PIL

Name: PIL
Englischer Name:
Originaltitel: PIL
Herausgebracht: Japan: Shueisha 2011
Deutschland: Carlsen 2014
Mangaka: Mari Yamazaki
Bände: Einzelband
Preis pro Band: 16,90 €

PILStory
Das Leben der jungen Nanami ist nicht leicht – während ihre Mutter im Ausland arbeitet, lebt sie mit ihrem Großvater zusammen, der leider immer wieder das Haushaltsgeld verwettet oder es für unnötige Dinge ausgibt. Dabei bleibt Nanamis Traum einmal London zu besuchen und die britischen Punkbands live zu sehen unerreichbar du sie muss immer wieder die Verantwortung für die Taten ihres Großvaters übernehmen. Dennoch beschließt sie, ihr Leben radikal zu ändern und gegen die üblichen Konventionen zu rebellieren, als sie sich die Haare abrasiert und ihren Kleidungsstil ihren Vorbildern anpasst. Für ihren Großvater ist dies zunächst ein Schock, doch er erweist sich als überraschend verständnisvoll, auch wenn er hin und wieder Probleme mit Nanamis Entscheidungen hat. Mit der Zeit nähern sich die beiden wieder einander an und erkennen, dass sie gar nicht so verschieden sind …

Eigene Meinung
Der japanische Comic „PIL“ tammt von Mari Yamazaki, erschien beim Carlsen Verlag unter dem Label „Graphic Novel“ und kommt in einem größeren Format, mit hochwertiger Klappenbroschur und in westlicher Leserichtung daher. Neben zwei Farbseiten, die die originalen, japanische Cover zeigen, enthält „PIL“ noch ein sehr eindringliches Vorwort von Jiro Taneguchi, der sich für Graphic Novels wie „Der Gourmet: Von der Kunst allein zu genießen“, „Vertraute Fremde“ und „Der spazierende Mann“ verantwortlich zeigt, sowie ein gelungenes Nachwort der Autorin, die auf einige autobiografische Züge mit Nanami hinweist.

Die Geschichte ist sehr ruhig, gefühlvoll und realistisch – es ist eine typische Alltagsgeschichte, in der er zum einen um die Träume eines jungen Mädchens geht, die von der Punk-Kultur der 80er Jahre begeistert ist und am liebsten nach London möchte, zum anderen um den Generationskonflikt zwischen Nanami und ihrem Großvater. Letzteres birgt nur bedingt Konfliktpotenzial, da der alte Mann selbst in London lebte und ebenfalls eine rebellische Ader hat, die sich in seiner Vorliebe für Wetten zeigt. So fehlen der Geschichte zwar die Höhepunkte und Spannungskurve, doch Mari Yamazaki legt auch keinen Wert auf eine actionhaltige Geschichte oder große Geheimnisse. Stattdessen konzentriert sie sich darauf authentische Charaktere zu erschaffen, ebenso auf eine realistische und sensible Aufarbeitung des Themas. Wirkliche Längen gibt es nicht, da die Beziehung zwischen Nanami und ihrem Großvater und die Probleme, gegen dich sie Nanami in jungen Jahren stellen muss, sehr eindringlich erzählt werden. Man taucht problemlos in die beginnenden 80er Jahre ein, kann sich sowohl mit Nanami, als auch mit dem alten Mann identifizieren und begleitet die beiden Charaktere gerne ein Stück in ihrem Leben.

Passend zum Inhalt von „PIL“ verzichtet Mari Yamazaki auf übertriebene, mangahafte Bilder und präsentiert eher einen schlichten, realistisch anmutenden Stil. Zwar sind ihre Zeichnungen nicht so detailverliebt und eindringlich wie man es von Jiro Taneguchi kennt, dennoch hat die Zeichnerin eine sehr schönen, interessanten Stil, der perfekt zu den Figuren und ihren Problemen passt.

Alles in allem ist „PIL“ ein gelungenes Werk, das vor allem durch eine sensible Geschichte, authentische Charaktere und einen sehr feinen, schlichten Stil besticht. Mari Yamazaki lässt die 80er Jahre aufleben, greift mit der englischen Punk-Kultur ein ungewöhnliches Thema auf und verpackt das Ganze glaubwürdig und tiefgründig. Wer ungewöhnliche Geschichten und greifbare Charaktere mag, sollte sich „PIL“ nicht entgehen lassen – die Graphic Novel lohnt sich.

PIL: © 2011 Mari Yamazaki, Carlsen / Shueisha

Snow Flake

Name: Snow Flake
Englischer Name:
Originaltitel: Snow Flake
Herausgebracht: Deutschland: EMA 2010
Mangaka: Christina Bäumerich
Bände: Einzelband
Preis pro Band: 6,50 €

Snow FlakeStory
Seitdem Kurai vor vielen Jahren seine große Liebe verloren hat, ist er einsam und verbittert. Sogar an Weihnachten möchte er sich verkriechen, doch das lässt sein bester Freund Satoshi nicht zu und zwingt ihn fast schon zu einer kleinen Feier zu zweit. Doch Kurai lässt sich kaum aufmuntern und Satoshi schleift ihn nach draußen, damit sich sein Freund etwas vom Mond wünschen kann. Noch bevor sich Satoshi komplett lächerlich machen kann, schwebt ein junger Mann, gekleidet in einen Kimono, vom Himmel und landet direkt in Kurais Garten. Zu Kurais großer Überraschung entspricht der Fremde nicht nur seinen Wünschen und Träumen, er sieht auch seiner verstorbenen Liebe Kei ähnlich. Die beiden Männer nehmen das Wesen mit ins Warme und Kurai kümmert sich um ihn. Nachdem Satoshi gegangen ist, erklärt ihm der Mann wer er wirklich ist – er wurde aus Kurais Herzenswunsch geboren und ist auf die Welt gekommen um ihn glücklich zu machen. Kurai, der seit Jahren niemanden an sich herangelassen hat, lässt sich nur zu gerne von dem wunderschönen Mann verführen und gibt ihm schließlich den Namen Yukito.

Wochen später ist Yukito immer noch bei Kurai und die beiden haben eine rein sexuelle Beziehung miteinander. Dass Yukito unterdessen durchaus mehr empfindet, ist für ihn unerträglich, da er nur so lange auf der Welt bleiben kann, bis Kurai wieder gelernt hat zu lieben. Doch auch Kurai hat sich in Yukito verliebt, jedoch Angst erneut jemanden zu verlieren, der ihm etwas bedeutet. Zudem rückt allmählich der Frühling näher und Yukito wird immer schwächer, da ihm als Schneeflocke nicht viel Zeit bleibt…

Eigene Meinung:
„Snow Flake“ ist ein Manga von Christina Bäumerich, die bereits für die Bravo und kleinere Verlage (Plaisir d’Amour Verlag: „Kuss des Vampirs“) gearbeitet hat. Mit diesem Boys Love Titel erscheint ihr erster längerer Manga in Deutschland, doch so recht kann sie mit „Snow Flake“ nicht überzeugen. Die Grundidee der Geschichte ist schön und passt gut zu Weihnachten, doch schon nach wenigen Seiten hat man bereits genug von der kitschigen Story und den flachen Dialogen. Es ist bemerkenswert wie wenig Inhalt ein Manga auf so vielen Seiten haben kann und wie wenig Konflikte es gibt. Die Geschichte dümpelt vor sich hin, es gibt weder Spannungskurven oder irgendwelche Dramatik, da die Charaktere selbst kaum agieren. Sie sind einfach da, doch wirklich eine Beziehung baut der Leser nicht zu ihnen auf. Dementsprechend wenig Tiefgang haben Kurai und Yukito – sie bleiben blass, farblos und es gelingt ihnen nicht Sympathien zu wecken. Warum sie wie handeln, welche Beweggründe sie haben und wie sie überhaupt zusammen kommen, das alles wird nur angeschnitten, aber nicht tiefer beleuchtet.

Das größte Problem ist der Aufbau des Mangas. Es gibt vielmehr etliche Einzelszenen, die nicht wirklich zusammen passen und einfach nur wie lose Puzzlestücke wirken, die kein komplettes Bild erzeugen. Zudem fällt es dem Leser schwer bei den vielen Monologen und Gedankengängen den Überblick zu behalten, insbesondere, wenn es urplötzlich eine Rückblende gibt, die aus Keis Sicht erzählt wird (da er im Grunde kein Hauptcharakter ist, verwirrt das). Auch die anderen Szenen wirken dank der Zeitsprünge willkürlich ausgewählt. Es fehlen wirkliche Gespräche zwischen Kurai und Yukito (immerhin ist letzterer eine Schneeflocke – das allein hätte schon viele Ansatzpunkte bieten können, um Dramatik und Spannung aufzubauen), stattdessen setzt Christina Bäumerich auf oberflächliche Dialoge und viel Sexszenen, die nicht so recht zu dem romantischen Hintergrund und der Rahmenhandlung passen.

Wer die alten Zeichnungen von Christina Bäumerich kennt, wird enttäuscht sein. Von ihrem alten Stil und den schönen, detailreichen Bildern ist wenig übrig geblieben. „Snow Flake“ wirkt schludrig und hat etliche anatomische Fehler (besonders die Gesichter wirken oftmals verzeichnet oder schief). Man hat beim Lesen fast das Gefühl, der Manga sei binnen kürzester Zeit gezeichnet worden, was schade ist. Die Seiten wirken zudem sehr leer und starr, da Hintergründe fehlen und die Charaktere nahezu immer in denselben Posen dargestellt sind. Zudem sind die Panele sehr großflächig angelegt, was den Effekt der leeren Seiten noch verstärkt.

Alles in allem wirkt „Snow Flake“ als wisse der Künstler nicht, wohin er damit will. Durch die kitschige Story und die vielen romantisch verklärten Dialoge und Szenen ist er einerseits eher ein Manga für junge Leserinnen, doch dank der vielen erotischen Sequenzen spricht er doch eher erwachsene Leser an (die wiederum nur wenig für die romantisierte Schwärmerei übrig haben). Damit ist „Snow Flake“ nichts Halbes und nichts Ganzes. Auch die Zeichnungen sind nicht unbedingt ein Kaufgrund, daher empfehle ich jedem vorher reinzublättern, ob er „Snow Flake“ wirklich haben will…

© Koriko

Snow Flake: © 2010 Christina Bäumerich, EMA

Sleeping Moon

Name: Sleeping Moon
Englischer Name:
Originaltitel: Nemureru Tsuki
Herausgebracht: Japan: Tokuma Shoten 2009
Deutschland: Carlsen 2013
Mangaka: Kano Miyamoto
Bände: 2 Bände
Preis pro Band: 6,95 €

Sleeping Moon Band 1Story:
Über 15 Jahre sind vergangen, seit der junge Akihiko das letzte Mal auf dem Anwesen seiner Familie war. Damals floh sein Vater vor dem unheimlichen Haus und einem alten Familienfluch in die Großstatt. Letzterem konnte er leider nicht entkommen – er starb im Alter von 35 Jahren bei einem Autounfall und setzt damit die Reihe seltsamer Todesfälle aller männlichen Nachkommen der Sakaki-Familie fort. Akihiko steht als nächster auf der Liste und obwohl er nicht an Flüche glaubt, beginnt er Nachforschungen anzustellen.

Während er bei seiner Tante auf den jungen Ren trifft, der ebenfalls Opfer des Fluchs werden könnte, träumt er sich nachts in die Vergangenheit und trifft auf Eitaro, der Ren zum Verwechseln ähnlich sieht und schon damals alles versucht um den Fluch zu brechen. Erstmals hat Akihiko eine Spur, lässt sich doch in der gegenwärtigen Zeit nichts über die Hintergründe der Familie herausfinden, während Eitaro ihm zumindest einige Hinweise geben kann.

Zu allem Überfluss wird Ren auf Akihikos Fähigkeiten und seine Reisen in die Vergangenheit aufmerksam und beschließt ihn zu begleiten. Darüber hinaus erwacht das Haus, seitdem Akihiko angekommen ist und ein mächtiges Wesen wird auf den jungen Mann aufmerksam …

Sleeping Moon Band 2Eigene Meinung:
Mit „Sleeping Moon“ erscheint erstmals ein Manga der sehr populären und bekannten Mangaka Kano Miyamoto in Deutschland, die sich zumeist im Drama- und Alltagsgenre bewegt. Die zweibändige Kurzserie „Sleeping Moon“ vermischt Mystery mit unheimlichen und historischen Elementen, sowie einigen leichten Shonen-Ai Andeutungen, die glücklicherweise zugunsten der Handlung kaum Gewicht haben. Schwerpunkt ist die unheimliche Geschichte rund um den Familienfluch und Akihikos Suche nach der Wahrheit und den Hintergründen der seltsamen Vorkommnisse. Das macht die Geschichte durchaus interessant, da Kano Miyamoto einige japanische Legenden einfließen lässt und ein durchaus interessantes und spannendes Gesamtwerk schafft.

Auch die Charaktere entsprechen nicht dem gängigen Boys Love Schema, sondern wirken in sich realer und logisch nachvollziehbar. Sowohl Akihiko, als auch Ren und Eitaro wirken weder überdreht noch mangahaft, sondern erwachsen, was die allgemein ernste Handlung unterstreicht und „Sleeping Moon“ angenehm von den gängigen Boys Love Mangas abhebt. Sicherlich bedienen die Figuren hier und da Klischees, doch Kano Miyamoto schlägt nie über die Stränge.

Zeichnerisch ist „Sleeping Moon“ sehr schön und durchaus gelungen. Kano Miyamoto hat einen sehr weichen, feinen Stil, der teilweise fast ein wenig skizzenhaft anmutet. Extrem ausgearbeitete Zeichnungen sucht man vergeblich, doch das ist nicht schlimm, da ihr Stil durchaus seinen Reiz hat und gut zur Geschichte und den Figuren passt. Letztere wirken erwachsen und bis zu einem gewissen Grad realistisch, zumal Kano Miyamoto gänzlich auf mangatypische SDs und Elemente verzichtet.

Alles in allem ist „Sleeping Moon“ ein schöner Boys Love Manga, der sich eher auf die Geschichte, als auf die Beziehung der Charaktere konzentriert. Kano Miyamoto legt viel Wert auf die Figuren, deren Entwicklung und den Familienfluch und schafft damit eine spannende und unheimliche Atmosphäre, die von ihrem feinen Stil noch unterstützt wird. Wer unheimliche und mysteriöse Mangas mag und wen die kleinen Boys Love Elemente nicht stören, sollten einen Blick riskieren. Fans des BL Genres sollten ebenfalls zugreifen – „Sleeping Moon“ hebt sich angenehm von der breiten Masse ab und bietet spannende Abwechslung. Zu empfehlen.

© Koriko

Sleeping Moon: © 2009 Kano Miyamoto, Tokuma Shoten Publishing Co., Ltd. / Carlsen

Sky Link

Name: Sky Link
Englischer Name: Sky Link
Originaltitel: Sky Link
Herausgebracht: Japan: Taiyohtosho 2010
Deutschland: Tokyopop 2012
Mangaka: Shiro Yamada
Bände: Einzelband
Preis pro Band: 6,95 €

Sky LinkStory:
Der junge Student Ritsuki hat nur ein Ziel: möglichst problemfrei durch sein Studium kommen und seinen Exfreund endlich komplett loswerden. Beides ist nicht so einfach: In der Uni erweckt Ritsuki das Interesse des Dozenten Takagi, der fortan alles daran setzt ihm näher zu kommen. Und sein Exfreund Hasegawa will einfach nicht einsehen, dass es vorbei ist und stellt ihm nach. Doch es kommt noch schlimmer für Ritsuki: Takagi entpuppt sich als sein neuer Nachbar. Fortan ist er den Annäherungsversuchen seines Dozenten rund um die Uhr ausgesetzt. Egal wie sehr Ritsuki sich darum bemüht Takagi loszuwerden, es will ihm einfach nicht gelingen. Zu allem Überfluss taucht auch noch Toru Minami aus, der an derselben Uni eingeschrieben ist. Er hat ein Auge auf Takagi geworfen und setzt alles daran, den Dozenten für sich zu gewinnen.
Als sich Ritsuki sich schließlich doch auf Takagi einlässt, ahnt er nicht, dass diese Beziehung einige Probleme mit sich bringt. Denn nicht nur Toru will nicht einfach so aufgeben, sondern auch Hasegawa gibt keine Ruhe. Er fängt Ritsuki schließlich auf dem Nachhauseweg ab und richtet ihn übel zu. Glücklicherweise läuft er Takagi in die Arme, als er daheim ankommt, …

In der zweiten Geschichten „Mr. Kaleidoskope“ geht es um Yuki und Kazu, die miteinander befreundet sind. Da Yuki nur Halbjapaner und nicht in Japan aufgewachsen ist, interessiert er sich sehr für die japanische Tradition, das Land und die Leute. Dementsprechend gerne geht er zum Kendo-Club der Schule, bei dem auch Kazu ist. Allerdings ist Letzterer überhaupt nicht begeistert von den uralten japanischen Traditionen und kann es nicht ausstehen, dass er das Kimono-Geschäft seiner Eltern übernehmen soll. Darüber hinaus schwänzt er regelmäßig das Training und stößt Yuki von sich, sobald dieser sich ihm nähern will. Dass er eigentlich in Yuki verliebt ist und dieser sich ganz offenkundig ebenfalls für ihn interessiert, ändern Kazus Meinung nicht: er will Yuki nicht zu nahe an sich heranlassen, um seine Schönheit nicht ungewollt zu zerstören. Als Ryohei, ein gemeinsamer Freund der beiden, ebenfalls Interesse an Yuki zeigt, ist Kazu gezwungen sich seinen Gefühlen zu stellen …

Eigene Meinung:
„Sky Link“ ist der Debütmanga der jungen Mangaka Shiro Yamada, die durch ihre „Gintama“- Doujinshis bekannt geworden ist. Die Geschichten sind realistisch und sehr ruhig gehalten. Der Schwerpunkt wurde deutlich auf Drama gelegt, wobei selbst das ein wenig untergeht, da die Geschichten mitunter sehr vor sich hinplätschern und nie wirklich Fahrt aufnehmen. Das ist im Grunde nicht verkehrt, da „Sky Link“ ein Manga ist, der eher zum Nachdenken anregen soll, doch mitunter verliert sich die Handlung in den stoischen Charakteren so sehr, dass man sich als Leser langweilt.

Die Figuren entwickeln sich nur langsam, sind zumeist still und nachdenklich. Gerade Ritsuki ist zumeist schweigsam und in sich gekehrt, doch auch Takagi wirkt an keiner Stelle wirklich übertrieben aufdringlich oder gar mangahaft. Daher ist es auch ganz passend, dass explizitere Szenen nur angedeutet werden und der Höhepunkt der beiden Geschichten nicht darauf aufgebaut wird.

Zeichnerisch ist „Sky Link“ ein solides werk, das mit hübschen Charakteren zu punkten weiß. Shiro Yamada weiß, wie sie ihre Figuren passend in Szene setzen muss. Dabei rutschen ihre Zeichnungen niemals ins Kitschige ab, sondern bleiben immer ruhig, erwachsen und nüchtern. Sieht man von einigen kleineren Fehlern ab, die sich in die Anatomie oder einige Perspektiven schleichen, ist „Sky Link“ optisch sehr ansprechend.

Insgesamt ist „Sky Link“ ein Muss für Fans ruhiger, erwachsener Mangas. Wer dramatische Geschichten mag und nicht unbedingt die typisch mangahaften Storylines und Charaktere lesen möchte, sollte einen Blick riskieren. Teilweise ist „Sky Link“ zwar fast schon zu stoisch und zu unspannend, doch Dank Shiro Yamadas Zeichnungen kann man darüber hinwegsehen…

© Koriko

Sky Link: © 2010 Shiro Yamada, Taiyohtosho Co. Ltd. / Tokyopop

Silberner Schmetterling

Name: Silberner Schmetterling
Englischer Name:
Originaltitel: Ginchou Kidan
Herausgebracht: Japan: Libre 2007
Deutschland: Tokyopop 2012
Mangaka: Rie Honjoh
Bände: Einzelband
Preis pro Band: 6,95 €

Silberner SchmetterlingStory:
Um den Schuldenberg seiner Familie zu minimieren, tritt Soichi seine neue Stelle in dem bekannten und gutbesuchten Männerbordell Suitenkanku an, das vorwiegend von Politikern, Wirtschaftsbossen und angesehen Leuten besucht wird. Dort übernimmt er die Rolle des Dieners für den gutaussehenden, männlichen Prostituierten Gincho. Da Soichi keinerlei Interesse an Männern hegt, erscheint ihm Ginchos Arbeit als seltsam und schwer nachvollziehbar. Dennoch tut er sein Bestes und freundet sich mit dem jungen Prostituierten an, der ganz anders ist, als Gincho erwartet hat. Als in Kuroki ein junger Gangsterboss und Stammkunde Ginchos auftaucht, spürt Soichi erstmals Eifersucht in sich. Darüber hinaus erkennt er, dass er an Gincho weit mehr Interesse hat, als gut für ihn ist. Doch auch sein Arbeitgeber und Schützling ist dem ruhigen Soichi nicht abgeneigt, auch wenn er ganz genau weiß, dass eine Beziehung zwischen ihnen im Suitenkanku einen schweren Stand hat …

Neben der Romanze zwischen Gincho und Soichi erfährt man in einem extra Kapitel mehr von Yagarasu, dem zweitbesten Prostituierten des Suitenkanku, der besonders wegen seiner zweifarbigen Augen begehrt ist. Als ein Freund aus Kindertagen auftaucht, erinnert er sich an seine Zeit bevor er zum Suitenkanku kam …

Der Manga erhält zudem noch die zweiteilige Kurzgeschichte „Auf dem Schulweg zum Liebsten“, in dem es um den Highschool Schüler Asamine geht, der seit einigen Jahren in seinen Mitschüler Fujishima verliebt ist. Dieser hat jedoch ein Auge auf Toyama, eines der beliebtesten Mädchen der Schule, geworfen, so dass Asamine es nicht über sich bringt seine Gefühle zu gestehen. Stattdessen versucht er anderweitig auf sich aufmerksam zu machen und als Freund an Fujishimas Seite zu bleiben. Als dieser von Toyama abgewiesen wird und Asamine seinen Freund trösten will, rutscht ihm ungewollt heraus, was er wirklich empfindet …

Eigene Meinung:
Mit „Silberner Schmetterling“ erscheint ein weiterer Manga Rie Honjohs in Deutschland. Überraschenderweise ist dieser Einzelband sogar relativ harmlos, wenn man ihn mit ihren anderen Werken vergleicht. Es kommen zwar durchaus erotische Szenen vor, jedoch sind die eher dezent gehalten, weswegen „Silberner Schmetterling“ bereits „ab 16“ zu haben ist. Die Geschichte ist nicht unbedingt neu, jedoch vor der fiktiven Kulisse nach dem dritten Weltkrieg interessant in Szene gesetzt. Schade, dass die Welt und das Zeitalter nicht besser beleuchtet wurden. Es mangelt an einer tiefgründige Ausführung, da vier Kapitel für den Handlungsbogen im Suitenkanku einfach zu kurz gehalten sind. Im Nachwort erfährt man zumindest, dass die Künstlerin wesentlich mehr plante und die Charaktere ursprünglich besser beleuchten wollte.
Die Hauptfiguren sind leider recht stereotyp gehalten, auch wenn Soichi zumindest zu Beginn nicht gänzlich dem typischen Bishonen entspricht. Dennoch mutet es seltsam an, dass er so schnell umschwenkt. Gincho ist sympathisch, bleibt jedoch recht blass, ebenso wie die anderen Nebencharaktere. Die Bonusstory ist nett, jedoch ziemlich stereotyp und ungemein vorhersehbar. Derartige Schülerstories gab es einfach zu oft.

Zeichnerisch ist „Silberner Schmetterling“ sehr solide und schön anzusehen, wie man es von Rie Honjoh gewohnt ist. Ihr klarer, erwachsener Stil passt gut zur Handlung und es ist zur Abwechslung ganz angenehm einen Manga von ihr zu lesen, der nicht aus reinen Kurzgeschichten besteht, in denen es nur um das eine geht. Zudem versteht sie es ihre Charaktere in Szene zu setzen und sorgt mit verschiedenen Perspektiven und Bewegungen für Dynamik und einen flüssigen Seitenaufbau.

Insgesamt ist „Silberner Schmetterling“ ein durchschnittlicher Manga, aus dem man viel hätte machen können. Die Geschichte ist interessant, allerdings ein wenig unausgegoren; die Charaktere wirken teilweise etwas blass. Dafür kann der Manga mit schönen Zeichnungen punkten und dass sich Rie Honjoh ausnahmsweise nicht auf die üblichen Erotikszenen konzentriert, sondern mehr Gewicht auf Handlung und Charaktere legt. Wer Boys Love und Rie Honjoh mag, sollte zugreifen, alle anderen sollten zumindest einen Blick riskieren …

© Koriko

Silberner Schmetterling: © 2007 Rie Honjoh, Libre Publishing Co.,Ltd. / Tokyopop

Signal Red Baby

Name: Signal Red Baby
Englischer Name:
Originaltitel: Signal Red Baby
Herausgebracht: Japan: Libre 2008
Deutschland: Carlsen 2010
Mangaka: Ren Kitakami
Bände: Einzelband
Preis pro Band: 5,95 €

Signal Red BabyStory:
Der junge Shogo lebt fast nur noch für Kabuki, japanisches Theater, in dem Männer auch Frauenrollen spielen. Seitdem er ein Kind war, versucht er auf diesem Wege mehr Aufmerksamkeit von seinem Vater zu erzielen, scheitert jedoch immer wieder. Ikuomi redet nur selten mit seinem Sohn, taucht jedoch immer wieder bei den Auftritten Shogos auf, zumeist ohne sich bemerkbar zu machen. Damit ist der etwas ältere Kabuki- Schauspieler Kazumi die einzige Bezugsperson Shogos, sein engster Freund und Vertrauter. Mit ihm ist Shogo fast immer zusammen und er wünscht sich nichts sehnlicher, als Kazumi immer an seiner Seite zu haben.

Alles ändert sich jedoch, als sich Shogo wegen eines kleinen Unfalls eine Verletzung am Fußgelenk zuzieht. Der Arzt legt ihm eine einmonatige Pause nahe und Shogo ist gezwungen vorerst das Kabuki aufzugeben, seine einzige Verbindung zu seinem Vater. Um diesen nicht zu beunruhigen oder zu verärgern, beschließt er die Sache vor Ikuomi vorerst geheim zu halten. Als an diesem Abend Shogos Onkel und ehemaliger Kabuki- Schauspieler Masahiro nach dem jungen Mann sieht, ändert sich vieles. Shogo erfährt, dass er gar nicht Ikuomis Sohn ist, sondern Masahiro in Wirklichkeit sein Vater ist, der damals seinen Bruder mit dessen Ehefrau betrogen hat. Shogo ist entsetzt, insbesondere als er erfährt, dass Kazumi von all dem Bescheid wusste und die ganze Zeit hindurch nichts gesagt hat. Verletzt und enttäuscht weist er beide von sich und erkennt erst einige Tage später, wie viel Kazumi ihm bedeutet.

Gleichzeitig geraten Masahiro und sein Bruder aneinander, der nicht begreift, warum Masahiro Shogo ausgerechnet jetzt die Wahrheit gesagt hat. Während des Streits, dem auch Kazumi bewohnt, beschließt Letzterer endgültig für Klarheit zu sorgen, und Shogo mit sich zu nehmen, um ihn für sich zu gewinnen…

In der sich anschließenden zweiten Geschichte geht es um die Beziehung zwischen Masahiro und dem jungen Hiroki, der ebenfalls in der Welt des Kabuki eine bekannt Größe ist. Die beiden sind schon lange zusammen, doch noch immer weiß Hiroki wenig über seinen Partner, insbesondere, was den Zwist mit Masahiros Bruder und Shogo betrifft. Doch anstatt zu fragen und nach Antworten zu suchen, zieht Hiroki es vor zu schweigen und wählt somit den einfachen Weg, da er Angst hat Masahiro ansonsten zu verlieren oder ihm zu nahe zu kommen. Masahiro spürt schon seit langem, dass Hiroki etwas auf der Seele liegt und er ärgert sich, dass dieser einfach nicht offen heraus fragt, anstatt zu schweigen…

Eigene Meinung:
„Signal Red Baby“ ist ein weiteres Werk von Ren Kitakami, das den Weg in die deutschen Buchregale findet. Die Geschichten sind nicht neu, dementsprechend recht vorhersehbar, jedoch erhält der Leser einen groben Einblick in die Welt des Kabuki- Schauspiels, was nicht uninteressant ist. Insbesondere die Weitergabe der Künstlernamen von einer Generation zur nächsten ist spannend, ebenso die verschiedenen Hintergründe zu den Begriffen und Bühnenstücken. Wie viel davon der Wahrheit entspricht, weiß wohl nur ein Fan dieser Theaterform, doch für Laien ist es ein interessanter Einstieg, der Lust auf mehr macht.
Die Charaktere sind stereotyp gehalten, keiner der Männer entwickelt sich in eine neue Richtung, was dem Werk deutlich Schwung nimmt. Es wäre durchaus etwas Neues gewesen, wenn einige Geschichten nicht standardmäßig abgewickelt worden wären, so dass natürlich auch die erotischen Szenen nicht fehlen dürfen.

Die Zeichnungen sind sehr schön und detailreich. Ren Kitakami versteht es ihre Charaktere in Szene zu setzen und es gelingt ihr dabei mehr zu verändern als nur Augen und Frisur. Besonders die Brüder Masahiro und Ikuomi sind trotz ihre optischen Ähnlichkeit sehr leicht voneinander zu unterscheiden, einfach durch den Gesichtsausdruck, der ihren Charakter wiederspiegelt. Das findet man selten in Mangas und es zeigt, dass die Künstlerin ihr Handwerk versteht. Zudem sind die Figuren durchweg erwachsen und man erkennt auf den ersten Blick die Altersunterschiede.

„Signal Red Baby“ ist insgesamt ein solides Werk, das besonders durch die Zeichnungen Ren Kitakamis punkten kann. Wer ihren Stil und hübsche, erwachsene Charaktere mag und sich nicht an der durchschaubaren Handlung stört, kann ohne Bedenken zugreifen.

© Koriko

Signal Red Baby: © 2008 Ren Kitakami, Libre Publishing Co.,Ltd. / Carlsen

Signal

Name: Signal
Englischer Name:
Originaltitel: Signal
Herausgebracht: Japan: Houbunsha 2007
Deutschland: Carlsen 2011
Mangaka: Shoko Hidaka
Bände: Einzelband
Preis pro Band: 5,95 €

SignalStory:
Einmal im Monat steht Ashihara, Besitzer einer kleinen Bar selbst hinter der Theke und bedient seine Gäste. Ein Tag, den sich Murakami nicht entgehen lässt, ist es doch in Ashihara verliebt, seitdem er diesen das erste Mal gesehen hat. Zudem gibt es ein besonderes Signal, von dem Murakami erst nach einigen Monaten erfahren hat. Wer den letzten Drink auf der Karte bestellt, darf die Nacht mit Ashihara verbringen, egal ob es sich hierbei um einen Mann oder eine Frau handelt. Murakami nimmt dieses Angebot mehr als einmal in Anspruch, jedoch will er schon bald mehr. Allein die Vorstellung, dass auch sein Arbeitskollege Tamachi, der Murakami und Ashihara miteinander bekannt gemacht hat, ebenfalls diese Intimitäten Ashiharas genießen könnte, treiben Murakami schier in den Wahnsinn. Als er Ashihara endlich seine Liebe gesteht und der junge Mann in eine Beziehung einwilligt, ist Murakami überglücklich. Doch schon bald macht ihm seine Eifersucht einen Strich durch die Rechnung. Ein alter Kindheitsfreund rückt Ashihara immer wieder auf die Pelle, und was für eine Beziehung besteht zwischen Ashihara und Tamachi. Zudem scheint Ashihara sich vor Murakami zurückzuziehen und hat urplötzlich Geheimnisse vor ihm. Als selbst Murakamis Versuche mit seinem Freund zu reden von Ashihara geblockt werden, geht Murakami vom Schlimmsten aus…

In der Kurzgeschichte „Stärker als Worte“ wird die abstruse Beziehung zwischen den beiden Schülern Mikami und Shibuya erzählt. Die beiden sind Kontrahenten, wenn es um die Spitzenposition des Top-Schülers geht und während Mikami hart für seine guten Noten büffeln muss, fällt Shibuya das meiste ohne viel zutun zu. Obgleich die beiden schon ein Paar sind, will Shibuya seinen Freund stärker an sich binden, scheitert jedoch daran, dass Mikami sich mehr aufs Lernen konzentrieren will…

Eigene Meinung:
Signal“ ist der zweite Manga von Shoko Hidaka und erschien 2007. Er enthält zwei Kurzgeschichten, wobei „Signal“ um ein vielfaches länger als der Manga „Stärker als Worte“ ist. Die Handlung, ebenso die Charaktere sind erwachsen und sehr realistisch gehalten. Es gibt keine solch kitschig- romantische verbrämten „Handlungselemente, so dass sich dem Leser eine durchaus erwachsene Geschichte präsentiert. Auch die Charaktere sind keine kleinen Jungs mehr, sondern Männer die mit beiden Beinen im Leben stehen. Insbesondere Ashihara und Murakami haben trotz ihrer Ecke und Kanten eine Persönlichkeit, die man sehr gut nachvollziehen kann. Wie der Plot schon vermuten lässt, gibt es daher einige erotische Szenen in „Signal“. Dennoch schwächelt es ein wenig am Inhalt, da es nichts Neues zu entdecken gibt. Man weiß schon im Vorfeld, wie sich die Beziehung zwischen Ashihara und Murakami entwickelt, gleich wenn es Shoko Hidaka gelingt hin und wieder einen interessanten Twist in der Handlung einzubauen. Gerade die Kurzgeschichte „Stärker als Worte“ wirkt sehr blass und einfallslos, da es nicht einmal ein richtiges Ende gibt.

Die Zeichnungen passen gut zur Geschichte. Sie sind einfach, wirken manchmal fast skizzenhaft und der Einsatz mit Rasterfolie wirkt an einigen Stellen noch ein wenig unsicher. Hintergründe sind seltener vorhanden und teilweise wirkt die Panelaufteilung ein wenig seltsam, da oftmals sehr viele Panele auf einer Seite vorhanden sind. Dennoch weiß der Stil zu gefallen, gerade weil er sehr schlicht und realistisch gehalten ist. Wirkliche Bishonen gibt es hier zwar nicht, dafür aber durchweg normale Charaktere, die so auch in der normalen Welt herumlaufen könnten.

Insgesamt ist „Signal“ nur den Fans zu empfehlen, die entweder die Künstlerin mögen, oder wirklich alle deutschen Boys Love Mangas besitzen wollen. Die größte Schwäche ist die fade Handlung, während die realistischen Charaktere und die einfachen Zeichnungen ein großer Pluspunkt sind. Im Zweifelsfall sollte man im Vorfeld einen Blick riskieren…

© Koriko

Signal: © 2007 Shoko Hidaka, Houbunsha Co.,Ltd. / Carlsen

Verliebter Tyrann Artbook

Name: Verliebter Tyrann Artbook
Englischer Name:
Originaltitel: Koisuru Boukun
Herausgebracht: Japan: Kaiohsha 2013
Deutschland: Tokyopop 2014
Mangaka: Hinako Takanaga
Bände: Einzelband
Preis pro Band: 24,95 €

InhaltVerliebter Tyrann Artbook
Das zweite Artbook der beliebten Boys Love Mangaka Hinako Takanaga umfasst 112 Seiten, die gänzlich der populären Serie „Verliebter Tyrann“ und dessen 4-bändigem Prequel „Küss mich, Student“ gewidmet sind. Dementsprechend enthält das Artbook nahezu alle großformatigen, farbigen Illustrationen, die jemals zu den beiden Serien entstanden sind: Mangacover, Zeichnungen von Booklets, Postern und Merchandise, und die Farbseiten, die in den Taschenbüchern nur in schwarz/weiß enthalten sind. Lediglich einige der alten Werke zu „Küss mich Student“ sucht man vergeblich, ansonsten ist die Sammlung vollständig.

Im Zentrum stehen zumeist Morinaga und Soichi, die Hauptfiguren aus „Verliebter Tyrann“, die im ersten Teil des Buches auch auf je einer Doppelseite mit mehreren Ausschnitten aus den Mangas, persönlichen Informationen und Steckbriefen vorgestellt werden. Auch die Figuren aus „Küss mich, Student“ bekommen eine kleine Vorstellungsseite, doch diese fällt bei weitem nicht so umfangreich aus. Dafür werden allerdings auch Nebencharaktere präsentiert, die nur bedingt wichtig sind.

Im Anschluss des Illustrationsteils und Charaktervorstellungen erwartet den Fan noch ein Making-Of des Titelbildes, in dem die Zeichnerin erklärt, wie sie ihre farbigen Illustrationen erstellt, ein Fan-Interview, zu dem sich auf Twitter aufrief und der 8-seitige Bonusmanga „Einkaufen mit Soichi“. Eine Übersicht der Illustrationen inkl. Hinweise, wo und wann sie veröffentlicht wurden, rundet das A4-große Artbook ab.

Eigene Meinung
Nach „Kleiner Schmetterling und mehr“ ist bei Tokyopop endlich das zweite Artbook von Hinako Takanaga erschienen, das ihrer populärste Serie gewidmet ist und nahezu alle Illustrationen von Soichi und Morinaga enthält, die Hinako Takanaga bis zum Erscheinen des Artbooks in Japan gezeichnet hat.

Das A4-große Buch kommt mit einem Schutzumschlag daher und ist von der Aufmachung her dem anderen Artbook adäquat. Es ist durchweg gelungen und bietet den Fans von „Verliebter Tyrann“ neben wunderschönen, großformatigen Zeichnungen, die man erstmals ohne störende Schriftzüge sehen kann, auch etliche Informationen zu den Charakteren, die Hintergründen und zu Hinako Takanaga selbst.

Wie nicht anders zu erwarten, sind die Zeichnungen der Mangaka eher romantisch und luftig geraten, hin und wieder spielt auch eine leichte Erotik mit rein. Hintergründe kommen selten vor, da sich Hinako Takanaga gänzlich auf ihre Figuren konzentriert. Leider ähneln sich die Motive jedoch zu sehr, so dass die Bilder zwar schön anzusehen, mit der Zeit aber ein wenig langweilig sind. Gerade die Illustrationen, die für ein Jubiläum im Magazin entstanden, sind bis auf eine leichte Abweichung der Posen von Morinaga und Soichi identisch. Es ist schade, dass hier die Varianz fehlt und Hinako Takanaga immer mit denselben Mimiken und Gestiken arbeitet.

Tokyopop legt ein qualitativ hochwertiges Artbook vor, das mit einem guten Druck und durch festes Papier überzeugt. Die Schrift ist abermals ein wenig klein, doch damit kann man durchaus leben.

Das Artbook zu „Verliebter Tyrann“ ist ein Muss für Fans der Serie und der Zeichnerin und bietet eine gelungen Zusammenstellung aller Zeichnungen, die zu Hinako Takanagas beliebter Boys Love Reihe entstanden sind. Wer kein Von der Problem mit der eintönigen Motivwahl hat und den leichten Mangastil der Zeichnerin mag, sollte zugreifen. Für knapp 25,- bleibt das Artbook preislich auf jeden Fall in einem angenehmen Rahmen.

Verliebter Tyrann Artbook: © 2013 Hinako Takanaga, Kaiohsha / Tokyopop

 

Rurouni Kenshin Cinema Edition

Name: Rurouni Kenshin Cinema Edition
Englischer Name: Samurai X
Originaltitel: Rurouni Kenshin Tokuhitsuban
Herausgebracht: Japan: Shueisha 2012
Deutschland: EMA 2014
Mangaka: Nobuhiro Watsuki
Bände: Einzelband
Preis pro Band: 9,99 €

StoryKenshin Cinema Edition
Aufgrund einer Verwechslung landet der herumziehende Vagabund Himura Kenshin in Tokio in einen Schauwettkampf und soll gegen die junge Kaoru Kamiya antreten. Überraschend schnell besiegt die junge Meisterin des Kamiya-Dojos den als Hitokiri Battosai vorgestellten Kenshin – sehr zum Ärger der Bevölkerung, die vorher Wetten abgeschlossen haben. Im Anschluss erfährt Kenshin, dass der Geschäftsmann Kanryu Takeda, der für die Kämpfe verantwortlich ist, am Kamiya-Dojo interessiert ist und Kaoru nur die Möglichkeit bleibt, an den Wettkämpfen teilzunehmen, um es zu retten. Als Takeda die junge Frau jedoch zu einem abendlichen Wettkampf einlädt, wird klar, dass er keineswegs vorhat, Kaoru die Möglichkeit zum Sieg einzuräumen.

Dank dem jungen Yahiko, der als Takedas Laufbursche arbeitet, erfährt Kenshin gerade rechtzeitig von den geheimen Machenschaften des Geschäftsmannes und kann Kaoru retten. Dabei offenbart ist auch, dass er in Wirklichkeit der legendäre Hitokiri Battosai ist, der zur Zeit der Restauration einen blutigen Weg beschritt.

Nach seinem kurzen Kampf gegen Takeda, beschließt er im Kamiya-Dojo zu bleiben, zum einen, weil er zur Ruhe kommen will, zum anderen weil er Kaoru vor weiteren Übergriffen schützen möchte – zu Recht, denn Takeda versammelt allerhand Kämpfer um sich, die Kenshin töten sollen. Unter diesen befinden sich nicht nur der Raufbold Sanosuke Sagara und das ehemalige Shinsengumi-Mitglied Saito Hajime, sondern auch Jinne Udo, der einen Kampf gegen Kenshin mehr als alles andere herbeisehnt …

Eigene Meinung
Anlässlich der Realverfilmung des 28-bändigen Mangas „Rurouni Kenshin“ im Jahr 2012 zeichnete Nobuhiro Watsuki eine zugehörige „Cinema Edition“, kehrte für 2 Bände (in Deutschland in einem 2in1 Band zusammengefasst) in die Meiji Zeit zurück und ließ Kenshin, Kaoru und ihre Freunde wieder aufleben. Dabei handelt es sich nicht um eine Fortführung des alten Mangas, sondern um einen alternativen Anfang der altbekannten Geschichte. Dieser ähnelt natürlich dem Realfilm sehr, immerhin war bei diesem der Mangaka auch am Drehbuch beteiligt, doch die „Rurouni Kenshin – Cinema Edition“ ist mehr als eine reine Nacherzählung des Films.

Inhaltlich ist der Manga sowohl für Neueinsteiger, als auch für Kenner des Originals ein lohnenswerter Kauf. Man ist sehr schnell in der Handlung, die ersten Kämpfe lassen nicht lange auf sich warten und Kenshins Identität bleibt nicht lange ein Geheimnis. Zudem erfährt man eine Menge über die geschichtlichen Hintergründe Japans, wenngleich die Original-Serie im Vergleich natürlich wesentlich tiefgängiger ist. Dennoch entwirft Nobuhiro Watsuki ein gelungenes Zeitportrait und kombiniert Action, Spannung und Kampfszenen mit Slapstick, witzigen Passagen und historischen Ereignissen. Es macht Spaß „Rurouni Kenshin“ zu lesen und weckt die Lust, sich die alte Reihe noch einmal zu Gemüte zu führen.

Im Vergleich zum Original sind die Figuren nicht mehr so übertrieben mangahaft dargestellt, sondern wirken realistischer. So ist Kenshin ein wenig melancholischer und ruhiger, Kaoru nicht ganz so überdreht und auch Sano kommt wesentlich gemäßigter daher. Das mag Geschmacksache sein, in diesem Fall passt es jedoch sehr gut zur Stimmung des Mangas, und im Wesentlichen haben sich die Hauptfiguren ja nicht geändert. Aufgrund der Kürze des Mangas hat leider nicht jeder altbekannte Charakter einen Gastauftritt, doch immerhin werden die meisten im Prolog, der zeitlich kurz vor den Ereignissen der Original-Serie spielt, zumindest kurz erwähnt.

Zeichnerisch legt Nobuhiro Watsuki einen sehr soliden, schönen Shonen-Manga vor, der durch schöne Actionszenen, stimmungsvolle Hintergründe und sehr viele Details punkten kann. Natürlich fällt bei einem direkten Vergleich zwischen dem ersten Band aus dem Jahre 1994 und dem vorliegenden Manga der gravierende Unterschied in den Zeichnungen auf, doch insgesamt entsprechen Nobuhiro Watsukis Zeichnungen dem, was er in den letzten Bänden der Originalserie präsentierte.

„Rurouni Kenshin – Cinema Edition“ ist ein schöner Shonen-Manga, der Fans der alten Serie zumindest ein kurzes, stimmungsvolles Wiedersehen mit bekannten Charakteren beschert. Nobuhiro Watsuki legt einen gelungenen Doppelband vor, der Lust auf mehr macht und den Wunsch weckt, bald mehr von Kenshin und seinen Freunden zu lesen. Neulingen ist der Manga als Einstieg zu empfehlen, ebenso der Griff zur Originalserie. Es lohnt sich.

Rurouni Kenshin Cinema Edition: © 2012 Nobuhiro Watsuki, Shueisha / EMA

SHI KI

Name: SHI KI
Englischer Name: Shiki
Originaltitel: Shi Ki
Herausgebracht: Japan: Shueisha 2007
Deutschland: EMA 2013
Mangaka: Story: Fuyumi Ono
Zeichnungen: Ryu Fujisaki
Bände: 11 Bände
Preis pro Band: 7,50 €

SHI KI Band 1Story:
Das abgelegene Dorf Sotoba ist „vom Tod umstellt“ – so treffend formuliert der junge Priester Seishin Muroi sein Heimatdorf, das nur über eine kleine Landstraße erreicht werden kann. Jeder kennt jeden, die Dörfler sind eine eingeschworene Gemeinschaft, in der man auf Tradition und ein ruhiges Leben Wert legt. Für die junge Highschool Schülerin Megumi Shimizu ist dieser Alltag abstoßend und sie sehnt sich nach der Stadt und einem anderen Leben. Damit fällt sie natürlich auf, insbesondere, da sie sich auch etwas modischer kleidet und mit ihrer ganzen Art gegen Sotoba revoltiert. Während die meisten Dörfler ihre Art mit einem Lächeln abtun, teilt der gleichaltrige Natsuno Yuki ihre Sehnsucht, wenngleich er sie selbst nicht ausstehen kann. Er zog mit seinen Eltern aus der Stadt aufs Land und wünscht sich nichts sehnlicher, als das eintönige Leben in Sotoba hinter sich zu lassen.

Als sich im Laufe eines besonders heißen Sommers die Todesfälle innerhalb des Dorfes häufen und nicht nur ältere Menschen sterben, beginnen der Priester Seishin und dessen Kindheitsfreund und Arzt von Sotoba Toshio Ozaki Nachforschungen anzustellen. Als Megumi erkrankt und sich ihr Zustand binnen weniger Tage verschlechtert, wird schnell klar, dass eine seltsame Krankheit ausgebrochen ist, die sich als leichte Sommergrippe oder Anämie ankündigt. Doch was verbirgt sich hinter diesen Vorfällen? Und was hat es mit der neuen Familie auf sich, die erst vor wenigen Tagen in die Villa auf dem Hügel eingezogen ist?

Eigene Meinung:
Mit „Shi ki“ legt EMA einen Herzenswunsch der deutschen Mangafans vor und wagt sich an einen unheimlichen Mysterymanga, der auf der gleichnamigen Romanreihe aus dem Jahr 1998 von Fuyumi Ono basiert. Für die Mangaumsetzung zeichnet sich Ryu Fujisaki verantwortlich, der hierzulande durch den Fantasymanga „Hoshin Engi“ bekannt geworden ist. „Shi ki“ war in Japan sehr erfolgreich, so dass 2010 eine 22-teilige Animeserie folgte, die ebenfalls erfolgreich war.

SHI KI Band 2Die Geschichte ist spannend und bereits nach wenigen Seiten ist man bereits in der Handlung. Man lernt die vielen unterschiedlichen Charaktere und Dörfler kennen, wenngleich es im ersten band schwer fällt all die Figuren auseinander zu halten. Das gibt sich erst im Laufe der Serie, wenn sich die wichtigsten Akteure herauskristallisieren und es feste Protagonisten gibt. Somit ist der erste Band vielmehr eine Einleitung und eine Charaktervorstellung, denn obwohl es zu einigen Todesfällen kommt, setzt die eigentliche Handlung und die Suche nach den Hintergründen der Ereignisse erst in den Folgebänden ein. Nichtsdestotrotz ist „Shi ki“ spannend und bereits nach wenigen Kapiteln hat man eine Menge Ideen und Vermutungen, die sich erst im Laufe der Zeit bestätigt oder widerlegt werden.

Die Figuren sind interessant in Szene gesetzt und reichen von alltäglich und langweilig bis hin zu ungewöhnlich und überdreht. Fuyumi Ono hat eine breite Masse an Charakteren geschaffen, die allesamt vorgestellt und ein wenig genauer beleuchtet werden. Einige Personen, gerade die jüngeren muten mangahafter und überdrehter an, was Ryu Fujisaki auch zeichnerisch unterstreicht. So wirken die älteren Menschen, ebenso die Hintergründe und unheimlichen Szenen sehr realistisch und überhaupt nicht mangahaft, während Charaktere wie Yuki, Megumi und deren Freunde sehr stilisiert sind, teilweise so stark abstrahiert, dass es schwer fällt sie auf den ersten Blick zu erkennen. Ryu Fujisaki arbeitet mit extremen Perspektiven, teilweise wirken auch die Körper in sich unstimmig und erinnern ein wenig an Mangas wie „One Piece“. Das ist am Anfang ein wenig gewöhnungsbedürftig, insbesondere der krasse Gegensatz zwischen mangahaft und realistisch, doch daran gewöhnt man sich mit der Zeit, da der Stil durchaus zur Geschichte und den mysteriösen Vorfällen passt.

Alles in allem ist „Shi ki“ ein spannender Manga, der mit einer interessanten und gruseligen Handlung und ungewöhnlichen Charakteren aufwartet. Fuyumi Onos Geschichte ist interessant, macht Lust auf mehr und man fiebert der Fortsetzung entgegen. Zwar sind Ryu Fujisakis Zeichnungen gewöhnungsbedürftig und nicht jedermanns Geschmack, doch sie passen zu „Shi ki“ und geben der Mangareihe ein ganz eigenes Flair. Wer Mystery, Spannung und Unheimliches mag und sich mit dem extremen Stil des Mangaka anfreunden kann, sollte einen Blick riskieren. Es lohnt sich.

© Koriko

Shi ki: © 2007 Fuyumi Ono / Ryu Fujisaki, Shueisha Inc. / EMA

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