Fairy Tale Battle Royale

Name: Fairy Tale Battle Royale
Englischer Name:
Originaltitel: Otogibanashi Battle Royale
Herausgebracht: Japan: Kadokawa 2017
Deutschland: Carlsen 2020
Mangaka: Soraho Ina
Bände: 3 Bände, wird fortgesetzt
Preis pro Band: 7,00 €

Story
Die Neuntklässlerin Aoba hat es nicht leicht, denn tagtäglich wird sie in der Schule von ihren Mitschülerinnen gemobbt. Zwar weiß ihr Klassenlehrer über das Mobbing Bescheid, doch ist auch er ratlos, was zu tun ist, um seiner Schülerin zu helfen.

Je trübsinniger die Realität für sie ist, desto eher flüchtet sich die Leseratte Aoba in ihre Bücher. Vor allem Lewis Carrols Klassiker „Alice im Wunderland“ hat es ihr angetan. Nicht selten hat sie sich gewünscht, auch einmal in einer anderen Welt zu landen.

Eines Tages, nachdem ihre Mitschülerinnen eine ihrer selbstgezeichneten Illustrationen zerrissen haben, findet Aoba unter den Fetzen einen seltsamen Vertrag. Darin wird ihr die Erfüllung eines Wunschs in Aussicht gestellt, wenn sie dafür einwilligt, die Rolle der Alice in „Alice im Wunderland“ zu spielen. Zunächst nimmt Aoba die Sache nicht wirklich ernst. Kurz entschlossen füllt sie den Vertrag aus und gibt als ihren Wunsch an, dass alle in ihrer Klasse sie mögen sollen. Zu ihrer Überraschung scheint das am nächsten Tag tatsächlich Realität geworden zu sein. Die Mädchen, die sie schikaniert haben, entschuldigen sich bei ihr und die, die sie bisher gemieden haben, suchen ihre Freundschaft.

Doch alles hat seinen Preis. Zuhause fordert der Vertrag, der ein magischer war, diesen Preis von Aoba ein. Plötzlich findet sie sich in Alice-Kostümierung  einer anderen Welt wieder. Dort trifft sie auf den Engländer Noah, der einen ähnlichen Vertrag wie Aoba geschlossen hat und ebenfalls die „Rolle“ einer Figur ausfüllen soll. Auch scheinen beide plötzlich ein seltsames Buch ohne Inhalt zu besitzen. Und sie treffen nicht nur auf schreckliche Gestalten, sondern auch auf weitere Menschen, die als Roman- und Märchenfiguren unterwegs sind. Eines der fremden Mädchen gibt ihnen den Tipp, dass „die Bücher vollendet werden müssen“. Aber was ist damit gemeint? Und wie sollen Noah und Aoba die leeren Seiten füllen?

Und wie soll sich Aoba gegenüber ihrem neuen Mitstreiter Noah verhalten, der bald scheinbar auf mehr als Freundschaft aus ist…

Eigene Meinung
Nach dem Märchen-Boom und dem Alice-Boom, die die Populärkultur in den letzten Jahren in Atem hielten, folgt nun mit „Fairy Tail Battle Royale“ eine Story, die beides miteinander verbindet. Menschen mit Problemen wird ein Wunsch gewährt, wenn sie dafür als Gegenleistung in einer fantastischen Welt darum kämpfen, dass ihre Paten-Erzählungen wieder vollendet werden. Im Großen und Ganzen findet sich dieses Schema nicht eben selten.

Auch mittlerweile häufig ist, dass die Handlung mit einer ordentlichen Brise Gewalt gewürzt ist. Da greift das Rotkäppchen halt im Zweifelsfalle selbst zur Schrotflinte, um einen Zombie zu erschießen. Auf dem Cover des ersten Bandes sieht man die weinende Protagonistin in zerfetzter Kleidung mit zwei Schwertern in den Händen. Wem das martialisch anmutet, sollte wissen: So schlimm ist es dann (zumindest im ersten Band) doch nicht. Die Zielgruppe sollen ja doch noch eher jüngere Jugendliche in der Mittelstufe sein. Dementsprechend sind die Charaktere – obgleich 15 Jahre alt – noch jünger wirkend und recht niedlich designt, es gibt eine zarte platonische Liebesgeschichte, und Blut und Gewalt halten sich noch in Grenzen.

Die Handlung ist nett aufgemacht und klassisch illustriert. Nichts Besonderes, aber ein soliddes Handwerksstück für den Mainstream-Markt.

© Rockita

Fairy Tale Battle Royale: © 2017 Soraho Ina  Kadokawa/Carlsen

 

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Fairy Tail – 100 Years Quest

Name: Fairy Tail – 100 Years Quest
Englischer Name:
Originaltitel: Fairy Tail – 100 Years Quest
Herausgebracht: Japan: Kodansha 2018
Deutschland: Carlsen 2020
Mangaka: Story: Hiro Mashima
Zeichnungen: Atuso Ueda
Bände: 4 Bände, wird fortgesetzt
Preis pro Band: 7,00 €

Story
Mit „Fairy Tail – 100 Years Quest“ startet ein neues Abenteuer für Natsu und seine Kameraden.

Sie haben sich auf den Weg gemacht den 100 Jahre Quest zu beenden, an dem bisher noch jeder andere Magier gescheitert ist.

Allerdings ist der erste Drache, den sie versiegeln sollen, so ganz anders als gedacht und auch von anderen Seiten lauern tödliche Gefahren auf sie. Sei es durch die Magierin Tonka, welche gerade Fairy Tail beigetreten ist und Natsu für sich gewinnen möchte oder aber der Gilde Diabolo. Dessen Mitglieder nennen sich Drachenfresser und gewinnen durch den Verzehr von Drachen ihre außergewöhnlichen Fähigkeiten.

Können Natsu, Gray, Happy und die anderen den neuen Gefahren trotzen und ihren Quest erfolgreich beenden?

Eigene Meinung
Der neue Manga, über unsere geliebten Helden, watet wieder mit viel Action, Witz und nackte Tatsachen auf. Diese aber auch nicht in ihrer Gänze, denn dann hätte der Manga keine Altersempfehlung ab 12 Jahren bekommen!

Fans der Reihe werden es lieben! Neulinge sollten lieber mit dem Ursprungsmanga beginnen, um die Charaktere kennen zu lernen, denn ohne Vorkenntnisse liegen einem die Charaktere nicht wirklich am Herzen und man fiebert weniger mit.

Zeichnerisch ist „Fairy Tail“ wie gewohnt gut. Zudem fand ich den Manga diesmal auch weniger textlastig, als manch anderer „Fairy Tail“-Manga.

Fans der Reihen greifen auch bei „Fairy Tail – 100 Years Quest“ zu. Aber auch Neulinge sollten der Reihe eine Chance geben. Natsu und seine Kameraden enttäuschen einen sicher nicht!

Fairy Tail – 100 Years Quest: © 2018 Hiro Mashima, Atsuo Ueda, Kodansha/ Carlsen

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Shikigami

Name: Shikigami
Englischer Name:
Originaltitel: Shikigami
Herausgebracht: Japan: Graphic-sha 2018
Deutschland: Carlsen 2020
Mangaka: Yasaiko Midorihana
Bände: Einzelband
Preis pro Band: 10,00 €

Story:
Ayakashi (übernatürliche Geschöpfe wie Tengu) und Menschen leben in friedlicher Koexistenz, wobei es eine Art ungeschriebenes Gesetz ist, dass sich Ayakashi nicht mit Menschen abgeben dürfen. Generell sind die Ayakashi ekelerregend engstirnig und behandeln den jungen Kureha wie Abschaum, nur weil er von unbekannter Herkunft ist und es für Tengu höchst ungewöhnlich ist, keine Eltern zu haben bzw. diese nicht zu kennen. Niemand versteht, warum der amtierende Akigami (Herbstgott) Kurenai ausgerechnet Kureha unter seine Fittiche genommen hat und ihn trainiert. Die Ayakashi erhalten ihre magischen Kräfte von Funken, den sogenannten Sai, die Fluch und Segen zugleich sein können. Nimmt ein Ayakashi nämlich zu viel davon in sich auf, schaden die Funken seinem Körper. Und wie sich herausstellt, kann ausgerechnet Kureha das gesamte Sai in sich aufnehmen, ohne dadurch Schaden zu nehmen. Sein Sai-Fassungsvermögen übersteigt somit sogar das von Kurenai, der darauf angewiesen ist, dass sein Gefolge ein Teil des Sais mitträgt. Als Kurenai Hochverrat am Kakugami begeht, endet dies für ihn tödlich und er bestimmt mit letzter Kraft Kureha als seinen Nachfolger.

Alle Ayakashi auf dem Akiyama (Herbstberg) sind mit Kureha als neuem Akigami unzufrieden und hassen und verachten ihn noch immer genauso wie vor seinem Amtsantritt. Denn er trinkt doch allen Ernstes mit den Menschen Sake und sein Gefolge besteht lediglich aus Hitokado und Futakado, Kurenais Kindern. Während Futakado die Entscheidung ihres Vaters respektiert und Kureha als Akigami anerkennt, tut sich Hitokado sehr schwer damit, zu begreifen, was Kureha alles leistet und dass sein Vater ihn in der Hoffnung zum Akigami gemacht hat, er könne eine Brücke zwischen Menschen und Ayakashi schlagen. Zumindest von den anderen Shikigami (Götter der vier Jahreszeiten) wird der neue Akigami für seine Güte geschätzt und respektiert. Ob Hitokado wohl jemals dahinterkommt, was einen wahren Akigami ausmacht? Begleitet Kureha, Hitokado und Futakado dabei, wie sie ihren Pflichten nachkommen und sich um das Wetter und die Ernte kümmern.

Eigene Meinung:
„Shikigami“ ist ein Doujinshi, an dem Yasaiko Midorihana schon seit 2011 gearbeitet hat und umfasst stolze 288 Seiten. Dennoch schafft die durch ihre Mitarbeit an den „How to draw Manga“-Bänden bekannte Zeichnerin es leider nicht, darin Spannung zu erzeugen und schneidet sehr viele Mysterien an, von denen leider kein einziges gelöst wird: Warum hat Kurenai den Kakugami verraten? Ausgerechnet Kurenai, der im gesamten Buch so wirkt, als könne er keiner Fliege etwas zuleide tun! Und was hat Kureha vor, dass er bereits so früh einen Nachfolger auserwählt? Wer waren Kurehas Eltern und wieso kann er so viel Sai in sich aufnehmen? Und was ist im Kangenmori passiert, dass der Aigami sich hilfesuchend sogar an die Harugami wendet? Durch all diese offenen Fragen wirkt das Werk leider sehr unfertig und nicht in sich abgeschlossen. Auf das Kapitel „Der Fächer mit den sieben Blättern“ folgen zwei weitere, die eher wie kurze Bonuskapitel wirken, gefolgt von einem noch kürzeren Epilog, der sich auch nicht mehr die Mühe macht, noch irgendetwas aufzuklären. Äußerst bedauerlich, angesichts der Tatsache, dass die Mangaka den kompletten Band hindurch World-Building betreibt und Unmengen an Charakteren einführt. Der Fuyugami taucht außerhalb der skizzenhaften Archiv-Seiten im Anhang noch nicht einmal auf! Aus all diesen kreativen Ideen hätte man noch so viel mehr machen können…

Obwohl es dem Manga an Action, Drama und Spannung fehlt, habe ich mich seltsamerweise nicht durchgequält. Es passiert praktisch nichts und doch halten einen die interessanten Charaktere und die Fantasy-Welt, in der sie leben, bis zur letzten Seite bei der Stange. Eins der beiden Bonuskapitel ist sogar äußerst amüsant. 10 Euro sind jedoch für einen derartig unvollständig anmutenden Einzelband trotz seiner Dicke meiner Meinung nach zu viel des Guten, zumal er nicht im Hochformat vorliegt. Solange er sich nicht eines Tages noch als Pilotprojekt für eine längere Serie entpuppen sollte, rate ich von einem Kauf ab!

© Ban_Mido

Shikigami: © 2018 Yasaiko Midorihana, Graphic-sha / Carlsen

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Magus of the Library

Name: Magus of the Library
Englischer Name: Magus of the Library
Originaltitel: Toshokan no Daimajutsushi
(Original-Vorlage: Kahuna des Windes)
Herausgebracht: Japan: Kodansha 2018
Deutschland: Carlsen 2019
Mangaka: Zeichner: Mitsu Izumi
Autor: Sofie Shuim
Bände: 3 Bände, wird fortgesetzt
Preis pro Band: 12,00 €

Story
Der sechsjährige Shio Fuchs hat eine große Leidenschaft: Bücher. Wenn er die spannenden Welten der Abenteuerbücher eintaucht, fühlt er sich wie neu geboren. Doch dann scheint es plötzlich so, als wenn es vorbei sei mit dem Schmökern. Weil Shio aus dem Armenviertel stammt, wird ihm der Zutritt zur öffentlichen Bücherei in seinem Dorf verwehrt. Das trifft den Jungen umso härter, da er kein Geld hat, um sich selbst Bücher zu kaufen. Seit dem Tod ihrer Eltern rackert sich seine ältere Schwester ab und hält die Geschwister mit mehreren Jobs über Wasser. Sie ist es auch, die Shio den Schulbesuch finanziert. Denn zumindest einer aus der Familie soll mal etwas werden.

Obwohl Shio gerne lernt, ist der Schulbesuch für ihn eine Belastung. Als Mischlingskind wird er wegen seines fremdartigen Aussehens von seinen Mitschülern gehänselt. Freunde hat er keine. Lesen half ihm stets dabei sich davon abzulenken. Doch auch damit scheint es nun vorbei.

Eines Tages soll eine Begegnung Shios Leben verändern. Das Dorf erhält Besuch von vier Kahunas, magiebegabte Bibliothekare aus Ajtzak, der Stadt der Bücher. Kahunas kümmern sich um Bewahrung und Instandhaltung wertvoller Bücher. Sie unterstützen und inspizieren aber auch regionale Bibliotheken.
Shio ist fasziniert von den Neuankömmlingen, insbesondere von dem jugendlichen Bibliothekar Sedna. Zufällig lernen sich die beiden kennen. Als Sedna Shio auch noch ein Buch ausleiht, ist der Junge überglücklich.

Wäre da nicht der Leiter der Dorfbibliothek. Als der Shio mit einem Buch erwischt, glaubt er doch glatt, der Kleine hätte es gestohlen und knöpft es ihm ab.
Kann sich das Missverständnis klären und kann Sedna Shio helfen?

Eigene Meinung
„Magus oft he Library“ basiert auf der Romanvorlage „Kahuna des Windes“ von Sofie Shuim. Es muss nicht weniger als eine Mammutaufgabe gewesen sein, die dichte Struktur der Handlung, das komplexe Figurengeflecht und Welt des Romans ins Manga-Format zu übertragen. Mangaka Mitsu Izumi hat sich dieser Aufgabe angenommen und liefert mit dem Ergebnis eine bemerkenswerte Leistung ab. Es ist lange her, dass ich einen derart bildgewaltigen Manga gelesen habe. Die Assistenten, die Izumi sicherlich beschäftigt, haben ganze Arbeit geleistet. Da weht sich jeder Grashalm einzeln im Wind, jede Münze und jeder Schmuckstein hat seine eigenen Applikationen, jeder Buchrücken in den Bibliotheken ist einzeln gestaltet und die Landschaften könnten aus Bildbänden entnommen sein. Das alles trägt dazu bei, dass die Handlung – die versucht, die Waage zwischen fantastischer und realistischer Darstellung zu wahren – eben jeden Spagat auch im Manga-Format schafft.

Die Story selbst ist eine Mischung aus Jungen-Abenteuer, Gesellschaftsdrama und fantastischem Coming-of-Age. Die Liebe fürs Detail zeigt sich verschiedentlich. Nun darf man auf die Fortsetzung gespannt sein.

Carlsen bringt die Serie in einem edlen, extra festen Klappenbroschur heraus. Nach der Lektüre, weiß man, warum.

© Rockita

Magus of the Library: © 2018  Mitsu Izumi / Sofie Shuin /   Kodansha / Carlsen

 

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Ragna Crimson

Name: Ragna Crimson
Englischer Name: Ragna Crimson
Originaltitel: Ragna Crimson
Herausgebracht: Japan: Square Enix 2017
Deutschland: Kazé 2019
Mangaka: Daiki Kobayashi
Bände: 5 Bände, wird fortgesetzt
Preis pro Band: 7,95 €

Story
In einer mittelalterlichen Welt leben die Menschen in ständiger Angst vor wilden Drachen, die ihre Städte vernichten und deren Bewohner töten.

Der junge Ragna hat bereits mehrmals die Bekanntschaft der Kreaturen gemacht. Seine ganze Familie wurde von ihnen ermordet. Inzwischen arbeitet er als Drachenjäger, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen und Drachen zu vernichten. Der Haken ist nur: Obwohl Ragna täglich trainiert, wird einfach kein guter Schwertkämpfer aus ihm. So fristet er ein Leben im Schatten seiner höchst talentierten Partnerin Leo. Die ist zwar erst zwölf Jahre alt, aber bereits eine legendäre Drachentöterin. Sie übernimmt meist das Kämpfen, während Ragna sich um die alltäglichen Belange kümmert. Das bringt ihm den Spott der Drachenjäger-Kollegen.

Ragna aber ist das egal. Unverdrossen trainiert er weiter, wohl wissend, dass er ohne seine Partnerin nicht lange überleben würde. Bis er eines Tages eine merkwürdige Vision hat. Darin wird Leo vor Ragnas Augen getötet. Tatsächlich tritt bald darauf eine Situation ein, deren Grundausrichtung frappierend seiner Vision ähnelt. Ein Drache attackiert die Stadt. Für Ragna steht fest, was auch immer geschieht: Er will auf keinen Fall Leo sterben lassen. In seinem Geist erscheint ihm wieder der alte Mann. Dabei kommt heraus, dass es sich dabei um niemand anderen als ihn selbst handelt – um sein zukünftiges Ich. Der Ragna der Zukunft hat nach jahrzehntelangem Training eine Kampftechnik für sich entwickelt und so perfektioniert, dass er damit Drachen töten kann. Zu spät für Leo.

In dieser Situation schließt Ragna ein Abkommen mit seinem zukünftigen Ich: Der alte Ragna soll ihm seine Kräfte übertragen, damit er Leo retten und die Zukunft ändern kann. Tatsächlich gelingt das Vorhaben. Ragna erlangt ungeahnte Kräfte und kann Leo damit retten. Doch seine Reise hat damit erst begonnen…

Eigene Meinung
Daiki Kobayashi verbindet den Kampf zwischen den (guten) Menschen und den (bösen) Drachen mit einer ganzen Reihe bekannter Motive. Da ist der junge Mann, der stark werden will, um seine Freundin zu beschützen. Das gelingt ihm zwar, aber er verliert auch etwas dadurch, dass er stark wird. Neu ist, dass es ihm weder allein durch eigenen Anstrengung gelingt, noch durch die Hilfe einer fremden Person, sondern durch sein zukünftiges Ich. Das Beispiel zeigt, wie der Autor Bekanntes mit Neuem zu verbinden weiß.

Optisch kann dieser Manga mit den bildgewaltigen Epen, wie sie heutzutage im Fantasy-Genre üblich sind, nicht mithalten. Alles kommt eine Spur zweitklassiger daher, Hintergründe sind häufig einfarbig, die Anzahl an Gesichtsausdrücken pro Charakter sind beschränkt, die Kostümierung ist einfach gehalten. Die Kampfszenen wirken immer mal wieder unübersichtlich.

Insgesamt bietet „Ragna Crimson“ annehmbare Fantasy-Unterhaltung. Die Gesellenprüfung ist drin, für die Meisterprüfung reicht die Serie allerdings nicht.

© Rockita

Ragna Crimson: © 2017 Daiki Kobayashi Square Enix / Kazé

 

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Demon Tune

Name: Demon Tune
Englischer Name:
Originaltitel: Demon Tune
Herausgebracht: Japan: Shueisha 2018
Deutschland: Altraverse 2019
Mangaka: Yuuki Kodama
Bände: 4 Bände
Preis pro Band: 7,00 €

Story
In Wizard City trifft die Fee Flan auf einen ungewöhnlichen Jungen. Koyukimaru ist ein Ninja und mit seinem Vater in der Stadt, um eine geheimnisvolle Schriftrolle zu übergeben.

Allerdings sind hinter dieser auch dunkle Gestalten her und so wird der junge Ninja von seinem Vater getrennt und verschleppt. Mit Hilfe der Fee Flan gelingt ihm die Flucht vor seinen durch Dämonenzellen mutierten Folterern und die Beiden machen sich gemeinsam auf die Suche nach seinem Vater und der Schriftrolle.

Dabei landen sie aber beim Magical Bureau of Investigatin, kurz MBI! Dort treffen sie auf Shinka, einem Makler für Magie-Utensilien und die Kopfgeldjägerin Alexis. Notgedrungen kooperiert man, um zu einem Koyukimarus Vater zu retten, aber auch die Schriftrolle vor dem Boogeyman zu finden. Dieser ist mit aller Gewalt hinter dieser hier und verletzte auch den Vater des jungen Ninja.

Wird es ihnen gelingen die Schriftrolle vor dem Boogeyman zu finden? Können sie Koyukimarus Vater retten? Was steckt genau hinter dem Demon Tune?

Eigene Meinung
„Demon Tune“ ist interessant, voller Action und gerade die kleine Fee Flan bringt einen auch schon mal zum schmunzeln. Alles in allem eine gute Mischung und daher ganz sicher für einige Leser auf jeden Fall einen Blick wert.

Es wird interessant sein, zu erfahren was es genau mit der Schriftrolle auf sich hat. Wieso alle hinter dieser her sind! Was ist der Ursprung des Boogeyman, der scheinbar unsterblich zu sein scheint!? Und was wollte das MBI genau mit dem Demon Tune bezwecken, welches nun von den düsteren Gestalten genutzt wird, um Chaos und Gewalt zu verbreiten. Wird Koyukimaru mit seiner feinen Nase wirklich alle Demon Tune in der Stadt aufspüren können? Und wird er damit tatsächlich seinen Vater retten?

Wie man sieht gibt es noch so einige Fragen, auf die die kommenden drei Bände noch antworten liefern werden.

Zeichnerisch ist der Manga gut, gerade in den actionreichen Szenen sind sehr dynamisch und recht brutal.

Deswegen liegt die Altersempfehlung auch bei 13 Jahren, wobei diese in meinen Augen auch noch höher hätte angesetzt werden können. Brutal und blutig geht es zu und einiges davon geht auch auf das Konto des wirklich jungen Ninja!

Fans von interessanten, actionreichen Manga, sollten sich nicht scheuen sich „Demon Tune“ zu kaufen. Falsch macht man damit nichts!

Demon Tune: © 2018 Yuuki Kodama, Shueisha/ Altraverse

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Der Hexer und ich

Name: Der Hexer und ich
Englischer Name:
Originaltitel: Majo-kun to watashi
Herausgebracht: Japan: Hakusensha 2017
Deutschland: Altraverse 2019
Mangaka: Asato Shima
Bände: Einzelband
Preis pro Band: 7,00 €

Story
Als Nagi einen neuen Mitschüler bekommt, erwacht in ihr das Interesse an Magie. Ihr neuer Mitschüler ist einer der wenigen männlichen Hexen und sitzt im Klassenzimmer direkt neben ihr. Er heißt Uta Mashiro und spricht mit niemandem. 

Nagi gibt trotzdem nicht auf und verfolgt ihn nach dem Unterricht. Sie will mit ihm reden, doch Mashiro ignoriert sie. Es kommt wie es komm muss: Nagi berührt seine Hand und seine Magie gerät außer Kontrolle.

Die Beiden rennen weg und Mashiro erzählt ihr, dass er eine Allergie gegen Mädchen hat. Jedesmal wenn ein Mädchen ihn berührt, gerät seine Magie völlig außer Kontrolle. Nagi will ihm nun bei diesem Problem helfen und sucht ständig den Kontakt zu ihm. Mashiro möchte das eigentlich nicht. Doch Stück für Stück öffnet er sich ihr. Schließlich kann eine männliche Hexe die Magie nicht alleine einsetzen, sondern braucht die Berührung einer Frau dazu. Zusammen die Magie zu erforschen ist spannend. Was werden die Beiden auf dieser Reise erleben?

Eigene Meinung
„Der Hexer und ich“ ist ein Einzelband von Asato Shima. Die Geschichte ist mal etwas anders als die gewohnten Shojo-Manga.

Mashiro kann seine Magie nur mit einem Mädchen anwenden. Da seine älteren Schwestern ihn immer geärgert haben, hat er Angst gegen Mädchen entwickelt. Aus diesem Grund gerät seine Magie immer wieder außer Kontrolle. Nagi spürt, dass sie von Mashiro angezogen wird. Stück für Stück werden diese Gefühle tiefer. Die Geschichte wird sehr gefühlvoll erzählt.

Zeichnerisch ist der Manga zwar eher einfach umgesetzt, jedoch sehr fein und detailliert. 

Rundum ein wirklich toller Manga. Gerne hätte ich mehrere Bände dieser Geschichte gelesen.

Majo-kun to watashi: © 2017 Asato Shima, Hakusensha / Altraverse

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Mermaid Prince

Name: Mermaid Prince
Englischer Name:
Originaltitel: Ningyo Ouji
Herausgebracht: Japan: Shinshokan 2015
Deutschland: Carlsen 2019
Mangaka: Kaori Ozaki
Bände: Einzelband
Preis pro Band: 8,00 €

Story
Die erste Geschichte handelt von Akari und Fumika, die beste Freundinnen sind und nahezu jede Minute miteinander verbringen. Oft träumen sie in der Bahn zur Schule davon, zusammen bis zur Endstation Ametsukigahara zu fahren und das Leben zu genießen. Doch bisher haben sich beide nie getraut, Taten folgen zu lassen.

Als jedoch Fumika eines Tages verkündet, mit Kaji aus der Parallelklasse zusammen zu sein, ändert sich für Akari alles. Ihre Freizeit verbringt Fumika nun immer mehr mit Kaji. Als Fumika nicht einmal mitbekommt, als Akari in der Bahn von einem Fremden angefasst wird, zerbricht für Akari eine Welt. Beide gehen seitdem getrennte Wege.

Die Jahre vergehen und Akari geht mittlerweile an die Oberschule. Eines Nachmittags im Buchladen sieht sie jedoch Kaji. Sie traut ihren Augen nicht, als er versucht ein Buch zu stehlen und natürlich prompt erwischt wird. Akari kann einfach nicht anders, als Kaji zu helfen. Sie schubst ein Regal um und sorgt für Ablenkung. Beide fliehen und setzen damit den ersten Schritt für eine richtungsweisende Zukunft.

In „Mermaid Prince“ sind Mugi und seine große Schwester vor Kurzem auf die kleine Insel gezogen. Eigentlich wollte er lieber in der Großstadt bleiben, aber als sich seine Schwester in Kotaro von der Insel verliebt und sich beide verloben, beschließt diese mit Mugi umzuziehen.
Zum Glück für Mugi trifft er auf seine Klassenkameradin Matori, die ihm seitdem eine gute Freundin ist.

Dennoch kann sich Mugi einfach nicht mit der Insel und dem Meer anfreunden. Gerne würde er im Meer tauchen gehen, um eines Tages eine Nixe zu treffen, aber durch sein Asthma ist ihm das verwehrt. Umso schlimmer für ihn, dass Kotaro ausgerechnet Tauchlehrer ist. Ein Grund mehr für Mugi, ihn zu verachten.

Doch als Kotaro eines Tages auf offenes Meer hinausgezogen und vermisst wird, bemerkt Mugi, wie sehr das Glück seiner Schwester mit diesem Mann zusammenhängt. Er beschließt, alles zu tun, um Kotaro zu retten. Mugi und Matori machen sich auf die Suche nach einer Nixe, denn wer eine Nixe sieht, kann sich von dieser einen Wunsch erfüllen lassen. Doch damit beginnt auch eine Reise, die mit vielen Gefahren verbunden ist.

Eigene Meinung
Endlich gibt es Nachschub von Kaoru Ozaki. Bereits „Our Summer Holiday“ hat viele Leser in seinen Bann gezogen. Und auch „Mermaid Prince“ schafft es, mit einer gefühlvollen und einfühlsamen Geschichte, zu begeistern.

Dabei ist „Mermaid Prince“ eine Sammlung von 3 Kurzgeschichten (zwei längeren und eine kurze). Überraschenderweise ist jedoch erst die letzte Shortstory die, die dem Band seinen Namen gab. Und auch wenn bereits die erste Handlung um Akari, Fumika und Kaji tiefgründig und berührend ist, überzeugt eben vor allem „Mermaid Prince“.

Vor allem die Bilder von Kaoru Ozaki machen ihre Serien zu etwas ganz Besonderem, denn diese transportieren die Geschichte von „Mermaid Prince“ so eindrucksvoll und fließend, wie ein Film.

„Mermaid Prince“ hat mich ebenso überzeugt wie „Our Summer Holiday“. Eine absolut empfehlenswerte, kurzweilige Reise, die den Leser emotional packen und mitreißen wird.

© Izumi Mikage

Mermaid Prince: © 2015 Kaori Ozaki, Shinshokan/ Carlsen

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Final Fantasy – Lost Stranger

Name: Final Fantasy – Lost Stranger
Englischer Name: Final Fantasy: Lost Stranger
Originaltitel: Final Fantasy Lost Stranger
Herausgebracht: Japan: SQUARE ENIX 2017
Deutschland: Carlsen 2019
Mangaka: Story: Hazuki Minase
Zeichnungen: Itsuki Kameya
Bände: 4 Bände, wird fortgesetzt
Preis pro Band: 13,00 €

Story
Shogo arbeitet bei Square Enix. Allerdings kann er sich leider nicht in den Umfang in „Final Fantasy 14“ einbringen, wie er es gern würde. Schon als Kind hat er davon geträumt ein Spiel zu erschaffen, dass alle Erwartungen noch übertreffen würde. Nun fühlt er sich eher deprimiert! Zwar schafft es seine Schwester Yuko ihn wieder aufzumuntern, allerdings kommt es kurz darauf zu einem folgenschweren Unfall. Dieser befördert die Beiden in eine Welt, welcher „Final Fantasy“ ziemlich ähnlich ist und doch wieder nicht.

Nur nimmt gerade Shogo das Leben dort ein wenig zu leicht! Dies führt zu einem grausamen Verlust! Woraufhin er sich mit neuen Freunden und einer Gilde, die sie sich anschließen, daran macht den Zauber zu finden der Tote wiedererwecken kann.

Wird ihnen dies gelingen? Oder ist die Gefahr zu groß?

Eigene Meinung
Mir gefiel „Final Fantasy – Lost Ranger“ sehr gut. Das was „Final Fantasy“ ausmacht kommt darin sehr gut zur Geltung. Zudem ist die Geschichte wirklich interessant, auch wenn sie nicht wirklich was neues ist. Schließlich gibt es so einige Manga in denen die Protagonisten auf einmal in eine ihnen völlig fremde Welt geraten und darin überleben müssen. Aber eben dadurch das es „Final Fantasy“ ist, sieht man darüber gern hinweg.

Allerdings hätte ich mich noch ein wenig mehr darüber gefreut, wenn man noch näher auf Shogo und seine Schwester in der „realen Welt“ eingegangen wäre. Für meinen Geschmack wurden sie zu schnell in diese unbekannte Welt geworfen. Ansonsten macht es aber einfach Spaß den Manga zu lesen und man fiebert mit um zu erfahren, was es mit seinen neuen Freunden und der Gilde auf sich hat und ob er sein Ziel am Ende erreicht.

Zeichnerisch ist der Manga wirklich toll. Man sieht wie viel Herzblut reingesteckt wurde, gerade bei der Darstellung der Welt und ihrer Bewohner. Am niedlichsten kommen dabei das Mogry und die Chocobos herüber. Doch auch die Actionszenen sind nicht zu verachten. Sie sind sehr dynamisch und spannend gezeichnet.

Die Altersempfehlung liegt bei 14 Jahren und ist gut gewählt, da es in dem Manga doch recht actionreich und emotional zu geht.

Fans von Final Fantasy und wirklich guten Fantasygeschichten, sollten bei „Final Fantasy – Lost Ranger“ auf jeden Fall zugreifen. Damit macht man garantiert keinen Fehler!

Final Fantasy – Lost Stranger: © 2017 Hazuki Minase, Itsuki Kameya, SQUARE ENIX/ Carlsen

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Mirai – Das Mädchen aus der Zukunft

Name: Mirai – Das Mädchen aus der Zukunft
Englischer Name: Mirai
Originaltitel: Mirai no Mirai
Herausgebracht: Japan: Kadokawa 2018
Deutschland: KAZÉ 2019
Autor: Mamoru Hosoda
Illustrator: Studio Chizu
Bände: Einzelband
Preis pro Band: Softcover: 9,90 €
Hardcover: 15,00 €

Story:
Die Stadt Isogo in Japan. Ein frisch verheiratetes Paar kauft ein kleines Haus mit einem kleinen Garten, in dem ein kleiner Baum wächst. Eines Tages beschließt die Frau aus heiterem Himmel, dass sie sich einen kleinen Hund zulegen. Sie nennen ihn Yukko und verwöhnen ihn wie ein eigenes Kind. Jahre später kommt ihr erstes Kind auf die Welt: ein Junge, den sie auf den Namen Kun taufen. Als Kun 4 Jahre alt ist, gebärt seine Mutter Yumi schließlich ein kleines Mädchen namens Mirai, was eine Menge Veränderungen nach sich zieht, die Kun überhaupt nicht in den Kram passen. Da nur der Vater von Zuhause aus arbeiten kann, muss er sich von nun an um die Kinder und den Haushalt kümmern, während die Mutter oft auf Geschäftsreisen ist, wodurch Kun sie viel weniger zu Gesicht bekommt. Und wenn sie dann mal Zuhause ist, kümmert sich die böse Hexe nur noch um Mirai, als ob sie Kun gar nicht mehr lieben würde. Er will nicht ihr Bruder sein, denn er kann diesen Säugling einfach nicht leiden! Kurzerhand ärgert er das Baby, das natürlich prompt zu weinen anfängt, woraufhin er gehörigen Ärger von Yumi bekommt. Wütend und traurig läuft der Junge in den Garten, doch plötzlich sieht alles ganz anders aus und vor ihm steht ein Mann, der ihm Eifersucht unterstellt. Bald wird Kun klar, dass es sich bei ihm um seinen Dackel Yukko handelt, der ihm erzählt, dass auch ihm einst die Liebe entzogen wurde – nämlich als Kun geboren wurde! Seither gibt es für das arme Tier nur noch Sonderangebote zu fressen und die ihm entgegengebrachte Zuwendung hat auch schwer nachgelassen. Daraufhin erzählt Kun seinem Vater, dass Yukko leckereres Futter möchte und der Dackel bekommt endlich mal wieder sein Leibgericht.

Das Puppenfest steht an und einer Legende zufolge verzögert sich die Hochzeit der Töchter für jeden Tag, den die Puppen nach dem Feiertag länger stehen bleiben, um ein ganzes Jahr nach hinten. Als der völlig überarbeitete Vater tatsächlich vergisst, die Puppen wieder wegzuräumen, taucht vor Kun augenblicklich eine Mittelschülerin auf, die vorgibt seine kleine Schwester Mirai aus der Zukunft zu sein! Auch Yukko sieht auf einmal wieder wie ein Mensch aus und zu dritt beschließen sie, die Puppen wegzuräumen, ohne vom Vater ertappt zu werden. Dafür muss Kun ihn ablenken, während Yukko und Mirai sich die Puppen schnappen, was natürlich einiges an Überzeugungsarbeit erfordert. Mirai spielt also so lange mit ihm das „Achtung, Biene“-Spiel, bis er doch noch einwilligt, den beiden zu helfen. Nach erfolgreich durchgeführter Mission fragt Mirai Kun, ob er sie wenigstens jetzt ein bisschen leiden kann, doch er schüttelt den Kopf, woraufhin Mirai beleidigt in ihre Zeit zurückkehrt. Schon bald schafft es auch Kun, in die Vergangenheit zu reisen und so Yumi als Kind kennenzulernen, die, zu seinem Erstaunen, noch viel rebellischer und frecher war als er jetzt. Als sich Kun schwer damit tut, Fahrrad fahren zu lernen, bringt ihm das frühere Ich seines Uropas das Reiten bei und macht mit ihm eine Spritztour auf dem Motorrad. Immer wieder verschlägt es Kun in andere Zeiten und an seltsame Orte und jedes Mal lernt er eine wichtige Lektion über Familie, den Wandel der Zeit und sogar über sich selbst.

Eigene Meinung:
„Mirai – Das Mädchen aus der Zukunft“ ist der Roman zum gleichnamigen Anime-Film und wurde von dessen Regisseur und Drehbuchautor Mamoru Hosoda verfasst. Er verarbeitet darin seine eigenen Erfahrungen damit, wie es für seinen Sohn gewesen sein muss, als dieser eine kleine Schwester bekam und plötzlich mit ihr um die Liebe der Eltern konkurrieren musste. Die Softcover-Variante ist leider sehr trist gehalten und beinhaltet keinerlei Schauwerte, weshalb ich euch bei Interesse eher zur Hardcover-Version raten würde, die Farbseiten mit Motiven aus dem Film beinhaltet. Der deutsche Titel ist ziemlich irreführend, da die Mirai aus der Zukunft in der gesamten Geschichte nur zwei kurze Auftritte hat und Kun viel stärker im Fokus der Handlung steht. Dementsprechend hatte ich von dieser Lektüre anhand des Titels und der Storybeschreibung des Verlags etwas ganz anderes erwartet. „Mirai no Mirai“ lässt sich auch mit „Die Zukunft der Zukunft“ übersetzen, was in meinen Augen ein passenderer Titel gewesen wäre, da Zukunft hier einmal metaphorisch für Kinder steht und somit auf die Zukunft der Kinder im Allgemeinen anspielt. So hat jede Generation der im Buch beschriebenen Familie ganz eigene Probleme, Sorgen und Wünsche – vom Uropa bis zur Urenkelin. Dabei werden selbst schlimme Kriegsszenarien aus dem 2. Weltkrieg beschrieben, weshalb dieses Buch für Kinder eher ungeeignet ist. Erschwerend hinzu kommt, dass Hosoda ganz gerne mal in den Nerd-Modus verfällt und über mehrere Seiten hinweg lang und breit verschiedene Züge beschreibt und welche Linie wohin fährt, was selbst für Erwachsene sehr ermüdend sein kann. Sicher, Kun kann sich für dieses Thema begeistern, aber das hätte man als Leser auch begriffen, wenn es einem in niedrigerer Frequenz unter die Nase gerieben worden wäre.

Der Aufbau der Story ist ziemlich wirr und man fragt sich bis zum letzten Kapitel, worauf der werte Herr Hosoda nun eigentlich hinauswill. Allerdings ist mir die Botschaft hinter dem Ganzen, die dann deutlich wird, doch sehr nahe gegangen und das rührende Ende macht einiges wieder wett, was der stellenweise belanglos wirkende Hauptteil in den Sand gesetzt hat. Übrigens hat Hosoda seinerzeit bei den ersten beiden „Digimon Adventure“-Filmen Regie geführt und an einigen Stellen im Buch hat er sogar möglicherweise Inspiration daraus gezogen. So haben mich Kuns Versuche, Fahrrad fahren zu lernen, daran erinnert, wie Tai es in der ersten Staffel seinem jüngeren Ich beibringt und der schwarze Zug in die Einsamkeit erinnert stark an das Trailmon, das Takuya kurzzeitig in die reale Welt zurückbringt. Wer sich den Film ansieht und danach das dringende Bedürfnis verspürt, mehr über jeden einzelnen darin gezeigten Shinkansen zu erfahren, ist hier goldrichtig. Generell rate ich euch, zuerst den Film anzusehen und den Roman nur zu kaufen, wenn euch der Anime begeistern konnte und ihr tiefer in die Materie eintauchen möchtet. 

© Ban_Mido

Mirai – Das Mädchen aus der Zukunft: © 2018 Mamoru Hosoda, Studio Chizu, Kadokawa / KAZÉ

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