihr eigentlich gar nicht. In der Bibliothek sucht Nana daher nach passender Lektüre. Als sie durch die Gänge schlendert, trifft sie auf Tachibana-san, die hauptberuflich einen Erotik-Shop betreibt. Die beiden kennen sich bereits länger, haben sich aber eine ganze Zeit nicht gesehen. Daher gehen sie spontan in ein Café, um sich auszutauschen. Dabei erfährt Nana, dass Tachibana-san damals an der Todai-Uni Geschichte studiert hat. Das muss ein Wink des Schicksals sein. Vorsichtig bittet sie daher um Nachhilfe. Auch Tachibana-san findet Begeisterung für diesen Vorschlag. Eigentlich wäre sie zu dieser Zeit bei jemanden, dem sie beim Verfassen seines Buches helfen würde. Doch diesmal scheinen andere Pläne dazwischen gekommen zu sein, sodass Tachibana-san Zeit hat.

Währenddessen ist Kaoru mal wieder in einer Buchhandlung verschwunden. Das neue Band von Sarashina-sensei müsste doch bereits erschienen sein. Kaoru liebt seine Erotik-Bücher, in denen hauptsächlich Bondage-Fotographien zu sehen sind. Für ihn ist dies die höchste Form von Ästhetik und Schönheit. Leider ist es mal wieder viel zu teuer, sodass er es sich nicht leisten kann. Dabei hatte er beim Anblick des Buches Luftsprünge machen könne, so begeistert war er. Traurig verlässt Kaoru den Laden, als ein Mann ihn anspricht und ihm Sarashina-senseis Buch schenkt. Wer ist dieser freundliche Mann nur? Als Kaoru ihn genauer betrachtet, fällt er aus allen Wolken. Es ist der Autor höchst persönlich! Und nicht nur das, er lädt Kaoru auch noch auf einen Kaffee ein. Als er dort von seiner Bewunderung zu Sarashima-sensei spricht, kann sich der Autor kaum beherrschen. Er schlägt Kaoru vor, sein Mentor zu werden und bittet ihn, in den Sommerferien in sein Landhaus zu kommen.

Nana & Kaoru Black Label Band 2Auch Nanas Pläne ändern sich plötzlich, als Tachibana-san anruft und mitteilt, dass sie nun doch am Buch ihres Bekannten mitwirken soll. Sie möchte Nana dennoch helfen, sodass Tachibana-san sie einlädt mit zukommen. Da das Haus am Meer und mitten in der Natur gelegen sein soll, kann Nana einfach nicht ablehnen. Auch Kaoru hätte mitkommen dürfen, doch genau in diesem Zeitraum hat er sich mit Sarashima-sensei verabredet, was beide traurig stimmt.

Am Tag der Abreise freut sich Nana dennoch auf ein paar nette Tage am Meer. Als der Zug eintrifft, sucht sie einen freien Sitzplatz und entdeckt Kaoru im Zug! Was für ein schöner Zufall. So kann sie wenigstens noch ein paar gemeinsame Minuten mit ihm verbringen, bevor sie sich eine Zeit lang nicht sehen können.

Als Kaoru dann aber an der selben Haltestelle umsteigt und den Zug am selben Ort wieder verlässt, wird es langsam seltsam. Es stellt sich heraus, dass Tachibana-san das Modell für Sarashina-senseis Bondage-Bilderbänder ist und Kaoru sowie Nana ins selbe Haus eingeladen wurden.

Tagsüber soll Nana mit Tachibana-san lernen und abends würde sich die Lehrerin in Sarashinas Hände begeben. Kaoru soll dabei assistieren und selbst Nana wird eingeladen, an diesem erotischem Spiel als Zuschauer teilzunehmen!

Eigene Meinung
„Nana & Kaoru Black Label“ ist die Fortsetzung von „Nana & Kaoru“.

Die Geschichte dreht sich in erster Linie nicht unbedingt um den Geschlechtsverkehr, sondern um die Faszination des Bondage, der erotischen Fesselung. Sie empfinden Erregung und spüren die Leidenschaft, wenn sie sich vollständig in die Hände eines anderen geben und von diesem abhängig sind, festgebunden und völlig bewegungsunfähig. Sarashina-sensei versucht durch diese Enge und Unterwerfung sowie durch S&M Praktiken die reine Schönheit aus Tachibana-san, in dem Moment in dem sie sich durch den Schmerz nicht mehr verstellen kann, herauszuholen.

In Japan hat Bondage eine lange und ehrenvolle Tradition, die in unserer Heimat eher auf fragwürdige Gesichter stößt. Auch für den Leser ist der Spaß an Qualen, wie es Tachibana-san empfindet, üblicherweise nicht immer nachvollziehbar.

Störend empfinde ich die Veränderung des Zeichenstils in Abhängigkeit der dargestellten Figur. Wohingegen die Frauen attraktiv, höchst anschaulich und detailliert gezeichnet werden, wirkt vor allem Kaoru oft entstellt und dahin geschmiert. Durch sein äußeres Erscheinungsbild und seine Grimassen fällt es dem Leser schwer, auch nur ansatzweise Sympathie zu dem Charakter aufzubauen. Oftmals wirkt er dann unkontrolliert und wie besessen von seinem Sexualtrieb, was beinahe beängstigend ist.

„Nana & Kaoru Black Label“ erhält zurecht eine Freigabe ab 18 Jahren und ist daher nur etwas für Erwachsene mit Hang zu S&M und Bondage-Fantasien.

© Izumi Mikage
Nana & Kaoru Black Label: © 2010 Ryuta Amazume, Hakusensha/ Planet Manga

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